Aufsichtsratschef Hartmann der IKB ist blind: konnte Risiken nicht erkennen. Hätte er mal lieber (mT)
das gelbe Forum gelesen. Wir haben es ihm schon seit 2005 vorgerechnet.
http://de.reuters.com/article/topNews/idDEKOE73644520080327
IKB-Aufsichtsrat: Haben Krise der Bank nicht erkennen können
Donnerstag, 27. März 2008, 11:07 Uhr
Düsseldorf (Reuters) - Der Aufsichtsrat der Mittelstandsbank IKB ist sich keiner Schuld an der Schieflage des Instituts bewusst.
"Wir hatten keine Chance, das Risiko zu erkennen und die Existenzkrise abzuwenden", sagte Aufsichtsratschefs Ulrich Hartmann bei der Hauptversammlung der IKB in Düsseldorf am Donnerstag. Die Krise des Instituts sei für das Kontrollgremium völlig überraschend gekommen.
Der Vorstand habe den Aufsichtsrat erst am 27. Juli 2007 über das Subprime-Risiko der Portfolio-Investments informiert. Diese hatten die Krise der IKB ausgelöst, die seit dem Sommer schwelt. Zuvor seien mehrfach Untersuchungen der Finanzaufsicht BaFin, der Bundesbank und der Luxemburger Bankenaufsicht durchgeführt worden. "Der Aufsichtsrat hat hiervon erst nach Ausbruch der Krise durch die Sonderuntersuchung von PwC erfahren", sagte Hartmann. Er betonte, das Kontrollgremium sei seinen Pflichten nachgekommen.
Die IKB hatte sich mit US-Ramschhypotheken in großem Stil verspekuliert und musste mit bisher insgesamt gut 8,5 Milliarden Euro von ihrer Hauptaktionären KfW, dem Bund und anderen Banken gestützt werden.
Hartmann: auch Dein Bild haben wir für den Steckbrief der Verbrecher, die Deutschland in den Ruin geführt haben:
![[image]](http://www.ftd.de/asset/Image/2008/03/27/spaet/IKB_gr.jpg)
Turbulente Hauptversammlung
Wenn die Friseuse die marode IKB bezahlt
Von Holger Appel
"Haben die sich alle gegenseitig beschissen?"
27. März 2008 Nach einer Stunde gibt es erste Tumulte im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal der Düsseldorfer Stadthalle. Der IKB-Vorstandsvorsitzende Günther Bräunig arbeitet konzentriert seinen Vortrag ab, erklärt die desolate Lage der Bank, sagt, dass insgesamt Risiken über 15 Milliarden Euro zu bewältigen seien, macht ein wenig Mut für die Zukunft und stellt die rhetorisch gemeinte Frage, ob die IKB ihre Aktionäre angemessen informiert habe. Aus dem mit etwa 1500 Aktionären besetzten Saal kommen immer lauter werdende Rufe: "Nein, nein, nein." Es ist der Auftakt zu einer Aussprache, die über Stunden mal von Resignation, mal von Ärger, mal von Aggressivität geprägt ist. Mehr als vierzig Redner melden sich, was dem betont ruhig auftretenden und um Deeskalation bemühten Aufsichtsratsvorsitzenden Ulrich Hartmann sichtlich Sorge bereitet, ob er bis Mitternacht die Veranstaltung und vor allem die "existentiell wichtige" Barkapitalerhöhung über nominal 1,5 Milliarden Euro rechtzeitig abwickeln kann. Immer wieder für verärgerte Zwischenrufe sorgt seine Ankündigung, die Redezeit zunächst auf zehn und später auf fünf Minuten zu begrenzen. "Sie haben unser Kapital genommen, jetzt nehme ich Ihre Zeit", ruft ein Redner Hartmann unter Applaus zu.
In der Erregung geht fast völlig unter, dass der Aufsichtsratsvorsitzende angekündigt hat, am Ende dieser Hauptversammlung sein Amt aus Altersgründen niederzulegen, und der designierte Nachfolger Dieter Ammer kurzfristig mitgeteilt hat, für das Amt nicht mehr zur Verfügung stehen zu wollen. Somit hat die IKB von Freitag an keinen Aufsichtsratsvorsitzenden mehr, doch das ist an diesem Donnerstag nicht die Hauptsorge der Aktionäre, die mit Vorstand, ehemaligem Vorstand, Vertretern des Finanzministeriums und dem Aufsichtsrat abrechnen wollen.
