Steinbrück, mit seiner großen Klappe ( "... lose Kanone an Deck"), wäre gut beraten, sich um die losen Kanonen im eigenen Haus zu kümmern, denn die personellen Verknüpfungen wie auch das fachliche Versagen in Sachen IKB haben es in sich.
Nachdem die IKB ganz offensichtlich einmal wieder kurz vor der Pleite steht, muss man sich die Frage stellen, ob die lieben Genossen hier nicht etwas Grundsätzliches versiebt haben. Interessant wird die IKB-Nummer, wenn man einmal die personellen Verknüpfungen und Sachverhalte betrachtet:
1. Die außerbilanziellen Aktivitäten der IKB waren in den Jahresberichten klar und deutlich aufgeführt, und somit auch für den Aufsichtsrat sichtbar.
2. Im Aufsichtsrat der IKB (siehe Link) sitzt ein Herr Jörg Asmussen, seines Zeichens Leiter der Abteilung VII, Bundesministerium der Finanzen.
3. Zum Zuständigkeitsbereich des Herrn Asmussen (siehe Link, Organigramm BMF) gehören unter anderem die BaFin wie auch die KFW
4. Der Chef der BaFin, Herr Jochen Sanio, berichtet also an Herrn Asmussen.
Fasst man diese Punkte zusammen, heißt das in der Konsequenz: Der Chef des obersten deutschen Bankenaufsehers sitzt im Aufsichtsrat der IKB, während diese im Subprime-Bereich Milliarden versenkt, obwohl dem Bundesfinanzministerium nachweislich seit Ende 2005 die Risiken der US-Subprime-Kredite bekannt waren. Bei den diversen Rettungsversuchen der IKB ist es dann natürlich sehr hilfreich, dass auch die KFW im Zuständigkeitsbereich des Herrn Asmussen liegt. Dass jetzt ausgerechnet die "Spezialdemokraten" - Asmussen, Steinbrück und Matthäus-Maier - gemeinsam mit Sanio auf Empörung und Sanierer machen, ist im Prinzip ein dicker Hund, da sie schlicht in ihrer Aufsichtspflicht versagt haben. Es zwingt sich einem der Verdacht auf, dass es hier nicht mehr um die Bank oder den Finanzstandort geht, sondern nur noch darum, dass einige Genossen ihren Hals retten wollen. Und dafür sind sie sogar bereit, weitere Milliarden unserer Steuergelder zu vernichten.
Nur eine Frage der Blickrichtung ;-)
QuerDenker
, Dienstag, 12.02.2008, 15:36 (vor 6558 Tagen) @ harryinfo
Ironiewarnung !
Wäre das nicht wohlwollend so zu interpretieren, daß die BAFin
Herr Jörg Asmussen als "verdeckten Ermittler" bei der IKB "eingeschleusst" hat ?
(leider ja wohl zu spät oder doch nicht ?)
Oder ist das ganze ein Selbstversuch der KfW des "Sicherungsinstrumentes" ? -- Der Versuch waer dann aber auch sehr erfolgreich verlaufen , denn deren Puffer soll ja inzwischen geleert sein. (ca 5.5 Mrd ...)
"nix fuer unguat" sagt man bald in Muenchen am Nockherberg ![[[zwinker]]](images/smilies/zwinker.gif)
--
10cc: 'communication is the problem to the answer'
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Interessant, daß Jörg Asmussen als ehemaliger Student von AW (mT)
DT
, Dienstag, 12.02.2008, 17:27 (vor 6558 Tagen) @ QuerDenker
die Fäden gezogen hat, seinen alten Doktorvater zur Buba zu holen:
http://www.zeit.de/2004/25/Asmussen
Den Namen merken wir uns schon mal, ähnlich wie Köhler mit dem Einigungsvertrag und der Währungsumstellung, die uns Mrd gekostet hat, ist Asmussen sicher noch für höheres vorgesehen, wenn man sich seine Vorgänger auf seinem Stuhl so anschaut. Dann holen wir wieder mal die IKB raus...
DIE ZEIT 09.06.2004 Nr.25
Ein Manager mit Beamtenstatus
Von Wilfried Herz
Jörg Asmussen zieht im Finanzministerium unauffällig, aber wirksam die Fäden
Für Studenten ist es immer nützlich, die richtigen Professoren zu kennen. Das ist altbekannt. Überraschend ist der umgekehrte Fall – dass der Schüler seinen Hochschullehrer in höchste Ämter hievt.
