SpOn Reiermann möchte Gold in Silber tauschen
Fast kein Aprilscherz. Aus Anlaß eines behaupteten Politikertreffens plädiert der Autor für einen Verkauf des Bundesbankgoldes.
Die Argumentation ist zur Gänze einseitig, Gegenargumente werden rhetorisch weggebügelt, andere gar nicht erwähnt. Personen, die seine Auffassung nicht teilen, werden als "Abergläubige" bezeichnet, den Bundesbankern unlautere Motive unterstellt.
Hauptargument ist, man könne zusätzliche Erträge - mit denen er ernsthaft rechnet und die er als Zinserträge bezeichnet - in Bildung investieren.
Ist die Situation so schlimm? Kann Reiermann seine Nachhilfe nicht mehr selber bezahlen, muß dafür Gold der Bundesbank verkauft werden?
Dimi
Ein anderer Gold-Silber-Tausch wäre sehr wohl genial
Wenn man nämlich das ganze Gold - auf das Deutschland ja eh keinen Zugriff hat und das quasi nur ein Scheinbesitz (keine physische Gewalt darüber) ist - wenn man dieses Gold eben verscherbelt und für den Erlös Silber kauft und in Deutschland lagert.
Es ist ein Wahnsinn: die 400 Tonnen IMF Gold, die grad verkloppt werden (mT)
und die 3400 Tonnen Buba Gold sollen nur den Reichen der Welt (v.a. der USA dienen), ihre Ersparnisse in die neue Zeit rüberzuretten. Da müssen sie jetzt nochmal günstig einkaufen, danach wird dann der Stecker gezogen.
Ich habs neulich schon mal gesagt: wenn Axel W jetzt nicht standhaft bleibt, anders als die Schweizer vor ein paar Jahren, dann haben wir nichts mehr, um das Vertrauen nach einem Neustart wieder herzustellen.
Die 80 Mrd, die das Gold jetzt wert ist, würden genau passen, um die Löcher jetzt zu decken. Aber wie bei der IKB sieht man ja, daß das einfach nur Geld in ein schwarzes Loch versenkt.
Wenn man sich mal die Dreistigkeit der Wallstreetmafia überlegt: all die Boni sollen mit den über Jahrzehnte angehäuften Erträgen und Ersparnissen ganzer Völker geplündert worden. Ich glaube seit Rom gab es nicht mehr solch globale Plünderungen wie jetzt. Der Raum des SNB Goldes und des Buba Goldes, wenn es dazu kommt, sind ohne Präzedenz in der Geschichte.
DT
Gold zu Silber - auch journalistisch merkwürdig
Der Autor behauptet, "eine Runde von Experten der Koalition diskutierte Mitte März im Beisein von Finanzminister Peer Steinbrück", das einzig erwähnenswerte des Artikels.
Aber anstatt das zu melden, hat er sich dann zum gefälligen Diener der Runde gemacht, die anscheinend das Gold verkaufen möchte - das ist Journalismus der Kategorie "Augstein dreht sich im Grabe um" oder "Herr Minister, werde gehorsamst berichten".
Erstaunlich auch, daß er ohne Angabe von Gründen gegen (verkaufslose) Höherbewertung und Ausschüttung ist.
Außerdem, wenn man seiner Argumentation schon folgen möchte, erwähnt er den viel eher angezeigten Verkauf des Teils der Devisenreserven, der wegen des Euro nicht mehr benötigt wird, überhaupt nicht.
Dimi
