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Austrians vs. Debitisten

Fabio ⌂ @, München, Mittwoch, 12.03.2008, 08:48 (vor 6663 Tagen)

Hallo liebe Forumsgemeinde,

ich möchte mich kurz vorstellen, da ich gestern aufgenommen wurde:
Ich bin in den Finanzbranche tätig (wußte trotzdem bis vor 2 Jahren nicht, was eine CDO ist...) und betreibe hobbymäßig den Blog bavaria-for-ron-paul.blogspot.com
Ein Bekannter hat mich auf das Forum hier aufmerksam gemacht und so habe ich begonnen, mich ein wenig über "Debitismus" zu informieren. Ich bin (jüngster Stand des Irrtums) Libertärer und als solcher Anhänger der "Austrians", also Mises, Rothbard und Co..

Nun zu meiner Frage (hab dazu nix ergoogeln können):

Was sind denn die fundamentalen Unterschiede hinsichtlich der Geldpolitik (die Österreicher decken ja etwas mehr ab)? Mein Eindruck ist nämlich, daß der Debitismus einfach eine gute und interessante Ergänzung und Vertiefung einiger Aspekte (die Sache mit der Urschuld usw.) darstellt, bzw. einfach eine etwas andere Herangehens- und Sichtweise.
Ich gehe da aber eher pragmatisch und nicht akademisch heran, also bitte nicht gleich kreuzigen, wenn das eine blasphemische Aussage gewesen sein sollte :-)
Im Thread über den Baader-Artikel aus eigentümlich-frei schrieb jemand, daß er (Baader) eben nicht über Mises hinausgekommen sei und eine Prise Debitismus fehle.
Was genau macht denn diese Prise aus?

Danke und viele Grüße

Fabio

--
“We are on strike against the dogma that the pursuit of one’s happiness is evil. We are on strike against the doctrine that life is guilt." John Galt

---------------------
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@Fabio

weissgarnix @, Mittwoch, 12.03.2008, 09:03 (vor 6663 Tagen) @ Fabio

Ich bin
(jüngster Stand des Irrtums) Libertärer und als solcher Anhänger der
"Austrians", also Mises, Rothbard und Co..

Damit bist du ja wenigstens auf der richtigen Seite vom Zaun, und nicht drüben, bei den elenden Interventionisten und Staatsfetischisten.

Was sind denn die fundamentalen Unterschiede hinsichtlich der Geldpolitik
(die Österreicher decken ja etwas mehr ab)?
Was genau macht denn diese Prise aus?

lies dir in der Rubrik "Sammlungen" die Dottore-Beiträge durch, vor allem den hier:

http://www.dasgelbeforum.net/sammlung/htm/68571.htm

antworten
 

Was den Österreichern fehlt

dottore @, Mittwoch, 12.03.2008, 09:03 (vor 6663 Tagen) @ Fabio

Hi Fabio,

die beiden wichtigsten Unterschiede:

1. Die Österreicher kennen keine Schuld ex nihilo (= Schuld, die OHNE vorangegangenen Kredit entstanden ist), d.h. sie setzen diese nicht an den Beginn der ökonomischen Entwicklung mit Zins, Geld, Eigentum usw. Die Schuld ex nihilo ist die Abgabenschuld, die via Macht in die Welt gesetzt wird und aus der sich über die Naturalien/Silber-Parität überhaupt Metallgeld entwickelt hat.

2. Sie machen sich keine Gedanken darüber, was passiert, wenn verzinsliche Kontrakte unterwegs sind - nämlich, dass es zeitlich spätere Schuldner ("Nachschuldner") geben muss, damit die zeitlich vorangegangenen Schuldner nicht untergehen. Sie bleiben letztlich im Tauschparadigma stecken.

Ansonsten ist gegen die Österreicher nichts einzuwenden.

Willkommen + Gruß!

antworten
 

@dottore und weissgarnix

Fabio ⌂ @, München, Mittwoch, 12.03.2008, 09:56 (vor 6663 Tagen) @ dottore

Danke!

Darüber muß ich jetzt erstmal nachlesen und nachdenken. Melde mich ggf. dann mit Erkenntnissen...

--
“We are on strike against the dogma that the pursuit of one’s happiness is evil. We are on strike against the doctrine that life is guilt." John Galt

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Ein Schuss Debistismus...

MariaBitterlich @, Mittwoch, 12.03.2008, 10:21 (vor 6663 Tagen) @ Fabio

Im Thread über den Baader-Artikel aus eigentümlich-frei schrieb jemand,
daß er (Baader) eben nicht über Mises hinausgekommen sei und eine Prise
Debitismus fehle.
Was genau macht denn diese Prise aus?

