Neues vom Schlachthof: Hedgefonds Permira verdoppelt die Schulden bei Hugo Boss für 450 Mio. Dividende
Querbanker, Donnerstag, 13.03.2008, 00:37 (vor 6535 Tagen)
"Der britische Finanzinvestor Permira hat beim Modekonzern Hugo Boss auf ungewöhnlich ruppige Weise eine großzügige Sonderdividende durchgesetzt. Nach stundenlangem Ringen beschloss der Aufsichtsrat Dienstagnacht eine Ausschüttung von 450 Mio. Euro, obwohl die Arbeitnehmervertreter nach FTD-Informationen geschlossen dagegen stimmten."
Neue Dimensionen: Permira nimmt Hugo Boss aus
Q
Grundsatzfrage: ist das nun noch Adam Smith oder schon Charles Darwin?
Jermak
, Donnerstag, 13.03.2008, 01:11 (vor 6535 Tagen) @ Querbanker
bzw was genau ist in so einem Fall der Vorteil des sog Kapitalismus gegenüber anderen Wirtschaftssystemen?
Könnte es vielleicht so sein, dass das kapitalistische System hier(Stichwort Heuschrecken) nicht nur nicht funktioniert, sondern von einer Partei gestört oder dessen Basis gar zerstört wird?
(bei Darwin interessieren bekanntlich weder Systeme noch Ideologien )
grüsse
jermak
Darwin oder Adam Smith? Die Murmeltiere und ihre Feinde
prinz_eisenherz, Donnerstag, 13.03.2008, 03:18 (vor 6535 Tagen) @ Jermak
Hallo Jermak,
Adam Smith, von dem weiß ich nur, das er der Meinung war, die Tische der Reichen solange mit gutem Essen und Trinken voll zu packen bis rechts und links so vieles davon herunterfällt, von dem werden dann die Normalsterblichen unter dem Tisch immer noch satt und glücklich. Ob von diesem Stillleben eine Verbindung zu Darwin besteht? Ich weiß es nicht.
Aber zu deiner Frage, ob der Kapitalismus nach dem Prinzip der Mutation, der Anpassung und der Auslese funktioniert, besser, funktionieren könnte, da gebe ich einfach mal die These vor, das könnte und das würde er schon, wenn man denn die Mutationen, die Unvorsichtigen, die Dummen, die Gierigen von denen ungeschützt der natürlichen Auslese überantworten würde, was offenkundig nicht passiert.
Eine Analogie, ein Gleichnis dazu aus unserer natürlichen Umgebung soll das verdeutlichen, wo meiner Meinung nach die Grundannahmen von Darwin vor unseren Augen sehr wohl zu beobachten sind, und gelingen:
Das Gleichnis vom Kapitalismus und die Murmeltiere
Stellen wir uns die Murmeltiere vor. Tiere, die in den Bergen, in tiefen Höhlen wohnen, die ihnen Schutz vor der Witterung und Sicherheit, vor den Fressfeinden bieten. In jeder Population dieser Tiere werden Exemplare darunter sein, die es niemals begreifen werden, das man zur Futtersuche, beim Verlassen des Baues, sich langsam hinausbewegt, kurz den Kopf hinausstreckt, erst einmal einen Blick nach links und rechts riskiert, aber auch nach oben hin sich absichert, um sich davon zu überzeugen, das weder eine Katze noch ein Greifvogel irgendwo lauern, um sich ihr Murmeltier- Mittagessen zu beschaffen. Wogen natürlich jedes schlaue Murmeltier etwas einzuwenden hat.
Nun begibt es sich aber, das die unvermeidbaren blöden Murmeltiere in jeder Generation, die dummen, die unvorsichtigen, die lernunfähigen, die Pisa – Murmeltiere, die Generation Blöd bei denen, das die munter und fröhlich vor sich hinpfeifend aus ihr Nest rennen, ohne Sicherungen und die notwendige Vorsicht und es passiert das, was passieren muss, nach und nach werden diese entsprechend dem Prinzip von Darwin von ihren Fressfeinden erspäht und weil ohne Schutz, schnell gefangen und gefressen, die Auslese, von der beide Partner etwas haben.
