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<title>Das Gelbe Forum: Archiv 2007-2017 - @Fabio /  alter Artikel von Polleit   30.12.2004</title>
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<description>Das Gelbe Forum: Archiv 2007-2017</description>
<language>de</language>
<item>
<title>@Fabio /  alter Artikel von Polleit   30.12.2004 (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Wider den Zeitgeist</p>
<p>      Wider den Zeitgeist <br />
      Die Bundesbank will kein Gold verkaufen, um die Haushaltsnot des Staates zu lindern. Damit beweist sie Mut, den andere Zentralbanken nicht besitzen<br />
     <strong> von Thorsten Polleit</strong><br />
      Der Vorstand der Deutschen Bundesbank hat am 20. Dezember 2004 den <br />
      richtigen Beschluß gefaßt: Das Gold will die Bundesbank nicht  verjubeln, <br />
      um die Haushaltslöcher des Bundesfinanzministers zu stopfen. Erträge aus <br />
      einem Goldverkauf änderten ohnehin kaum etwas: Sie beliefen sich nur auf <br />
      etwa 0,3 Prozentpunkte der gesamten deutschen Staatsverschuldung. Zudem <br />
      gäbe ein Goldverkauf dem Finanzminister (noch) weniger Anreize, die <br />
      Staatsfinanzen dauerhaft zu sanieren. </p>
<p>      Die Bundesbank hat Mut bewiesen. Ihre Entscheidung entspricht nicht dem <br />
      Zeitgeist, der da lautet: Zentralbanken brauchten kein Gold, es ist für <br />
      die Stabilität der Währung nicht mehr notwendig. Zudem bringt die <br />
      Goldhaltung kaum Zinsen, Wertpapiere seien die bessere Vermögensanlage. <br />
      Von diesem Geist beseelt, haben sich mittlerweile viele Notenbanken daran <br />
      gemacht, ihre Goldreserven zu verkaufen. Doch der Zeitgeist - so <br />
      überzeugend er augenblicklich auch klingen mag - erweist sich nicht immer <br />
      als guter Ratgeber. </p>
<p>      Die Auffassung, Gold werde seine Geldfunktion nicht wiedererlangen, <br />
      entstammt dem Glauben, der Papiergeldstandard, dem heute alle großen <br />
      Währungen unterliegen, sei ein &quot;sicheres&quot; Regime. Doch es handelt sich um <br />
      ein großes Experiment, dessen Ergebnis im Ungewissen liegt. Papiergeld ist <br />
      ein &quot;Schönwetter-Regime&quot;. Daß es eine dauerhaft verläßliche Einrichtung <br />
      ist, kann daher nicht als gesichert gelten. Die Notwendigkeit, künftig <br />
      einmal zu einer Edelmetall- bzw. Goldbindung des Geldes zurückkehren zu <br />
      müssen, kann nicht ausgeschlossen werden. </p>
<p>      Gold ist wohl das einzige Medium, dem die Menschen in der Vergangenheit <br />
      immer wieder Geldfunktion und damit Vertrauen geschenkt haben. Es gilt <br />
      also abzuwägen: Ein endgültiger Verkauf des Goldes zum Zwecke von höheren <br />
      (Zins-)Erträgen gegenüber einer Fortführung der Goldhaltung, die zwar <br />
      geringe laufende Zinsen bringt, aber Kosten einer künftig möglichen <br />
      Geldsystemkrise abmildern kann. </p>
<p>      Es ist weiterhin fraglich, ob es überhaupt wünschenswert ist, daß <br />
      Zentralbanken eine immer bedeutendere Rolle auf den Wertpapiermärkten <br />
      spielen sollen. Sie legen Geld nicht immer wie Investoren aus der <br />
      Privatwirtschaft nach wirtschaftlichem Kalkül an, sondern häufig nach <br />
      politischem. Das kann zu geringer Effizienz der Kapitalallokationen <br />
      führen, mit negativen Folgen für Wachstum und Beschäftigung. Wäre es da <br />
      nicht besser, die Notenbanken würden ihre Aktionen auf weniger <br />
      &quot;bedeutsame&quot; Märkte wie den Goldmarkt beschränken? </p>
<p>      Für eine Goldhaltung der Notenbanken spricht ganz klar das Argument der <br />
      &quot;Diversifikation&quot;: Eine Zentralbank sollte aufgrund von Ertrags- und <br />
      Risikoerwägungen ihr Vermögen nicht nur in ein Medium investieren, sondern <br />
      sie sollte es auf verschiedene aufteilen, deren Preisbewegungen nicht <br />
      parallel verlaufen. Dies mindert das Verlustpotential. Gold ist hier eine <br />
      &quot;natürliche&quot; Beimischung. </p>
<p>      Es fällt schwer, sich dem Eindruck zu erwehren, der jüngste Drang vieler <br />
      Notenbanken, ihre Goldbestände zu verkaufen, entstamme nicht einer immer <br />
      weiter abnehmenden Demut vor den Unwägbarkeiten des Papiergeldsystems. <br />
      Ermutigt von &quot;Schönwetterzeiten&quot; und getrieben vom Bestreben, der <br />
