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Die lose Kanone ist wieder an Deck

harryinfo @, Samstag, 08.03.2008, 15:45 (vor 6536 Tagen)

Hallo Freunde von Politik und Wirtschaft,

die unendliche Geschichte geht weiter: Steinbrück und Co. sind schon eine ganz besondere Truppe. Unter Journalisten macht das Gerücht die Runde, dass die IKB in absehbarer Zeit einen Refinanzierungsbedarf von 12 Milliarden Euro hat. Die spannende Frage ist also: Wer stellt die Sicherheiten bzw. wie finanziert man diesen Betrag? Die Lösung scheint einfach: Man verkauft Tafelsilber der KfW, in diesen Fall die Ipex Bank (siehe Link). Geschätzter Erlös ca. 8 Milliarden Euro - und schon ist für Steinbück das Problem gelöst. 8 Milliarden Euro an Volkseigentum werden vernichten, nur um etwas Zeit zu gewinnen. Wie schlimm muss die Lage sein, um für einen kurzfristigen Zeitaufschub so viel Geld zu vernichten? Wie die Sache letztendlich ausgehen wird, wissen wir hier im Forum alle.

Es gibt da aber noch einen anderen Zusammenhang, dem ich rational nicht mehr folgen kann.

- Die IKB ist in Schwierigkeiten, weil sie in Subprime investiert hat.

- Die Deutsche Bank war einer der Lieferanten dieser Produkte.

- Steinbrück lobt Ackermann im Zusammenhang mit der Subprimekrise in der FAZ mit den Worten: „Die Deutsche Bank zeigt, wie man es professionell und gut machen kann“ (siehe Link FAZ).

- Und jetzt kommt das Beste: Da Steinbrück so begeistert ist von Joe Ackermann und der professionellen Arbeit der Deutsche Bank, ermuntert die Bundesregierung aktuellen Medienberichten zufolge die KfW und die IKB dazu, eine Klage gegen die Deutsche Bank anzustrengen (siehe Link).

Wenn sich das alles als richtig herausstellen sollte, ist Steinbrück’s Spruch mit der losen Kanonen an Deck wohl eine starke Verharmlosung. Korrekt muss die Warnmeldung dann wohl eher lauten: „Alarm!! Wirtschaftsterroristen am Bord!“

Ein schönes Wochenende
Gruß Harryinfo

antworten
 

Wirtschaftsterroristen am Bord ? An ihren Taten wirst du sie erkennen (oT)

Der Husky, Samstag, 08.03.2008, 16:07 (vor 6536 Tagen) @ harryinfo

- kein Text -

antworten
 

Wenn das deutsche Volk erkennt, was ihm diese Verbrecher angetan haben (mT)

DT @, Samstag, 08.03.2008, 16:29 (vor 6536 Tagen) @ Der Husky

dann blüht das hier.

Wieviele Jahrzehnte Mehrwertsteuer und Mehrwertsteuererhöhung nur zur Selbstbereicherung dieser Schwerstkriminellen:

[image]

Wieso verklagen die Landesbanken nicht die Verbrecherbanken (darunter DeuBa, aber auch die ganzen Amibanken), die ihnen diesen Müll untergejubelt haben? Jupp ist einer der größten Selbstbereicherer weit und breit (sieht man mal von den Amikonsorten ab).

[image]

Und der deutsche Steuerbürger zahlt die Zeche.

antworten
 

Schade, aus dem Bauch würde ich den Ackermann wegen Hochbverrat einlochen

LenzHannover, Samstag, 08.03.2008, 17:00 (vor 6536 Tagen) @ DT

gibt das Gesetz aber nicht her [[sauer]] http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/stgb/gesamt.pdf

Die RAF hat es völlig falsch angefangen, hätten die bei Ackermann & Co. gelernt, hätten die diesen Staat wirklich in die Knie gezwungen.

Bleibt wohl nur wieder der § 263 Betrug - immerhin bis zu 10 Jahren

ja aber für § 264a Kapitalanlagebetrug max. 3 Jahre

§ 266 Untreue (HSH - UBS) auch nur max. 5 Jahre

ich wäre ja für locker abhängen einer Stohpuppe an einer Laterne vor dem Trichet-Hochhaus in Frankfurt -dem unbekannten Banker-, motiviert sicher alle Bank-Betrüger [[zwinker]].

antworten
 

Man kann jederzeit

Artois, Sonntag, 09.03.2008, 12:17 (vor 6535 Tagen) @ LenzHannover

auch ältere Gesetze zur Aburteilung heranziehen. "Nulla poene sine lege" bezieht sich lediglich auf Verwaltungsvorschriften.

antworten
 

Und mal wieder ist der von Studenten damals bespötelte Gauleiter (wg. der Aids Prävention) äh Gauweiler wirksam ...

LenzHannover, Samstag, 08.03.2008, 17:30 (vor 6536 Tagen) @ DT

ist gut 20 Jahre her, wie Gauweiler gegen "Darkromms" von Schwulen in Müchen aktiv wurde. War mir nicht ganz klar, was mich das als E-Technik Studenden interessieren sollte. Machte sich wohl gut. FJS hätte mal nicht Stoiber puschen sollen *schluchz*.

