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<title>Das Gelbe Forum: Archiv 2007-2017 - Test Test - Antwort unter &quot;Frankreich beweist gar nichts&quot; (wie meine letzte Antwort auch) (oT)</title>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/</link>
<description>Das Gelbe Forum: Archiv 2007-2017</description>
<language>de</language>
<item>
<title>Test Test - Antwort unter &quot;Frankreich beweist gar nichts&quot; (wie meine letzte Antwort auch) (oT) (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Die Antwort hatte ich unter den Beitrag von Beo2 gesetzt.<br />
Sie wird aber jetzt (bei mir!) unter meinem vorherigen Beitrag gezeigt.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=362636</link>
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<pubDate>Fri, 24 Jul 2015 12:34:06 +0000</pubDate>
<dc:creator>Morpheus</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Na gut, wie soll es denn dann gehen? (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Beo2,</p>
<p>wenn es sowohl in D als auch in FR ganz falsch war?</p>
<blockquote><blockquote><p>Ich verweise aktuell auf Frankreich, wo trotz Arbeitszeitverkürzung die</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>Arbeitslosigkeit nur gestiegen ist</p>
<p>Wir haben es hier mit multikausalen Phänomenen zu tun, die einer<br />
sorgfältigen Analyse bedürfen. Hier sind verschiedene Ursachen mit<br />
gegenläufigen Effekten wirksam. Wenn die Arbeitslosigkeit in FR gestiegen<br />
ist, wird es gewiss Ursachen haben, die nicht in der Arbeitszeitverkürzung<br />
lagen. <br />
Und, es kann viel besser und konsequenter gemacht werden, als es die<br />
Franzosen machen oder gemacht haben.</p>
</blockquote><p>Gut, kannst du mir mal sagen, wie?</p>
<p>In welchen Branchen, welche Verkürzung, wie den Lohn anpassen?</p>
<p>Mich interessieren folgende Berufsbilder mal besonders:</p>
<p>Krankenschwestern, <br />
Pflegekräfte,<br />
Ärzte,<br />
Piloten,<br />
Handwerker,<br />
Lokführer,<br />
Lehrer,<br />
Polizisten,<br />
Software-Entwickler,<br />
Ingenieure,<br />
Verkäufer Einzelhandel+Großhandel</p>
<p>Je konkreter du wirst, wie es gehen soll, desto besser kann ich dich verstehen.</p>
<blockquote><blockquote><p>Denn wie du es drehst und wendest. Nach jeder Form von</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>Arbeitszeitverkürzung fehlt Geld, was in der Folge die Nachfrage weiter<br />
senkt und damit die Arbeitslosigkeit weiter steigert. Es ist Rechnen, nicht<br />
einmal Mathematik, einfaches Rechnen.</p>
<p>Das ist Unsinn. In jeder VoWi kann soviel Geld erzeugt und bereitgestellt<br />
werden, wie benötigt .. ganz egal, wie die Arbeitszeit geregelt ist. <br />
An Fiat Money kann es prinzipiell nicht mangeln; und auch nicht an<br />
Kreditsicherheiten, wenn es nur sichere Arbeitsplätze und Einkommen gibt,<br />
die als Kreditbesicherung dienen können (bei Unternehmen bzw.<br />
Konsumenten).</p>
</blockquote><p>Ja, wenn die potentiellen Schuldner sich auch <strong>wirklich verschulden</strong>. Dazu müssen sie sicher sein, künftig tilgen zu können. Und die Unsicherheit von (weiteren) zukünftigen Arbeitszeitverkürzungen (vielleicht dann einmal ohne Lohnausgleich) sind da definitiv ein bremsender Faktor.</p>
<blockquote><blockquote><blockquote><p>Seit Ende der 70er fand in DE gar keine statt .. es sei denn eine</p>
</blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><p>starke Deregulierung (&quot;Flexibilisierung&quot; genannt) und Ausweitung. </p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>Da liegst du nicht richtig. Die Metallindustrie hat nach den Streiks</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>1984 die Arbeitszeit auf 37,5 Stunden reduziert und es gab durchaus weitere<br />
Arbeitszeitverkürzungen.</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>Nur selbst in den wirtschaftlich stärksten Bereichen, der Industrie hat</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>es kaum Effekte außer Arbeitsverdichtung gegeben.</p>
</blockquote><p>Ja, aber wie es in den wirtschaftlich schwachen zu verkraften sein soll, wenn die Kosten mal um 20 Prozent steigen, die Umsätze aber gleich bleiben, wirst du mir sicher erklären.</p>
<blockquote><p>Es reicht nicht, wenn es nur in EINer Branche Arbeitszeitverkürzung gibt<br />
.. und anderswo eine Verlängerung. Das ist einfache Mathematik. Gerade<br />
auch der Arbeitsverdichtung muss Rechnung getragen werden, denn sie führt<br />
ja zum Anstieg der Arbeitsproduktivität.<br />
Und dass es kaum Effekte hatte, ist einfach eine unbewiesene Behauptung.<br />
Wie gesagt, wir haben es hier mit multikausalen Vorgängen, mit teilweise<br />
gegenläufigen Effekten, zu tun. Eine ganze Reihe an Maßnahmen sind hier<br />
Not'wendig.</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><p>Heute ist die durchschnittliche Arbeitszeit länger als damals, und</p>
</blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><p>für die Unternehmen eher real billiger, trotz mehrfach gestiegener<br />
Arbeitsproduktivität. DAS kann ganz bestimmt nicht lange funktionieren!</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>Ich habe dir doch versucht zu erklären, dass dies immer so sein muss,</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>weil der Machthalter (Staat) ständig mehr abpressen muss. In der Folge<br />
muss mehr produziert werden also die Produktivität gesteigert werden. </p>
<p>Nein, es muss nicht &quot;immer so sein&quot;. Dir fehlt einfach Sachverstand und<br />
Vorstellungskraft. Dafür bist Du umso mehr zugekleistert mit den üblichen<br />
Vorurteilen.</p>
</blockquote><p>Klär mich auf, ich bin lernbereit. Aber pass auf, ich kann rechnen und verstehe etwas von Betriebsführung und sogar von den volkswirtschaftlichen Grundlagen meine ich einiges verstanden zu haben.</p>
<blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><p>Die Gewinne bei den wenigen großen Unternehmen konnten zwar durch dies</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>Maßnahmen gesteigert werden, aber überwiegend auf Kosten der Zulieferer,<br />
die ihre Kosten um so stärker senken mussten. Auch hier eine Folge von<br />
Macht, Marktmacht.</p>
<p>Auch Marktmacht kann man beschneiden oder besser verteilen .. wie jede Art<br />
von Macht. Dies alles ist machbar, da es ja Menschenwerk ist.</p>
</blockquote><p>Ja, aber leider sind wir alle auf die funktionierenden Konzerne angewiesen, die wir haben. In D sieht es mit vielen gut aufgestellten Mittelständlern ja noch ganz gut aus. Trotzdem können wir auf die Autokonzerne, als Beispiel, nicht verzichten. Der Ausfall an Steuern und Arbeitseinkommen, auch bei den Zulieferern wäre viel zu hoch.</p>
<blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><p>Die Konzentration, das Wachsen - ohne Ende bis zum Ende, ist eben genau</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>nicht aufzuhalten.</p>
<p>Ja, in DIESEM System. Es hat deshalb keine lange Lebenszeit.</p>
</blockquote><p>Da sind wir einer Meinung, nur du behauptest ja Auswege aus der Kurzlebigkeit zu kennen. Es wäre schön, wenn du die uns konkreter mitteilen würdest. </p>
<p>Grüße<br />
Morpheus</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=362622</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=362622</guid>
<pubDate>Fri, 24 Jul 2015 10:51:31 +0000</pubDate>
<dc:creator>Morpheus</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Vermögen, Einkommen, der Geist &amp; die Gene .. (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallöchen Amos, mein Geistesbruder!</p>
<blockquote><p>es tut gut, dass es wenigsten einige wie Dich gibt, die verstanden haben, dass die Vermögensverteilung das ursächliche Problem ist!</p>
</blockquote><p>Ich danke Dir für dein Kompliment.</p>
<p>Die extrem schiefe Vermögensverteilung ist allerdings eine Folge der Einkommensverteilung (z.B. Median &lt;&lt; Mittelwert) .. hier müssen wir also (mit unserer Kritik) ansetzen, bei den Einkommen. Und klar, Einkommen und Geld bedeuten nicht nur ökonomische Macht, sondern auch politische. Man kann sich ja genehme Politik kaufen, was wiederum eine &quot;positive&quot; Rückkopplung zwischen realwirtschaftlicher und monetärer Vermögens- und der politischen Machtkonzentration ergibt. <strong>Vermögens- und Machtkonzentration sind eine Art siamesische Zwillinge und jeder Demokratie abträglich bzw. entgegengesetzt.</strong></p>
<p>Nur eine sehr schiefe Einkommensverteilung macht eine exorbitante Akkumulation von Vermögen möglich (neben der blanken Gewaltanwendung natürlich) .. welche wiederum zusätzliche (Kapital-) Einkommen generieren (können). Wir haben es also auch hier mit einer &quot;positiven&quot; Rückkopplung zwischen den beiden Phänomenen. Die Statistiken der letzten Jahre belegen es.</p>
<blockquote><p>Ich habe mir hier schon die Finger wund geschrieben, muss aber akzeptieren, das viele das eben nicht so sehen wie ich.</p>
</blockquote><p>Ja, es ist frustrierend, die Mitmenschen mit diesem Thema zu be'helligen. Wir tun aber weiterhin unser Bestes.</p>
<blockquote><p>Da dieses &quot;Anhäufungs-Problem&quot; jedoch im Laufe der vergangenen 3000 Jahre nahezu immer bestand, gehe ich inzwischen von einem Anhäufungsdrang Gen beim Menschen aus. Offensichtlich hat sich dieser Drang irgendwie bewährt sonst müsste er doch eigentlich längst der Evolution zum Opfer gefallen sein.</p>
</blockquote><p>Da stimme ich Dir voll zu .. es muss ein solches Gen geben, oder besser gesagt: einen solchen Instinkt.</p>
<p>Es entstammt definitiv der Evolution, hat aber seine Nützlichkeit beim Menschen längst hinter sich. Wir dürfen diesem inzwischen destruktiven Instinkt nicht nachgeben, so wie wir auch den Nebenbuhler nicht mehr töten dürfen. Aber, das muss Jeder selbst für sich entscheiden. Es gibt schließlich nicht nur die Biomasse, sondern auch noch den Geist und das (moralische) Karmagesetz: <strong>Du wirst bekommen, was Du gegeben hast.</strong> Amen.</p>
<p>Mit liebem Gruß, Beo2</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=362390</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=362390</guid>
<pubDate>Wed, 22 Jul 2015 18:13:18 +0000</pubDate>
<dc:creator>Beo2</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Beo2, das lese ich wirklich gerne (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Servus Beo2,</p>
<p>es tut gut, dass es wenigsten einige wie Dich gibt, die verstanden haben, dass die Vermögensverteilung das ursächliche Problem ist!</p>
<p>Ich habe mir hier schon die Finger wund geschrieben, muss aber akzeptieren, das viele das eben nicht so sehen wie ich.</p>
