Nachdem ich gestern noch geschrieben habe, dass FED als auch EZB der aktuellen Kreditklemme ziemlich machtlos gegenüberstehen und mit Zinssenkungen da überhaupt nichts gegen ausrichten können, holt die FED jetzt gerüchteweise ihren “Plan B†aus der Schublade. Das Wallstreet Journal spekuliert nämlich in der heutigen Ausgabe recht unverblümt darauf, dass die FED bereits in Kürze auch solchen Finanzinstituten direkte Mittel zur Verfügung zu stellen werde, die ausdrücklich keine Banken sind. [Weiterlesen ->]
Warum sollten sie sich überhaupt an Regeln halten?!!
Jermak
, Dienstag, 11.03.2008, 03:31 (vor 6537 Tagen) @ weissgarnix
Das offenbart zum xten Mal die grundlegende Schwäche von Voraussagen/Spekulationen, so gut sie auch hergeleitet sein mögen. Wer an der Macht ist, kann Regeln im Grunde nach Bedarf und Belieben manipulieren/ändern (gute "Gründe" für das Publikum lassen sich immer finden).
Am besten fährt man in diesen Zeiten mit wohl Macht- und Kriegstheoretikern, das garantiert die geringsten Überraschungen.
grüsse
jermak
Ich kann auch immer nur den Kopf schütteln ...
FOX-NEWS
, fair and balanced, Dienstag, 11.03.2008, 04:38 (vor 6537 Tagen) @ Jermak
Das offenbart zum xten Mal die grundlegende Schwäche von
Voraussagen/Spekulationen, so gut sie auch hergeleitet sein mögen. Wer an
der Macht ist, kann Regeln im Grunde nach Bedarf und Belieben
manipulieren/ändern (gute "Gründe" für das Publikum lassen sich immer
finden).Am besten fährt man in diesen Zeiten mit wohl Macht- und
Kriegstheoretikern, das garantiert die geringsten Überraschungen.
Wer an "Das Gute" oder "Hehre Ziele" bei dieser Veranstaltung glaubt, den schicke ich zum Weihnachtsmann.
Sinn und Zweck der Übung ist es, aus dem Pöbel das Optimum rauszupressen ... Regeln und Gesetze sind Erfindungen eines Zwingherren ... so wie die "Wahrheit" die Erfindung eines Lügners!
grüsse
jermak
Grüße
FOX-NEWS
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"Deutlich kleinere Spezialfinanzierer"
sensortimecom
, Dienstag, 11.03.2008, 03:32 (vor 6537 Tagen) @ weissgarnix
Das beginnt ja indirekt auch schon in Europa. Taggeldkonto bei Aldi und Lidl, als nächstes vielleicht Einlagen auf Sparbücher bei DM und Schlecker, und dann gibts Hypothekenkredite bei Karstadt und Quelle usw. Da dürfen die Banken ruhig kaputt gehen
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Uralt - aber neu entdeckt
dottore
, Dienstag, 11.03.2008, 05:29 (vor 6537 Tagen) @ weissgarnix
Hi weissgarnix,
zunächst aus dem WSJ :
„With worsening strains in credit markets threatening to deepen and prolong an incipient recession, analysts are speculating that the Federal Reserve may be forced to consider more innovative responses -- perhaps buying mortgage-backed securities directly.“
Das ist nicht innovativ, sondern steht seit langem im Fed-Gesetz, nämlich:
Section 14 (b)
(1) ... Notwithstanding any other provision of this chapter, any bonds, notes, or other obligations which are direct obligations of the United States or which are fully guaranteed by the United States as to the principal and interest may be bought and sold without regard to maturities but only in the open market.
(2) To buy and sell in the open market, under the direction and regulations of the Federal Open Market Committee, any obligation which is a direct obligation of, or fully guaranteed as to principal and interest by, any agency of the United States.
Das „directly“ heißt also nicht vom Emittenten (FNM usw.) „direkt“.
Weiter aus dem WSJ:
"As credit stresses intensify, the possibility of unconventional policy options by the Fed has gained considerable interest, said Michael Feroli of J.P. Morgan Chase.
