Horten von EUR-Banknoten der Bundesbank? (m.L.u.T.)
Falls das Thema hier schon mal erörtert wurde, dann bitte kurz den Link posten - ich konnte nichts finden.
Wie bewertet Ihr das Horten von EUR-Banknoten in der derzeitigen Lage und was ist diesbzgl. vom Horten speziell der deutschen EUR-Banknoten vor dem Hintergrund eines antizipierten Auseinanderbrechens des Euro zu halten? Ist also das Sortieren von Banknoten nach ihrer Landeskennung sinnvoll oder nur eine Marotte?
MariaBitterlich
Es fehlen nationale Ausgeber-Kennzeichen
Hi Frau Bitterlich,
Wie bewertet Ihr das Horten von EUR-Banknoten in der derzeitigen Lage
Je nach persönlicher Einschätzung der Gesamtlage, die hier laufend dargestellt wird/wurde.
und
was ist diesbzgl. vom Horten speziell der deutschen EUR-Banknoten
Dann wären z.B. 500er deutsche Noten, denn nur D und Lux hatten solche hergestellt.
vor dem
Hintergrund eines antizipierten Auseinanderbrechens des Euro zu halten?
Schwierig. Evtl. werden Noten getrennt abgestempelt. Beim "Auseinanderbrechen" geht's zunächst nicht um Noten, sondern um die Zins/Rendite-Differenzen der jeweiligen Kapitalmärkte, siehe Posting von @DT dazu.
Ist also das Sortieren von Banknoten nach ihrer
Landeskennung
sinnvoll oder nur eine Marotte?
Marotte, da Hersteller ungleich Ausgeber, wie's im Link auch steht.
Gruß!
Alles klar und vielen Dank. (fastoT)
P.S. Kompliment zu Ihrem "Kapitalismus"-Buch! Bin leider erst vor kurzem drauf gestoßen und hielt zuvor Mises für das Maß der Dinge.
Nachfrage wegen Hersteller ungleich Ausgeber:
... soweit aus dem Link http://www.hartgeld.com/html2007/euro-herkunft.htm erkennbar, betrifft die Aussage daß Hersteller ungleich Ausgeber ist, ausschließlich Banknoten aus Luxemburg (R).
Abgesehen davon, dürfte doch der Rest im Sinne Hersteller = Ausgeber durchaus zuordenbar sein. Oder?
Gruß
Bepi
Wo steht das jetzt konkret?
Hallo Dottore!
Soweit ich das bisher überblicke, bezieht sich der Goldseiten-Text auf das hier (Wikipedia):
Jeder nationalen Zentralbank des Eurosystems wurde ein individueller Kennbuchstabe zugeteilt, der das erste Zeichen der Seriennummer auf allen Banknoten darstellt, die die nationale Zentralbank in Auftrag gegeben hat. Das bedeutet dabei nicht zwangsläufig, das diese Banknote auch durch eine nationale Druckerei gedruckt wurde, sondern das diese NZB den Schein entweder in ihrem Zuständigkeitsbereich in Umlauf gebracht oder, im Rahmen des dezentralen Poolingverfahrens der Banknotenherstellung, einer anderen Zentralbank für die Ausgabe in deren Zuständigkeitsbereich zur Verfügung gestellt hat. Die Buchstaben W, K und J werden derzeit nicht genutzt, sondern wurden für EU-Staaten reserviert, die zur Zeit nicht am Euro teilnehmen.
Dort steht nach meinem Verständnis lediglich, daß nationale Zentralbanken in anderen Ländern Druckaufträge erteilen können. Da steht aber nicht, daß damit automatisch die nationale Kennzeichnung des Landes, wo gedruckt wird, auf dem Geldschein erscheint...
Wie funktioniert's denn nu im Detail?
Viele Grüße
Lex
zweierlei Kennzeichen
Dort steht nach meinem Verständnis lediglich, daß nationale Zentralbanken
in anderen Ländern Druckaufträge erteilen können. Da steht aber nicht, daß
damit automatisch die nationale Kennzeichnung des Landes, wo gedruckt wird,
auf dem Geldschein erscheint...
Der Buchstabe in der Seriennummer bezeichnet nach meiner Kenntnis das Land, das die Banknote ausgegeben hat (z.B. X = Deutschland).
Daneben trägt jede Banknote noch eine Herstellerkennzeichnung - ziemlich unauffällig in der Grundfarbe der Banknote, bei den kleineren Noten in einem der sternförmigen Symbole eingebettet, bei den größeren teilweise woanders. Bei dieser Herstellerkennung bezeichnet ein Buchstabe den Hersteller (meist eine, eventuell zwei spezielle Druckereien pro Land, in Deutschland P und R) und eine kurze Ziffern-Buchstaben-Kennung wahrscheinlich die Druckmaschine oder Druckplatte.