      Öffentlichkeit und den Finanzministern gefallen zu wollen, verkaufen sie <br />
      ihr Gold. Mit ihrer Aufgabe, den Geldwert zu sichern, kann diese Tat nur <br />
      schwerlich legitimiert werden. </p>
<p>      Der Autor ist Chefökonom (Deutschland) bei Barclays Capital und <br />
      Honorarprofessor an der Hochschule für Bankwirtschaft, Frankfurt. </p>
<p>      Artikel erschienen am Do, 30. Dezember 2004<br />
      Artikel drucken</p>
<p>      Â© WELT.de 1995 - 2005</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=14121</link>
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<pubDate>Sun, 16 Mar 2008 14:30:10 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ackid</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Unsustainable (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Dottore,</p>
<p>ich vermute, daß Polleit das weiß. Aber er arbeitet eben bei Barclays.<br />
In der SZ am Wochenende schlägt er aber in einem Streitgespräch mit einem Goldman Sachs Kerl den Goldstandard vor.<br />
Habe ich von jemand in seiner Position auch nocht nicht gehört.</p>
<p>Viele Grüße</p>
<p>Fabio</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=14118</link>
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<pubDate>Sun, 16 Mar 2008 14:13:53 +0000</pubDate>
<dc:creator>Fabio</dc:creator>
</item>
<item>
<title>meines Wissens: ja (oT) (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[- kein Text -]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=13954</link>
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<pubDate>Sat, 15 Mar 2008 05:36:02 +0000</pubDate>
<dc:creator>Elli</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Nebenbei: arbeitet  Polleits  eigentlich noch als Chef-Ökonom bei Barcleys? (oT) (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[- kein Text -]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=13952</link>
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<pubDate>Sat, 15 Mar 2008 05:14:51 +0000</pubDate>
<dc:creator>Jermak</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Gutes Stück, nur was heißt &quot;unsustainable&quot;? (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hi Fabio,</p>
<p>worum geht's beim Kern der Mises-Aussage, nämlich, dass Schulden &quot;unsustaÃ­nable&quot; werden?</p>
<p>Das kann immer nur heißen: Es fehlen die Nachschuldner. Der Kapitalismus ist keine Tausch-, sondern eine Schuldendeckungsveranstaltung. </p>
<p>Gilt aud für den einfachen Fall: Mann kauft Haus, verschuldet sich bis zur Kante und jetzt bräuchte er eine Gehaltserhöhung, um weiter bedienen zu können. </p>
<p>Wo kommen die Gehaltserhöhungen her? Von seiner Firma. Wo hat die das zusätzliche Geld her? Entweder über neue Bankkredite oder über höhere Erlöse, die ihrerseits nicht vom Himmel fallen, da sie ein monetäres Phänomen sind, sondern weil sich die Kunden der Firma bzw. deren Kunden usw., usw. (also das &quot;gesamte System&quot;) zusätzlich verschulden müssen. </p>
<p>&quot;Unsustainable&quot; ist schnell gesagt, tatsächlich aber ein Wieselwort, da nicht zu Ende gedacht. </p>
<p>Von &quot;credits&quot; spricht Polleit durchaus - aber er geht der Sache nicht auf den Grund: den Unterschied zwischen existierenden und dadurch unerlässlichen zusätzlichen credits, die zuvörderst den Zweck haben, frühere credits am Leben zu halten und zur Endfälligkeit zu bringen. </p>
<p>Old credits &quot;als solche&quot; könne nie allein am Leben bleiben. Sie brauchen mindestens new credits in Höhe der Summen der Kosten der Endfälligkeiten. Kommen darüber hinaus weitere new credits dazu (40 Mio Deutsche kaufen Morgen je einen BMW auf Pump), steigen die Preise (= BMWs werden teurer).</p>
<p>Gruß!</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=13951</link>
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<pubDate>Sat, 15 Mar 2008 04:42:59 +0000</pubDate>
<dc:creator>dottore</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Thorsten Polleit zur Inflation (englisch, Link)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.mises.org/story/2901">http://www.mises.org/story/2901</a></p>
<p>Was ist da die debitistische Meinung dazu?</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=13904</link>
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<pubDate>Fri, 14 Mar 2008 09:32:39 +0000</pubDate>
<dc:creator>Fabio</dc:creator>
</item>
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