He said two options are garnering particular attention on Wall Street: direct Fed lending to financial institutions other than banks and direct Fed purchases of debt of Fannie Mae and Freddie Mac or mortgage-backed securities guaranteed by the two shareholder-owned, government-sponsored mortgage companies.“
Das „direct“ heißt beide Mal etwas völlig anderes.
- Nach Section 13 dürfen kurzfristige Papiere auch von Nichtbanken, sogar von Privatpersonen hereingenommen werden, worauf schon weiter unten hingewiesen wurde:
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=12346
- Hier bezieht sich das „direct“ auf direkt von diesen.
- Nach Section 14, s.o., langfristige Papiere nur über den Markt. Das „direct“ bezieht sich also auf direkt vom Markt. (Inwieweit eine staatliche, allerdings noch zu gründende Institution den Markt „ersetzen“ sollte/könnte oder irgendeine bestehende Gov-Institution einen Markt "simuliert", steht auf einem ganz anderen Blatt).
Das WSJ schließlich:
„Fed officials have said that, at times like these, the prudent course is to evaluate all sorts of ideas, many of which may be rejected.
Since 1932, the Fed has had the authority to lend, against collateral, to individuals, partnerships or corporations other than banks in "unusual and exigent circumstances," subject to the vote of five members of the Board of Governors. (The board has seven seats, but two are currently vacant.) This power has never been used.
Mr. Feroli noted that Congress in 1966 gave the Fed temporary authority, made permanent in 1979, to purchase obligations of government-sponsored enterprises, such as Fannie Mae and Freddie Mac.“
Beides ist richtig, nur eben entlang der oben erwähnten Vorschriften des Fed-Gesetzes. Das WSJ bzw. dessen Konfidenten haben da zwei völlig verschiedene Tatbestände vermanscht.
Also:
1. Fannie, Freddie usw. können kurzfristige Papiere direkt bei der Fed diskontieren lassen.
2. Deren Anleihen kann die Fed am offenen Markt kaufen und halten, solange sie will.
Gruß!
@dottore
weissgarnix
, Dienstag, 11.03.2008, 05:40 (vor 6537 Tagen) @ dottore
2. Deren Anleihen kann die Fed am offenen Markt kaufen und halten, solange
sie will.
Das ist der Punkt, auf den ich hinauswollte. Sie müßte es ja vermutlich noch nicht mal wirklich tun, sondern nur sagen, dass sie es tun will ... peng, schon wäre Carlyle aus dem Schneider.
Zu deinem Punkt 1) hast du recht was Fannie und Freddie betrifft, aber was ist mit den anderen "Nichtbanken" gemeint? Reichen die irgendwelche ABS zukünftig als Repos ein?
Das sagt das Fed-Gesetz konkret:
dottore
, Dienstag, 11.03.2008, 06:09 (vor 6537 Tagen) @ weissgarnix
Hi weissgarnix,
Das ist der Punkt, auf den ich hinauswollte. Sie müßte es ja vermutlich
noch nicht mal wirklich tun, sondern nur sagen, dass sie es tun will ...
peng, schon wäre Carlyle aus dem Schneider.
Kommt drauf an, wie viel die Fed hereinnimmt. Immerhin stehen zweistellige Mrd-Beträge im Feuer.
Zu deinem Punkt 1) hast du recht was Fannie und Freddie betrifft, aber was
ist mit den anderen "Nichtbanken" gemeint? Reichen die irgendwelche ABS
zukünftig als Repos ein?
Nein. Section 13,3 im O-Ton:
"In unusual and exigent circumstances, the Board of Governors of the Federal Reserve System, by the affirmative vote of not less than five members, may authorize any Federal reserve bank, during such periods as the said board may determine ... to discount for any individual, partnership, or corporation, notes, drafts, and bills of exchange when such notes, drafts, and bills of exchange are indorsed or otherwise secured to the satisfaction of the Federal Reserve bank:
Provided, That before discounting any such note, draft, or bill of exchange for an individual, partnership, or corporation the Federal reserve bank shall obtain evidence that such individual, partnership, or corporation is unable to secure adequate credit accommodations from other banking institutions. All such discounts for individuals, partnerships, or corporations shall be subject to such limitations, restrictions, and regulations as the Board of Governors of the Federal Reserve System may prescribe."
