Was passiert beim Crash mit Immos?
Kamelzehe, Donnerstag, 13.03.2008, 02:43 (vor 6536 Tagen)
Egal, ob nun der Crash doch noch richtig schnell kommt, oder ob es weiter abwärts und abwärts geht wie jetzt:
Was passiert, wenn es richtig kritisch wird, mit Immobilien, die finanziert sind?
Beispiel mit einfachen Zahlen:
Hausbesitzer hat Haus mit Wert 200.000 bei Kauf vor ein paar Jahren, voll finanziert, abzuzahlen sind noch 190.000
Durch allgemeinen Wertverfall könnte die Hütte aber höchstens noch für 150.000 verkauft werden und monatlich wird es weniger.
Sowas bleibt der Bank natürlich nicht verborgen.
Was hat der Hausherr zu befürchten, a) beim plötzlichen Crash b) beim schleichenden Crash?
Bei Festzinsvereinbarung zunächst nichts, dann bei Ablauf Neubewertung. (oT)
eddie09
, Donnerstag, 13.03.2008, 02:46 (vor 6536 Tagen) @ Kamelzehe
- kein Text -
--
Politik ist so beschaffen, dass faule Früchte nur vom Baum fallen, wenn darunter ein Korb steht, der sie auffängt.
Das heißt ...
Kamelzehe, Donnerstag, 13.03.2008, 02:50 (vor 6536 Tagen) @ eddie09
Danke für die blitzschnelle Antwort.
- Das heißt also, der Wertverfall lässt die Bank kalt.
- Beim Crash wird die Bank nicht aus eigener Not die ganze Hypothek kündigen.
- Neubewertung nach Festzinsablauf könnte/wird die ganze Finanzierung platzen lassen.
Habe ich das richtig verstanden?
Theoretisch ja,solange die Bonität stimmt, passiert nicht viel. (oT)
eddie09
, Donnerstag, 13.03.2008, 03:02 (vor 6536 Tagen) @ Kamelzehe
- kein Text -
--
Politik ist so beschaffen, dass faule Früchte nur vom Baum fallen, wenn darunter ein Korb steht, der sie auffängt.
kleiner Einwand.
Jacques, Donnerstag, 13.03.2008, 07:15 (vor 6536 Tagen) @ Kamelzehe
Danke für die blitzschnelle Antwort.
- Das heißt also, der Wertverfall lässt die Bank kalt.
- Beim Crash wird die Bank nicht aus eigener Not die ganze Hypothek
kündigen.- Neubewertung nach Festzinsablauf könnte/wird die ganze Finanzierung
platzen lassen.Habe ich das richtig verstanden?
Die Antwort hast du schon richtig verstanden aber 8-tung.
Lies deinen Vertrag zuerst genau durch und prüfe unter welchen Bedingungen, dir der Vertrag gekündigt werden kann (i.d.Regel bei Einkommensveränderungen, Liegenschaftswert etc.). Das kann sehr rasch gehen.
Versuch dich abzusichern und schliesse, falls notwendig bei einer anderen Bank einen neuen Vertrag ab. Teste zuerst einmal dort, wo du sicher nicht hingegen würdest um die Argumente der Gegenpartei zu kennen.
Hab dazu einen Beitrag geschrieben. Such da mit jacques und Festhypothek.
Viel Erfolg
Ruhe bewahren erstmal
yoyo, Donnerstag, 13.03.2008, 02:54 (vor 6536 Tagen) @ Kamelzehe
Kamelzehe ? Ist das auf english camel toe ?
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Auch wenn die Immobilie so unglücklich finanziert ist (leider zu wenig Eigenkapital) muss nicht zwangläufig Schlimmes passieren. Es hängt immer von der Bank ab.
Die Bank hat beim Wertverlust der Sicherheit immer das Recht einen Nachschuss zu verlangen oder die Immobilie zwangszuvollstrecken. Ab welcher Wertverlust das eintreten kann nicht muss ist Sache der Bank.
Das Wichtigste ist dass die Raten weiterbezahlt werden können (sicherer Job, Reserven usw.). Die Bank ist an der Insolvenz des Kunden nicht interessiert da sie hier auch Geld verliert.
Tipp: Nicht zu viel Eichelburg lesen bzgl. Immobilien.
Es sei denn, die Bank säße selbst in der K......, weil........
Merlin, Donnerstag, 13.03.2008, 03:14 (vor 6536 Tagen) @ yoyo
Das Wichtigste ist dass die Raten weiterbezahlt werden können (sicherer
Job, Reserven usw.). Die Bank ist an der Insolvenz des Kunden nicht
interessiert da sie hier auch Geld verliert.
...wir eine extreme Defla hätten und extreme Liquiditätsdruck auf sie ausgeübt würde.
(Meine persönliche Erwartung für das Jahr 2009.)
