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EU-Konsum erstmals seit 2001 wieder negativ

weissgarnix @, Dienstag, 04.03.2008, 04:34 (vor 6540 Tagen)

Bloomberg bestellt uns eben gerade, dass die EU-Konsumausgaben erstmalig seit Q4 2001 wieder rückläufig sind, nämlich mit 0,1%.

Nicht gerade tolle news, wenn dank Euro/Dollar und US-Rezession der Export auch leiden wird. Und dementsprechend die Investitionen und die Beschäftigung in der EU und insbesondere Deutschland auch zurückgefahren werden. Was sich auf den Konsum noch dramatischer auswirken sollte ...

Bad news von allen Seiten derzeit ... Fortsetzung folgt ...

antworten
 

wer hätte das gedacht

nereus @, Dienstag, 04.03.2008, 05:09 (vor 6540 Tagen) @ weissgarnix

Hallo weissgarnix!

Langsam wird mir weh ums Herz. [[zwinker]]

Du schreibst: Nicht gerade tolle news, wenn dank Euro/Dollar und US-Rezession der Export auch leiden wird. Und dementsprechend die Investitionen und die Beschäftigung in der EU und insbesondere Deutschland auch zurückgefahren werden. Was sich auf den Konsum noch dramatischer auswirken sollte ...
Bad news von allen Seiten derzeit ... Fortsetzung folgt ...

Aus dem einstigen Optimist (nennen wir ihn schnell mal Heiko Thieme) ist offenbar ein Crash-Prophet (das könnte Roland Leuschel sein) geworden.

Wie kömmt’s?

Hat er wenigstens ein paar Unzen auf die Seite geschafft oder in Alpennähe ne Stiftung eröffnet? [[lach]]

Zum Schluß ne ganz böse Frage, vor allem auch für die Leser aus anderen Foren.

Siehst Du ein inflationäres Szenario oder eine Deflation auf uns zu kommen oder beides nacheinander oder zugleich oder wie oder was?

Rohstoff- und Konsümgüterpreise weisen klar auf Inflation hin.
Wer hin und wieder im Super-Markt einkaufen geht, weiß wovon ich rede.

Die Frage ist wirklich ernst gemeint, auch wenn ich damit die Gefahr einer gelben Karte, eines lautstarken Verweises auf das Archiv und andere Bibliotheken riskiere.

Hast Du irgendeine Peilung wo die Kiste, in der wir alle sitzen und die der TÜV nie oder nur fahrlässig geprüft hat, demnächst hinfährt?

mfG
nereus

antworten
 

@nereus - weil ich gerade Zeit habe

weissgarnix @, Dienstag, 04.03.2008, 05:38 (vor 6540 Tagen) @ nereus

Aus dem einstigen Optimist (nennen wir ihn schnell mal Heiko Thieme) ist
offenbar ein Crash-Prophet (das könnte Roland Leuschel sein) geworden.

genaugenommen muß es heissen: kurzfristiger Optimist ... über die langfristige Entwicklung hatte ich nie ernsthafte Zweifel.

Wie kömmt’s?

Irren ist menschlich, und auch, wenn man gar nix weiss, kann sich das als gänzlich falsch herausstellen ...

Hat er wenigstens ein paar Unzen auf die Seite geschafft oder in Alpennähe
ne Stiftung eröffnet? [[lach]]

Wenn jeder so steuerehrlich wäre wie ich, dann hätte Deutschland keinerlei Geldsorgen ... und Stiftungen in Lichtenstein, Postkästen auf den Caymans und derlei Brimborium lohnen erst ab Zumwinkelschen Gehaltsniveaus, die für kleine Schnuffis wie mich leider immer unerreichbar bleiben werden ...

Siehst Du ein inflationäres Szenario oder eine Deflation auf uns zu kommen
oder beides nacheinander oder zugleich oder wie oder was?

ich sehe die Deflation auf uns zukommen, und ringe mit mir, dottore, Faber et alii, ob davor noch sowas wie ein "inflationärer spike" kommt, oder nicht. Bis vor kurzem machte ich ganz auf Spieltheoretiker und sagte "ja". Nunmehr besinne ich mich eher auf die technischen Fakten und neige zu "nein" ... aber um ganz ehrlich zu sein: I have no f.ck.. clue.

