Marc Faber entdeckt die Deflation
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In der jüngsten Ausgabe seines monatlichen Newsletters, der frei nach Voltaire herzerfrischend mit “Doubt is not a pleasant state of mind, but certainty is absurd†(â€Zweifel ist kein vergnüglicher Zustand, aber Sicherheit ist absurdâ€) betitelt ist, betritt Marc Faber für seine Verhältnisse wohl Neuland. Denn wiewohl der Begriff “Deflation†auf den 13 Seiten dieser Ausgabe kein einziges mal vorkommt, analysiert er die wirtschaftliche Situation in Amerika nunmehr genauso, wie die übrigen “Deflationistasâ€. Und im Gegensatz zu früheren Ausgaben kommt er dieses mal ganz klar zum Schluß, dass die FED wohl nicht in der Lage sein wird, einen Inflationsschub hervorzurufen. Gold, seit langem von ihm favorisiert, sieht er deshalb auch mittelfristig mit allen anderen Anlagekategorien temporär gen Süden gehen, gleichwohl hält er aber den langfristigen Aufwärtstrend nach wie vor für intakt. [Weiterlesen ->]
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Im Orginal von Faber hört sich das etwas anders an ...
Ausgabe vom 28.3.2008
1.Passage mit Gold:
Es ist wahrscheinlich, dass der
US-Aktienmarkt zwischen Sommer
und Herbst 2007 ein nachhaltiges
Hoch erreicht hat. Die Ära
niedriger Volatilität von 2003-
2007 ist wahrscheinlich an ihrem
Ende angekommen. Wie wir oben
gesehen haben, wirkt sich eine
niedrige Volatilität positiv auf
zyklische Sektoren aus, während
eine hohe Volatilität den nichtzyklischen
Bereichen zugute
kommt. Anleger sollten ihre Portfolios
neu strukturieren. Wirtschaftlich
empfindliche und
zyklische Bereiche sollten weniger
stark gewichtet werden, während
defensiven Bereichen eine
größere Bedeutung beigemessen
werden sollte. Das heißt, dass
einige Bereiche und Länder, die
zwischen 2002 und 2007 die
beste Performance gezeigt haben,
verkauft (oder Position reduziert)
werden sollten. Positionen relativer
Underperformer der vergangenen
Jahre sollten verstärkt werden.
Relativ gesehen denke ich, dass
der US-Aktienmarkt die Talsohle
durchschritten hat (siehe Abb. 6).
Wachstums- und europäische
Märkte scheinen ein viel größeres
Downside-Risiko zu bergen
als die USA. Sektoren, die uns
global gefallen, umfassen Tabak,
Getränke, Lebensmitteleinzelhandel,
Pharmaunternehmen,
Stromversorger sowie Bergbauunternehmen
für Gold, Silber und
Platin
2. Passage mit Gold:
Wie im Falle der US-Börsen wird
auch der US-Dollar temporär
anziehen. Es gibt über den USDollar
nicht viel Gutes zu sagen
(außer vielleicht, dass das Handels-
und Leistungsbilanzdefizit
der USA wohl aufgrund eines
schwachen Konsums abnehmen
wird), über den Euro und die
Währungen zahlreicher großer
Staaten mit Leistungsbilanzdefizit
(Australien, Südafrika, Großbritannien
und zahlreiche Wachstumsländer Osteuropas) gibt es
ebenso wenig Gutes zu sagen.
Unsere bevorzugte Währung
bleibt weiterhin langfristig Gold
(obwohl hier kurzfristig eine
gewisse Schadenanfälligkeit
besteht).
Nicht das Papier, über das ich rede ...
Ausgabe vom 28.3.2008
Ich rede über die letzte Ausgabe seines (kostenpflichtigen) "Monthly Market Commentary" vom 1. April 2008
So ein Müll
Sorry, aber das ist doch totaler Quatsch.
Wer Faber kennt, der weiß auch, daß er seit Ewigkeiten über Kreditzyklen und über das was daraus folgt schreibt. Erst kommt die Inflation, dann die Deflation.
Im Gegensatz zu vielen Deflationisten (auch hier) hat er wenigstens vorher die Inflation erkannt (die hier immer alle wegreden möchten) und jetzt ist seiner Ansicht nach Zeit die Meinung langsam zu drehen - obwohl er auch schreibt, daß die Preise für zum Beispiel Nahrungsmittel kaum merklich fallen werden, sondern eher weiter steigen.