Klar, wenn die Bank selbst
yoyo, Donnerstag, 13.03.2008, 03:17 (vor 6536 Tagen) @ Merlin
Liquiditätsprobleme hat und ihre Gläubiger Druck machen dann wird die Bank versuchen den Kredit weiterzuverkaufen. Das ändert für den Kreditnehmer erstmal gar nichts, es sei denn dass die Heuschrecken an die Grundschuld wollen. Das kann man pauschal nicht sagen sondern hängt wie gesagt von der Bank und den Vertäge ab.
Gruss
Leider keine Entwarnung - fatale Situation
Wayne Schlegel
, Donnerstag, 13.03.2008, 03:43 (vor 6536 Tagen) @ Kamelzehe
Egal, ob nun der Crash doch noch richtig schnell kommt, oder ob es weiter
abwärts und abwärts geht wie jetzt:Was passiert, wenn es richtig kritisch wird, mit Immobilien, die
finanziert sind?Beispiel mit einfachen Zahlen:
Hausbesitzer hat Haus mit Wert 200.000 bei Kauf vor ein paar Jahren, voll
finanziert, abzuzahlen sind noch 190.000Durch allgemeinen Wertverfall könnte die Hütte aber höchstens noch für
150.000 verkauft werden und monatlich wird es weniger.Sowas bleibt der Bank natürlich nicht verborgen.
Was hat der Hausherr zu befürchten, a) beim plötzlichen Crash b) beim
schleichenden Crash?
Im Ergebnis kann ich aus meiner Sicht keine Entwarnung geben. Wichtig ist, zunächst den DARLEHENSVERTRAG genau anschauen. Dort steht drin, was der Darlehensgeber machen kann, wenn "die Gefahr (!) besteht, dass der Objekt(markt)wert als Sicherheit nicht mehr ausreicht". Das wird sein:
1. zusätzliche Sicherheiten verlangen
2. in die Verwertung (Zwangsvollstreckung) gehen
Man kann also davon ausgehen, dass man bei einer derartig geringfügigen Eigenkapitalquote das Objekt ganz schnell los ist. Wobei man sich damit trösten kann, dass es einem ja mangels Eigenkapitalbeitrag ohnehin nie richtig gehört im Sinne von zugestanden hat.
Richtig böse ist aber, dass der Darlehensgeber sich i.d.R. eine Unterwerfung des Darlehensnehmers in die sofortige Zwangsvollstreckung in das gesamte Vermögen hat erklären lassen. Das bedeutet, dass dann alles was über der Pfändungsfreigrenze ist, vom Darlehensgeber abgegriffen werden kann und auch wird. Das ist das Fatale an der Verschuldungsfalle. Also an einem Leben über den wirklich finanzierten (und nicht in Gutzeiten finanzierbaren) Verhältnissen.
Aha, das hört sich aber gar nicht gut an.
Kamelzehe, Donnerstag, 13.03.2008, 04:33 (vor 6536 Tagen) @ Wayne Schlegel
Diesen Hausbesitzer gibt es nämlich tatsächlich.
Da ich es mir nicht leisten kann, in D ein nicht vermietbares Haus abzuzahlen und gleichzeitig in AUS viel Geld für die Miete zu zahlen, dachte ich, gut, dann eben nur in D im eigenen Haus wohnen, für einige Zeit.
Es besteht also die Möglichkeit, oder sogar eine große Wahrscheinlichkeit, dass die Sache platzt. Wenn Sie dann alles über der Pfändungsgrenze abgreifen, ist da doch sicherlich auch das Haus meiner alten Mutter dabei, wo ich als Teileigentümer mit 1/6 im Grundbuch eingetragen bin.
Wenn man nur in die Zukunft schauen könnte...
Ich frage mich nämlich jetzt echt, ob das so klug ist, von Australien abzuhauen und dann in D durch die obige Konstellation in den Ruin getrieben zu werden.
Dann hätte ich anschließend nix mehr, meiner Mutter würde es auch weggenommen, und zurück nach Australien ginge auch nicht mehr, mangels Geld fürs Ticket.
Wenn es sowieso platzen wird, könnte ich auch hier bleiben und das Haus seinem Schicksal überlassen. Wenn da nicht das Problem mit dem Haus der Mutter wäre.
Vielen Dank für Eure Hinweise. Das ist wirklich ein ernstes Problem für unsere ganze Familie, und jeder Kommentar ist hilfreich.
...Australien gegen Deutschland freiwillig zu tauschen, daß scheint der Kardinalfehler zu sein
Cichetteria, Donnerstag, 13.03.2008, 10:05 (vor 6536 Tagen) @ Kamelzehe
Ich frage mich nämlich jetzt echt, ob das so klug ist, von Australien
abzuhauen und dann in D durch die obige Konstellation in den Ruin
getrieben zu werden.
hi,
....von Australien abhauen....? Waaaaaaaaaaaaaaaaaaasn bitte ? Das kann ja nun mal überhaupt nicht klug sein.
Das scheint mir doch der Hauptfehler zu sein, der droht, begangen zu werden. Crash, wie auch immer, hin oder her, wenn er denn dann auch jemals kommt.
