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<title>Das Gelbe Forum: Archiv 2007-2017 - Eigentumstitel</title>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/</link>
<description>Das Gelbe Forum: Archiv 2007-2017</description>
<language>de</language>
<item>
<title>Eigentumstitel (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hi DS,</p>
<p>Danke für Antwort und Kritik. Wir sind uns, wie gesagt, grundsätzlich einig. Dass neue Eigentumstitel neue NVWe schaffen, hatte ich mir erlaubt, schon auf der EW-Tagung I auszuführen. Patente z.B. gab's vor dem 19. Jh. noch nicht, also auch keine Erträge daraus. Auch der Titel &quot;Eigentum an sich selbst&quot; zählt dazu (Bauernbefreiungen, Abschaffung der Leibeigenschaft usw.) ist ein, wenn nicht der wichtigste Motor, der neuzeitlichen sog. &quot;Industrialisierung&quot; gewesen. </p>
<p> </p>
<blockquote><p>Nun, da hättest du auch wenig machen können, die habe ich nämlich vor mehr<br />
als einem Jahr abgegeben. <img src="images/smilies/zwinker.gif" alt="[[zwinker]]" /></p>
</blockquote><p>Wäre sehr für Überlassung der ganzen DA verbunden. </p>
<blockquote><blockquote><p>Nun ist allerdings die Frage, was die Abzinsung selbst beeinflusst<br />
(Fisher-Formel). Haben wir es nur mit der Erwartungslage betreffend die<br />
Abzinsungssätze zu tun, sondern auch mit der Erwartungslage die NVWe<br />
selbst betreffend? </p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>Meiner bescheidenen Beobachtung nach, tun divergieren sie (Erwartungen<br />
über zukünfitge Einkommen &amp; NVW --- nicht Zinsen) gerade nicht. Ist aber<br />
auch nicht notwendig, denn...</p>
</blockquote><p>Verstehe ich leider nicht. Ich zinse die Ertragserwartung z.B. eines 20jährigen von 1958 ganz anders ab als die eines 20jährigen heute. Ich habe ein Problem mit der Extrapolation von erwarteten Erträgen. Oder Klartext: Ein heutiger 20jähriger hat einen erheblich niedrigeren NVW als ein früherer, glaubt aber, seine Ertrags-(Einkommens-)Steigerungen würden sich ziemlich gleich entwickeln. </p>
<blockquote><blockquote><p>Ich neige dazu, die Auf- und Ab-Bewegungen eher aus einem<br />
Auseinanderklaffen der diversen Erwartungshaltungen zu erklären. Denn<br />
wären sie immer gleich, hätten wir weder Preis- noch Zinsbewegungen -<br />
unbeschadet natürlich des exogenen Faktors der massenpsychologischen<br />
&quot;Initialzündungen&quot;. </p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>Das stimmt nicht: Zins bleibt gleich --- sinkt eher, da kommen wir gleich<br />
hin --- und Erwartung bzgl. der Erträge (what so ever: Dividenden bei<br />
Aktie, Lohneinkommen, Mieten etc.) ändern sich und fertig ist die<br />
Preisbewegung in den NVW. Oder was meinst du?</p>
</blockquote><p>Genau das.</p>
<blockquote><blockquote><blockquote><p>Dottore, die Sache ist nicht unbedingt gelaufen! </p>
</blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><p><br />
Ja. Aber wenn bei (z.B.) ZB-Zinssenkungen die NVWe auch sinken statt<br />
rasant zu steigen, ist Nachdenken angesagt. </p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>ZB-Zinssenkungen machen sicher keinen Vermögenswert teuerer oder billiger.</p>
</blockquote><p>Kurzfristige Titel durchaus. Auch die langfristigen mit festgeschriebenem Coupon ändern sich. Verpfände ich einen Neunprozenter (z.B. Japan) zu 1 %, behalte ich 9 (haircut mal außen vor), bei 5 % ZB-Satz nur 4. </p>
<blockquote><p>Relevant zur Abzinsung ist ja immer ein Opportunitätszins ---<br />
Staatsanleihen o.ä. ---, der ja auch praktisch zu kassieren ist. Und diss<br />
geht nun beim ZNB-Refinanzierungssatz für Otto und Lieschen Müller nett.</p>
</blockquote><p>Ja, für die nicht, aber das ist nicht unbekannt. Früher waren die ZBs auch fürs private Publikum offen, sogar noch in der französischen Zone in der Nachkrigszeit. <br />
 </p>
<blockquote><blockquote><blockquote><p>Oder weißt du sicher ---<br />
