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Neues aus der Rubrik "Dinge, die die Welt nicht braucht"

weissgarnix @, Dienstag, 12.02.2008, 09:14 (vor 6558 Tagen)

Jungens,

ich habe die kurze Auszeit aus dem Forum genutzt, um die Kräfte auf das wesentliche zu konzentrieren und sinnvolles zu entwickeln. Als Ergebnis habe ich das gemacht, was alle machen, die mehr Zeit als Ahnung haben, welches da wäre: ein Blog.

Et voià, unter dem verheissungsvollen Motto "Wirtschaft & Politik aus allerletzter Hand", der tägliche Erguß an konzentrierter Ahnungslosigkeit auf www.weissgarnix.de.

Heisst keinesfalls, dass ich dem Forum Konkurrenz machen oder nicht mehr hier posten will, sondern heisst lediglich, dass man so seine Message auf die Reise schicken und hernach relaxen kann, ohne sich daran stören zu müssen, dass am selben Ort gerade die Invasion der Türken oder der christlich-fundamentalen Glaubensfanatiker stattfindet. Diese Blogs sind eine tolle Geschichte, man kann da Beiträge mit Kommentaren versehen, oder Fragen stellen, und hernach drüben wie hüben weiterdiskutieren, ganz wie man das möchte. Seht Euch das gerne mal an.

Zur Feier des Tages hier der letzte Eintrag, mit dem frisch-fruchtigen Titel:

Oje, Oje, gleich is sie hin, die IiiKaaBee …

Für die IKB Deutsche Industriebank spitzt sich die Lage zu. Die maßgeblichen Eigentümer, allen voran die KfW und die Stiftung Industrieforschung, übten sich nämlich unisono in der wenig überraschenden Erkenntnis, dass ihnen der “Spielraum”, sprich die finanziellen Mittel für eine Rettung des Finanzinstituts fehlen. Schlappe 2 Mrd. Euro werden gebraucht, davon 500 Mio auf die ganz Schnelle, sonst sind auch für die IKB die berühmt-berüchtigten “3 Wochen”, die jedem mittelständischen GmbH-Geschäftsführer als Begriff geläufig sind wie guten Christen das “Amen” in der Bibel, schneller vorüber, als die IKB-Oberen den Satz “Anmeldung der Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit” ihren Sekretärinnen diktieren könnten. Too bad.

Aber wer weiß: vielleicht kommt ja noch einer um die Kurve gebogen, einer, der tendenziell immer Geld hat … und der sich normalerweise nicht lange bitten läßt, wenn wieder irgendwo im Land eine Company sich als “too big to fail” herausstellt: der Steuerzahler. Dementi hin, Dementi her, dem Bürger in die Tasche greifen ist nicht schwer … gerade dann, wenn man dem eh gerade die größte Steuererhöhung der letzten 300 Jahre aufgebrummt hat. Wie sagt Herr Steinbrück, “der Steuerzahler werde von der IKB-Krise nicht belastet”? - Aber natürlich nicht, er bleibt völlig ungeschoren, der Steuerzahler … aber nicht seine Geldbörse, das ist ja wohl völlig klar! SPD-”Neusprech” vom Feinsten …

Ja, aber: wäre das nicht eh besser, wenn die IKB gerettet werden würde, notfalls auch vom Staat ? Weil würde ansonsten nicht die “Einlagensicherung” der Banken greifen, und die rund 28 Mrd “Verbriefte Schulden” der IKB sowie die 14 Mrd. Kreditschulden bei anderen Banken ersetzen ? So schreiben es doch alle, der “Spiegel” und die “FTD” … Nicht wahr, das will man doch nicht, weil dann würde das Geld des Einlagensicherungsfonds ja fehlen, für die kleinen Sparer und so, nicht wahr ? Nein, das kann man wirklich nicht wollen.