In Deutschland ist doch nach dem 2. Weltkrieg eine fremdgesteuerte, geballte Politiker-Mafia dabei, den gesamten Staat einschließlich des deutschen Volks systematisch in den Ruin zu treiben. Wer hier wirklich nicht bleiben muß, der muß sich wirklich fragen lassen, was er hier in dieser Bananenrepublik noch freiwillig tut. So schön können die deutschen Lande gar nicht sein, daß man sich hier freiwillig bis aufs letzte Hemd ausziehen und enteignen läßt.
So, das mußte mal wieder sein. Und ich bin inzwischen wirklich froh, wenn mein freiwilliger Urlaub bei diesem Dreckswetter hier endlich auch wieder vorbei ist.
Gruß
Cichette
Ich rate mal und schreibe was ich weiß, inzwischen ohne Garantie
prinz_eisenherz, Donnerstag, 13.03.2008, 06:19 (vor 6536 Tagen) @ Kamelzehe
## Hausbesitzer hat Haus mit Wert 200.000 bei Kauf vor ein paar Jahren, voll finanziert, abzuzahlen sind noch 190.000##
Hallo,
also, wenn seine finanzielle Situation die Tilgung der Zinsen und die Tilgung nicht in Frage stellt, er einen langfristigen Hypothek abgeschlossen hat, 20 Jahre, dann passiert in der Tat nichts weiter.
Es ist hierbei immer wohl zu unterscheiden, ob der Hausbesitzer (nicht Eigentümer), ob er Selbstnutzer ist oder ob er das Haus als Anlage gekauft hat, zur Vermietung. Als Selbstnutzer rede ich immer eindringlich mit den Leuten, die sich von mir beraten und durch die Finanzierung haben führen lassen, sie sollen alles was mit Wertsteigerung oder Wertverfall auf dem Immobilenmarkt sich abspielt nicht mehr lesen, sich nichts einreden lassen, einfach ihr Heim genießen und nutzen, wenn es denn ein Volltreffer war.
Nur in wenigen Ausnahmefällen, bei Notverkauf, wird dann der Wert des Hauses auch für den Selbstnutzer wieder interessant. An den dann erzielbaren Preis kann er nichts ändern. Mal gibt es da gute und mal schlechte Zeiten. Die Preisentwicklung auf dem Immomarkt sollte den Hausbesitzer nicht mehr interessieren, wenn er denn gekauft hat, sonst wird er mit seinem Haus nicht glücklich und jagt jeder nur erreichbaren Statistik nach, was wohl sein Haus in diesem oder im nächsten Jahr wert sein könnte. Er wird verrückt und krank dabei und es ist auch absolut sinnlos.
Das andere ist, wenn die Hypothekenzinsen steigen, das Zinsniveau insgesamt, was bei hohen Inflationsraten eigentlich die Regel ist, wenn dann auch noch hohe, angepasste Lohnabschlüsse durchsetzbar sind, die die hohe Inflationsrate ausgleichen, dann kommt der Hausbesitzer in einen vorteilhaften Zustand, nämlich seine geringen Zinsen und Tilgung, mit einem höheren Gehalt bedienen zu können. Darauf jedoch zu spekulieren, wie ich oft schon erlebt habe, ist ein Himmelfahrtskommando, zumal das höhere Gehalt teilweise über höheren Preise wieder relativiert wird.
Ansonsten, und nun werde ich sehr bescheiden, noch vor Jahren war ich der Meinung dieses Teilgebiet unserer Wirtschaft, auch die rechtlichen Rahmenbedingungen, komplett verstanden zu haben und habe sie so auch angewendet. Nachdem jedoch, für mich völlig überraschend, es angeblich möglich ist die Grundschuld vom Hypothekenvertrag zu trennen, die wie einen eigenständigen Vertag zu Lasten der Kreditnehmers auszubeuten, ab dem Zeitpunkt sind mir die Immobilienfelle weg geschwommen. Ab dem Zeitpunkt kann ich mich nur noch zurücklehnen und antworten:„ Alles was denkbar ist, das ist auch möglich, besonders wenn es um Fragen des Geldes geht.“
Ein drittes ist, wenn es zu einem Zusammenbruch der gesamten gesellschaftlichen Strukturen kommt, zu Inflationsgeld, zu Essensmarken und ähnlichen Scherzen des Staates - wenn es denn noch der uns bekannte Staat ist - das ist ein heißes juristisches Pflaster. Dann kann meiner Meinung nach jeder Hypothekenvertrag sofort auf fällig gestellt werden, bedeutet, der Kreditnehmer muss sofort die Restschuld begleichen, was er meistens nicht kann und somit geht die Immobilie augenblicklich in das Eigentum der Bank über. Aber, mit solchen und ähnliche Spitzfindigkeiten, abgeleitet aus dem Hypothekenvertrag, das Kleingedruckte, damit verdienen sich die Juristen eine goldenen Nase. Und bei der Streitsumme haben die Banken immer die besseren Anwälte, die den Hausbesitzer mit Forderungen den Hals zuschnüren.
eisenherz
siehe auch Eichelburg (oTmL)
MariaBitterlich
, Donnerstag, 13.03.2008, 13:31 (vor 6536 Tagen) @ Kamelzehe
