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Den Islam beleidigt - Todesurteil wg. Internetrecherche in Nordafghanistan

Vatapitta @, Montag, 25.02.2008, 15:16 (vor 6547 Tagen)

Moin,

mir fällt zu diesem Artikel kein Kommentar ein:
...........
Gegenwärtig sitzt in Masar-i-Scharif, im Norden des Landes, wo deutsche Truppen für Recht und
Aufbau sorgen sollen, ein 23-jähriger Journalist in der Todeszelle des dortigen Gefängnisses.

Welchen Kapitalverbrechens hat er sich schuldig gemacht? Er hat einen Artikel über Frauenrechte im
Islam aus dem Internet heruntergeladen, ausgedruckt und unter Studenten verteilt.

Sayid Pervez Kambaksch, ein Student der Balkh-Universität, der als freier Mitarbeiter für das lokale
Tagesblatt Jehan-e-Nau tätig ist, wurde "anti-islamischer Aktivitäten" angeklagt und am 27. Oktober
2007 verhaftet. Unter Missachtung der Verfassung wurde er nicht einem ordentlichen Gericht
vorgeführt, sondern der Shura-e-Ulema, dem höchsten Rat religiöser Gelehrter übergeben, der ihn am
22.Januar der Apostasie (des Abfalls vom rechten Glauben) schuldig sprach und den Strang für ihn
empfahl. .........
Süddeutsche

Gruß Vatapitta

--
Chronisch sind die Schmerzen dann, wenn der Doktor sie nicht heilen kann. http://www.liebscher-bracht.com/

antworten
 

Vatapitta

nereus @, Dienstag, 26.02.2008, 00:30 (vor 6547 Tagen) @ Vatapitta

Hallo Vatapitta!

Du schreibst: mir fällt zu diesem Artikel kein Kommentar ein

Mir schon.
Das Urteil ist ohne Zweifel weltfremd, dürfte aber weniger mit Islam-Kritik als mit handfesten politischen Hintergründen zu tun haben.

Im Artikel liest man nämlich u.a.:

Im konkreten Fall muss Pervez Kambaksch einen hohen Preis für die freimütige Kritik seines Bruder Sayid Yaqub Ibrahimi an diesen Zuständen zahlen. Ibrahimi, ein führender Enthüllungsjournalist, der mit dem "Institut für Berichterstattung über Krieg und Frieden" zusammenarbeitet, hat wiederholt Fälle von Regierungskorruption und Menschenrechtsverletzungen im Norden Afghanistans offengelegt.

In den vergangenen Monaten wurde er zunehmend vom Nationalen Sicherheitsdirektorat, der afghanischen Stasi, schikaniert. Sein Computer wurde durchforstet, er selbst bedrängt, seine Informanten preiszugeben. Nach der Verhaftung von Kambaksch wurde Ibrahimis Büro zugesperrt und sein Haus von Agenten durchsucht. Laut Meldungen hat Hafizullah Khaliqyar, stellvertretender Staatsanwalt für die Provinz Balkh, Journalisten mit Arrest gedroht, sollten sie gegen diese Pervertierung des Rechts protestieren.

Der Bruder des Todeskandidaten hat sich offenbar bei dem korrupten Karsai-Regime mehr als unbeliebt gemacht.
Karsai war aber der, den der Westen viele Jahre lang hofierte und als rettenden Engel gegen die teuflischen Taliban betrachtete.

Unter der Herrschaft der letzt Genannten, die sicher auch keine Waisenknaben waren/sind, ging der Drogenanbau deutlich zurück.
Unter der Nordallianz gibt es permanent Rekordernten zu vermelden und zwar u.a. mit freundlicher Genehmigung durch die deutsche Bundesregierung.

Das geplagte Afghanistan ist seit ca. 30 Jahren Kriegsschauplatz geostrategischer Interessen und hier spielen die Amis, wie fast überall auf der Welt, eine ganz miese Rolle.

Den erstaunlichen Wandel von terroristischen Heckenschützen zu umjubelten Freiheitskämpfern konnte man schon bei der UCK im Kosovo beobachten.

Dann liest man noch:

Der Intellektuelle Mojadedi und Karsai, der ehemalige Berater eines Ölkonzerns und CIA-Trainee, bilden die sanfte und vernünftige Fassade des Landes. Doch wenn man ihre Verknüpfungen mit den verschiedenen Mudschahedin-Fraktionen nachvollzieht, offenbart sich ihre Funktion als Strohmänner für eine habgierige Oligarchie von Klerikalen, Warlords und anderen Gangstern, die Afghanistan heute dominieren.

Das muß man sich wirklich in aller Ruhe zweimal durchlesen.
Die Klerikalen und Warlords, also die dort Seßhaften, das sind die Habgierigen.
Aber die, welche aus viele tausend Kilometern Entfernung „anreisen“ (incl. ihrer einheimischen Helfershelfer), um sich das zu nehmen, was ihnen garantiert nicht gehört, daß sind die Sanften und Vernünftigen.

Wir müssen uns fragen, ob der Einsatz unserer Truppen in Afghanistan wirklich dem Aufbau einer freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft dient, oder ob wir ein Schergenregime unterstützen, das diese Werte mit den Füßen tritt.

Na, dann fragt Euch das mal in München.
Bin sehr gespannt auf die Antwort und die künftigen Kommentare zur geplanten Truppenverstärkung.

Dein Entsetzen, Vatapitta, zum berichteten Vorfall ist sicher berechtigt.
Aber das Geschehen aus einer etwas größeren Perspektive zu beobachten ist noch viel entsetzlicher.

Nach den vielen zehntausendfach getöteten Unbekannten, was offenbar in keinem Widerspruch zur westlicher Demokratisierungspolitik steht, kräht kein Hahn.

