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Enron war das Vorbild (mT)

DT @, Samstag, 01.03.2008, 15:52 (vor 6671 Tagen)

Ich habe mir damals ziemlich genau angeschaut, was bei Enron gelaufen ist. Damals hatten die ja eine Strombörse aufgebaut, und die trader haben praktisch innerhalb Enrons die Positionen und Gegenpositionen gehalten. Zum Schluß in so gigantischer Menge, daß die vielen Futures niemals bezahlt werden konnten.

Was haben die dann in ihrer Verzweiflung gemacht? Die Strompreise gigantisch erhöht. Ich erinnere mich an die späten 90er und Anfang 2000 in Kalifornien, als rolling blackouts (Stromausfälle) ziemlich häufig waren. Angeblich wegen maroder Infrastruktur, explodierender Umspannwerke etc.

Später, nach dem Enron blowup, hat sich dann herausgestellt, daß Enron selber Gangster beauftragt hatte, für diese Ausfälle zu sorgen, um den Strompreis hochzudrehen.

Die Pressemeldungen, die damals die hohen Preise rechtfertigen sollten, waren lächerlich.

Denn die benötigte Geldmenge zur Deckung der Commodity-Derivate war so immens, dass man das Ami-Volk ANZAPFEN mußte!!!

Und genau das machen die Gauner Großmann, Claassen (ex), etc bei den Stromkonzernen bei uns auch. Die Drohung von Großmann, wir könnten evtl. blackouts im Sommer bekommen, deutet ja schon darauf hin.

Was der Programmierer (die Woche stands in der FTD) bei der Leipziger Strombörse rausbekommen hat, bestätigt doch alles. Der Strompreis hat sich bereits in 7 Jahren verdoppelt, also zapft man gigantische Geldmengen beim deutschen Volk an, um seine Rechnungen zu bezahlen.

Ich bin fest überzeugt, daß die Stromfirmen in Leipzig Stromcalls kaufen und danach in ihren Kraftwerken mal kurz die Brennstäbe rausziehen und Stromknappheit künstlich erzeugen. So geht der Strompreis auch hoch. Was der Programmierer gesagt hat, bestätigt genau das.

http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:Der%20Kurzschluss%20Peter%20S/323355...
Ein sehr zynischer Kommentar über einen Whistleblower.

Analog gehts auf globaler Ebene mit Öl und Commodities: nur die von uns allen gezahlten gigantischen Preise für die Commodities, die vorher künstlich verknappt wurden, sorgen für einen Teil des gigantischen Geldstroms von der Weltbevölkerung, die dafür sorgen soll, daß die Schulden der großen Banken zT bezahlt werden. Nur wenn wir alle angezapft werden, kommen die überhaupt halbwegs auf ihre Kosten. Ich habs ja schonmal vorgerechnet: 80 Mrd Verluste der Landesbanken in D bedeuten für jeden Deutschen, vom Baby bis zur Uromi, 1000 EUR an Peer Schweinehund und seinen neuen Steigbügelhalter Asmussen.

Die Meldungen, die in der Presse dazu lanciert werden, hier mal ein paar 1000 Gallonen aus einer Alaskapipeline, da mal ein Brand in einer Raffinierie, die dann als Begründung herhalten sollen, wieso der Ölpreis um 2$ gestiegen ist, die deuten genau auf diese Lancierung hin.

Ich hab mir schon gedacht, daß auch viele andere sich das ENRON Geschäftsmodell angeschaut haben und gesehen haben, wie wahnsinnig viel Geld man verdienen kann, wenn man den Staat dazu bringt, zum Schluß die Zeche zu bezahlen. Enron wäre auch nicht bankrott gegangen, wenn die Kalifornier heute den 10fachen Strompreis zahlen würden wie 1999.

Wir zahlen jetzt nämlich den 10-fachen Ölpreis im Vergleich zu den späten 90ern...

Merkt ihr was???

DT

antworten
 

@DT: Danke für deine aufschlussreichen Beiträge (oT)

smiths74 @, Samstag, 01.03.2008, 16:03 (vor 6671 Tagen) @ DT

- kein Text -

antworten
 

Ein würdiges "Wort zum Sonntag"

prinz_eisenherz, Sonntag, 02.03.2008, 00:53 (vor 6670 Tagen) @ DT

was bei dir allerdings etwas zu kurz gekommen ist, das Enron auch noch gleich die angeblichen Rücklagen für die Altersversorgung ihrer Mitarbeiter, ca. 2 Milliarden Dollar, mit verjubelt hatte.

Auch diese Modell aus den USA wird voraussichtlich in Deutschland effektiv und profitabel, mit deutscher Gründlichkeit, stattfinden, nur nennt sich das hier bei uns nicht Enron sondern Riesterrente. Auf einem guten [[sauer]] Weg zur Enron–Endlösung für die Renten der zukünftigen Generation befinden wir uns zweifellos.

