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Back to the Future - Deutschland auf bestem Wege in die 30er

weissgarnix @, Dienstag, 26.02.2008, 02:38 (vor 6669 Tagen)

Hi,

ich stehe zugegebenermaßen aktuell stark unter dem Eindruck des Buches über die große Depression, das ich jüngst hier empfahl.

Aber dennoch drängen sich mir momentan dermaßen viele Parallelen auf, dass es mir kalt den Rücken runterläuft. Und diese Nachricht, die so an und für sich auch nicht anders zu erwarten war, passt da perfekt ins Bild: die SED (neudeutsch; die "Linke") ist endgültig im Westen angekommen, dank der Vorarbeiten von Party-Bürgermeister Wowereit und seinem links überholenden Obergenossen Beck.

Beck darf man dabei keinen Vorwurf machen, er liefert eine spieltheoretische Meisterleistung, inklusive "Brinkmanship" und allem drum und dran. Soll heissen: ob die SPD nun mit der Linken paktiert oder auch nicht, aufgrund der aktuellen Dynamik drifted Deutschlands Politik unweigerlich nach links. Das ist selbst einer Merkel mehr als recht, weil damit kann sie selber mit der "Mitte" weiter nach links rücken, und braucht weiter kein eigenes Profil für sich und die ihren aufbauen: im Prinzip kann sie nun mit alten SPD-Positionen ins Rennen gehen, die die SPD, auf dem Vormarsch nach links, an ihrem "rechten" Rand freigegeben hat. Und alle sind happy. Beck, weil er sich gute Chancen auf ein "Linksbündnis" bei der nächsten Wahl erhoffen kann oder auch so bewirkt hat, dass die ganze Republik geschlossen nach links brettert, und Angie, weil sie sich weiterhin durchwurschteln kann, ohne jegliches Konzept, aber dafür "volksnah".

Es wird also nicht lange dauern, bis es in Deutschland flächendeckend Mindestlöhne gibt, die Regulierungswut sich den Finanzmarkt greift, der Protektionismus gegenüber China et alii verstärkt wird und allerlei lustige Reformen sowohl Arbeitsmarkt als auch die Sozialsysteme weiter erstarren lassen.

Darüber eine kleine Prise Rezession, garniert mit einem Schuss "asset deflation" et voilà ... bienvenue à la nouvelle dépréssion!


Beck zwingt SPD auf Linkskurs

antworten
 

da fehlt aber noch was..............

ottoasta @, Dienstag, 26.02.2008, 03:05 (vor 6669 Tagen) @ weissgarnix

.....und zwar sowas wie damals die NSDAP! Es gibt zu den Linken keinen Gegenpol!
Ich habe mehrfach 'Mein Kampf' gelesen und die darin beschriebenen Zeiten von der ku.k Monarchie, 1 WK, Zusammenbruch, Ausrufung der Republik und 20er Jahre mit all den Versammlungen und Strassenkämpfen als sehr informativ empfunden!
Ich bin hier im Forum der älteste Teilnehmer und habe auch 1945 den Zusammenbruch, die 50er Jahre mit ihrer Redefreiheit und die schrittweise Bevormundung und Freiheitseinschränkung erlebt.

Ich denke, eine Wiederholung der 30er Jahre ist so nicht drin! Wir haben eine andere Zeitqualität, gerissenere Politiker und Wirtschaftsführer!
Das Niveau der Lebensqualität, Wohnen, Reisen, kurz das ganze Umfeld entspricht in keinster Weise den 30er Jahren!

Politisch wird die 'Masse' kurz gehalten, mit Verboten, gute Laune wird gemacht mit TV, gefilterte Nachrichten (eine Zensur findet bekanntlich nicht statt, aber man kann ja was weglassen!). Je seichter eine Unterhaltung ist, um so besser kommt sie an und verdrängt die wirklichen Probleme! Dié 'Leute' wollen die Probleme nicht sehen und nicht hören!

Passend dazu gibt es Gesetze, welche erhebliche Einschränkungen (Beispiel: §§130ff) der Meinungsfreiheit bedingen, von der Bevölkerung aber gar nicht wahrgenommen werden! Oder nicht wahrgenommen werden wollen, ja nicht die gute Diskolaune verderben!

Im Finanzbereich wird so lange wie möglich getrickst! Und das kann noch sehr lange so gehen! Es kann jede (!) Bankenkrise mit Geld vom Staat behoben werden! Die werden sich nicht scheuen Liquidität in Massen bereitzustellen. Die Staatsverschuldung ist denen eh wurscht! Wird sowieso nicht zurückgezahlt.