Axel Weber, bis vor kurzem ordentlicher Professor für Internationale Ökonomie, verdankt seine beiden wichtigsten Karrieresprünge seinem früheren Studenten Jörg Asmussen. Der ist inzwischen nach rasantem Aufstieg im Bundesfinanzministerium mit 37 Jahren der jüngste Ministerialdirektor der Berliner Regierung. Asmussen überzeugte seinen Dienstherrn Hans Eichel von der Idee, Weber zum neuen Präsidenten der Deutschen Bundesbank als Nachfolger des zurückgetretenen Ernst Welteke zu machen. Hans Eichel wiederum setzte den Kandidaten-Vorschlag bei Bundeskanzler Gerhard Schröder durch, der zunächst lieber den Keynesianer Peter Bofinger an der Spitze der Notenbank gesehen hätte. Zwei Jahre zuvor war es ebenfalls Asmussens Einfall gewesen, Weber in den Kreis der fünf Wirtschaftsweisen, den Edel-Think-Tank zur Wirtschaftspolitik, zu berufen.
Die Kür des Bundesbankchefs zeugt vom Einfluss, vor allem aber vom politischen Gespür des Ideengebers. Keine andere wichtige Personalentscheidung der rot-grünen Bundesregierung ist auf derart einhellige Zustimmung gestoßen. Asmussen, seit 15 Monaten als Abteilungsleiter für die nationale und internationale Finanzmarkt- und Währungspolitik zuständig, ist der Prototyp des modernen Staatsdieners: gut ausgebildet und kompetent, unprätentiös und eher lässig im Umgang, präzise in der Arbeit, mit eigenem Kopf, aber stets loyal. Ein durchsetzungsfähiger Verhandler und Stratege, der weiß, wann er welche Kompromisse eingehen muss.
„Er ist ein echter Manager im Ministerium“, sagt Stefan Seip, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI), „davon brauchten wir mehr.“
*** Na da wissen wir ja, woher der Wind weht. Ein Lobbyist für die Investmentbranche. Riester, Rürup, etc. Und DER soll jetzt bei der IKB aufräumen, und DER war Chef von Sanio, der die Investmentfirmen kontrollieren sollte? Vetternwirtschaft und Korruption pur. ***
Begonnen hat der gebürtige Flensburger seine Beamtenlaufbahn im Finanzministerium zur Amtszeit von Theo Waigel. Sein damaliger Chef Klaus Regling, heute Generaldirektor für Wirtschaft und Währung in der Europäischen Kommission, ist voll des Lobs: „Asmussen ist ein sehr guter Ökonom, und er ist arbeitswütig – beides Qualitäten, die im Finanzministerium gebraucht werden.“ Regling stellte ihn nicht zuletzt deshalb ein, weil Asmussen sein Volkswirtschaftsstudium in Bonn schnell absolviert und zusätzlich ein Diplom an der Mailänder Bocconi-Unversität, einer der Topadressen in Europa, erworben hatte. Der EU-Spitzenbeamte saß damals auf Asmussens heutigem Posten, der auch für andere Staatsdiener zum Sprungbrett zur Topkarriere wurde: für den künftigen Bundespräsidenten Horst Köhler; für Gert Haller, der inzwischen als Chef eines Bauspar- und Versicherungskonzerns fungiert, und für Jürgen Stark, heute Vizepräsident der Bundesbank. Sie alle zählen zu seinen Amtsvorgängern.
Anfangs arbeitete Asmussen im Referat für internationale Finanz- und Währungspolitik, das er heute leitet. Doch nach dem Regierungswechsel 1998 wurde er erst mal persönlicher Referent des Staatssekretärs Heiner Flassbeck, eines ausgeprägten Keynesianers. Nach dem Rücktritt Oskar Lafontaines holte ihn Hans Eichel als Leiter des Ministerbüros. Im März 2003 übernahm er dann den Chefposten in seiner heutigen Abteilung. Eine seiner heikelsten Missionen führte ihn jüngst nach Frankfurt, als dort der auf seine Unabhängigkeit pochende Bundesbankvorstand über die Zukunft von Ernst Welteke beriet, der schließlich über die Adlon-Affäre stolperte.
