aus der Berliner Umschau was zu den Neocons..........
.....habe ich dort gefunden, da spricht jemand wirklichen Klartext:
Zitat:
Kommentar
Realismus von Rechtsaußen
Norman Podhoretz hat eine klare Option
Von Charly Kneffel
Bei den Europäern hat George W. Bush durch die Bank keine gute Presse.Das ist an sich verständlich. Gefährlich wird es nur, wenn man ernsthaft glaubt, ein anderer Präsident würde die Lage schon richten, alles wieder normalisieren. In seiner klarsichtigen und brutal offenen Art hat Norman Podhoretz, der große alte Mann der Neocons, diesen Vorstellungen eine Absicht erteilt.
Seine These, die Bush-Doktrin wäre auf dem „Stand der Geschichte“ hat etwas Provozierenden und war zweifellos auch so gemeint. Doch falsch ist sie nicht. Tatsächlich befinden sich die USA an einem Scheitelpunkt ihrer Geschichte. Ihrem eigenen – natürlich imperialistischen – Interesse nach, können sie gar nicht anders, als versuchen, die Welt nach ihren Bedürfnissen zu ordnen. Erstens, weil sie jetzt noch – für wenige Jahre – militärisch dazu in der Lage sind (besser: zu sein scheinen) zweitens, weil die weitere Perspektive – vor allem die ökonomische Potenz – düster ist. Aus Sicht der Neocons heißt die Parole: Jetzt oder Nie. Jener Teil der europäischen Öffentlichkeit, der in Bush nur eine böse Episode sieht, die im Januar zu Ende geht, wird eine ebenso böse Überraschung erleben. Egal, ob der nächste Präsident Obama, Clinton oder McCain heißt.
Hauptgrund dafür ist die Ökonomie. Viele Dinge lassen sich in den USA eben nicht mehr konkurrenzfähig produzieren. Die Profite steigen, wenn man die Ressourcen der „dritten Welt“ ausnutzt. Das bedeutet zweierlei, für die Masse der einfachen Menschen – dazu gehört auch durchaus das klassische, eigentlich gut ausgebildete Proletariat – besteht objektiv keine Perspektive mehr. Es muß ausgepreßt, niedergehalten, kontrolliert oder durch Spiele (Brot kostet zu viel) bei Laune gehalten werden. Das aber wiederum heißt: Eine weitere Entindustrialisierung der USA kann ohne Verlust ihrer Weltgeltung – und in einem solchen Falle bräche mehr zusammen als der Finanz- und Kreditmarkt – kann nur dann auf mittlere Sicht profitabel sein, wenn es gelingt, billige Produktionstätten, Rohstoffquellen u.a. unter Kontrolle zu halten bzw. erst zu bringen. Das heißt aber auch, daß alle realen oder potentiellen Konkurrenten klein gehalten oder klein gemacht werden müssen. Das gilt auch für Europa, das möglichst groß und handlungsunfähig gehalten werden muß, das gilt natürlich für den Iran, letztlich für die VR China und Rußland. Insofern sind tatsächlich „Demokratisierung“ und Präventivkrieg zwei völlig gleichrangige Bestandteile der US-amerikanischen Strategie. Das einige Politiker wie Bush die dazu passende Psysiognomie entwickeln, ist eine hübsche Zugabe – mehr nicht.
Man kann nicht umhin, dem alten neokonservativen Zyniker bestechende Intelligenz – die haben Zyniker meist – zuzubilligen, sondern muß ihm zusätzlich klarsichtigen Realismus bescheinigen. Keine gute Perspektive. Nötig wäre, das Bündnis mit den USA so schnell und so konsequent wie möglich zu beenden. Doch dieses Bündnis – und das mit Israel – gehört zur bundesdeutschen Staatsdoktrin. Es gibt also noch viel zu tun.
hier der Link dazu:
http://www.berlinerumschau.com/index.php?set_language=de&cccpage=17032008ArtikelKom...
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Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben.
Tolstoi