Solange die Geldautomaten funktionieren, solange eine Mindestexistens gesichert ist, solange wird es niemals einen Umsturz in D geben!
Stalin: Wenn der Deutsche einen Bahnhof stürmen will, kauft er vorher eine Bahnsteigkarte!
Es hat schon seinen Grund warum die Deutschen entwaffnet wurden!

Woher also kann eine Bedrohung kommen? Nur von aussen!
Stichwort: Balkan, vorderer Orient, event. Italien-Frankreich. Naturkatastrofe. Aus D selbst: Niemals!
Gruss
Otto

--
Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben.
Tolstoi

antworten
 

Lieber Otto, will dich nicht desillusionieren ...

weissgarnix @, Dienstag, 26.02.2008, 03:31 (vor 6669 Tagen) @ ottoasta

... und habe allergrößten Respekt vor Deiner Lebenserfahrung aber ...

.....und zwar sowas wie damals die NSDAP! Es gibt zu den Linken keinen
Gegenpol!

... kommt schon, keine Bange. War in Deutschland so, in Italien so, Österreich, Rumänien, Ungarn, England und .... USA! Die Amis sind in der Tat in den späten 20ern beginnenden 30ern knapp einem "sozialistischen Experiment" entgangen, wenn man der guten Frau Schlaes glauben darf. Und in den 20ern herrschte bekanntlich Vollbeschäftigung und Wirtschaftsauschwung, in einem durch und durch liberalen (und ansatzweise dekadenten) Umfeld. Die politische Entwicklung ist eine Funktion der ökonomischen, selbst einem Herrn Clinton wurde das viel später klar, als er sein "It's the economy, stupid!" münzte.

Ich denke, eine Wiederholung der 30er Jahre ist so nicht drin!

"Absolut" natürlich nicht, wir haben flächendeckend Strom, keinen Goldstandard, etc. ... aber "relativ" betrachtet ? Was macht dich so sicher?

Wir haben eine andere Zeitqualität, gerissenere Politiker und Wirtschaftsführer!

Die Jungs in den 20ern waren aber auch nicht ohne ... Mellon (Finanzminister) war ein Spitzenbanker und Industriemagnat, Hoover (Handelsminister, später Präsident) war ein begnadeter Ingenieur, Spezialist für den Turnaround von Minen-Unternehmen (lebte in dieser Funktion in China, England, Russland, und verdiente damit einen Haufen Geld). Dazu kamen eine Reihe ziemlich smarter Wirtschaftsführer, allen voran Edison, Frick, Warburg und diverse andere. Was passierte mit denen allen ? - Die wurden von Roosevelts linker Gang kaltgestellt, einfach so, von heute auf morgen. Und wie gesagt, meines Erachtens hat nicht allzuviel gefehlt, und die USA wären in den 30ern zu einer weiteren "Sowjetrepublik" geworden.

Das Niveau der Lebensqualität, Wohnen, Reisen, kurz das ganze Umfeld
entspricht in keinster Weise den 30er Jahren!

Wiederum: absolut ja, relativ betrachtet jedoch keineswegs. Die Arbeitslosigkeit zB ist durchgängig höher, als gegen Ende der 20er, vor dem Einbruch 1929. Selbst die Schwarzen in den Nordstaaten hatten quasi "Vollbeschäftigung", teilweise sogar eine geringere Arbeitslosigkeit als die Weissen.

Politisch wird die 'Masse' kurz gehalten, mit Verboten, gute Laune wird
gemacht mit TV, gefilterte Nachrichten (eine Zensur findet bekanntlich
nicht statt, aber man kann ja was weglassen!). Je seichter eine
Unterhaltung ist, um so besser kommt sie an und verdrängt die wirklichen
Probleme! Dié 'Leute' wollen die Probleme nicht sehen und nicht hören!

Das funktioniert nur, solange "das Problem" nicht direkt vor deiner Haustür steht. Die Amis hatten zu Beginn der Krise in den 30ern weder flächendeckend Strom noch Radio. Dennoch wußten sie genau, dass sie ein Problem hatten, nämlich konkret jeder für sich.

Im Finanzbereich wird so lange wie möglich getrickst! Und das kann noch
sehr lange so gehen!

nö, demnächst finito! ((c) dottore)

Es kann jede (!) Bankenkrise mit Geld vom Staat behoben werden! Die werden sich nicht scheuen Liquidität in Massen bereitzustellen. Die Staatsverschuldung ist denen eh wurscht! Wird sowieso nicht zurückgezahlt.

Das dachten in den 30ern die Herren Roosevelt, Morgenthau und Wallace auch. Das dachten auch die Japse in den 90ern ... Ausgang in beiden Fällen bekannt (wenn auch in Japan keineswegs so dramatisch).

