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@Dottore od. weissgarnix zu 200 Mrd. TSLF-Spritze der FED; CC-Kill; Shorting der T-Bonds durch PD´s - mTmLmF

McShorty @, Nürd-Mütryx fün Dülbünyen, Freitag, 14.03.2008, 15:06 (vor 6533 Tagen)

Hallo,

ich stelle die Frage mal hier, wgn ist ja auch im Goldseitenforum unterwegs, halte das "Gelbe" aber für die besser Discussionsplattform zu diesem Thema.

Also die FED hat ja am Di 200 Mrd. TSLF spendiert. Wie ja nun schon fast klar ist, war das für die Primary Dealers, die ja wohl short in Bonds waren.

Nehmen wir nun mal an, dass die PD das an der CBOT geshortet haben. Dann hätten die ihre Verluste halt in Cash bezahlen können oder die T-Bonds liefern können. Die T-Bond Lieferung scheint nun anscheinend wahr zu werden. Warum hätten die sich sonst welche von der FED besorgen wollen? Laut CBOT ist Last Trading Day
Seventh business day preceding the last business day of the delivery month. Trading in expiring contracts closes at noon, Chicago time, on the last trading day.
und Last Delivery Day
Last business day of the delivery month.
Das sollte wohl der 28.03. für den März Kontrakt sein. Bis dahin hätten die also noch Zeit sich die T-Bonds zu besorgen.

Meine Frage/Besorgnis ist nun folgende: Der März Fut steht ca. bei 119. Anscheinend haben die PD schwere Verluste beim shorten eingefahren, mal angenommen die haben zu 117 gekauft, dann haben die pro 100.000 USD Kontrakt 2000 USD Verlust. 200 Mrd. USD würden 2.000.000 Kontrakte ergeben, richtig (bitte korr. falls falsch, ich bin vor lauter Nullen schon fast irre). Wenn ich nun die 2 Mio. Kontrakte x 2.000 USD möglichen Verlust rechne, komme ich auf 4 Mrd. USD Verlust(möglichkeit).

Nun sind die PD aber m.M.n. nicht vom Eis, denn sie müss(T)en ja die T-Bonds nach 28 Tagen eigentlich an die FED zurück geben. Haben tun sie ja vermutlich keine mehr, denn die haben die ja praktisch physisch geliefert, als Abrechnung an die CBOT. Woher also nehmen? (viell. haben die auch direkt an andere short verkauft, müssen also trotzdem liefern)
Meine These, solange der T-Bond Markt nicht unter deren Einstandskurse (deren Shortkurse) sinkt und die PD die entsprechend billiger zurück kaufen können, stehen die im Feuer und haben fette Buchverluste! Das wissen vermutlich nicht nur wir, sondern auch die entsprechenden Gegenspieler im Markt, und die werden das eiskalt ausnutzen. Kommt es also doch irgendwann zum Short Squeeze? Müssen die PD die Buchverluste viel. irgendwann doch bilanziell ausweisen? Wäre das für den einen oder anderne PD die EK-Kenschmelze? RIP for...?

Meine Rechnung ist ja nun auch noch ohne Hebel. Was ist wenn die das nicht (nur) über die CBOT sondern unter Banken gehändelt haben, viell. noch mit nettem Leverage? Stehen dann Shorties und Longs gleichermaßen unter Wasser? (der eine kann nicht liefern, der andere bekommt nichts?)
Viell. habe ich hier ja auch Denkfehler oder so drinne. Wäre nett wenn hier jemand mal was aufkären könnte. Fragen über Fragen, mit schwirrt echt der Kopf bei soviel "Unglaublichkeiten".

Gruß und schönes WE
McShorty

--
Danke an Elli, Chef, HM und igelei für das wunderbare Forum hier!
Seid wachsam auf diesem Narrenschiff!

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Die Treasury-Preise sind relativ gesehen völlig unwichtig

chiron, Freitag, 14.03.2008, 15:19 (vor 6533 Tagen) @ McShorty

Hallo McShorty

Also Treasuries zu liefern dürfte kein Problem sein, die vermehren sich dank den US-Staatsschulden immer flott weiter. Es geht somit um den Preis.

Der Sinn der Aktion der FED war meines Erachtens folgender:

Die Hypo-Anleihen hätten im Preis steigen und die Treasuries sinken sollen, wobei zweiteres nicht wirklich relevant ist, weil hier mögliche Preisverschiebungen relativ zu den Hypo-Anleihen minimal sind.

Es geht also nur um die Frage, ob die Hypo-Anleihen dank der FED einen Aufschwung haben/hatten, weil jetzt der Markt wieder ein klitzekleines Bisschen liquider sein sollte.

Vermutlich ging der Schuss in den Ofen, weil die Märkte von weiteren Negativ-Meldungen überrascht wurden (Bear Stearns) und deshalb alle - Fed-Aktionen hin oder her - in Qualität flüchten.

Gruss chiron

antworten
 

So sehe ich das auch ...

weissgarnix @, Freitag, 14.03.2008, 16:32 (vor 6533 Tagen) @ chiron

Die Hypo-Anleihen hätten im Preis steigen und die Treasuries sinken
sollen, wobei zweiteres nicht wirklich relevant ist, weil hier mögliche
Preisverschiebungen relativ zu den Hypo-Anleihen minimal sind.

Die entscheidende Frage ist: zu welchen Preisen gibt die FED a) die T-Bonds raus und nimmt sie b) die MBS/Fannies rein.

Wenn sie sagt:"beides zum Nominale", dann würden die PDs evenuell sogar Gewinn machen (allerdings nur sehr theoretisch, die FED müßte dann aus bilanzrechtlichen Gründen schon ein Commitmment über 28 Tage hinaus abgeben).

Wenn sie hingegen sagt:"beides nahe dem Tagespreis", dann ist das für die PDs eher witzlos, weil dann entspricht der realisierte Nettoerfolg genau dem ihrer Buchverluste.

Irgendwo dazwischen wird sich die FED vermutlich positionieren. Ohne satte Verluste wird es für die PDs daher keinesfalls abgehen ... zumal sie, wenn die FED sich immer nur für 28 Tage committet, den vollen Verlust aus den MBS/Fannies weiterhin in den Büchern haben ("substance over form"-Prinzip des USGAAP)

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