<p>Da dieses &quot;Anhäufungs-Problem&quot; jedoch im Laufe der vergangenen 3000 Jahre nahezu immer bestand, gehe ich inzwischen von einem Anhäufungsdrang Gen beim Menschen aus. Offensichtlich hat sich dieser Drang irgendwie bewährt sonst müsste er doch eigentlich längst der Evolution zum Opfer gefallen sein.</p>
<p>Verehrte Grüße<br />
amos</p>
<blockquote><p>Es ist wie mit dem Mist: <br />
Auf einen großen Haufen geworfen bringt es nichts außer Gestank,<br />
Belästigung und Krankheit. Breit verteilt sorgt es aber für gute Ernte<br />
(Produktivität) .. umgeschrieben frei nach <em>Oskar Lafontaine</em>.</p>
<p>Gruß, Beo2</p>
</blockquote>]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=362351</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=362351</guid>
<pubDate>Wed, 22 Jul 2015 12:46:39 +0000</pubDate>
<dc:creator>Amos</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Frankreich beweist gar nichts. (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Ich verweise aktuell auf Frankreich, wo trotz Arbeitszeitverkürzung die Arbeitslosigkeit nur gestiegen ist</p>
</blockquote><p>Wir haben es hier mit multikausalen Phänomenen zu tun, die einer sorgfältigen Analyse bedürfen. Hier sind verschiedene Ursachen mit gegenläufigen Effekten wirksam. Wenn die Arbeitslosigkeit in FR gestiegen ist, wird es gewiss Ursachen haben, die nicht in der Arbeitszeitverkürzung lagen. <br />
Und, es kann viel besser und konsequenter gemacht werden, als es die Franzosen machen oder gemacht haben.</p>
<blockquote><p>Denn wie du es drehst und wendest. Nach jeder Form von Arbeitszeitverkürzung fehlt Geld, was in der Folge die Nachfrage weiter senkt und damit die Arbeitslosigkeit weiter steigert. Es ist Rechnen, nicht einmal Mathematik, einfaches Rechnen.</p>
</blockquote><p>Das ist Unsinn. In jeder VoWi kann soviel Geld erzeugt und bereitgestellt werden, wie benötigt .. ganz egal, wie die Arbeitszeit geregelt ist. <br />
An Fiat Money kann es prinzipiell nicht mangeln; und auch nicht an Kreditsicherheiten, wenn es nur sichere Arbeitsplätze und Einkommen gibt, die als Kreditbesicherung dienen können (bei Unternehmen bzw. Konsumenten).</p>
<blockquote><blockquote><p>Seit Ende der 70er fand in DE gar keine statt .. es sei denn eine starke Deregulierung (&quot;Flexibilisierung&quot; genannt) und Ausweitung. </p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>Da liegst du nicht richtig. Die Metallindustrie hat nach den Streiks 1984 die Arbeitszeit auf 37,5 Stunden reduziert und es gab durchaus weitere Arbeitszeitverkürzungen.<br />
Nur selbst in den wirtschaftlich stärksten Bereichen, der Industrie hat es kaum Effekte außer Arbeitsverdichtung gegeben.</p>
</blockquote><p>Es reicht nicht, wenn es nur in EINer Branche Arbeitszeitverkürzung gibt .. und anderswo eine Verlängerung. Das ist einfache Mathematik. Gerade auch der Arbeitsverdichtung muss Rechnung getragen werden, denn sie führt ja zum Anstieg der Arbeitsproduktivität.<br />
Und dass es kaum Effekte hatte, ist einfach eine unbewiesene Behauptung. Wie gesagt, wir haben es hier mit multikausalen Vorgängen, mit teilweise gegenläufigen Effekten, zu tun. Eine ganze Reihe an Maßnahmen sind hier Not'wendig.</p>
<blockquote><blockquote><p>Heute ist die durchschnittliche Arbeitszeit länger als damals, und für die Unternehmen eher real billiger, trotz mehrfach gestiegener Arbeitsproduktivität. DAS kann ganz bestimmt nicht lange funktionieren!</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>Ich habe dir doch versucht zu erklären, dass dies immer so sein muss, weil der Machthalter (Staat) ständig mehr abpressen muss. In der Folge muss mehr produziert werden also die Produktivität gesteigert werden. </p>
</blockquote><p>Nein, es muss nicht &quot;immer so sein&quot;. Dir fehlt einfach Sachverstand und Vorstellungskraft. Dafür bist Du umso mehr zugekleistert mit den üblichen Vorurteilen.</p>
<blockquote><p>Die Gewinne bei den wenigen großen Unternehmen konnten zwar durch dies Maßnahmen gesteigert werden, aber überwiegend auf Kosten der Zulieferer, die ihre Kosten um so stärker senken mussten. Auch hier eine Folge von Macht, Marktmacht.</p>
</blockquote><p>Auch Marktmacht kann man beschneiden oder besser verteilen .. wie jede Art von Macht. Dies alles ist machbar, da es ja Menschenwerk ist.</p>
<blockquote><p>Die Konzentration, das Wachsen - ohne Ende bis zum Ende, ist eben genau nicht aufzuhalten.</p>
</blockquote><p>Ja, in DIESEM System. Es hat deshalb keine lange Lebenszeit.</p>
<p>Gruß, Beo2</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=362332</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=362332</guid>
<pubDate>Wed, 22 Jul 2015 10:55:35 +0000</pubDate>
<dc:creator>Beo2</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Ich verweise aktuell auf Frankreich, wo trotz Arbeitszeitverkürzung die Arbeitslosigkeit nur gestiegen ist (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>lieber Beo2,</p>
<p>und das lässt sich volkswirtschaftlich leicht nach rechnen.</p>
<blockquote><p>Da Du implizit und äußerst wortreich behauptest, dass gesetzliche<br />
Arbeitszeitregulierungen grundsätzlich nicht funktionieren können, egal<br />
wie konsequent sie eingeführt und sanktioniert werden, brauchen wir es<br />
weiter nicht zu diskutieren.</p>
</blockquote><p>Denn wie du es drehst und wendest. <br />
Nach jeder Form von Arbeitszeitverkürzung fehlt Geld, was in der Folge die Nachfrage weiter senkt und damit die Arbeitslosigkeit weiter steigert.</p>
<p>Es ist Rechnen, nicht einmal Mathematik, einfaches Rechnen.</p>
<p>Im Übrigen kann es mir auch egal sein, ob du weiter träumst oder die Realität, wie aktuell in Frankreich, zur Kenntnis nimmst.</p>
<blockquote><p><br />
Seit Ende der 70er fand in DE gar keine statt .. es sei denn eine starke<br />
Deregulierung (&quot;Flexibilisierung&quot; genannt) und Ausweitung. </p>
</blockquote><p>Da liegst du nicht richtig. Die Metallindustrie hat nach den Streiks 1984 die Arbeitszeit auf 37,5 Stunden reduziert und es gab durchaus weitere Arbeitszeitverkürzungen.</p>
<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Auseinandersetzungen_um_die_35-Stunden-Woche#Streik_in_der_Metallindustrie_1984">https://de.wikipedia.org/wiki/Auseinandersetzungen_um_die_35-Stunden-Woche#Streik_in_der_Metallindustrie_1984</a></p>
<p>Nur selbst in den wirtschaftlich stärksten Bereichen, der Industrie hat es kaum Effekte außer Arbeitsverdichtung gegeben.</p>
<blockquote><p>Heute ist die<br />
durchschnittliche Arbeitszeit länger als damals, und für die Unternehmen<br />
eher real billiger, trotz mehrfach gestiegener Arbeitsproduktivität. DAS<br />
kann ganz bestimmt nicht lange funktionieren!</p>
</blockquote><p>Ich habe dir doch versucht zu erklären, dass dies immer so sein muss, weil der Machthalter (Staat) ständig mehr abpressen muss. In der Folge muss mehr produziert werden also die Produktivität gesteigert werden. </p>
<p>Die Gewinne bei den wenigen großen Unternehmen konnten zwar durch diese Maßnahmen gesteigert werden, aber überwiegend auf Kosten der Zulieferer, die ihre Kosten um so stärker senken mussten. Auch hier eine Folge von Macht, Marktmacht.</p>
<p>Die Konzentration, das Wachsen - ohne Ende bis zum Ende, ist eben genau nicht aufzuhalten.</p>
<p>Grüße<br />
Morpheus</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=362316</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=362316</guid>
<pubDate>Wed, 22 Jul 2015 10:04:02 +0000</pubDate>
<dc:creator>Morpheus</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Gesetzliche Arbeitszeitregulierung ..(edit.) (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Da Du implizit und äußerst wortreich behauptest, dass gesetzliche Arbeitszeitregulierungen grundsätzlich nicht funktionieren können, egal wie konsequent sie eingeführt und sanktioniert werden, brauchen wir es weiter nicht zu diskutieren.</p>
<p>Seit Ende der 70er fand in DE gar keine statt .. es sei denn eine starke Deregulierung (&quot;Flexibilisierung&quot; genannt) und Ausweitung. Heute ist die durchschnittliche Arbeitszeit länger als damals, und für die Unternehmen eher real billiger, trotz mehrfach gestiegener Arbeitsproduktivität. DAS kann ganz bestimmt nicht lange funktionieren!</p>
<p>Mit Gruß, Beo2</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361903</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361903</guid>
<pubDate>Sun, 19 Jul 2015 18:56:00 +0000</pubDate>
<dc:creator>Beo2</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Arbeitszeitverkürzung hat seit dem Ende der Aufwärtsspirale nie funktioniert, zuletzt sichtbar in Frankreich (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Beo2</p>
<blockquote><blockquote><p>Am Ende der Aufwärtsspirale fallen enorm viele gut bezahlte Jobs weg,</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>die im Rahmen der !einmaligen! Infrastruktur-Erstellung gebraucht wurden.<br />
Dieser nachhaltige Wegfall an Arbeitsplätzen zieht die nachfolgenden<br />
Änderungen einfach nach sich. Es gibt ein Problem: drastisch weniger<br />
Arbeitsplätze. Darauf folgt die Lösung: Neoliberale Wende. Das sind<br />
klassische Wirtschaftszyklen.</p>
</blockquote><p>Ich hätte einfach nur schreiben sollen: eine drastisch geringere Nachfrage nach Arbeitsleistungen. </p>
<p>Die Summe der neu vergebenen Kredite (das Kreditwachstum) geht drastisch zurück, damit schrumpft die Geldmenge, die (neu) zur Verfügung steht, um Arbeitsleistungen zu bezahlen am Ende der Aufwärtsspirale sehr schnell.</p>
<blockquote><p>Deine Schlussfolgerung ist barer Unsinn. Wenn es tatsächlich weniger zu<br />
tun gäbe, dann muss die gesetzliche Arbeitszeit verkürzt werden .. wie es<br />
zur Zeit des Wirtschaftswunders auch mehrmals geschah:<br />
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/40-Stunden-Woche">https://de.wikipedia.org/wiki/40-Stunden-Woche</a></p>
</blockquote><p>Man hat das ja versucht. Nur war es weder für die Mitarbeiter noch für die Firmen sonderlich attraktiv. </p>
<blockquote><p>Überstunden, Samstags- und Sonntagsarbeit wurden durch Aufschläge<br />
verteuert (um 25-50%). Das war die Politik in der Zeit der Sozialen<br />
Marktwirtschaft. Bereits Ende der 70er Jahre hatten wir großflächig<br />
Arbeitszeiten von unter 40 Stunden/Woche. Und was ist danach passiert?</p>
</blockquote><p>Ja, damals in Zeiten der massiven Kreditausweitung. Wo die Nachfrage nach Arbeit sehr sehr hoch war, da hat das funktioniert. Später nicht mehr und das lässt sich leicht nach rechnen.</p>
<blockquote><p>Die Arbeitsproduktivität ist doch stets gestiegen. </p>