Solange die Geldautomaten funktionieren, solange eine Mindestexistenz
gesichert ist, solange wird es niemals einen Umsturz in D geben!

Der "Umsturz" findet doch gerade statt! Das ist doch genau das, was ich in meinem Beitrag schrieb. Nur halt nacht von heute auf morgen, als Kataklismus, schwupp jetzt sind die einen da, und die anderen weg ... nein, schleichend findet das statt, so dass es keinem wirklich auffällt. Außer demjenigen natürlich, der die chose bezahlen muß, dem "forgotten man", wie dottore schon letztens schrieb.

antworten
 

Illusionen habe ich schon lange nicht................

ottoasta @, Dienstag, 26.02.2008, 06:45 (vor 6669 Tagen) @ weissgarnix

Die Amis sind in der

Tat in den späten 20ern beginnenden 30ern knapp einem "sozialistischen
Experiment" entgangen, wenn man der guten Frau Schlaes glauben darf.

##ich kenne die Geschichte von Wilhelm Reich, einem Psychoanalytiker, Jude, Kommunist! Wurde aber trotzdem verfolgt, in den 40ern, auch die McCarthy Ära ist mir noch im Bewusstsein, also die Umkehrung des Ganzen!

"Absolut" natürlich nicht, wir haben flächendeckend Strom, keinen
Goldstandard, etc. ... aber "relativ" betrachtet ? Was macht dich so
sicher?

##mich macht nichts sicher! Aber wir gehen von einem anderen Level aus! Schau dich doch um im 'Mittelstand' (da zähle ich auch Handwerker, Bauarbeiter usw. dazu). Sowas gabs in den 30er nicht! Ich habe hier die Biografie von T.Heuss über 'Robert BOSCH' (mein Vorbild, ich hatte die Ehre fast 40 Jahre für diese Firma zu arbeiten, als Funkfachhändler). Da ist sind doch die Verhältnisse sehr gut beschrieben, kein Vergleich zu heute! Hier bei uns hat fast jeder, der einen einigermassen Beruf hat, ein eigenes Haus, meist ohne Kredit, sondern in 'Nachbarschaftshilfe', also mit Freunden, Verwandten die auch Handwerker sind, erbaut! Schulden sind verpönt, Zwangsversteigerung Wohnhäuser im Landkreis fast unbekannt (2 im letzten Jahr).


Die Jungs in den 20ern waren aber auch nicht ohne ...

## das bestreite ich auch nicht, nur ist die Wissenschaft auch nicht stehen geblieben und die Erfahrungen aus eben dieser Zeit fliessen in Entscheidungen ein! Ich sehe natürlich auch, dass nicht nur die Amis über die Verhältnisse leben, auch bei uns, doch in D nicht so arg! Wir haben in den Sozialsystemen das Problem! Da könnte mal ein Funke entstehen.


Wiederum: absolut ja, relativ betrachtet jedoch keineswegs. Die
Arbeitslosigkeit zB ist durchgängig höher, als gegen Ende der 20er, vor
dem Einbruch 1929. Selbst die Schwarzen in den Nordstaaten hatten quasi
"Vollbeschäftigung", teilweise sogar eine geringere Arbeitslosigkeit als
die Weissen.

# das weiss ich und wenn du die obige Biografie liest ist es auch beschrieben.
Dass amtlich gefälscht wird, weiss auch schon 'das Volk'! Aber solange noch was auf dem Konto ist, will man alles andere ja nicht sehen.


Das funktioniert nur, solange "das Problem" nicht direkt vor deiner
Haustür steht. Die Amis hatten zu Beginn der Krise in den 30ern weder
flächendeckend Strom noch Radio. Dennoch wußten sie genau, dass sie ein
Problem hatten, nämlich konkret jeder für sich.

## die Amis haben auch heute noch eine Stromversorgung, da kommt mir als Fachmann das kalte Grausen! Aber das ist eine Randerscheinung bzw. ein Klacks gegen die anderen Probleme.
Gefährlich wird es für die insgesamt erst dann, wenn sie, wie das alte römische Reich, keine Tribute (heute Rohstoffe usw.) mehr von aussen erhalten, gegen selbstgedrucktes Geld! Wenn sie wirklich mit Devisen, also EUR oder andere zahlen müssen. Da geht dann das Licht dort aus.
Nur, solnage die die Macht haben, werden sie zwingen! Und die Macht haben sie immer noch, lange!
Ich bin überzeugt, wenn es da ans Eingemachte geht, würde auch ein Krieg, notfalls mit A-Bomben, vom Zaun gebrochen. Die Japse waren ja schon einmal nur 'Ungeziefer'! Dann sind es halt jetzt die Moslems........

nö, demnächst finito! ((c) dottore)

## da bin ich aber gespannt, ob ich es noch erlebe! Vorgesorgt habe ich ja schon, soweit zu übersehen.

Der "Umsturz" findet doch gerade statt! Das ist doch genau das, was ich in
meinem Beitrag schrieb. Nur halt nacht von heute auf morgen, als
Kataklismus, schwupp jetzt sind die einen da, und die anderen weg ...
nein, schleichend findet das statt, so dass es keinem wirklich auffällt.
Außer demjenigen natürlich, der die chose bezahlen muß, dem "forgotten
man", wie dottore schon letztens schrieb.