Aus dem teilweise merkwürdigen Spiegel - aktuelle Ausgabe 11-2008 S. 98

Wenn es um Klagen gegen die Deutsche Bank geht, ist der CSU-Bundestagsabgeordnete und Rechtsanwalt Peter Gauweiler Wiederholungstäter. Mehrfach schon hat er Deutschlands größtes und mächtigstes Geldinstitut im Auftrag von Klienten verklagt – und gewonnen.

...Inzwischen hat Gauweiler das Verhalten des Branchenriesen bei der Deutschen Industriebank (IKB) im Visier: Die Frankfurter sollen der IKB schlecht gesicherte US-Hypothekendarlehen verkauft haben, zu einem Zeitpunkt, als sie selbst schon auf einen Wertverfall dieser Papiere spekulierten.

... Deshalb hat der Jurist an SPDFinanzminister Peer Steinbrück geschrieben: „Sind die Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet?“ Die Vorgänge bei der IKB seien „umso bemerkenswerter, als der Aufsichtsratsvorsitzende der IKB, Herr Hartmann, zugleich Mitglied des Aufsichtsrates der Deutschen Bank und sogar dessen Präsidiums ist“

tja, Steinbrück will wohl Asmussen retten - Peanuts Mrd.

... Sollte die Bank die Papiere der IKB verkauft haben, während sie selbst bereits von einem Wertverlust der Papiere ausging, wäre das für Gauweiler „ein klar Schadensersatz auslösender Tatbestand“. Vor allem dann, wenn die Bank die IKB nicht über ihre Einschätzung informiert habe. In diesem Fall sei der Verkauf „zu wissentlich überhöhten Werten“ erfolgt.

... Dabei war es Asmussen, der als Erster im Aufsichtsrat den IKB-Vorstand fragte, wie hoch denn die Risiken aus den Geschäften mit US-Papieren seien. Noch am 20. Juli, sieben Tage vor der ersten Beinahe-Pleite, bekam er vom damaligen IKBChef Stefan Ortseifen die beruhigende Antwort, es handle sich nur um eine einstellige Millionensumme.

antworten
 

nicht vergessen: er hat zusammen mit Hankel auch gegen Euro-Einführung geklagt!

Jermak @, Sonntag, 09.03.2008, 01:34 (vor 6535 Tagen) @ LenzHannover

Das Debakel um den Euro wird noch ne Weile auf sich warten lassen, kommt aber unausweichlich.

antworten
 

Was hat das Ganze

Artois, Sonntag, 09.03.2008, 12:19 (vor 6535 Tagen) @ LenzHannover

mit Gauweiler (pseudo?) Aktivitäten vs. Darkrooms zu tun???

antworten
 

Nichts und alles. Für die im Norden war FJS schon schlimm und Gauweiler ein ganz schlimmer

LenzHannover, Sonntag, 09.03.2008, 16:33 (vor 6535 Tagen) @ Artois

war halt so, was man halt alles so in der Schule "lernt" [[kotz]].

Vor so 20/25 Jahren brodelte HIV ja mächtig hoch und in München war Gauweiler als dafür zuständiger bei der Stadt München aktiv dabei, alles zu unterbinden, was schwulen anonymen schnellen (in der Regel wohl ungeschützten) GV ermöglichte und er machte damit mächtig Schlagzeilen. Er war wirklich einer der Buh-Männer.

Heute wären seine Aktionen wirklich berichtenswert und es geht fast völlig unter.

Somit Thema: Mainstream Medien

antworten
 

Zumindest einer der aktuellen Ur-Enkel der 1918-er Novemberverbecher fehlt leider auf dem Bild,...

Tassie Devil, Tasmania, Australia, Samstag, 08.03.2008, 22:00 (vor 6535 Tagen) @ DT

Wieviele Jahrzehnte Mehrwertsteuer und Mehrwertsteuererhöhung nur zur
Selbstbereicherung dieser Schwerstkriminellen:

[image]

Wieso verklagen die Landesbanken nicht die Verbrecherbanken (darunter
DeuBa, aber auch die ganzen Amibanken), die ihnen diesen Müll
untergejubelt haben? Jupp ist einer der größten Selbstbereicherer weit und
breit (sieht man mal von den Amikonsorten ab).

[image]

Und der deutsche Steuerbürger zahlt die Zeche.

...Peer Steinbrueck ist sein Name.

--
Gruss!
TD

Die StaSi tobt und Tassie kichert,
denn er ist Schaeuble abgesichert!

antworten
 

Lieber @DT.......................

ottoasta @, Sonntag, 09.03.2008, 03:49 (vor 6535 Tagen) @ DT

........das Deutsche Volk wird nichts erkennen! Das Volk ist eine Schafherde (mit ein paar schwarzen Schafen drin, wie du und ich) und rennt dem Leithammel nach, bewacht von den Hüterhunden (Schäuble, §130ff, Zentralräten)!

Solange die Glotze geht, das Bier im Kühlschrank steht, der Fussball läuft, solange wird sich das Volk um die Politik und Wirtschaft einen feuchten Kehrricht scheren! Siehe altes Rom: Brot und Spiele! Hilft immer.

Ausserdem ist das Denken über die Zusammenhänge schwierig und für 'das Volk', welches schon seit dem Kindergarten passend indoktriniert wird, später dann mit einer Bildzeitung dumm gehalten wird, nicht sehr angenehm! Denken tut in bestimmten Kreisen ja weh! Nichtdenken, nachplappern ist doch soooo einfach!