oder deine First-Class-Kontakte ---, dass es an den Vermögensmärkten<br />
(Aktien, Immos etc.) weiter straight down geht?</p>
</blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><blockquote><p><br />
Nein, straight schon gar nicht. Das hat auch mit Kontakten nichts zu</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>tun.</p>
</blockquote><blockquote><blockquote></blockquote></blockquote><blockquote><p>Meine Rede. Dann stell es doch nächstes mal nicht als ausgemachte Sache<br />
dar.</p>
</blockquote><p>Was heißt &quot;ausgemachte Sache&quot;? Der Fed/EZB-Dissens ist kolossal und was sich gestern nach der zweiten Fed-Senkung innert Tagen ergab, war nicht die Mega-Hausse. </p>
<blockquote><blockquote><p>Ja, &quot;Haken&quot; ist ein gutes Wort. Was ich in der Tat nicht auf dem Zettel<br />
hatte, war die Transformation des &quot;Systems&quot; hin zu einer<br />
staatskapitalistisch-sozialistischen Veranstaltung. Ohne diese<br />
Transformation wäre es wohl etwas anders gelaufen. </p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>Auch das halte ich für unztreffend. Die Bude wird immer sozialistischer<br />
--- das ist halt bei den Umständen so --- und wurde es auch schon vor 50<br />
Jahren. Schön stetig, halt. <img src="images/smilies/zwinker.gif" alt="[[zwinker]]" /> </p>
</blockquote><p>Stetig ist schon okay, aber was wir seit Mitte 07 erleben, ist ein Finanzsektor-Verstaatlichungsschub, der seit den 1930ern (auch bei RTC) seinesgleichen nicht hat. Wenn Brüssel, die genehmigungspflichtigen &quot;Beihilfen&quot; von Sachsen und Düsseldorf kippt - was dann?<br />
 </p>
<blockquote><p>Was du im &quot;Kapitalismus&quot; und anderswo nicht auf der Rechnung hattest,<br />
waren die neuen unbelasteten Eigentumstitel --- mithin NVWe --- aus dem<br />
Osten (inkl. SU, China etc.) und Südamerika, die da in den letzten<br />
Jahrzehnten wenigstens ein bissel was geschafft haben, wenn auch völlig<br />
unzureichend.</p>
</blockquote><p>Ja, kenne de Soto persönlich. Der &quot;Kapitalismus&quot; ist halt leider früher erschienen. </p>
<blockquote><p>P.S.: Hier der Auszug:</p>
<p><br />
<em><br />
In derartigen Modellen sieht die Wirkungskette dann wie folgt aus:<br />
â€žThe traditional view suggests that monetary policymakers use their<br />
leverage over shortterm interest rates to influence a host of asset<br />
prices, in particular longer term interest rates and the exchange rate.<br />
The ensuing change in interest rates is then transmitted to the real cost<br />
of capital, so altering the optimal capital-output ratio and investment. A<br />
similar mechanism, although somewhat simplified, operates for investment in<br />
housing and structures and for the accumulation of inventories. In<br />
addition, changes in interest rates affect the rental cost of durable<br />
goods and the relative price of present as opposed to future consumption,<br />
thereby affecting consumer spending. Since in the short-run production is<br />
demand driven, the response of â€œinterest-sensitiveâ€ components of<br />
aggregate demand changes the output and unemployment gaps and induces<br />
adjustments in wages and prices, which feed back to the spending decisions<br />
of firms and households until a new equilibrium is reached. The exchange<br />
rate provides additional leverage to the policy maker. A monetary<br />
tightening appreciates the exchange rate, affecting prices directly via<br />
the import deflator and indirectly via a fall in net exports caused by the<br />
loss in competitiveness.â€œ (Van Els et al. (2001), S. 10)</em></p>
</blockquote><p>Der Text geht so natürlich an der Realität vorbei. Wishful thinking. <br />
  </p>
<blockquote><p>Da hapert es nun gleich an einer ganzen Reihe von Punkten. Wie oben<br />
dargelegt entspricht es den Tatsachen, dass eine ZNB mit ihrem<br />
Refinanzierungssatz weitestgehend Herr über den kurzfristigen<br />