Der letzte Satz ist besonders wichtig: Die Fed kann also praktisch machen, was sie will. ABS werden es allerdings kaum werden. Aber wer weiß.
Gruß!
Treasuries als Zahlungsmittel
Burning_Heart, Dienstag, 11.03.2008, 09:11 (vor 6537 Tagen) @ dottore
Hi zusammen
Nochmal für mich als Laie.
Irgend ein Grosser ( Fanny, Citi, UBS... ) braucht Cash wird aber seine illiquiden Papiere nicht los. Er kann jetzt in so einem Fall seine Papiere gegen liquide Treasuries bei der FED tauschen, welche er dann verkaufen kann da in diesem Produkt ein Markt vorhanden.
Die illiquiden Papiere wandern also in starke Hände die warten können und der Markt notiert nicht mehr unter Preis wie momentan bei vielen Anleihen zu sehen, ausgelöst durch Zwangsverkäufe bei fehlenden Käufern.
Die Quizfrage: Sind die Treasuries, welche die Fed als Zahlungsmittel benutzt, schon in Umlauf gewesen oder werden die frisch gedruckt = Infla?
Illiquies - Treasuries - Liqui
dottore
, Dienstag, 11.03.2008, 09:53 (vor 6537 Tagen) @ Burning_Heart
Hi Burning_Heart,
Irgend ein Grosser ( Fanny, Citi, UBS... ) braucht Cash wird aber seine
illiquiden Papiere nicht los. Er kann jetzt in so einem Fall seine Papiere
gegen liquide Treasuries bei der FED tauschen, welche er dann verkaufen
kann da in diesem Produkt ein Markt vorhanden.
Ja, so soll es laufen. Jedenfalls lt. dem, was auf den ZB-Seiten zu lesen war.
Die illiquiden Papiere wandern also in starke Hände die warten können und
der Markt notiert nicht mehr unter Preis wie momentan bei vielen Anleihen
zu sehen, ausgelöst durch Zwangsverkäufe bei fehlenden Käufern.
Ja.
Die Quizfrage: Sind die Treasuries, welche die Fed als Zahlungsmittel
benutzt, schon in Umlauf gewesen oder werden die frisch gedruckt = Infla?
Wurden von der Treasury an den Markt gegeben, dann von einer Fed-Bank angekauft. Die Fed-Banken haben genug davon, denn die Fed ist ein anderes ZB-System (Käufe/Verkäufe am Markt) als bei EZB (Pfandsystem), usw.
Gruß!
Was ich nicht verstehe ...
weissgarnix
, Dienstag, 11.03.2008, 10:05 (vor 6537 Tagen) @ dottore
Wurden von der Treasury an den Markt gegeben, dann von einer Fed-Bank
angekauft. Die Fed-Banken haben genug davon, denn die Fed ist ein anderes
ZB-System (Käufe/Verkäufe am Markt) als bei EZB (Pfandsystem), usw.
... ist: wofür das ganze eigentlich? - Ich meine, die unmittelbare Motivation ist mir natürlich klar, aber was glauben denn FED und Konsorten, dass sie damit beheben? Ich komme zur (erschütternden) Erkenntnis, dass die noch immer von einem Liquiditätsproblem ausgehen, nicht von einem Solvenzproblem. So nach dem Motto: "In 28 Tagen scheint wieder die Sonne ...".
Was macht den Carlyle zB nach 28 Tagen? Stehen dann die Fannie-Papiere höher als jetzt? - Vermutlich nicht. Oder wollen sie das Teil bis in alle Ewigkeit rollen?
Warum also ein "Securities Lending Program" statt gleich eines "Securities Purchase Programms"?
Sie werden ad kalendas Graecas rollen (oT)
dottore
, Dienstag, 11.03.2008, 11:07 (vor 6537 Tagen) @ weissgarnix
- kein Text -