Aber weil wir das natürlich genau wissen wollen, lesen wir mal bei der Einlagensicherung nach, wie die das sehen. Kann man ganz bequem machen, nämlich hier, auf der Website des deutschen Bankenverbandes. Da steht zur Frage “Welche Einlagen werden vom Einlagensicherungsfonds geschützt?” die folgende Antwort:

“Der Einlagensicherungsfonds schützt alle „Nichtbankeneinlagen“, also die Guthaben von Privatpersonen, Wirtschaftsunternehmen und öffentlichen Stellen.

Geschützt werden die Sicht-, Termin- und Spareinlagen einschließlich auf den Namen lautender Sparbriefe. Verbindlichkeiten, über die eine Bank Inhaberpapiere ausgestellt hat, wie z.B. Inhaberschuldverschreibungen, werden hingegen nicht gesichert.”

Aha. Und was lernen wir also daraus ? - Dass die 28 Mrd. “Verbriefungen” als Inhaberpapiere wohl nicht gesichert sind, nicht wahr? Und darüberhinaus, dass die 14 Mrd. Kredite von Banken erst gar nicht unter die Einlagensicherung fallen … Beides ist also keineswegs durch die Einlagensicherung der Banken geschützt. Was bedeutet das ? - Dass es die Halter der entsprechenden Titel als auch die kreditgebenden Banken sind, die hier im Fall des Falles in den sauren Apfel beißen. Darf das sein ? - Klar darf es das, warum nicht?

Erstaunlich nur, dass selbst seriöse Medien landauf, landab den Blödsinn mit der Einlagensicherung verzapfen und damit suggerieren, der Schutz der armen, kleinen Sparer stünde ansonsten zur Debatte, wenn nicht der brave Papa Staat wieder einmal mit dem Geld seiner ungezogenen, kleinen Kiddies, die eh nichts besseres damit anzustellen wüssten, einspringt.

Was neues ? - Nee, nix neues!

antworten
 

Re.

Burning_Heart, Dienstag, 12.02.2008, 10:50 (vor 6558 Tagen) @ weissgarnix

Moin

Sieht gut aus dein Blog.
Der liveticker zum Untergang[[zwinker]]
Falls du ein Thema brauchst, würde mich mal interessieren, wie bedrohlich die momentanen Subprimekredite bei den am schlimmsten betroffenen Banken wie UBS und Citibank sind. Man redet wieder nur in Laiensprache wie 20, 30, 40 Mrd. aber wie doll schlägt das in der Bilanz der Großbanken ein?

Gruß

antworten
 

interessante Seite, meinen Respekt!

Heiko Thieme, Dienstag, 12.02.2008, 12:20 (vor 6558 Tagen) @ weissgarnix

LG

H T

antworten
 

und weisst du was mit IKB passieren wird?...............

ottoasta @, Dienstag, 12.02.2008, 12:30 (vor 6558 Tagen) @ weissgarnix

....der Staat wird mit Steuergeldern einspringen, denn ein Zusammenbruch der IKB, also einer Bank, wäre verheerend für Deutschland, ein Signal!!
'Die' werden es nicht zulassen, dass eine Bank krepiert!
Der Steuerzahler wird bluten, wie schon immer.

Mich würde es wirklich überraschen, falls dieses Szenario nicht eintritt und die Bank pleite geht!
Gruss
Otto

PS: Schön dass die wieder da bist, deine fundierten Wirtschaftsartikel fehlten!

--
Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben.
Tolstoi

antworten
 

Angst vorm Volk haelt Steuern immernoch niedrig!

imperator, Dienstag, 12.02.2008, 13:31 (vor 6558 Tagen) @ ottoasta

....der Staat wird mit Steuergeldern einspringen, denn ein Zusammenbruch
der IKB, also einer Bank, wäre verheerend für Deutschland, ein Signal!!
'Die' werden es nicht zulassen, dass eine Bank krepiert!
Der Steuerzahler wird bluten, wie schon immer.

die Volksaufstaende der letzten sagen wir xxx Jahre begannen stets damit, dass das Volk die hohen Steuern, zur Roemerzeit z.B. mit Kriegen noch weit weg vom Hindukusch begruendet, nicht mehr zahlen wollte.