„Wofür haben wir denn die KPMG?“
Der Vorsitzende Hartmann muss sich schwere Vorwürfe anhören. Seine Ausführungen zu Beginn der Hauptversammlung, der Aufsichtsrat sei vom ehemaligen Vorstand unzureichend informiert worden und habe keine Chance gehabt, die Krise der IKB zu erkennen, glaubt ihm kaum jemand. "Mitglieder des Aufsichtsrates haben aufgrund erster Berichte in der Presse in der Aufsichtsratssitzung am 27. Juni 2007 nach einem Engagement der IKB im Subprime-Bereich gefragt. In dieser Sitzung hat der Vorstand zum Ausdruck gebracht, dass daraus keine signifikanten Risiken resultieren. Auch der Abschlussprüfer KPMG hat in dieser Sitzung in einer Weise Stellung genommen, dass der Aufsichtsrat für die IKB keine negativen Schlüsse ziehen konnte. Erst am 27. Juli 2007 hat der Vorstand den Aufsichtsratsvorsitzenden über das Portfolio-Investment, das die Krise der Bank ausgelöst hat, informiert", sagt Hartmann und ergänzt später noch einmal, der Aufsichtsrat habe gefragt und nachgefragt, Wirtschaftsprüfer angehört und auf die Ratingagenturen geschaut.
"Mehr kann man kaum machen." Buhrufe im Saal.
"Wofür haben wir denn die KPMG? Was hat Hartmann gemacht, der ist doch eigentlich ein intelligenter und aufrechter Mann? Haben die sich alle gegenseitig beschissen?", fragt ein Aktionär im Publikum, der dereinst 500 Aktien hatte und "glücklicherweise nach den ersten Krisenmeldungen fast vollständig ausgestiegen" ist. Eine Frau glaubt, dass sich "die da oben versorgt haben", und findet es nicht gut, "dass die Friseuse mit ihrem Steuergeld eine marode Bank bezahlen muss". Eingestiegen in die Aktie ist sie freilich bei einem Kurs von 5,80 Euro auf die Meldung hin, der Staat helfe der IKB. "Denn Finanzminister Steinbrück weiß es hoffentlich besser, und dann mache ich vielleicht einen kleinen Gewinn." Erst mal liegt sie allerdings im Verlust, wenn auch nicht so stark wie die meisten im Saal. Sie applaudieren den Vertretern der Kleinaktionäre, als die den Aufsichtsratsvorsitzenden angreifen mit Sätzen wie: "Es ist verständlich, dass Sie versuchen, Ihre Haut zu retten. Doch Sie dürfen sich Ihrer Verantwortung nicht entziehen. Dass Sie in Erwägung gezogen haben, die Entlastung des Aufsichtsrates zur Abstimmung zu stellen, ist unerträglich." Zur Entlastung, weder des Aufsichtsrates noch des Vorstandes, ist es nicht gekommen, weil die Bundesregierung kalte Füße bekommen und in letzter Minute eine Sonderprüfung in die Wege geleitet hat. Andere Redner werfen dem Aufsichtsrat vor, sich nicht ausreichend gekümmert zu haben. "Sie hätten sich besser informieren müssen. Information ist nicht nur eine Bringschuld des Vorstands", sagt einer.
Wo bleibt die versprochene Transparenz?
Einig sind sich alle Redner und das Publikum in dem Vorwurf an den amtierenden Vorstand, die Erstellung von Geschäftszahlen gehe viel zu langsam, es gebe keine verlässlichen Daten und generell zu wenig Information. Die versprochene Transparenz löse der Vorstandsvorsitzende Bräunig nicht ein. Zudem arbeite er viel zu zögerlich und habe mehrere gute Gelegenheiten verstreichen lassen, notleidende Wertpapiere zu einem noch erträglichen Kurs zu verkaufen. Jetzt werde die IKB ihr Portfolio nicht mehr los. Er, Bräunig, und das miserable Krisenmanagement des Großaktionärs Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) seien dafür verantwortlich, dass das Desaster in den vergangenen Monaten noch größer geworden sei, sagt ein Redner unter großem Applaus des Publikums.
