<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">
<channel>
<title>Das Gelbe Forum: Archiv 2007-2017 - Peak Debt und Peak Everything</title>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/</link>
<description>Das Gelbe Forum: Archiv 2007-2017</description>
<language>de</language>
<item>
<title>Peak Debt und Peak Everything (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo mp,</p>
<blockquote><p><br />
Aber kommen wir zu den USA:</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p><br />
Die USA haben sich nicht durch hohe Inflation entschuldet, sondern in</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>der</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>DeDe und durch Massenbankrotte. In den gesamten 30ern gab es mehr</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>Deflation</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>als Inflation. Auf dieser geringeren Schuldenbasis nach der DeDe wuchs</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>die</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>Wirtschaft dann wieder, und es wurde noch eine Weile weiter</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>entschuldet.</p>
<p>Du vermischst Preissteigerungsrate und Geldumlauf.</p>
</blockquote><p>Ja, meine Frage war, welche Schulden-Volkswirtschaft sich mit hoher Inflation (Preissteigerung) arrangiert hat, so wie die n-zig Bananenrepubliken, die sich dadurch auszeichnen, dass der Privatsektor mangels Kapital- und Kreditmärkte kaum verschuldet ist. </p>
<blockquote><p>Die Preissteigerungsrate ist von vielen Faktoren abhaengig. Analog zu<br />
1930ff behaupte ich ja gerade, dass ein massives Monetarisieren eben nicht<br />
zu massiver Preis-Inflation fuehrt, weil hierdurch eben keine neue<br />
Zusatznachfrage entsteht, sondern nur die Form bereits bestehender<br />
Nachfrage (Guthaben) von einem weniger liquiden Asset (Forderung) in ein<br />
liquideres Asset (Bargeld) verwandelt wird. </p>
</blockquote><p>Ja, da sind wir uns einig. Durch Erhöhung von M1 erhöht sich jenseits der 'n-zig's' kein M4,5 oder 6. Deshalb ist weder das Amerika der Dreissiger noch das heutige ein n-zig-Land, das sich â€žmit Inflation arrangiertâ€œ, bzw. arrangieren kann, denn Preissteigerung ist mit entsprechenden Zinsniveaus verbunden, zumindest mittel- und längerfristig.</p>
<blockquote><p>Dies wird groessere<br />
Auswirkungen auf die Assetmaerkte haben (da viele neue Bargeldhalter nun<br />
nach einem neuen Vehikel suchen, Guthaben/Nachfrage zu konservieren und<br />
wieder in die Zukunft zu transferieren), weniger jedoch ihren heutigen<br />
Konsum/Verbrauch massiv steigern.</p>
<p>Entsprechend wird die Bilanz der Notenbank immer laenger und laenger<br />
werden, Preissteigerungen werden aber dennoch nicht im gleichen Ausmasse<br />
auftreten (ausser in den Assetmaerkten).</p>
<p>Und genau so ist es auch im New Deal gelaufen: Nach einem initialen<br />
deflationaeren Shock 1929-1933 hat die FED den Geldumlauf massiv erhoeht</p>
<p>(Siehe zb <a href="http://www.sjsu.edu/faculty/watkins/depmon.htm">hier</a><br />
oder<br />
<a href="http://books.google.com/books?id=_iAHUo8SyxcC&amp;pg=PA496&amp;lpg=PA496&amp;dq=monetary+m1+1933&amp;source=bl&amp;ots=C_txcL6cLu&amp;sig=W4U9I_KX9iP7-U1QifaC6Fkv49k&amp;hl=en&amp;ei=on_FTvO1HIaj-ga7gvCBDg&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=5&amp;ved=0CEgQ6AEwBA#v=onepage&amp;q=monetary%20m1%201933&amp;f=false">hier</a></p>
<p>oder<br />
<a href="http://www.realclearmarkets.com/articles/fed_balance_sheet_expansion_is_not_hyper-inflationary.pdf">http://www.realclearmarkets.com/articles/fed_balance_sheet_expansion_is_not_hyper-infla...</a></p>
<p><br />
mit min. 10% p.a, in der Spitze bis zu 25% p.a.</p>
</blockquote><p>Ja, und am Ende des Jahrzehnts war gerade mal das Niveau dessen Beginns wieder erreicht. </p>
<blockquote><p>Sie konnte dies, nachdem sie die Beschraenkung, welche ihr das vorher<br />
verbot, naemlich die Goldpreisbindung, neu definierte und ihren Spielraum<br />
der Monetisierung erheblich erweiterte.</p>
<p>Gleichzeitig gab es ab 1933 den Banking Act, mit der Gruendung der FDIC<br />
gab es nun eine Regierungsgarantie auf Bankkonten. Folge:</p>
<p><a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Federal_Deposit_Insurance_Corporation">Since<br />
the start of FDIC insurance on January 1, 1934, no depositor has lost any<br />
insured funds as a result of a failure.</a> </p>
<p>Das sind die Gruende, warum die Dede 1929-1932 stattfand. Nach 1933 begann<br />
die Recovery, der Abbau der Gesamtschuldenquote setzt sich jedoch bis Ende<br />
der 40er Jahre fort! Geldumlauf stieg dabei massiv, Verschuldungsquote<br />
sank, Preise bewegten sich wie sie sich eben bewegten, erratisch mal hoch<br />
mal runter.</p>
</blockquote><p>Ja, aber erstens nicht ohne vorgängige DeDe mit nachfolgendem Weltkrieg, und zweitens (und vor allem!) wurde durch Spitzensteuersätze von 90 und mehr Prozent das Einkommen und Vermögen von oben nach unten verteilt. Erst dadurch konnte wieder konsummiert werden. Davon sind die USA heute weiter entfernt denn je!</p>
<blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><p>Ja, aber wo sind nun die von mir so ersehnten Beispiele von<br />
Volkswirtschaften mit hoher Verschuldung im Privatsektor, die sich</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>durch</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>Inflation und nicht durch Depression heilten? In der Schweiz sind viele<br />
junge Familien mit dem drei-, vier- oder fünffachen Jahresgehalt an<br />
Hypotheken verschuldet. Wenn da bei hoher Inflation im Gefolge die</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>Zinsen</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>von 3 auf 15 Prozent steigen, dann werden plötzlich 50 Prozent des</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>Gehalts</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>an Hypothekar-Zinsen fällig. </p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Inflation ist nicht mit steigenden Zinsen gleichzusetzen. Erst einmal muss<br />
definiert werden, was mit Inflation gemeint ist. Preisinflation?<br />
Kreditinflation? Geldmengeninflation?</p>
</blockquote><p>Preisinflation. Mittel- und längerfristig gibt es nirgends negative Realzinsen, nicht mal in China. Denn dort gibt es sie nur für die Auserwählten, der Rest zahlt 10 bis zu 100 Prozent per annum.</p>
<blockquote><p>Die Notenbank hat jederzeit die Moeglichkeit, durch den Ankauf von<br />
Forderungen die Zinsen niedrig zu halten. Sie muss nur alle angebotenen<br />
Forderungen zum niedrigen Zins ankaufen oder refinanzieren.</p>
</blockquote><p>Diese Möglichkeit hat sie nur theoretisch. Theoretisch kann sie die gesamte Privatwirtschaft auf die Notenbank übertragen, aber während dieses Prozesses würde das Kapital fliehen. USA und UK haben das Glück, dass Euroland momentan, trotz geringeren Defiziten, wegen politischer Handlungsunfähigkeit gerade auch kein Vertrauen erweckt, sonst hätte das Pfund bereits wesentlich mehr abgewertet, und diese Abwertung hat zur Folge, dass sie sich die Importe immer weniger leisten können, also zu ständig weiterer Verarmung führt. Wenn nun das Abendland einen Abwertungswettlauf Kopf an Kopf mit sich selbst bestreitet, dann führt dies einfach zur gemeinsamen, beschleunigten relativen Verarmung gegenüber den Schwellenländern.</p>
<blockquote><p><br />
Welche Inflation meinst Du?</p>
<p>Meinst Du nicht eher: </p>
<p>Ein Anziehen welcher Inflation? Ein Anziehen der allgemeinen<br />
<strong>Schuldzinsraten</strong> führt meiner Meinung nach direkt zu massenhaften<br />
Bankrotten.</p>
<p>Da wuerde ich Dir recht geben. </p>
<p>Es sei denn, die Notenbank greift wiederum ein, und uebernimmt direkt oder<br />
indirekt (ueber zwischengeschaltete Programme, Institute oder Banken) die<br />
notleidenden Risiken, und legt sie auf Eis (Moratorium, Erlass, Haircut).</p>