Also, nimms leicht, auch wenn der Bauch grimmt, es hilft nichts![[wut]]
Das Deutsche Volk ist nicht geeignet für Revolutionen, es ist leidensfähig!
Gruss
Otto

--
Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben.
Tolstoi

antworten
 

was mir immer noch nicht klar ist

harry49, Samstag, 08.03.2008, 23:53 (vor 6535 Tagen) @ harryinfo

wo sind die Gewinne aus 12 Millarden Euro? Die muß es ja eine Zeitlang gegeben haben.
gruß harry49h

antworten
 

Dem Kiesfahrer ist so vieles nicht klar

prinz_eisenherz, Sonntag, 09.03.2008, 01:09 (vor 6535 Tagen) @ harry49

## wo sind die Gewinne aus 12 Milliarden Euro? Die muß es ja eine Zeitlang gegeben haben.##

Hallo,
wie sind eigentlich die verzockten 5 Milliarden Euro von dem Börsenhändler Jérôme Kerviel von der französischen Bank Société Générale ausgeglichen worden? Ist so ruhig geworden um diesen Fall. Wurden hier mal wieder die Verluste still und heimlich sozialisiert?

Aber davon abgesehen, der Kiesfahrer Fritze Flink stellt sich das so vor und ist völlig ratlos:
Die Banken und Versicherungen, die Fonds, die sich die schlechten Hypothekenkredite haben andrehen lassen, die sind nach meinem Rechtsverständnis zum Verwalter dieser Immobilen geworden oder konkret zum Eigentümer. Da es sich um viele tausend solcher Kleinimmobilien handeln muss, fragt man sich doch als Kleingartenpächter, wie geht das, wer veraltet diese Häuser und Grundstücke in den USA?
Wenn noch jemand in diesen Objekten wohnt, wer regelt die Abzahlung der Hypotheken plus Zinsen an die neuen Eigentümer in Europa. Denn immerhin Kleinvieh kann auch ganz schön Mist erzeugen.
Wenn die dortigen Käufer zahlungsunfähig sind und dort zur Miete wohnen, wer gibt denen Mietverträge mit einer ortsüblichen Miete und wer kassiert die Mieteinnahmen?
Da diese Kreditübertragungen schon eine geraume Weile gehen, müssen doch langsam aber sicher entweder die Zwangsversteigerungen mit dem anschließenden Verkauf oder der Vermietung zu Gunsten der neuen Eigentümer in Europa vonstatten gehen.

Wenn nun spanische Banken ihre notleidenden Hypotheken an die EZB verkaufen würden, dann wird zweifellos die EZB zum Besitzer dieser Objekte, zum Verwalter der Immobilien, braucht eine eigene Abteilung, ein Subunternehmen, welches die weitere Handhabung der Immobilien vollzieht. Denn anders als bei reinen Finanzprodukten, die nur durch die Bücher und über die Konten elektronisch geschoben werden, sind Immobile nun einmal Gebäude und Grundstücke und haben ihren Wert an sich, aber der muss auch angestrengt werden, durch den Verkauf der Immobilen oder der Vermietung oder Verpachtung, mit den dafür fälligen Einnahmen.
Das die EZB so, ob mit Subunternehmen oder direkt zur großen Hausveraltung sich auswächst, eine Zentralbank, deren Geschäftsfeld klein und fein nur zur Geldpolitik abgrenzt ist, das versteht der Fritze Flink noch weniger.

Das gleiche triff auf notleidende Versicherungen zu, die ihre Sach- oder Lebensversicherungen an die FED in Zahlung geben. Die FED, ein Brüller ohne Ende, die wickelt dann die Prämienzahlungen ab? Die regelt Schadensfälle?

Alle Vorschläge sehen bei genauer Betrachtung so aus, das es eine Trennung von Privatunternehmen und Staat faktisch nicht mehr gibt. Beide durchdringen sich unauflösbar. Aber, da reibt sich der Kiesfahrer die Augen, das wäre doch nichts weiter als ein anderes sozialistisches Gesellschaftsmodell, denn um die Kindergärten, die Schulen, die Altenpflege und sonstige unprofitablen Sektoren sich zu kümmern, das die Privatwirtschaft mitmachen zu lassen, das ist dann der Sieg der sozialistischen Weltrevolution ohne Blutvergießen, mit menschlichem, humanen Übergang vom Kapitalismus zum Kommunismus.
[[lach]]

eisenherz

antworten
 

hier irrt der Kiesfahrer

Jermak @, Sonntag, 09.03.2008, 01:25 (vor 6535 Tagen) @ prinz_eisenherz

"Alle Vorschläge sehen bei genauer Betrachtung so aus, das es eine Trennung von Privatunternehmen und Staat faktisch nicht mehr gibt. Beide durchdringen sich unauflösbar. Aber, da reibt sich der Kiesfahrer die Augen, das wäre doch nichts weiter als ein anderes sozialistisches Gesellschaftsmodell, ..."

und mancher andere in diesem Forum. Die Verschmelzung von Staat und Kapital
entspricht der klassischen Faschismus-Definition von Cheffe Mussolini!
Der kleine aber entscheidende Unterschied zum sozialistischen Modell liegt
in der Privatisierung der Gewinne.


grüsse

jermak

antworten
 

Interessanter Thread, neben der Anna Lüse , wo ist

ventura, Sonntag, 09.03.2008, 02:37 (vor 6535 Tagen) @ Jermak

das Loch im Zaun.
Was kommt und wie stellt man sich drauf ein?