</blockquote><p>Das muss sie auch. Denn jedes Unternehmen muss wachsen, denn der Staat braucht jedes Jahr mehr Geld. Dieses Geld muss aus den Unternehmen der freien Wirtschaft kommen. Die müssen also auch Jahr für Jahr mehr erwirtschaften und das gilt natürlich auch für jeden einzelnen Mitarbeiter.</p>
<blockquote><p><strong>Statt die<br />
gesetzliche Arbeitszeit weiterhin an den sinkenden Bedarf anzupassen,<br />
begann man ab ca. 1980 immer mehr Menschen aus dem Boot zu werfen und deren<br />
Arbeitszeit auf Null zu setzen. Dies markiert die &quot;neoliberale Wende&quot;.</strong><br />
Es wurde beabsichtigt, einen dicken Sockel an menschlichem Elend zu<br />
schaffen, um die Ansprüche der Werktätigen einzudämmen und diese zu<br />
disziplinieren. Diese Strategie wurde inzwischen durch zahlreiche präkere<br />
Jobvarianten perfektioniert.</p>
</blockquote><p>Meinst du nicht, dass deine Betrachtungsweise ein klein wenig zu einfach ist? Kann es sein, dass die vielen Bau-Arbeiter, die bis Mitte der 70iger Jahre gebraucht wurden, nicht einfach plötzlich im Büro sitzen konnten und wollten, um da geistig anspruchsvollere Tätigkeiten auszuführen? Das gleiche betraf eben viele einfache Fließbandarbeiter, deren Arbeit ins Ausland verlagert wurde, weil der quantitative Absatz der Produkte eine Produktion in Deutschland unwirtschaftlich gemacht hatte, nachdem die Löhne übermäßig angestiegen waren.</p>
<blockquote><p>Die Löhne (und spätere Altersrenten) wurden dadurch flächendeckend<br />
gesenkt; </p>
</blockquote><p>Ohne Innovationen erzwingt der Kapitalismus oder der Debitismus oder einfach das Wirtschaften in Gesellschaftssystemen ständig eine Senkung der Löhne. Der entscheidende Punkt ist nämlich der: <br />
Durch die Steigerung der Produktivität gelingt es, dieselben Produkte ständig etwas preiswerter herzustellen. Diese preiswertere Herstellung erzwingt in der Folge natürlich stets und ständig auch niedrigere Löhne. Es sei denn, den Unternehmen gelingt es, durch Verbesserungen den Wert der Produkte zu heben und somit zumindest die gleichen Preise zu erzielen. Noch besser ist es natürlich, die Qualität stärker zu steigern und auf diese Art sogar höhere Preise zu erzielen. </p>
<p>Das ist z.B. der Automobil-Branche in Deutschland lange Zeit gelungen. Dadurch sind Autos â€žmade in Germanyâ€œ die besten und teuersten der Welt, neben denen von Tojota, die in Teilen dieselbe Strategie verfolgten. Angestellte in der Automobil-Industrie verdienen deshalb besonders gut.</p>
<blockquote><p>die Rendite erhöht (und ins Ausland verschoben). Damit brachen<br />
auch die Steuereinnahmen und die Einnahmen der Sozialkassen ein. Die<br />
Staatsverschuldung begann zu explodieren. Da besteht ein klarer<br />
Zusammenhang.</p>
</blockquote><p>Nur umgekehrt verhält es sich in den Bereichen, wo eine Kompensation durch höhere Qualität nicht oder nicht dauerhaft möglich ist. Weil es rechtlich schwierig bis unmöglich ist, Löhne zu senken, müssen Arbeitsplätze abgebaut und in den Branchen durch Konkurs entfallen, die die Herstellungskosten eben nicht an die erzielbaren Verkaufspreise angepasst können.</p>
<blockquote><blockquote><p>Während der Aufwärtsspirale gab es sehr viel neue Kredite, aus denen</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>die vielen Arbeitskräfte gut bezahlt werden konnten. Es gab reichlich<br />
Inflation, deshalb.</p>
<p>Ja, es gab die sich aufwärtsdrehende Lohn-Preis-Spirale .. den sich<br />
drehenden Motor jedes Wirtschaftswachstums. Die Finanzelite hatte aber was<br />
gegen die Geldentwertung, die für die Real(binnen)wirtschaft aber<br />
überlebenswichtig ist. Nun haben wir keine Inflation und kein Wachstum.</p>
</blockquote><p>Geldentwertung ist für die Wirtschaft sogar äußerst praktisch. Sie macht permanente Preisanhebungen möglich und die Arbeitskosten können leicht und nach Belieben gesenkt werden. Warum meinst du, wollen die Griechen den Euro unbedingt behalten? Weil die Wertstabilität der entscheidende Vorteil ist.  Inflation ist in erster Linie für die Lohnempfänger ein Problem. Ihre Kaufkraft schrumpft. Lohnerhöhungen können bei schwacher Auslastung nicht erzwungen werden. Für die Unternehmen ist das ganz toll. <br />
Streikbedingte Ausfallzeiten helfen den Unternehmen eher, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und senken die Kaufkraft der Mitarbeiter nur noch weiter. Warum wohl konnten in der Thatcher-Zeit in GB die Bergarbeiterstreiks ohne Erfolg der Gewerkschaften beendet werden? </p>
<blockquote><blockquote><blockquote><p>Es war gar nicht notwendig, &quot;sich etwas Neues einfallen zu lassen&quot;. Das</p>
</blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><p>Konzept und Ideologie der Sozialen Marktwirtschaft von 1950-1980, mit der<br />
starken Wirtschaftsregulierung und deutlich höherer Steuer- bzw.<br />
Abgabenlast (in %) im Vergleich zu Heute, hatte sich bewährt.</p>
</blockquote><p>Ja, das Konzept der Aufwärtsspirale hat sich bewährt. Sie kann nur nicht verlängert werden. Sie ist Teil eines unwiederbringlich  vorbeiziehenden Zeitabschnitts. Die Effizienzsteigerungen dieser Zeit sind eben einmalig. Dies habe ich in meiner <a href="http://www.dasgelbeforum.net/posting.php?id=318122"> These </a> doch wirklich ausführlich dargestellt. Guck einfach nach China. Dort ist die kommunistische Partei mit ihrer Wirtschaftspolitik in der Aufwärtsspirale genauso erfolgreich, wie dies in Deutschland auch der Fall war.  Die brauchen dafür keine â€žsoziale Marktwirtschaftâ€œ und nicht einmal Demokratie. So ein Aufschwung klappt einfach immer, wenn oder weil die Menschen in den Städten zusammengezogen werden. </p>
<blockquote><blockquote><p>Du willst mir doch nicht erklären, dass die Abgabenquote 1950/1960/1970</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>höher lag als heute?</p>
<p>Doch, das will ich.</p>
</blockquote><p>Dann guck bitte beim Finanzministerium die Zahlen an. Leider fehlen die aus den Fünfzigern. Die Zeit, in der noch jeder Facharbeiter ein Haus für seine Familie bauen konnte, was spätestens seit Ende der 60iger völlig undenkbar ist.<br />
<a href="http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Monatsberichte/2015/06/Inhalte/Kapitel-5-Statistiken/5-1-11-entwicklung-der-steuer-und-abgabequoten.html"> Steuer- und Abgabenquote </a>  oder<br />
<a href="[link=http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Monatsberichte/2015/06/Inhalte/Kapitel-5-Statistiken/5-1-11-entwicklung-der-steuer-und-abgabequoten.html"> Staatsquote </a> </p>
<p>1960 lagen die Zahlen am allerniedrigsten.</p>
<blockquote><blockquote><p>Das mag ja vielleicht auf den Spitzensteuersatz der Einkommensteuer und</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>die Kapitalertrags- sowie die Körperschaftssteuer zutreffen. Insgesamt ist<br />
die Abgabenlast heute deutlich größer als damals. Sie wurde nur verlagert<br />
...</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>Die Unternehmen zahlen ihre Abgaben heute verknüpft mit der Arbeit.</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Die Steuer- und Sozialabgaben wurden m.W.n. seit 1980 mehrmals gesenkt.<br />
Viele neumodische Jobvarianten wurden davon teilweise oder ganz befreit.<br />
Wie war es mit der Besteuerung der Kapitalerträge? Für die Neoliberalen<br />
ist doch Wirtschaftspolitik gleichbedeutend mit Steuer- und<br />
Abgabensenkungen!</p>
</blockquote><p>Naja, es gab da gewisse Schwankungen und auch mal leichte Absenkungen. Aber gegenüber den 50er und 60ern war es immer deutlich höher. Und das ist auch der Grund für die Problem. Denn in jedem Produkt, was ein Unternehmen anbietet, stecken diese ganzen Abgaben drin. </p>
<p>Der Wert eines Produkts oder einer Dienstleistung liegt bei 100 Euro. Mit den ganzen Abgaben muss das Unternehmen es aber zu 150 bis 160 Euro am Markt verkaufen, um selbst einen kleinen Gewinn zu machen. Den Hauptgewinn macht stets und ständig der Machthalter namens Staat.</p>
<blockquote><blockquote><p>Deine These ist: &quot;ich wünsche mir die guten alten Zeiten zurück&quot;.</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Das ist völlig falsch. Ich lerne aus der Entwicklung der letzten 75 Jahre<br />
und ziehe daraus meine Schlüsse und Konzepte. Ich vertrete längst etwas<br />
ganz Neues.</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>Nur wollen die eben genau nicht wieder kommen, weil einfach keine</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>Nachfrage nach Arbeitskräften da ist, die gut bezahlt werden können, aus<br />
neuen Krediten.</p>
<p><strong>Ich habe hier schon mehrmals von der dringenden Notwendigkeit einer<br />
deutlichen Arbeitszeitverkürzung geredet.</strong> Das ist seit 40 Jahren<br />
ausgeblieben. Es wäre ein Segen für die Familie, für die Kinder und<br />
Eltern, und für Jedermensch. Auch für das Aus-/Bildungs- und Kulturniveau<br />
im Lande. Wir kämen mit einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 5<br />
Stunden/Tag locker aus. <strong>Überstunden sollten drastisch besteuert oder<br />
durch Freizeit ausgeglichen werden.</strong></p>
</blockquote><p>Gut, kommen wir jetzt zum Kern deines Vorschlags<br />
Arbeitszeitverkürzung geht auf zwei grundsätzlich unterschiedliche Weisen. <br />
a) mit Lohnausgleich und <br />
b) ohne Lohnausgleich.  <br />
Natürlich sind auch Kombinationen denkbar, aber sie stellen dann auch nur eine Kombination der Nachteile her.<br />
Fangen wir mit der einfachsten Variante ohne Lohnausgleich an.<br />
Hier verdienen die Arbeitnehmer plötzlich signifikant weniger, haben aber bestehende Verpflichtungen wie Mietverträge oder Kreditverträge zu erfüllen. Das kann nicht funktionieren und das wirst du wahrscheinlich auch ganz und gar ablehnen. <br />
Betrachten wir also die andere Art: Mit Lohnausgleich. Hier müssen alle Betriebe ihre Waren plötzlich zu deutlich höheren Preisen verkaufen, (denn die Herstellungskosten sind ja wohl unzweifelhaft gestiegen). Dem steht aber nur eine konstante Kaufkraft gegenüber, denn die Löhne wurden ja gerade nicht erhöht. Das muss dazu führen, dass insgesamt deutlich weniger Leistungen abgerufen werden  und damit massenhaft Arbeitsplätze entfallen werden. Das ist doch wohl ganz einfaches Rechnen. Oder kannst du hier eine andere Rechnung aufmachen? Fordern und Schreiben kann man natürlich viel. Nur muss es sowohl betriebswirtschaftlich als auch volkswirtschaftlich umgesetzt werden. Guck doch bitte nach Frankreich, die versuchen deinen Weg gerade zu gehen. Zeig mir bitte an den Zahlen der französischen Wirtschaft, wo ich den Erfolg des Arbeitszeitverkürzungsmodells ablesen kann. Genau das Gegenteil ist nach meiner Sichtweise der Fall. Die Arbeitslosigkeit steigt weiter an, weil Wettbewerbsfähigkeit und Kaufkraft gleichermaßen gesenkt werden. Das beschleunigt die Abwärtsentwicklung.</p>
