USA: Obamas wahrscheinliche Kandidatur erhöht Chancen auf Wahleintritt und Sieg Bloombergs
Obama sieht immer mehr wie der Sieger der Vorwahlen der Demokraten-Partei aus. Clinton hat eigentlich keine Chance mehr und das derzeitige Momentum für Obama sowie Clintons Geldknappheit tun ihr übriges.
Nun ist New Yorks Bürgermeister Bloomberg Hillary Clinton doch recht verbunden und obwohl bislang galt, dass Bloombergs Chancen bei einer polarisierenden Konstellation Huckabee/Clinton am besten seien, kommt Bloom die jetzt absehbare Kandidatur McCain/Obama am meisten zupaß:
Die harte Auseinandersetzung Clinton/Obama macht es unwahrscheinlich, dass Obama das demokratische Potenzial bei der Wahl voll ausschöpfen kann. Der Fight war so hart, so konfrontativ, dass ein erheblicher Teil der Demokratenwähler ausscheren könnte. Zwar hat Obama die Sympathien der Jugend, aber er hat NICHT die Unterstützung der älteren, weißen, bürgerlichen Demokratenwähler.
Im März spätestens will Bloom aus der Reserve kommen und seine Entscheidung bekannt machen. Interessant wird es in den nächsten Tagen schon, falls Hillarys Chancen auf nahe Null sinken sollten: Clinton wird sich die totale Niederlage ersparen wollen und aussteigen. Um dann einer Anbiederung Obamas an die Clinton-Klientel zuvorzukommen, müßte Bloom sofort einsteigen. Nur so könnte er Obamas Werbeversuch zuvorkommen. Es wäre denkbar, dass Hillary Clinton sich dann auf Blooms Seite begibt, ihn empfiehlt und sogar als Blooms Vize wieder einsteigt. Die Partei(nicht)zugehörigkeit ist in den USA absolut kein Dogma. Bloomberg selber reiste aus taktischen Gründen schon auf den Tickets der beiden großen Parteien.
Bloomberg könnte auch gut bei den Republikanern fischen. Seine Law&Order-Erfolge in NYC sind absolut exzellent und eine große Referenz. McCain gilt auch nicht gerade als der größtmögliche spirituelle Integrator der Republikaner, ist ziemlich alt und -ja- doch sehr, sehr blass. Das Wirtschaftsthema ist in den USA derzeit viel präsenter als der Irakkrieg und wie sollen ein McCain und erst recht ein Obama da Bloombergs Kompetenzen anzweifeln? Jede TV-Diskussion über Ökonomie wäre eine Farce bei diesem Dreiergespann! Bloomberg ist absoluter Selfmade-Milliardär und bräuchte nur ein kühles Lächeln aufsetzen. Mit Hillary Clinton als Vize hätte er zudem die sozial- und außenpolitische Flanke obersicher abgedeckt. Das wäre DIE Traumkonstellation!
"A Change You Can Believe In" ist Obamas Motto. Das wäre dann DER Lacher, denn das parteilose Gespann Bloomberg/Clinton würde das geradezu inhärent verkörpern: Erstmals seit 220 Jahren keine der beiden traditionellen Parteien am Ruder, DAS wäre der "Change" schlechthin, "A Change You Don't have to just BELIEVE In".
Also ich fresse einen Besen, falls es nicht so kommt!