Außerdem ist für Faber einzig und allein die Geldmenge der messbare Faktor ob Infla oder Defla vorliegt. Und solange die steigt, steigt auch die Infla. Nur daß nun der Zeitpunkt gekommen ist, an dem die steigende Geldmenge langsam gar keinen "sinnvollen" Effekt mehr hat.
Alles nachzulesen in seinem vor vielen Jahren erschienen Buch oder in seinen GBD´Reports der letzten x Jahre.
Toby
Das Elend der Deflationisten: sie haben im Schulfach Geographie geschlafen
Paradebeispiel Prechter, so intelligent er immer daherkommen mag, er ist ein stetiges Opfer des US-amerikanischen Grössenwahns, demzufolge "the world" komplett repräsentiert wird durch die Landmasse zwischen der nordamerikanischen Ost- und Westküste. Ausserhalb existiert nichts, die Erde ist eine Scheibe!
Und vom grössten Teil der Kommentatoren wird nie differenziert zwischen
der geographischen USA ( und vielleicht noch Europa ) und dem "Rest der Welt".
Faktisch ist letzterer bei den Westlern nicht vorhanden. Mag ja sein, dass die Amis a bisserl zum Deflationieren neigen, aber warum das implizit auf die Chinesen, Inder , Russen usw ausdehnen?? Wer sagt denn, dass wenn Bernanke, die Funds Rate auf 1 Prozent und weniger senkt, der aktuelle globale Kredit Boom sich nicht nicht weiter fahnenstangenartig ausdehnt?
Die Erde ist keine Scheibe und sie besteht nicht nur aus Kuhweiden. *gg*
grüsse
jermak
Mag ja alles sein, aber ...
Sorry, aber das ist doch totaler Quatsch.
Kann ja alles sein, aber ich spreche weder über seine diversen Interviews, freebies oder Bücher, die er vor Jahren geschrieben hat, sondern über seinen monatlichen Newsletter für Abonnenten. Und da hat sich in den letzten Ausgaben der Tonfall genauso geändert, wie von mir beschrieben. Was von anderen Abonnenten ja auch so gesehen wird, da bin ich beleibe nicht der einzige.
Er mag ja seine Inflationsansichten erst vor kurzem geändert haben, das ist ja nichts verwerfliches. Ich sage nur, dass seine Argumentation jetzt ziemlich auf einer Linie liegt mit Roubini, dottore und Konsorten, bis auf den Umstand, dass er das D-Wort nicht vewendet.
Ich rede auch von der aktuellen April-Ausgabe (deut. Übersetzung)
THE GLOOM, BOOM&DOOM REPORT
A PUBLICATION OF MARC FABER LIMITED
28. März 2008
Staatliche Planung im Zeitalter des Kapitalismus
Dr. Marc Faber
Ich möchte meinen Lesern ein exzellentes und äußerst lesenswertes Buch empfehlen:
Green-span’s Bubble – The Age of Ignorance at the Federal Reserve, veröffentlicht von
McGraw-Hill. Ich respektiere die beiden Autoren, zwei Freunde von mir, Bill Fleckenstein
und Frederick Sheehan, aufs Vollste aufgrund ihrer Integrität und akademischen
Qualifikation, Liebenswürdigkeit und Freundschaft. Das Buch ist ein sehr komischer/
deprimierender Bericht über die US-Geldpolitik unter Greenspan. (Beim Lesen
habe ich unentwegt den Kopf geschüttelt und vor mich hingegrinst.) Es endet mit dem
folgenden Absatz: „Die Finanzwelt, die Greenspan zurücklässt, ist heimtückisch und
wird viele mit sich reißen. Keine Frage: Greenspan war kein „Maestro“, er war der
Anführer des finanziellen Abstiegs der USA. Die Beweise sprechen für sich.“
EINLEITUNG
„Denn die große Mehrheit der Menschen gibt sich mit dem Schein zufrieden und akzeptiert ihn als Wirklichkeit. Sie lassen sich
öfter durch die Dinge beeinflussen, die scheinen, als durch diejenigen, die tatsächlich sind.“ Nicco Machiavelli (1469-1527)
