Die “Greatest Fools†sind im Anmarsch
Wer sich in den letzten Jahren mit der Börse beschäftigt hat, dem wird der Begriff des “Greater Fools†schon mal untergekommen sein. Die Theorie besagt, dass in “modernen†Zeiten wie diesen es bei der erfolgreichen Aktieninvestition nicht mehr primär darum geht, fundamental unterbewertete oder technisch interessante Werte zu finden, sondern hauptsächlich darum, einen noch größeren Deppen als einen selbst, der einem auch zu teuer gekaufte Papiere noch mit einem Preisaufschlag wieder abnimmt.
Es scheint nun so, zumindest wenn man jüngsten Medienberichten glauben darf, dass sich die führenden Zentralbanken dieser Welt kollektiv entschlossen hätten, fortan nicht nur als “Greater†sondern sogar als “Greatest Fools†in die Geschichte einzugehen. Ihrer ureigensten Bestimmung gemäß sozusagen als “Depp of last resortâ€, wenn sich sonst schon keiner findet, der diesen wenig schmeichelhaften Titel für sich beanspruchen möchte. [Weiterlesen ->]
Risikobestandteil im Zins
dieter, Sonntag, 23.03.2008, 16:17 (vor 6526 Tagen) @ weissgarnix
Hallo Weißgarnix,
wenn sich Zentralbanken derart verhalten dürften/würden, dann müßte zukünftig ein Risikoanteil als Zinsbestandteil entfallen, da dann nicht mehr der Gläubiger das Risiko trägt, sondern die Gesellschaft im Ganzen.
Politisch gesehen, würden dann Kredite eher nicht nach Wirtschaftlichkeit vergeben sondern nach politischer Opportunität. Wäre das die Folge?
Gruß Dieter
wer clever ist, hat jetzt die Chance auf den "free lunch"
Jermak
, Montag, 24.03.2008, 00:27 (vor 6526 Tagen) @ weissgarnix
gibt sicher die eine oder andere nette Villa in Florida oder Kalfifornien, deren Besitzer/Besetzer ( oder wie soll man den nennen?) vor Sorgen nachts nicht schlafen kann, weil er noch gar nichts weiss von seinem Glück und sicher auch noch ne Weile dazu brauchen wird.
Warum sollte man da nicht mal Menschenfreund spielen und ihm die schwere "Bürde" abnehmen?!
Letzendlich wäre es das Signal, dass jegliche Spekulation risikoLOS ist ... mkT
igelei
, Lammd des Stasi2.0-Rollcommanders, Montag, 24.03.2008, 02:52 (vor 6526 Tagen) @ weissgarnix
... d.h. es bräuchte künftig in keiner Bank der Welt noch eine Abteilung, die sich mit der Risikominimierung beschäftigt, schließlich trägt das ja der Steuerzahler.
Wenn man in der Geschichte zurückschaut (Kindleberger) war es immer hilfreich, wenn niemand wusste, OB es den lender of the last resort gibt und zu welchem Preis er Kredit vergab. Häufig ging Kredit auch nur an gesunde Firmen, deren einziges Problem in Kreditklemmenzeiten darin bestand, Kredit zu bekommen und diejenigen, die sich verspekuliert hatten, gingen trotzdem pleite.
All das gilt heute offenbar nicht mehr, ZBs werden nicht mehr zum Lender, sondern Buyer of the last resort.
Die Folge dürfte noch zügellosere Spekulation sein, bis es irgendwann eine derartig riesige Blase geben wird, dass die Folgen des Platzens (das unweigerlich kommen wird) nicht mal mehr von der Gesamtheit der Steuerzahler aufgefangen werden kann.
MfG
igelei
@WGN: Damit wäre Defla/Inlfa dann aber pro Infla entschieden, oder? (oT)
MariaBitterlich
, Montag, 24.03.2008, 03:50 (vor 6526 Tagen) @ weissgarnix
- kein Text -
Wie kommst Du auf die abstruse Idee, Schafe erfahren etwas bevor sie gründlichst geschoren wurden?
JoBar, Montag, 24.03.2008, 04:09 (vor 6526 Tagen) @ MariaBitterlich
Oder glaubst Du, daß der mit dem meisten Cash in einer Poker-Runde sein Blatt vorm Setzen den anderen Playern zeigt??