In seiner Freizeit kocht Asmussen gern. Er joggt und fährt mit dem Fahrrad ins Büro wie auch zu Terminen in den anderen Berliner Ministerien. Aber über seine Person möchte er in den Zeitungen am liebsten gar nichts lesen. Das entspricht seinem Rollenverständnis: Als Beamter hat man für den Minister und das Ministerium „möglichst geräuschlos die Hindernisse wegzuräumen“. Da kann zu viel Publicity nur schaden. Insofern waren seine früheren Chefs Jürgen Stark und Klaus Regling, aber auch Haushaltsstaatssekretär Manfred Overhaus prägend. Von seinem direkten Vorgänger Axel Nawrath, inzwischen Direktor bei der Deutschen Börse, hat er etwas anderes gelernt: „Man muss die Macht wollen.“
„Man braucht zehn Freunde, die einen decken, wenn die Luft bleihaltig ist“
Zu seinem Selbstverständnis gehört auch: Intern soll sehr offen diskutiert werden, aber was dann entschieden wird, das gilt – und dafür muss der Beamte nach außen eintreten. „Wer immer eine eigene Meinung vertreten will, sollte Politiker werden“, sagt Asmussen, der als Ministerialdirektor zu den so genannten politischen Beamten zählt, die jederzeit von ihrem Dienstherrn in den einstweiligen Ruhestand geschickt werden können. Er selbst habe zwar ein SPD-Parteibuch, aber „als Erstes bin ich Ökonom“.
Ideologische Label passen nicht auf den Volkswirt. Er sei kein Monetarist, kein Keynesianer, auch kein Neoliberaler, sondern ein „Mainstream-Ökonom“, meinen Kollegen. Asmussen selbst beschreibt sich als Marktwirtschaftler, der auf empirische Daten achtet: Wie entwickeln sich Angebot und Nachfrage, was kann man von anderen Ländern lernen? Gemeinsam mit dem jungen Bundestagsabgeordneten Carsten Schneider, einem der SPD-Netzwerker, zu denen der Beamte Kontakte pflegt, hat er ein Papier verfasst. Darin heißt es: „Es gibt eben beides: Markt- und Staatsversagen.“ Er sei, sagt er, weniger an theoretischen Konzepten interessiert als an der praktischen Umsetzung.
Den Sinn fürs Nützliche beweist Asmussen auch in seiner Abteilung. Vom Vorgänger hat er die Idee übernommen, Praktiker aus der Geldbranche für befristete Zeit auszuleihen. Derzeit arbeiten in seiner Mannschaft ein Angestellter der Deutschen Bank und einer aus dem Bankenverband.
*** Wie praktisch. Der Mann von der DeuBa schreibt gleich an den Gesetzesvorlagen mit. Ihr verdammten Dreckschweine. ***
Die Experten von außen brächten, wie er erklärt, die Markterfahrung mit, über die kein Beamter verfüge.
!!!!! Außerdem würden Jahr für Jahr Stellen eingespart, obwohl der Arbeitsanfall wachse – allein schon wegen zahlreicher EU-Richtlinen, die in nationales Recht umzusetzen seien. !!!!
Doch ist die direkte Mitarbeit von Lobbyisten an Gesetzentwürfen überhaupt zu vertreten? Ist damit nicht eine Grenze überschritten? Den Verdacht, dass die Interessensvertreter dafür gesorgt hätten, die Finanzmarktgesetze zum Vorteil der Geldinstitute und zum Nachteil der Kunden zu beeinflussen, hält Asmussen für ungerechtfertigt. Er verweist darauf, dass im Sommer der Entwurf für ein Informationshaftungsgesetz komme, wonach Bankenvorstände persönlich für die Korrektheit der Informationen haften. Der Anleger habe ein Recht auf richtige Informationen, um das Risiko abschätzen zu können. Die Entscheidung für oder gegen eine Anlage könne ihm der Gesetzgeber aber nicht abnehmen. Deshalb könne Anlegerschutz natürlich „nicht Schutz vor Kursverlusten heißen“.
Die Serie seiner Gesetzesvorlagen, mit denen die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Finanzmarktes gefördert werden soll, hat die parlamentarischen Hürden ohne Vermittlungsverfahren genommen. Das ist angesichts des rauen Klimas zwischen Koalition und Opposition zweifellos eine strategische Leistung, darauf ist er stolz. Für die frühzeitige Information über die geplanten Gesetze und die offene Diskussion darüber hat er Lob aus allen Bundestagsfraktionen geerntet. „Er tritt wirklich sachkundig auf“, so die anerkennenden Worte von Michael Meister, finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU. „Für uns ist wichtig, dass er nicht ideologische, parteipolitische Dinge in den Vordergrund rückt und dass er auf faire Weise versucht, Sachprobleme auszuräumen.“
Aus seiner Nähe zu Politikern hat Asmussen auch eine Einsicht jenseits der Ökonomie gewonnen: „Als Politiker braucht man ein Netzwerk: zehn Freunde, die einen decken und nicht wegtauchen, wenn die Luft bleihaltig ist.“ Eine Erkenntnis, die auch für Topleute in Beamtenapparaten und Unternehmen gilt. Es wäre erstaunlich, wenn er daraus nicht Konsequenzen für die eigene Arbeit zöge.