Ich denke dabei immer an einen sehr beeindruckenden Satz aus dem Forum hier:
Ich hoffe sehr, dass die Hedge-Fonds die Exekutive übernehmen und alles an Effizienz und Profitabilität orientiert wird.

eisenherz

antworten
 

Hier noch Links dazu (mLuT)

DT @, Sonntag, 02.03.2008, 01:17 (vor 6670 Tagen) @ DT

http://www.kultura-extra.de/film/filme/enron_the_smartest_guy_in_the_room2007.php

„Enron – The Smartest Guys in the Room“ (USA 2005)
Regie: Alex Gibney

Dokumentation basierend auf dem Sachbuch von Bethany McLEan und Peter Elkind
Wenn „Enron“ ein Spielfilm wäre, müsste man ihm Übertreibung und Unwahrscheinlichkeit vorwerfen. „Enron“ ist aber eine sorgfältig recherchierte Dokumentation, ein Wirtschaftskrimi der ganz eigenen Güte, der die Geschichte eines beispiellosen Betruges erzählt und tief in die Abgründe menschlicher Gier blicken lässt. Der Dokumentarfilmer Alex Gibney hat Dokumentarfilm-Material zusammengestellt, Interviews mit Betroffenen und Experten geführt, sogar geheime Tonbänder und den Videomitschnitt einer Konferenz aufgetrieben. Daraus hat er einen fulminanten Doku-Thriller geschnitten, der unter die Haut geht und zurecht für den Oscar nominiert ist.


Dokumentarfilmer Alex Gibney


Der US-Konzern Enron gehörte als Energieunternehmen zu den sieben größten Firmen der USA. Hier hatten sich die talentiertesten Wirtschaftfachleute daran gemacht, den Konzern ganz groß herauszubringen. Die Grundidee war es, die Energieversorgung zum Spekulationsobjekt zu machen. Mit riskanten Termingeschäften an der Börse, Geschick und viel Glück stieg Enron in den 80er Jahren zu den Marktführern auf. Der Erfolgsdruck, an der Börse immer höhere Umsätze zu machen, forderte immer kreativere Ideen, die Bilanzen darzustellen. 1991 wechselte Enron zum legalen Buchungssystem „mark-to-market“. Hier konnten sie künftige, zu erwartende Gewinne als Einnahmen verbuchen, und damit die Bilanzen verschönen. Enron betrieb dies in nie gekanntem Ausmaß in betrügerischer Weise. 1993 bauten sie in Indien ein Atomkraftwerk für 2,8 Milliarden Dollar. Seltsamerweise war keiner der Planer auf die Idee gekommen, dass der größte Teil der indischen Bevölkerung so arm ist, dass er sich keinen Strom leisten kann. Der Milliardenverlust wurde mit den völlig unrealistischen Einnahmen, die man sich ursprünglich versprochen hatte, gegengerechnet. Die Bilanz war offiziell damit ausgeglichen.

Doch der Schuldenberg wuchs ins Unermessliche und die Blüten der „kreativen Buchführung“ auch. Finanzchef Andrew Fastow gründete ein Netzwerk von kleinen Tochtergesellschaften, in denen undurchschaubar die Verluste versteckt wurden. Zwischendurch bereicherten sich die Topmanager immer wieder mit Millionenbeträgen.

1999 geschah das Unfassbare. Im Staat Kalifornien war die Stromversorgung per Gesetz dereguliert worden. Das sollte die staatlichen Begrenzungen aufheben und freien Wettbewerb zulassen. Die Enron-Manager nutzten das für ihre Zwecke aus. Sie ließen Strom zur Mangelware werden, indem sie Menschen bestachen, die Kraftwerke zeitweilig abzuschalten. Dadurch stiegen die Energiepreise drastisch, und Enron konnte Millionengewinne abgreifen. Der Staat Kalifornien wurde dadurch in eine ernste, wirtschaftliche Krise gestürzt. Die menschliche Not, die diese Stromausfälle auslösten, hat die Verursacher nicht gestört: Menschen, die in Fahrstühlen stecken bleiben, Krankenhäuser ohne Strom, all die Existenzen, die auf Strom angewiesen sind. Trotz der Gewinne erholte Enron sich nicht mehr von den Schulden.


Kenneth Lay und Jeffrey Skilling
Die graue Eminenz hinter den Geschäften war der Chinese Lou Lung Pai. Er verlässt Enron im Juni 2001 und kauft sich in New Mexico eine Ranch im Wert von 23 Millionen Dollar.

Im August 2001 tritt der Vorstandsvorsitzende Jeffrey Skilling zurück. Er war die Lichtgestalt bei Enron, und nun sind selbst die treuesten Enron-Anhänger besorgt.
Nur Kenneth Lay, der Firmenchef, strahlt Zuversicht aus. Er stammt aus kleinen Verhältnissen und ist zum Multimillionär und Star in der Finanzwelt aufgestiegen. Als Verkörperung des amerikanischen Traums war er bei seinen Angestellten als Übervater angesehen. Noch während er den Bankrott von Enron leugnet, zahlen er und seine Top-Manager sich noch schnell 55 Millionen Dollar als Bonus-Programm aus.


Kenneth Lay
Enron hinterließ Milliardenschulden. 20.000 arbeitslose Angestellte, die zudem noch um ihre betriebliche Altersversorgung gebracht wurden, weil die Manager auch die 2 Milliarden Dollar des Pensionsfonds geplündert hatten. Da es in den USA keine staatliche Rentenversorgung gibt, ist für viele der Betroffenen ein Alter in Armut vorprogrammiert.

Als Zuschauer fragt man sich während des Films, was schlimmer ist: Die Skrupellosigkeit von Enron oder die Passivität derer, die sich das über Jahre mit ansehen. Die Angestellten in der Buchhaltung hätten merken müssen, dass die ständigen Gewinnbuchungen und Hurra-Meldungen für die Börse nicht den Realitäten entsprechen konnten. Anwälte, Kooperationspartner und alle Beteiligten hätten sich an das Firmenmotto halten können: Ask Why! Frage, warum. Oder waren am Ende die Geschäftspartner zu unkritisch und zu gierig, auf den Erfolgswellen von Enron mitzusurfen: Unter ihnen auch die Dresdner und die Deutsche Bank.