## ich gehörte mal auch dazu, als ehrlicher Steuerzahler.
Nun, vielleicht hast du Recht, für meinen Geschmack fehlt aber immer noch ein Mitspieler: Die Rechten! Und die wird man nicht mitspielen lassen!
Warum glaubst du, dass es da passende Paragrafen und Verbote gibt?
Solange es nur 'die Mitte' gibt (was ja alle sein wollen) und Rechts nichts ist, solange wird sich das Karussell drehen!
Natürlich gibt es mittlerweilen auch im einfachen Volk einen gewissen Unmut und etliche rufen schon um einen kleinen Diktator nur wird der nicht erlaubt und wer mehr sagt, bekommt eine aufs Maul! § 130 lässt grüssen!
So, nicht dass du meinst , ich wäre rechtsgestrickt, nein! Ich sehe nur was so 'im Volk' rumgeistert. Aber noch ist Grabesstille!

@dottore meint 'game over', ich sehe es noch nicht! Es steht zwar das 'menetekel' an der Wand, aber noch wird fröhlich ums goldene Kalb getanzt!

Nachsatz: Danke an 'weiss sehr viel' für die tollen Beiträge!

Gruss
Otto

--
Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben.
Tolstoi

antworten
 

Richtig, Otto, verpflichtetes Eigentum ist keine Illusion

Tassie Devil, Tasmania, Australia, Dienstag, 26.02.2008, 22:58 (vor 6668 Tagen) @ ottoasta

"Absolut" natürlich nicht, wir haben flächendeckend Strom, keinen
Goldstandard, etc. ... aber "relativ" betrachtet ? Was macht dich so
sicher?

##mich macht nichts sicher! Aber wir gehen von einem anderen Level aus!
Schau dich doch um im 'Mittelstand' (da zähle ich auch Handwerker,
Bauarbeiter usw. dazu). Sowas gabs in den 30er nicht! Ich habe hier die
Biografie von T.Heuss über 'Robert BOSCH' (mein Vorbild, ich hatte die
Ehre fast 40 Jahre für diese Firma zu arbeiten, als Funkfachhändler). Da
ist sind doch die Verhältnisse sehr gut beschrieben, kein Vergleich zu
heute! Hier bei uns hat fast jeder, der einen einigermassen Beruf hat, ein
eigenes Haus, meist ohne Kredit, sondern in 'Nachbarschaftshilfe', also mit
Freunden, Verwandten die auch Handwerker sind, erbaut! Schulden sind
verpönt, Zwangsversteigerung Wohnhäuser im Landkreis fast unbekannt (2 im
letzten Jahr).

Das Niveau von heute auch in Deutschland im Vergleich zu den 1930 Jahren ist in fast allem verschieden, voellig richtig, Otto!

Das betrifft aber auch die Zusammensetzung und die reine Bevoelkerungsanzahl.

Du kannst jedoch die gesamten Verhaeltnisse in Deiner nahen, naehern wie etwas weiteren Umgebung im tiefsten Bayern der Neuzeit nicht mit den Verhaeltnissen fast ueberall anderswo in der BRDDR/DDR 2.0 vergleichen, und das faengt bereits mit der jeweilig vorherrschenden Mentalitaet an und endet bei den verschiedensten Themen und Aspekten!

Die Jungs in den 20ern waren aber auch nicht ohne ...

## das bestreite ich auch nicht, nur ist die Wissenschaft auch nicht
stehen geblieben und die Erfahrungen aus eben dieser Zeit fliessen in
Entscheidungen ein! Ich sehe natürlich auch, dass nicht nur die Amis über
die Verhältnisse leben, auch bei uns, doch in D nicht so arg! Wir haben in
den Sozialsystemen das Problem! Da könnte mal ein Funke entstehen.

Es gibt noch zumindest ein weiteres, m.E. weit gravierenderes Problem, und das ist die politisch gewollte Inhomogenitaet der Bevoelkerung bei gleichzeitig dichtester Raumnutzung in der BRDDR/DDR 2.0, diese liegt m.W. bei letzterem weltweit an 3. Spitzenstelle aller Flaechenstaaten, Japan haelt dabei wohl nach wie vor den 1. Platz.