<p>Noch eine grundsätzliche Anmerkung, warum Arbeitszeitverkürzungen nicht wirklich durchführbar sind. Jede Arbeit enthält Verwaltungs- und Fortbildungsanteile sowie Einarbeitungszeiten, außerdem fallen Anteile für Abstimmung der Arbeit (Meetings, Telefonkonferenzen etc.) an.  Diese sind konstant und fallen pro Person an. Es gibt viele Bereiche mit anspruchsvollen Tätigkeiten, da liegen diese Anteile bei 25 bis 33 Prozent der Arbeitszeit. Die effektive Arbeitszeit liegt dann in einer 40-Stunden-Woche noch bei  24 bis 30 Stunden.  Wird jetzt die Arbeitszeit um 10 Stunden (also 25 %) verkürzt, wirkt diese Verkürzung fast ausschließlich auf die Produktivzeit. Damit liegt die Kostensteigerung in meinem Beispiel bei  bestenfalls 33 %. Die Löhne müssten bei einer Lohnanpassung also nicht um 25 % gesenkt werden, wie die Arbeitszeit, sondern um 33 %, wie die Produktivzeit sinkt.</p>
<p>Was du dabei aber ganz grundsätzlich übersiehst, dass die Abgaben an den Machthalter bei Verkürzungen der Arbeitszeit ebenfalls sinken. Der braucht jedoch seine regelmäßigen Steigerungen, damit das System nicht kollabiert. Deshalb gibt es in keinem vernünftig operierenden Staat Arbeitszeitverkürzungen. Warum soll der Machthalter seine Untertanen nicht optimal auspressen? Schließlich will er doch an der Macht bleiben und sein bequemes Leben haben, für sich und die meisten Angehörigen seiner Mafioso- Organisation.</p>
<blockquote><blockquote><p>Pflegekräfte, die wir immer mehr brauchen, werden leider aus den</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>Ersparnissen vergangener Zeiten bezahlt, wenn wir diese denn hätten. Da<br />
wir keine haben, müssen die Abgaben ständig weiter klettern. Was du doch<br />
begrüßen müsstest.</p>
<p>Der Pflegenotstand und die kaputte Gesundheit (nicht nur) alter Menschen<br />
ist zum großen Teil Ergebnis falscher Politik, falscher Machtverhältnisse<br />
und ungesunder Wirtschaftsabläufe. In diesem System ist doch gar nichts<br />
mehr gesund und sozial verträglich.</p>
</blockquote><p>Ja, weil die Steigerungen bei Abgaben und in Folge bei Produktivität ein langsam unvertretbares Maß erreicht haben. Der totale Kollaps ist nah. Das genau beschreibe ich in meiner These zum Scheitern von Hochkulturen.</p>
<blockquote><blockquote><p>Diese Zyklen unterschreibe ich dir sofort. Guck dir die Hochkulturen an.</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>Die hatten alle so einen finalen Aufschwung vor dem Kollaps, wie wir ihn<br />
hier auch gerade bei uns erlebt haben. Genau so laufen die Zyklen, die du<br />
ja selber beschreibst. Ich habe in meiner These nur genauer die Ursachen<br />
und die Wirkungen beschrieben. Warum gibt es genau diese Zyklen und wie<br />
bilden sie sich heraus? Ich verstehe dich nicht so recht. Einerseits<br />
betonst du die Zyklen und dann willst du mit dem zyklisch bedingten Abstieg<br />
aber nichts mehr zu tun haben. Der liegt dann nach deiner Aussage an: Ich<br />
zitiere daraus:</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><p>&quot;Zur Zeit dominiert der blinde Egoismus (Selbstliebe und Habgier). Es</p>
</blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><p>ist ein vorübergehendes Zeitalter der geistig-moralischen Dunkelheit, des<br />
kompromisslosen Egoismus und der Gefühls- bzw. Geistlosigkeit, der zum<br />
(vorübergehenden) Verfall und Dekadenz führt. Ein beängstigender Mangel<br />
an Einsicht (Vernunft), Kooperation, Rücksichtnahme und Solidarität ...&quot;</p>
<p>Richtig. Man nennt das auch die &quot;spätrömische Dekadenz&quot;. Sie kommt<br />
diesmal allerdings ziemlich schnell daher.</p>
</blockquote><p>Nein, es ist alles eine zwingende Ausprägung der zyklischen Entwicklung. Brot und Spiele waren genau so zwangsläufig wie Hartz4 und Fernsehen/Youtube/Facebook.</p>
<blockquote><blockquote><p>Ja, weil der Zyklus genau das von den Menschen erfordert. Das ist keine</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>zufällige oder gesteuerte Entwicklung. Sie ergibt sich zwingen aus den<br />
Zyklen des Wirtschaftens. Die Menschen sind doch nicht dumm. Die passen<br />
sich an, alle: Machthaber, Angestellte, Arbeiter, Arbeitslose, Rentner.</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>Wenn du jetzt erklären würdest, was bitte genau besser gemacht werden</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>sollte von den Machthabern, dann könnten wir weiter reden.</p>
<p>Wir brauchen keine &quot;Machthaber&quot;. Es reicht vollkommen, wenn Jeder von uns<br />
ein (Teil-) Machthaber ist und täglich seine bürgerlichen<br />
Mitbestimungsrechte ausüben kann. Es reicht, wenn wir an der Spitze eine<br />
weisungsabhängige Geschäftsführung haben.</p>
</blockquote><p>Ja, die brauchen wir nicht. Aber sie sind nun mal leider bereits da. Und wenn ich deine Diskussion wie du oben schreibst nicht als â€žwünsch dir wasâ€œ abtun soll, dann musst du spätestens jetzt sagen, wie du den Machthalter denn loswerden willst. <br />
Ohne Machthalter und deren Zwangsregime, lassen sich auf der  Welt allenfalls wenige 100 Millionen Menschen ernähren. Wenn du die Ablösung des Zwangssystems forderst, schreibst du auch, dass du weit über 6 Milliarden Menschen umbringen willst.</p>
<blockquote><blockquote><p>Aber denke bitte daran. Die Machthaber wollen ihre Macht nur möglichst</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>lange behalten. Das Wohlergehen von den Beherrschten gehört da niemals<br />
wirklich dazu. Es ist immer nur Mittel zum Zweck des Machterhalts.</p>
<p>Ich halte gar nichts von &quot;Machthabern&quot;. Wir brauchen eine Direkte<br />
Demokratie: Jeder bekommt ein kleines Stück der Macht und legt es<br />
regelmäßig in eine der Waagschalen.</p>
</blockquote><p>Eine direkte Demokratie müsste heute, mit so vielen Menschen, in diesem internationalen Umfeld auch solche Gewinne erwirtschaften, wie das unser heutiger Staat macht. Sonst wird sie die Macht noch schneller verlieren als die Stämme in Libyen oder Afghanistan. Denn sie wird natürlich von den straffer organisierten Machthaltern bedroht, wie das immer war auf der Welt.</p>
<blockquote><blockquote><p>Und Zyklen haben eine Aufwärts-Phase und wenn die beendet ist, beginnt</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>der Abstieg. Das ist die Definition von Zyklus. Warum weigerst du dich,<br />
genau dies auf unsere Gegenwart anzuwenden?</p>
<p>Ich weigere mich doch gar nicht, sondern beschreibe es doch ausführlich<br />
.. sowie die Ursachen dafür.</p>
</blockquote><p>Ich denke, ich schreibe zur Ursache und den Wirkungen und begründe dies ausführlich. Du, lieber Beo2, machst dir nicht die Mühe, deine Ideen richtig zu durchdenken oder gar zu belegen. Beispiele aus andere Wirtschaftszyklen, die nicht zur heutigen Wirtschaftslage passen, die helfen jedenfalls nicht.</p>
<blockquote><blockquote><blockquote><p>Geht es dem Esel einmal gut ... was macht er dann?</p>
</blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><p>Wenn es nur so wäre, lieber Beo2. Dann würden wir ihn jetzt einfach</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>runter führen vom Eis und all unsere Probleme wären sofort gelöst.</p>
<p>Der Esel hat aber etwas dagegen.</p>
</blockquote><p>Ja, na klar, genau mein  Reden, nein Schreiben.</p>
<blockquote><blockquote><p>Nichts würde ich mir sehnlicher wünschen als genau das. Nur meine ich,</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>im Detail dargelegt zu haben, warum genau dies nicht mehr gelingen kann.<br />
Aber du wirst mir jetzt sicher gleich erklären, wie es ab sofort alles<br />
besser laufen könnte. Ich freue mich drauf!</p>
<p>Nichts kann &quot;ab sofort besser laufen&quot;. Alles Positive muss man sich hart<br />
erarbeiten. Schlechter wird alles ganz von alleine. Das ist ein<br />
universelles Gesetz.</p>
</blockquote><p>Es kann eben nichts grundsätzlich mehr anders laufen. Wir müssen die Konsequenzen aus den Entscheidungen der Vergangenheit jetzt über uns ergehen lassen. Die Arbeitszeitverkürzung ist mMn jedenfalls keine Lösung. Aber ich würde mich sehr freuen, lieber Beo2, wenn du eine funktionierende Lösung finden könntest. Mir ist es bislang nur leider nicht gelungen.</p>
<p>Grüße<br />
Morpheus</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361826</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361826</guid>
<pubDate>Sun, 19 Jul 2015 10:16:47 +0000</pubDate>
<dc:creator>Morpheus</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Weil die Arb.zeitverkürzung gestoppt wurde (seit Ende der 70er). (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Am Ende der Aufwärtsspirale fallen enorm viele gut bezahlte Jobs weg, die im Rahmen der !einmaligen! Infrastruktur-Erstellung gebraucht wurden. Dieser nachhaltige Wegfall an Arbeitsplätzen zieht die nachfolgenden Änderungen einfach nach sich. Es gibt ein Problem: drastisch weniger Arbeitsplätze. Darauf folgt die Lösung: Neoliberale Wende. Das sind klassische Wirtschaftszyklen.</p>
</blockquote><p>Deine Schlussfolgerung ist barer Unsinn. Wenn es tatsächlich weniger zu tun gäbe, dann muss die gesetzliche Arbeitszeit verkürzt werden .. wie es zur Zeit des Wirtschaftswunders auch mehrmals geschah:<br />
<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/40-Stunden-Woche">https://de.wikipedia.org/wiki/40-Stunden-Woche</a></p>
<p>Überstunden, Samstags- und Sonntagsarbeit wurden durch Aufschläge verteuert (um 25-50%). Das war die Politik in der Zeit der Sozialen Marktwirtschaft. Bereits Ende der 70er Jahre hatten wir großflächig Arbeitszeiten von unter 40 Stunden/Woche. Und was ist danach passiert?</p>
<p>Die Arbeitsproduktivität ist doch stets gestiegen. <strong>Statt die gesetzliche Arbeitszeit weiterhin an den sinkenden Bedarf anzupassen, begann man ab ca. 1980 immer mehr Menschen aus dem Boot zu werfen und deren Arbeitszeit auf Null zu setzen. Dies markiert die &quot;neoliberale Wende&quot;.</strong> Es wurde beabsichtigt, einen dicken Sockel an menschlichem Elend zu schaffen, um die Ansprüche der Werktätigen einzudämmen und diese zu disziplinieren. Diese Strategie wurde inzwischen durch zahlreiche präkere Jobvarianten perfektioniert.</p>
<p>Die Löhne (und spätere Altersrenten) wurden dadurch flächendeckend gesenkt; die Rendite erhöht (und ins Ausland verschoben). Damit brachen auch die Steuereinnahmen und die Einnahmen der Sozialkassen ein. Die Staatsverschuldung begann zu explodieren. Da besteht ein klarer Zusammenhang.</p>