Geldmarktzins ist. </p>
</blockquote><p>Ist sie's noch? Siehe GM-Sätze:</p>
<p>18.01.08 3,968 4,191 4,411 4,424 4,421 <br />
21.01.08 3,984 4,190 4,393 4,390 4,381 <br />
22.01.08 3,989 4,174 4,330 4,327 4,305 <br />
23.01.08 3,994 4,175 4,288 4,293 4,287 <br />
24.01.08 4,003 4,179 4,302 4,307 4,303 <br />
25.01.08 4,015 4,187 4,383 4,395 4,387 <br />
28.01.08 4,018 4,189 4,378 4,378 4,339 <br />
29.01.08 4,055 4,189 4,383 4,395 4,360 <br />
30.01.08 4,135 4,191 4,381 4,389 4,355 <br />
   <br />
EONIA (erste Spalte) überzeugt nicht richtig. </p>
<blockquote><p>Das zeigt auch die im Anhang G dargestellte<br />
Granger-Kausalitätsschätzung. Das ist aber auch wenig verwunderlich, da<br />
dort gerade das Geld, was nur sie schaffen kann, gehandelt wird.</p>
</blockquote><p>Hoffentlich kein ZB-Irrtum.</p>
<blockquote><p>Problematisch wird es nun erstmals bei den â€žasset pricesâ€œ, da diese direkt<br />
mit der Variation des ZNB-Satzes überhaupt nicht zu bewegen sind und ergo<br />
auch kein â€žhostâ€œ davon. </p>
</blockquote><p>Ja. </p>
<blockquote><p>Der Wert von Vermögenstiteln bestimmt sich, wie<br />
schon mehrfach in dieser Arbeit erwähnt, durch die Addition der<br />
abdiskontierten zukünftigen Nettoerträge des betreffenden Vermögens.</p>
</blockquote><p>Ja, nur bleibt die Wahl des Abzinsungssatzes problematisch.</p>
<blockquote><p>Abdiskontiert wird aber nicht mit irgendeinem Zins, sondern immer nur mit<br />
Opportunitätsrenditen / -zinsen. </p>
</blockquote><p>Die nicht einheitlich sind. Da spielen Bonitäten schon eine Rolle. </p>
<blockquote><p>Da scheidet der ZNB-Satz zwangsläufig<br />
aus, da er für die Wirtschafter keine Alternativanlage darstellt, sondern<br />
höchstens von einigen zu zahlen ist. </p>
</blockquote><p>Dann müsste man allerdings den Einlagensatz nehmen.</p>
<blockquote><p>Kurzfristige Geldmarktpapiere, die<br />
direkt von dem znb-bestimmten Geldmarktzins abhängen, verändern ihren Wert<br />
wegen ihrer beschränkten Fristigkeit bei Variationen des Geldmarktsatzes<br />
völlig unerheblich â€“ sie sind gerade deswegen auch ein sehr sicheres, weil<br />
schwankungsarmes Investment. </p>
</blockquote><p>Die Volas bei GM-Zinsen waren in den letzten Monaten allerdings erheblich. </p>
<blockquote><p>Ein â€žinfluenceâ€œ auf Vermögenswerte ist mit<br />
Geldmarktpapieren jedenfalls nicht zu nehmen. Es sind vielmehr die<br />
Kapitalmarktzinsen, die für die absolute Mehrheit der Wirtschafter den<br />
Referenzpunkt bei der Bewertung von Vermögenswerten bilden. </p>
</blockquote><p>Welche KM-Zinsen/Renditen? Der Spread ist gewaltig. </p>
<blockquote><p>Oben wurde<br />
knapp hergeleitet, welche Einflussgrößen es für die Höhe der<br />
Kapitalmarktrenditen gibt. Mit dem (in erster Linie staatlichen)<br />
Finanzierungsbedarf auf der einen und der Liquiditätsprämie auf der<br />
anderen Seite, handelt es sich bei den Renditen für die ZNB um ein Datum.<br />
Auch die in Anhang I präsentierte Granger-Kausalitätsschätzung zeigt<br />
derartige Ergebnisse. Deutlicher noch: Die kurzen und mittleren Laufzeiten<br />
weisen allesamt ein Ergebnis auf, wonach sie es sind, die den ZNB-Satz<br />
bestimmen. </p>
</blockquote><p>War allgemeine Lehre bis 2007. Wie's jetzt ausschaut, ist etwas ganz anderes. </p>
<blockquote><p>Vorstellbar wäre eine solche Kausalkette so, dass es den<br />
ZNB-Verantwortlichen auf die Steigung der Zinsstrukturkurve ankommt. Da<br />
von der ZNB jedoch lediglich das kurze Ende am Geldmarkt bestimmbar ist,<br />
bleibt ihr nichts übrig als eben dieses kurze Ende am Geldmarkt in<br />
gewünschte Steigung zu den von ihr nicht beeinflussbaren<br />
Kapitalmarktrenditen längerer Laufzeit zu bringen.  </p>
</blockquote><p>Und bei (markt-, nich ZB-bedingter) inverser Zinskurve?</p>
<blockquote><p>Inwiefern das den<br />
Tatsachen entspricht soll und kann hier nicht überprüft werden. Vielmehr<br />