Und was hat sich Asmussen für die Zukunft vorgenommen – für die „dreißig Jahre Arbeit“, die er noch vor sich habe? Er habe sich ursprünglich vorgestellt, dass die Grenze zwischen Staatsdienst und privatem Sektor durchlässiger sei. So deutet er vage den Wunsch an, später vielleicht – zumindest auf Zeit – in der Privatwirtschaft zu arbeiten. Ihm ist vor allem der Gestaltungsspielraum wichtig, auch bei seinem gegenwärtigen Job. „Ich würde gehen, wenn ich den Eindruck hätte: Es passiert nichts mehr.“ Doch für die nächsten paar Jahre sieht er bei seinem Lieblingsthema, den europäischen Finanzmärkten, nicht die Gefahr des Stillstands. „Da ist“, sagt Asmussen, „wirklich etwas zu bewegen.“
Hier schon mal ein Bild, damit man weiß, wie (mT)
DT
, Dienstag, 12.02.2008, 17:38 (vor 6558 Tagen) @ DT
dieses trojanische Pferd der private equity Industrie, des Bankenverbandes und der Abzocker in höchster Stelle in Finanzministerium aussieht. Könnte ja sein, daß er in Berlin einem Mal über den Weg läuft:
![[image]](http://www.presse-galerien.de/DATA/projekte/278/330/picture_003.jpg)
Man wundert sich über die Mafia in Italien. Das Finanzministerium ist keinen Deut besser.
Man schaue einfach mal bei Google und der Eingabe Jörg Asmussen, was einem da alles ausgespuckt wird.
http://www.google.de/search?hl=de&q=j%C3%B6rg+asmussen&meta=
![[[kotz]]](images/smilies/kotz.gif)
I'm just a smarty boy - smarty and blue,...
Tassie Devil, Tasmania, Australia, Donnerstag, 14.02.2008, 04:10 (vor 6556 Tagen) @ DT
...I'm not alone - with cheating to do...
http://www.lyricsdepot.com/paul-anka/lonely-boy.html
dieses trojanische Pferd der private equity Industrie, des Bankenverbandes
und der Abzocker in höchster Stelle in Finanzministerium aussieht. Könnte
ja sein, daß er in Berlin einem Mal über den Weg läuft:
Man wundert sich über die Mafia in Italien. Das Finanzministerium ist
keinen Deut besser.Man schaue einfach mal bei Google und der Eingabe Jörg Asmussen, was einem
da alles ausgespuckt wird.http://www.google.de/search?hl=de&q=j%C3%B6rg+asmussen&meta=
Exakt eine dieser "smart and streamlined shapes", mit denen ich seit den
1970-er Jahren zuweilen zu tun hatte.
Der Opportunismus, die Ignoranz und der Assoziations- und Anlehnungsdrang zur Macht solcher Figuren ist geradezu sprichwoertlich.
Bei Bedarf redefinieren sie substantiiert innerhalb von nur Minuten selbst die Position ihrer Hauptfahne im Winkel von 180 Grad versetzt, ohne eine erhebliche Begabung dazu und einem Gummi-Rueckgrat laeuft dabei absolut nix...
Da mach' ich glatt mit: ![[[kotz]]](images/smilies/kotz.gif)
--
Gruss!
TD
Die StaSi tobt und Tassie kichert,
denn er ist Schaeuble abgesichert!
Es ging damals um mehr als "nur" die Staatsfinanzen.
Gradient, Mittwoch, 13.02.2008, 10:04 (vor 6557 Tagen) @ DT
Zugegeben, das neue "Finanzmarktgesetz" hat die Schleusen für die vor allem
US-Finanzindustrie in Deutschland geöffnet. Dass die Deutschbanker auch noch
ein bisschen absahnten, wird natürlich von der Zeit (der ich grundsätzlich
unedle Motive unterstelle) besonders hervorgehoben.
Damals ging es um die Wiederwahl Schröders oder die Installation der Kriegskanzlerin Merkel.
Wenn es Merkel gelungen wäre, Deutschland massiv in den Irak- und den anschließend angedachten Irankrieg zu treiben, dann wäre es noch sehr sehr viel teurer geworden, als alle IKB- LB- usw Kosten zusammen.
