Geld: Finanzwissenschaften oder Wurzelbehandlung? - Das 1.000.000.- €-Quiz
Manuel, Sonntag, 10.02.2008, 07:12 (vor 6679 Tagen)
bearbeitet von Manuel, Sonntag, 10.02.2008, 09:41
Hallo alle,
neulich war ich beim Zahnarzt, weil ein Backenzahn zu schmerzen begann, von dem im Rahmen eines kleineren Unfalles vor drei Jahren ein Stück abgesplittert war. Durch Glück muss ich wohl an einen guten Zahnarzt geraten sein. Er sagte: 90 % aller Zahnärzte würden mir aus wirtschaftlichem Interesse raten, am Zahn rumzudockern. Er aber meint: Raus damit, Problem weg. Das sagte mir zu und das Ergebnis ist einwandfrei.
Und nun die Überleitung zu unserem 1.000.000.- €-Quiz. Glaubt Ihr, dass das Geldproblem mit finanzwissenschaftlichen Manövern gelöst werden kann, oder dass man auch Geld, wie den Zahn, einfach komplett entfernen sollte?
Anregung: Kann die reine Existenz von Geld überhaupt einen anderen Sinn haben, als Geldprobleme im Sinne einer ungleichmaßigen Verteilung zu schaffen? Wenn der Sinn des Geldes nicht die ungleiche Verteilung desselben und die daraus resultierenden eklatanten Vor- und Nachteile wären, dann müssten ja alle damit einverstanden sein, jedem Menschen auf der Erde gleich viel Geld zuzuteilen. Wenn aber alle Menschen immer gleich viel Geld haben, können genauso gut alle Menschen kein Geld haben.
Wer mir nun einen einzigen triftigen Grund nennt, weshalb die bloße Existenz von Geld gut sein sollte, der erhält als Quizkönig sage und schreibe 1.000.000.- €. Ich würde desjenigen Bank in dem Fall bitten, mich mal kurz an die Tastatur zu lassen, um dem Quizkönig die sieben Ziffern aufs Konto tippen zu können. Anders machen das die Banken selbst ja auch nicht.
Ich bin gespannt auf Eure Versuche, dem Geld einen intelligenten Sinn zu geben.
Viele liebe Grüße
Manuel
Sancta simplicitas
hdk, Sonntag, 10.02.2008, 09:31 (vor 6678 Tagen) @ Manuel
Auf Deine Geldfrage will ich mal aus ganz bestimmten Gründen nicht eingehen. Aber zum Zahn möchte ich einiges sagen: Ohne genaue Diagnose, welches Stück, wie groß, wo abgebrochen ist und ohne den Gesamtzustand zu kennen ist es zwar ein Risiko überhaupt etwas zu sagen, aber Deine Blauäugigkeit, einen Zahnarzt für "gut" zu halten, der sofort extrahiert, ist vorsichtig gesagt, abenteuerlich. Ein guter Zahnarzt versucht in jedem Falle den Zahn zu erhalten. Es könnte nämlich sein, dass Du mit den Jahren etwas älter wirst, dein "guter" Zahnarzt Dir so manchen Zahn gezogen hat, um nicht an ihm "herumdoktern" zu müssen und Du irgendwann eine Brücke brauchst. Die Dinger sitzen auf sog. Pfeilerzähnen des Restgebisses. Was macht Du, wenn die geeigneten Pfeiler extrahiert worden sind? Vollprothese? Na, viel Vergnügen! Du kannst natürlich auch Implantate kriegen, auf die man die Brücke(n) setzt. Was meinst Du wohl, was die kosten? 1000,-, 2000,-, 3000,- pro Stück?. Bis Du alt bist, verdoppele den Preis mal. Und glaube nur nicht, dass das die Kasse bezahlt!
Meine Empfehlung: such Dir einen anderen Zahnarzt.
hdk
P. S.: Vorstehender Text gilt natürlich nur, wenn es sich so verhält, wie Du es sagst: „Kleine Ecke abgebrochen“. Patienten geben mitunter sehr abenteuerliche Beschreibungen ihrer Probleme.
Naja, vielleicht kann man in diesem Zusammenhang auch gleich Deine Frage nach dem Geld beantworten, das man eigentlich gar nicht braucht. Ich nenne Dir – wie gewünscht - einen einzigen triftigen Grund, weshalb die bloße Existenz von Geld in Deiner Geldbörse gut sein kann: Ohne Geld keine Implantate. Ohne Implantate keine Brücke(n). Die Lösung wären dann Vollprothesen (zahlt die Kasse). Fallen nur manchmal raus, wenn der Kiefer ungeeignet ist.