soll hier gezeigt werden, dass die ZNB keinen Einfluss die entscheidenden<br />
Marktzinssätze nehmen kann. </p>
</blockquote><p>Das ist völlig richtig. Das einzige, was sie könnte, wäre Titel - ohne Umweg über den Markt - direkt vom Emittenten zu kaufen. Davon war hier schon die Rede (Spanien). </p>
<p>Leider bin ich noch etwas konzentrationsschwach und bitte Denkfehler zu korrigieren.</p>
<p>Dank + Gruß!</p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=8297</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=8297</guid>
<pubDate>Thu, 31 Jan 2008 06:06:10 +0000</pubDate>
<dc:creator>dottore</dc:creator>
</item>
<item>
<title>@dottore: Nochmals zu NVWen.</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><blockquote><p>da haben wir es ja! Vielleicht kannst du dich noch an unsere kleine<br />
Derivate-Diskussion erinnern --- das war und ist meine Rede. Dazu wäre<br />
u.U. auch meine Diplomarbeit von Interesse --- hier ein Auszug.</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><a href="http://www.file-upload.net/download-637514/Nettoverm-genswerte.pdf.html">Zum</a></p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>Zusammenhang zwischen Netto-Vermögenswerten und Konjunktur[/link]</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Mit dem Kapitel bin ich wohl einverstanden (&quot;da es die Veränderungen der<br />
Preise der Nettovermögenswerte sind, die dafür sorgen, dass es zur<br />
Neuverschuldungswilligkeit kommt...&quot; &quot;... sind die Preise für Vermögen<br />
niemals aus bereits erbrachter Wirtschaftsleistung erklärbar, sondern<br />
immer nur aus zukünftig erwarteter&quot;, usw.)</p>
</blockquote><p><br />
Nun, da hättest du auch wenig machen können, die habe ich nämlich vor mehr als einem Jahr abgegeben. <img src="images/smilies/zwinker.gif" alt="[[zwinker]]" /></p>
<blockquote><p>Nun ist allerdings die Frage, was die Abzinsung selbst beeinflusst<br />
(Fisher-Formel). Haben wir es nur mit der Erwartungslage betreffend die<br />
Abzinsungssätze zu tun, sondern auch mit der Erwartungslage die NVWe<br />
selbst betreffend? </p>
</blockquote><p><br />
Ausschließlich die Erträge --- wenn man streng bei Fisher-Fomel bleibt, was m.M. Sinn macht.</p>
<blockquote><p>Gerade weil Du zur Lösung des ersteren Theorie-Dilemmas die<br />
Massenpsychologie bemühst (&quot;Dabei werden die Kursbewegungen an den<br />
Vermögenswerten lediglich als Spiegelbild der dahinter liegenden<br />
massenpsychologischen Phänomene gewertet&quot;), ist gut vorstellbar, dass die<br />
Erwartungen divergieren, z.B. entfernen sich jene betreffend die<br />
Preisentwicklung von NVWen (z.B. Grundstücken) möglicherweise erheblich<br />
von jenen, die abgezinste Einkommen betreffen bzw. von jenen, die künftige<br />
Zinsentwicklung betreffend. </p>
</blockquote><p><br />
Meiner bescheidenen Beobachtung nach, tun divergieren sie (Erwartungen über zukünfitge Einkommen &amp; NVW --- nicht Zinsen) gerade nicht. Ist aber auch nicht notwendig, denn...</p>
<blockquote><p>Ich neige dazu, die Auf- und Ab-Bewegungen eher aus einem<br />
Auseinanderklaffen der diversen Erwartungshaltungen zu erklären. Denn<br />
wären sie immer gleich, hätten wir weder Preis- noch Zinsbewegungen -<br />
unbeschadet natürlich des exogenen Faktors der massenpsychologischen<br />
&quot;Initialzündungen&quot;. </p>
</blockquote><p><br />
Das stimmt nicht: Zins bleibt gleich --- sinkt eher, da kommen wir gleich hin --- und Erwartung bzgl. der Erträge (what so ever: Dividenden bei Aktie, Lohneinkommen, Mieten etc.) ändern sich und fertig ist die Preisbewegung in den NVW. Oder was meinst du?</p>
<blockquote><blockquote><p>Dürfte auch für EW'ler von Interesse sein.</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Ja, sehr.</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>Dottore, die Sache ist nicht unbedingt gelaufen! </p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Ja. Aber wenn bei (z.B.) ZB-Zinssenkungen die NVWe auch sinken statt<br />