Grüße
J
BTW Maximale Ausbeute / Schaden bringt eine anfängliche Inflation und danach ein Wechsel zur Deflation :((
Nein, glaube eher das Gegenteil ...
weissgarnix
, Montag, 24.03.2008, 04:36 (vor 6526 Tagen) @ MariaBitterlich
... denke mal, dass nach einem derartigen Move binnen weniger Wochen/Monate der endgültig Kollaps einsetzen würde, weil ausländische Finanziers wohl kaum länger wie blöd T-Bonds kaufen werden.
Zudem glaube ich, dass der Dollar auf 2+ Euro absacken würde und damit eine Reihe von Importen für die Amerikaner quasi unbezahlbar werden. Das sollte sie endgültig in die Rezession abgleiten lassen. Vermutlich in eine deflationäre Rezession. Ich glaube nicht mehr an "Stagflation".
Bleiben wir mal bei Glaubensbekenntnissen
netrader, Montag, 24.03.2008, 12:19 (vor 6526 Tagen) @ weissgarnix
Nach einigen Jahrzehnten Crasherfahrungen gerade auch mit Minenaktien glaube ich, dass in den zumeist präsentierten Zahlenwerken die m.E. allerwichtigsten Zahlen überhaupt fehlen, nämlich die Bevölkerungszahlen und das Bevölkerungswachstum in einer globalen Ökonomie.
Jede Million neu in das Wirtschaftsleben eintretender gut ausgebildeter Kräfte bedeutet nun einmal eine Million verschuldungswilliger Neubürger, die von letztendlich knapp bleibenden oder werdenden Ressourcen etwas abhaben wollen, hinzu kommen einige tausend von dieser Million neu gegründete und verschuldungsfähige Unternehmen (juristische Personen).
Unter den Bedingungen wie bisher steigender Bevölkerungszahlen kann die Grundtendenz m.E. nur inflationär sein. Die Japan-Zahlen wären wohl anders verlaufen, hätten die Japaner die 3fache Kinderzahl oder würden sich zB der Immigration stärker öffnen. Wer soll denn da die Preise hochtreiben, wenn die meisten gedanklich schon den Sarg im Keller haben?
Was wir derzeit erleben, ist eine der immer wieder auftretenden Wertanpassungskrisen, vernutlich allerdings eine richtig große. Mein "Lieblingsfachmann" für den ablaufenden Prozess ist übrigens Doug Noland, der seit wohl 10 Jahren den laufenden Kreditbubble zutreffend analysiert (www.prudentbear.com), ein genauer und klug formulierender "Handwerker", kein Nobelpreiskandidat, aber analytisch korrekt, formulierungs-, phantasie- und beispielbegabt, sicher einer wie viele Fachleute, die in den letzten Jahren auch in den Reihen der Zentralbanken die Katastrophe kommen sahen, aber weder bei ihrer Führung noch bei der Politik Gehör fanden; Politiker wollen immer nur "Finanzplätze stärken".
Danach wird man recht sicher mit einem Crash rechnen müssen, den mancher sicher deflationären Kollaps nennen wird, mit Folgen für einige Jahre.
Für's erste heisst das m.E., Minenaktien möglichst zu meiden. Minenaktien sind in nahezu jedem mir bekannten Crash seit 20 Jahren stärker gefallen als das meiste andere. Es wird auch beim nächsten Mal nicht anders sein.
Minen kann man haben, wenn es nach dem Crash wieder aufwärts geht.
Nur meine Meinung
netrader
Es kommt nicht nur auf die Mengen an, sondern auch auf deren "Qualität"
JoBar, Montag, 24.03.2008, 12:52 (vor 6526 Tagen) @ netrader
dass in den zumeist präsentierten Zahlenwerken die m.E.
allerwichtigsten Zahlen überhaupt fehlen, nämlich die Bevölkerungszahlen
und das Bevölkerungswachstum in einer globalen Ökonomie.Jede Million neu in das Wirtschaftsleben eintretender gut ausgebildeter
Kräfte bedeutet nun einmal eine Million verschuldungswilliger Neubürger,
die von letztendlich knapp bleibenden oder werdenden Ressourcen etwas
abhaben wollen, hinzu kommen einige tausend von dieser Million neu
gegründete und verschuldungsfähige Unternehmen (juristische Personen).