@hdk (themenfremd) : Frage an den Fachmann
Baldur der Ketzer
, Ketzerland, Sonntag, 10.02.2008, 10:52 (vor 6678 Tagen) @ hdk
Hallo, hdk,
da es selten scheint, hier einen Zahnarzt zu treffen, dürfte ich das gleich einmal schamlos ausnützen ?
Wie siehst Du folgenden Fall :
Patientin hatte Entzündungen im Kiefer, Zahnarzt entfernte daraufhin alle(!) Zähne. Die Patientin ist keinesfalls im Rentenalter. Und hat jetzt eine Vollprothese, was sich als äußerst unzufriedenstellend erweist, um es vorsichtig auszudrücken.
Dadurch (?) stellte sich ein Knochenschwund im Kiefer ein, vor allem im Unterkiefer.
Wie sieht der aktuelle Stand der Technik aus bezüglich des notwendigen Knochenaufbaus, um Implantate verankern zu können ? Gibt es dazu ggf. Infoseiten im Netz oder Broschüren ?
Ich wäre Dir für gelegentliche Hinweise sehr dankbar.
Beste Grüße vom Baldur
--
Der Hörer an der Wand hört seine eigne Schand
Hallo Baldur, bin zwar kein Zahnarzt
coldice, Sonntag, 10.02.2008, 12:05 (vor 6678 Tagen) @ Baldur der Ketzer
aber hier wäre mal zu prüfen ob Abspruch auf Schadensersatz besteht. Am Besten mal Notgemeinschaft Medizingeschädigter kontaktieren. Meiner Erinnerung nach war in dieser oder der Sektion Baden Württemberg eine Dame dabei, der ebenfalls alle Zähne gezogen wurden. Kann vorkommen, daß der gleiche Zahnarzt am Werkeln war.
Bzgl. Zahnimplataten habe ich mal folgenden Link abgespeichert http://www.z-systems.biz/index.php?id=3 wobei ich nicht weiß, inwieweit es nur Versprechen sind. Die verstehen sicher was vom Kieferaufbau, was heute kein großes Problem sein sollte.
Gruß
coldice
http://www.z-systems.biz/index.php?id=3
Hallo, hdk,
da es selten scheint, hier einen Zahnarzt zu treffen, dürfte ich das
gleich einmal schamlos ausnützen ?Wie siehst Du folgenden Fall :
Patientin hatte Entzündungen im Kiefer, Zahnarzt entfernte daraufhin
alle(!) Zähne. Die Patientin ist keinesfalls im Rentenalter. Und hat jetzt
eine Vollprothese, was sich als äußerst unzufriedenstellend erweist, um es
vorsichtig auszudrücken.Dadurch (?) stellte sich ein Knochenschwund im Kiefer ein, vor allem im
Unterkiefer.Wie sieht der aktuelle Stand der Technik aus bezüglich des notwendigen
Knochenaufbaus, um Implantate verankern zu können ? Gibt es dazu ggf.
Infoseiten im Netz oder Broschüren ?Ich wäre Dir für gelegentliche Hinweise sehr dankbar.
Beste Grüße vom Baldur
@Baldur - Zähne
hdk, Sonntag, 10.02.2008, 15:50 (vor 6678 Tagen) @ Baldur der Ketzer
Hallo, Baldur!
Kommen wir also auch mal ins Gespräch, nachdem ich Deine Postings schon so lange lese.
Aber zum Thema:
Bei der von Dir erwähnten Patientin liegt der Fall geradezu klassisch: Kieferabbau nach Zahnextraktion. Ich würde in jedem Falle empfehlen, eine Zahnklinik aufzusuchen. Die endgültige Entscheidung kann nur vor Ort erfolgen. Knochensubstanz kann in Maßen aufgetragen werden (kleiner Eingriff ), so dass der Kiefer eine Prothese trägt. Bei gänzlich resorbiertem Kieferkamm sind auch schon Knochenverplanzungen vorgenommen worden. Manchmal reicht ein kleiner Eingriff aus, manchmal ist es ein richtiger operativer Eingriff. Du merkst hier schon an meiner Wortwahl, dass ich mich winde wie ein Aal. Denn der Unterkiefer stellt für die Prothese schon rein physiologisch ein Problem dar und der Oberkiefer leider oft auch. Im Unterkiefer liegt die Prothese im Grunde nur auf dem Kieferkamm auf, Saugwirkung nahe Null. (Oben gibt es bei guten Kieferverhältnissen mitunter sehr gute Saugwirkung). So, nun beiß' damit mal was ab. Ich habe mir mal von einem Vollprothenträger (Prothesen oben und unten) erklären lassen, wie man so etwas macht, damit ich (der Blinde, der von Farbe redet) es den Patienten dann erläutern kann. Denn ICH habe ja meine Zähne noch – zumindest die meisten!