Ich gehe davon aus, dass sich die USA anschließend wieder auf ihre Insel zurückgezogen, beide Seiten mit Waffen versorgt (gerne auch auf Kredit) und sich so vom Hauptschuldner der Welt zum Hauptgläubiger hochgearbeitet hätten.
Anschießend kommt dann natürlich noch das lukrative Wideraufbaugeschäft. Ebenfalls gerne auf Kredit. Schaut Euch mal die Geschichte des 1/2 WKges an.
Schröder hatte, da er diesen Plan nicht unterstützte, naturgemäß viele Feinde, weshalb er nicht auch noch die Industrievertreter und die Finanzindustrie gegen sich aufbringen konnte. Politik ist halt immer die Kunst des Möglichen.
Nur als der "Kanzler aller Autos" hatte er gegen Merkel eine Chance.
Gut auch, dass damals noch Chirac am Ruder war. Ohne Frankreich, wäre eine Nichtbeteiligung am Irakkrieg nur sehr schwer realisierbar gewesen.
Durchaus möglich, dass durch dieses Finanzmarktgesetz sehr viel Geld in Richtung USA fließt, dafür werden die USA wohl nicht ein 3tes Mal durchkommen.
Man kann halt nicht alles haben.
Gruß
Gradient
Schon am 6.12.2007 hatte die Zeit diesen Milliardenbetrug incl. Vertuschung angeprangert (mTuL)
DT
, Dienstag, 12.02.2008, 18:41 (vor 6558 Tagen) @ harryinfo
http://www.zeit.de/2007/50/Banken?page=all
Die große Koalition der Unschuldigen
Von Rüdiger Jungbluth
Die Steuerzahler haften mit vielen Milliarden für Missmanagement und Aufsichtsversagen bei Staatsbanken
Ein Skandal ist, wenn VW seinem Betriebsratsvorsitzenden Prostituierte stellt und das Gehalt mit Bonifikationen aufbessert. Ein Skandal ist auch, wenn Siemens-Manager in aller Welt Bestechungsgeld verteilen, um sich Aufträge und Arbeit zu sichern. Kein Skandal ist aber offenbar, wenn die größte deutsche Staatsbank durch Fehlspekulationen und das Versagen ihrer Aufseher fünf Milliarden Euro Steuergeld verliert.
Diesen Eindruck muss man gegenwärtig haben. Die staatliche Förderbank KfW hat durch waghalsige Geschäfte ihrer Stieftochter IKB Deutsche Industriebank einen Schaden erlitten, der um ein Vielfaches höher ist als in den anderen Skandalen, die heute die Justiz und die Öffentlichkeit bewegen. Aber kaum jemand im Land interessiert sich für die Frage nach der Schuld und den Schuldigen. Noch weniger bewegt die politische Klasse die wichtige Frage, welche Lehren aus dem Debakel zu ziehen sind. Es herrscht die Mentalität: Augen zu und durch. Geld rein und Ruhe.
Die IKB hatte exorbitant hohe Summen in riskante Immobilienkredite in den USA investiert. Die Geschäfte wurden auf verschlungenen Pfaden und außerhalb der Bilanz über eine Finanzgesellschaft namens Rhineland Funding abgewickelt. Ende Juli geriet die IKB in eine Schieflage und konnte nur dadurch gerettet werden, dass die KfW mit 2,5 Milliarden Euro in die Bresche sprang. Eine weitere Milliarde schossen Banken und Sparkassen zu.
IKB-Vorstandschef Stefan Ortseifen musste zurücktreten, weitere Topmanager verließen die Bank. Gegen sie ermittelt die Staatsanwaltschaft Düsseldorf. Für Ortseifen ist es der schmähliche Schlusspunkt einer Karriere, die er womöglich als Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken hätte beenden können; bis zum Sommer galt er als aussichtsreicher Kandidat. Vergangene Woche ließ die Staatsanwaltschaft sein Haus und die Villen anderer Manager durchsuchen – eine lange überfällige Ermittlungsmaßnahme angesichts der gewaltigen Spekulationsverluste.
Ungewöhnlich viel Zeit brauchte auch der von der KfW eingesetzte Aufräumtrupp, bis er das Ausmaß des Schadens ermittelt hatte. Vergangene Woche schockte die KfW-Spitze um die frühere SPD-Politikerin Ingrid Matthäus-Maier die Öffentlichkeit mit der Mitteilung, dass die sogenannte Risikovorsorge für die IKB auf 4,8 Milliarden Euro aufgestockt werden musste.