Und hier ( in der 1. und 2. Welt ) reden wir nunmal über die "Generation Doof" - die mit dem Null-Bock auf das was Du Dir da gerade so ertäumst [[smile]]
Schlag dazu nach bei Ibn Khaldun.
Grüße
J
Wir leben in spannenden Zeiten
Eckrand, Montag, 24.03.2008, 04:08 (vor 6526 Tagen) @ weissgarnix
Hallo,
alleine das dies wohl ernsthaft in Erwägung gezogen wird ist doch einfach unglaublich. Über die Folgen ließe sich aus dem Stehgreif dutzende Bücher schreiben, natürlich nicht von mir lol - daher will ich mich kurz fassen und auf die Schnelle nur ein paar Gedanken in die Runde werfen.
Deflation - Geldcrash fällt aus
Den Anhängern der großen Deflationsreligion habe ich immer entgegengehalten das alles letztendlich eine Frage der Macht sei. Ihr Dogma, das man Geld in Krisenzeiten halt nicht beliebig vermehren könne da Banken Bares nur gegen notenbankfähige Wertpapiere erhalten würden, wäre hiermit vernichtet. Allerdings war das nach den letzten Vorstellungen der FED oder auch der Spanischen Notenbank eh schon klar. Also, darf ich vorstellen, notenbankfähige Wertpapiere:
![[image]](http://www.testbrueder.de/wp-content/uploads/ankuendigungen/klopapier.jpg)
Die Kürzung der Pendlerpauschale
brachte dem Bund schlappe 2,5 Mrd€ - die "Rettungsaktionen" für die IKB haben, wenn ich hier recht informiert bin, schon 8,5 Mrd€ gekostet. Wie fühlt man sich da als CDU/SPD wählender Pendler? Das hier jetzt ein Rückzieher angekündigt wird, lässt jedenfalls nichts Gutes erahnen.
Eine massive Unterstützungsaktion der EZB würde die Linkspartei wohl zur stärksten Kraft im Reichstag werden lassen.
Schweizer Banken
haben es schwer dieser Tage, soviel ist mal sicher. Was würde mit den Schweizer Banken wohl passieren wenn die großen ZB das tatsächlich durchziehen würden. Schon irgendwie Scheisse diese Sache mit der direkten Demokratie lol. Ich kann mir nicht vorstellen das die Schweizer sich so einfach verarschen lassen wie die Deutschen. Allerdings bliebe ja immer noch die Option den eigenen Müll an andere Banken zu verkaufen, womit die Deutschen und Amerikanischen Steuerzahler dann auch diese Rechnung bezahlen würden.
Und der Dollar?
Die Maßnahmen der FED würden sicherlich ungleich stärker ausfallen als die der EZB. Wieviel Dollar bekommen wir dann demnächst für 'nen Euro? 2 oder 3?
Und was würde das für die währungssensiblen Unternehmen im DAX MDAX ect. bedeuten?
Wir leben in spannenden Zeiten
Eckrand
Um welche Größenordnungen handelt es sich denn?
FOX-NEWS
, fair and balanced, Montag, 24.03.2008, 05:01 (vor 6526 Tagen) @ weissgarnix
Die “Greatest Fools†sind im Anmarsch
Wer sich in den letzten Jahren mit der Börse beschäftigt hat, dem wird der
Begriff des “Greater Fools†schon mal untergekommen sein. Die Theorie
besagt, dass in “modernen†Zeiten wie diesen es bei der erfolgreichen
Aktieninvestition nicht mehr primär darum geht, fundamental unterbewertete
oder technisch interessante Werte zu finden, sondern hauptsächlich darum,
einen noch größeren Deppen als einen selbst, der einem auch zu teuer
gekaufte Papiere noch mit einem Preisaufschlag wieder abnimmt.
Das dürften doch mehrere Billionen an faulen Verbindlichkeiten sein, die den FEDs da in den Keller gefegt würden. Sind die denn jetzt alle total bekloppt geworden?
Warum legt man statt dessen nicht ein Konjukturprogramm auf und repariert für das Geld die marode Infrastruktur, stellt Windmühlen auf oder baut Biogasanlagen? Das Zeug wäre, wenn alles dann trotzdem crasht ja noch da und hat wenigstens einen Nutzwert. Aber dann landet das Geld ja in den falschen Taschen ... das darf natürlich nicht sein!