Bei den Murmeltieren können sich nicht die Dummen vermehren und überhand nehmen und die Raubtiere haben ihre notwendige Nahrung. Man merk sehr leicht, beide Seiten profitieren, sie brauchen einander um nicht still und unmerkbar die guten Erbanlagen durch die schädlichen überdecken zu lassen. Denn selbst wenn es nur noch blöde Murmeltiere geben würde, dann hätten zwar ihre Feinde für eine Saison einen üppig gedeckten Tisch, sie würden sich alle von den schwachsinnigen Murmeltieren fangen, sie ausrotten, würden aber an ihrer eignen Habgier und Unersättlichkeit sich die Nahrungsgrundlage selber dezimieren und bald den Murmeltieren als ausgestorbene Spezies folgen.
Somit bleibt nur die Schlussfolgerung, entweder beide, die Murmeltiere und ihre Feinde oder keiner von beiden.
Zu den Kapitalisten zurück. Dort würde dieses Prinzip auch funktionieren, mit Hilfe des menschlichen Verstandes optimiert, würden sich bei mehrmaligem gefressen werden der dummen, der gierigen, der unangepassten, der unvorsichtigen Kapitalisten, es sich herumsprechen. Von einer Generation Kapitalisten zur nächsten weiter gegeben, gelernt werden. Es würde sich so wie keiner mehr, vergleichbar den Finanzmurmeltieren, ohne Absicherung und Vorsicht nach allen Seiten, auf die Futterweide wagen, um sich dort ihr Futter zu suchen.
Klar vor unseren Augen jedoch, wird dieses heilsame Prinzip von Darwin permanent ausgeschaltet, denn die Generation Blöd bei den kapitalistischen Murmeltieren können sich ungesichert soweit aus ihrem Bau wagen wie sie wollen, immer werden sie vor der Pleite, dem Untergang, dem Gefressen werden bewahrt. Sie vermehren sich schneller als die klugen Kapitalisten und bereiten so ihr eigenes Aussterben vor, s.o. die Murmeltiere.
So also funktioniert der Kapitalismus nicht. So also ist es gar keine Kapitalismus mehr, weder im Sinne von Adam Smith noch nach den Gesetzen von Darwin.
Es drängt sich der Eindruck auf, der Schutz der blöden Kapitalisten ist geradezu so gewollt, das Aushebeln der kapitalistischen Auslese. Ich erkläre es mir so, wieder analog bei den Murmeltieren, wenn dort alle dummen Murmeltiere einen vergleichbaren Schutz hätten, dann würden die Greifvögel und die Aasfresser wegen Nahrungsmangel aussterben. Dort jedoch sorgt in jeder Generation die gnädige Mutation dafür, das immer wieder dusselige Murmeltiere zur Welt kommen, als Nahrung für die Geier und es funktioniert gut..
Nun stellen wir uns vor, bei den Kapitalisten würde durch das Lernen unter Schmerzen der Zustand eintreten, das alle Kapitalisten nur noch mit höchster Sicherheit und Vorsicht ihre Investitionen und Produktion umsetzen. Kaum noch einer ist unvorsichtig und wagt sich ungeschützt ins Freie, zu gefährliche Experimente bereit. Meine Güte, was haben dann die Greifvögel und Aasfresser im Kapitalismus noch als Nahrung? Die würden aussterben. Aber um das zu verhindern, greifen die menschlichen Greifvögel hierbei in diesen natürlichen Kreislauf ein, damit auch sie, die Aasgeier, überleben können und schützen die ungeeigneten, die dummen Kapitalisten als aktuelle und zukünftige Nahrungsquelle. So wie die Mastbetriebe für Kühe und Schweine, wo die Tiere ein paar Jahre Schutz und Geborgenheit vor Krankheit und Not von ihren menschlichen Fressfeinden geschenkt bekommen, um sodann auf der Fleischtheke im Supermarkt zu landen. Es scheint so zu sein, als bräuchte man diese dummen Kapitalisten geradezu, denn sonst könnte man doch nicht mehr die Schlauen von den Blöden unterscheiden und die Schlauen hätten nichts mehr zu fressen.
Somit bleibt nur die Schlussfolgerung, entweder beide, die dummen Kapitalisten und ihre Feinde oder keiner von beiden.
eisenherz