"Es kommt daher zu einem Prozess der überstürzten Entschuldung." s.u.

Die große Banken Krise kommt!
Wie weiter u. schon gesagt von Weissgarnix u.a., cash (SFR, NWK usw.) und Edellmetall halten. Schulden werden zur Falle, auch auf Immos!!!

Marc Faber aus der Welt v. 08.03.08

Verzweifelte Taten eines Ben Bernanke
Der US-Notenbankchef kommt aus der selbst verschuldeten Zwickmühle trotz allem Aktionismus nicht mehr heraus
Unter Gelddrucker-Meister Ben Bernanke hat die amerikanische Notenbank seit September letzten Jahres die Leitzinsen von 5,25 Prozent auf drei Prozent gesenkt. Mit drastischen Folgen: Rohöl und Gold sind seitdem um beinahe 40 Prozent gestiegen, die US-Börse dagegen um knapp zehn Prozent gefallen und der Wert des Dollar hat gegenüber dem Euro ebenfalls um zehn Prozent abgenommen. Zwar sind die Renditen auf kurzfristige amerikanische Staatspapieren weiterhin rückläufig, aber die Zinsen auf allen Obligationen mit geringerer Bonität als Triple-A (AAA) sind gestiegen.
Dabei tritt klar zu Tage, dass sich die amerikanische Wirtschaft in einer rezessiven Stagflation befindet. Zu diesem beeindruckenden Resultat kann man dem Vorsitzenden der amerikanischen Notenbank (Fed), dessen Kopf von wirtschaftswissenschaftlichem Sophismus offensichtlich stark geprägt ist, nur gratulieren. Das Problem liegt in der asymmetrischen Geldpolitik der Fed. Von Januar 2001 bis 2003 wurden die Leitzinsen radikal von 6,5 Prozent auf ein Prozent gesenkt und völlig grundlos bis Juni 2004 bei einem Prozent belassen, obwohl sich die Wirtschaft bereits im November 2001 spürbar zu erholen begonnen hatte. Nach Juni 2004 wurden dann die Leitzinsen zwar angehoben, aber leider nur in Trippelschritten um jeweils 0,25 Prozent. Die kleinmütige Serie wurde fortgesetzt bis der Leitzins im August 2006 bei 5,25 Prozent angelangt war. Unglücklicherweise war trotz der kontinuierlichen Leitzinserhöhungen die Geldpolitik ausgesprochen expansiv, da die Leitzinsen weit unter dem nominalen Bruttosozialproduktwachstum und den Lebenskostensteigerungen lagen. Außerdem konnte die Salamitaktik nicht mit dem rasanten Wertzuwachs der Immobilienpreise Schritt halten.
Die Folge war, dass die Darlehenskonditionen bis ins letzte Jahr hinein gelockert wurden und sich deshalb das Kreditwachstum trotz der Mini-Zinssignale nach Juni 2004 dramatisch beschleunigte. Mit anderen Worten, die ultra-expansive Geldpolitik in den Jahren 2001 bis 2007 führte zu einer Extrem-Verschuldung in der amerikanischen Wirtschaft und insbesondere im Finanzsektor. Jetzt aber hat sich die Lage um 180 Grad gedreht: Durch den Umstand, dass Immobilien und Aktienpreise nicht mehr steigen, ist es zu einer gewaltigen Ausweitung von faulen Krediten gekommen, die ihrerseits zu gewaltigen Verlusten in der Wirtschaft, insbesondere im Finanzsektor geführt haben.
Und was geschieht nun in einem solchem Umfeld? Ganz einfach: Die Darlehensbedingungen wurden sofort drastisch verschärft, die Risikobereitschaft schwindet rasch. Und was tun die Verwaltungsräte der Finanzinstitute, die lange Zeit den Schlaf der Unbesonnenen genießen konnten? Während der aktuellen Finanzkrise, die sich durch eine grenzenlosen Verschuldung über Niedrigzinsen langsam aufgebaut hatte, befehlen sie nun den offenkundig unfähigen Führungsspitzen ihrer Banken, keine riskanten festverzinsliche Papiere mehr zu kaufen und keinerlei Darlehen bei niedriger Bonität mehr zu gewähren. Verzweifelte Taten eines Ben Bernanke
Der US-Notenbankchef kommt aus der selbst verschuldeten Zwickmühle trotz allem Aktionismus nicht mehr heraus
Unter Gelddrucker-Meister Ben Bernanke hat die amerikanische Notenbank seit September letzten Jahres die Leitzinsen von 5,25 Prozent auf drei Prozent gesenkt. Mit drastischen Folgen: Rohöl und Gold sind seitdem um beinahe 40 Prozent gestiegen, die US-Börse dagegen um knapp zehn Prozent gefallen und der Wert des Dollar hat gegenüber dem Euro ebenfalls um zehn Prozent abgenommen. Zwar sind die Renditen auf kurzfristige amerikanische Staatspapieren weiterhin rückläufig, aber die Zinsen auf allen Obligationen mit geringerer Bonität als Triple-A (AAA) sind gestiegen.
Dabei tritt klar zu Tage, dass sich die amerikanische Wirtschaft in einer rezessiven Stagflation befindet. Zu diesem beeindruckenden Resultat kann man dem Vorsitzenden der amerikanischen Notenbank (Fed), dessen Kopf von wirtschaftswissenschaftlichem Sophismus offensichtlich stark geprägt ist, nur gratulieren. Das Problem liegt in der asymmetrischen Geldpolitik der Fed. Von Januar 2001 bis 2003 wurden die Leitzinsen radikal von 6,5 Prozent auf ein Prozent gesenkt und völlig grundlos bis Juni 2004 bei einem Prozent belassen, obwohl sich die Wirtschaft bereits im November 2001 spürbar zu erholen begonnen hatte. Nach Juni 2004 wurden dann die Leitzinsen zwar angehoben, aber leider nur in Trippelschritten um jeweils 0,25 Prozent. Die kleinmütige Serie wurde fortgesetzt bis der Leitzins im August 2006 bei 5,25 Prozent angelangt war. Unglücklicherweise war trotz der kontinuierlichen Leitzinserhöhungen die Geldpolitik ausgesprochen expansiv, da die Leitzinsen weit unter dem nominalen Bruttosozialproduktwachstum und den Lebenskostensteigerungen lagen. Außerdem konnte die Salamitaktik nicht mit dem rasanten Wertzuwachs der Immobilienpreise Schritt halten.
Die Folge war, dass die Darlehenskonditionen bis ins letzte Jahr hinein gelockert wurden und sich deshalb das Kreditwachstum trotz der Mini-Zinssignale nach Juni 2004 dramatisch beschleunigte. Mit anderen Worten, die ultra-expansive Geldpolitik in den Jahren 2001 bis 2007 führte zu einer Extrem-Verschuldung in der amerikanischen Wirtschaft und insbesondere im Finanzsektor. Jetzt aber hat sich die Lage um 180 Grad gedreht: Durch den Umstand, dass Immobilien und Aktienpreise nicht mehr steigen, ist es zu einer gewaltigen Ausweitung von faulen Krediten gekommen, die ihrerseits zu gewaltigen Verlusten in der Wirtschaft, insbesondere im Finanzsektor geführt haben.
Und was geschieht nun in einem solchem Umfeld? Ganz einfach: Die Darlehensbedingungen wurden sofort drastisch verschärft, die Risikobereitschaft schwindet rasch. Und was tun die Verwaltungsräte der Finanzinstitute, die lange Zeit den Schlaf der Unbesonnenen genießen konnten? Während der aktuellen Finanzkrise, die sich durch eine grenzenlosen Verschuldung über Niedrigzinsen langsam aufgebaut hatte, befehlen sie nun den offenkundig unfähigen Führungsspitzen ihrer Banken, keine riskanten festverzinsliche Papiere mehr zu kaufen und keinerlei Darlehen bei niedriger Bonität mehr zu gewähren. Es kommt daher zu einem Prozess der überstürzten Entschuldung. Und dies trotz der verzweifelten Bemühungen der Notenbank, diese Lawine durch überstürzte Leitzinssenkungen aufzuhalten. Eine Geldpolitik allerdings, die in einem Umfeld von Dollar-Schwäche und steigenden Rohstoffpreisen völlig unverantwortlich ist. Auf jeden Fall sollten Anleger nicht viel mehr von der laienhaften amerikanischen Geldpolitik, die zu heftigen Volatilitäten führen wird, erwarten, als man es von ihrer verfehlten Außenpolitik tun kann.
Der Autor ist Fondsmanager und gilt unter Börsianern als ausgesprochener Skeptiker