Willkommen auf dem Narrenschiff ...
Grüße
--
![[image]](https://zh-prod-1cc738ca-7d3b-4a72-b792-20bd8d8fa069.storage.googleapis.com/s3fs-public/styles/teaser_desktop_1x/public/2019-03/walter%20white.jpg?h=a9edb586&itok=wPPPqKu2)
** Geliefert wie bestellt! **
Apropos Windmühlen ... (-;
Vanitas
, Montag, 24.03.2008, 05:10 (vor 6526 Tagen) @ FOX-NEWS
Warum legt man statt dessen nicht ein Konjukturprogramm auf und repariert
für das Geld die marode Infrastruktur, stellt Windmühlen auf oder baut
Biogasanlagen? Das Zeug wäre, wenn alles dann trotzdem crasht ja noch da
und hat wenigstens einen Nutzwert. Aber dann landet das Geld ja in den
falschen Taschen ... das darf natürlich nicht sein!Willkommen auf dem Narrenschiff ...
![]()
Die moderne Don Quichote-Demokratie kämpft nicht gegen Windmühlen, sondern stellt welche hin!
Gruß Vanitas
Der Sturm-Crash eine Windmühle, eben noch im Net ...
Vanitas
, Montag, 24.03.2008, 05:17 (vor 6526 Tagen) @ Vanitas
... und schon heißt's: 'sorry, no longer available'. Schade, war wirklich eindrucksvoll, wie so ein schön geschmiertes Lufträdchen sich in Sekundenbruchteilen bei etwas stärkerer Brise in einen Schrotthaufen verwandelt, sehr analogieträchtig! Deshalb auch weg damit ...![[[zwinker]]](images/smilies/zwinker.gif)
Gruß Vanitas
Das ist die dümmste Lösung – und somit auch wahrscheinlichste ...
harryinfo
, Montag, 24.03.2008, 05:10 (vor 6526 Tagen) @ weissgarnix
... denn ich glaube, die Lage ist schon so ernst, dass die zu jeder Dummheit bereit sind, nur um Zeit zu gewinnen und Ihren Kopf zu retten. Aber selbst wenn es den Zentralbanken gelingen sollte, die Banken zu retten - die eigentlichen Probleme kommen erst noch:
Womit will die Finanzindustrie in Zukunft Geld verdienen?
Wie soll die technologische und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der westlichen Länder erhalten bzw. ausgebaut werden?
Wie erhält man bzw. generiert neue Arbeitsplätze und erzeugt Kaufkraft?
Ich sehe im Moment nichts, was auch nur ansatzweise darauf hinweist, wie man mit diesen Problemen umgehen will. Deshalb sind derartige Rettungsversuche nur ein Spiel auf Zeit und ändern an der grundlegenden Entwicklung nicht.
Gruß Harryinfo
1) bis 3): Sehr gute und wichtige Gedanken!
sensortimecom
, Montag, 24.03.2008, 08:45 (vor 6526 Tagen) @ harryinfo
... die eigentlichen Probleme kommen erst noch:
1) Womit will die Finanzindustrie in Zukunft Geld verdienen?
2) Wie soll die technologische und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der
westlichen Länder erhalten bzw. ausgebaut werden?
3) Wie erhält man bzw. generiert neue Arbeitsplätze und erzeugt Kaufkraft?Ich sehe im Moment nichts, was auch nur ansatzweise darauf hinweist, wie
man mit diesen Problemen umgehen will. Deshalb sind derartige
Rettungsversuche nur ein Spiel auf Zeit und ändern an der grundlegenden
Entwicklung nicht.Gruß Harryinfo
Zu Fragen 1 - 3: Sehr gut durchdacht! Sehr wichtig!
Es gibt nämlich kein "Danach" nach einem sog. "Martin`schen Crash", d.h. der Debitismus kann nicht nochmal neu angefacht werden, wenn alle theoretisch möglichen Blasen umgesetzt wurden und bereits zerplatzt sind. Das ging noch nach einem WWII fast spielend, aber jetzt nicht mehr.