Es gibt verschiedene Tricks, um die UK-Prothese satter/besser aufliegen zu lassen: Mit Zinn beschweren (wiegt 10 - 15 Gramm und wird innen eingelegt). Reines Placebo! Oder die Umschlagfalte zur Wange voll ausfüllen inklusive Unterzungenraum. Gewiss, das bringt was, sagen uns die Patienten, aber möchtest Du den ganzen Tag mit randvollem Mund rumlaufen? Außerdem kann der Speichelfluss im Unterzungenraum beeinträchtigt sein und zu trockenem Mund und Brennen führen. Das ist alle sehr belastend für den Patienten. Vor allem auch psychologisch. Frauen leiden darunter deutlich stärker als Männer.
Die von Dir genannte Patientin sollte sich mal überlegen ob sie sich zumindest im U-Kiefer einige Implantate setzten lässt. Kosten ca. 2000,- bis 2500,- pro Stück in Berlin. Bei Dir da unten kann's noch etwas mehr kosten. Wenn im UK gar keine Zähne mehr vorhanden sind, sollte sie mindestens 4 Stück setzen lassen. Bei nur 2 Implantaten wäre die Belastung (Schaukel-/Transversalbewegungen/ Kaubelastung) zu groß. Das gibt später erfahrungsgemäß Probleme. Ärgerlich für den Patienten ist, dass das Implantat auf jeden Fall bezahlt werden muss - ob es einwächst oder nicht. Es kann durchaus mal zu einzelnen Ausfällen kommen. Hatten wir auch schon.
Du sagst, die Patientin sei noch nicht so alt. Das bedeutet, der Kieferkamm baut evtl. auch in Zukunft weiter ab. Sitzt die Prothese aber gut und wird korrekt belastet (also nicht in der Handtasche tragen!) wenn also Kau-Druck auf den Kieferkamm ausgeübt wird, kann der Abbau durchaus auch zum Stillstand kommen. Die Patientin hat also manches selber in der Hand. Gelegentliche Unterfütterungen gleichen einen eventuellen weiteren Schwund aus. Und wenn das Geld nicht so wichtig ist, können auch – genügend Implantate vorausgesetzt – ganze Keramik-Brücken darauf gefertigt werden, so daß die Prothese gänzlich entfällt.
Wenn noch weitere Fragen sind, gerne.
Zu Seiten im Netz kann ich Dir leider nichts sagen, die sind eigentlich eher als Übersicht für Laien gedacht.
Deshalb sehen wir da nicht hin -;).
mfG
hdk
@hdk - Implantate
Baldur der Ketzer
, Ketzerland, Sonntag, 10.02.2008, 16:27 (vor 6678 Tagen) @ hdk
Hallo, hdk,
zumindest hatte Manuels eigentümlicher Beitrag damit etwas gutes
.
Vielen Dank für die Info, das gibt zumindest Mut, daß es geht. Der Kieferabbau ist nämlich ein vorhandenes, progressives Problem, wie es scheint, die fortlaufende Unterfütterung ist ein Dauerzustand. Und daß eine Vollprothese nicht unbedingt zur sorglosen Lebensqualität beiträgt, überlegt sich ja kein Unbetroffener - vorher. Bis man es mal so mitbekommt, wie das in der Praxis ist. **Rüttgers** ist da nur ein Teilaspekt. Fällt die Prothese runter, zerbricht am Bad-Fußboden, und in einer halben Stunde ist Arbeitsbeginn, wirft das ganz neue, unbekannte Aspekte ins Rennen.
Wie schon oben angesprochen wurde, natürlich wurde da zuvor gepfuscht, aber die Chancen auf eine juristische Klärung scheinen eher schlecht zu sein, wie die Rücksprache mit einer Anwältin ergab. Es besteht auch bei der Geschädigten keine Antriebsenergie mehr, das erneut aufzukochen. Also, nach vorne sehen.
Ich halte die finanzielle Frage für eher zweitrangig, wichtiger ist doch, ob es überhaupt funktioniert. Hier ist Zahnersatz eh nicht versichert und ein rein privates Unterfangen.
Vorabklärungen ergaben zumindest vor ca. 1-2 Jahren, daß zu wenig Kiefersubstanz vorhanden sei. Aber ich denke, daß es mittlerweile Fortschritte beim Knochenaufbau gegeben hat, im Lande von Ivoclar sörft man auch schon mal auf die Seite von Straumann/Basel
.