Wie nett die westlichen „Friedensbringer“ tatsächlich sind, erhellte der Skandal um die einst abgeworfenen gelben Lebensmittelpakete im Kriegsgebiet, die den hochexplosiven Sprengmitteln täuschend ähnlich sahen.

Diese verdammte Heuchelei von Politik und Presse ist einfach nur widerlich.

mfG
nereus

antworten
 

@nereus

Vatapitta @, Dienstag, 26.02.2008, 13:33 (vor 6547 Tagen) @ nereus

Hallo Vatapitta!

Du schreibst: mir fällt zu diesem Artikel kein Kommentar ein

Mir schon.
Das Urteil ist ohne Zweifel weltfremd, dürfte aber weniger mit
Islam-Kritik als mit handfesten politischen Hintergründen zu tun haben.

Im Artikel liest man nämlich u.a.:

Im konkreten Fall muss Pervez Kambaksch einen hohen Preis für die
freimütige Kritik seines Bruder Sayid Yaqub Ibrahimi an diesen Zuständen
zahlen. Ibrahimi, ein führender Enthüllungsjournalist, der mit dem
"Institut für Berichterstattung über Krieg und Frieden" zusammenarbeitet,
hat wiederholt Fälle von Regierungskorruption und
Menschenrechtsverletzungen im Norden Afghanistans offengelegt.

In den vergangenen Monaten wurde er zunehmend vom Nationalen
Sicherheitsdirektorat, der afghanischen Stasi, schikaniert. Sein Computer
wurde durchforstet, er selbst bedrängt, seine Informanten preiszugeben.
Nach der Verhaftung von Kambaksch wurde Ibrahimis Büro zugesperrt und sein
Haus von Agenten durchsucht. Laut Meldungen hat Hafizullah Khaliqyar,
stellvertretender Staatsanwalt für die Provinz Balkh, Journalisten mit
Arrest gedroht, sollten sie gegen diese Pervertierung des Rechts
protestieren.

Der Bruder des Todeskandidaten hat sich offenbar bei dem korrupten
Karsai-Regime mehr als unbeliebt gemacht.
Karsai war aber der, den der Westen viele Jahre lang hofierte und als
rettenden Engel gegen die teuflischen Taliban betrachtete.

Unter der Herrschaft der letzt Genannten, die sicher auch keine
Waisenknaben waren/sind, ging der Drogenanbau deutlich zurück.
Unter der Nordallianz gibt es permanent Rekordernten zu vermelden und zwar
u.a. mit freundlicher Genehmigung durch die deutsche Bundesregierung.

Das geplagte Afghanistan ist seit ca. 30 Jahren Kriegsschauplatz
geostrategischer Interessen und hier spielen die Amis, wie fast überall
auf der Welt, eine ganz miese Rolle.

Den erstaunlichen Wandel von terroristischen Heckenschützen zu umjubelten
Freiheitskämpfern konnte man schon bei der UCK im Kosovo beobachten.

Dann liest man noch:

Der Intellektuelle Mojadedi und Karsai, der ehemalige Berater eines
Ölkonzerns und CIA-Trainee, bilden die sanfte und vernünftige Fassade des
Landes. Doch wenn man ihre Verknüpfungen mit den verschiedenen
Mudschahedin-Fraktionen nachvollzieht, offenbart sich ihre Funktion als
Strohmänner für eine habgierige Oligarchie von Klerikalen, Warlords und
anderen Gangstern, die Afghanistan heute dominieren.

Das muß man sich wirklich in aller Ruhe zweimal durchlesen.
Die Klerikalen und Warlords, also die dort Seßhaften, das sind die
Habgierigen.
Aber die, welche aus viele tausend Kilometern Entfernung „anreisen“ (incl.
ihrer einheimischen Helfershelfer), um sich das zu nehmen, was ihnen
garantiert nicht gehört, daß sind die Sanften und Vernünftigen.

Wir müssen uns fragen, ob der Einsatz unserer Truppen in Afghanistan
wirklich dem Aufbau einer freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft
dient, oder ob wir ein Schergenregime unterstützen, das diese Werte mit
den Füßen tritt.

Na, dann fragt Euch das mal in München.
Bin sehr gespannt auf die Antwort und die künftigen Kommentare zur
geplanten Truppenverstärkung.

Dein Entsetzen, Vatapitta, zum berichteten Vorfall ist sicher berechtigt.
Aber das Geschehen aus einer etwas größeren Perspektive zu beobachten ist
noch viel entsetzlicher.

Nach den vielen zehntausendfach getöteten Unbekannten, was offenbar in
keinem Widerspruch zur westlicher Demokratisierungspolitik steht, kräht
kein Hahn.

Wie nett die westlichen „Friedensbringer“ tatsächlich sind, erhellte der
Skandal um die einst abgeworfenen gelben Lebensmittelpakete im
Kriegsgebiet, die den hochexplosiven Sprengmitteln täuschend ähnlich
sahen.

Diese verdammte Heuchelei von Politik und Presse ist einfach nur
widerlich.

mfG
nereus

Vielen Dank für deinen langen Kommentar.
Mein Englisch ist hundsmiserabel und ich war schlicht zu müde um mich an
eine lange Übersetzung zu machen.
Deshalb habe ich wohl die wichtigeren Teile des Artikels übersehen.
Durch Dich hat er nun doch noch seine Würdigung erhalten.
Ich habe den Artikel auch gepostet, weil eine Menge junger Soldaten aus
unserer Region dort ihren Dienst machen.
Nochmals Danke!
Gruß
Vatapitta

--
Chronisch sind die Schmerzen dann, wenn der Doktor sie nicht heilen kann. http://www.liebscher-bracht.com/

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