Hallo Fabio,

auch von mir ein herzliches Willkommen hier! Das mit dem Schuss Debitismus war wohl von mir und da ich noch vor gar nicht so langer Zeit ebenso "Austrian" und bei Mises et al war, erlaube ich mir zwei Buchempfehlungen zum Thema Debistismus.

Der Kapitalismus und Aufwärts ohne Ende sind kurzweilig zu lesen und belegen ihre Thesen mit vielen Quellen. Als alter "Austrian" ging mir besonders bei der Geldtheorie ein Licht auf, da mir das Mises'sche Tauchparadigma schon früher nicht ganz geheuer war.

Leider bekommt man beide Werke nur noch gebraucht, was ich für recht bizarr angesichts des schier unendlichen druckfrischen Angebots an sonstigem Unsinn zur Geldtheorie halte.

MariaBitterlich

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@Fabio - Literaturhinweis

weissgarnix @, Mittwoch, 12.03.2008, 10:37 (vor 6663 Tagen) @ MariaBitterlich

Ich nochmal.

Wenn du Literatur suchst, dann empfehle ich neben dottores Sammlung auch noch diese Dissertation eines gewissen Harald Haas aus 2003, verteidigt vor den Professoren Heinsohn und Steiger höchstselbst. Nichts radikal neues, aber ein sehr guter, vergleichender Überblick des Debitismus vis à vis diversen anderen Schulen, mit eigener Rubrik zu den Österreichern.

Money upside down

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Guter Link, @wgn, bin gleich mal fündig geworden ...

Vanitas @, Mittwoch, 12.03.2008, 12:00 (vor 6663 Tagen) @ weissgarnix

Hi weissgarnix, der Link mit der Dissertation von H. Haas/ Uni Bremen hat mich
armen, im VT-Sumpf kläglich verirrten Wirtschaftsdillettanten auch weitergebracht ... *gg*
Und täglich grüßt das Murmeltier, ähm der Luzifer hinterm Lattenzaun, V-orgestell-T vom Kopp-Verlag!


5.2 Suitable action for risk management strategies

As the global fiat money system draws to a close, the search is on for the
perfect hedge. Warburton analyses: “What would be the ideal characteristics
of such a numéraire? First, it would be in fixed physical supply. Second, it
would be resistant to weather-related influences. Third, its ownership would be diffuse, rendering futile any attempt to restrict supply through a noncompetitive structure. Fourth, it must be freely tradable. Fifth, there would be no futures or options markets attached to it. Finally, I list some of the candidates, in no particular order. Each seems promising, yet none of them
seems to me to satisfy fully all five of the requirements above: Arable land with a dependable climate, oil refining capacity, electricity generating capacity, water treatment capacity, drinking water, bottled or piped, coastal access, harbours and ports, palladium/platinum/diamonds, real estate in long-standing, distinctive locations, antiques, fine art, stamps and coins, commodities without futures and options markets.”

Furthermore, suitable action in acute crises may be tested and trained in
simulations. E.g. in July 2000 sixty high-ranking government and finance
people of the United States simulated a world economy in crisis fighting a
hypothetical global meltdown. The setting was the Harold Pratt house in
Manhattan, headquarters of the US Council on Foreign Relations (CFR).
According to CFR senior research fellow Roger Kubarych252, who led the
project, the CFR decided that its members should pay more attention to
financial and economic crises by simulating high-cost, low-probabilities events.

If similar simulations are played on a European respectively continental level
is unknown.
[Unquote]

Sehr erhellend, fast so gut wie Ahmedinedschad im Harold Pratt House ...[[zwinker]]

Da war wohl beim CFR anno 2000 Notenpressenbedienung, vulgo wie das mit dem großzügigen Pumpen und Spritzen so geht, angesagt. War David auch mit dabei?

Naja, will nicht weiter stänkern ... [[freude]]

Gruß auch an @Fabio!

Vanitas

antworten
 

@Vanitas zu "VT"

Fabio ⌂ @, München, Mittwoch, 12.03.2008, 13:16 (vor 6662 Tagen) @ Vanitas

Wow...Ich kannte die Arbeit, hatte das aber überlesen...

Der Hammer.

Übrigens:

Ich weiß nicht genau, inwiefern die Kategorie "Verschwörungstheorie" wirklich brauchbar ist, um über Aussagen und deren Wahrheitsgehalt zu urteilen.