<blockquote><p>Während der Aufwärtsspirale gab es sehr viel neue Kredite, aus denen die vielen Arbeitskräfte gut bezahlt werden konnten. Es gab reichlich Inflation, deshalb.</p>
</blockquote><p>Ja, es gab die sich aufwärtsdrehende Lohn-Preis-Spirale .. den sich drehenden Motor jedes Wirtschaftswachstums. Die Finanzelite hatte aber was gegen die Geldentwertung, die für die Real(binnen)wirtschaft aber überlebenswichtig ist. Nun haben wir keine Inflation und kein Wachstum.</p>
<blockquote><blockquote><p>Es war gar nicht notwendig, &quot;sich etwas Neues einfallen zu lassen&quot;. Das Konzept und Ideologie der Sozialen Marktwirtschaft von 1950-1980, mit der starken Wirtschaftsregulierung und deutlich höherer Steuer- bzw. Abgabenlast (in %) im Vergleich zu Heute, hatte sich bewährt.</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>Du willst mir doch nicht erklären, dass die Abgabenquote 1950/1960/1970 höher lag als heute?</p>
</blockquote><p>Doch, das will ich.</p>
<blockquote><p>Das mag ja vielleicht auf den Spitzensteuersatz der Einkommensteuer und die Kapitalertrags- sowie die Körperschaftssteuer zutreffen. Insgesamt ist die Abgabenlast heute deutlich größer als damals. Sie wurde nur verlagert ...<br />
Die Unternehmen zahlen ihre Abgaben heute verknüpft mit der Arbeit.</p>
</blockquote><p>Die Steuer- und Sozialabgaben wurden m.W.n. seit 1980 mehrmals gesenkt. Viele neumodische Jobvarianten wurden davon teilweise oder ganz befreit. Wie war es mit der Besteuerung der Kapitalerträge? Für die Neoliberalen ist doch Wirtschaftspolitik gleichbedeutend mit Steuer- und Abgabensenkungen!</p>
<blockquote><p>Deine These ist: &quot;ich wünsche mir die guten alten Zeiten zurück&quot;.</p>
</blockquote><p>Das ist völlig falsch. Ich lerne aus der Entwicklung der letzten 75 Jahre und ziehe daraus meine Schlüsse und Konzepte. Ich vertrete längst etwas ganz Neues.</p>
<blockquote><p>Nur wollen die eben genau nicht wieder kommen, weil einfach keine Nachfrage nach Arbeitskräften da ist, die gut bezahlt werden können, aus neuen Krediten.</p>
</blockquote><p><strong>Ich habe hier schon mehrmals von der dringenden Notwendigkeit einer deutlichen Arbeitszeitverkürzung geredet.</strong> Das ist seit 40 Jahren ausgeblieben. Es wäre ein Segen für die Familie, für die Kinder und Eltern, und für Jedermensch. Auch für das Aus-/Bildungs- und Kulturniveau im Lande. Wir kämen mit einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 5 Stunden/Tag locker aus. <strong>Überstunden sollten drastisch besteuert oder durch Freizeit ausgeglichen werden.</strong></p>
<blockquote><p>Pflegekräfte, die wir immer mehr brauchen, werden leider aus den Ersparnissen vergangener Zeiten bezahlt, wenn wir diese denn hätten. Da wir keine haben, müssen die Abgaben ständig weiter klettern. Was du doch begrüßen müsstest.</p>
</blockquote><p>Der Pflegenotstand und die kaputte Gesundheit (nicht nur) alter Menschen ist zum großen Teil Ergebnis falscher Politik, falscher Machtverhältnisse und ungesunder Wirtschaftsabläufe. In diesem System ist doch gar nichts mehr gesund und sozial verträglich.</p>
<blockquote><p>Diese Zyklen unterschreibe ich dir sofort. Guck dir die Hochkulturen an. Die hatten alle so einen finalen Aufschwung vor dem Kollaps, wie wir ihn hier auch gerade bei uns erlebt haben. Genau so laufen die Zyklen, die du ja selber beschreibst. Ich habe in meiner These nur genauer die Ursachen und die Wirkungen beschrieben. Warum gibt es genau diese Zyklen und wie bilden sie sich heraus? Ich verstehe dich nicht so recht. Einerseits betonst du die Zyklen und dann willst du mit dem zyklisch bedingten Abstieg aber nichts mehr zu tun haben. Der liegt dann nach deiner Aussage an: Ich zitiere daraus:</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>&quot;Zur Zeit dominiert der blinde Egoismus (Selbstliebe und Habgier). Es ist ein vorübergehendes Zeitalter der geistig-moralischen Dunkelheit, des kompromisslosen Egoismus und der Gefühls- bzw. Geistlosigkeit, der zum (vorübergehenden) Verfall und Dekadenz führt. Ein beängstigender Mangel an Einsicht (Vernunft), Kooperation, Rücksichtnahme und Solidarität ...&quot;</p>
</blockquote></blockquote><p>Richtig. Man nennt das auch die &quot;spätrömische Dekadenz&quot;. Sie kommt diesmal allerdings ziemlich schnell daher.</p>
<blockquote><p>Ja, weil der Zyklus genau das von den Menschen erfordert. Das ist keine zufällige oder gesteuerte Entwicklung. Sie ergibt sich zwingen aus den Zyklen des Wirtschaftens. Die Menschen sind doch nicht dumm. Die passen sich an, alle: Machthaber, Angestellte, Arbeiter, Arbeitslose, Rentner.<br />
Wenn du jetzt erklären würdest, was bitte genau besser gemacht werden sollte von den Machthabern, dann könnten wir weiter reden.</p>
</blockquote><p>Wir brauchen keine &quot;Machthaber&quot;. Es reicht vollkommen, wenn Jeder von uns ein (Teil-) Machthaber ist und täglich seine bürgerlichen Mitbestimungsrechte ausüben kann. Es reicht, wenn wir an der Spitze eine weisungsabhängige Geschäftsführung haben.</p>
<blockquote><p>Aber denke bitte daran. Die Machthaber wollen ihre Macht nur möglichst lange behalten. Das Wohlergehen von den Beherrschten gehört da niemals wirklich dazu. Es ist immer nur Mittel zum Zweck des Machterhalts.</p>
</blockquote><p>Ich halte gar nichts von &quot;Machthabern&quot;. Wir brauchen eine Direkte Demokratie: Jeder bekommt ein kleines Stück der Macht und legt es regelmäßig in eine der Waagschalen.</p>
<blockquote><p>Und Zyklen haben eine Aufwärts-Phase und wenn die beendet ist, beginnt der Abstieg. Das ist die Definition von Zyklus. Warum weigerst du dich, genau dies auf unsere Gegenwart anzuwenden?</p>
</blockquote><p>Ich weigere mich doch gar nicht, sondern beschreibe es doch ausführlich .. sowie die Ursachen dafür.</p>
<blockquote><blockquote><p>Geht es dem Esel einmal gut ... was macht er dann?</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>Wenn es nur so wäre, lieber Beo2. Dann würden wir ihn jetzt einfach runter führen vom Eis und all unsere Probleme wären sofort gelöst.</p>
</blockquote><p>Der Esel hat aber etwas dagegen.</p>
<blockquote><p>Nichts würde ich mir sehnlicher wünschen als genau das. Nur meine ich, im Detail dargelegt zu haben, warum genau dies nicht mehr gelingen kann. Aber du wirst mir jetzt sicher gleich erklären, wie es ab sofort alles besser laufen könnte. Ich freue mich drauf!</p>
</blockquote><p>Nichts kann &quot;ab sofort besser laufen&quot;. Alles Positive muss man sich hart erarbeiten. Schlechter wird alles ganz von alleine. Das ist ein universelles Gesetz.</p>
<p>Mit Gruß, Beo2</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361267</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361267</guid>
<pubDate>Wed, 15 Jul 2015 10:47:32 +0000</pubDate>
<dc:creator>Beo2</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Warum gibt es denn nicht mehr genug (nach Tarif bezahlte) Arbeit? (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Beo2,</p>
<blockquote><blockquote><blockquote><p>Das Modell der Sozialen Marktwirtschaft wurde schrittweise durch das</p>
</blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><p>Modell der Deregulierung der Wirtschaft abgelöst, mit der Folge<br />
beginnender Deflation und Rezession insbesondere bei der<br />
Binnenmarkt'wirtschaft. In der Exportwirtschaft wurde stetig das Lohnniveau<br />
gesenkt.</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>Nein, hier war die Aufwärtsspirale am Ende und man musste sich etwas</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>neues einfallen lassen.</p>
</blockquote><p>Am Ende der Aufwärtsspirale fallen enorm viele gut bezahlte Jobs weg, die im Rahmen der !einmaligen! Infrastruktur-Erstellung gebraucht wurden. Dieser nachhaltige Wegfall an Arbeitsplätzen zieht die nachfolgenden Änderungen einfach nach sich. Es gibt ein Problem: drastisch weniger Arbeitsplätze. Darauf folgt die Lösung: Neoliberale Wende. Das sind klassische Wirtschaftszyklen.</p>
<p>Während der Aufwärtsspirale gab es sehr viel neue Kredite, aus denen die vielen Arbeitskräfte gut bezahlt werden konnten. Es gab reichlich Inflation, deshalb. </p>
<blockquote><p>Nein, die Aufwärtsspirale wurde mit der &quot;neoliberalen Wende&quot; ca. ab dem<br />
Jahr 1980, und erst recht ab 1990, willkürlich beendet. Die<br />
Wirtschaftselite wurde blind durch ihre explodierende Habgier.</p>
</blockquote><p>Ja, die immer mehr durch Konzentration entstandenen großen Konglomerate/Konzerne konnten die kleinen Betriebe immer besser auspressen. Die Konzerne konnten ihre Gewinne immer stärker steigern. Aber die kleinen Betriebe und ihre Angestellten wurden ausgepresst wie die Zitronen. Das sind die Fakten, die zyklische Wachstumsphasen eben so mit sich bringen. Zu groß, zu konzentriert, zu mächtig, aber durch den Wachstumszwang nicht zu vermeiden.</p>
<blockquote><p>Es war gar nicht notwendig, &quot;sich etwas Neues einfallen zu lassen&quot;. <strong>Das<br />
Konzept und Ideologie der Sozialen Marktwirtschaft von 1950-1980, mit der<br />
starken Wirtschaftsregulierung und deutlich höherer Steuer- bzw.<br />
Abgabenlast (in %) im Vergleich zu Heute, hatte sich bewährt.</strong> </p>
</blockquote><p>Du willst mir doch nicht erklären, dass die Abgabenquote 1950/1960/1970 höher lag als heute? Das mag ja vielleicht auf den Spitzensteuersatz der Einkommensteuer und die Kapitalertrags- sowie die Körperschaftssteuer zutreffen. Insgesamt ist die Abgabenlast heute deutlich größer als damals. Sie wurde nur verlagert. Sie wurde fest mit dem Teil verbunden, der eben nicht ins Ausland zu verschieben ist, den Mitarbeitern. Kapitalerträge und Gewinne von Körperschaften lassen sich sehr leicht ins Ausland bewegen. Da hatten einige Steueroasen, wie Irland und Luxemburg, ein tolles Geschäftsmodell entwickelt. Und auf die Abwanderung der Steuerzahlungen musste reagiert werden. Die Marktöffnung in der EWG hatte Vor- und Nachteile. Vorteile: Export; Nachteile: Abwanderung von Steuerzahlungen. Die Standard-Entwicklung in allen Gesellschaften: <br />
Problem ---&gt; Lösung ---&gt; nächstes Problem ---&gt; nächste Lösung.</p>
<p>Die Unternehmen zahlen ihre Abgaben heute verknüpft mit der Arbeit. Das kann man jetzt natürlich schlecht finden und ich finde das auch sehr schlecht. Nur musst du dem Machthalter Alternativen anbieten, wo er seinen wachsenden Finanzbedarf denn ansonsten befriedigen kann. <br />
Und hier liegt eben das Grundproblem. Die Sicherung der Macht braucht ständig mehr Geld. Und wo soll Selbiges denn herkommen? In der Aufwärtsspirale war das alles super einfach. Man dachte sich, das geht immer so weiter. Falsch gedacht. Damit ist ein für alle Mal Schluss. Das kommt nie mehr wieder. Ich habe es in meiner These genau aufgezeigt. Die möglichen Effizienzgewinne sind alle realisiert. Es gibt da keine Reserven mehr, es sei denn, du sagst uns jetzt, wo diese sein sollen.</p>
