must read von roland baader in "eigentümlich frei"
VictorX, Dienstag, 11.03.2008, 03:13 (vor 6536 Tagen)
wenn ich r. baader richtig verstehe, sieht die gleichung der nächsten jahre so aus:
platzen der kreditblase = kontraktion der geldmenge = kontraktion der asset preise = mammut deflation = chaos
oder so!
Das ist es...
Jacques, Dienstag, 11.03.2008, 03:25 (vor 6536 Tagen) @ VictorX
wenn ich r. baader richtig verstehe, sieht die gleichung der nächsten jahre
so aus:
platzen der kreditblase = kontraktion der geldmenge = kontraktion der
asset preise = mammut deflation = chaos
oder so!
Hallo ViktorX,
...was die FED mit aller Macht verhindern will und deshalb die Zinsen auf Teufel komm raus senkt und die Inflation möglichst rasch zu beschleunigen!
Die Gefahr einer Defla ist immanent und wird von der FED erkannt.
Trichet glaubt nicht an eine Defla, deswegen die widerspenstige Haltung.
In der Not ist mir eine kontrollierte Infla aber um einiges lieber als eine Defla. Die FED befindet sich auf einem Husarenritt sondergleichen.
Angesichts der Situation aber vermutlich das kleiner übel.
Probieren muss man es, ausschlagen kanns immer noch auf die andere Seite.
Gruss
Jacques
Kein Schwein gehabt
chiron, Dienstag, 11.03.2008, 04:23 (vor 6536 Tagen) @ Jacques
Auch die Chinesen stehen vor der gleichen Herausforderung.
Das beliebte Schweinefleisch kostete 63,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Gemüse verteuerte sich um 46 Prozent, Speiseöl um 41 Prozent.
Der Traum mit billigem Geld alle Probleme lösen zu können ist jetzt nicht nur in den USA ausgeträumt. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wie die Finanzpolitik darauf reagiert. Beugt sie sich dem Druck der Finanzindustrie oder dem Druck von der Strasse. In den USA sind die Würfel schon gefallen, die EU windet sich noch hin und her und Peking kann sich keine Volksaufstände im Vorfeld von Olympia leisten. Egal wie die Entscheidung auch fallen wird, weder hohe Nahrungsmittelpreise noch hohe Zinsen sorgen beim Konsumenten für Glücksgefühle. So oder so sind das keine guten Voraussetzungen für globales Wirtschaftswachstum.
http://blog.zeitenwende.ch/globalisierung/kein-schwein-gehabt/
Vielleicht doch?
Jacques, Dienstag, 11.03.2008, 05:29 (vor 6536 Tagen) @ chiron
Auch die Chinesen stehen vor der gleichen Herausforderung.
Egal wie die
Entscheidung auch fallen wird, weder hohe Nahrungsmittelpreise noch hohe
Zinsen sorgen beim Konsumenten für Glücksgefühle. So oder so sind das
keine guten Voraussetzungen für globales Wirtschaftswachstum.http://blog.zeitenwende.ch/globalisierung/kein-schwein-gehabt/
Hallo chiron
vielen Dank für Deine Beiträge! Selbstverständlich breche ich gerne eine Lanze für Deinen Blog.
Nun aber:
Globales Wirtschaftswachstum im Stech- und Gleichschreit der grossen Nationen ist -denke ich- weder erwünscht noch notwendig. Besser wäre doch, die W-Zyklen wären wie früher von Nation zu Nation etwas verschoben - die Systemrisiken in der globalisierten Welt liessen sich so zumindest teilweise etwas reduzieren.
Die chin. Regierung hat sicher das Interesse, dass die Inflation nicht noch weiter galoppiert. Andererseits ist aber auch klar, wer das Ei (ungebremstes Wirtschaftswachstum durch Niedrigstproduktionskosten) gelegt hatte.