Wiederum: absolut ja, relativ betrachtet jedoch keineswegs. Die
Arbeitslosigkeit zB ist durchgängig höher, als gegen Ende der 20er, vor
dem Einbruch 1929. Selbst die Schwarzen in den Nordstaaten hatten quasi
"Vollbeschäftigung", teilweise sogar eine geringere Arbeitslosigkeit als
die Weissen.

# das weiss ich und wenn du die obige Biografie liest ist es auch
beschrieben.
Dass amtlich gefälscht wird, weiss auch schon 'das Volk'! Aber solange
noch was auf dem Konto ist, will man alles andere ja nicht sehen.

Sag' besser, solange sie noch etwas dafuer erhalten, machen sie auf 3 Affen.

Das funktioniert nur, solange "das Problem" nicht direkt vor deiner
Haustür steht. Die Amis hatten zu Beginn der Krise in den 30ern weder
flächendeckend Strom noch Radio. Dennoch wußten sie genau, dass sie ein
Problem hatten, nämlich konkret jeder für sich.

## die Amis haben auch heute noch eine Stromversorgung, da kommt mir als
Fachmann das kalte Grausen! Aber das ist eine Randerscheinung bzw. ein
Klacks gegen die anderen Probleme.
Gefährlich wird es für die insgesamt erst dann, wenn sie, wie das alte
römische Reich, keine Tribute (heute Rohstoffe usw.) mehr von aussen
erhalten, gegen selbstgedrucktes Geld! Wenn sie wirklich mit Devisen, also
EUR oder andere zahlen müssen. Da geht dann das Licht dort aus.
Nur, solnage die die Macht haben, werden sie zwingen! Und die Macht haben
sie immer noch, lange!

Dieses ganz im Gegensatz zum geografischen Zentrum Westeuropas,
der BRDDR/DDR 2.0, dieser hoch verschuldete Vasall hat weder Macht noch Rohstoffe noch selbstgedrucktes Geld, zum Ausgleich hat er dafuer weiterhin staendig wachsende gravierende Probleme.

Ich bin überzeugt, wenn es da ans Eingemachte geht, würde auch ein Krieg,
notfalls mit A-Bomben, vom Zaun gebrochen. Die Japse waren ja schon einmal
nur 'Ungeziefer'! Dann sind es halt jetzt die Moslems........

nö, demnächst finito! ((c) dottore)

## da bin ich aber gespannt, ob ich es noch erlebe! Vorgesorgt habe ich ja
schon, soweit zu übersehen.

Stark vermutlich wirst auch Du es erleben, Otto!

Zu Deiner Vorsorge sage ich am besten jetzt mal nichts.

Der "Umsturz" findet doch gerade statt! Das ist doch genau das, was ich in
meinem Beitrag schrieb. Nur halt nacht von heute auf morgen, als
Kataklismus, schwupp jetzt sind die einen da, und die anderen weg ...
nein, schleichend findet das statt, so dass es keinem wirklich auffällt.
Außer demjenigen natürlich, der die chose bezahlen muß, dem "forgotten
man", wie dottore schon letztens schrieb.

## ich gehörte mal auch dazu, als ehrlicher Steuerzahler.

Du gehoerst heute in der 2. oder 3. Reihe sitzend immer noch dazu, Otto, und
in der Loge sitzt DU garantiert nicht!

Nun, vielleicht hast du Recht, für meinen Geschmack fehlt aber immer noch
ein Mitspieler: Die Rechten! Und die wird man nicht mitspielen lassen!

Ja, und zwar vor allem auch im Hinblick auf die BRDDR/DDR 2.0, die hat wohl zur Abwechslung diesmal mehr einen Linkspart zu spielen.

Das heisst aber nicht, dass anderswo "die Rechten" gleichfalls keine Rolle spielen oder spielen duerfen, vor allem auch weder in Suedost- noch in Osteuropa.

Warum glaubst du, dass es da passende Paragrafen und Verbote gibt?
Solange es nur 'die Mitte' gibt (was ja alle sein wollen) und Rechts
nichts ist, solange wird sich das Karussell drehen!
Natürlich gibt es mittlerweilen auch im einfachen Volk einen gewissen
Unmut und etliche rufen schon um einen kleinen Diktator nur wird der nicht
erlaubt und wer mehr sagt, bekommt eine aufs Maul! § 130 lässt grüssen!
So, nicht dass du meinst , ich wäre rechtsgestrickt, nein! Ich sehe nur
was so 'im Volk' rumgeistert. Aber noch ist Grabesstille!

