Kontentransfer
Jacques, Samstag, 22.03.2008, 02:19 (vor 6528 Tagen)
Heute Morgen früh auf einer kleinen Post-Filiale in der Schweiz (war da allein vor dem Schalter).
Hab mich so beiläufig so erkundigt "Sie haben sicher eine Menge neuer Konteneröffnungen zu bearbeiten".
Antwort: "Und wie, seit einiger Zeit und hält noch an...)
Und das wohlgemerkt in eher ländlicher Umgebung...
Das "Volk" macht sich sehr wohl seine Gedanken und reagiert.
Gruss
Nachfrage...
fridolin, Samstag, 22.03.2008, 03:15 (vor 6528 Tagen) @ Jacques
Hallo,
zu dieser Meldung habe ich mal einige Fragen:
1) Was ist überhaupt die Rolle des Schalterpersonals einer ländlichen Schweizer Postfiliale bei einer Kontoeröffnung? So etwas wie Beratung doch wohl kaum. In deutschen Postfilialen ist es typischerweise die vorgeschriebene Identitätsfeststellung anhand von Ausweispapieren, nicht nur für die deutsche Postbank, sondern auch für alle anderen Banken und Geldinstitute. Die eigentliche Bearbeitung der Kontoeröffnung erfolgt in der Zentrale der Bank oder einer dafür eingerichteten Abteilung.
2) Das heißt: beziehen sich die angesprochenen neuen Kontoeröffnungen nur auf die Schweizer Postbank, oder auf Konten in der Schweiz generell, wobei die Postfiliale nur eine ähnliche Identitätsfeststellung erledigt?
3) Wieso sollen Konten bei der Schweizer Postbank sicherer sein als bei anderen Geldinstituten in der Schweiz (Großbanken, Kantonalbanken usw.)? Die Gleichung "große Bank = großes Risiko, kleine Bank = kleines Risiko" wird so pauschal wohl nicht stimmen, genauso wenig wie "große Bank = too big to fail".
4) Wieso sollen Schweizer Banken überhaupt sicherer sein als die in anderen Ländern? Auch da gab es ja bei einigen Großbanken schon Abschreibungsprobleme, wenn ich es richtig behalten habe. Letztlich sind heutzutage alle Banken international verknüpft und sitzen mehr oder minder im selben Boot. Und der Schweizer Franken hat inzwischen auch nicht mehr die sehr hohe Golddeckung wie noch vor ein paar Jahren.
Schönen Gruß!
Bei 800 USD Goldkurs ist der sfr zu 100% goldgedeckt (mT)
DT
, Samstag, 22.03.2008, 03:22 (vor 6528 Tagen) @ fridolin
Ich hatte kürzlich einen Link eingestellt, wo diese Rechnung durchgeführt war.
Durch den von den Amis forcierten Goldverkauf der SNB wurde die Hälfte des Schweizer Goldes in die Hände der Bullionbanks der Amis überführt, aber durch den starken Goldpreisanstieg ist die Deckung wieder komplett.
DT
100 % goldgedeckt ?
crosswind, Samstag, 22.03.2008, 03:43 (vor 6528 Tagen) @ DT
Ich hatte kürzlich einen Link eingestellt, wo diese Rechnung durchgeführt
war.Durch den von den Amis forcierten Goldverkauf der SNB wurde die Hälfte des
Schweizer Goldes in die Hände der Bullionbanks der Amis überführt, aber
durch den starken Goldpreisanstieg ist die Deckung wieder komplett.DT
Hallo DT
100% goldgedeckt bei 800 USD
? Rechne bitte einmal nach. Ich komme auf etwa 5 % von M3. Gut möglich, dass ich etwas falsch rechne. Wenn es so wäre wie Du behauptest, müsste sich USDCHF wie der Goldpreis in USD entwickeln. Die Banken, Hedgies und Traders sind doch nicht blöd.
Die 100% sind mE ein Märchen.
gruss cw
Hier der Link aus der NZZ im Oktober 2007 (mT)
DT
, Samstag, 22.03.2008, 04:04 (vor 6528 Tagen) @ crosswind
Hatte mich auch gewundert, aber keine Zahl für die SFR im Umlauf gefunden. 1400 to dürften so etwa 30-40 Mrd sfr sein. Meiner Meinung nach waren mehr sfr im Umlauf als das.
Hier der genannte Link:
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=13592
Ich dachte, das wäre der Grund, wieso der sfr in letzter Zeit wieder angestiegen ist. Sicherlich war der Goldverkauf der Grund, wieso der sfr von der Stärke viele Prozent abgegeben hat seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts.
Gruß DT
In der Tat: Notenumlauf der SNB: 39 Mrd sfr, Goldwert (1270 Tonnen): ca 38 Mrd sfr (mL)
DT
, Samstag, 22.03.2008, 04:15 (vor 6528 Tagen) @ DT
Hier die Bestätigung aus der Bilanz der SNB vom Mrz 2008 (mL)
DT
, Samstag, 22.03.2008, 04:25 (vor 6528 Tagen) @ DT
http://www.snb.ch/de/mmr/reference/gwd_20080317/source/gwd_20080317.de.pdf
Geldpolitisch wichtige Daten
für die Woche zum 14. März 2008
Geldpolitisch relevante Aktiven und Passiven der SNB
(in Mio. Franken)
Aktiven 14. März 2008
Veränderungen
gegenüber Vorwoche
Forderungen aus Hauptfinanzierungs- und
Feinsteuerungsgeschäften
23'800.0 +677.0
Forderungen aus der Engpassfinanzierungsfazilität 0.0 0.0
Passiven
Notenumlauf 39'681.5 -652.0
Girokonten inländischer Banken 3'998.6 -697.8
Verbindlichkeiten aus Abschöpfungsgeschäften 397.0 +397.0
1270 Tonnen Gold * 1000 kg / Tonne * 19000 EUR/kg * 1.55 sfr/EUR = 37.4 Mrd sfr
37.4/39.6 = 94%. Bei etwas über 20000 EUR pro kg (bei mehr als 1000 USD pro oz Gold) ist die Deckung 100%.
