Wohnungen bauen, das ist schwer, aber Wohnungen kaufen noch viel mehr. Ahnungslose Immobilieninvestoren
sehen sie gerade mal ein Prozent der Nettokaltmiete für die Instandhaltung der Wohnungen vor>>
Fensterrahmen, aus denen der Kitt bröckelt, Treppenhäuser, die seit Jahren auf einen neuen Anstrich warten – so sehen Wohnblocks aus, wenn der Eigentümer sie zu teuer gekauft hat und nicht über Reserven für die Instandhaltung verfügt. Und viele Investoren haben in den vergangenen Jahren für immense Preise und in großem Stil deutsche Immobilien gekauft. Die Euphorie ist inzwischen vorbei, der richtige Kater steht aber noch bevor.
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DÜSSELDORF. Ein Beispiel: 2006 kaufen britische Wohnimmobilieninvestoren in mehreren Tranchen etwas mehr als 1 000 Wohnungen in ostdeutschen Städten zusammen. Schlecht beraten von einem bekannten Immobiliendienstleister, bezahlt die Gesellschaft viel zu viel. Ein Leerstand von zwanzig Prozent schreckt die Investoren nicht ab.
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Schlecht beraten ist gut. Die wurden betrügerisch beraten, wegen der Provisionen, so wird da eher eine triste Bleistiftzeichnung draus.
Ein Investor mit viel Geld verlässt sich auf Beraterfirmen, die selber keine Ahnung haben, weil ihre Mitarbeiter den Weg in die Siedlungen, die Gespräche mit den Mietern und Hausmeistern, den lokalen Sozialämtern scheuen, nicht zuhören können oder einfach nur mit den am Ort ansässigen Geschäftsleuten reden, was unter ihrer Würde ist.
Denn wenn man ehrlich bei einer solchen Anlage beraten will, dann muss man sich als Vermögensberater schon mal in die Niederungen der einfachen Leute begeben, sich mal von der Lage der Wohnimmobilien, dem baulichen Istzustand vom Keller bis zum Dach überzeugen, das sozialen Umfeld erkunden und nicht nach dem letzen Raver - Event in „Pepes TBC – Grotte“ über den Tag in ihren Sarg zurück kriechen. Nur auf das schnelle Geld aus, mit einem Investor, der ebenso blauäugig mit fremden Geld investiert wie die ahnungslosen Käufer der Schrottimmobilen von der Badenia. Das ist das Gegenteil von einem sorgsamen Umgang mit fremden Geld bei den Fonds.
Nun gut, vielleicht jedoch finden sie noch einen dritten Dummen (Bail Out bei den Ostgoten genannt), der ihnen den Schrott bezahlt, mit Fördergeldern und Mietzuschüssen einspringt, um so ein lokales, soziales Absterben einer Region zu verhindern. Wer könnte das wohl sein?
bis denne
eisenherz