Du hast es bereits angerissen, Otto, und auch wenn Du es weit von Dir weist, Du sitzt auf dem rechten Fluegel in der 2. oder 3. Reihe, diese Position wird Dir in m.E. recht naher Zeit, wenn es dann in der BRDDR/DDR 2.0 so richtig zu klemmen begonnen hat, ganz einfach von Links zudiktiert, und Ende Gelaende.

Seit Jahrzehnten ist das Eigentum in der BRDDR/DDR 2.0 grundgesetzlich zum Wohle der Oeffentlichkeit verpflichtet, dessen Rechtsposition ist somit im Vergleich zu den erheblich strengeren Eigentumsregeln im Dritten Reich bereits stark mit Linksdiktion aufgeweicht!

Vergleiche das nur mal richtig!

In dem in der BRDDR/DDR 2.0 der rechte Massenschutzwall in der 1. Reihe seit langem u.a. mit gesetzlichen Mitteln bestmoeglich niedergehalten wird, erleichtert das natuerlich ganz erheblich den staatsmafiosen Zugriff auf die dahinter folgenden Reihen des rechten Fluegels.

@dottore meint 'game over', ich sehe es noch nicht! Es steht zwar das
'menetekel' an der Wand, aber noch wird fröhlich ums goldene Kalb
getanzt!

Lass Dich doch von diesen z.Zt. noch stattfindenden Taenzen nicht beirren, Otto!

Ich kuerze an dieser Stelle mal ganz scharf ab und konzentriere mich auf das Wesentliche:

Egal was die FED und das US-Bankensystem machen, und gleichfalls egal was in der EU die EZB und vor allem die BuBa und das BRDDR-Bankensystem machen,
die sowohl von Qualitaet wie auch Quantitaet weitaus groessten Drecks"wert"papiere (Securities) primaer mal aus dem US-SubPrime Housing-Sector stecken in den Bankensystemen tief drin.

Von UK (Northern Rock) und der Schweiz (UBS) oder anderen rede ich ueberhaupt nicht.

Die Immos selbst stehen/liegen in den USA, ueberall anderswo hingegen nur heisse Luft.

So oder so oder so, d.h. unbesehen der jeweiligen Halter dieser Drecks"wert"papiere, es kommen infolge der Abschreibungen (anders vermoegen die Bankensysteme den Dreck nicht "auszuschwitzen") auf die davon betroffenen Staatshaushalte Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte ggf. erheblichst reduzierter Steuereinnahmen zu, was deren Staatsmafias noch viel staerker in die Zwickmuehlenkrise von Staatsverschuldung einerseits und weiterhin erlahmendem "Defizit Spending" andererseits treibt.

Kurzum, die Produktivitaet im Produktionswirtschaftsnetz wird infolge vermutlich keinesfalls nur marginaler Ruecklaeufigkeiten der staatsmafiosen Bedarfsnachfrage gleichfalls absinken, was sich wiederum auf die verfuegbaren Arbeitsplaetze einerseits und die Steuerbasis andererseits auswirkt.

Die in der BRDDR/DDR 2.0 aktuell ablaufende Scharfrasur von etwas mehr oder weniger prominenten Steuerverkuerzern (Zumwinkel & Co) fasse ich als die letzte Haltestation vor dem staatsmafiosen Eigentums-Zugriff auf die der 1. Reihe folgenden Reihen des rechten Fluegels auf...

Nachsatz: Danke an 'weiss sehr viel' für die tollen Beiträge!

Ja, auch bei gelegentlich erheblichen Differenzen vermag ich dabei dennoch voellig ruhigen Gewissens mitzuhalten. [[zwinker]]

Gruss
Otto

--
Gruss!
TD

Die StaSi tobt und Tassie kichert,
denn er ist Schaeuble abgesichert!

antworten
 

yep, BRDDR und Europa haben fertig, aber

Miesespeter @, Dienstag, 26.02.2008, 03:26 (vor 6669 Tagen) @ weissgarnix

den kontinentalen Genossen bleibt noch, Masstricht und Caution in den Wind zu blasen, und dem lieben Maynard zu Ehren noch mal so richtig der Gesamtnachfrage nachzuhelfen. Das wird in den USA schon schwieriger. Fast moecht ich noch schnell in die Politik wechseln, mir wuerden genuegend wertvolle Projekte einfallen, gegen die Rezession, Armut und Ungerechtigkeit, da bin ich inkompetent genug!

Es war nie anders zu erwarten, Geschichte wiederholt sich, natuerlich im anderen Kleidchen, aber das Wechselspiel zwischen Freiheit und Staat, Demokratie und Diktatur, Aufschwung und Bankrott ist im debitistischen Durchlauf fest einprogrammiert.