</blockquote><p>Ja, stagnierende Zombie-Wirtschaft Ã  la Japan, die eingebettet in eine (noch) wachsende Weltwirtschaft gerade noch Stagnation hinbekommt. Wehe, die Weltwirtschaft geht in einen Schrumpfungsprozess über.</p>
<p>(..)</p>
<blockquote><blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Das waere es ja dann fast schon nicht mehr wert, Bonobo-Frauen und ihre<br />
Eigenschaften interessieren mich doch nicht in gleichem Masse. Dennoch<br />
verbleibe ich dabei, dass eine Sanierung der volkswirtschaftlichen Bilanzen<br />
technisch moeglich ist und dass die Notenbanken dafuer als Organ voellig<br />
ausreichen. Sie haben die notwendigen Mittel, um den Schuldendruck wieder<br />
in die Region des Bedienbaren zurueckzufuehren, und ich denke sie haben<br />
auch das Personal mit dem notwendigen Problembewusstsein und den<br />
entsprechenden Qualifikationen. </p>
</blockquote><p>Soviel Vertrauen in die Pathokraten? Da wette ich immer noch dagegen. <br />
Und falls sie es doch hinkriegen, das Abendland im Gleichschritt mit den Entwicklungs- und Schwellenländern nochmals auf Wachstumskurs zu bringen, dann wartet mit Peak Everything jener Scharfrichter, der den Herrschaften endgültig den Garaus macht. Das Ende der Epoche des Pyrozäns ist meiner Einschätzung nach ziemlich breit abgesichert.</p>
<blockquote><p>Auf einem anderen Blatt steht die Frage, welchen Einfluss Politik und<br />
Massenpsychologie auf den Prozess nehmen werden. Der kann obstuktionistisch<br />
sein (wie bspw in Deutshcland zZ noch), er kann aber auch legitimierend<br />
sein: sobald es einem Land schlecht geht, wird das Undenkbare sehr schnell<br />
machbar....</p>
<p>Die Entscheidung faellt also auf dem Spielfeld der Socionomics, nicht der<br />
Economics.</p>
</blockquote><p>So ist es. Es geht doch nichts über einen versöhnlichen Abschluss in einem Disput.<img src="images/smilies/herz.gif" alt="[[herz]]" /> </p>
<p>Danke und beste Grüsse</p>
<p>Zara</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240807</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240807</guid>
<pubDate>Fri, 18 Nov 2011 11:33:40 +0000</pubDate>
<dc:creator>Zarathustra</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Preissteigerungseffekt und Zinseffekt (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hi Zara,</p>
<blockquote><p>Die osteuropäischen Länder hatten keine private Verschuldung, geschweige<br />
denn Ueberschuldung. Nach solchen Beispielen hatte ich ja gerade nicht<br />
gefragt. Mich interessiert, ob es überschuldete Volkswirtschaften gab, die<br />
sich durch Inflation heilten. Also Beispiele jenseits wirtschaftlicher<br />
Bananenrepubliken.</p>
</blockquote><p>Immerhin entschuldeten sich die Staaten vollends, sowohl ihre on-balance als auch off-balance Verbindlichkeiten, ohne dabei unterzugehen, ja nicht einmal die politische Klasse wurde dabei hinweggefegt. Ein bisschen Annerkennung fuer diese politische Leistung sollte schon drin sein!</p>
<p><br />
Aber kommen wir zu den USA:</p>
<blockquote><blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><p><img src="http://market-ticker.denninger.net/uploads/debt-trend-breakdown_2.jpg" alt="[image]"  /></p>
</blockquote><blockquote><blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Die USA haben sich nicht durch hohe Inflation entschuldet, sondern in der<br />
DeDe und durch Massenbankrotte. In den gesamten 30ern gab es mehr Deflation<br />
als Inflation. Auf dieser geringeren Schuldenbasis nach der DeDe wuchs die<br />
Wirtschaft dann wieder, und es wurde noch eine Weile weiter entschuldet.</p>
</blockquote><p>Du vermischst Preissteigerungsrate und Geldumlauf.</p>
<p>Die Preissteigerungsrate ist von vielen Faktoren abhaengig. Analog zu 1930ff behaupte ich ja gerade, dass ein massives Monetarisieren eben nicht zu massiver Preis-Inflation fuehrt, weil hierdurch eben keine neue Zusatznachfrage entsteht, sondern nur die Form bereits bestehender Nachfrage (Guthaben) von einem weniger liquiden Asset (Forderung) in ein liquideres Asset (Bargeld) verwandelt wird. Dies wird groessere Auswirkungen auf die Assetmaerkte haben (da viele neue Bargeldhalter nun nach einem neuen Vehikel suchen, Guthaben/Nachfrage zu konservieren und wieder in die Zukunft zu transferieren), weniger jedoch ihren heutigen Konsum/Verbrauch massiv steigern.</p>
<p>Entsprechend wird die Bilanz der Notenbank immer laenger und laenger werden, Preissteigerungen werden aber dennoch nicht im gleichen Ausmasse auftreten (ausser in den Assetmaerkten).</p>
<p>Und genau so ist es auch im New Deal gelaufen: Nach einem initialen deflationaeren Shock 1929-1933 hat die FED den Geldumlauf massiv erhoeht</p>
<p>(Siehe zb <a href="http://www.sjsu.edu/faculty/watkins/depmon.htm">hier</a> oder <a href="http://books.google.com/books?id=_iAHUo8SyxcC&amp;pg=PA496&amp;lpg=PA496&amp;dq=monetary+m1+1933&amp;source=bl&amp;ots=C_txcL6cLu&amp;sig=W4U9I_KX9iP7-U1QifaC6Fkv49k&amp;hl=en&amp;ei=on_FTvO1HIaj-ga7gvCBDg&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=5&amp;ved=0CEgQ6AEwBA#v=onepage&amp;q=monetary%20m1%201933&amp;f=false">hier</a></p>
<p>oder <a href="http://www.realclearmarkets.com/articles/fed_balance_sheet_expansion_is_not_hyper-inflationary.pdf">http://www.realclearmarkets.com/articles/fed_balance_sheet_expansion_is_not_hyper-infla...</a></p>
<p><br />
mit min. 10% p.a, in der Spitze bis zu 25% p.a.</p>
<p>Sie konnte dies, nachdem sie die Beschraenkung, welche ihr das vorher verbot, naemlich die Goldpreisbindung, neu definierte und ihren Spielraum der Monetisierung erheblich erweiterte.</p>
<p>Gleichzeitig gab es ab 1933 den Banking Act, mit der Gruendung der FDIC gab es nun eine Regierungsgarantie auf Bankkonten. Folge:</p>
<p><a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Federal_Deposit_Insurance_Corporation">Since the start of FDIC insurance on January 1, 1934, no depositor has lost any insured funds as a result of a failure.</a> </p>
<p>Das sind die Gruende, warum die Dede 1929-1932 stattfand. Nach 1933 begann die Recovery, der Abbau der Gesamtschuldenquote setzt sich jedoch bis Ende der 40er Jahre fort! Geldumlauf stieg dabei massiv, Verschuldungsquote sank, Preise bewegten sich wie sie sich eben bewegten, erratisch mal hoch mal runter.</p>
<p> </p>
<blockquote><p>Ja, aber wo sind nun die von mir so ersehnten Beispiele von<br />
Volkswirtschaften mit hoher Verschuldung im Privatsektor, die sich durch<br />
Inflation und nicht durch Depression heilten? In der Schweiz sind viele<br />
junge Familien mit dem drei-, vier- oder fünffachen Jahresgehalt an<br />
Hypotheken verschuldet. Wenn da bei hoher Inflation im Gefolge die Zinsen<br />
von 3 auf 15 Prozent steigen, dann werden plötzlich 50 Prozent des Gehalts<br />
an Hypothekar-Zinsen fällig. </p>
</blockquote><p>Inflation ist nicht mit steigenden Zinsen gleichzusetzen. Erst einmal muss definiert werden, was mit Inflation gemeint ist. Preisinflation? Kreditinflation? Geldmengeninflation?</p>
<p>Die Notenbank hat jederzeit die Moeglichkeit, durch den Ankauf von Forderungen die Zinsen niedrig zu halten. Sie muss nur alle angebotenen Forderungen zum niedrigen Zins ankaufen oder refinanzieren.</p>
<blockquote><p>Mit dem dreifachen BIP verschuldete<br />
Privatsektoren gab es früher nicht, und in Bananenrepubliken gibt es sie<br />
sowieso nicht. Ein Anziehen der Inflation führt meiner Meinung nach direkt<br />
zu massenhaften Bankrotten </p>
</blockquote><p>Welche Inflation meinst Du?</p>
<p>Meinst Du nicht eher: </p>
<p>Ein Anziehen welcher Inflation? Ein Anziehen der allgemeinen <strong>Schuldzinsraten</strong> führt meiner Meinung nach direkt zu massenhaften Bankrotten.</p>
<p>Da wuerde ich Dir recht geben. </p>
<p>Es sei denn, die Notenbank greift wiederum ein, und uebernimmt direkt oder indirekt (ueber zwischengeschaltete Programme, Institute oder Banken) die notleidenden Risiken, und legt sie auf Eis (Moratorium, Erlass, Haircut).</p>
<blockquote><p>und damit wieder zum Ersticken der Inflation,<br />
oder, falls die Notenbanken die Privatwirtschaft in ihre Bilanz nehmen,<br />
alternativ in den Stamokap mit notorischer Fehlallokation von Kapital, was<br />