Die US-Regierung schritt auch nicht ein, nicht einmal als in Kalifornien immer wieder das Licht ausging. Präsident Bush erklärte dies zu einem kalifornischen Problem, das die Bundesregierung nichts anginge. Enron war der größte Sponsor der Wahlkampagnen von George W. Bush. Von dem einstigen Börsenwert von 70 Milliarden Dollar ist nichts mehr übrig.

Der Film kam schon 2005 in die US-Kinos. Seitdem sind die Prozesse gegen die Manager gelaufen. Andrew Fastow hat sich als Hauptzeuge zur Verfügung gestellt und umfassende Geständnisse abgelegt. Er wird zu 6 Jahren Haft verurteilt.

Kenneth Lay wird schuldig gesprochen. Bevor der Verhandlungstermin für das Strafmaß stattfindet, stirbt er an Herzversagen. Bis zum Schluss hatte er keine Einsicht in seine Schuld gezeigt.

Jeffrey Skilling wird zu über 24 Jahren Haft verurteilt und bekommt noch im Gerichtssaal eine elektronische Fußfessel angelegt.

Lou Lang Pai lebt noch unbehelligt auf seiner Ranch in New Mexiko.

Weil der vorherige Gouverneur von Kalifornien, Gray Davis, unschuldigerweise für die Energiekrise verantwortlich gemacht wurde, ist Arnold Schwarzenegger seitdem Gouverneur.


Helga Fitzner - red / 26. Januar 2007


http://de.wikipedia.org/wiki/Stromb%C3%B6rse

Praktiken des durch einen Unternehmensskandal in die Schlagzeilen gekommenen US-amerikanischen Energieunternehmens Enron offenbaren jedoch auch Schattenseiten des Handels von Strom über die Börse. Durch manipulative Spekulation und Eingabe falscher Kaufs- und Verkaufsdaten ist es Enron gelungen, künstlich Strom-Engpässe zu erzeugen. Durch die scheinbar erhöhte Nachfrage und das geringere Angebot kam es zu sprunghaften Preissteigerungen, die das Unternehmen ausnutzen konnte und die in Kalifornien auch Stromausfälle zur Folge hatten. Neben diesen Manipulationen auf dem Termin- und Spotmarkt konnte Enron auch durch Bilanzmanipulation und das Auftreten als Energiebroker längerfristig die Preise anheben.

Möglich sind solche Manipulationen vor allem bei unbeaufsichtigten und intransparenten Terminkontrakten. Im Falle von Enron wurden damals die Energiederivate nicht von staatlicher Stelle kontrolliert. Aus diesem Grund kann eine Regulierung notwendig werden, auch wenn dadurch das sonst gewünschte freie Spiel der Kräfte am Markt eingeschränkt wird.

In Europa wird ein derartiger Fall aufgrund abweichender Strukturen für eher unwahrscheinlich gehalten. Ähnliche Preismanipulationen wurden jedoch auch schon in Deutschland vermutet. Im Sommer 2005 wurden beispielsweise Vermutungen laut, dass die großen deutschen Energiekonzerne den Strompreis manipulieren [1]. In Diskussionen wird häufig das Handelsvolumen an der EEX kritisiert. Am Terminmarkt, an dem Erzeugungs- und Vertriebsmengen langfristig preislich gesichert werden, wurden 2006 1.044 TWh gehandelt (zum Vergleich: Stromverbrauch in Deutschland 531 TWh). Am Spotmarkt betrug das Handelsvolumen an der EEX 89 TWh.[2] Der an der Börse ermittelte Preis wird aber meist auch für die überwiegende Anzahl der außerbörslichen Kontrakte übernommen.

antworten
 

Das hier passt dazu...

prinz_eisenherz, Sonntag, 02.03.2008, 01:32 (vor 6670 Tagen) @ DT

Die 10 größten Preissteigerungen und Rückgänge im Januar 2008
Wiesbaden (AP) Die Kosten für die Lebenshaltung in Deutschland sind im Januar im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent gestiegen. Die folgenden Übersichten zeigen die größten Preissprünge und die größten Rückgänge gegenüber Januar 2007:

Die zehn größten Preissprünge:
1. Gebühr Volkshochschule/Studiengebühren: plus 126,9 Prozent
2. Zitronen: plus 50,7 Prozent
3. Speisequark: plus 44,3 Prozent
4. Blumenkohl: plus 36,2 Prozent
5. Mehl: plus 34,0 Prozent
6. Extra leichtes Heizöl: plus 33,5 Prozent
7. Butter: plus 30,7 Prozent
8. Frische Vollmilch: plus 30,3 Prozent
9. H-Milch: plus 28,2 Prozent
10. Schnittkäse: plus 26,2 Prozent

Die zehn stärksten Preisrückgänge:
1. Notebooks: minus 28,4 Prozent
2. Personalcomputer: minus 22,8 Prozent
3. Mobiltelefone: minus 20,3 Prozent
4. Fernsehgeräte: minus 19,6 Prozent
5. Musikdownloads: minus 19,3 Prozent
6. CD-Hörbücher und Eintritt Vergnügungspark: je minus 17,0 Prozent
8. Digitalkameras: minus 11,8 Prozent
9. Monitore: minus 10,9 Prozent
10. Gurken: minus 10,7 Prozent
(Quelle: Statistisches Bundesamt

Die Kosten für die Lebenshaltung in Deutschland sind im Januar im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 gestiegen>>>

Wer kein Autist ist, sich noch geistig in die Lage eines Normalbürgers hineinversetzen kann, da mag anhand dieser Liste selber abschätzen, was eine Familie mit zwei Kindern mehr beeindruckt, die Preissteigerungen bei Heizöl oder Milch oder die Preissenkungen bei Notebooks oder Digitalkameras.

antworten
 

Jede Durchschnittsfamilie kauft sich pro Monat 1 Notebook, schon stimmt die Rechnung. ;-) (oT)

Albrecht @, Sonntag, 02.03.2008, 03:16 (vor 6670 Tagen) @ prinz_eisenherz

- kein Text -

--
SCHEITERT DER €URO, ENDET DIE KNECHTSCHAFT!

Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen.
Friedrich von Schiller (1759 - 1805)

antworten
 

Füf die Infla-Statistik stimmt die Rechnung sowieso: Defla overrules Infla. Passsst genau.. (oT)

sensortimecom @, Sonntag, 02.03.2008, 04:06 (vor 6670 Tagen) @ Albrecht

- kein Text -

antworten
 

Tja, da kommen eben die Zusatzkosten zu Tage

Mephistopheles, Sonntag, 02.03.2008, 04:09 (vor 6670 Tagen) @ prinz_eisenherz

Die 10 größten Preissteigerungen und Rückgänge im Januar 2008
Wiesbaden (AP) Die Kosten für die Lebenshaltung in Deutschland sind im
Januar im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent gestiegen. Die folgenden
Übersichten zeigen die größten Preissprünge und die größten Rückgänge
gegenüber Januar 2007:

Die zehn größten Preissprünge:
1. Gebühr Volkshochschule/Studiengebühren: plus 126,9 Prozent
2. Zitronen: plus 50,7 Prozent
3. Speisequark: plus 44,3 Prozent
4. Blumenkohl: plus 36,2 Prozent
5. Mehl: plus 34,0 Prozent
6. Extra leichtes Heizöl: plus 33,5 Prozent
7. Butter: plus 30,7 Prozent
8. Frische Vollmilch: plus 30,3 Prozent
9. H-Milch: plus 28,2 Prozent
10. Schnittkäse: plus 26,2 Prozent

Die Steuern und Sozialabgaben und Renten ohne Beiträge und Pensionen für die ganzen Trittbrettfahrer müssen eben bezahlt werden! Da kommt locker was zusammen.


Die zehn stärksten Preisrückgänge:
1. Notebooks: minus 28,4 Prozent
2. Personalcomputer: minus 22,8 Prozent
3. Mobiltelefone: minus 20,3 Prozent
4. Fernsehgeräte: minus 19,6 Prozent
5. Musikdownloads: minus 19,3 Prozent
6. CD-Hörbücher und Eintritt Vergnügungspark: je minus 17,0 Prozent
8. Digitalkameras: minus 11,8 Prozent
9. Monitore: minus 10,9 Prozent


Notebooks, PC`s, usw. werden nicht in Deutschland produziert. Mobiltelefone nicht mehr.
Sind also nicht mit Kosten für Afghanistaneinsätze, Kosovoeinsätze, Somaliaeinsätze, geschenkte U-Boote usw. belastet. Da können sie ruhig billiger werden.

10. Gurken: minus 10,7 Prozent

Gurken? Wieso Gurken? Ich hab gedacht, Gurken werden doch aus Heizöl gezogen? [[hae]]

(Quelle: Statistisches Bundesamt

Die
Kosten für die Lebenshaltung in Deutschland sind im Januar im Vergleich zum
Vorjahr um 2,8 gestiegen>>>

Gruß Mephistopheles

antworten
 

Krisenstruktur der Preisentwicklung

Miesespeter @, Sonntag, 02.03.2008, 10:00 (vor 6670 Tagen) @ prinz_eisenherz

Sieht nach einer strukturellen Entwicklung aus: ueberlebensnotwendige Gueter werden teurer, hochindustriell gefertigte Gueter verlieren an Wert.

Wenn die Wiener Schule recht hat, und der Konsument letztendlich durch seine subjektiven Wertanschauungen den Wert bzw. Preis eines Guts bestimmt, so kann man daraus auch gewisse Schluesse ziehen. Es entwickeln sich die Preise ganz so, wie man das fuer eine schwere Wirtschaftskrise erwarten wuerde: Arbeit gegen null, Lebensmittel massiv nach oben.

--
Everything is ok

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Strukturellen Entwicklung und subjektiven Wertanschauungen, damit kann man mich immer aufs Kreuz legen

prinz_eisenherz, Sonntag, 02.03.2008, 11:20 (vor 6670 Tagen) @ Miesespeter

Sieht nach einer strukturellen Entwicklung aus: ueberlebensnotwendige Gueter werden teurer, hochindustriell gefertigte Gueter verlieren an Wert.

Hallo Miesespeter,
ich bin noch lange nicht soweit euren Kurzfassungen folgen zu können, was ist bei dir, bei diesen massiven Preiserhöhungen bei den Massengütern des täglichen Lebens, wichtige Nahrungsmittel, die strukturelle Ursache? Meinst du diese altbekannte Erscheinung hier:
Zitat verkürzt:
Ich hoffe sehr, ...... dass alles an Effizienz und Profitabilität orientiert wird.