--
Everything is ok

antworten
 

Boom and Bust

Tassie Devil, Tasmania, Australia, Dienstag, 26.02.2008, 18:07 (vor 6668 Tagen) @ Miesespeter

Es war nie anders zu erwarten, Geschichte wiederholt sich, natuerlich im
anderen Kleidchen, aber das Wechselspiel zwischen Freiheit und Staat,
Demokratie und Diktatur, Aufschwung und Bankrott ist im debitistischen
Durchlauf fest einprogrammiert.

Richtig!

Aber der Bankrott ist stets erst dann angesagt, wenn der beim Aufschwung breit gestreute nicht unmaessige Inflationstrend GEBROCHEN wird!{/b]

Ein solcher Bruch entsteht entweder durch eine Fiskalpolitik im Finanzwirtschaftsnetz, die ungeeignet dafuer ist, den bisherigen nicht unmaessigen breit gestreuten Inflationstrend fortzusetzen, und/oder durch schwere Diskontinuitaeten im Produktionswirtschaftsnetz, deren Ursachen in Natur- und/oder Human-Katastrophen liegen.

--
Gruss!
TD

Die StaSi tobt und Tassie kichert,
denn er ist Schaeuble abgesichert!

antworten
 

Nach Regen kommt Sonnenschein.

Georges, Dienstag, 26.02.2008, 03:59 (vor 6669 Tagen) @ weissgarnix

Lieber Weisssehrviel,

Nun lass dich nicht so schnell von einem Buch unterkriegen.

Das Ganze ist wesentlich einfacher. Nach Regen kommt Sonnenschein und nach Milton Friedmann kommt Naom Chomsky. Beide sind gut und in ihrem jeweiligen Umfeld nützlich, solange man sich nicht darauf versteift Gesellschaftstheorien zu religionisieren. Das geht seit Jahrtausenden so und wird auch nach unserem Tod noch so weitergehen.

Im Auf und Ab der Ansichten gibt es immer Gewinner und Verlierer. Vielleicht sollte das Ziel sein, zu den Gewinnern zu gehören, also in der heutigen Zeit eher zu Naom Chomsky zu neigen oder überzuschwenken.

Ja, ja, der Hahn auf dem Kirchturm dreht sich nach dem Wind. Das mag dem einen oder dem anderen nicht schmecken, den Hahn berührt es nicht. Auf Grund seiner Anpassungsfähigkeit ist er - fast - unsterblich.

Georges

antworten
 

wegen der Finanzmärkte

nereus @, Dienstag, 26.02.2008, 06:21 (vor 6669 Tagen) @ weissgarnix

Hallo weissgarnix!

Prinzipiell kann man Deinen Zeilen zustimmen.

Du gestattest mir aber großmütig eine kleine Einlassung.

Du schreibst: Es wird also nicht lange dauern, bis es in Deutschland flächendeckend Mindestlöhne gibt, die Regulierungswut sich den Finanzmarkt greift, der Protektionismus gegenüber China et alii verstärkt wird ..

Du ahnst, warum ich ein paar Wörter fett geschrieben habe.

Den, diesen tollwütigen Finanzmarkt, hätte sich der Staat längst greifen müssen, denn der hat mit seinen absurden Kreditblasen und Finanzinstrumenten nur noch Chaos zurückgelassen.
Die enorme Staatsverschuldung gehört zweifellos dazu, aber die endlose Gier nach turmhohen Renditen hat jede Vorsicht fahren lassen.

Junk-Bonds, Hedge-Fonds usw., was ist denn das alles unterm Strich?
Das ist nichtangeschnalltes Fahren eines TÜV-überfälligen bis an die Grenze getunten Autos ohne Licht auf nebliger Straße bei Tempo 248 km/h.

Wer sich noch halbwegs für geordnete Strukturen einsetzte (Herrhausen/Rohwedder), wurde kaltblütig aus dem Weg gebombt oder geschossen.

Nein, diesem über Jahrzehnte gedulteten Irrsin würde ich keine Träne nachweinen, auch wenn die jetztigen Eingriffe offenbar viel zu spät kommen.

mfG
nereus

antworten
 

@nereus

weissgarnix @, Dienstag, 26.02.2008, 06:41 (vor 6669 Tagen) @ nereus

Den, diesen tollwütigen Finanzmarkt, hätte sich der Staat längst greifen
müssen, denn der hat mit seinen absurden Kreditblasen und
Finanzinstrumenten nur noch Chaos zurückgelassen.