Anmerkung aus dem Geschichtsbuch: Welche Nation kreuzte damals mit dem Kanonenboot vor Chinas Küste?
Der YUAN ist so betrachtet nun derart billig, dass die exportierten Güter selbst im Importland noch sehr billig sind (die Qualität aber vielenorts auch) und bleiben (ausser man kehrt zum Zoll Protektionismus zurück, was ich aber nicht für realistisch halte).
China muss(!) also nicht in dieser Geschwindigkeit wachsen. Im Gegenteil, ein tieferes Wirtschaftswachstum wäre gewünscht. U.a. auch wegen riesigen Problemen im Infrastrukturaufbau und den "Schweinen".
Wie erreichen?
Zinsen deutlich anheben? Das ginge zwar, aber ist doch eine sehr heikle Massnahme. Wie also das Wirtschaftswachstum bremsen?
Rasch und einfach machbar -und ich sage es nochmals- ist eine massive(!) Aufwertung des YUAN gegenüber aller G7/10 Ländern. Die Kaufkraft für die chin. Bevölkerung wird dadurch voerst nicht tangiert (die Mehrheit ist noch nicht auf dem Konsumtripp wie wir und fragt Luxusgüter in Massen aus der westlichen Welt nach), hingegen wird der Exportmotor nicht mehr so heiss laufen, respektive sich abkühlen.
Unbesehen davon: Der gesteigerte Lebensstandard der chin. Bevölkerung wird wohl auch dazu führen, dass im Nahrungsmittelbereich eine immense Zusatznachfrage nach mehr besteht.
Und zwar wohl hinsichtlich der Kalorienaufnahme pro Tag, wie auch bezüglich der Qualität. Hier Schritt zu halten ist sehr schwierig.
Ich mag mich noch gut an meinen Studentenzeit erinnern, als ich zusammen mit einem Kollegen Ungarn bereist habe (1983). Zu der Zeit sorgte die ungarische Regierung dafür, dass die Grundnahrungsmittel (aber wirklich nur die) wie etwa Mehl, Brot, Milch (aber keine Butter, Fleisch nur sehr beschränkt) aber auch Wein (...) extrem günstig waren.
Ungarn war zu der Zeit doch eines jener Länder, welches immer schon besser dastand als die meisten Ostblockländer. Es gab damals schon viele Ostdeutsche die sich in den Sommerferien am Plattensee und anderswo labten.
Und wenn man Hintergrundberichten aus China glauben darf, geht hier eine ziemliche Schere auf (Landentvölkerung, Kleinbauern kaum überlebensfähig).
Man darf davon ausgehen, dass China hinsichtlich einer bessere eigenen Agrarwirtschaft enorme Mittel bereit stellen muss.
mit Gruss
Jacques
@Jacques: Yuan long - aber wie? Und ein seltsamer Chart
heller
, Dienstag, 11.03.2008, 08:48 (vor 6535 Tagen) @ Jacques
Rasch und einfach machbar -und ich sage es nochmals- ist eine massive(!)
Aufwertung des YUAN gegenüber aller G7/10 Ländern.
Ich habe noch kein vernünftiges Vehikel gefunden, Yuan long zu gehen. Es gibt zwar Währungsfutures, aber dafür werden keine Kurse gestellt.
Außerdem wertet der Yuan ja bereits massiv gegenüber Dollar auf, oder wie soll man den folgenden Chart interpretieren:
Das sind ja schon mal schlappe 15%, zumindest gegen den Dollar.
Yuan aufwerten ist nicht schmerzfrei
chiron, Dienstag, 11.03.2008, 09:24 (vor 6535 Tagen) @ Jacques
Hallo Jacques
...Der YUAN ist so betrachtet nun derart billig, dass die exportierten Güter selbst im Importland noch sehr billig sind (die Qualität aber vielenorts auch) und bleiben (ausser man kehrt zum Zoll Protektionismus zurück, was ich aber nicht für realistisch halte)....