Das ist fast doppelt so viel, wie vor drei Monaten errechnet worden war. Die Schieflage der Zockerbank entwickelt sich zum fiskalischen Albtraum. Private Banken, Sparkassen und Volksbanken müssen ebenfalls bluten, um die IKB am Leben zu erhalten, aber den größten Schaden hat die KfW. Rund fünf Milliarden Euro beträgt nach derzeitiger Einschätzung der Verlust, der allein der Staatsbank durch die Düsseldorfer Stieftochter entstehen wird. Es kann aber mehr werden.
Fünf Milliarden Euro – das ist mehr als doppelt so viel Geld, wie der Ausbau der Kinderkrippen den Bund bis zum Jahr 2013 kostet. Mit einer solchen Summe könnte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück gleich drei Exzellenzinitiativen zur Förderung der Spitzenforschung an Universitäten bezahlen.
*** Und jetzt sind wir schon bei 8 Mrd. Und es werden incl. West LB, Sachsen LB, LBBW, IKB, etc ca 80 Mrd EUR werden. Und dann die Dutzende von Mrd der EZB für Spanien, UK, Irland. Dafür hätte man unser ganzes Land generalsanieren können. Und die Villenbesitzer freuen sich ihres Lebens. Oder vielleicht schlafen sie doch nicht mehr so ruhig, weil sie ahnen, daß auch andere über ihre Schandtaten bescheid wissen... und es werden immer mehr, und ihre Namen bleiben nicht mehr unter der Decke... *****
Steinbrück bemüht sich um Schadensbegrenzung – nicht zuletzt für sich selbst. In einem Interview mit der Financial Times Deutschland beteuerte er: »Der Steuerzahler wird für die IKB-Krise nicht bezahlen müssen.« Bei Fachleuten in der Wissenschaft löste die Aussage Kopfschütteln und Verärgerung aus. »Das ist eine falsche Darstellung der Tatsachen«, sagt Isabel Schnabel, Volkswirtschaftsprofessorin an der Universität Mainz. »Wenn die KfW Geld verliert, verliert der Steuerzahler Geld.« Natürlich bleibe der Schaden beim Steuerzahler hängen, bestätigt der Nürnberger Bankenprofessor Wolfgang Gehrke. »Das Geld fehlt woanders.« Und Ekkehard Wenger, Professor für Bank- und Kreditwirtschaft in Würzburg, bestätigt: »Es ist einfach Quatsch zu sagen, dass der Steuerzahler nicht bluten muss.« Steinbrück agiere offenbar nach dem Motto »Frechheit siegt«.
Da ist was dran. Der Bundesfinanzminister warf den Bankern Ahnungslosigkeit vor. »Es gibt Bankvorstände, die der Komplexität dessen, was sie tun, nicht gewachsen sind«, sagte er. Sein Kabinettskollege Michael Glos sprach von »sträflichem Leichtsinn«. Auch er meinte – die anderen. Dabei sitzen die Minister dem Verwaltungsrat der KfW vor. Steinbrück und Glos stehen also in der Verantwortungspyramide ganz oben. Die Förderbank hält 38 Prozent der IKB-Aktien.
Kollektiv versagt hat in jedem Fall der Aufsichtsrat der IKB. Dort sitzen neben Wirtschaftsgrößen wie dem früheren Industriepräsidenten Michael Rogowski das KfW-Vorstandsmitglied Detlef Leinberger und der Abteilungsleiter im Bundesfinanzministerium Jörg Asmussen. Den Vorsitz hat der frühere E.on-Lenker Ulrich Hartmann. Ob es klug war, einen Industriemanager an die Spitze eines Bankenaufsichtsrats zu wählen, muss heute bezweifelt werden. Wenigstens Asmussen ist vom Fach. Der Beamte ist im Ministerium für Bankenaufsicht zuständig. Genützt hat auch das nichts.
Die IKB-Aufseher haben zugelassen, dass die Vorstände Wertpapiergeschäfte in einer Größenordnung machten, mit der sie nicht nur die Bank aufs Spiel setzten, sondern auch die Stabilität des deutschen Finanzwesens bedrohten.