antworten
 

Buchtipp dazu :

Baldur der Ketzer @, Ketzerland, Sonntag, 09.03.2008, 05:33 (vor 6535 Tagen) @ ventura

Auf jeden Fall sollten Anleger nicht viel mehr von der laienhaften

amerikanischen Geldpolitik, die zu heftigen Volatilitäten führen wird,
erwarten, als man es von ihrer verfehlten Außenpolitik tun kann.

Hallo,

nach einer Fernsehsendung von Frank Elstner mit Dr.Jürgen Todenhöfer zum Thema ist vielleicht folgendes Buch lesenswert :

Warum tötest du, Zaid?
von Jürgen Todenhöfer (Autor)


Preis: EUR 19,95

Unser Vorschlag
Kaufen Sie jetzt diesen Artikel zusammen mit Andy und Marwa. Zwei Kinder und der Krieg von Jürgen Todenhöfer

Kurzbeschreibung
Authentisch und engagiert: Jürgen Todenhöfer hat unter gefährlichsten Bedingungen vor Ort recherchiert
In der Geschichte des jungen Widerstandskämpfers Zaid spiegelt sich die Geschichte eines Volkes wider, das für seine Freiheit und Würde kämpft. Jürgen Todenhöfer begegnet Menschen, die gegen die Besatzungstruppen und den Terror von Al Quaida kämpfen. Er trifft den 22-jährigen Zaid, der in diesem Krieg fast alles verloren hat, und der sich wie die Mehrheit der irakischen Bevölkerung dem Widerstand angeschlossen hat, und erzählt seine erschütternde Geschichte. Das Buch tritt an gegen die milliardenschwere Propaganda-Maschinerie der US-Administration, die ein verzerrtes Bild der Lage im Irak zeichnet. Jürgen Todenhöfer will der Wahrheit eine Chance geben - und der Gerechtigkeit für ein gequältes Volk.