Entweder es gibt noch eine neue Blase, die noch nicht ausprobiert wurde (nehmen wir mal an, die verar*** Leute verschulden sich mit Begeisterung für die Zerstörung von allem, das sie mittels Schulden etabliert haben, um z.B. das Weltklima zu retten?) - oder aber es MUSS eine völlig neue Weltordnung geben, die jenseits von privatem Kapitalismus (ggw. debististisches System) und staatlichem Kapitalismus (auch "realer Kommunismus" genannt) existiert.
Eine Alternative dazu gibts nicht.
Im technologischen Bereich sind neue globale Blasen schon allein deshalb auszuschließen, weil die Entwicklungen echter "Neuheiten" den von der Investment- und Finanzwirtschaft gesetzten Erwartungen bei weitem nicht gewachsen ist (ich schätze mal, man müsste ca. 100x mehr patent- und monopolisierbares Zeugs schaffen, um den Ansprüchen der Börsianer zu entsprechen). Allein schon aus diesem Grund: Debitismus ade.
"Debitismus kann nicht nochmal neu angefacht werden"
FOX-NEWS
, fair and balanced, Montag, 24.03.2008, 09:29 (vor 6526 Tagen) @ sensortimecom
Es gibt nämlich kein "Danach" nach einem sog. "Martin`schen Crash", d.h.
der Debitismus kann nicht nochmal neu angefacht werden, wenn alle
theoretisch möglichen Blasen umgesetzt wurden und bereits zerplatzt sind.
Das ging noch nach einem WWII fast spielend, aber jetzt nicht mehr.
Entweder es gibt noch eine neue Blase, die noch nicht ausprobiert wurde
(nehmen wir mal an, die verar*** Leute verschulden sich mit Begeisterung
für die Zerstörung von allem, das sie mittels Schulden etabliert haben, um
z.B. das Weltklima zu retten?) - oder aber es MUSS eine völlig neue
Weltordnung geben, die jenseits von privatem Kapitalismus (ggw.
debististisches System) und staatlichem Kapitalismus (auch "realer
Kommunismus" genannt) existiert.Eine Alternative dazu gibts nicht.
IMHO hat sich nach jedem Kondratiev-Winter das System regeneriert. Die überbordende Verschuldung ist dann abgebaut und das Spiel beginnt von neuem. Was sollte auch anderes passieren? Die Leute sagen doch nicht "Hilfe, die Debitismusfalle hat zugeschlagen" und begehen Suizid. Die machen doch weiter, da Ressourcen und Bedarf weiterhin vorhanden ist.
Wenn ich das richtig überblicke, dann haben alle Zyklen schnell und hart korrigiert. Mit dem Papierexperiment wurde jetzt nur extrem prolongiert und die Fallhöhe verstärkt
Grüße
--
![[image]](https://zh-prod-1cc738ca-7d3b-4a72-b792-20bd8d8fa069.storage.googleapis.com/s3fs-public/styles/teaser_desktop_1x/public/2019-03/walter%20white.jpg?h=a9edb586&itok=wPPPqKu2)
** Geliefert wie bestellt! **
So einfach ist das nicht!
harryinfo
, Montag, 24.03.2008, 11:13 (vor 6526 Tagen) @ FOX-NEWS
Hallo FOX-NEWS
deine Argumentation ist vom Ansatz her richtig. Nur ist es so, dass die technologische Leistungsfähigkeit und auch die Wirtschaftskraft nicht nachts bei Bedarf auf den Bäumen wachsen, sondern sie müssen vielmehr in einem langwierigen Prozess erzeugt werden. Wie uns das mit der gegenwärtigen Finanzindustrie wieder gelingen kann, sehe ich überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil: Schwindet unsere technologische und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit weiter wie bisher, reichen in absehbarer Zeit einige Genossenschaftsbanken aus, um dann den „Agrarstandort Deutschland“ mit Finanzdienstleistungen zu versorgen. Wenn es soweit ist, kann man sich hier im Forum dann über Saatgut unterhalten.
Gruß Harryinfo
P.S. Der Song von Reinhard Mey ist genial und trifft die Sache auf den Punkt!