auf dem Weltmarkt sowieso nicht konkurrenzfähig ist und ebenso untergeht.</p>
</blockquote><p>Da es alle ganz genauso machen, auf diesem Weltmarkt, da niemand untergehen darf, weil sonst alle untergehen, fuehrt es auch zu keinem Wettbewerbsnachteil.</p>
<p>Ich sehe es auch nicht der Weg in den Stamokap (da sind wir schon, aber ohne staatliche Eingriffe ---&gt; Ablauf DeDe), sondern der Weg aus dem Stamokap, wenn es der Staat es auf sich nimmt, eine gemanagte Rueckfuehrung der allgemeinen Schuldenquote vorzunehmen. Dies kann nur der Staat, die einzige Alternative ist eben eine ungeordnete Rueckfuehrung, die niemand will.</p>
<blockquote><p><br />
Auf die Manie folgt die Depression, und auf rekordmässige Manie ein<br />
rekordmässige Depression. Ich glaube nicht, dass solche Naturgesetze durch<br />
irgendwelche Mätzchen der Herrschaftsfunktionäre ausser Kraft gesetzt<br />
werden können. Sollten wir es erleben, dass die hiesige Inflation<br />
zweistellig wird, und wir hier im Gelben fröhlich weiterschreiben können,<br />
dann werde ich wohl ein für allemal verstummen und mich nur noch zu Fragen<br />
bezüglich Paläolithikum, Bonobo-Frauen usw. äussern, aber nicht mehr zu<br />
oekonomischen Fragen.</p>
<p>Versprochen!</p>
</blockquote><p>Das waere es ja dann fast schon nicht mehr wert, Bonobo-Frauen und ihre Eigenschaften interessieren mich doch nicht in gleichem Masse. Dennoch verbleibe ich dabei, dass eine Sanierung der volkswirtschaftlichen Bilanzen technisch moeglich ist und dass die Notenbanken dafuer als Organ voellig ausreichen. Sie haben die notwendigen Mittel, um den Schuldendruck wieder in die Region des Bedienbaren zurueckzufuehren, und ich denke sie haben auch das Personal mit dem notwendigen Problembewusstsein und den entsprechenden Qualifikationen. </p>
<p>Auf einem anderen Blatt steht die Frage, welchen Einfluss Politik und Massenpsychologie auf den Prozess nehmen werden. Der kann obstuktionistisch sein (wie bspw in Deutshcland zZ noch), er kann aber auch legitimierend sein: sobald es einem Land schlecht geht, wird das Undenkbare sehr schnell machbar....</p>
<p>Die Entscheidung faellt also auf dem Spielfeld der Socionomics, nicht der Economics.</p>
<p>Gruss,<br />
mp</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240771</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240771</guid>
<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 21:53:59 +0000</pubDate>
<dc:creator>Miesespeter</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Das dachte ich mir ;-) (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><br />
Hi Zara,</p>
</blockquote><p>Hi Miesespeter</p>
<blockquote><p>klar, nichts einfacher als das: alle, die daran nicht untergegangen sind.</p>
<p>(Du siehst, ich lerne!)</p>
<p>Gruss,<br />
mp</p>
<p><br />
(um nicht ganz ohne Zuckerl zu verbleiben, biete ich folgende Beispiele<br />
an, auch wenn ich mir sicher bin, dass alle individuelle Sonderfaktoren<br />
aufweisen, welche sie als Beispiel diskreditieren, und ob sie<br />
fortschrittlich genug waren, um sich zu disqualifizieren, wage ich auch<br />
nicht zu prognostizieren - ich setze auf ebensolche Sonderfaktoren auch<br />
fuer den Euro und den Dollar und darauf, dass technischer Fortschritt ein<br />
zweischneidiges Schwert ist....:</p>
<p>alle osteuropaeischen Laender, in welchen absolut alle Forderungen<br />
pre-1989 in den fruehen neunziger Jahren inflationaer entwertet wurden.</p>
</blockquote><p>Die osteuropäischen Länder hatten keine private Verschuldung, geschweige denn Ueberschuldung. Nach solchen Beispielen hatte ich ja gerade nicht gefragt. Mich interessiert, ob es überschuldete Volkswirtschaften gab, die sich durch Inflation heilten. Also Beispiele jenseits wirtschaftlicher Bananenrepubliken.</p>
<blockquote><p>Onwohl die Inflationsraten 100% und mehr betrugen, wurden keine<br />
Waehrungsreformen durchgefuehrt, sondern durchinflationiert. Trotz<br />
Systemzusammenbruch: Der Lebensstandard sank, aber nicht ins Bodenlose.<br />
(Ich weiss, die Aussenwelt...)<br />
Schuldenquote am Ende des Vorgangs ca 0%.</p>
</blockquote><p>Ja, hohe Inflation gibt es dort, wo keine nennenswerte private Verschuldung existiert, oder nicht mehr existiert: in Bananenrepubliken oder bereits zusammengebrochenen Volkswirtschaften.</p>
<blockquote><p>Die Inflationierung des Geldwertes waehrend des New Deals: Abwertung des<br />
Dollars von 20 auf 35 USD / Unze Gold, und Begleitmassnahmen zur<br />
Guthabenkonfiskation, keine Waehrungsreform</p>
<p><img src="http://market-ticker.denninger.net/uploads/debt-trend-breakdown_2.jpg" alt="[image]"  /></p>
</blockquote><p>Die USA haben sich nicht durch hohe Inflation entschuldet, sondern in der DeDe und durch Massenbankrotte. In den gesamten 30ern gab es mehr Deflation als Inflation. Auf dieser geringeren Schuldenbasis nach der DeDe wuchs die Wirtschaft dann wieder, und es wurde noch eine Weile weiter entschuldet.</p>
<p><img src="http://www.comparativepoliticseconomics.com/images/800px-US_Historical_Inflation_svg.png" alt="[image]"  /></p>
<blockquote><p>Man lese einfach mal die<br />
<a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Spanish_peseta">Geschichte</a><br />
einer typischen Weichwaehrung ueber die Jahrhunderte. Spanien zB hatte gute<br />
und schlechte Zeiten, aber keine Waehrungreform trotz Inflation, und keinen<br />
Totalzusammenbruch, ueber den Zeitraum von knapp 2 Kontradieff-Perioden<br />
(Deutschland im Vergleich: 3 Waehrungsreformen). Der USD und das GBP kommen<br />
noch laenger ohne Waehrungsreformen durch die diversen Depressionen.</p>
</blockquote><p><br />
Ja, aber wo sind nun die von mir so ersehnten Beispiele von Volkswirtschaften mit hoher Verschuldung im Privatsektor, die sich durch Inflation und nicht durch Depression heilten? In der Schweiz sind viele junge Familien mit dem drei-, vier- oder fünffachen Jahresgehalt an Hypotheken verschuldet. Wenn da bei hoher Inflation im Gefolge die Zinsen von 3 auf 15 Prozent steigen, dann werden plötzlich 50 Prozent des Gehalts an Hypothekar-Zinsen fällig. Mit dem dreifachen BIP verschuldete Privatsektoren gab es früher nicht, und in Bananenrepubliken gibt es sie sowieso nicht. Ein Anziehen der Inflation führt meiner Meinung nach direkt zu massenhaften Bankrotten und damit wieder zum Ersticken der Inflation, oder, falls die Notenbanken die Privatwirtschaft in ihre Bilanz nehmen, alternativ in den Stamokap mit notorischer Fehlallokation von Kapital, was auf dem Weltmarkt sowieso nicht konkurrenzfähig ist und ebenso untergeht.</p>
<p>Auf die Manie folgt die Depression, und auf rekordmässige Manie ein rekordmässige Depression. Ich glaube nicht, dass solche Naturgesetze durch irgendwelche Mätzchen der Herrschaftsfunktionäre ausser Kraft gesetzt werden können. Sollten wir es erleben, dass die hiesige Inflation zweistellig wird, und wir hier im Gelben fröhlich weiterschreiben können, dann werde ich wohl ein für allemal verstummen und mich nur noch zu Fragen bezüglich Paläolithikum, Bonobo-Frauen usw. äussern, aber nicht mehr zu oekonomischen Fragen.</p>
<p>Versprochen!</p>
<p>Zara</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240749</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240749</guid>
<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 17:57:51 +0000</pubDate>
<dc:creator>Zarathustra</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Ok (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Kannst Du ein paar Beispiele von fortgeschrittenen Volkswirtschaften aus<br />
diesen n-zig Beispielen nennen, d.h. solchen mit so richtig fortschrittlich<br />
viel Schulden im Privatsektor, die sich mit hoher Inflation geheilt haben?</p>
</blockquote><p>Hi Zara,</p>
<p>klar, nichts einfacher als das: alle, die daran nicht untergegangen sind. </p>
<p>(Du siehst, ich lerne!)</p>
<p>Gruss,<br />
mp</p>
<p><br />