Richtig. Aber in einer Rezession, womöglich noch in einer deflationären, würde ich den Finanzmarkt nicht angreifen wollen, von ein paar grundlegenden Weichenstellungen mal abgesehen. Das mag man aus "übergeordneten" Überlegungen befürworten oder nicht, aber in einem solchen Szenario, wie dem von mir beschriebenen, wäre das Timing auf jeden Fall sehr, sehr kontraproduktiv ...

Wenn ich mangels Bewegung einen Herzinfarkt erleide, dann mag die Diagnose stimmen, dass ich mehr Sport hätte treiben sollen und zukünftig treiben sollte ... ich sollte aber definitiv nicht aus meinem Bett in der Intensivstation aufstehen und eine Runde ums Krankenhaus joggen ... klar, was gemeint ist?

Die enorme Staatsverschuldung gehört zweifellos dazu, aber die endlose
Gier nach turmhohen Renditen hat jede Vorsicht fahren lassen.

Gekauft. Mein Punkt ist ja nicht, dass es Crashs gibt (an dem 1929 Crash waren die Politiker gänzlich unschuldig, die Staatsverschuldung ditto), sondern dass die "guten Absichten" der Politik danach nur noch alles verschlimmern, wie sich ja gerade in den USA in den 30ern deutlich gezeigt hat. So blöd das klingen mag (stammt nicht von mir, sondern vom damaligen US Finanzminister Mellon), das beste nach so einer Krise wäre es wohl, die Märkte sich auskotzen und den Boden finden zu lassen, von wo aus man wieder durchstarten kann. Das klingt zwar tendenziell unschön, weil nach vielen (lese: sehr vielen) Arbeitslosen und anderen unschönen Dingen, aber alles andere sind nur wieder temporärer Placebos.

Junk-Bonds, Hedge-Fonds usw., was ist denn das alles unterm Strich?
Das ist nichtangeschnalltes Fahren eines TÜV-überfälligen bis an die
Grenze getunten Autos ohne Licht auf nebliger Straße bei Tempo 248 km/h.

Ich nannte es hier kürzlich die "letzten Zuckungen" des Kapitalismus. Ich denke, wir meinen beide das gleiche. Ich glaube nur, das läßt sich im Grunde auch nicht verhindern, sondern nur die Fallhöhe läßt sich variieren.

Nein, diesem über Jahrzehnte gedulteten Irrsin würde ich keine Träne
nachweinen, auch wenn die jetztigen Eingriffe offenbar viel zu spät
kommen.

So weit ging mein Beitrag noch nicht mal. Vielleicht kommt auch schlicht gar nix "danach", wer weiss ... "weitere 500 Jahre finsterstes, ökonomisches Mittelalter" nannte es mal einer, dessen Nick hier im Forum in grün unterlegt ist.

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@weissgarnix

nereus @, Dienstag, 26.02.2008, 08:50 (vor 6669 Tagen) @ weissgarnix

Hallo weissgarnix!

Wir sind uns völlig überraschend einig. [[zwinker]]

Am Ende schreibst Du: Vielleicht kommt auch schlicht gar nix "danach", wer weiss ... "weitere 500 Jahre finsterstes, ökonomisches Mittelalter" nannte es mal einer, dessen Nick hier im Forum in grün unterlegt ist.

Das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.

Meine Ahnungen gehen eher in eine mafiöse Gesellschaftsstruktur, in der zwar immer noch Staat und Recht existieren, diese aber von mächtigen Paten beliebig gehandhabt werden.
Auf dem Weg dahin sind wir ja schon.
Letztendlich unterscheiden sich die Global Player von den Mafia-Familien kaum noch und da das schwarze Geld zunehmend in die "legale" Wirtschaft strömt, verwischen sich immer mehr die Grenzen.

Wenn man sich etwas kundig macht und auch die Bücher von Jürgen Roth liest, ahnt man wohin die Reise geht.
Multikulti und offene Grenzen beschleunigen diese Entwicklung.

Dieses Banditentum könnte sogar mit einem neuen konservativen Gesellschaftsmodell einher gehen, welches von oben gefördert wird.

Freitagnacht das Abfackeln des Lokals eines unwilligen Kneipers, der immer noch die Schutzgeldrate säumig ist und Sonntags zum Kirchgang mit Beleidsbekundung an die Hinterbliebenen.
Also, scheinbarer Frieden - allerdings paramilitärisch erzwungen.
Wer sich dagegen auflehnt, wird gnadenlos ausgesondert/liquidiert.

Ich wünsche es mir nicht, aber es deutet einiges daraufhin.
Vielleicht heißt es dann nicht Organisierte Kriminalität sondern einfach nur Neue Weltordnung.

Inwiefern sich das auf Forschung und Technik auswirkt, davon habe ich keinen Plan. Militärisch könnte ich mir aber schon ein paar Innovationen vorstellen.

mfG
nereus

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