Klappentext
»Unser Horizont ist nicht das Ende der Welt.«
Jürgen Todenhöfer


ferner möchte ich mich ottoastas Rat anschließen, und folgendes kleine Büchein empfehlen :

Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das klein... von Michael Schmidt-Salomon
(82) EUR 12,00

Es ist nur ganz dünn und wie ein Kinderbuch aufgemacht, aber es enthält alle wesentlichen Denkanstöße zum Thema Judentum, Christentum und Islam in mustergültig wenigen Worten......in einer ziemlich unvergleichlich unwiderlegbaren Deutlichkeit......

Beste Grüße vom Baldur

--
Der Hörer an der Wand hört seine eigne Schand

antworten
 

Buchempfehlung............

ottoasta @, Sonntag, 09.03.2008, 06:04 (vor 6535 Tagen) @ Baldur der Ketzer

....ich kenne M.Schmidt-Salomon von etlichen ausgetauschten e-mails, er schreibt ja oft in der MIZ die ich als Mitglied im Bund für Geistesfreiheit München erhalte.
Er schreibt sehr gut und flüssig und hat die Gabe alles genau auf den Punkt zu bringen!
Vor allem unserer Religionsfraktion hier ist dieses Buch wärmstens zu empfehlen!
Gruss
Otto
--------------------------

Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das klein... von Michael Schmidt-Salomon
(82) EUR 12,00

Es ist nur ganz dünn und wie ein Kinderbuch aufgemacht, aber es enthält
alle wesentlichen Denkanstöße zum Thema Judentum, Christentum und Islam in
mustergültig wenigen Worten......in einer ziemlich unvergleichlich
unwiderlegbaren Deutlichkeit......

Beste Grüße vom Baldur

--
Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben.
Tolstoi

antworten
 

Grundsätzliches zu den „Losen Kanonen“

harryinfo @, Sonntag, 09.03.2008, 03:29 (vor 6535 Tagen) @ harryinfo

Mein Ärger über die Taschenspielertricks von Steinbrück und Co. ist ebenso groß, wie der der meisten hier im Forum. Nichts desto trotz sehe ich die wirklichen Gefahren für uns alle woanders heraufziehen. Betrachtet man das gesamte ökonomische Ausmaß der katastrophalen Entwicklung, so wird deutlich, dass wir bisher nur die Folgen von Kriminalität, Dummheit und Gier zu sehnen bekommen haben. Das wirklich Gefährliche passiert gerade erst: Die überwiegende Mehrheit unserer Elite aus Politik, Finanzwirtschaft und Wirtschaft hat so gut wie keine Vorstellung davon, mit welcher Urgewalt das Wirtschaftssystem von den bevorstehenden Korrekturprozessen getroffen wird. Der Finanzindustrie dämmert es so langsam, wie groß ihr Informationsdefizit tatsächlich ist. Von dieser Erkenntnis sind aber die Manager aus den Industriekonzernen und die politische Elite noch weit entfernt. Der Schaden, der durch diese Informationsdefizite jetzt entstehen wird, übersteigt wahrscheinlich unsere Vorstellungskraft. Es ist zu vermuten, dass unsere „Eliten“ jetzt durch ihre Ahnungslosigkeit und Unwissenheit Schumpeters Prozess der schöpferischen Zerstörung in Gang setzten und voll zur Entfaltung bringen werden.

Ein sehr bitteres Spiel, dass wir da miterleben müssen, und es ist ein Armutszeugnis, dass unsere „Eliten“ im 21. Jahrhundert – dem Zeitalter der Kommunikation und Information – derartig blind durch die Gegend laufen. Schlussfolgerung: Die Elite ist keine Elite mehr, denn sie wissen viel zu wenig.

Diese Situation hat aber auch Vorteile: Das Gros der so genannten Wirtschaftselite liest hier noch nicht einmal mit. Daher haben sowohl die Leser wie auch die Akteure hier im Forum einen enormen Informationsvorsprung, den es konsequent zu nutzen gilt.

Schönen Sonntag
Harryinfo

antworten
 

Die Elite der Rohrkrepierer

Tassie Devil, Tasmania, Australia, Sonntag, 09.03.2008, 04:42 (vor 6535 Tagen) @ harryinfo

Das wirklich Gefährliche passiert gerade erst:
Die überwiegende Mehrheit unserer Elite aus Politik,
Finanzwirtschaft und Wirtschaft hat so gut wie keine Vorstellung davon,
mit welcher Urgewalt das Wirtschaftssystem von den bevorstehenden
Korrekturprozessen getroffen wird. Der Finanzindustrie dämmert es so
langsam, wie groß ihr Informationsdefizit tatsächlich ist. Von dieser
Erkenntnis sind aber die Manager aus den Industriekonzernen und die
politische Elite noch weit entfernt. Der Schaden, der durch diese
Informationsdefizite jetzt entstehen wird, übersteigt wahrscheinlich
unsere Vorstellungskraft.