"technologische Leistungsfähigkeit"
FOX-NEWS
, fair and balanced, Dienstag, 25.03.2008, 00:41 (vor 6525 Tagen) @ harryinfo
Hallo FOX-NEWS
deine Argumentation ist vom Ansatz her richtig. Nur ist es so, dass die
technologische Leistungsfähigkeit und auch die Wirtschaftskraft nicht
nachts bei Bedarf auf den Bäumen wachsen, sondern sie müssen vielmehr in
einem langwierigen Prozess erzeugt werden. Wie uns das mit der
gegenwärtigen Finanzindustrie wieder gelingen kann, sehe ich überhaupt
nicht. Ganz im Gegenteil: Schwindet unsere technologische und
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit weiter wie bisher, reichen in
absehbarer Zeit einige Genossenschaftsbanken aus, um dann den
„Agrarstandort Deutschland“ mit Finanzdienstleistungen zu versorgen. Wenn
es soweit ist, kann man sich hier im Forum dann über Saatgut
unterhalten.![]()
Um die technologische Leistungsfähigkeit siehts in der Tat schlecht bestellt aus: Jedes Jahr neue Rekorde bei Aussenhandelsbilanzüberschüssen mit technischen Produkten
.
Da haben andere Länder ganz andere Probleme.
Grüße
PS: Was machen am „Agrarstandort Deutschland“ die 95% der Bevölkerung, wenn 5% ausreichen für die Nahrungsmittelproduktion?
--
![[image]](https://zh-prod-1cc738ca-7d3b-4a72-b792-20bd8d8fa069.storage.googleapis.com/s3fs-public/styles/teaser_desktop_1x/public/2019-03/walter%20white.jpg?h=a9edb586&itok=wPPPqKu2)
** Geliefert wie bestellt! **
@sensortimecom
harryinfo
, Montag, 24.03.2008, 12:19 (vor 6526 Tagen) @ sensortimecom
in Sachen Debitismus und ähnlichem bin ich nicht so bewandert, aber mit Deinen Gedanken zum Thema Technologie liegst du richtig. Tatsächlich verursacht das Nachlassen der technologischen Leistungsfähigkeit heute schon mehr Probleme, als viele ahnen. Die Gesamtsituation kann man mit einem Fahrradreifen vergleichen: Der Mantel und der Schlauch sind die Technologie und die Wirtschaft. Die Luft ist das Geld. Ist der Reifen abgefahren oder der Schlauch porös und man belastet dieses System mit einen Überdruck, dann entsteht ein Loch oder der Schlauch platzt. Mit einer Luftpumpe (Geldspritzen der ZB) ist da nichts mehr zu reparieren.
Gruß Harryinfo
@wgn, Womit kaufen die ZB´s den Hyposchrott? gg. was nehmen die das rein? Was machen die Banken mit dem "Gegenwert"? - mTmF
McShorty
, Nürd-Mütryx fün Dülbünyen, Montag, 24.03.2008, 07:09 (vor 6526 Tagen) @ weissgarnix
Hallo wgn und an Alle,
vielen Dank an weissgarnix für die wieder aml exzellente Aufarbeitung.
Die wichtigere Frage für uns sollte aber sein:
- womit bezahlen die ZB´s den Hyposchrott?
- gg. was nehmen die den Hyposchrott auf "bis in alle Ewigkeit" rein?
Gegen ihre im Bestand befindlichen sicheren Wertpapiere, also Treasuries und Bunds? Die hier von mir gestellte Frage bleibt aktuell: wieviel Treasuries/Bunds haben die ZB`s zum Kauf/Tausch? Wenn sie weniger als den angebotenen Hyposchrott haben, womit kaufen die den Rest?
Besteht die Gefahr, dass die ZB´s den Hyposchrott gg. FRESH Money oder ZB Bank-Noten rein nehmen? Was würde das bedeuten?
Wenn sie gg. Treasuries/Bunds aus den ZB Keller kaufen, ist es ja nach Dottores eigentlicher Definition kein Kauf sondern eigentlich ein Tausch. Den gekauft wird ja nach Dottore immer nur mit Kredit, alle anderen "Käufe" mit bereits in den Markt gebrachtem Geld sind ja nur "Tausch", richtig?
Die nächste wichtige Frage ist:
- was machen die privaten Banken mit den Treasuries?
- nur Löcher stopfen ode weitere Blasen anheizen?