Die Aufseher fühlen sich gleichwohl unschuldig. Ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers scheint das zu bestätigen. Dessen Fazit lautete, »dass der Vorstand den Aufsichtsrat insgesamt nur unzureichend über das wirtschaftliche Gesamtbild der IKB informierte«, wie die Bank im Oktober mitteilte. »Dem Aufsichtsrat war es damit nicht möglich, die besondere Risikosituation, die zur Existenzkrise der IKB führte, zu erkennen.«
Nicht möglich? Wenger hält das für wenig überzeugend: »Es kann nicht sein, dass die Kreditzusagen gegeben worden sind, ohne dass im Aufsichtsrat jemand davon unterrichtet war – es sei denn, der Vorstand hätte kriminell gehandelt. Dann aber müssten die heute schon alle hinter Gitter sitzen.« Weil das nicht der Fall ist, glaubt Wenger, »dass es bei der Information des Aufsichtsrats keine so großen Lücken gegeben hat«.
Die Wirtschaftsprüfer stellten fest, dass der Aufsichtsrat über die Liquiditätszusagen der Bank von mehr als acht Milliarden Euro an Rhineland Funding unterrichtet war. Dem Gremium sei aber vorenthalten worden, dass die IKB auch noch Risiken anderer Banken übernommen habe.
Bemerkenswert: Das Gutachten über die Geschäfte wird unter Verschluss gehalten. Es sei »nicht öffentlich«, teilt die IKB auf Anfrage mit. Für die Milliardenverluste gilt das leider nicht. Dafür nimmt die Bank gern Staatsgeld.
Verluste bei IKB, SachsenLB und anderen öffentlichen Banken sind für Wenger leicht erklärlich. »Öffentliche Eigentümer sind mit dem Geld der Steuerzahler unterwegs. Da sind die Anreize, gut aufzupassen, besonders schwach ausgeprägt.«
KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier verweist entschuldigend auf die hohe Komplexität der Geschäfte. Manche Verträge seien 400 Seiten dick und schwer zu durchschauen. Kritiker sehen in solchen Einlassungen den Versuch, Inkompetenz durch den Verweis auf Inkompetenz zu entschuldigen. Gleichwohl sitzt die Bankchefin sicher in ihrem Sessel.
Das erklärt sich aus der Zusammensetzung des KfW-Verwaltungsrats. Das Gremium hat 37 Mitglieder – und versammelt eine Große Koalition der Unschuldigen. Ihr gehören neben Steinbrück und Glos die Bundesminister Gabriel, Seehofer, Steinmeier, Tiefensee und Wieczorek-Zeul an. Dabei sind ferner der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und der brandenburgische Regierungschef Matthias Platzeck (SPD). Und auch die Berliner Oppositionsparteien sind mit Christine Scheel (Grüne), Oskar Lafontaine (Linkspartei) und Jürgen Koppelin (FDP) vertreten. Für die Gewerkschaften sitzen DGB-Chef Michael Sommer und ver.di-Chef Frank Bsirske am Tisch.
Als Konsequenz aus dem Milliardendebakel will die KfW ihren Anteil an der IKB verkaufen. Zudem will Steinbrück die Aufsicht über die Förderbank verbessern, indem der Verwaltungsrat einen siebenköpfigen Präsidialausschuss bekommt.
Bankenprofessorin Schnabel hält das für zu wenig. »Ich beobachte die KfW seit einer Weile und finde es beunruhigend, dass die Bilanzsumme ständig wächst. Inzwischen ist sie die sechsgrößte Bank in Deutschland. Man muss die Frage stellen, ob eine Förderbank in dieser Größe wirklich angemessen ist.« Mit dem Staat im Rücken könne die KfW dem Mittelstand günstige Kredite geben, aber dadurch verschärfe sie den Wettbewerb für private Banken – und treibe diese damit zu riskanteren Geschäften.
Wenger sieht das ähnlich. Die KfW verteile ihre Kredite für Wohnungen, Energiesparmaßnahmen und anderes Wünschenswerte »mit einem wahnsinnigen administrativen Aufwand«, kritisiert er. Die wichtigste Lehre, die aus dem IKB-Skandal gezogen werden müsse, sei aber eine andere: Die Anreizsysteme in Banken müssten geändert werden. Es sei falsch, Bonifikationen auf Jahresbasis zu zahlen, denn das verleite die Manager zu hohen Risiken. »Im Moment läuft das so, dass die Manager irgendwelche Geschäfte machen, die rentabel zu sein scheinen. Dafür kassieren sie hohe Boni – und die dicke Rechnung am Ende zahlt der Eigentümer oder Aktionär.« Und immer öfter: der Steuerzahler.
