Neues aus der Rubrik "Dinge, die die Welt nicht braucht"
Jungens,
ich habe die kurze Auszeit aus dem Forum genutzt, um die Kräfte auf das wesentliche zu konzentrieren und sinnvolles zu entwickeln. Als Ergebnis habe ich das gemacht, was alle machen, die mehr Zeit als Ahnung haben, welches da wäre: ein Blog.
Et voià , unter dem verheissungsvollen Motto "Wirtschaft & Politik aus allerletzter Hand", der tägliche Erguß an konzentrierter Ahnungslosigkeit auf www.weissgarnix.de.
Heisst keinesfalls, dass ich dem Forum Konkurrenz machen oder nicht mehr hier posten will, sondern heisst lediglich, dass man so seine Message auf die Reise schicken und hernach relaxen kann, ohne sich daran stören zu müssen, dass am selben Ort gerade die Invasion der Türken oder der christlich-fundamentalen Glaubensfanatiker stattfindet. Diese Blogs sind eine tolle Geschichte, man kann da Beiträge mit Kommentaren versehen, oder Fragen stellen, und hernach drüben wie hüben weiterdiskutieren, ganz wie man das möchte. Seht Euch das gerne mal an.
Zur Feier des Tages hier der letzte Eintrag, mit dem frisch-fruchtigen Titel:
Oje, Oje, gleich is sie hin, die IiiKaaBee …
Für die IKB Deutsche Industriebank spitzt sich die Lage zu. Die maßgeblichen Eigentümer, allen voran die KfW und die Stiftung Industrieforschung, übten sich nämlich unisono in der wenig überraschenden Erkenntnis, dass ihnen der “Spielraumâ€, sprich die finanziellen Mittel für eine Rettung des Finanzinstituts fehlen. Schlappe 2 Mrd. Euro werden gebraucht, davon 500 Mio auf die ganz Schnelle, sonst sind auch für die IKB die berühmt-berüchtigten “3 Wochenâ€, die jedem mittelständischen GmbH-Geschäftsführer als Begriff geläufig sind wie guten Christen das “Amen†in der Bibel, schneller vorüber, als die IKB-Oberen den Satz “Anmeldung der Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit†ihren Sekretärinnen diktieren könnten. Too bad.
Aber wer weiß: vielleicht kommt ja noch einer um die Kurve gebogen, einer, der tendenziell immer Geld hat … und der sich normalerweise nicht lange bitten läßt, wenn wieder irgendwo im Land eine Company sich als “too big to fail†herausstellt: der Steuerzahler. Dementi hin, Dementi her, dem Bürger in die Tasche greifen ist nicht schwer … gerade dann, wenn man dem eh gerade die größte Steuererhöhung der letzten 300 Jahre aufgebrummt hat. Wie sagt Herr Steinbrück, “der Steuerzahler werde von der IKB-Krise nicht belastetâ€? - Aber natürlich nicht, er bleibt völlig ungeschoren, der Steuerzahler … aber nicht seine Geldbörse, das ist ja wohl völlig klar! SPD-â€Neusprech†vom Feinsten …
Ja, aber: wäre das nicht eh besser, wenn die IKB gerettet werden würde, notfalls auch vom Staat ? Weil würde ansonsten nicht die “Einlagensicherung†der Banken greifen, und die rund 28 Mrd “Verbriefte Schulden†der IKB sowie die 14 Mrd. Kreditschulden bei anderen Banken ersetzen ? So schreiben es doch alle, der “Spiegel†und die “FTD†… Nicht wahr, das will man doch nicht, weil dann würde das Geld des Einlagensicherungsfonds ja fehlen, für die kleinen Sparer und so, nicht wahr ? Nein, das kann man wirklich nicht wollen.
Aber weil wir das natürlich genau wissen wollen, lesen wir mal bei der Einlagensicherung nach, wie die das sehen. Kann man ganz bequem machen, nämlich hier, auf der Website des deutschen Bankenverbandes. Da steht zur Frage “Welche Einlagen werden vom Einlagensicherungsfonds geschützt?†die folgende Antwort:
“Der Einlagensicherungsfonds schützt alle „Nichtbankeneinlagen“, also die Guthaben von Privatpersonen, Wirtschaftsunternehmen und öffentlichen Stellen.
Geschützt werden die Sicht-, Termin- und Spareinlagen einschließlich auf den Namen lautender Sparbriefe. Verbindlichkeiten, über die eine Bank Inhaberpapiere ausgestellt hat, wie z.B. Inhaberschuldverschreibungen, werden hingegen nicht gesichert.â€
Aha. Und was lernen wir also daraus ? - Dass die 28 Mrd. “Verbriefungen†als Inhaberpapiere wohl nicht gesichert sind, nicht wahr? Und darüberhinaus, dass die 14 Mrd. Kredite von Banken erst gar nicht unter die Einlagensicherung fallen … Beides ist also keineswegs durch die Einlagensicherung der Banken geschützt. Was bedeutet das ? - Dass es die Halter der entsprechenden Titel als auch die kreditgebenden Banken sind, die hier im Fall des Falles in den sauren Apfel beißen. Darf das sein ? - Klar darf es das, warum nicht?
Erstaunlich nur, dass selbst seriöse Medien landauf, landab den Blödsinn mit der Einlagensicherung verzapfen und damit suggerieren, der Schutz der armen, kleinen Sparer stünde ansonsten zur Debatte, wenn nicht der brave Papa Staat wieder einmal mit dem Geld seiner ungezogenen, kleinen Kiddies, die eh nichts besseres damit anzustellen wüssten, einspringt.
Was neues ? - Nee, nix neues!
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