DT
Bei mir stellt sich das grosse Kapiernix ein
crosswind, Samstag, 22.03.2008, 04:50 (vor 6528 Tagen) @ DT
Hallo DT
macht sich doch gut, wenn gesagt werden kann, der Notenumlauf sei goldgedeckt
. Und was ist mit M3 ? Ist ja vernachlässigbar und alles ist im Butter. Gleich wie bei den Amis - wir betrachten in Zukunft nur noch den Notenumlauf und haben flugs goldgedeckte Währungen. Super - so machen wirs.
Ich kapier nicht, was das soll. Das Geschichtchen mit dem goldgedeckzen Notenumlauf macht für mich keinen Sinn. Vielleicht kannst Du mir auf die Sprünge helfen.
gruss cw
Geld und Geldforderungen sin
Todd
, Samstag, 22.03.2008, 06:29 (vor 6528 Tagen) @ crosswind
Ich kapier nicht, was das soll. Das Geschichtchen mit dem goldgedeckzen
Notenumlauf macht für mich keinen Sinn. Vielleicht kannst Du mir auf die
Sprünge helfen.
Hallo,
Banknoten sind Geld. Alles andere sind Geldforderungen.
Gruß
Todd
Irrtum Todd!
Tassie Devil, Tasmania, Australia, Samstag, 22.03.2008, 06:38 (vor 6528 Tagen) @ Todd
Ich kapier nicht, was das soll. Das Geschichtchen mit dem goldgedeckzen
Notenumlauf macht für mich keinen Sinn. Vielleicht kannst Du mir auf die
Sprünge helfen.
Hallo,Banknoten sind Geld. Alles andere sind Geldforderungen.
Scheidemuenzen der staatlichen Muenze sind auch Geld, aber ansonsten hast Du natuerlich vollkommen recht.
Ich vermute, crosswind wuenscht letztendlich auch die Unterwaesche von Angela und Peer in purem Gold aufgewogen, und das waere dann der ultimative Schlaraffengoldstandard...
Gruß
Todd
--
Gruss!
TD
Die StaSi tobt und Tassie kichert,
denn er ist Schaeuble abgesichert!
Noch eine Antwort schuldig
Jacques, Mittwoch, 26.03.2008, 06:08 (vor 6524 Tagen) @ fridolin
Hallo,
Hallo fridolin
zu dieser Meldung habe ich mal einige Fragen:1) Was ist überhaupt die Rolle des Schalterpersonals einer ländlichen
Schweizer Postfiliale bei einer Kontoeröffnung? So etwas wie Beratung
doch wohl kaum. In deutschen Postfilialen ist es typischerweise die
vorgeschriebene Identitätsfeststellung anhand von Ausweispapieren, nicht
nur für die deutsche Postbank, sondern auch für alle anderen Banken und
Geldinstitute. Die eigentliche Bearbeitung der Kontoeröffnung erfolgt in
der Zentrale der Bank oder einer dafür eingerichteten Abteilung.
In der Regel keine Beratung.Abwicklung von typischen Zahlungsaufträgen die Regel, aber auch Annahme/Ausgabe von Briefen/Paketen.
ID-Feststellung bei Kontoeröffnung selbstverständlich.
2) Das heißt: beziehen sich die angesprochenen neuen Kontoeröffnungen nur
auf die Schweizer Postbank, oder auf Konten in der Schweiz generell, wobei
die Postfiliale nur eine ähnliche Identitätsfeststellung erledigt?
Beziehen sich nur auf die Kontoeröffnungen bei der Post (korrekt Postfinance eine Tochter der Post AG).
3) Wieso sollen Konten bei der Schweizer Postbank sicherer sein als bei
anderen Geldinstituten in der Schweiz (Großbanken, Kantonalbanken usw.)?
Die Gleichung "große Bank = großes Risiko, kleine Bank = kleines Risiko"
wird so pauschal wohl nicht stimmen, genauso wenig wie "große Bank = too
big to fail".
Kantonalbanken gilt nicht mehr.
Ich erinnere an die fälle der Bernischen Kantonalbank, der waadtländischen KB, derjenigen im Kanton Appenzell Ausserrhoden etc. etc.
Die Postfinance betreibt in jedem Fall kein Investmentbanking, Kreditgeschäfte im grossen Stil für Unternehmen etc. sicher nicht.
Risikien sind kleiner.
Die Post ist im Notfall das Rückgrat für einen landesweit funktionierenden Zahlungsverkehr, mindestens im Inland.
4) Wieso sollen Schweizer Banken überhaupt sicherer sein als die in
anderen Ländern? Auch da gab es ja bei einigen Großbanken schon
Abschreibungsprobleme, wenn ich es richtig behalten habe. Letztlich sind
heutzutage alle Banken international verknüpft und sitzen mehr oder minder
im selben Boot. Und der Schweizer Franken hat inzwischen auch nicht mehr
die sehr hohe Golddeckung wie noch vor ein paar Jahren.
"Schweizer Banken" sicherer als andere? So sicher und so unsicher wie jedes gut oder schlecht geführte Unternehmen überall auf der Welt.
Schönen Gruß!
Gruss zurück