Ich weiß allerdings nicht, wie es buchhalterisch gehandhabt wird, wenn beispielsweise eine zerschlissene spanische Banknote in Deutschland aus dem Verkehr gezogen und durch eine gleichwertige deutsche Banknote ersetzt wird - die ursprüngliche Banknote wurde in Spanien emittiert, dafür ist aber jetzt eine deutsche Banknote im Umlauf.
Detailrecherche unterwegs - erbitte Geduld (oT)
- kein Text -
Hersteller - Auftraggeber - Ausgeber
Hi Bepi,
wir haben
1. die Hersteller (Druckereien), kenntlich, wie @fridolin schon völlig korrekt anmerkte, an kleinen, ca. 1,5 mm großen Buchstaben- und Zahlenkombinationen, die in die Noten in Stahlstich und der Grundfarbe der Note eingearbeitet sind, z.B. unter dem ECB, EZB, ... oder rechts am Rand. In D ein P für Giesecke und Devrient (Leipzig/München) oder der Bundesdruckerei (R). Danach kommt eine Tranchen-Nummer, z.B. 001, 002, usw. dann noch eine Zahl, die angibt, von welcher Stelle auf dem Druckbogen der einzelne, dann zugeschnittene Schein stammt (es wird in Bögen auf ein Spezial-"Papier" aus Baumwolle gedruckt).
2. Die Auftraggeber, die jede Druckerei ihrer Wahl nehmen können, auch wenn sie aus einsichtigen Gründen entweder die nationalen Druckereien bevorzugen oder nur solche Druckereien nehmen können, die entsprechende Scheine auch fabrizieren, wie den erwähnten 500er made in Germany. Die Noten sind kenntlich am Buchstaben vor der schwarzen Serien-Nummer (X = BRD, usw.), wobei es sich natürlich um Euro-ZBs handeln muss.
3. Die Ausgeber (ZBs), die nicht nur Noten mit "ihrem" Auftragsbuchstaben ausgeben, sondern auch Noten anderer Auftraggeber, die an sie gegangen sind und aufgrund ihrer Erhaltung noch verwendet, also wieder an Banken ausgegeben werden können. Jede ZB (deren Filialen) hält also einen breiten Mix von Noten der verschiedensten Auftraggeber parat.
Gruß!
Druckerei- ungleich ZB-Kennung
Hi Lex,
Dort (i.e. Goldseiten-Text) steht nach meinem Verständnis lediglich, daß nationale Zentralbanken in anderen Ländern Druckaufträge erteilen können.
Ja, bei Sammlern gesucht waren mal griechische Fünfer, die in D gedruckt worden waren.
Da steht aber nicht, daß
damit automatisch die nationale Kennzeichnung des Landes, wo gedruckt wird,
auf dem Geldschein erscheint...
Richtig. Dazu muss man die Mini-Buchstaben auf dem Schein selbst suchen. Dann hat man die Druckerei (jede hat ihren eigenen Buchstaben, der nichts mit dem Buchstaben vor der Serien-Nr. zu tun hat).
Gruß!
Buchhaltung
Hi fridolin,
Der Buchstabe in der Seriennummer bezeichnet nach meiner
Kenntnis das Land, das die Banknote ausgegeben hat (z.B. X =
Deutschland).
Nein. Der Buchstabe bezeichnet das Land der den Auftrag vergebenden ZB.
Daneben trägt jede Banknote noch eine Herstellerkennzeichnung - ziemlich
unauffällig in der Grundfarbe der Banknote, bei den kleineren Noten in
einem der sternförmigen Symbole eingebettet, bei den größeren teilweise
woanders. Bei dieser Herstellerkennung bezeichnet ein Buchstabe den
Hersteller (meist eine, eventuell zwei spezielle Druckereien pro Land, in
Deutschland P und R) und eine kurze Ziffern-Buchstaben-Kennung
wahrscheinlich die Druckmaschine oder Druckplatte.
Die Tranche, z.B. P001, P002, usw. für G+D und den Platz auf der Platte, von wo der damit gedruckte Schein herausgeschnitten wird.
Ich weiß allerdings nicht, wie es buchhalterisch gehandhabt wird, wenn
beispielsweise eine zerschlissene spanische Banknote in Deutschland aus
dem Verkehr gezogen und durch eine gleichwertige deutsche Banknote ersetzt
wird - die ursprüngliche Banknote wurde in Spanien emittiert, dafür ist
aber jetzt eine deutsche Banknote im Umlauf.
Macht buchhalterisch nichts aus, es könnte genausogut auch eine zerschlissene deutsche Banknote sein. Note = Note. Das Problem könnte aus einer anderen Ecke kommen: Banken geben trash-Sicherheiten und erhalten z.B. spanische Noten und lösen damit bei einer anderen ZB gute Sicherheiten aus bzw. legen sie dort ein (Einlagefazilitäten) - lässt sich über entsprechende Filialisierung in möglichst vielen Euro-Ländern gestalten.
Gruß!