rasant zu steigen, ist Nachdenken angesagt. </p>
</blockquote><p><br />
ZB-Zinssenkungen machen sicher keinen Vermögenswert teuerer oder billiger. Relevant zur Abzinsung ist ja immer ein Opportunitätszins --- Staatsanleihen o.ä. ---, der ja auch praktisch zu kassieren ist. Und diss geht nun beim ZNB-Refinanzierungssatz für Otto und Lieschen Müller nett.</p>
<p>Dazu noch etwas aus der besagten DA (siehe unten)</p>
<p>Passt so schön zum heutigen cut.</p>
<blockquote><blockquote><p>Oder weißt du sicher ---<br />
oder deine First-Class-Kontakte ---, dass es an den Vermögensmärkten<br />
(Aktien, Immos etc.) weiter straight down geht?</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Nein, straight schon gar nicht. Das hat auch mit Kontakten nichts zu tun.</p>
</blockquote><p><br />
Meine Rede. Dann stell es doch nächstes mal nicht als ausgemachte Sache dar.</p>
<blockquote><blockquote><p>Ich vermute es zwar --- u.a. auf der Basis von EW --- auch, aber der<br />
Unterschied zwischen einer Vermutung und sicherem Wissen ist doch klar,<br />
oder? </p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Alles, was die Zukunft angeht, kann nur Vermutung sein. </p>
</blockquote><p><br />
True, true.</p>
<blockquote><blockquote><p>Also wirklich: Du immer mit deinen als Tatsache dargestellten<br />
Vermutungen (Wünschen?)! Was soll das? Und nachher kommst du raus mit:<br />
&quot;Hatte ich nicht auf der Rechnung --- sorry!&quot; Mumpitz: Das ist eben</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>auch</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>Kapitalismus --- der schlägt manchmal Haken, die gar niemand</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>vorhergesehen</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>hatte. </p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Ja, &quot;Haken&quot; ist ein gutes Wort. Was ich in der Tat nicht auf dem Zettel<br />
hatte, war die Transformation des &quot;Systems&quot; hin zu einer<br />
staatskapitalistisch-sozialistischen Veranstaltung. Ohne diese<br />
Transformation wäre es wohl etwas anders gelaufen. </p>
</blockquote><p><br />
Auch das halte ich für unztreffend. Die Bude wird immer sozialistischer --- das ist halt bei den Umständen so --- und wurde es auch schon vor 50 Jahren. Schön stetig, halt. <img src="images/smilies/zwinker.gif" alt="[[zwinker]]" /> </p>
<p>Was du im &quot;Kapitalismus&quot; und anderswo nicht auf der Rechnung hattest, waren die neuen unbelasteten Eigentumstitel --- mithin NVWe --- aus dem Osten (inkl. SU, China etc.) und Südamerika, die da in den letzten Jahrzehnten wenigstens ein bissel was geschafft haben, wenn auch völlig unzureichend.</p>
<blockquote><blockquote><p>Jedenfalls: Das hat dich sicher schon einiges an Kredit gekostet und<br />
ich wollte es in diesem Zusammenhang einfach mal los werden, weil ich</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p>es</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>auch ein wenig schade finde.</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Das tut mir leid. <br />
(...)</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>Nein, sie <strong>schmolz</strong> wie Butter in der Sonne über die letzten 7<br />
Monate. Ob sie es auch die nächsten sieben tut steht auf einem anderen<br />
Blatt.</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Richtig + Gruß!</p>
</blockquote><p><br />
Ebenso: Besten Gruß,</p>
<p><br />
DS<br />
P.S.: Hier der Auszug:</p>
<p><br />
<em><br />
In derartigen Modellen sieht die Wirkungskette dann wie folgt aus:<br />
