EU fordert generell Passivhäuser als Standard ab 2011
Hallo,
Ende Januar wurde vom Europäischen Parlament ein Beschluss gefasst, in welchem für alle EU-Mitgliedsstaaten die verbindliche Bestimmung gelten soll, „dass alle neuen Gebäude, die Heizung und/oder Kühlung benötigen, ab 2011 nach Normen für Passivhäuser oder gleichwertigen Normen für Nichtwohngebäude gebaut werden müssen.“
http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+TA+P6-TA-2008-0033+0+D...
nachzulesen unter der Rubrik „Energieeffizienzanforderungen an Gebäude“ Punkt 29.
Es handelt sich zwar „nur“ um einen Beschluss des Parlaments, also bisher noch ohne Kommission, aber es zeigt deutlich wohin hier der Hase läuft und vor allem in welcher Panik hier gehandelt wird. Allerdings wird der Zeitraum von 3 Jahren selbst für die Ökowahn-Anhänger Utopie sein. In Deutschland ist Baurecht Ländersache.
Derzeit sind nach EnEV 10-Liter-Häuser für den Neubau gültig. Ich meine hier den Jahres-Primärenergiebedarf (Heizung, Warmwasser, Verluste), da oft nur mit dem Jahres-Heizwärmebedarf schön gerechnet wird.
Im Dezember 2007 wurde das Konzept für de EnEV2009 vorgestellt. Die Fassung
schreibt eine um 30-prozentige Verschärfung vor, also ein 7-Liter-Haus als Mindeststandard.
(vergleichbar mit KfW60)
Der Entwurf des Endberichtes soll im April vorliegen und der Beschluss im Bundestag am 21. Mai 2008 erfolgen. Im Entwurf ist für 2012 eine weitere Verschärfung um 30 Prozent vorgesehen (also 5-Liter-Haus, vergleichbar mit KfW40).
In Perspektive ist davon auszugehen, dass ab 2015 der Passivhaus-Standard die Mindestanforderung sein wird.
Die Werte sind circa Angaben wegen dem unterschiedlichen A/V-Verhältnis (Unterschiede in Gebäudeoberfläche/Gebäudevolumen).
Ein Außendienstmitarbeiter der des Ziegelherstellers Praterberger oder so ähnlich
" /> sagte mir neulich, laut einem firmeninternen Papier wäre das Passivhaus ab 2013 gültig. Tja, wir werden sehen.
Bisher waren die Schweden und die Österreicher, hier speziell Vorarlberg und das Burgenland, Vorreiter in dieser Beziehung.
Den Vogel schießt allerdings Großbritannien ab, ein bis dato unbekannter Teilnehmer der Klimahysterie. Dort hat der Gesetzgeber für 2013 das Passivhaus und für 2016 das Nullenergiehaus zum Mindeststandard erhoben. (1)
Ich meine, ein Neubau in herkömmlicher monolithischer Ziegelbauweise sollte bis 2013 fertig gestellt sein. Ab dann wird es für die letzten paar Kilowattstunden Ersparnis schier unbezahlbar wegen der Installation diverser Anlagentechniken.
Der Trend, wenn man dann noch davon sprechen kann, wird beim Passivhaus zur Holzrahmenverbundkonstruktion inklusive viel Chemie und OSB-Platten gehen. Als Alternative kann der Bauherr auch als Beta-Tester für Vakuum-Bauelemente fungieren. (2)
Die Ziegelindustrie wird mit ihren enormen Wandstärken und den daraus resultierenden Problemen der Grundrissgestaltung auf kleinen Grundstücken sowie der so genannten Schießschartenfenster in dieser Liga nicht mehr mitspielen können.
Die für den Normalbürger unbezahlbaren Standards für Neubauten haben letztendlich nur
das Ziel, die Anforderungen für Bestandsimmobilien zu verschärfen. Das heißt: Passiv Neubau entspricht dann einem 7-Liter Altbau.