<blockquote><p>Die<br />
Staatsverschuldung blieb konstant bei unter 25% des BIP. Die Sozialkassen<br />
hatten genug Einnahmen und Rücklagen, da es ausschließlich tarifliche und<br />
abgabenpflichtige Löhne gab, auch bei der Teilzeit.</p>
</blockquote><p>Ja, es gab ja auch eine starke Zunahme bei den Krediten. Aus denen konnten die damals niedrigen Löhne gut bezahlt werden. Es gab sehr viele Menschen, die meinten, sinnvolle Investitionen in Sachanlagen tätigen zu müssen. Am Ende der 70er hatte D nur leider sehr hohe Löhne und die neuen Kredite gingen drastisch zurück. Der Bedarf nach weiteren Investitionen in Sachanlagen war plötzlich nur noch beim Staat vorhanden. </p>
<blockquote><blockquote><p>Ja, das nenne ich die Aufwärtsspirale. Damals war alles toll. Nur haben</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>wir in aller bester Absicht und leider ohne Voraussicht unser Grab damit<br />
geschaufelt. Es sei denn, wir hätten die Rücklagen gebildet, wie ich es<br />
vorgeschlagen habe. Nur leider haben wir genau das nicht getan, sondern das<br />
Geld für Sozialleistungen und noch mehr Infrastruktur ausgegeben. Und<br />
jetzt, wo die viel zu große Infrastruktur in die Phase des Verfalls kommt,<br />
sehen wir, dass das Geld vorne und hinten nicht reicht.</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>Bitte widerlege meine These. Dann reden wir weiter.</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Die Mühe spare ich mir. Behalte Du deine These .. ich behalte meine.</p>
</blockquote><p>Deine These ist: &quot;ich wünsche mir die guten alten Zeiten zurück&quot;. Nur wollen die eben genau nicht wieder kommen, weil einfach keine Nachfrage nach Arbeitskräften da ist, die gut bezahlt werden können, aus neuen Krediten. Pflegekräfte, die wir immer mehr brauchen, werden leider aus den Ersparnissen vergangener Zeiten bezahlt, wenn wir diese denn hätten. Da wir keine haben, müssen die Abgaben ständig weiter klettern. Was du doch begrüßen müsstest.</p>
<blockquote><blockquote><blockquote><p>Doch dann, etwa ab dem Jahr 1980 und erst recht mit der &quot;Wende&quot; ab</p>
</blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><p>1990, kamen die neoliberalen Privatisierer, Deregulierer, Abgabensenker und<br />
Model&quot;verbesserer&quot;. Das Ergebnis können wir heute begutachten und<br />
bilanzieren.</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><blockquote><p>Du scheinst zu jung zu sein, um zu wissen, wo Deutschland schon einmal</p>
</blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><p>war und auf welchem Weg es sich befand.</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>Ja, der war nur alles andere als nachhaltig, sondern ein aller letztes</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>Strohfeuer vor dem bitteren Untergang. Aber du wirst mir hoffentlich gleich<br />
erklären, wo mein Denkfehler liegt und warum doch alles noch viel schöner<br />
weiter gehen wird.</p>
<p>Ja, gerne:<br />
<a href="http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=360491">http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=360491</a></p>
</blockquote><p>Diese Zyklen unterschreibe ich dir sofort. Guck dir die Hochkulturen an. Die hatten alle so einen finalen Aufschwung vor dem Kollaps, wie wir ihn hier auch gerade bei uns erlebt haben. Genau so laufen die Zyklen, die du ja selber beschreibst. Ich habe in meiner These nur genauer die Ursachen und die Wirkungen beschrieben. Warum gibt es genau diese Zyklen und wie bilden sie sich heraus? Ich verstehe dich nicht so recht. Einerseits betonst du die Zyklen und dann willst du mit dem zyklisch bedingten Abstieg aber nichts mehr zu tun haben. Der liegt dann nach deiner Aussage an:</p>
<blockquote><p>Ich zitiere daraus:<br />
&quot;<strong>Zur Zeit dominiert der blinde Egoismus (Selbstliebe und Habgier). Es<br />
ist ein vorübergehendes Zeitalter der geistig-moralischen Dunkelheit, des<br />
kompromisslosen Egoismus und der Gefühls- bzw. Geistlosigkeit, der zum<br />
(vorübergehenden) Verfall und Dekadenz führt. Ein beängstigender Mangel<br />
an Einsicht (Vernunft), Kooperation, Rücksichtnahme und Solidarität<br />
...</strong>&quot;</p>
</blockquote><p>Ja, weil der Zyklus genau das von den Menschen erfordert. Das ist keine zufällige oder gesteuerte Entwicklung. Sie ergibt sich zwingen aus den Zyklen des Wirtschaftens. Die Menschen sind doch nicht dumm. Die passen sich an, alle: Machthaber, Angestellte, Arbeiter, Arbeitslose, Rentner. </p>
<p>Wenn du jetzt erklären würdest, was bitte genau besser gemacht werden sollte von den Machthabern, dann könnten wir weiter reden. Aber denke bitte daran. Die Machthaber wollen ihre Macht nur möglichst lange behalten. Das Wohlergehen von den Beherrschten gehört da niemals wirklich dazu. Es ist immer nur Mittel zum Zweck des Machterhalts.</p>
<p>Und Zyklen haben eine Aufwärts-Phase und wenn die beendet ist, beginnt der Abstieg. Das ist die Definition von Zyklus. Warum weigerst du dich, genau dies auf unsere Gegenwart anzuwenden?</p>
<blockquote><p>Geht es dem Esel einmal gut ... was macht er dann?</p>
</blockquote><p>Wenn es nur so wäre, lieber Beo2. Dann würden wir ihn jetzt einfach runter führen vom Eis und all unsere Probleme wären sofort gelöst. </p>
<p>Nichts würde ich mir sehnlicher wünschen als genau das. Nur meine ich, im Detail dargelegt zu haben, warum genau dies nicht mehr gelingen kann. Aber du wirst mir jetzt sicher gleich erklären, wie es ab sofort alles besser laufen könnte. Ich freue mich drauf!</p>
<p>Grüße<br />
Morpheus</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361134</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361134</guid>
<pubDate>Tue, 14 Jul 2015 10:05:30 +0000</pubDate>
<dc:creator>Morpheus</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Nein, längst vor der neoliberalen (neosozialistischen)  Wende (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><blockquote><p>Nein, hier war die Aufwärtsspirale am Ende und man musste sich etwas</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>neues einfallen lassen.</p>
<p>Nein, die Aufwärtsspirale wurde mit der &quot;neoliberalen Wende&quot; ca. ab dem<br />
Jahr 1980, und erst recht ab 1990, willkürlich beendet. </p>
</blockquote><p>Bitte keine Geschichtsklitterung. Unter Brandt und Schmidt hatte die Staatsverschuldung so richtig Fahrt aufgenommen und sich ungefähr verdoppelt in Relation zum BIP, während sie im neoliberalen England erst 2008 zu steigen begann.</p>
<p><img src="http://www.marx-forum.de/grafik/international/staatsschuld_hist.gif" alt="[image]"  /></p>
<p>Grüsse, Zara</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361091</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361091</guid>
<pubDate>Mon, 13 Jul 2015 21:56:38 +0000</pubDate>
<dc:creator>Zarathustra</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Das Deutsche? ;-) (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Übrigens genialer Beitrag (also der von @Taurec).</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361088</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361088</guid>
<pubDate>Mon, 13 Jul 2015 21:29:56 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sylvia</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Ja, nach der &quot;neoliberalen Wende&quot;. (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><blockquote><p>Das Modell der Sozialen Marktwirtschaft wurde schrittweise durch das Modell der Deregulierung der Wirtschaft abgelöst, mit der Folge beginnender Deflation und Rezession insbesondere bei der Binnenmarkt'wirtschaft. In der Exportwirtschaft wurde stetig das Lohnniveau gesenkt.</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>Nein, hier war die Aufwärtsspirale am Ende und man musste sich etwas neues einfallen lassen.</p>
</blockquote><p>Nein, die Aufwärtsspirale wurde mit der &quot;neoliberalen Wende&quot; ca. ab dem Jahr 1980, und erst recht ab 1990, willkürlich beendet. Die Wirtschaftselite wurde blind durch ihre explodierende Habgier.<br />
Es war gar nicht notwendig, &quot;sich etwas Neues einfallen zu lassen&quot;. <strong>Das Konzept und Ideologie der Sozialen Marktwirtschaft von 1950-1980, mit der starken Wirtschaftsregulierung und deutlich höherer Steuer- bzw. Abgabenlast (in %) im Vergleich zu Heute, hatte sich bewährt.</strong> Die Staatsverschuldung blieb konstant bei unter 25% des BIP. Die Sozialkassen hatten genug Einnahmen und Rücklagen, da es ausschließlich tarifliche und abgabenpflichtige Löhne gab, auch bei der Teilzeit.</p>
<blockquote><p>Ja, das nenne ich die Aufwärtsspirale. Damals war alles toll. Nur haben wir in aller bester Absicht und leider ohne Voraussicht unser Grab damit geschaufelt. Es sei denn, wir hätten die Rücklagen gebildet, wie ich es vorgeschlagen habe. Nur leider haben wir genau das nicht getan, sondern das Geld für Sozialleistungen und noch mehr Infrastruktur ausgegeben. Und jetzt, wo die viel zu große Infrastruktur in die Phase des Verfalls kommt, sehen wir, dass das Geld vorne und hinten nicht reicht.<br />
Bitte widerlege meine These. Dann reden wir weiter.</p>
</blockquote><p>Die Mühe spare ich mir. Behalte Du deine These .. ich behalte meine.</p>
<blockquote><blockquote><p>Doch dann, etwa ab dem Jahr 1980 und erst recht mit der &quot;Wende&quot; ab 1990, kamen die neoliberalen Privatisierer, Deregulierer, Abgabensenker und Model&quot;verbesserer&quot;. Das Ergebnis können wir heute begutachten und bilanzieren.<br />
Du scheinst zu jung zu sein, um zu wissen, wo Deutschland schon einmal war und auf welchem Weg es sich befand.</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>Ja, der war nur alles andere als nachhaltig, sondern ein aller letztes Strohfeuer vor dem bitteren Untergang. Aber du wirst mir hoffentlich gleich erklären, wo mein Denkfehler liegt und warum doch alles noch viel schöner weiter gehen wird.</p>
</blockquote><p>Ja, gerne:<br />
<a href="http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=360491">http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=360491</a></p>
<p>Ich zitiere daraus:<br />
&quot;<strong>Zur Zeit dominiert der blinde Egoismus (Selbstliebe und Habgier). Es ist ein vorübergehendes Zeitalter der geistig-moralischen Dunkelheit, des kompromisslosen Egoismus und der Gefühls- bzw. Geistlosigkeit, der zum (vorübergehenden) Verfall und Dekadenz führt. Ein beängstigender Mangel an Einsicht (Vernunft), Kooperation, Rücksichtnahme und Solidarität ...</strong>&quot;</p>