Die Büchse der Pandora
harryinfo
, Mittwoch, 13.02.2008, 02:24 (vor 6557 Tagen) @ DT
Hallo DT,
sehr gut recherchiert und die Zusammenhänge richtig erkannt. Der Kernfehler, der sowohl von der Politik wie auch von der Finanzwirtschaft momentan gemacht wird, ist, dass sich alle nur auf die Krisen in der Finanzwirtschaft konzentrieren. Die realwirtschaftlich Konsequenzen werden nicht einmal im Ansatz erkannt. Dass sie die Büchse der Pandora oben und unten geöffnet haben, wird man erst merken, wenn es der Realwirtschaft richtig an den Kragen geht. Fachlich und intellektuell ist diese ganze Truppe vollständig überfordert - und das sollte uns nicht nur Sorge, sondern richtig Angst bereiten. Die Schäden, die hier gerade angerichtet werden, sind gewaltig.
Gruß Harryinfo
Zufall oder nicht
apoll, Mittwoch, 13.02.2008, 04:45 (vor 6557 Tagen) @ harryinfo
Hallo DT,
sehr gut recherchiert und die Zusammenhänge richtig erkannt. Der
Kernfehler, der sowohl von der Politik wie auch von der Finanzwirtschaft
momentan gemacht wird, ist, dass sich alle nur auf die Krisen in der
Finanzwirtschaft konzentrieren. Die realwirtschaftlich Konsequenzen werden
nicht einmal im Ansatz erkannt. Dass sie die Büchse der Pandora oben und
unten geöffnet haben, wird man erst merken, wenn es der Realwirtschaft
richtig an den Kragen geht. Fachlich und intellektuell ist diese ganze
Truppe vollständig überfordert - und das sollte uns nicht nur Sorge,
sondern richtig Angst bereiten. Die Schäden, die hier gerade angerichtet
werden, sind gewaltig.Gruß Harryinfo
Hi, die Recherchen sind hervorragend. Man kann hier an Unfähigkeit glauben,-
ich jedenfalls nicht. Die Positionen/Weichen wurden in der Vergangenheit so gestellt,dass es genauso lief wie es gelaufen ist.Überall wurden alte,erfah-
rene Manager gegen Jüngelchen wie diesem Asmussen ausgewechselt, eitel und geprägt vom Mainstream.Hier kann das Igel Prinzip Anwendung gefunden haben: Ideologie/Geld/Eitelkeit u.Laster; es fragt sich, welchen Lastern dieser Finanzwüstling zugeneigt ist. Passt alles in die totale Ausplünderung Deutschlands. Ähnliches hat es vor 1923 schon gegeben.Das empörende ist aber, diese Verbrecher können nicht,oder werden nicht bestraft.Wie TD immer wieder betont-eine kriminelle Vereinigung.Apoll
Das finanzwirtschaftliche und das produktionswirtschaftliche Netz
Tassie Devil, Tasmania, Australia, Mittwoch, 13.02.2008, 20:11 (vor 6557 Tagen) @ harryinfo
Hallo DT,
sehr gut recherchiert und die Zusammenhänge richtig erkannt. Der
Kernfehler, der sowohl von der Politik wie auch von der Finanzwirtschaft
momentan gemacht wird, ist, dass sich alle nur auf die Krisen in der
Finanzwirtschaft konzentrieren.
Ueber die wirtschaftliche Gesamt-Struktur des finanzwirtschaftlichen Netzes und...
Die realwirtschaftlich Konsequenzen werden nicht einmal im Ansatz erkannt. > Dass sie die Büchse der Pandora oben und unten geöffnet haben, wird man
erst merken, wenn es der Realwirtschaft richtig an den Kragen geht.
...des produktionswirtschaftlichen Netzes, beides sind in sich abgeschlossene vernetzte Systeme mit vertikaler Quervernetzung, habe ich mich in diversen Beitraegen im EWF bereits ausfuehrlich ausgelassen.
Die sich seit Jahren staendig ausweitenden Inkonsistenzen, Risse und Brueche im Produktionswirtschaftsnetz, diese verursacht durch vielerlei unpaessliche, unpassende und ungeeignete Verfahren aller Massgrade auf allen Ebenen einschliesslich der Zeit als Komponente, werden nach wie vor bewusst wie gewollt verschwiegen und uebertuencht.
Fachlich und intellektuell ist diese ganze Truppe vollständig überfordert -
und das sollte uns nicht nur Sorge, sondern richtig Angst bereiten. Die
Schäden, die hier gerade angerichtet werden, sind gewaltig.
Die produktionswirtschaftlichen Schaeden sind seit den 1990-er Jahren im staendigen Wachsen begriffen, und auch sie werden immer groesser...
Gruß Harryinfo
--
Gruss!
TD
Die StaSi tobt und Tassie kichert,
denn er ist Schaeuble abgesichert!