> Es ist zu vermuten, dass unsere „Eliten“ jetzt durch ihre
[quote]Ahnungslosigkeit und Unwissenheit Schumpeters Prozess der
schöpferischen Zerstörung in Gang setzten und voll zur Entfaltung bringen
werden.
[/quote]

Im deutschen Wikipedia, fuer seine perfekten volkspaedagogischen Umerziehungsprojektionen geruehmt, wird noch vermutlich hektisch an den neu eingebrachten Erkenntnissen hierarchischer Strukturen gearbeitet, und eigentlich, so zumindest mein Eindruck, stehen die preussisch gruendlichen Arbeiten erst am Anfang

http://de.wikipedia.org/wiki/Peter-Prinzip

bei den Anglosachsen ist man beim Thema hingegen kurz wie buendig wesentlich weiter

http://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Principle

Ein sehr bitteres Spiel, dass wir da miterleben müssen, und es ist ein
Armutszeugnis, dass unsere „Eliten“ im 21. Jahrhundert – dem Zeitalter der
Kommunikation und Information – derartig blind durch die Gegend laufen.
Schlussfolgerung: Die Elite ist keine Elite mehr, denn sie wissen viel zu
wenig.

Auch ihr Streben nach Unfaehigkeit war bis zu ihrer Vollkorruption aeusserst erfolgreich.

Diese Situation hat aber auch Vorteile: Das Gros der so genannten
Wirtschaftselite liest hier noch nicht einmal mit.

[[euklid]] [[euklid]] [[euklid]]

Diese korrupte Mainstream-"Elite" besteht zumeist aus geistigen Tieffliegern sondergleichen, die koennen das kommende Inferno nicht begreifen, denn sie verstehen es einfach nicht.

Noch vor wenigen Jahren habe ich mich gelegentlich halb krank gelacht, wie sich sog. Wirtschaftskoriphaen zuweilen vergeblich ihre Zaehne an @dottores Debitismus ausgebissen haben, sie waren nicht in der Lage diese Wirtschaftstheorie zu begreifen, einige wenige dieser Schalmeien-Oekonomisten hatten die debitistischen Thesen dann ploetzlich begriffen, und mit geradezu schreckensbleichem Entsetzen lehnten sie diese Theorie rundweg ab, weil sie das darin enthaltene Menschenbild als geradezu entsetzlich empfanden!

Was nicht sein darf kann halt nicht sein.

Daher haben sowohl die Leser wie auch die Akteure hier im Forum einen
enormen Informationsvorsprung, den es konsequent zu nutzen gilt.

Schönen Sonntag
Harryinfo

--
Gruss!
TD

Die StaSi tobt und Tassie kichert,
denn er ist Schaeuble abgesichert!

antworten
 

@ Tassie Devil

harryinfo @, Sonntag, 09.03.2008, 05:10 (vor 6535 Tagen) @ Tassie Devil

Hallo nach Tasmanien!

Volle Zustimmung meinerseits! Es ist schon richtig: Die Zunft unserer Ökonomen ist ein Trauerspiel. Übrigens ist einer der führenden Köpfe dieser Zunft (Hans Werner Unsinn) - in Kabarettistenkreisen auch Kapitän Ahab genannt - gerade 60 geworden und unsere dekadente Wirtschaftspresse liegt ihm zu Füßen und huldigt ihn. Wenn unsere Medien einmal ihre eigenen Archive bemühen würden, könnten sie feststellen, welch ein Unsinn von diesen Typen im Laufe der Zeit abgesondert wurde - und das alles auch noch mit Steuermitteln finanziert. Aber nur Geduld – die Zeit arbeitet für uns!

Gruß Harryinfo

antworten
 

Betriebsblindheit der Führenden

Baldur der Ketzer @, Ketzerland, Sonntag, 09.03.2008, 05:19 (vor 6535 Tagen) @ harryinfo

Die überwiegende Mehrheit unserer Elite aus Politik,

Finanzwirtschaft und Wirtschaft hat so gut wie keine Vorstellung davon,
mit welcher Urgewalt das Wirtschaftssystem von den bevorstehenden
Korrekturprozessen getroffen wird. Der Finanzindustrie dämmert es so
langsam, wie groß ihr Informationsdefizit tatsächlich ist.

Hallo, harryinfo,

nimm mal eine Bank oder eine Versicherung. Oder eine Partei.

Da kommt man nur von unten rein (die Quereinsteigerkasperln und Proporzpuppen in den Vorständen und Aufsichtsräten mal ausgelassen, die stammen eh aus dem System, nur halt von der benachbarten Pyramide).

Also Bank- oder Versicherungslehre. Oder schon die Eltern politisch aktiv, und dann schon in Kinderschuhen in den Ortsverein rein, und hochgefaselt.

Das endet dann nach 20-30 Jahren für die, die es so lange durchhalten, in einer hochbezahlten Topetage. Aber haben sie jemals einen Beruf erlernt ? Haben sie jemals mit Normalkundschaft zu tun gehabt ? Mit der Realität des Gütermarktes ? Nein, nie.

Wenn ein Wertpapierhändler in der Bank Papiere handelt, dann in einem enormen Ausmaß für Kollegen, nämlich sogenannte institutionelle Anleger. Versicherungen. Und wieder zurück. Oder für andere Banken.
Der maximale Realitätskontakt liegt bei einem Firmenkundenberater, der Bilanzen lesen können muß.
Die Bilanz bildet bekanntlich die Vergangenheit ab, und ist einigen Interpretationsspielräumen unterworfen, man kann es so oder so hinbiegen.

