Warum denn in die Ferne schweifen, denn die Schrottommobilien sind so nah, TV - Tipp, Badenia
Wer den bericht heite Abend nicht gesehen hat, morgen wird er wiederholt, nichts für schwache Nerven.
Mi 27.02 14:00 (Phoenix)
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Die Bauspar-Falle
Der Kampf um die Schrottimmobilien
Dokumentation
Eine junge Krankenschwester wird zu Grabe getragen. Ihre Eltern sind fassungslos, die 24Jährige hat sich das Leben genommen. Grund für ihren dramatischen Suizid war ein Pfändungsbeschluss, den die Badenia Bausparkasse wenige Tage zuvor veranlasst hatte.
Die junge Frau saß in der Schuldenfalle. Sie hatte eine Eigentumswohnung als vermeintliche Kapitalanlage gekauft, vermittelt von windigen Immobilienmaklern, finanziert von Deutschlands viertgrößter Bausparkasse. Rund 300.000 Fälle sind Deutschland weit bekannt, in denen Kleinanleger systematisch hereingelegt wurden, meist finanziert von großen deutschen Geldhäusern. Der Schaden: geschätzte 40 Milliarden Euro.
Besonders dreist waren die Methoden der Vermittlerfirma Heinen und Biege in Dortmund. Sie stand in enger Beziehung zur Badenia Bausparkasse, die 7.000 Wohnungen nach immer dem gleichen Muster finanziert hat. Gegen die Immoblienvermittler und frühere Top-Manager der Bausparkasse ermitteln die Staatsanwaltschaften in Dortmund und Karlsruhe.
Strafrechtsexperten gehen davon aus, dass hier massenhaft gemeinschaftlich begangener Betrug vorliegt. Mehrjährige Recherchen des Autors führen an die entscheidenden Orte: heruntergekommene Wohnkomplexe, in denen schon lange niemand mehr wohnt, so genannte Schrottimmobilien. Alljährlich stattfindende Treffen von Tausenden Betroffenen, die sich anwaltliche Hilfe erhoffen und bereitwillig über das Elend sprechen, die die massiv überhöhten Kredite für minderwertige Wohnungen in ihren Familien hinterließen: Armut bis ins hohe Alter, Scheidungen, Selbstvorwürfe, Suizidgedanken.
Vor allem der Bundesgerichtshof steht im Ruf, als "Bollwerk der Banken" zu urteilen und den Kleinanlegern fast jede Möglichkeit zu nehmen, ihr Elend zu lindern. Und dies, obwohl sogar der Europäische Gerichtshof in mehreren Urteilen einen verbesserten Verbraucherschutz für die Geschädigten der Schrottimmobilien-Geschäfte in Deutschland angemahnt hat.
Und die Badenia Bausparkasse? Wie verhält sie sich gegenüber den geprellten Anlegern? Nachdem der Bundesgerichtshof im März 2007 entschieden hatte, den Geschädigten Erleichterungen bei der Beweisführung zuzubilligen, bietet sie nun verstärkt Vergleiche an. In einem Musterprozess, in dem ihre Aussichten nicht sehr rosig standen, hat sie die Forderung der Klägerin sogar anerkannt. Aber für die meisten anderen Anleger bringt das erst einmal nichts. Sie müssen weiter einen zermürbenden Kampf um ihre Existenz führen.
