An dottore wegen commercials (CMBX) (mT)
Sehr geehrter Herr Martin,
ich hoffe, Ihnen geht es wieder besser.
Ich habe mir die Commercials angesehen und bin zum Schluß gekommen, daß sie vom Volumen her (ca 400 Mrd USD) nicht groß genug sind, um bei den jetzigen Gegenmaßnahmen (ZB, FNM und FRE cap geliftet, etc) massiv weitere Downgrades auszulösen.
Wenn man sich anschaut, wie teuer die Puts nach dem 21.1. geblieben sind, dann weiß man, daß viele Player jetzt ebenfalls short sind und a la GS mitverdienen wollen. Diese shorts mit ihren Prämien treiben aber jetzt die Kurse, zT massiv.
Es braucht schon einen größeren Hebel, um den nächsten kräftigen Downmove auszulösen, und das sind meiner Meinung nach die Alt-A loans, die sog. liar loans. Die werden auf das ca 2.5 fache Volumen der subprimes geschätzt. Also ca 400 x 2.5 = 1000 Mrd USD. Die kommen jetzt langsam zur Reife, und dann dürften auch C, ML, WB, evtl auch WFC, aber hoffentlich und endlich dann auch Amex, Visa etc ihr Fett wegbekommen.
Ebenso denke ich, daß die Dresdner und somit die ALV fett drinhängen, denn langsam kommen wir zu den Tranchen, die mit A beginnen. Und solche sind von Versicherungen reingenommen worden ins Portfolio.
Gute Shorts werden meiner Meinung also sein: nach wie vor die AIG, ALV, die Rückversicherer (Hann und Münchner Rück), aber auch Lebensversicherer. Die britischen und schottischen Lebensversicherer (man schaue sich eine Standard Life an) habens schon vorgemacht: deren Renditen basierten zT auf subprime SIVs, und was denen passiert ist, wird auch den LV Firmen passieren, die auf Alt A und prime (Jumbos kommen noch später dran) passiert ist.
Monoliner sind ja auch noch da, die Muni Krise ist da, die paar Mrd, die die Banken zusammenkratzen (auch unsere liebe Dresdner und somit die ALV ist mit dabei), das ist so, wie eine Ladung Sandsäcke bei der Oderflut. Der Deich hält dann höchstens ein paar Stunden länger.
Zum Glück kommt aufgrund der Abschwächung eine riesige Rezession, und das wird die Unternehmensanleihen kollabieren lassen, die dann nicht mehr bedient werden können.
Meine Dominos (a la Roubini) sind:
Munis und Monoliner (jetzt) (1/2 dt. Billion)
Commercials (0.4 dt. Billionen)
Alt-A (1 Billion)
Jumbos (1 Billion)
Unternehmensanleihen (?? Billionen)
Zum Schluß kommen dann die Treasuries unter Beschuß. Schon JETZT sind die Zinsspreads INNERHALB der EURO-Zone zwischen Nord und Süd bei 60 !!!! Basispunkten, d.h. trotz EUR Raum und trotz Währungsunion muß man für ital. Staatsanleihen 0.6% mehr bezahlen als für deutsche.
Das erinnert mich schwer an Soros anno 16.9.1992, als er genau diese Diskrepanz beim Pfund gg. der DM sah und das Pfund praktisch auf den Knien hatte. Dieses Ungleichgewicht hatte auch die Aufgabe der festen Wechselkurse zur Folge. Ich rechne im Endstadium mit einem Auseinanderbrechen der Eurozone und einem Abstoßen der Mezzogiornoländer. Dann werde ich einen Veuve Cliquot aufmachen, denn ich kanns nicht erwarten, die prassenden Spanier loszuwerden, die auf unsere Kosten Party machen.
Daß die Wallstreetmafia erzählt, die emerging markets und die BRIC Länder würden die Chose im Gange halten, ist lächerlich, denn zusammen haben diese grad mal soviel GDP wie D und FRA zusammen (China ist noch weniger als D).
Strohhalmvisionen.
Fazit: es geht weiter. Langlaufende Puts und trockenes Pulver zum schnellen Reagieren sind Trumpf.
Jetzt gilt's, die AAAs und AAs im Auge zu behalten. Wenn der 06er AAA unter die 80 fällt, dann dürfte wohl bei den 20- und 30-fach geleveragten Freunden auch Game Over sein. Letzte Woche war's ja schon bei Peloton ABS soweit, die angeblich nur AAAs drinhatten. 2 Mrd futsch.
Gruß DT