Um 14.30 Uhr sind noch immer mehr als dreißig Wortmeldungen offen. Hartmann drückt aufs Tempo. Dann schlägt eine Art Bombe ein. Es wird der Antrag auf Abwahl des Versammlungsleiters gestellt, wegen Befangenheit. Hartmann ist sichtlich getroffen, erkennt keinen wichtigen Grund, lässt aber "zur Vermeidung eventueller Anfechtungsklagen" die Hauptversammlung abstimmen. Der Antrag wird abgelehnt, der Großaktionär KfW hat die Versammlung, jedenfalls was die Stimmenmehrheit angeht, im Griff. Die Stimmung nicht, sie kocht. Bis in die Nacht.
Siehe auch: „Warum soll mein Geld Bear Stearns retten?“
http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~E2A2AE19C78344572B4D3D2702...
Peterchens Mondfahrt
IKB-Aufsichtsrat: Haben Krise der Bank nicht erkennen können
Donnerstag, 27. März 2008, 11:07 UhrDüsseldorf (Reuters) - Der Aufsichtsrat der Mittelstandsbank IKB ist sich
keiner Schuld an der Schieflage des Instituts bewusst."Wir hatten keine Chance, das Risiko zu erkennen und die Existenzkrise
abzuwenden", sagte Aufsichtsratschefs Ulrich Hartmann bei der
Hauptversammlung der IKB in Düsseldorf am Donnerstag. Die Krise des
Instituts sei für das Kontrollgremium völlig überraschend gekommen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Peter-Prinzip
http://en.wikipedia.org/wiki/Peter_principle
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Gruss!
TD
Die StaSi tobt und Tassie kichert,
denn er ist Schaeuble abgesichert!
Unser Dr. h.c. war bei E.ON und Veba quasi auch nur Beamtentätigkeit
gewohnt
.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Hartmann_%28Berlin%29
Ulrich Hartmann (*7. August 1938 in Berlin) ist ein deutscher Manager und war Vorstandsvorsitzender der E.ON AG. Er ist Sohn des Finanzstaatssekretärs und Vorstandsvorsitzender der VEBA, Alfred Hartmann.
Nach dem Abitur in Bonn studierte Hartmann 1958 bis 1967 Rechtswissenschaften an den Universitäten München, Berlin und Bonn. Nach dem zweiten Staatsexamen arbeitete er bis 1971 für die Treuarbeit AG in Düsseldorf als Wirtschaftsprüfer. 1971 bis 1972 arbeitete er als Vorstandsassistent bei der Deutschen Leasing AG.
Ab dem Jahr 1973 arbeitete Hartmann für die VEBA Kraftwerke Ruhr AG in Gelsenkirchen. Bis 1975 war er dort Justitiar, danach bis 1980 Leiter des Vorstandsbüros.
1980 wurde Hartmann Vorstandesmitglied der der VEBA-Tochter Nordwestdeutsche Kraftwerke AG (NWK) in Hamburg, verantwortlich für Finanz-, Rechnungswesen, Recht und Steuern. 1985 fusionierten die NWK mit der PreussenElektra und Hartmann wurde von 1985 bis 1989 Finanzvorstand der PreussenElektra AG.
Seit 1989 war Hartmann auch Finanzvorstand der VEBA AG. Infolge des Lawinentodes bisherigen VEBA-Chefs Klaus Piltz wurde Hartmann im April 1993 zum neuen Vorstandsvorsitzenden ernannt. 2000 wurde er zum Vorstandvorsitzenden der E.ON AG. Er gilt als Verfechter einer Unternehmenspolitik, die den shareholder value in den Vordergrund unternehmerischen Handelns stellt[1].
Im Mai 2003 wurde Wulf Bernotat zu seinem Nachfolger im Amt des Vorstandsvorsitzes gewählt.
Nach seinem Ausscheiden aus der Unternehmensleitung wurde Hartmann Aufsichtsratsvorsitzender von EON. Weiterhin ist er Aufsichtsrat mehrerer Unternehmen wie Daimler und Henkel sowie Aufsichtsratsvorsitzender der IKB Deutsche Industriebank, RAG AG und Münchener Rück.
Ulrich Hartmann ist verheiratet und Vater zweier Kinder.
Hartmann ist ehrenhalber promoviert.