(um nicht ganz ohne Zuckerl zu verbleiben, biete ich folgende Beispiele an, auch wenn ich mir sicher bin, dass alle individuelle Sonderfaktoren aufweisen, welche sie als Beispiel diskreditieren, und ob sie fortschrittlich genug waren, um sich zu disqualifizieren, wage ich auch nicht zu prognostizieren - ich setze auf ebensolche Sonderfaktoren auch fuer den Euro und den Dollar und darauf, dass technischer Fortschritt ein zweischneidiges Schwert ist....:</p>
<p>alle osteuropaeischen Laender, in welchen absolut alle Forderungen pre-1989 in den fruehen neunziger Jahren inflationaer entwertet wurden. Onwohl die Inflationsraten 100% und mehr betrugen, wurden keine Waehrungsreformen durchgefuehrt, sondern durchinflationiert. Trotz Systemzusammenbruch: Der Lebensstandard sank, aber nicht ins Bodenlose. (Ich weiss, die Aussenwelt...)<br />
Schuldenquote am Ende des Vorgangs ca 0%.</p>
<p>Die Inflationierung des Geldwertes waehrend des New Deals: Abwertung des Dollars von 20 auf 35 USD / Unze Gold, und Begleitmassnahmen zur Guthabenkonfiskation, keine Waehrungsreform</p>
<p><img src="http://market-ticker.denninger.net/uploads/debt-trend-breakdown_2.jpg" alt="[image]"  /></p>
<p>Man lese einfach mal die <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Spanish_peseta">Geschichte</a> einer typischen Weichwaehrung ueber die Jahrhunderte. Spanien zB hatte gute und schlechte Zeiten, aber keine Waehrungreform trotz Inflation, und keinen Totalzusammenbruch, ueber den Zeitraum von knapp 2 Kontradieff-Perioden (Deutschland im Vergleich: 3 Waehrungsreformen - Anmerkung: die uebrigends alle am Ende eines Zusammenbruchs standen und diesen abschlossen, nicht ausloesten). Der USD und das GBP kommen noch laenger ohne Waehrungsreformen durch die diversen Depressionen.</p>
<p>)</p>
<p>Gruss nochmal,<br />
mp</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240740</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240740</guid>
<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 17:13:22 +0000</pubDate>
<dc:creator>Miesespeter</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Beispiele? (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><br />
Und das Problem dabei? Es gibt n-zig Beispiele von Inflations- und<br />
Hochinflationslaendern, welche nicht nur nicht im finalen Crash landen,<br />
sondern sich mit Inflation arrangieren, ohne dass es je zur Hyperinflation<br />
kommt. Alles ein Frage der Dosis. Europa wird nicht deshalb im Fegefeuer<br />
untergehen, weil der Euro nun ploetzlich so gemanaged wird die Lira (ital.<br />
oder tuerk., choose your preference), und nicht wie die DM.</p>
</blockquote><p><br />
Hallo Mp</p>
<p>Kannst Du ein paar Beispiele von fortgeschrittenen Volkswirtschaften aus diesen n-zig Beispielen nennen, d.h. solchen mit so richtig fortschrittlich viel Schulden im Privatsektor, die sich mit hoher Inflation geheilt haben? </p>
<p>Danke und Grüsse, Zara</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240737</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240737</guid>
<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 16:41:46 +0000</pubDate>
<dc:creator>Zarathustra</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Interbankensaldenfinanzierung (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Hi Nathan,</p>
<p>weißt Du zufällig, ob das Geld im Interbankenmarkt &quot;präexistent&quot; ist?<br />
Oder entsteht es wie zB bei einer Hypothekenfinanzierung erst mit dem Akt<br />
der Kreditvergabe (im Interbankenmarkt halt zB &quot;over night&quot;)?</p>
</blockquote><p>Hi Fabio,</p>
<p>darf ich mein Halbwissen hierzu voluntieren:</p>
<p>Die Banken leihen sich im Interbankenmarkt hauptsaechlich ZBG zum Ausgleich von Clearingsalden und ZBG Abfluessen(Giralgeld brauchen sie nicht leihen), das ZBG koennen sie nicht 'schoepfen' es muss also praeexistent sein.</p>
<p>Alternativ koennen zugelassene GBs der Notenbank auch Anleihen zum <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Spitzenrefinanzierungsfazilit%C3%A4t">Spitzenfinanzierungsatz</a>anreichen, welche diese annehmen muss. Ist allerdings allgemein teurer.</p>
<p>Ausnahme waere die direkte Kreditierung Bank-Bank eines verbliebenden Clearingsaldos overnight anstatt Ausgleich per ZBG. Nur hier ergibt sich eine Bilanzverlaengerung fuer beide GBs, es bedarf keinerlei praeexistenten ZBG.</p>
<p>Gruss,<br />
mp</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240733</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240733</guid>
<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 16:15:15 +0000</pubDate>
<dc:creator>Miesespeter</dc:creator>
</item>
<item>
<title>ein paar Anmerkungen (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hi MP, </p>
<p>kurz ein paar Gedanken zu dem, was Du schreibst: </p>
<blockquote><p>Selbstverstaendlich, was sollte sie denn daran hindern? Fue die ZB ist die<br />
Schoepfung von ZBG ein ebenso einfacher Buchungsvorgang wie fuer die GB die<br />
Schoepfung von Giralgeld. Sie kann im Gegenzug entweder eine Sache oder<br />
Forderung erwerben, oder eine Sache oder Forderung per Pensionsgeschaeft<br />
als Sicherheit uebernehmen. Technisch kein Problem, den juristischen Rahmen<br />
wird man immer den Notwendigkeiten anpassen.</p>
</blockquote><p>Ja. Sie muß nur das mit dem angekauften Vermögenswert verbundene Risiko tragen. Bei forderungslosen Vermögenswerten (wie Gold) besteht es in Marktpreisschwankungen. Sinkt der Goldpreis, mindert sich der Aktivposten &quot;Gold&quot; bei der ZB, damit c.p. ihr EK. Sie kann dann durch den Verkauf des Goldes weniger Geld &quot;erwirtschaften&quot; (d.h. im Fall der ZB: aus dem Verkehr ziehen und vernichten, d.h. ausbuchen) als sie beim Ankauf geschöpft hat. Wirkt prinzipiell inflationär. </p>
<p>Im umgekehrten Fall eines steigenden Goldpreises kann sie beim Wiederverkauf dagegen mehr Geld vernichten als sie geschaffen hat, mit geldverknappender, deflationärer Wirkung. </p>
<p>Beim Ankauf von nominell fixierten Vermögenswerten wie Forderungen trägt sie das Risiko der Wertschwankungen der (nominell variablen) Sicherheiten, mit denen der Schuldner der Forderung ihr haftet. </p>
<p>Ihre geldpolitischen Operationen sind also Marktinterventionen mit Spekulationscharakter, die sie aber nicht mit einem Gewinninteresse, sondern mit einem geldpolitischen (gesamtwirtschaftlichen) Interesse betreibt. </p>
<blockquote><blockquote><p>Da alle unter Verschuldungsdruck stehen, fragt dann auch<br />
keiner, ob die Banknote, welche die ZB auf sich gezogen hat, gedeckt</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>ist,</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>oder nicht. Solange der Geschäftszwang der Kreditbanken mit der ZB(und</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>das</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>damit verbundene Geschäftsvolumen) wesentlich größer ist, als die<br />
Verbindlichkeiten, welche die ZB durch Selbstziehung schafft, kann eine</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>ZB</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>beliebig auf sich selbst ziehen. </p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Eben, alles ein Frage der Dosierung. </p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p><br />
Dottore hätte dann teilweise Unrecht!</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Dotore hat sich halt auch manchmal verschaetzt. So hatte er zB ja auch<br />
immer postuliert, dass an dem Tge, an welchem die Notenbanken beginnen,<br />
Staatsanleihen direkt anzukaufen, der finale Bankrun einsetzen wuerde, denn<br />
das Publikum wuerde ja durchschauen, dass dies der Highway to<br />
Hyperinflation sei.</p>
</blockquote><p>Das fände ich einen nachvollziehbaren Gedanken, wenn man ihn so versteht, daß er voraussetzt, daß die privaten Märkte nicht mehr zum Kauf von Staatsanleihen bereit sind. Das ist aber ja bisher nicht der Fall, sodaß der Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB zunächst geldpolitischen Charakter hat. Ich vermute, daß die EZB fest mit dem Zustandekommen des &quot;Stabilisierungsfonds&quot; rechnet und den Anleihenkauf sozusagen als kurz- bis mittelfristige Maßnahme versteht, die der Politik Zeit für Verhandlungen verschaffen soll. </p>