<p>Geht es dem Esel einmal gut ... was macht er dann?</p>
<p>Mit Gruß, Beo2</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361084</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361084</guid>
<pubDate>Mon, 13 Jul 2015 20:16:18 +0000</pubDate>
<dc:creator>Beo2</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Die Früchte des Wirtschaftswunders wurden leider alle bereits verfrühstückt (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>lieber Beo2,</p>
<p>lies mal hier in meiner <a href="http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=318122">These</a> nach.</p>
<blockquote><p><br />
Nein, wir sind längst mitten drin. Dieser Anfang ging bereits in die<br />
Beschleunigungsphase etwa ab dem Jahr 1990. Erste Anzeichen dafür waren<br />
ca. ab dem Jahr 1980 zu beobachten .. mit der sich bereits abzeichnenden<br />
&quot;<strong>neoliberalen Wende</strong>&quot; und der beginnenden Stagnation bzw. stetig<br />
rückläufigem Wachstum. <br />
<strong>Das Modell der Sozialen Marktwirtschaft wurde schrittweise durch das<br />
Modell der Deregulierung der Wirtschaft abgelöst</strong>, mit der Folge<br />
beginnender Deflation und Rezession insbesondere bei der<br />
Binnenmarkt'wirtschaft. In der Exportwirtschaft wurde stetig das Lohnniveau<br />
gesenkt.</p>
</blockquote><p>Nein, hier war die Aufwärtsspirale am Ende und man musste sich etwas Neues einfallen lassen. Wenn du einen anderen Ausweg weißt, schreib ihn nieder. Ich behaupte, es waren notwendige Anpassungen, um das Spiel weiter zu verlängern.</p>
<blockquote><blockquote><blockquote><p>Also, die Alten haben für die Jungen gesorgt, ohne dass diese zuvor</p>
</blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><p>etwas angespart haben; nun gilt das Umgekehrte. Das nannte man<br />
&quot;Generationenvertrag&quot;.</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>Die Alten hatten ihr Wirtschaftswunder nach schlimmen Kriegen und die</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>Staatsverschuldung ist explodiert. Dafür haben die Jungen jetzt die ganze<br />
Infrastruktur mit Investitionsstau, klammen Kassen der öffentlichen Hände<br />
und Zinszahlungen. Das ist kein Vertrag, das ist Nachschuldnersuche.</p>
</blockquote><p>Genau so ist es, trotz allerbester Absichten. Man hat(te) es nur leider nicht richtig verstanden, was da eigentlich passiert war. Ist jetzt im Rückblick nur einfacher zu sehen.</p>
<blockquote><p><strong>Die Alten haben das Wirtschaftswunder mit eigenen Händen gemacht</strong>,<br />
nagelneue Infrastruktur aufgebaut, Kinder gezeugt und großgezogen, usw. ..<br />
<strong>und das alles bei konstanter Staatsverschuldung von unter 25% des BIP<br />
über 30 Jahre lang (siehe 1950-1980)!</strong> Nix auf Kosten der nachfolgenden<br />
Generationen!</p>
<p>Es gab flächendeckend Tariflöhne, ausschließlich reguläre<br />
Beschäftigungsverhältnisse (auch bei Teilzeit!), den vollen 13. Lohn,<br />
Urlaubsgeld, praktisch Vollbeschäftigung, 38,5 Stunden/Woche, kräftige<br />
Aufschläge für Überstunden, Samstags- und Sonntagsarbeit (25-50%) usw.<br />
usf.. Die Krankenkasse bezahlte alles, da genügend Einnahmen vorhanden.<br />
Die Altersrenten waren ausreichend auch ohne Sozialhilfe.<br />
Es gab eine sehr begehrte und harte Währung in DE, mit der Jedermensch<br />
billig Urlaub im Ausland machen konnte. Es wurde die paritätische<br />
Mitbestimmung in einigen Branchen eingeführt; es gab starke<br />
Gewerkschaften, eine starke politische Jugend- bzw. Studentenbewegung, eine<br />
Friedens- und eine innovative ökologische Bewegung.</p>
</blockquote><p>Ja, das nenne ich die Aufwärtsspirale. Damals war alles toll. Nur haben wir in allerbester Absicht und leider ohne Voraussicht unser Grab damit geschaufelt. <br />
Es sei denn, wir hätten die Rücklagen gebildet, wie ich es vorgeschlagen habe. Nur leider haben wir genau das nicht getan, sondern das Geld für Sozialleistungen und noch mehr Infrastruktur ausgegeben. Und jetzt, wo die viel zu große Infrastruktur in die Phase des Verfalls kommt, sehen wir, dass das Geld vorne und hinten nicht reicht. </p>
<p>Bitte widerlege meine These. Dann reden wir weiter. </p>
<blockquote><p><strong>Man nannte dieses Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell damals Soziale<br />
Marktwirtschaft</strong>. Die Einnahmen decken die Ausgaben; die<br />
Staatsverschuldung blieb konstant, gemessen am BIP. <strong>Alle waren zufrieden<br />
trotz deutlich höherer Abgabenlast und geringerer Rendite!</strong> Ich bin ein<br />
Augenzeuge!</p>
</blockquote><p>Ich auch. Nur habe ich inzwischen noch einmal genauer in den Rückspiegel geguckt und einige Erkenntnisse gehabt. China erlebt übrigens gerade ebenfalls das Ende seiner Aufwärtsspirale und mit ihm die Welt. Z.B. die Rohstofflieferanten wie Brasilien, Australien, Kanada.</p>
<blockquote><p><strong>Doch dann, etwa ab dem Jahr 1980 und erst recht mit der &quot;Wende&quot; ab<br />
1990, kamen die neoliberalen Privatisierer, Deregulierer, Abgabensenker und<br />
Model&quot;verbesserer&quot;.</strong> Das Ergebnis können wir heute begutachten und<br />
bilanzieren.</p>
<p>Du scheinst zu jung zu sein, um zu wissen, wo Deutschland schon einmal war<br />
und auf welchem Weg es sich befand.</p>
</blockquote><p>Ja, der war nur alles andere als nachhaltig, sondern ein allerletztes Strohfeuer vor dem bitteren Untergang. Aber du wirst mir hoffentlich gleich erklären, wo mein Denkfehler liegt und warum doch alles noch viel schöner weiter gehen wird.</p>
<p>Grüße<br />
Morpheus</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361080</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361080</guid>
<pubDate>Mon, 13 Jul 2015 19:40:05 +0000</pubDate>
<dc:creator>Morpheus</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Welches Volk hat seine eigene Kultur je grundsätzlich in Frage gestellt? (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Taurec,</p>
<p><em>&gt; Einerseits zöge Verweigerung bald das persönliche Verhungern nach sich,<br />
[quote]andererseits hält die Mehrheit ihre Tätigkeit wohl für sinnvoll und<br />
glaubt, daß die moderne Welt in ihren Grundfesten in Ordnung wäre, auch<br />
wenn es sich in beiden Fällen nur um die Auflösung empfunderer<br />
&quot;kognitiver Dissonanz&quot; handelt. Wir befinden uns im Banne einer &quot;totalen<br />
Mobilmachung&quot;, der sich die wenigsten entziehen können. In der Regel wird<br />
die Zivilisation in ihrer Gesamtheit nicht in Frage gestellt.</em>[/quote]</p>
<p>Wann und von welchem Volk wurde die eigene Kultur oder Zivilisation je grundsätzlich in Frage gestellt? ME ist das unvorstellbar und wäre widernatürlich, da ja damit die auf eben dieser Kultur beruhenden geistigen Kraft in Frage gestellt werden müsste. Die Dissoziation der eigenen Kultur ist ein psychologisches Muster, das Einzelne entwickeln - aber aber ein ganzes Volk? Selbst Rebellionen sind ja immer nur auf Verbesserungen ausgerichtet und nicht auf einen Kultur- oder Systemkollaps, um etwas komplett neues zu erschaffen.</p>
<p> <em>Sofern einem<br />
[quote]überhaupt dämmert, daß etwas nicht stimmt, kritisiert man einzelne<br />
Aspekte, die einem gerade ins Auge fallen, z. B. die Demokratie, die<br />
irgendwie auf Abwege gekommen zu sein scheint, wenn man sie mit dem<br />
verankerten, halbbewußt geglaubten Idealbild vergleicht. Sie müsste nur<br />
repariert werden, indem man wahre Demokraten an die Macht wählt, dann<br />
würde alles besser werden.</em>[/quote]</p>
<p>Das war doch noch nie anders und deshalb finde ich es obsolet, es nun alleinig der modernen Welt anzukreiden.</p>
<p><em> Oder man vermeint den Zins als Grundübel zu<br />
[quote]erkennen und konstruiert eine Reihe glücklich machender, alternativer<br />
Währungssysteme. Oder man macht die Umweltzerstörung, die Großkonzerne,<br />
Massenzuwanderung, Geburtenschwund, Dekadenz oder diverse Verschwörungen<br />
verantwortlich. Jeder hat seine eigene Ahnung, wo der Fehler verborgen<br />
liegt. All diesen Ansätzen ist gemein, daß sie die Gesamtheit der<br />
modernen Welt und ihre geistigen Grundlagen nicht in Frage stellen. Dem<br />
Menschen würde ansonsten dämmern, daß auch er selbst auf einem falschen<br />
Fundament steht, daß auch er keine Lösung bereit hat, denn die Lösung<br />
bestünde darin, sich selbst abzuschaffen.</em>[/quote]</p>
<p>Was wäre dann das <em>richtige</em> Fundament? Eine Monarchie? Mag ja romantisch klingen, aber leider sah die Realität in monarchistischen Zeiten ganz anders aus: Die Könige und die Herrschenden waren im Durchschnitt dekadenter, intriganter und geldgeiler als jeder durchschnittliche moderne Politiker, das einfache Volk dümmer und leichter zu manipulieren als noch der einfältigste RTL2-Konsument. </p>
<p><em>Nicht zuletzt würde jede<br />
[quote]ernsthafte Änderung zwangsläufig den Tod von Milliarden Menschen nach<br />
sich ziehen, deren Überleben von der derzeitigen Wirtschaftsweise<br />
abhängt. Daher wird die Welt in ihrer augenblicklichen Gestalt für<br />
richtig gehalten, während man an zu reformierenden Einzelaspekten<br />
herummäkelt und ansonsten seinen täglichen Verrichtungen nachgeht.<br />
Das Ganze läuft weiter, bis dem Ameisenhaufen entweder die Ressourcen<br />
ausgehen oder er von außen abgefackelt wird. </em>[/quote]</p>
<p>Wieder erkenne ich keinen Unterschied zu allen Gesellschaften, die seit der Entstehung der Kultur bestanden haben. Es scheint mir einfach der normale Gang des Kultur- bzw. Zivilisationsmenschen zu sein. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.</p>
<p>Beste Grüsse Nonpopulo</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361074</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361074</guid>
<pubDate>Mon, 13 Jul 2015 18:59:55 +0000</pubDate>
<dc:creator>Nonpopulo</dc:creator>
</item>
<item>
<title>&quot;Bundeszuschüsse&quot;, die Alten &amp; das Deutsche Wirtschaftswunder .. (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallöchen Silke!</p>
<blockquote><blockquote><p>Für Renten ist gar kein gespartes Geld notwendig. Denn Renten können prinzipiell vollständig aus den momentanen Rentenbeiträgen der Erwerbstätigen finanziert werden. Das nennt sich direktes Umlageverfahren. Somit können die eingezogenen Rentenbeiträge unmittelbar wieder ausgeschüttet und realwirtschaftlich ausgegeben werden.</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>Dank Bundeszuschüssen und zusätzlichen Bundeszuschüssen...siehe S.20<br />
<a href="http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/238692/publicationFile/61815/01_rv_in_zahlen_2013.pdf">http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/238692/publicationFil...</a><br />