Rohstoff- und Konsümgüterpreise weisen klar auf Inflation hin.
Wer hin und wieder im Super-Markt einkaufen geht, weiß wovon ich rede.

Nein, diese Preise weisen lediglich auf "relative" Preiserhöhungen hin, das ist ja das Problem. Die sehe ich wohl. Aber liegt eine aggregierte, absolute Preiserhöhung an, inkl. aller Güter, Services, Löhne, etc? - Glaube ich nicht. Selbst in der aktuellen Inflastatistik zeigt sich ziemlich klar, dass die Basisgüter zwar steigen wie blöd, aber die höherwertigen Konsumgüter und Services dafür teilweise dramatisch in den Preisen eingebrochen sind (gab es einen schönen Chart zu in der Welt vom letzten Samstag). Und es würde mich wundern, wenn das "Engelsche Gesetz" ausgerechnet in Deutschland nicht gelten sollte.

Die Frage ist wirklich ernst gemeint, auch wenn ich damit die Gefahr einer
gelben Karte, eines lautstarken Verweises auf das Archiv und andere
Bibliotheken riskiere.

ja, klar. Über sowas macht man auch keine Witze [[nono]]

Hast Du irgendeine Peilung wo die Kiste, in der wir alle sitzen und die
der TÜV nie oder nur fahrlässig geprüft hat, demnächst hinfährt?

an der Kiste sind die Reifen abgefahren, zudem ist die Strasse extrem holprig ... wir nähern uns bergabwärts einer scharfen Serpentine, die maximale Aufmerksamkeit erfordern würde, aber ... oh mein Gott ... der Fahrer trägt gelbe Armbinde mit 3 schwarzen Punkten ... werden wir es also schaffen, oder gleich einen Ausflug in die Botanik entlang der Senkrechten starten? - wer weiss ... ich sagte ja: Fortsetzung folgt ...

antworten
 

nach dem Boom folgt Deflation

Elmarion, Dienstag, 04.03.2008, 05:52 (vor 6540 Tagen) @ weissgarnix

Auf einen Boom muss logischerweise immer eine Kontraktion folgen - so wie nach dem Überfressen und anschließendem "trotzdem Weiterfressen" sicher das Kotzen folgt.


Einige sind schon ganz blass! Andere fressen noch ein bischen!

antworten
 

auch Kleinvieh macht Mist

Baldur der Ketzer @, Ketzerland, Dienstag, 04.03.2008, 08:03 (vor 6540 Tagen) @ weissgarnix

Hallo, weissgarnix,


Wenn jeder so steuerehrlich wäre wie ich, dann hätte Deutschland keinerlei
Geldsorgen ... und Stiftungen in Lichtenstein, Postkästen auf den Caymans
und derlei Brimborium lohnen erst ab Zumwinkelschen Gehaltsniveaus, die
für kleine Schnuffis wie mich leider immer unerreichbar bleiben werden


ich bitte dies einmal zu überdenken.

Nehmen wir an, es geht um einen monatlichen Gewinn in Höhe von 800,-- Euro.

Durch Ersparnis an Gehaltsabzügen, weil man für eine dort domizilierte Firma arbeitet, oder durch Zinseinkünfte, die unbesteuert bleiben. Bei ersterem können wir von einem Normaleinkommen im Sachbearbeiterbereich ausgehen, bei letzterem können wir einmal 3% Verzinsung annehmen, und eine Steuerlast von 33% im Falle der Besteuerung, macht 2400 notwendige Monatsverzinsung oder rund 1 Mio. verzinstes Anlagevermögen.

Natürlich wird man ggf. auch 4% erwirtschaften können und mit der alten Regelung samt Soli an die 50% ertragsbesteuert werden, aber das soll nicht interessieren, dann würde es sich noch stärker in Richtung meiner Argumentation bewegen.