<blockquote><p>Dottore hat den Gedanken daher immer konsequent abgelehnt. Fuer ihn stand<br />
das Dogma Staatspapiergeld = Hyperinflation. Davon ist er nie abgerueckt,<br />
und hat als durchaus schlagkraeftiges Argument redundant vorgebracht, man<br />
moege eine Evidenz eines Staatspapiergeldes vorweisen, welches nicht in<br />
einer Hyperinflation untergegangen ist.</p>
<p>Das ist auch nicht von der Hand zu weisen. Sobald man die Bindung des<br />
Geldes mit dem Schuldendruck, also den Zwang zur spaeteren Leistung,<br />
nachhaltig zerstoert, tendiert der Geldwert gegen Null. </p>
</blockquote><p>Ja. </p>
<blockquote><p>Schon ist man<br />
wieder bei der Frage der Dosierung angelangt: wie kann man das System in<br />
einem Zustand halten, wo einerseits der Schuldendruck nicht so gross ist,<br />
dass die Wirtschaft darunter zusammenbricht, andererseits aber auch nicht<br />
so gering dass die Wirtschaft ihr Fundament verliert.</p>
</blockquote><p>Genau, das ist die Kernfrage aller Geld- und Wirtschaftspolitik (d.h. die Kernfrage, die sich Zentralbanker bei geldpolitischen Operationen und die sich Politiker bei der Fiskal- und Verschuldungspolitik stellen müssen und auch stellen). </p>
<blockquote><p>Dass es durchaus zu groesseren Inflationserscheinungen kommen kann, wenn<br />
die Notenbank alle moeglichen Forderungen ankauft, und diese hinterher<br />
nicht mehr faellig stellt (sei es durch ewiges Rollieren, Moratorium, oder<br />
Erlass), will ich uebrigends gar nicht in Abrede stellen. Allerdings sehe<br />
ich nicht, dass dies zwangslaeufig in einem Ausmass geschehen wuerde, der<br />
zu einem voelligen Systemzusammenbrauch fuehrt.</p>
</blockquote><p>Genau. Letztendlich dürfte das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit der &quot;Letztschuldner&quot; (&quot;Lender of Last Resort&quot;) entscheidend sein. Würden die Märkte dieses Vertrauen komplett verlieren, stünde tatsächlich eine deflationäre Krise mit anschließender Hyperinflation zu befürchten. </p>
<p>Entscheidend wäre also, zu klären, worauf genau dieses Vertrauen basiert. Klar scheint mir zu sein, daß die Globalisierung der Weltwirtschaft die Einflußspielräume einzelner Nationalstaaten relativ verkleinert und daß einerseits ein Bedarf nach potenteren &quot;Letztschuldnern&quot; besteht, andererseits jedoch einzelne Staaten die Rolle des Letztschuldners für die GLOBALE Wirtschaft aber sicherlich verständlicherweise lieber gerne anderen überlassen wollen, weshalb ja z.B. in USA oder China durchaus ein großes Interesse daran besteht, daß der Stabilisierungsfonds zustandekommt, während man sich hier in Deutschland natürlich verständlicherweise eher dagegen wehren muß. </p>
<p>Gruß<br />
moneymind</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240730</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240730</guid>
<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 15:58:56 +0000</pubDate>
<dc:creator>moneymind</dc:creator>
</item>
<item>
<title>......noch laaange weitergehen (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Und Euro-Tagesgeld liegt bei 0,7 %.<br />
Und wenn die Zinsen sich halbieren, dann ist auch die Zinslast sofort<br />
halbiert (nun ja, nicht sofort, langfristige Anleihen gibt es ja auch<br />
noch). Und wenn halbieren nicht reicht, dann eben runter bis auf 0,1 %.<br />
Oder nochmals halbieren auf 0,05 %. Oder nochmals halbieren auf 0,025 %.<br />
Oder nochmals zehnteln auf 0,0025 %. Es gibt keine Grenze, erst bei null.<br />
Und bei null gibt es auch keine Zinslast mehr.</p>
<p>Ich möchte auch ganz besonderes auf diesen Beitrag zu Japan verweisen:<br />
<a href="http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=240657">http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=240657</a><br />
Es kann noch laaange weitergehen.</p>
</blockquote><p>Hi Elli,</p>
<p>sehen wir da einen fundamentalen Unterbau fuer die kommende grosse Welle 5 up in der Morgendaemmerung.....?</p>
<p>Man muss nur aufpassen, dass nicht doch irgendein Clown aus der politischen Manege durchs Szenario tolpatscht und doch das ganze Porzellan zerschlaegt.</p>
<p>Gruss,<br />
mp</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240728</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240728</guid>
<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 15:52:46 +0000</pubDate>
<dc:creator>Miesespeter</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Frage zum Interbankenmarkt (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hi Nathan,</p>
<p>weißt Du zufällig, ob das Geld im Interbankenmarkt &quot;präexistent&quot; ist?<br />
Oder entsteht es wie zB bei einer Hypothekenfinanzierung erst mit dem Akt der Kreditvergabe (im Interbankenmarkt halt zB &quot;over night&quot;)?</p>
<p>Besten Dank!</p>
<p>Fabio</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240724</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240724</guid>
<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 15:42:30 +0000</pubDate>
<dc:creator>Fabio</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Danke fuer die Antworten (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><blockquote><p>Gibt's hierzu Ueberlegungen, wie soetwas dezentral modelliert werden<br />
koennte?</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Wir haben zwischendurch über eine Art Reputationssystem nachgedacht, aber<br />
bislang nicht umgesetzt. Statt zentral Vertrauen durch Bewertung und<br />
Analyse zu berechnen, könnte man die Akteure Vertrauenssignale zu anderen<br />
vergeben lassen, aus denen sich die individuelle Kreditwürdigkeit<br />
ableitet.<br />
Die Frage ist ja weniger, wie man Kredit ermöglicht (durch Buchung!),<br />
sondern wie man ihn sinnvoll limitiert bzw. wie man das Risiko<br />
minimiert/handhabt.</p>
</blockquote><p>Hallo Norbert,</p>
<p>vielen Dank fuer die Anregungen, das Thema finde ich sehr interessant. Zwar wird der Staat, so lange er das aktuelle System aufrechterhalten kann, sicherlich ein limitierender Faktor sein. Ganz anders kann es jedoch in einer Situation aussehen, in welcher dem Staat das nicht mehr gelingt. Dann bleiben m.E. nur Kommandowirtschaft auf der einen oder dezentrale Koordinations-/Verrechungs- bzw Geldsysteme auf der anderen Seite. Idealerweise haetten diese dann die Alphaphase schon hinter sich.<img src="images/smilies/zwinker.gif" alt="[[zwinker]]" /> </p>
<p>Im Prinzip spricht m.E. jedenfalls nichts dagegen, warum ein Geldsystem nicht mit einer Form elektonischer, virtueller Genossenschaftsbanken funktionieren sollte, im 21. Jahrtausend vielleicht etwas effektiver umgesetzt als durch ewige Genossenschaftssitzungen in holzvertaefelten Hinterstuben handlungsunfaehig gequatscht.....</p>
<p>Werde mich zum Thema vielleicht bei Gelegenheit mal melden.</p>
<p>Gruss,<br />
mp</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240721</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240721</guid>
<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 15:33:19 +0000</pubDate>
<dc:creator>Miesespeter</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Dottore wuerde ablehnen (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><br />
Wenn Du Recht haben solltest, dann müßte ja, was man hier im Forum<br />
längst als widerlegt glaubt, eine ZB doch nach belieben Geld schöpfen<br />
können. Sie zieht dann also das GZ auf sich selbst, wie den Nostroscheck<br />
einer Bank. </p>
</blockquote><p>Selbstverstaendlich, was sollte sie denn daran hindern? Fuer die ZB ist die Schoepfung von ZBG ein ebenso einfacher Buchungsvorgang wie fuer die GB die Schoepfung von Giralgeld. Sie kann im Gegenzug entweder eine Sache oder Forderung erwerben, oder eine Sache oder Forderung per Pensionsgeschaeft als Sicherheit uebernehmen. Technisch kein Problem, den juristischen Rahmen wird man immer den Notwendigkeiten anpassen.</p>
<blockquote><p>Da alle unter Verschuldungsdruck stehen, fragt dann auch<br />
keiner, ob die Banknote, welche die ZB auf sich gezogen hat, gedeckt ist,<br />