Das aber hat mit einer strukturellen Ursache nichts zu tun, das ist der Wille von Menschen nach maximalem Profit, durchsetzbar im Kapitalismus eigentlich nur dann, die Preiserhöhungen, wenn in den Bereichen des Einzelhandels für diese Produkte, keine ernsthafte Konkurrenz mehr am Markt mitmischt, es zu einer Monopolisierung gekommen ist, verbunden mit Preisabsprachen unter den wenigen verbleibenden Spielern am Tisch, bekannt aus der Erdölwirtschaft.


Wenn die Wiener Schule recht hat, und der Konsument letztendlich durch seine subjektiven Wertanschauungen den Wert bzw. Preis eines Guts bestimmt, so kann man daraus auch gewisse Schluesse ziehen.

Diesen Satz, ich gebe es kleinlaut zu, der erschließt sich mir auch nicht.
Was sind subjektive Wertanschauungen, und wie bestimmen die den Preis von Gütern? Mal davon abgesehen, das Wertanschauungen immer subjektiv sind, oder sind dir objektive Wertanschauungen bekannt? Ich meine, die kann es gar nicht geben, denn dann wären es keine Wertanschauungen mehr, sondern vom Subjekt losgelöste Realität.


Sieht nach einer strukturellen Entwicklung aus: ueberlebensnotwendige Gueter werden teurer, hochindustriell gefertigte Gueter verlieren an Wert.

Diese Sicht der Dinge verstehe ich zwar auch nicht, aber dabei breitet sich bei mir so ein Gefühl aus, als würdest du mir sagen wollen, diese Preiserhöhungen sind so zwingend unvermeidbar, wie die strukturellen Abläufe in der Natur, wo ein Eisenstab erwärmt wird und sich immer ausdehnt, immer und überall, ohne das sich der arme Stab dagegen wehren kann.

So wirst du es sicher nicht bei den Preisen meinen, denn dann säßen die Preistäter und die Preisopfer alle in einem Boot, welches in eine Richtung fährt, die keiner von beiden mehr steuern kann, weil es die unbeeinflußbaren strukturellen Umstände unabwendbar machen. Aber was meinst du dann?

Gruß
eisenherz

antworten
 

Kartoffel gegen Intel DuoCore

Miesespeter @, Sonntag, 02.03.2008, 12:08 (vor 6670 Tagen) @ prinz_eisenherz

ich bin noch lange nicht soweit euren Kurzfassungen folgen zu können, was
ist bei dir, bei diesen massiven Preiserhöhungen bei den Massengütern des
täglichen Lebens, wichtige Nahrungsmittel, die strukturelle
Ursache
? Meinst du diese altbekannte Erscheinung hier:
Zitat verkürzt:
Ich hoffe sehr, ...... dass alles an Effizienz und Profitabilität
orientiert wird.

Hallo Prinz,

nein, denn dies gilt sowohl in der Agrikultur und der Industrie, aber die Preisentwicklung ist doch stark unterschiedlich.....


Das aber hat mit einer strukturellen Ursache nichts zu tun, das ist der
Wille von Menschen nach maximalem Profit, durchsetzbar im Kapitalismus
eigentlich nur dann, die Preiserhöhungen, wenn in den Bereichen des
Einzelhandels für diese Produkte, keine ernsthafte Konkurrenz mehr am
Markt mitmischt, es zu einer Monopolisierung gekommen ist, verbunden mit
Preisabsprachen unter den wenigen verbleibenden Spielern am Tisch, bekannt
aus der Erdölwirtschaft.

Die Preiserhoehungen in den Lebensmitteln gehen ja nicht vom Einzelhandel aus, Mehl und Milch sind schon vor dem Retail teurer. Auch in der Hightechindustrie gibt es Oligopole - man sehe sich mal Prozesschips an - trotzdem werden die ferade jetzt nicht teurer.

Auch ein Oligopol kann die Preise immer nur auf ein Niveau anheben, dass noch bezahlt wird. Die meisten Unternehmen streben eben Gewinnmaximierung an, und werden daher die Preise moeglichst nah am Gewinnoptimum setzen.

Nun ist es doch so, dass die Schmerzgrenze beim Konsumenten in den beiden angesprochenen Bereichen ganz unterschiedlich liegt: Es ist leicht, auf einen neuen DuoCore Computer zu verzichten, wenn man einen Pentium 3 oder 4 Rechner hat. Ungleich schwieriger, auf Brot oder Milchprodukte zu verzichten.

Wenn die Wiener Schule recht hat, und der Konsument letztendlich durch
seine subjektiven Wertanschauungen den Wert bzw. Preis eines Guts
bestimmt, so kann man daraus auch gewisse Schluesse ziehen.

Diesen Satz, ich gebe es kleinlaut zu, der erschließt sich mir auch nicht.

Was sind subjektive Wertanschauungen, und wie bestimmen die den Preis von
Gütern? Mal davon abgesehen, das Wertanschauungen immer subjektiv sind,
oder sind dir objektive Wertanschauungen bekannt? Ich meine, die kann es
gar nicht geben, denn dann wären es keine Wertanschauungen mehr, sondern
vom Subjekt losgelöste Realität.

"subjektive Wertanschauungen" ist natuerlich genaugenommen redundant, die Aussage wird aber trotzdem benutzt, um sie von der Arbeitswertlehre abzugrenzen. Letztere postulierte, dass sich der Wert eines Produkts objektiv aus Material, Arbeitskosten und Unternehmergewinn ergibt. U.a. Marx stellte ja darauf ab, und wollte den "Mehrwert" nicht dem Unternehmer lassen. Ein paar Oekonomen aus Wien, insbesondere Karl Menger, haben dann gezeigt, dass der Produktwert subjektiv in den Augen des Kaufers liegt, und dieser Wert dann auch den durchsetzbaren Marktpreis bestimmt.