Die letztendlich für uns interessante Frage ist also immer ja noch:
- wird der Kauf/Tausch (auf Ewigkeit) inflationswirksam werden oder gehts mehr in Richtung Defla?
Da wir die Frage sicher nicht 100pro beantworten können, helfen uns viell. Szenarien und deren Wahrscheinlichkeiten weiter. Zumindest über kurzen Zeitraum, bis zum nächsten Horror.
btw., @wgn, wo soll man solche Grundsatzfragen deiner Meinung nach am besten diskutieren, hier, bei Dir über die Kommentare oder im GSF?
Zum Blog viell. noch , kannst Du viell. wichtige Ergänzungen, deine Meinungen und fachliche Komentare event. nicht unter/zwischen die KOmmentare sondern als Ergänzung zu deinem Blogbeitrag schreiben (mit neuem Datum u.s.)? Ist sicher schwierig das optimal zu händeln, aber es geht ja um optimalen Wissenstransfer.
Kannste viell. noch mal die genaue Web Site von "Mish" posten, irgendwie bin ich zu doof die richtige zu finden, viell. wäre auch ein Link auf deinem Blog super?
Besten Dank wie immer und weiterhin lustige Ostern
McShorty
--
Danke an Elli, Chef, HM und igelei für das wunderbare Forum hier!
Seid wachsam auf diesem Narrenschiff!
@McShorty
weissgarnix
, Montag, 24.03.2008, 08:34 (vor 6526 Tagen) @ McShorty
Hallo wgn und an Alle,
vielen Dank an weissgarnix für die wieder aml exzellente Aufarbeitung.
Die wichtigere Frage für uns sollte aber sein:
- womit bezahlen die ZB´s den Hyposchrott?
Mit US Dollars denke ich mal. Ist technisch gesehen nichts anderes als ein direktes Offenmarktgeschäft, sprich eine Bilanzverlängerung.
- gg. was nehmen die den Hyposchrott auf "bis in alle Ewigkeit" rein?
Gegen ihre im Bestand befindlichen sicheren Wertpapiere, also Treasuries
und Bunds? Die hier von mir gestellte Frage bleibt aktuell: wieviel
Treasuries/Bunds haben die ZB`s zum Kauf/Tausch? Wenn sie weniger als den
angebotenen Hyposchrott haben, womit kaufen die den Rest?
Besteht die Gefahr, dass die ZB´s den Hyposchrott gg. FRESH Money oder ZB
Bank-Noten rein nehmen? Was würde das bedeuten?
Meiner Meinung nach wäre das zumindest der erste Schritt. Ob sie danach sterilisieren wie bei der TAF, sprich im Gegenzug T-Bonds verkaufen, hängt mM nach von einer Reihe von Dingen ab, wie zB. Inflationserwartungen, Spreads und Ergebnisse der nächsten T-Bond-Auctions.
Wenn sie gg. Treasuries/Bunds aus den ZB Keller kaufen, ist es ja nach
Dottores eigentlicher Definition kein Kauf sondern eigentlich ein Tausch.
ja, klar. Die TSLF zB ist ein reiner Tausch. Die TAF war defacto ein Tausch, weil wie gesagt in dem Ausmaß, in dem TAF-Mittel gewährt wurden, über T-Bond-Verkäufe wieder Mittel eingezogen wurden.
Den gekauft wird ja nach Dottore immer nur mit Kredit, alle anderen
"Käufe" mit bereits in den Markt gebrachtem Geld sind ja nur "Tausch",
richtig?
so ist das.
Die nächste wichtige Frage ist:
- was machen die privaten Banken mit den Treasuries?
- nur Löcher stopfen ode weitere Blasen anheizen?
Solange die AAA geratet sind, haben sie erstklassige Kreditsicherheiten. Der tiefere Sinn der bisherigen Übungen war ja auch nur ein "Swap der Collaterals", um den Banken weitere Margin Calls à la Carlyle und Bear Stearns zu ersparen.
Die letztendlich für uns interessante Frage ist also immer ja noch:
- wird der Kauf/Tausch (auf Ewigkeit) inflationswirksam werden oder gehts
mehr in Richtung Defla?
