Zur Erbauung von @DT :) Die Weste Asmussens unter der Lupe
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von Birgit Marschall (Berlin)
Das Desaster um die Skandalbank IKB gerät zur Posse. Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) lässt nach Geheimpapieren fahnden, die der Regierung eine Mitschuld nachweisen.
Am Donnerstag ist es endlich so weit: Unter strenger Aufsicht bekommen die Staatssekretäre aus dem Wirtschafts- und dem Finanzministerium, Walther Otremba und Thomas Mirow, Einsicht in geheime Akten der skandalumwitterten Mittelstandsbank IKB. Dort schlummert ein vertrauliches Gutachten, das die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC im Herbst erstellt hat - im Auftrag der IKB. Das Papier soll Klarheit darüber geben, ob der Aufsichtsrat der IKB eine Mitverantwortung an dem Milliardendesaster trägt.
Die beiden Staatssekretäre, so würde man vermuten, sind gemeinsam auf der Suche nach der einzig gültigen Wahrheit. Schließlich sind sie im Auftrag desselben Arbeitgebers unterwegs, des Bundes. Der ist über die staatliche KfW Bankengruppe Mehrheitsaktionär bei der IKB.
Doch Otremba und Mirow suchen in dem PwC-Gutachten unterschiedliches Material: der eine belastendes, der andere entlastendes.
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU)Wirtschaftsminister Glos möchte dem IKB-Aufsichtsrat bei der Hauptversammlung am 27. März am liebsten die Entlastung versagen. Das bliebe zwar ohne direkte rechtliche Folgen, wäre aber ein schwerer Imageschaden - vor allem für Finanzminister Peer Steinbrück (SPD). Denn dessen Abteilungsleiter Jörg Asmussen sitzt als einziger Regierungsvertreter im Aufsichtsrat.
Glos möchte also, dass sich die Bundesregierung selbst nicht entlastet - ein skurriler Vorgang. Große Koalition eben.
Um dem Ministerkollegen zu schaden, benötigt der Glos-Vertraute Otremba allerdings Beweise. Nur wenn er in den geheimen Dokumenten Hinweise darauf findet, dass der Aufsichtsrat bei der IKB nicht rechtzeitig gegengesteuert hat, kann den Kontrolleuren am 27. März die Entlastung versagt werden. Sie würde dann bis zur nächsten Hauptversammlung im kommenden Jahr verschoben.
Doch so einfach lässt sich Finanzminister Steinbrück keine Mitschuld aufladen. Aus Sicht seines Hauses kommen die Prüfer von PwC zu dem klaren Ergebnis, dass der mittlerweile geschasste IKB-Vorstand den Aufsichtsrat über die Risiken aus seinen US-Hypothekengeschäften nicht informiert hat. Erst im Juli 2007, als es längst zu spät war, hätten die Kontrolleure erstmals von dem Milliardengrab erfahren.
Dem Finanzminister kommen die Nickeligkeiten des Kollegen trotzdem äußerst ungelegen. Er will seinen Abteilungsleiter Asmussen zum Staatssekretär befördern. Asmussen soll Mirow nachfolgen, der im Sommer Chef der Osteuropabank wird. Da wäre es schon von Vorteil, wenn Kollege Otremba in den Unterlagen nicht allzu viel Belastendes fände.
aus http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Absurde%20Mission%20IKB/329765.html
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