â€žThe traditional view suggests that monetary policymakers use their leverage over shortterm interest rates to influence a host of asset prices, in particular longer term interest rates and the exchange rate. The ensuing change in interest rates is then transmitted to the real cost of capital, so altering the optimal capital-output ratio and investment. A similar mechanism, although somewhat simplified, operates for investment in housing and structures and for the accumulation of inventories. In addition, changes in interest rates affect the rental cost of durable goods and the relative price of present as opposed to future consumption, thereby affecting consumer spending. Since in the short-run production is demand driven, the response of â€œinterest-sensitiveâ€ components of aggregate demand changes the output and unemployment gaps and induces adjustments in wages and prices, which feed back to the spending decisions of firms and households until a new equilibrium is reached. The exchange rate provides additional leverage to the policy maker. A monetary tightening appreciates the exchange rate, affecting prices directly via the import deflator and indirectly via a fall in net exports caused by the loss in competitiveness.â€œ (Van Els et al. (2001), S. 10)  <br />
Da hapert es nun gleich an einer ganzen Reihe von Punkten. Wie oben dargelegt entspricht es den Tatsachen, dass eine ZNB mit ihrem Refinanzierungssatz weitestgehend Herr über den kurzfristigen Geldmarktzins ist. Das zeigt auch die im Anhang G dargestellte Granger-Kausalitätsschätzung. Das ist aber auch wenig verwunderlich, da dort gerade das Geld, was nur sie schaffen kann, gehandelt wird.<br />
Problematisch wird es nun erstmals bei den â€žasset pricesâ€œ, da diese direkt mit der Variation des ZNB-Satzes überhaupt nicht zu bewegen sind und ergo auch kein â€žhostâ€œ davon. Der Wert von Vermögenstiteln bestimmt sich, wie schon mehrfach in dieser Arbeit erwähnt, durch die Addition der abdiskontierten zukünftigen Nettoerträge des betreffenden Vermögens. Abdiskontiert wird aber nicht mit irgendeinem Zins, sondern immer nur mit Opportunitätsrenditen / -zinsen. Da scheidet der ZNB-Satz zwangsläufig aus, da er für die Wirtschafter keine Alternativanlage darstellt, sondern höchstens von einigen zu zahlen ist. Kurzfristige Geldmarktpapiere, die direkt von dem znb-bestimmten Geldmarktzins abhängen, verändern ihren Wert wegen ihrer beschränkten Fristigkeit bei Variationen des Geldmarktsatzes völlig unerheblich â€“ sie sind gerade deswegen auch ein sehr sicheres, weil schwankungsarmes Investment. Ein â€žinfluenceâ€œ auf Vermögenswerte ist mit Geldmarktpapieren jedenfalls nicht zu nehmen. Es sind vielmehr die Kapitalmarktzinsen, die für die absolute Mehrheit der Wirtschafter den Referenzpunkt bei der Bewertung von Vermögenswerten bilden. Oben wurde knapp hergeleitet, welche Einflussgrößen es für die Höhe der Kapitalmarktrenditen gibt. Mit dem (in erster Linie staatlichen) Finanzierungsbedarf auf der einen und der Liquiditätsprämie auf der anderen Seite, handelt es sich bei den Renditen für die ZNB um ein Datum. Auch die in Anhang I präsentierte Granger-Kausalitätsschätzung zeigt derartige Ergebnisse. Deutlicher noch: Die kurzen und mittleren Laufzeiten weisen allesamt ein Ergebnis auf, wonach sie es sind, die den ZNB-Satz bestimmen. Vorstellbar wäre eine solche Kausalkette so, dass es den ZNB-Verantwortlichen auf die Steigung der Zinsstrukturkurve ankommt. Da von der ZNB jedoch lediglich das kurze Ende am Geldmarkt bestimmbar ist, bleibt ihr nichts übrig als eben dieses kurze Ende am Geldmarkt in gewünschte Steigung zu den von ihr nicht beeinflussbaren Kapitalmarktrenditen längerer Laufzeit zu bringen.  Inwiefern das den Tatsachen entspricht soll und kann hier nicht überprüft werden. Vielmehr soll hier gezeigt werden, dass die ZNB keinen Einfluss die entscheidenden Marktzinssätze nehmen kann. <br />
</em></p>
]]></content:encoded>
<link>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=8066</link>
<guid>https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=8066</guid>
<pubDate>Tue, 29 Jan 2008 12:24:43 +0000</pubDate>
<dc:creator>DarkStar</dc:creator>
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