Obama-Gegner wollen Antisemitismus zum Wahlkampfthema machen
Clinton-Team streut Hinweise auf Israel-kritische Haltung Obamas - Republikaner "besorgt" über
Zukunft Israels
Washington/Wien - Barack Hussein Obama lautet der volle Name des demokratischen
Präsidentschaftsbewerbers. Darauf ritt am Dienstag ein konservativer Talkshow-Moderator bei einer
Wahlkampfveranstaltung des republikanischen Kandidaten John McCain in Texas genüsslich herum.
Dreimal sprach er den vollen Namen Obamas aus und heizte damit Gerüchten ein, wonach der
afroamerikanische Präsidentschaftsbewerber der Demokraten Israel-kritisch und Islam-freundlich sei.
"Anti-Semiten für Obama"
Obamas Wahlkampfteam war auf die Unterstellung, Obama teile die Ressentiments der "Nation of
Islam" gegenüber Israel, vorbereitet. Nur einen Tag zuvor hatten die Republikaner in Tennessee
unter dem Motto "Anti-Semiten für Obama" Negativwerbung für den möglichen Gegner McCains im
Hauptwahlkampf betrieben. Die Partei stimme nur "in einen wachsenden Chor von Amerikanern ein,
die sich Sorgen um die Zukunft der Nation Israel machen", wenn Obama Präsident würde.
In diese Richtung gehen auch E-Mails, die Clinton-Berater laut Recherchen von "Newsweek"
zirkulieren lassen. Beraterin Ann Lewis soll demnach sogar in einer Telefonkonferenz darauf
hingewiesen haben, dass Obama sich von Zbigniew Brzezinski beraten lässt. Der bestätigte dem
Magazin "gelegentliche" Beratungen. Seit Brzezinski das umstrittene Buch "Die Israel Lobby" guthieß,
gilt er unter Juden als rotes Tuch, wie informierte Kreise "Newsweek" bestätigten. John Mearsheimer
und Stephen Walt hatten in ihrer Publikation den übermäßigen Einfluss der Israel-freundlichen Kräfte
in der US-Außenpolitik dargestellt und mussten dafür den Vorwurf des Antisemitismus einstecken.
In der brodelnden Gerüchteküche springen Obama nun gewichtige Stimmen aus den beiden
jüdischen Organisationen AIPAC und Anti-Defamation League zur Seite, die Obama etwa bei Israel-
relevanten Abstimmungen im Kongress "eine weiße Weste" bescheinigen. Obama selbst beteuert,
Israels Sicherheit sei ihm "heilig" und betont sein "unerschütterliches Bekenntnis" zu Israel.
Gruß Vatapitta
--
Chronisch sind die Schmerzen dann, wenn der Doktor sie nicht heilen kann. http://www.liebscher-bracht.com/