oder nicht. Solange der Geschäftszwang der Kreditbanken mit der ZB(und das<br />
damit verbundene Geschäftsvolumen) wesentlich größer ist, als die<br />
Verbindlichkeiten, welche die ZB durch Selbstziehung schafft, kann eine ZB<br />
beliebig auf sich selbst ziehen. </p>
</blockquote><p>Eben, alles ein Frage der Dosierung. </p>
<blockquote><p><br />
Dottore hätte dann teilweise Unrecht!</p>
</blockquote><p>Dottore hat sich halt auch manchmal verschaetzt. So hatte er zB ja auch immer postuliert, dass an dem Tge, an welchem die Notenbanken beginnen, Staatsanleihen direkt anzukaufen, der finale Bankrun einsetzen wuerde, denn das Publikum wuerde ja durchschauen, dass dies der Highway to Hyperinflation sei.</p>
<p>Dottore hat den Gedanken daher immer konsequent abgelehnt. Fuer ihn stand das Dogma Staatspapiergeld = Hyperinflation. Davon ist er nie abgerueckt, und hat als durchaus schlagkraeftiges Argument redundant vorgebracht, man moege eine Evidenz eines Staatspapiergeldes vorweisen, welches nicht in einer Hyperinflation untergegangen ist.</p>
<p>Das ist auch nicht von der Hand zu weisen. Sobald man die Bindung des Geldes mit dem Schuldendruck, also den Zwang zur spaeteren Leistung, nachhaltig zerstoert, tendiert der Geldwert gegen Null. Schon ist man wieder bei der Frage der Dosierung angelangt: wie kann man das System in einem Zustand halten, wo einerseits der Schuldendruck nicht so gross ist, dass die Wirtschaft darunter zusammenbricht, andererseits aber auch nicht so gering dass die Wirtschaft ihr Fundament verliert.</p>
<p>Dass es durchaus zu groesseren Inflationserscheinungen kommen kann, wenn die Notenbank alle moeglichen Forderungen ankauft, und diese hinterher nicht mehr faellig stellt (sei es durch ewiges Rollieren, Moratorium, oder Erlass), will ich uebrigends gar nicht in Abrede stellen. Allerdings sehe ich nicht, dass dies zwangslaeufig in einem Ausmass geschehen wuerde, der zu einem voelligen Systemzusammenbrauch fuehrt.</p>
<p>Gruss,<br />
mp</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240720</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240720</guid>
<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 15:22:27 +0000</pubDate>
<dc:creator>Miesespeter</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Ein paar Anmerkungen zum Deventilieren (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hi Vetter Mieses,</p>
<blockquote><p><br />
Und schlimmer noch: Schon vor diesen praktischen Problemen müsste man<br />
erstmal klären, was alles wie umgestellt werden müsste. Früher konnte<br />
man mit einem Teilabriss des Systems in Form einer Währungsreform die<br />
Schulden so weit reduzieren, dass das System anschließend wieder auf die<br />
Beine kommen konnte. </p>
</blockquote><p>Festgehalten: Zweck der Uebung waere, den allgemeinen Verschuldungsgrad zurueckzufuehren.</p>
<blockquote><p>Heute wäre es mit einer Währungsreform alleine nicht<br />
getan. Nach dem 2000er Crash wäre es vielleicht noch gegangen, aber<br />
seitdem hat man nun bereits zweimal versucht, den nötigen Schuldenabbau zu<br />
verhindern. Das eine Mal &quot;erfolgreich&quot;, beim zweiten Mal hat die<br />
Stabilisierung der Vermögenspreise aber kaum funktioniert, stattdessen<br />
steigen jetzt die Verbraucherpreise. </p>
</blockquote><p>Und das Problem dabei? Es gibt n-zig Beispiele von Inflations- und Hochinflationslaendern, welche nicht nur nicht im finalen Crash landen, sondern sich mit Inflation arrangieren, ohne dass es je zur Hyperinflation kommt. Alles ein Frage der Dosis. Europa wird nicht deshalb im Fegefeuer untergehen, weil der Euro nun ploetzlich so gemanaged wird die Lira (ital. oder tuerk., choose your preference), und nicht wie die DM.</p>
<p>Und wir sind uns doch wohl soweit einig, dass die Schmerzen von ein wenig Inflation nicht wirklich mit denen eines totalen Systemzusammenbruchs zu vergleichen sind.</p>
<blockquote><p>Bei ehrlicher Bilanzierung wären wohl<br />
immer noch so ziemlich alle Banken und in der Folge auch so ziemlich alle<br />
anderen Unternehmen insolvent. Ich vermute, in den Bilanzen stecken<br />
derartig viele Luftnummern, dass selbst bei Komplettrasur aller Guthaben<br />
und sonstigen Ansprüche von Privatpersonen das Bankensystem immer noch<br />
real bankrott ist. </p>
</blockquote><p>Hier die schnelle Loesung: <strong>Alle</strong> schlechten Forderungen bei der Notenbank monetesieren. Schon sind alle Bilanzen - auch bei ehrlicher Bilanzierung - im Reinen. Nur eine nicht. Die der Notenbank. Und die Bilanz der Notenbank spielt keine Rolle, da sie ihre Aktiva nie verwerten muss, der Wert der Aktiva de facto also irrelevant ist.</p>
<blockquote><p>Außerdem ist alles derartig vernetzt, dass eine<br />
ausreichende Abschätzung der Seiteneffekte von einem Haircut hier, einem<br />
da, mittlerweile nicht mehr möglich ist. Vielleicht wäre es nach dem<br />
Zusammenbruch der Aktienblase 2000 noch möglich gewesen, aber nun ist es<br />
zu spät.</p>
</blockquote><p>Nachdem die Notenbank alle schlechten Forderungen angekauft hat, kann sie selbst festlegen, in welchem Masse sie einen Haircut hinnehmen will, bis hin zur voelligen Vergebung aller angekauften Forderungen.</p>
<p>Einfache Uebung, Zielstellung erfuellt: den allgemeinen Verschuldungsgrad zurueckzufuehren.</p>
<p>Und all das, ohne einen einzigen Euro mehr Kredit im System zu benoetigen.</p>
<p>Vielleicht muss man doch nicht zum Judentum konvertieren, um einen <a href="http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=240605&amp;page=0&amp;category=0&amp;order=last_answer">Jubel-Reset</a> denkbar zu machen.</p>
<blockquote><p><br />
Andererseits: Häuser, Straßen, produzierende Unternehmen brechen ja<br />
nicht physisch zusammen, wenn das Bankensystem kollabiert. </p>
</blockquote><p>...und Kollaps ebenfalls vermeiden. Software muss nicht umgeschrieben werden. Häuser, Straßen, produzierende Unternehmen stellen nun wieder unbelastetes Eigentum dar und somit Neuverschuldungspotential.</p>
<p>Kann man eine Waehrungsreform noch einfacher machen?</p>
<blockquote><p>Es weiß dann<br />
zwar keiner mehr, wer insolvent ist und wer nicht, und die Nachschubwege<br />
werden massiv gestört. </p>
</blockquote><p>Nix von alledem, alle sind solvent, sogar mehr als noetig, wenn es sein muss.</p>
<blockquote><p>Aber man darf auch nicht unterschätzen, wie viel<br />
Arbeitskraft heute für nichts anderes als die Systemerhaltung blockiert<br />
wird und damit nicht für produktive Zwecke zur Verfügung steht. Wenn das<br />
alles wegfällt, gibt es Millionen von Leuten, die z.B. zusätzlich auf dem<br />
Kartoffelacker eingesetzt werden können. Wenn dann 100 Banker,<br />
Gleichstellungsbeauftragte und Versicherungsmakler das leisten, was heute<br />
ein Traktor leistet: Wo wäre volkswirtschaftlich betrachtet der Verlust?</p>
</blockquote><p>Die fehlende Nachfrage, denn vorher fragten 100 satte Gehaelter nach, jetzt nur noch ein Gehalt in Hoehe der Unterhaltskosten eines Traktors.</p>
<p> </p>
<blockquote><p>Klar ist nur:</p>
<p>- So, wie es jetzt ist, geht's nicht weiter.<br />
- Je länger der Kollaps verschleppt wird, umso größer wird er und umso<br />
unwahrscheinlicher wird eine anschließende System-Erholung.</p>
</blockquote><p>Na dann kann man doch nur allseits hoffen, dass wir den Kollaps noch soweit verschleppen, wie es irgendwie menschenmoeglich ist.<img src="images/smilies/zwinker.gif" alt="[[zwinker]]" /> </p>
<p>Gruss,<br />
mp</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240719</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240719</guid>
<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 14:47:59 +0000</pubDate>
<dc:creator>Miesespeter</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Geldschöpfung und Vorfinanzierung (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Miesepeter :)</p>