Zum Vergleich: Bei Bestandsimmobilien liegt der Wert je nach Alter bei 15-30 Litern. (3)
Wer Sanierungen von mehr als 20 Prozent der jeweiligen Bauteilfläche vornehmen möchte,
muss diese nach der gültigen EnEV ausführen. Bei einem Eigentümerwechsel ist der Käufer verpflichtet, innerhalb von zwei Jahren die energetischen Anforderungen zu erfüllen.
In den nächsten Novellierungen wird der Staat sicher noch die Sanktionen dazu festlegen.
Wir stehen vor dem größten Bauboom nach dem Krieg für mindestens 20 Jahre. Man kann davon ausgehen, dass ein Ölpreis jenseits der 200 Dollar Marke politisch gewollt ist.
Die Alternative heißt für Hausbesitzer eine Verdopplung der jetzigen Heizungsrechnung und das Verdampfen der Sparguthaben in Höhe der jährlichen Preissteigerungen. Und diese liegen bekanntlich im Bausektor beim Doppelten bis Dreifachen der Spareinlagen.
Oder er unternimmt halt die Sanierung. Spätestens die Erbengeneration wird vor diesem Problem stehen.
Insofern werden Herr Hannich mit seinen 10.000 EUR und Herr Eichelburg mit seinen 5 Münzen Recht bekommen, zumindest bis zwei Jahre nach dem Kauf.
Früher wurde in der Phase, in der wir uns jetzt befinden, ein Krieg angezettelt und die Häuser zerbombt. Heute darf man als Hausbesitzer oder Erbe unter Umständen sein Haus auf eigene Kosten abreisen.
McKinsey hat 2007 in der Studie „Sektorperspektive Gebäude“ (4) die Kosten für eine energetische Sanierung eines Einfamilienhauses auf 7-Liter Standard beziffert.
Für ein 120 m² Haus Bj. 1975 wären dann 93.000 EUR fällig.
McKinsey spricht auch von einem „heutigen Mietrecht“ und von einem „Vermieter/- Mieter Dilemma“ und das dieses „zügig und nachhaltig beseitigt werden muss“.
Aber es kommt noch dicker. Das EU Parlament fordert in oben genannten Link unter Punkt 30 die Kommission auf, „die stufenweise Einführung von Fernwärmenetzen für alle Gebäude in Betracht zu ziehen“. LenzHannover hatte diesbezüglich schon mal über Aktivitäten seines Energieversorgers berichtet. In Perspektive wird das heißen, dass selbst ein Brennwertkessel in einem Stadthaus nicht mehr sicher ist.
Im Juli 2007 erfolgte eine Novellierung das WEG Gesetzes, welches die Einstimmigkeit bei Beschlüssen über Baumaßnahmen zu Gunsten eines Mehrheitsbeschlusses aufgehoben hat.
In der Praxis wird das dann so aussehen, dass der Energieversorger der Eigentümergemeinschaft oder dem Hausbesitzer den Fernwärmeanschluss mit einem geringen oder ohne Baukostenzuschuss anbieten wird und auf Grund seiner Monopolstellung in einem Mehrjahresvertrag an diesen über saftig steigende Grundgebühren verdienen wird.
Der übertriebene Ökowahn wird uns eine ordentliche Inflation bescheren, uns der Ersparnisse berauben und die Kreditpyramide am Laufen halten. Russland wird sein Öl und Gas nach China liefern und wir werden den Preis stützen.
Ich hoffe, es hat jeder die ewig mahnenden Geister im Forum wie pecunia, lechat, BossCube, um nur einige zu nennen, auch ernst genommen. 2K in Y2K und ein paar Schlaftabletten sollten für eine Neupositionierung reichen.
Gruß
Dionysos
(1)
http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?r=311347&sid=&aktion=...
(2)
http://www.enob.info/de/neue-technologien/
(3)
http://www.fulda.de/fileadmin/buergerservice/pdf_amt_67/broschueren_energie_umwelt/Nied... 1,2 MB
(4)
http://ww2.bdi.eu/initiativen/klimaschutz/initiative/Documents/Sektorbericht%20Gebäude.... 3,5 MB
--
Armut schafft Demut, Demut schafft Fleiß, Fleiß schafft Reichtum,
Reichtum schafft Übermut, Übermut schafft Krieg, Krieg schafft Armut.