Was muß man denn noch über das CFR wissen, um sehr sehr hellhörig zu werden, als einfach auf deren Homepage schauen (Links dort):

Current Research Projects

Study Group on the Americanization of Finance
Economics Program
Past Research Projects

Roundtable on Financial Crisis Prevention and Resolution
Project on Financial Markets, The Global Economy, and Foreign and National Security Policy
Project on Financial Vulnerabilities and Foreign Policy
Roundtable on Country Risk Analysis in the Post-Asia Crisis

http://www.cfr.org/bios/3432/roger_m_kubarych.htmlhttp://www.cfr.org/bios/3432/roger_m_kubarych.html

--
“We are on strike against the dogma that the pursuit of one’s happiness is evil. We are on strike against the doctrine that life is guilt." John Galt

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@Fabio: Lieber VT statt TV satt (-;

Vanitas @, Mittwoch, 12.03.2008, 15:13 (vor 6662 Tagen) @ Fabio

Hallo Fabio,

Du schreibst:

Ich weiß nicht genau, inwiefern die Kategorie "Verschwörungstheorie"
wirklich brauchbar ist, um über Aussagen und deren Wahrheitsgehalt zu
urteilen.

... und diese berechtigte Frage kann ich Dir leider nicht beantworten, das musst Du selber für Dich entscheiden. Hier im Forum gehen die Fronten auch querbeet durch die Gemeinde. Welche Indizien und Schlussfolgerungen man für sich als zutreffend, klar und wahr erachtet, bleibt der eigenen Interpretationsmatrix vorbehalten.

Mir kräuseln sich z.B. schon die Nackenhaare, wenn ich in der CFR-Homepage lese: 'A Nonpartisan Resource for Information and Analysis' - das ist für mich die perfekte 'contradictio in adjecto', derweil sich ein anderer da garnichts dabei denkt.

Mein absoluter "Lieblingsbericht" von der CFR-Page ist aber dieser hier:[[zwinker]]

http://www.cfr.org/publication/11498/

Was muß man denn noch über das CFR wissen, um sehr sehr hellhörig zu
werden, als einfach auf deren Homepage schauen (Links dort):

Also wenn Dich das nicht hellhörig machen sollte, wie da der vorgebliche iranische Mad Dog und Ersatz-Hitler höchstpersönlich mit Leuten wie David Rockefeller et al. über Weißnichwaswirnichtwissen plauscht, dann finde ich z. B. deren gemeinsames Auftreten schon etwas befremdlich, milde ausgedrückt. So ähnlich, wie wenn Hitler sich vor WKII noch mit Lord Rothschild im Chatham House getroffen hätte ... [[zigarre]]

Und noch was: Finanz-'Drills' zum Global Meltdown sind ja nicht ganz so aus der Welt, schlecht nur, wenn man dann Realität und Übung nicht mehr auseinander halten kann, so wie bei 9/11 oder 7/7. Aber halt, das mit dem CFR-Crash-Planspiel ja schon in 2000 beim Platzen der Dotcom-Bubble gelaufen, das Briefing und Handling von damals wird schon noch gelten in 2008 zum Nachfolge-Thema: "Wie handlen wir einen globalen Creditcrunch".

Zu Risiken und Nebenwirkungen darftst Du mich allerdings nicht fragen, da sind Andere vom Fache hier berufen. Meine Wenigkeit ergeht sich eher in Kaffeesatzleserei und wilder Spekulatius. *gg*

Politik mit VT gewürzt, muss auch sein, auch sein ... hätte da der alte Schulrat aus der 'Feuerzangenbowle' wohl gesagt ...

Wünsche Dir gute Peilung hier!


Gruß Vanitas

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Website von marsch

mvd, Mittwoch, 12.03.2008, 10:39 (vor 6663 Tagen) @ Fabio

Fabio, das Forumsmitglied marsch betreibt die Website

http://www.miprox.de

dort wird vieles recht allgemeinverständlich erklärt und auch die, für mich als Laien recht schwer verständlichen Beiträge von dottore, ins Deutsche übersetzt. [[zwinker]]

Und die "News" zu aktuellen Themen sind einfach ein "must read".

Gruß
mvd

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Noch 2 Debitismus-Links .....

Elli ⌂ @, Mittwoch, 12.03.2008, 12:12 (vor 6663 Tagen) @ Fabio
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 13.05.2008, 07:24

..... aus dem alten Forummenü:

http://www.elliott-waves.de/forum/elli/Debitismus-PCM.pdf (1111 KB)

http://www.dasgelbeforum.net/sammlung/Enghofer-Knospe.pdf (816 KB)

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