<p>Es bleiben ja theoretische Überlegungen, die du und ich hier treiben, denn dank <a href="http://dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=240656">Mephisto</a> ist klar, dass wir noch eine Ladenwagung Waffen brauchen und Dank <a href="http://dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=240671">Morpheus</a> einen Anwalt, den wir uns eh nicht leisten können :)</p>
<blockquote><p>da wuerde mich interessieren, wie ihr denn in eurer Software die<br />
Vorfinanzierung bzw Beleihung abbildet / gestaltet.</p>
</blockquote><p>Unterscheide zwischen der softwareseitigen Unterstützung solcher Buchungen und der jeweiligen Umsetzung mit Hilfe dieser Unterstützung!<br />
Softwareseitig hat jeder Akteur ein Verrechnungs- (V) und ein Schöpfungskonto (S). Die Buchung von S nach V stellt den Schöpfungsvorgang dar.</p>
<p>Darüber hinaus gibt es keine (technischen) Einschränkungen, dass die Akteure nicht untereinander Kredit gewähren. </p>
<blockquote><p>Ein dezentrales Waehrungssystem muss also die Funktion der Finanzierung<br />
von nichtexistenten, komplexen, erst langfristig leistenden Vorhaben<br />
ermoeglichen, um ueberhaupt mit dem zentralen Waehrungssystem<br />
konkurrenzfaehig zu sein.</p>
</blockquote><p>Dieser Punkt wird insbesondere durch die Zahl und Vielfalt der Akzeptanten limitiert. Große Zahl + große Vielfalt = komplexere Vorhaben umsetzbar.<br />
Die Finanzierung kann durch Bündelung der Kleinkredite vieler (dezentral) oder durch (zentrale) Kreditbereistellung erfolgen.</p>
<blockquote><p>Gibt's hierzu Ueberlegungen, wie soetwas dezentral modelliert werden<br />
koennte?</p>
</blockquote><p>Wir haben zwischendurch über eine Art Reputationssystem nachgedacht, aber bislang nicht umgesetzt. Statt zentral Vertrauen durch Bewertung und Analyse zu berechnen, könnte man die Akteure Vertrauenssignale zu anderen vergeben lassen, aus denen sich die individuelle Kreditwürdigkeit ableitet.<br />
Die Frage ist ja weniger, wie man Kredit ermöglicht (durch Buchung!), sondern wie man ihn sinnvoll limitiert bzw. wie man das Risiko minimiert/handhabt.</p>
<p>Norbert</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240707</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240707</guid>
<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 13:38:07 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norbert</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Du kannst mich auch gleich fragen: &quot;Was würdest Du machen, wenn ich Recht behalte&quot; (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Du bekommst aber nur so viel Geld, wie du zum Leben brauchst. Das wird<br />
sehr fein dosiert, denn jeder Bank-Run würde das System destabilisieren.<br />
Das haben die in Argentinien auch sehr vorsichtig gemacht.</p>
</blockquote><p>Pure Behauptung. Kann ganz anders laufen. Abheben mag eingeschränkt werden (um Hortung zu unterbinden), Ausgeben wird sicher nicht eingeschränkt. Warum auch? Großzügige Erstausstattung auf dem Girokonto für das Volk ist nach einem 9/10 Schuldenschnitt auch kein ernsthaftes Problem. Ggf. sogar mit Verfallsdatum, also Ausgabezwang. Lässt sich ohne Probleme von Deiner Annahme ableiten, dass das System ohne Konsum zusammenbricht. Also wird man entsprechende Schrauben stellen. Schließlich haben wir (noch) keinen Mangel (wie in Argentinien oder nach dem Krieg), der verwaltet werden müsste.</p>
<blockquote><p>Aber selbst wenn:<br />
Dann würdest du zwar das Geld abheben, aber ausgeben würdest du es<br />
bestimmt nicht. Weil du sonst nicht weißt, wie du in zwei Monaten deine<br />
Rechnungen begleicht und dein Essen bekommst. Da wärest du sehr<br />
vorsichtig. </p>
</blockquote><p>Schreib doch bitte nicht &quot;Du&quot;, sondern &quot;ich&quot;. Was ich machen würde, habe ich oben geschrieben. Mache ich übrigens auch heute schon so (also mir werden sie gar nicht viel Erspartes wegnehmen können). </p>
<blockquote><p>So, wenn du jetzt trotzdem mal sagen würdest, was du kaufen und was du<br />
nicht kaufen würdest, wäre schon viel mehr klar.</p>
</blockquote><p>Alles, wonach mir gerade ist. Denn ich würde meine &quot;Erstausstattung&quot; in neuem Geld nicht verfallen lassen wollen (siehe oben).<br />
 </p>
<blockquote><p>Grüße Morpheus</p>
</blockquote><p>Grüße zurück<br />
Arithmos</p>
<p>P.S.: Damit wir uns nicht missverstehen: Ich halte ein GO durch eine Währungsreform nicht für <em>ausgeschlossen</em>, wenn sich die Politiker dumm genug anstellen. Ich sehe aber keinerlei <em>Zwangsläufigkeit</em>.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240686</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240686</guid>
<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 12:08:45 +0000</pubDate>
<dc:creator>Arithmos</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Zinsen (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Zunächst an @Erich:<br />
Nein, ich meine nicht die griechischen Zinsen, sondern die EURO-Zinsen. Griechenland hat selbstverständlich ein Problem, ist pleite, und deshalb muss da etwas passieren. Die Schulden werden gestrichen oder von jemand anderem übernommen, oder eine Kombination daraus. Ich spreche aber, wie gesagt, von den EURO-Zinsen. Hier zum Beispiel der 1-M-Euribor:</p>
<p><img src="http://charts.comdirect.de/charts/small.ewf.chart?WIDTH=201&amp;HEIGHT=136&amp;ID_NOTATION=370791&amp;TIME_SPAN=6m&amp;WITH_EARNINGS=1&amp;TYPE=line" alt="[image]"  /></p>
<p>Und Euro-Tagesgeld liegt bei 0,7 %.<br />
Und wenn die Zinsen sich halbieren, dann ist auch die Zinslast sofort halbiert (nun ja, nicht sofort, langfristige Anleihen gibt es ja auch noch). Und wenn halbieren nicht reicht, dann eben runter bis auf 0,1 %. Oder nochmals halbieren auf 0,05 %. Oder nochmals halbieren auf 0,025 %. Oder nochmals zehnteln auf 0,0025 %. Es gibt keine Grenze, erst bei null. Und bei null gibt es auch keine Zinslast mehr.</p>
<p>Ich möchte auch ganz besonderes auf diesen Beitrag zu Japan verweisen:<br />
<a href="http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=240657">http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=240657</a><br />
Es kann noch laaange weitergehen.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240685</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240685</guid>
<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 12:07:48 +0000</pubDate>
<dc:creator>Elli</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Alles hängt mit allem zusammen (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Arithmos</p>
<blockquote><blockquote><p>Ganz konkret gefragt: </p>
<p><strong>Was würdest du kaufen? <br />
Welche Dienstleistungen würdest du in Anspruch nehmen?</strong></p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Vorab: ich habe das Gefühl, dass Du hier zwei Dinge vermischst: den GO<br />
und eine Währungsreform. Für das Szenario des (durch das Versiegen der<br />
Rohstoffströme) ausgelösten unvermeidlichen GO kann ich Dir nur<br />
zustimmen.</p>
<p>Wir sprechen aber hier gerade nicht von diesem Szenario, sondern lediglich<br />
von einer Währungsreform, die (in Deutschland) imho eben _nicht_ mit dem<br />
GO einhergehen wird.</p>
</blockquote><p>
Meine Argumentation: Eine Staatspleite (namens Währungsreform) würde bei uns den GO auslösen oder bedeuten. Ja oder doch: es hängt zusammen und muss deshalb gar nicht vermischt werden.</p>
<blockquote><p><br />
So, und nun zu Deinen Fragen:</p>
<p>Wenn ich den Gegenwert von 9/10 meiner sauer verdienten und über<br />
Jahrzehnte angesparten Euros über Nacht verlieren würde, dann würde ich<br />
am Montag danach losziehen und jeden Pfennig <img src="images/smilies/freude.gif" alt="[[freude]]" />, der mir in der<br />
neuen Währung geblieben ist in irgend etwas  tauschen, das ich mir schon<br />
lange gönnen wollte, es aber nicht getan habe weil ich das Geld (dumm wie<br />
ich war) lieber gespart hatte. Nochmal werde ich denselben Fehler nicht<br />
machen.</p>
</blockquote><p>
Du bekommst aber nur so viel Geld, wie du zum Leben brauchst. Das wird sehr fein dosiert, denn jeder Bank-Run würde das System destabilisieren. Das haben die in Argentinien auch sehr vorsichtig gemacht.</p>
<p>Aber selbst wenn:<br />