Beim Lohn also würde es sich prinzipiell für jeden lohnen (allerdings sind die Mieten erheblich und eine Vermögensbesteuerung ist zu beachten), bei den Zinserträgen sind schon mal alle dabei, die über 1 Mio. Barvermögen verfügen. Und das sind nicht nur Postwinkels und Dax-Vorstände, sondern durchaus mehr Leute. angeblich gibt es 780.000? Millionäre in der BRD.

So. 800 im Monat zusätzlich. Macht 10.000 pro Jahr. Haben oder Nichthaben.

Macht auf 30 Jahre gesehen eine Eigentumswohnung aus, mal so im Vorbeigehen.

Will sagen, auf die Jahre gesehen lohnen sich auch klein erscheinende Einsparungen. Es muß nicht immer der pralle Millionenkoffer sein.

Beste Grüße vom Baldur

--
Der Hörer an der Wand hört seine eigne Schand

antworten
 

@Weissgarnix: Dahinter steckt ein veritabler Denkfehler

Mephistopheles, Dienstag, 04.03.2008, 11:33 (vor 6540 Tagen) @ weissgarnix

Hi Weissgarnix,
ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber

Wenn jeder so steuerehrlich wäre wie ich, dann hätte Deutschland keinerlei
Geldsorgen ...

dahinter steckt ein veritabler Denkfehler. [[la-ola]]

Aber ich glaube, du wirst selber dahinter kommen, darum führe ich das jetzt nicht weiter aus.
kleiner Tipp: Du hast doch ein Kind?
Gib ihm mal nen Zuckerle. Und dann frag, ob jetzt genug ist oder ob er/sie noch eins braucht? usw.....

Gruß Mephistopheles

antworten
 

Eines kann ich auf jeden Fall bestätigen...

MI @, Dienstag, 04.03.2008, 05:47 (vor 6540 Tagen) @ nereus

... wenn ich mich da mal einmischen darf <img src=" />

nämlich das da:

Rohstoff- und Konsümgüterpreise weisen klar auf Inflation hin.
Wer hin und wieder im Super-Markt einkaufen geht, weiß wovon ich rede.

(wobei wir darin vermutlich übereinstimmen, daß Rohstoffpreissteigerungen (=Teuerung) eine Folge der Inflation (=Aufblähung) sind, oder?)

Alles, was wirklich nötig, wichtig und essentiell ist, unterliegt seit Jahren einer Teuerung, womit die Leute systematisch von Jahr zu Jahr weniger Mittel zur Ausgabe zur Verfügung haben. Das ist ein klarer Trend, der sich festgesetzt hat.

(Zitat Kassiererin: "Halten Se mal die Quittung und machen Se den gleichen Einkoof in eenem Jahr...", oder: "Euch den Aufschwung, uns die Inflation")

Interessanterweise neige ich nun vermehrt dazu, langfristig haltbare Gegenstände zu kaufen, z. B. Werkzeuge, Haushaltsmaterialien, Konserven usw., weil da jedesmal der Gedanke mitspielt, daß es nur teurer werden kann und ich deswegen nichts verkehrt machen kann, wenn ich es jetzt kaufe und den Kauf nicht auf einen späteren Zeitpunkt verschiebe.

Was ich hingegen scheue wie der Teufel das Weihwasser, das ist Schuldenmachen. Kein noch so verlockendes Angebot kann mich dazu bringen, mich für irgendetwas zu verschulden. Was ich besitze, das soll mir auch gehören.

Wenn man das nun als allgemeingültige Handlunsmaxime ansetzt, was würde daraus für die Gesamtwirtschaft folgen?

Einerseits:
------------
- erhöhte Nachfrage durch frühe Einkäufe (wird ja alles teurer) --> stabile bzw. weiter steigende Preise

Andererseits:
-------------
- Weniger Konsumausgaben für nicht-essentielle Güter, da weniger Geld in der Tasche --> Nachfrageeinbruch, Preisverfall

Jetzt kommt die Entscheidung:
-----------------------------
- Abhilfe kann nur die Schuldenaufnahme schaffen. Die lehne ich aber ab.

Daraus folgt trotz aller Teuerung:
-------------------------------------
- Keine neuen Schuldner --> Deflation

Grüße,
MI

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