China verliert inzwischen Aufträge nach Bangladesh und andere, weil ihre Waren zu teuer sind und die Arbeitskräfte bei den aktuellen Löhnen nicht mehr arbeiten wollen. Den Bericht kann ich leider nicht mehr liefern, hab die Quelle vergessen.
Wahrscheinlich hast du recht, dass die Yuan-Aufwertung die beste aller schlechten Lösungen wäre, aber schmerzfrei wird dies für China nicht ablaufen.
Gruss chiron
Die Privatwährungslösung klingt hochinteressant
Taktiker, Dienstag, 11.03.2008, 04:51 (vor 6536 Tagen) @ VictorX
Letzten Endes zahlen ja viele Bürger der unteren Schichten schon längst so: Schwarzarbeit gegen Schwarzarbeit, der privatesten aller Währungen.
Aus vielen derzeitigen Bonus- und Kundenbindungssystemen werden sich breiter akzeptierte Privatwährungen entwickeln, die sich ständig in ihrer Relevanz ablösen, die sich teilen, sich vereinen. Schon deshalb und auch weil sie völlig unstandardisiert "verbrieft" werden, sind sie von keiner Steuerbehörde einsehbar, verfolgbar. Sie sind idR auch nicht konvertierbar, müssen sie auch nicht sein. Es werden sich sinnvolle Nischen für alle Privatwährungen ergeben.
Und Baaders Hauptforderung ist auch erfüllt, denn keine Inflationszentralbank steuert die "Geldmenge" dieser Privatwährungen.
Der Staat mag weiter alle Euro-Transaktionen besteuern, aber eine andere Chance hat er auch nicht. Entsprechend zieht er die Zügel an, um in dem Teil der Wirtschaft, der potenziell noch kontrollierbar ist, einen noch höheren Wirkungsgrad der Abschöpfung zu entfalten. Für einen 6 stelligen Euro-Jahreseinkommenserzieler wirft das schon Schwierigkeiten auf.
@Taktiker. Funktioniert leider nicht.
VictorX, Dienstag, 11.03.2008, 05:19 (vor 6536 Tagen) @ Taktiker
Hi,
die Idee hatte ich auch schon. Kleine Silberlinge mit dem Kleinstadtwappen zu prägen und gegen den reinen Silberwert im Publikum zu verkaufen. Über die Fluktuation zwischen Bäcker, Metzger und sonstigen Kleinbetrieben könnte das funktionieren. Ich hatte mich mit einem Handwerksmeister (ht unseren Hof gepflastert) zu dem Thema unterhalten und auf die kommenden Chancen bei Gold und Silber verwiesen - er bat mich dann tatsächlich, ein Drittel der Rechnung mit Silver Eagles zu bezahlen. Das Problem an diesem "guten Geld", es würde vermutlich gehortet werden. Aber die Vorteile lägen wirklich auf der Hand. Keine Umsatzsteuer, keine Einkommensteuer, keine Kaufkraftverluste usw.
Falls es funktioniert, dann nur im Kleinen. Sobald die Geschichte eine gewisse Dimension annähme, wäre sofort der Staat mit einem entsprechenden Verbot auf der Matte. Oder schlimmer, eine Anzeige wegen Steuerbetrug, Verletzung staatshoheitlicher Dingens usw.
Meine Idee wäre das Bunkern von Rohlingen Orts- und Kleinstadtweise. Nach einem wie auch immer gearteten Zusammenbruch das Prägen gewichtsmäßig einheitlicher Münzen (warum nicht mit unterschiedlichen Stadtwappen oder ähnliches) um in der Folge quasi nahtlos die regionalen Wirtschaftsstrukturen am Laufen zu lassen. Man erinnere sich an die späten 20er oder Deutschland nach dem Krieg. Die Waren gab es ja, nur die Schaufenster waren leer. Klar, wer will schon seine Güter gegen Gutscheine oder wertloses Papier hergeben.
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