Wie sicher ist die Einlagensicherung der Banken (mTuL)
Hallo,
schon neulich hatten wir hier im Forum die Zahl von 4.6 Mrd EUR im Einlagensicherungsfonds genannt. Das sind natürlich Peanuts.
Diese Zahl wird durch Steinbrück in der heutigen FAZ Sonntagszeitung bestätigt.
Die FAZ nennt weiterhin die Zahl von 6 Mrd Einlagen, die bei der IKB gewesen sein soll. Klar, daß die 4.6 Mrd des Einlagensicherungsfonds nicht ausreichten. Hätte man die IKB über die Klinge springen lassen, hätte das ein Signal gegeben, daß die Einlagen eben doch nicht so sicher sind, wie man denkt, und viele andere Kunden wären zu ihrer Bank gerannt und hätten ihre Kohle abgehoben. Das hätte einen Bank Run a la Northern Rock ausgelöst. Der hat ja die Engländer mehr als 60 Mrd EUR gekostet.
Ich bin aber nicht sicher, ob der Einlagensicherungsfonds bei der IKB überhaupt hätte eingreifen müssen. Ich kann mich an einen Artikel von WGN erinnern, der das diskutiert hatte:
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=10076
http://www.faz.net/IN/INtemplates/faznet/default.asp?tpl=common/zwischenseite.asp&d...
Die Einlagensicherung ist längst nicht so sicher
Wird eine Bank insolvent, zahlen Sicherungsfonds den Anlegern ihr Geld aus - sagen alle. Doch schon bei einem mittleren Bankencrash wären die Fonds selbst pleite.
Viele Sparer müssen jetzt stark sein. Jetzt, wo doch die Finanzkrise die erste amerikanische Bank faktisch vom Markt gefegt hat und auch zwei deutsche Institute die Finanzkrise nur mit staatlichen Geldspritzen überlebt haben, beschwichtigen ...
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 30.03.2008
Leider hab ich das in der Printausgabe gelesen und kann via Internet nicht auf den kompletten Artikel zugreifen, um ihn hier einzustellen. Vielleicht ist ein netter Abonnent da, der helfen kann.
Gruß DT
PS: Hier das wesentliche aus dem Artikel von WGN:
"Ja, aber: wäre das nicht eh besser, wenn die IKB gerettet werden würde, notfalls auch vom Staat ? Weil würde ansonsten nicht die “Einlagensicherung†der Banken greifen, und die rund 28 Mrd “Verbriefte Schulden†der IKB sowie die 14 Mrd. Kreditschulden bei anderen Banken ersetzen ? So schreiben es doch alle, der “Spiegel†und die “FTD†… Nicht wahr, das will man doch nicht, weil dann würde das Geld des Einlagensicherungsfonds ja fehlen, für die kleinen Sparer und so, nicht wahr ? Nein, das kann man wirklich nicht wollen.
Aber weil wir das natürlich genau wissen wollen, lesen wir mal bei der Einlagensicherung nach, wie die das sehen. Kann man ganz bequem machen, nämlich hier, auf der Website des deutschen Bankenverbandes. Da steht zur Frage “Welche Einlagen werden vom Einlagensicherungsfonds geschützt?†die folgende Antwort:
“Der Einlagensicherungsfonds schützt alle „Nichtbankeneinlagen“, also die Guthaben von Privatpersonen, Wirtschaftsunternehmen und öffentlichen Stellen.
Geschützt werden die Sicht-, Termin- und Spareinlagen einschließlich auf den Namen lautender Sparbriefe. Verbindlichkeiten, über die eine Bank Inhaberpapiere ausgestellt hat, wie z.B. Inhaberschuldverschreibungen, werden hingegen nicht gesichert.â€
Aha. Und was lernen wir also daraus ? - Dass die 28 Mrd. “Verbriefungen†als Inhaberpapiere wohl nicht gesichert sind, nicht wahr? Und darüberhinaus, dass die 14 Mrd. Kredite von Banken erst gar nicht unter die Einlagensicherung fallen … Beides ist also keineswegs durch die Einlagensicherung der Banken geschützt. Was bedeutet das ? - Dass es die Halter der entsprechenden Titel als auch die kreditgebenden Banken sind, die hier im Fall des Falles in den sauren Apfel beißen. Darf das sein ? - Klar darf es das, warum nicht?
Erstaunlich nur, dass selbst seriöse Medien landauf, landab den Blödsinn mit der Einlagensicherung verzapfen und damit suggerieren, der Schutz der armen, kleinen Sparer stünde ansonsten zur Debatte, wenn nicht der brave Papa Staat wieder einmal mit dem Geld seiner ungezogenen, kleinen Kiddies, die eh nichts besseres damit anzustellen wüssten, einspringt."