Und dieser Wert sollte bei Nahrungsmitteln nach maslovscher Beduerfnispyramide deutlich unflexibler als bei Industrieguetern sein....

Sieht nach einer strukturellen Entwicklung aus: ueberlebensnotwendige
Gueter werden teurer, hochindustriell gefertigte Gueter verlieren an
Wert.

Diese Sicht der Dinge verstehe ich zwar auch nicht, aber dabei breitet
sich bei mir so ein Gefühl aus, als würdest du mir sagen wollen, diese
Preiserhöhungen sind so zwingend unvermeidbar, wie die strukturellen
Abläufe in der Natur, wo ein Eisenstab erwärmt wird und sich immer
ausdehnt, immer und überall, ohne das sich der arme Stab dagegen wehren
kann.

So wirst du es sicher nicht bei den Preisen meinen, denn dann säßen die
Preistäter und die Preisopfer alle in einem Boot, welches in eine Richtung
fährt, die keiner von beiden mehr steuern kann, weil es die
unbeeinflußbaren strukturellen Umstände unabwendbar machen. Aber was
meinst du dann?

Ich sehe hier keinen "Preistaeter" am Werk, sondern eine Strukturanpassung.

Im letzten Jahrzehnt wurde ueber massive Kreditvergaben die Gesamtnachfrage staendig erhoeht. Der Konsum an Lebensmitteln ist durch diese kuenstlich geschaffene Nachfrage nicht wesentlich gestiegen (da relativ unelastisch), jedoch die Nachfrage nach industriell produziertem Klimbim schon, ebenso wie die nach Haeusern. So haben ja zb viele Amis ihre bestehenden Haeuser belastet, um sich Industriewaren zu kaufen.

Nun fallen die Kreditvergaben weg, die Gesamtnachfrage faellt (ich greife der Entwicklung mal voraus....). Dementsprechend geraten die Anbieter von Guetern, deren Nachfrage hochelastisch ist (verzichtbarer Klimbim zB) unter erheblichen Druck, da sie Kapazitaeten haben, die auf die Nachfrage der letzten Jahre - womoeglich schnurstracks linear in die Zukunft extrapoliert - abgestimmt sind. Also versuchen sie, durch niedrigere Preise die Nachfrage aufrechtzuerhalten und ihre Anlagen auszulasten.

Anders in der Agrikultur: Nachfrage hier ist recht fix.

Die Strukturanpassung ergibt sich daraus, dass die Wirtschaft neu ausgerichtet werden muss, auf neue Nachfrageverhaeltnisse, wenn die Kreditschwemme verebt.

Hinzu kommt, dass in den vergangenen Jahren die Erdoelpreise von der Politik massiv aufgeblasen wurden. Alle wollten das: Die US-Oelindustrie und ihr President, die Araber, die Gruenen und der Rest der Umweltfreaks, die Sozis, welche ueber die Verteuerung von Transporten hoff(t)en, die Globalisierung abfedern zu koennen......

Der Oelpreis ist aber auch einer der Hauptkostenfaktoren in der Landwirtschaft (Heizoel, Duenger), und auch Transportkosten sind ganz wesentlich: bei einem Preis von 0,30 Euro pro kg Moehren im Supermarkt, duerfte der Transportkostenanteil zwischen 10-20% liegen!

Ausserdem wird vieles andere fuer die Landwirtschaft teurer: immer neue Auflagen sind zu beachten, Subventionen werden langsam gekuerzt, selbst Saisonarbeiter sind nicht mehr fuer 2 Euro die Stunde zu haben. Und da nunmal die Nachfrage fuer diese Gueter nicht sehr elastisch ist, kann die Agrikultur alle diese Kosten problemlos auf die Preise umwaelzen.

Zu guter letzt zeigt sich, gerade in Wirtschaftskrisen, welche Produkte wirklich den hoechsten Wert haben. In einer richtigen Krise wird man es erleben, wie die Staedter mit ihrem Hab und Gut beim Bauern vorbeifahren, und ihm den Computer fuer ein paar Sack Kartoffeln anbieten. Und genau diese Entwicklung kann man vielleicht im Kern nun erkennen, wenn bereits die Computer an Wert verlieren, die Kartoffeln jedoch massiv gewinnen........

--
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antworten
 

Schon wieder bin ich aufs Kreuz gelegt worden, aber egal

prinz_eisenherz, Sonntag, 02.03.2008, 13:18 (vor 6670 Tagen) @ Miesespeter

Guten Abend Miesespeter,
zur Preisfindung, über alle Bereiche, mit wenigen Ausnahmen, lasse mich mal noch auf zwei Dinge hinweisen.

1)
Auffällig, geradezu wie eine gut einstudierte Vorführung beim Militär, gleich nach der Währungsumstellung von der DM zum Euro, habe nicht nur ich, bei vielen Produkte mit Erstaunen und mit Wut im Bauch feststellen müssen, das die teilweise 1 : 1 > DM : Euro, umgestellt wurden, bei den Lebensmitteln, bei der Kleidung, aber auch im Heinwerkerbereich. Hier insbesondere von mir leicht zu behaupten, weil ich teilweise noch die alten Kassenbelege im Portmonee hatte, als ich dann zwei Wochen später das selbe Produkt in Euro, dafür den doppelten Preis bezahlen sollte.