Dann darf ich mich glücklich schätzen, noch im Vollbesitz meiner ursprünglichen Werks-Zahnausstattung zu sein.
Beste Grüße vom Baldur
--
Der Hörer an der Wand hört seine eigne Schand
och nö, bitte keine Kindergarten-Gelddiskussion ....
Elli
, Sonntag, 10.02.2008, 09:40 (vor 6678 Tagen) @ Manuel
Bevor du solche Mätzchenfragen stellst, beschäftige dich doch bitte mit den Grundlagen.
Lesestoff: http://www.elliott-waves.com/forum/menu/index.html
Dort v. a. "Sammlung1", 2. und 3. Menüpunkt.
Geld? Das ist materialisierte Sprachverwirrung.
prinz_eisenherz, Sonntag, 10.02.2008, 10:16 (vor 6678 Tagen) @ Manuel
Hallo,
##
Manuel
Und nun die Überleitung zu unserem 1.000.000.- €-Quiz. Glaubt Ihr, dass das Geldproblem mit finanzwissenschaftlichen Manövern gelöst werden kann, oder dass man auch Geld, wie den Zahn, einfach komplett entfernen sollte?##
Ich antworte mal so, stark verkürzt, wie es die Experten zum Geld hier im Forum auch immer erklären, was Geld ist und wie es entsteht, Zitat:
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Hier muss eine Anmerkung gemacht werden: die Beschreibung als „von der Zentralbank geschaffenes Geld“, ist die totale Irreführung. Die Zentralbank schafft überhaupt kein Geld. Sie nimmt lediglich durch Kreditgeldschöpfung der Geschäftsbanken geschaffenes Giralgeld entgegen, bewahrt einen Teil als Mindestreserve der Banken auf, die selbstverständlich Forderungen der Geschäftsbanken an die Notenbank bleiben, und tauscht den anderen Teil in Bargeld um. D. h.: Die Geschäftsbanken kaufen das Bargeld regelrecht durch Zahlung/Überweisung von Giralgeld.
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Soweit das Zitat, aus dem sich die zentrale Behauptung ergibt, das Geld durch Schulden (Kredite) entsteht.Wer auch immer der Gläubiger, wer dabei der Schuldner ist, ist bei der naheliegend Schlussfolgerung unerheblich, denn aus dieser These lässt sich zwingend der Schluss ableiten, das alles Geld auch wieder verschwindet, wenn alle ihre Schulden zurück bezahlen würden.
Ob das möglich ist, ob das zugelassen wird, ob das zweckmäßig ist, ob das so gewollt wird, seine Schulden zurück zu bezahlen, das sind die sich anschließenden, leicht surrealistischen Fragen. Surrealistisch aus dem einfachen Grund, weil Schulden deswegen Schulden genannt werden, weil der Schuldner seine Schulden zurückbezahlt, bezahlen muss, wenn er denn kann und will, aber offenkundig das damit einhergehende Verschwinden des verborgten Geldes durch das Zurückbezahlen keiner so recht anstrebt.
Wenn aber etwas verborgt wird, wie in diesen Fall Geld, und der Verleiher hat grundsätzlich gar nicht den Willen die Schulden wieder zurückbezahlt zu bekommen, dann sind das keine Schulden, streng nach dem Wesen Schulden beurteilt, dann sind es.... Ja, was ist das dann eigentlich? Als Schulden verpackte Geschenke?
Sprachverwirrung auf der gesamten Linie oder die Eingangsthese, die von der Geldentstehung ist unkorrekt und für Kredite (=Schulden) sollte in dieser Definition das Wort Schenkgeld stehen.
Über die sprachliche Entwirrung zu den Begriffen Schulden und Geschenke haben wir uns ganz schön dicht der heutigen Situation angenähert, die noch auf ihre Vervollkommnung wartet. Das nämlich jeder dazu gezwungen wird, sich jeden Tag, so oft er eine gewisse Lust dazu empfindet, bei seinem Geldverleiher des Vertrauens sich seine Geldration schenken lassen muss. Es ihm bei Strafe und Folter angedroht wird, nicht auf den frevelhaften Gedanken zu kommen, das geschenkte Geld wieder zurück zu bezahlen.
Das ist die praktische Seite des Paradieses, Geld ais Zwangsgeschenk. Das Paradies kann ganz schön verwirrend und anstrengend sein. Das hätte ich bis vor diesem kleinen Text hier auch nicht gedacht. Aber auch Zwangsgeschenk ist ein Widerspruch in sich selbst. Heilig Sch***ße, was ist denn nun Geld? Wie entsteht es und wie verschwindet es? Es wird nicht geborgt, nicht geschenkt und doch ist es da.
bis denn
eisenherz