Mein Take ist der: wenn Bernanke und Konsorten wirklich einen derartigen Schritt wagen, werden die Asset Manager dieser Welt keine T-Bonds mehr kaufen und ihre bisherigen Bestände abstoßen. Die ZBs halten vermutlich die Bestände, werden aber vielleicht nicht mehr sooo groß zukaufen. Damit wäre das Thema für die USA dann erledigt ...
btw., @wgn, wo soll man solche Grundsatzfragen deiner Meinung nach am
besten diskutieren, hier, bei Dir über die Kommentare oder im GSF?
was ich hier poste, sollte auch hier diskutiert werden. Im Blog laufen durchaus eigene, interessante Diskussionen, aber das eine schliesst ja das andere nicht aus.
Kannste viell. noch mal die genaue Web Site von "Mish" posten, irgendwie
bin ich zu doof die richtige zu finden, viell. wäre auch ein Link auf
deinem Blog super?
http://globaleconomicanalysis.blogspot.com/
Besten Dank wie immer und weiterhin lustige Ostern![]()
McShorty
Danke, Aber warum "werden die Asset Manager dieser Welt keine T-Bonds mehr kaufen und ihre bisherigen Bestände abstoßen."? -
McShorty
, Nürd-Mütryx fün Dülbünyen, Montag, 24.03.2008, 17:31 (vor 6525 Tagen) @ weissgarnix
Hallo weissgarnix,
auf die Schnelle, muß ins Körbchen.
vielen Dank an weissgarnix für die wieder aml exzellente Aufarbeitung.
Die wichtigere Frage für uns sollte aber sein:
- womit bezahlen die ZB´s den Hyposchrott?
Mit US Dollars denke ich mal. Ist technisch gesehen nichts anderes als ein
direktes Offenmarktgeschäft, sprich eine Bilanzverlängerung.
ja schon klar, dass die keine Zlotty raustun.
Aber sind das neue grüne Scheinchen oder wie von Dir vermutet alte, ehemals von der FED gekaufte Treasuries?
- gg. was nehmen die den Hyposchrott auf "bis in alle Ewigkeit" rein?
Gegen ihre im Bestand befindlichen sicheren Wertpapiere, also
Treasuries
und Bunds? Die hier von mir gestellte Frage bleibt aktuell: wieviel
Treasuries/Bunds haben die ZB`s zum Kauf/Tausch? Wenn sie weniger als
den
angebotenen Hyposchrott haben, womit kaufen die den Rest?
Besteht die Gefahr, dass die ZB´s den Hyposchrott gg. FRESH Money oder
ZB
Bank-Noten rein nehmen? Was würde das bedeuten?
Meiner Meinung nach wäre das zumindest der erste Schritt. Ob sie danach
sterilisieren wie bei der TAF, sprich im Gegenzug T-Bonds verkaufen, hängt
mM nach von einer Reihe von Dingen ab, wie zB. Inflationserwartungen,
Spreads und Ergebnisse der nächsten T-Bond-Auctions.
Fragestellung bleibt: wieviel Treas. haben die ZB´s bzw. die FED zum Kauf/Tausch? Wann gehen denen die Treas. aus? Was kommt danach?
Die letztendlich für uns interessante Frage ist also immer ja noch:
- wird der Kauf/Tausch (auf Ewigkeit) inflationswirksam werden oder
gehts
mehr in Richtung Defla?
Mein Take ist der: wenn Bernanke und Konsorten wirklich einen derartigen
Schritt wagen, werden die Asset Manager dieser Welt keine T-Bonds mehr
kaufen und ihre bisherigen Bestände abstoßen. Die ZBs halten vermutlich
die Bestände, werden aber vielleicht nicht mehr sooo groß zukaufen. Damit
wäre das Thema für die USA dann erledigt ...
OK, haben die Bond Händler deinen Blog abonniert oder war der >2 Point Drop bei den T-Bonds heute schon ein Vorgeschmack auf deine Vorhersehung? Mit Fundamentals muß man hier im Forum
ja immer sehr vorsichtig sein (sorry Elli). Aber warum "werden die Asset Manager dieser Welt keine T-Bonds mehr kaufen und ihre bisherigen Bestände abstoßen."? Bitte um kurze Erklärung.
Besten Dank und lustigen Wochenstart
McShorty
--
Danke an Elli, Chef, HM und igelei für das wunderbare Forum hier!
Seid wachsam auf diesem Narrenschiff!