Eine zwingende strukturelle Antwort darauf ist mir nicht eingefallen, außer der Versuch von den betreffenden Großkonzernen diese Preise einfach so festzulegen, in der Erwartung, daß der psychologische Effekt eintritt, das zwar immer noch die selben Ziffern als Preis an der Ware standen, aber trotzdem dieselbigen, weil in Euro, um 100% im Preis angehoben wurden. Nicht bei allen, keine Frage, aber in Abstufungen von 10%, über 30%, zu 100 % ist es so gemacht worden. Dabei hatte ich den Eindruck, das es unbestreitbar Preistäter und Preisopfer gibt.

2)
Viel kürzer angemerkt. Es wird behaupte, das bei den exorbitanten Preissteigerungen in der Molkereibranche gerade die Produzenten, also die Bauern, am allerwenigstens daran beteiligt sind, das die immer noch von den Einzelhandelskonzernen, von deren Einkäufern, zu Tiefstpreisen für ihre Produkte gedrängt werden. Auch bei dieser Lage komme ich nicht umhin von Preistätern und Preisopfern zu sprechen, denn irgendjemand in der Kette vom Erzeuger bis zum Endverbraucher hat es offenkundig in der Hand die Scherzgrenze beim Verbraucher auszutesten, ohne das der Verbraucher eine annähern gleichberechtigte Position einnehmen kann, den Irrsingen dafür in die Schranken zu weisen.

Gruß
eisenherz

antworten
 

Zur Preisfindung

Mephistopheles, Sonntag, 02.03.2008, 14:13 (vor 6670 Tagen) @ prinz_eisenherz

Guten Abend Miesespeter,
zur Preisfindung, über alle Bereiche, mit wenigen Ausnahmen, lasse mich
mal noch auf zwei Dinge hinweisen.

denn irgendjemand in der Kette

vom Erzeuger bis zum Endverbraucher hat es offenkundig in der Hand die
Scherzgrenze beim Verbraucher auszutesten, ohne das der Verbraucher eine
annähern gleichberechtigte Position einnehmen kann, den Irrsingen dafür in
die Schranken zu weisen.

ja, und das ist der Staat.
auf 2 Wegen.
1. Nimm einen beliebigen Preis, egal welchen, und rechne mal den Steueranteil raus. Über die ganze Kette vom Erzeuger bis zum Endverbraucher. über jedes Glied in der Kette, jedes einzelne, dass da mit Steuern belastet ist.
und 2. die bürokratischen Vorschriften, die Zusatzaufwendungen, die der Staat in jedem Glied der Kette verlangt und damit die Preise treibt.
Angefangen von unsinnigem bürokratischen Aufwand und Nachweispflichten über vorschriften, die zu beachten sind bis hin zum Zwangskauf beispielsweise von Strom aus Biogas- und Solaranlagen.

Rechnest du 1+2 zusammen, kommst du auf 50-75% von Endverbraucherpreis, der direkt oder indirekt vom Stat bestimmt wird.

Wichtig!
Es geht nicht nur darum, den Produzenten von ihrem Produktwert möglichst viel abzuknöpfen (Schritt 1), sondern es geht auch darum, den Produzenten das Produzieren so schwer wie möglich zu machen.(Schritt 2 )

Gruß Mephistopheles


Gruß
eisenherz

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Computer und Kartoffeln

sensortimecom @, Montag, 03.03.2008, 01:18 (vor 6669 Tagen) @ Miesespeter

Zu guter letzt zeigt sich, gerade in Wirtschaftskrisen, welche Produkte
wirklich den hoechsten Wert haben. In einer richtigen Krise wird man es
erleben, wie die Staedter mit ihrem Hab und Gut beim Bauern vorbeifahren,
und ihm den Computer fuer ein paar Sack Kartoffeln anbieten. Und genau
diese Entwicklung kann man vielleicht im Kern nun erkennen, wenn bereits
die Computer an Wert verlieren, die Kartoffeln jedoch massiv
gewinnen........

Die Schere zwischen defla-orientierten Produkten (HiTech) und Produkten und Dienstleistungen mit Infla-Trend (meist Lebenswichtiges) geht doch schon seit Jahrzehnten auseinander. Nur schloss man die Augen davor. Sehr zum Nutzen des Finanzministeriums und der offiziellen Infla-Statistik ("Volksverars***-Statistik), bei der die hedonische Berechnungsmethode angewandt wird (Computer mit 50facher Taktfrequenz ergibt 6% weniger Infla-Rate<img src=" />
Der deflationäre Trend bei forschungsintensiven Produkten (meist "Neuheiten" die keine mehr sind) ergibt sich aus schwächerer Monopolisierbarkeit durch Aufhebung der Schutzzölle & Einfuhrbeschränkungen (vermehrt seit 1994) bei gleichzeitiger mangelnder Patentierbarkeit. Deswegen ja die riesigen Probleme Japans.
Alles in allem: Innovations- und Kreativitätskrise. Hirnschmalz ist nicht mehr gefragt. Statt dessen lohnt sich im hochindustriellen Westen nur noch Leistungsfähigkeit und Lohnverzicht.

antworten
 

Nachfrage von Hirnschmalz

Tassie Devil, Tasmania, Australia, Montag, 03.03.2008, 02:10 (vor 6669 Tagen) @ sensortimecom

Zu guter letzt zeigt sich, gerade in Wirtschaftskrisen, welche Produkte
wirklich den hoechsten Wert haben. In einer richtigen Krise wird man es
erleben, wie die Staedter mit ihrem Hab und Gut beim Bauern vorbeifahren,
und ihm den Computer fuer ein paar Sack Kartoffeln anbieten. Und genau
diese Entwicklung kann man vielleicht im Kern nun erkennen, wenn bereits
die Computer an Wert verlieren, die Kartoffeln jedoch massiv
gewinnen........