Da von den Banken gewisse Bilanzdaten erwartet werden, und von der Börse gleichermaßen, geht von da aus ein Druck auf die Großunternehmen aus, Werte produzieren zu müssen, egal, wie. Ob das auf Kosten der Belegschaft erfolgt, ist denen wurscht, denn die Belegschaft wird nie ihr Kunde oder gar Brötchengeber sein.

Das System hat sich losgelöst von der täglichen Realität der Warenwirtschaft.

Und wenn da jemand 30 Jahre drinsteckt, wird der betriebsblind.

Tatsache ist, die Politik konnte schon immer die Steuerschrauben anziehen, bis das Blut beim Steuerknecht spritzte, er kam immer über die Runden, nie ist irgendwas passiert. Also gehen die davon aus, daß es auch weiterhin unbegrenzt so funktioniert.

Die Bänker glauben auch, daß es reicht, früh ins Büro zu gehen, um am Monatsende seinen Lohn gesichert zu wissen. Weil es einfach die meiste Zeit bei ihnen so gewesen ist. Für die Zukunft sagt dies gar nichts aus.

Eine Bruchstelle im System tritt äußerst selten auf, seltener als einmal in einer Generation, weltweit gesehen für einen isolierten Staat noch seltener, weltweit kummuliert so vielleicht im Schnitt alle 10 Jahre, aber auch da bleibt es auf den betroffenen Staat begrenzt (Mexico, Argentinien, Thailand).

Eine weltweite Krise gabs eigentlich erst einmal, die Weltwirtschaftskrise. Und die ist lange vorbei, es gibt praktisch keine lebenden Zeitzeugen mehr. Und überdies ist heute bekanntlich alles anders, und viel besser.

Zurück zum Thema : die Führenden haben aus Sicht dieser Wahrscheinlichkeit und schon vom strategischen Prinzip her keine Möglichkeit, einmal auf Schrumpfung zu setzen, oder mit ihrem Betrieb auszusteigen, es muß weitergehen, und es muß Wachstum sein. Etwas anderes gilt als Scheitern und wird abgestraft. Wachstum um jeden Preis. Nicht unbedingt Wachstum des Unternehmens, oder der Ressourcen, oder der Belegschaft, nein, ein nominelles Wachstum der Kenndaten muß es sein. Abstrakte Zahlen bestimmen das Handeln. Und das eben noch kurzfristig.

Würde ein Manager den Betrieb verkleinern, im Hinblick auf eine möglicherweise anstehende Krise (ZEITPUNKT !), ginge es ihm wie Leuschel und Co., er hätte schon zigmal mit seiner Erwartung daneben gelegen. Die Vollgas-Wirdschonwerden-Typen bekamen praktisch immer Recht, vor allem über etwas größere Zeiträume (unkaputttbare Konzerne, Aktien steigen immer).

Und deswegen ist alles so, wie es ist.

Weil das System nicht auf Fakten reagiert, sondern auf abstrakt vorgegebene Ziele, die unter allen Umständen zu erreichen sind.
Und wer erreicht sie ? der kleine Beschäftigte mit seiner Arbeitsleistung. Durch den wirtschaftlichen Druck der Realität und durch die Angst vor der Arbeitslosigkeit. Die wäre dann aber für seine Familie echt und nicht mehr fiktiv.

Das ist wie der 5-Sterne-General, der im Sessel hockt und Cognac schlürft, der seine Frontschweine als Kanonenfutter im Dreck, im Blut und Morast völlig unbeteiligt verheizen kann. ER ist ja weit weg. Und was interessieren den schon irgendwelche Namen auf Zetteln.....

Die Welt der Banken, der Versicherungen, und der Politik läuft meiner Ansicht nach genauso wie das Militär. Es ist ein geschlossenes System. Eine oftmals völlig fiktive, realitätsferne Welt.

Beste Grüße vom Baldur

--
Der Hörer an der Wand hört seine eigne Schand

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Ursache und Wirkung

harryinfo @, Sonntag, 09.03.2008, 05:59 (vor 6535 Tagen) @ Baldur der Ketzer

Hallo Baldur

Die Zusammenhänge in dem Beitrag sind exzellent dargestellt und die Analyse ist absolut stimmig. Bezüglich der Cognac schlürfenden Generäle habe ich in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass es die scheinbare Sicherheit in deren Sesseln nicht mehr gibt. Es ist heute nicht mehr relevant, was die glauben oder wollen, denn ich bin davon überzeugt, dass wir es gegenwärtig mit einem evolutionären Wirtschaftsprozess zu tun haben, der einen Großteil der bestehenden Strukturen schleifen und dabei auch vor den oberen Etagen nicht halt machen wird. Es ist völlig richtig, dass das gegenwärtige System nicht auf Fakten reagiert – aber genau das ändert sich gerade, denn jetzt regiert das Prinzip von Ursache und Wirkung. Das Finanzsystem macht gerade Bekanntschaft mit diesem Funktionsmechanismus, und der Rest aus Wirtschaft und Politik wird auch noch diese Erfahrung machen – ob sie nun wollen oder nicht!

Gruß
Harryinfo

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