Eilmeldung bei SPON: Clinton erwägt Kandidaten- Duo mit Obama
Querbanker, Mittwoch, 05.03.2008, 06:26 (vor 6539 Tagen)
Überraschender Vorstoß von Hillary Clinton: Im dramatischen Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bringt sie jetzt ein Duo mit Barack Obama ins Gespräch. Die Wähler müssten nur noch entscheiden, wer Präsidentschaftskandidat und wer Stellvertreter sein soll.
Q
US-Wahlkampf: Ich kapier das nicht
MI
, Mittwoch, 05.03.2008, 07:11 (vor 6539 Tagen) @ Querbanker
War das schon immer so aufdringlich und ist mir nie aufgefallen, oder ist das eine neue Masche bei den Westmedien, den US-Wahlkampf so dermaßen aufdringlich (und kritklos) zu platzieren?
Ich finde das einfach nur noch peinlich, wie da Fingernagelschau betrieben und noch das letzte Details des ach so spannenden (vorbildlichen) amerikanischen Wahlkampfes reportiert wird.
Wie laaaangweilig dagegen der russische Wahlkampf, und wie undemokratisch.
Sorry, aber das wird IMHO lanciert. Da wird von irgendwoher gefordert, man möge doch bitte im Westen den US-Wahlkampf präsentieren und Gott weiß wie spannend machen.
Spannend fände ich höchstens einmal, wenn Intervies mit Ron Paul Eingang in die hiesigen Medien finden würden, z. B. dieses
http://de.youtube.com/watch?v=cziN3gt-hic&feature=related
Noch immer ist Ron Paul, der die Dinge beim Namen nennt, hierzulande nur den wenigsten ("Insidern") bekannt. (Ja, ich weiß, man kann auch über ihn streiten, ist auch kein Allheilmacher. Aber wenigstens nicht so eine Marionette wie die anderen. Selbst der nette Obama redet ja schon wie Bush in seinen schlimmsten Zeiten - "Drecksarbeit in Afghanistan" usw.)
Für mich ist das alles nicht mehr oder weniger ein Schaukampf, wie der russische. Beschämend, peinlich und offenbarend für unsere Westpresse.
MI
Wahlen sind das Schlüsselelement der Illusion...
Kaltmeister
, Mittwoch, 05.03.2008, 08:14 (vor 6539 Tagen) @ MI
...von der demokratischen Mitbestimmung aller Bürger westlicher Gesellschaften. Und weil sie in der westlichen Ideologie eine so wichtige Rolle spielen, wird in unseren Medien exzessiv darüber berichtet. Oft so penetrant, daß es nervt. Wenn man drauf achtet fällt auf, daß jede Wahl, insbesondere in "westlichen" Ländern, ausführlich in den Nachrichten erwähnt und kommentiert wird, meist als erstes großes Thema einer Nachrichtensendung; es sei denn, es ist irgendwo etwas wirklich wichtiges passiert.
Insofern ist diese Form der Berichterstattung über amerikanische Wahlen, gerade in Zeiten eines ansteigenden Antiamerikanismus, nicht besonders überraschend.
Spiegel - Kritik an US-Wahl-Berichterstattung
Tengu, Mittwoch, 05.03.2008, 10:32 (vor 6539 Tagen) @ MI
War das schon immer so aufdringlich und ist mir nie aufgefallen, oder ist
das eine neue Masche bei den Westmedien, den US-Wahlkampf so dermaßen
aufdringlich (und kritklos) zu platzieren?
Das bemerkte dann heute auch prompt der Spiegel
Es musste ja so kommen: Das Rennen ist wieder offen. Das "Duell in Texas" brachte nun doch nicht die Entscheidung im "Vorwahlkampf-Krimi". Fast wähnt man sich tatsächlich in einer Inszenierung: Wie sonst, wenn nicht durch gesteuerte Spannungsmomente und Cliffhanger, sollten die Zuschauer in diesem "Kopf-an-Kopf-Rennen" bei der Stange gehalten werden?
Nicht nur die Sprache der Berichterstattung stammt dabei aus fiktionalen Erzählungen und der Unterhaltung. Was sich in diesen extrem aufgeladenen Präsidentschaftsvorwahlen abspielt, folgt mehr denn je einer Dramaturgie der antagonistischen Verhältnisse, wie sie seit den Dramen der alten Griechen heute in jeder Vorabendserie, im Profi-Sport und allgemein im Spektakel der Popkultur vorgelebt wird. Um die dabei so wertvolle Aufmerksamkeit zu verlängern, muss Spannung durch Abwechslung her. So feiert gerade eben wieder mal Hillary Clinton ein "Comeback".
Tja, und was dann? Die nächste Spiegel-Story zum US-Wahlkampf lautet Clintons Kampfeslust treibt Obama in die Enge
Tja, mal kurz etwas kritisches, und weiter geht's mit dem (US-Wahl-)Unterhaltungsprogramm.
Tja, willkommen zur "Prime Time". Nach einer kurzen Unterbrechung geht es weiter mit der Werbung ![[[hae]]](images/smilies/hae.gif)
Mit den Argumenten wird es McCain ... - das sind beim SPON ja zustände wie beim BND *LOL*
LenzHannover, Mittwoch, 05.03.2008, 09:42 (vor 6539 Tagen) @ Querbanker
"Noch niemals ist ein Präsident ins Weiße Haus eingezogen, der nicht bei den Vorwahlen in Ohio gewonnen hat", sagte Clinton in einem CNN-Interview.
Ok, dann sparen wir Geld und wählen künftig nur noch in Ohio oder noch besser lassen gleich McCain dran den noch nie wurde eine Frau oder ein farbiger Kandidat gewählt ... .
und dann hat der SPON wieder nur ap zitiert ...
Anmerkung der Redaktion: Die Nachrichtenagentur AP verbreitete die Meldung über Clintons Aussagen zu einem Duo mit Obama unter der Überschrift "Clinton deutet gemeinsame Präsidentschaftskandidatur mit Obama an". Tatsächlich äußerte sich die Kandidatin im Interview mit CBS deutlich distanzierter, wie SPIEGEL ONLINE überprüft und daraufhin den Artikel entsprechend geändert hat.
Das erinnert mich an die manchmal suboptimalen Geheimdienste, denen mehr Zeitungslektüre empfohlen wird. Hallo ihr Helden beim SPON, zumindest CNBC und CNN könnte man in der Brandstwiete ja direkt per SAT schauen.
Ich bin das ja von meiner Dorfzeitung gewohnt, das fast alles 100 Km jenseits der Redaktion dazu gekauft wird (da steht dann zumindest ap afp dpa ...), aber bei diesen tollen Magazinen ist es anscheinend fast identisch
.