Damals mussten alle Steuern zahlen, auch die Hartz IV Empfaenger.
Diese haben heute frei, man hat es auf die Lohnemfaenger abgesehen, trifft sich auch gut, weil die zu Aufstand i.d.R. garkeine Zeit haben!

Das ist auch der Grund, warum es solange "gut" gegangen ist.

Darum bitte ich um Steuererhoehung alles sofort und richtig knackig!
200-300% sollten moeglich sein.

Bei den Zigaretten hatten sie´s ja urspruenglich anviesiert dann dummerweise wieder fallengelassen - wegen Angst vorm Volk!

antworten
 

Nee, wirklich nix Neues: Warum es ausnahmsweise richtig wäre,..

Mephistopheles, Dienstag, 12.02.2008, 13:44 (vor 6558 Tagen) @ weissgarnix

Was neues ? - Nee, nix neues!

...wenn der Staat die angeschlagene IKB-Bank retten würde.

"Die Geschichte staatlicher Rettungsaktionen zugunsten deutscher Großunternehmen ist eine Geschichte von Pleiten, Pech und Pannen."
Nachdem festgestellt wurde, bis jetzt habe die staatlichen Eingriffe nichts gebracht, schließt unser Journalist natürlich messerscharf:
"So berechtigt all diese Argumente sind - im Fall IKB muss der Staat eine Ausnahme machen und Geld bereitstellen."

nämlich um eine Kettenreaktion vermeiden

Merke: Nie, nie wieder dem schlechten Geld gutes hinterherwerfen, nur....nur diesmal noch....usw.

Weissgarnix, du hast recht, wirklich nix neues.

Ich halt mich da mal lieber an Mister Nurns:
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=10024

Gruß Mephistopheles

antworten
 

Schadeeee...

kieselflink @, Dienstag, 12.02.2008, 13:49 (vor 6558 Tagen) @ weissgarnix

Salve,

ich habe die kurze Auszeit aus dem Forum genutzt, um die Kräfte auf das
wesentliche zu konzentrieren und sinnvolles zu entwickeln. Als Ergebnis
habe ich das gemacht, was alle machen, die mehr Zeit als Ahnung haben,
welches da wäre: ein Blog.


Hmmm, sieht aus, als stehe auf der Werkstraße noch eine Nachschicht an.

Oder ein Anruf bei 1&1?

Weil:

Error 500 - Internal server error

Ein interner Fehler ist aufgetreten!
Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt.

Oder gibbet Gesichtskontrolle am Blogeingang?

Das würde natürlich einiges erklären <img src=" />

--
cheers - kieselflink

antworten
 

Regierung will Mittelstandsbank IKB mit Steuergeldern retten (mit Verweis)

Kaltmeister ⌂ @, Dienstag, 12.02.2008, 16:22 (vor 6557 Tagen) @ weissgarnix

BANKENKRISE
Regierung will Mittelstandsbank IKB mit Steuergeldern retten

Die Bundesregierung will die Pleite der Mittelstandsbank IKB offenbar durch den Einsatz von Steuergeldern abwenden. Am Mittwoch soll auf der Verwaltungsratssitzung der Staatsbank KfW über das Vorgehen entschieden werden. Bereits am Vorabend wurden auf einer Krisensitzung Optionen diskutiert.


http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,534889,00.html

antworten
 

Normalerweise kommt Vollsozialismus...

Burning_Heart, Dienstag, 12.02.2008, 17:05 (vor 6557 Tagen) @ Kaltmeister

doch erst am Ende einer langen Defla und nicht direkt am Anfang.
Ich hab mich übrigens auch verspekuliert und hätte auch gern einen Steuerzahler-Bailout.
Wer bekommt die Kontonummer?

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