<a href="http://www.bmas.de/DE/Service/Rentenlexikon/Functions/glossar.html?cms_lv2=54334&amp;cms_lv3=54256">http://www.bmas.de/DE/Service/Rentenlexikon/Functions/glossar.html?cms_lv2=54334&amp;cm...</a></p>
</blockquote><p>Ja, <strong>man hat die Familie (nicht nur wirtschaftlich) kaputt gemacht, die abgabenpflichtigen Löhne gesenkt oder ganz entsorgt, das präkere &quot;Niedriglohnsektor&quot; eingeführt und die Pflichtbeiträge für Altersrente gesenkt</strong> .. alles Errungenschaften der neoliberalen Politik seit der &quot;Wende&quot; ab ca. 1990. Klar, dass dann Bundeszuschüsse auf Kosten der zinspflichtigen Staatsverschuldung notwendig geworden sind.<br />
<strong>Es war aber schon mal anders in Deutschland!</strong> Da hatte die Rentenkasse Jahrzehnte lang genug Einnahmen, um gute Renten zu zahlen .. bei gleichbleibender Staatsverschuldung (relativ zum BIP).</p>
<p>Hierzu habe ich mich auch schon mal geäußert, so z.B. hier:<br />
<a href="http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=360491">http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=360491</a></p>
<blockquote><p>Ashitaka CM und andere haben doch geschrieben und Siebholz hat doch Recht. <span class="underline">Wir sind noch am Anfang unserer Deflation</span>.</p>
</blockquote><p>Nein, wir sind längst mitten drin. Dieser Anfang ging bereits in die Beschleunigungsphase etwa ab dem Jahr 1990. Erste Anzeichen dafür waren ca. ab dem Jahr 1980 zu beobachten .. mit der sich bereits abzeichnenden &quot;<strong>neoliberalen Wende</strong>&quot; und der beginnenden Stagnation bzw. stetig rückläufigem Wachstum. <br />
<strong>Das Modell der Sozialen Marktwirtschaft wurde schrittweise durch das Modell der Deregulierung der Wirtschaft abgelöst</strong>, mit der Folge beginnender Deflation und Rezession insbesondere bei der Binnenmarkt'wirtschaft. In der Exportwirtschaft wurde stetig das Lohnniveau gesenkt.</p>
<blockquote><blockquote><p>Also, die Alten haben für die Jungen gesorgt, ohne dass diese zuvor etwas angespart haben; nun gilt das Umgekehrte. Das nannte man &quot;Generationenvertrag&quot;.</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>Die Alten hatten ihr Wirtschaftswunder nach schlimmen Kriegen und die Staatsverschuldung ist explodiert. Dafür haben die Jungen jetzt die ganze Infrastruktur mit Investitionsstau, klammen Kassen der öffentlichen Hände und Zinszahlungen. Das ist kein Vertrag, das ist Nachschuldnersuche.</p>
</blockquote><p><strong>Die Alten haben das Wirtschaftswunder mit eigenen Händen gemacht</strong>, nagelneue Infrastruktur aufgebaut, Kinder gezeugt und großgezogen, usw. .. <strong>und das alles bei konstanter Staatsverschuldung von unter 25% des BIP über 30 Jahre lang (siehe 1950-1980)!</strong> Nix auf Kosten der nachfolgenden Generationen!</p>
<p>Es gab flächendeckend Tariflöhne, ausschließlich reguläre Beschäftigungsverhältnisse (auch bei Teilzeit!), den vollen 13. Lohn, Urlaubsgeld, praktisch Vollbeschäftigung, 38,5 Stunden/Woche, kräftige Aufschläge für Überstunden, Samstags- und Sonntagsarbeit (25-50%) usw. usf.. Die Krankenkasse bezahlte alles, da genügend Einnahmen vorhanden. Die Altersrenten waren ausreichend auch ohne Sozialhilfe.<br />
Es gab eine sehr begehrte und harte Währung in DE, mit der Jedermensch billig Urlaub im Ausland machen konnte. Es wurde die paritätische Mitbestimmung in einigen Branchen eingeführt; es gab starke Gewerkschaften, eine starke politische Jugend- bzw. Studentenbewegung, eine Friedens- und eine innovative ökologische Bewegung.</p>
<p><strong>Man nannte dieses Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell damals Soziale Marktwirtschaft</strong>. Die Einnahmen decken die Ausgaben; die Staatsverschuldung blieb konstant, gemessen am BIP. <strong>Alle waren zufrieden trotz deutlich höherer Abgabenlast und geringerer Rendite!</strong> Ich bin ein Augenzeuge!</p>
<p><strong>Doch dann, etwa ab dem Jahr 1980 und erst recht mit der &quot;Wende&quot; ab 1990, kamen die neoliberalen Privatisierer, Deregulierer, Abgabensenker und Model&quot;verbesserer&quot;.</strong> Das Ergebnis können wir heute begutachten und bilanzieren.</p>
<p>Du scheinst zu jung zu sein, um zu wissen, wo Deutschland schon einmal war und auf welchem Weg es sich befand.</p>
<p>Mit Gruß, Beo2</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361063</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361063</guid>
<pubDate>Mon, 13 Jul 2015 17:40:22 +0000</pubDate>
<dc:creator>Beo2</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Silke, du hast ja recht; kl. Ergänzung (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Die Alten hatten ihr Wirtschaftswunder nach schlimmen Kriegen </p>
</blockquote><p>Wirtschaftswunder heißt, private Verschuldung ist explodiert und die Staaten gewöhnten sich daran, jedes Jahr ein paar Prozenzt mehr auszugeben (Waxdumsökonomie) Die Privaten Schulden sind explodiert und die Staatsverschuldung blieb sehr moderat.</p>
<p>und die</p>
<blockquote><p>Staatsverschuldung ist explodiert.</p>
</blockquote><p>Dann endete das Wirtschaftswunder und die Staaten waren angefixt. Die Staatsverschuldung explodierte, weil man jedes Jahr ein paar Prozent mehr ausgab. (Wadumsökonomie)</p>
<p>Dann kollabierte die Dädärä und die Staatsverschuldung explodierte weiter (Waxdumsökonomie). Das hat ein Jahrzehnt lang funktioniert.</p>
<p>Dann endeten die staatlichen Mehrausgaben in der BRD und der Euro kam. Und die Staatsverschuldung explodierte im Euroraum (Waxdumsökonomie).</p>
<p>So, was machen wir jetzt?</p>
<p>Ich weiß was!</p>
<p>Wenn die Zwischeneinlage mit Griechenland vorbei ist, dann machen wir ttip und Steigerung der Militärausgaben (Ukrainekrise). Dann explodieren die Staatsausgaben weiter und wir haben wieder Waxdumsökonomie.</p>
<p>Und so behalten wir unsere Demokratie noch ein paar Jahre. Demokratie ist nämlich eine Waxdumsökonomie.</p>
<p>Da kann die Bernadette_Lauert schimpfen, was sie will, Demokratie geht vor.</p>
<blockquote><p>Dafür haben die Jungen jetzt die ganze Infrastruktur mit<br />
Investitionsstau, klammen Kassen der öffentlichen Hände und<br />
Zinszahlungen.<br />
Das ist kein Vertrag, das ist Nachschuldnersuche.</p>
<p>Liebe Grüße<br />
Silke</p>
</blockquote><p>Gruß Mephistopheles</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361058</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361058</guid>
<pubDate>Mon, 13 Jul 2015 16:34:43 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mephistopheles</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Von Bundeszuschüssen und Generationsverträgen... (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Beo,</p>
<blockquote><p>Für Renten ist gar kein gespartes Geld notwendig. Denn <strong>Renten können<br />
prinzipiell vollständig aus den momentanen Rentenbeiträgen der<br />
Erwerbstätigen finanziert werden.</strong> Das nennt sich direktes<br />
Umlageverfahren. Somit können die eingezogenen Rentenbeiträge unmittelbar<br />
wieder ausgeschüttet und realwirtschaftlich ausgegeben werden.</p>
</blockquote><p>Dank Bundeszuschüssen und zusätzlichen Bundeszuschüssen...siehe S.20<br />
<a href="http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/238692/publicationFile/61815/01_rv_in_zahlen_2013.pdf">http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/238692/publicationFil...</a><br />
<a href="http://www.bmas.de/DE/Service/Rentenlexikon/Functions/glossar.html?cms_lv2=54334&amp;cms_lv3=54256">http://www.bmas.de/DE/Service/Rentenlexikon/Functions/glossar.html?cms_lv2=54334&amp;cm...</a> <br />
Ashitaka CM und andere haben doch geschrieben und Siebholz hat doch Recht.<br />
Wir sind noch am Anfang unserer Deflation.</p>
<blockquote><p>Also, <span class="underline">die Alten haben für die Jungen gesorgt, ohne dass diese zuvor<br />
etwas angespart haben; nun gilt das Umgekehrte</span>. Das nannte man<br />
&quot;Generationenvertrag&quot;.</p>
</blockquote><p>Die Alten hatten ihr Wirtschaftswunder nach schlimmen Kriegen und die Staatsverschuldung ist explodiert.<br />
Dafür haben die Jungen jetzt die ganze Infrastruktur mit Investitionsstau, klammen Kassen der öffentlichen Hände und Zinszahlungen.<br />
Das ist kein Vertrag, das ist Nachschuldnersuche.</p>
<p>Liebe Grüße<br />
Silke</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361047</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361047</guid>
<pubDate>Mon, 13 Jul 2015 15:55:17 +0000</pubDate>
<dc:creator>Silke</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Natürlich (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><blockquote><blockquote><p>Ja, weil dieser einzelne Bauer nichts produzieren kann. </p>
</blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><p><br />
Tuen die Bauern dieser Welt aber ständig.</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Ohne Maschinenau geht da gar nichts. <br />
In den entwickelten Ländern kommt noch eine funktionierende<br />
Erdölindustrie, ein funktionierendes Stromnetz, eine funktionierende<br />
Saatgutindustrie und ein funktionierendes Vertriebssystem hinzu.</p>
</blockquote><p>Das versteht sich von selbst. Unverschämt von dir, mir zu unterstellen, auf diesen Gedanken wäre ich noch gar nie gekommen, nur weil ich hier nicht die Weltformel ausbreite.</p>
<p>Erdöl gehört zur <em>letzten Grenze</em>. Alles weitere von dir erwähnte muss natürlich von Menschen gebaut, erhalten und betrieben werden - aber von immer weniger Menschen. Das ist mein Punkt.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361043</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361043</guid>
<pubDate>Mon, 13 Jul 2015 15:13:49 +0000</pubDate>
<dc:creator>Rybezahl</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Oh Mann. Der einzelne Bauer kann überhaupt nichts produzieren (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><blockquote><p>Ja, weil dieser einzelne Bauer nichts produzieren kann. </p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Tuen die Bauern dieser Welt aber ständig.</p>
</blockquote><p>Ohne Maschinenau geht da gar nichts. <br />
In den entwickelten Ländern kommt noch eine funktionierende Erdölindustrie, ein funktionierendes Stromnetz, eine funktionierende Saatgutindustrie und ein funktionierendes Vertriebssystem hinzu.</p>
<p>Gruß Mephistopheles</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361040</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=361040</guid>
<pubDate>Mon, 13 Jul 2015 15:03:34 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mephistopheles</dc:creator>
</item>
</channel>
</rss>