Die Schere zwischen defla-orientierten Produkten (HiTech) und Produkten
und Dienstleistungen mit Infla-Trend (meist Lebenswichtiges) geht doch
schon seit Jahrzehnten auseinander. Nur schloss man die Augen davor. Sehr
zum Nutzen des Finanzministeriums und der offiziellen Infla-Statistik
("Volksverars***-Statistik), bei der die hedonische Berechnungsmethode
angewandt wird (Computer mit 50facher Taktfrequenz ergibt 6% weniger
Infla-Rate<img src=" />
Der deflationäre Trend bei forschungsintensiven Produkten (meist
"Neuheiten" die keine mehr sind) ergibt sich aus schwächerer
Monopolisierbarkeit durch Aufhebung der Schutzzölle &
Einfuhrbeschränkungen (vermehrt seit 1994) bei gleichzeitiger mangelnder
Patentierbarkeit. Deswegen ja die riesigen Probleme Japans.
Alles in allem: Innovations- und Kreativitätskrise. Hirnschmalz ist nicht
mehr gefragt.

Statt dessen lohnt sich im hochindustriellen Westen nur noch
Leistungsfähigkeit und Lohnverzicht.

Leistungsfaehigkeit lohnt sich noch, obwohl Hirnschmalz nicht mehr gefragt ist?

Bist Du Dir sicher?

Wie soll denn das funktionieren?

--
Gruss!
TD

Die StaSi tobt und Tassie kichert,
denn er ist Schaeuble abgesichert!

antworten
 

Wie soll denn das funktionieren?

sensortimecom @, Montag, 03.03.2008, 03:58 (vor 6669 Tagen) @ Tassie Devil

Leistungsfaehigkeit lohnt sich noch, obwohl Hirnschmalz nicht mehr gefragt
ist?

Bist Du Dir sicher?

Wie soll denn das funktionieren?

Gar nicht. Das is ja der Clou der Sache;-(

Aber soweit ich sehen kann, werden die Leute nur mehr im Schweinsgalopp herumgehetzt. Können sie gegen die eigene Konkurrenz, oder gegen Konkurrenz aus Übersee oder Billig-EU-Länder nicht mehr standhalten, oder haben sie Burn-Out, dann weg mit ihnen.
Denken tun im Notfall die billigen Denkknechte ín Indien (wohin man die Software-Entwicklung & Datenverarbeitung outgesourct hat weil die Denkknechte in Deutschland zu teuer kommen), und das Einzige was noch zählt, ist die Finanzwirtschaft, die Aktienkurse und die Renditen.
Hirnschmalz ist insofern auch nicht mehr gefragt, weil alles mit Patenten zugepflastert ist - aber das ist wieder eine andere Geschichte..

antworten
 

Entzueckend!

Tassie Devil, Tasmania, Australia, Montag, 03.03.2008, 05:04 (vor 6669 Tagen) @ sensortimecom

Leistungsfaehigkeit lohnt sich noch, obwohl Hirnschmalz nicht mehr
gefragt ist?

Bist Du Dir sicher?

Wie soll denn das funktionieren?


Gar nicht. Das is ja der Clou der Sache;-(

Alles klar.

Aber soweit ich sehen kann, werden die Leute nur mehr im Schweinsgalopp
herumgehetzt. Können sie gegen die eigene Konkurrenz, oder gegen
Konkurrenz aus Übersee oder Billig-EU-Länder nicht mehr standhalten, oder
haben sie Burn-Out, dann weg mit ihnen.

Ja, das entspricht auch meinem Wissen und Erkenntnissen.

Denken tun im Notfall die billigen Denkknechte ín Indien (wohin man die
Software-Entwicklung & Datenverarbeitung outgesourct hat weil die
Denkknechte in Deutschland zu teuer kommen), und das Einzige was noch
zählt, ist die Finanzwirtschaft, die Aktienkurse und die Renditen.

Kurzum, das Finanzwirtschaftsnetz eiert wie ersichtlich noch so vor sich hin, das Produktionswirtschaftsnetz ist jedoch so gut wie tot, weil buerokratische Schweinsgalopper auch in der privaten Wirtschaft letztendlich auf staatsmafioser ABM-Massnahmenbasis zumindest in weit ueberwiegenden Umfaengen verzichtbare Buerokratie produzieren.

Hirnschmalz ist insofern auch nicht mehr gefragt, weil alles mit Patenten
zugepflastert ist - aber das ist wieder eine andere Geschichte..

Ja, aufgrund Deiner Beitraege weiss ich auch darueber sehr gut Bescheid, danke.

Mithin, da die Kreditfaehigkeit der Akteure im Finanznetz (New Credits) auf der Leistungsfaehigkeit der Akteure im Produktionsnetz aufbauend lastet, letzteres aber infolge mangelnder Nachfrage obsolet wurde und deshalb nicht mehr funktioniert, fehlt dem Finanznetz zumindest in erheblichen Umfaengen dessen bisherige wirtschaftliche Grundlage, was bisher zu den bereits deutlichst sichtbaren "Haupt-Kurzschluessen" im Finanznetz gefuehrt hat, weitere Fortsetzungen derselben mit qualitativer und quantitativer Hochleistungssteigerungen sind deshalb absehbar und werden folgen...

--
Gruss!
TD

Die StaSi tobt und Tassie kichert,
denn er ist Schaeuble abgesichert!

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