Dann würdest du zwar das Geld abheben, aber ausgeben würdest du es bestimmt nicht. Weil du sonst nicht weißt, wie du in zwei Monaten deine Rechnungen begleicht und dein Essen bekommst. Da wärest du sehr vorsichtig. <br />
Noch einen Währungsschnitt in kurzer Zeit, würde es nämlich nicht geben. Wenn machen die Machthaber das einmal und richtig, so dass es wieder ein paar Jahre hält und keinesfalls einmal im Monat nötig bleibt. Sonst käme gar kein Vertrauen mehr auf und alles Wirtschaften würde ohnehin eingestellt werden.</p>
<p>So, wenn du jetzt trotzdem mal sagen würdest, was du kaufen und was du nicht kaufen würdest, wäre schon viel mehr klar.</p>
<p>Grüße Morpheus</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240681</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240681</guid>
<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 11:53:18 +0000</pubDate>
<dc:creator>Morpheus</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Du wirst es schon noch sehen ;-) (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><br />
Hallo Zara!</p>
</blockquote><p>Hallo Arithmos</p>
<blockquote><p>Moderne Bankensoftware arbeitet doch heute schon mit 1xx verschiedenen<br />
Währungen. Wo soll da das Problem sein, wenn die 1xx+1. dazu kommt? </p>
</blockquote><p>Es geht, wie seinerzeit bei der Umstellung auf den Euro, nicht um die Abbildung einer zusätzlichen Währung, sondern um die neue Abbildung quasi <strong>seiner selbst</strong>, und dies benötigt, wie man aus Erfahrung weiss, eben ein sehr langes Planungs-, Realisierungs-, Test- und Implementierungsprozedere. </p>
<p>Ausserdem arbeitet in der realen Welt draussen nicht nur moderne Bankensoftware, sondern auch viele Uralt-Software in den Banken selber, und in der übrigen Welt der Gross- und Kleinunternehmen sowieso.</p>
<p>Grüsse, Zara</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240680</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240680</guid>
<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 11:50:21 +0000</pubDate>
<dc:creator>Zarathustra</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Er meint vermutlich jene Zinsen, die im Euro tatsächlich bezahlt werden (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Die 200% bei 1yr-GR-Anleihen müssten ja eigentlich auch eine Zimbabwe-Inflation generieren. (Und trotzdem passiert das nicht, solange sie nicht tatsächlich zur Staats-Refinanzierung bezahlt werden).</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240679</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240679</guid>
<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 11:48:36 +0000</pubDate>
<dc:creator>sensortimecom</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Deine Antwort müßte eigentlich in die Sammlung, mindestens der letzte Absatz (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><br />
<em>In einer normalen Unternehmung, die echte Forderungen und<br />
Verbindlichkeiten hat, ist das Eigenkapital die Differenz aus<br />
Vermoegensgegenstaenden und Forderungen - Verbindlichkeiten. </em></p>
<p><em>Die Notenbank jedoch ist ein Sonderfall. <strong>Sie kann ihre Verbindlichkeiten<br />
jederzeit in von Ihr hergestellten Banknoten bzw Geldscheinen begleichen.</strong><br />
Ich behaupte daher, dass der Wert der Aktiva fuer die Notenbank keine<br />
wirkliche Rolle spielt, da niemand Forderungen gegen die Notenbank haelt,<br />
welche diese nicht aus anderen Quellen als der Verwertung ihrer Aktiva<br />
begleichen koennte. Man koennte also sagen, die Notenbank benoetigt de<br />
facto kein Eigenkapital, sie benoetigt auch keine bewertbaren Aktiva. Diese<br />
benoetigt sie alle nur de jure, und wie wir wissen, kann eine gesetzliche<br />
Vorgabe schnell veraendert werden.</em></p>
<p><em>Gruss,<br />
mp</em></p>
</blockquote><p>Die Voraussetzung für eine Aufnahme in die Sammlung wäre allerdings noch ein Kommentar von Seiten Dottores, der sich ja hier inzwischen rar macht. </p>
<p>Wenn Du Recht haben solltest, dann müßte ja, was man hier im Forum längst als widerlegt glaubt, eine ZB doch nach belieben Geld schöpfen können. Sie zieht dann also das GZ auf sich selbst, wie den Nostroscheck einer Bank. Da alle unter Verschuldungsdruck stehen, fragt dann auch keiner, ob die Banknote, welche die ZB auf sich gezogen hat, gedeckt ist, oder nicht. Solange der Geschäftszwang der Kreditbanken mit der ZB(und das damit verbundene Geschäftsvolumen) wesentlich größer ist, als die Verbindlichkeiten, welche die ZB durch Selbstziehung schafft, kann eine ZB beliebig auf sich selbst ziehen. Das ist im Grunde nur Ausdruck des &quot;fractional banking&quot;.</p>
<p>Dottore hätte dann teilweise Unrecht!</p>
<p>Schöne Antwort von Dir. </p>
<p>Gruß,</p>
<p>Theo</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240675</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240675</guid>
<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 11:37:34 +0000</pubDate>
<dc:creator>Theo Stuss</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Das kann die staatliche Macht niemals zulassen (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>lieber Norbert,</p>
<p>der Staat guckt bei parallel Währungen zu, solange es bei Einzelfällen in geringem Umfang bleibt. Sobald es zu einem &quot;mächtigen&quot; System wird, muss er handeln, um seine Machtposition zu behalten. </p>
<p>Regio-Gelder sind aus staatlicher Sicht nichts anderes als eine konkurrierende mafiöse Organisation. Mafia bedeutet nicht 1:1 Killer. Mafia heißt Eingriff in die Bereiche staatlicher Zuständigkeit und Gefährdung der staatlichen Macht. Geld ist ein solcher Bereich und er ist wichtig. Deshalb können alternative Machthalter nicht geduldet werden.</p>
<blockquote><p>Ich stimme zu: Ein geordneter Übergang vom aktuellen Währungssystem zu<br />
einem neuen ist aus Sicht der Komplexität nicht in Kürze machbar. Das<br />
braucht sehr viel Zeit. Deshalb würde eine Wiedereinführung der D-Mark<br />
als Monopolgeld sehr, sehr holprig.</p>
<p>Wie eine Reform aber machbar ist, wäre dezentral: Wenn parallel zum<br />
heutigen Krisengeld neue Währungen entstehen, die zuerst langsam wachsend<br />
Akteure einziehen, so ist ein Prozess denkbar, bei dem die Relevanz der<br />
Krisenwährung sinkt, während die Relevanz der neuen Währungen steigt.<br />
Die eher langsame Geschwindigkeit dieses Prozesses erlaubt auch<br />
Softwareumstellungen und schleichende Anpassungsprozesse in Verträgen,<br />
Wirtschaftsbeziehungen und -Strukturen.</p>
</blockquote><p>
Ja, regional und bei kleinen Dienstleistern mag das funktionieren. Im großen Stil bei mittleren oder gar exportorientierten Firmen nicht. Die Parallelwährung Euro/DM mit festen Wechselkursen war seinerzeit schon eine riesiges Problem. </p>
<blockquote><p>Für Griechenland diskutieren das ja ein paar Leute:<br />
<a href="http://www.heise.de/tp/artikel/35/35677/1.html">http://www.heise.de/tp/artikel/35/35677/1.html</a></p>
<p>Wir werkeln in Dresden seit ca. 2 Jahren an Software, die ein<br />
Parallelsystem abbilden wird. Und all die Regiogelder sind bereits<br />
Vor-Formen solch eines Übergangs. Ich kann mir eine staatliche<br />
Monopol-Aktion kaum als beherrschbar vorstellen, stattdessen werden wir<br />
eher einen schleichenden Übergang in ein Multi-Währungssystem<br />
(&quot;Multi-Währsum&quot;? <img src="images/smilies/freude.gif" alt="[[freude]]" /> ) sehen - zumindest wenn rechtzeitig solche<br />
Systeme aufgesetzt und angeschoben werden.</p>
</blockquote><p>
Das ist sehr mutig, denn im Worst-Case werdet ihr als kriminelle Vereinigung eingestuft und entsprechend verurteilt. Das kann mit Verhaftung und U-Haft ganz schnell gehen. Da ist die umsonst geleistete Arbeit noch das geringste Ärgernis. Deshalb wünsche ich dir viel Glück.</p>
<p>Grüße Morpheus</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240671</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=240671</guid>
<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 11:19:51 +0000</pubDate>
<dc:creator>Morpheus</dc:creator>
</item>
</channel>
</rss>
