Kleiner Ausflug für historisch Interessierte zum Golde
Nach einigem Augenpulver am WE... vielleicht findets ja noch jemand interessant. Anbei einige Auszüge vor allem zum Thema Gold.
Quelle: Steuer- und Anleihepolitik in England während des Krieges. Springer: Berlin (1918). Prof. Dr. W. Prion
S. 36: "Da schlug wie ein Blitz aus heiterem Himmel, am 12. Dezember 1916 das deutsche Friedensangebot in die kriegerischen Absichten der Entente ein, In finanzieller Beziehung für England der denkbar ungünstigste Augenblick! Wie sollte die Konsolidierung der jetzt auf fast 45 Milliarden Mark angewachsenen schwebenden Schulden möglich sein, wenn Deutschland nicht niedergerungen, nicht zerstückelt - und nicht zu einer Kriegsentschädigung verurteilt war?"
S. 51: "Um gegen alle Möglichkeiten gerüstet zu sein, nahm die Bank von England Besitz von dem Goldbestand der ägyptischen Staatsbank, der indischen Währungsreserve und später von dem der belgischen Notenbank, beschlagnahmte sie die gesamte Goldproduktion in ihren Kolonien."
S. 55: "In einer am 25. August 1916 in Calais stattgehabten Zusammenkunft der Finanzminister der Entente rang England seinen Verbündeten das Versprechen ab, dass sie die Goldbestände ihrer Notenbanken an England, daß ihnen dagegen Kredite gewähren würde, abführen sollten."
S. 61: "Am 4. Januar 1917 wurde die Nachricht verbreitet, dass die New-Yorker Bundesreserve-Bank die Bank von England zu ihrer Agentin bestellt habe. Diese neue Verbindung sollte den Zweck haben, die Stellung des Dollarwechsels im Weltverkehr zu festigen und unnötige Goldtransporte über den Ozean zu vermeiden. (..) GLeichzeitig wurde ausgestreut, daß eine ähnliche Verbindung auch mit der deutschen Reichsbank geplant sei."
S. 64 / "Amerikas Finanzhilfe: "Es stellt seinen Mitstreitern nur die Mittel zur Verfügung, mit denen die amerikanischen Kriegslieferanten bezahlt werden sollen. Die Länder der Entente erhalten also nur die Zahlungsmittel, allerdings leichter und billiger als früher,aber nur auf Vorschuss, den sie später zurückzahlen müssen. (....) Die englische Zahlungsbilanz mit Amerika hat sich im Jahre 1917 um 70 Mill. Pfd. auf 343 Mill. Pfund - Einfuhrüberschuss - verschlechtert."
S. 68 / "Dagegen ist eine Hoffnung der Engländer arg enttäuscht worden, nämlich die Hoffnung auf das Ende der Goldsendungen nach Amerika. Wie nachträglich bekannt geworden ist, hat Amerika die Bedingung gestellt, dass ein entsprechender Teil der Kredite jeweils durch Goldzahlungen gedeckt werden muss. Und es heißt auch weiter, dass Amerika bereits das Verlangen nach Überweisung der fälligen Raten gestellt habe."
