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Debitismus in USA?

MariaBitterlich @, Donnerstag, 03.04.2008, 04:08 (vor 6519 Tagen)

Dieses Video hat die Frage in mir getriggert: Gibt es ein theoretisches Verständnis des Debitismus in den USA? Also gibt es Publikationen wie hier in Deutschland oder gibt es Anhänger dieser Theorie wie hier in Deutschland?

Von dem was ich aus USA höre, gehen alle alternativen! Finanz- und Witscharftstheorien streng in Richtung Mises, der guten alten Zeit der Constitution und des Gold- und Silbergeldes und der FED-Verschwörung.

MariaBitterlich

antworten
 

Negativistische wissenschaftl. Theorien sind dort genauso verpönt wie in der ehem. UdSSR.

sensortimecom @, Donnerstag, 03.04.2008, 04:22 (vor 6519 Tagen) @ MariaBitterlich

Ist nur Religionsgemeinschaften vorbehalten.

antworten
 

Debitismus

Fabio ⌂ @, München, Donnerstag, 03.04.2008, 04:28 (vor 6519 Tagen) @ MariaBitterlich

Nach meinem bisherigen - sicherlich noch eingeschränkten - Verständnis bräuchten die debitistischen Gedanken keinen eigenen -ismus, sondern könnten sich in das übergeordnete Gedankengebäude der Austrians (Mises) ergänzend einfügen.

--
“We are on strike against the dogma that the pursuit of one’s happiness is evil. We are on strike against the doctrine that life is guilt." John Galt

---------------------
DASH - Digital CASH

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Debitismus made in UK

dottore @, Donnerstag, 03.04.2008, 06:32 (vor 6519 Tagen) @ MariaBitterlich

Hi Maria,

die BoE hat die Banken aufgefordert, die "frozen papers" endlich wieder zu kaufen.

Dazu ein Satz des in der BoE zuständigen Mr. Tucker:

"He (Tucker) added that if they (die eingefrorenen Märkte) remain closed for much longer, 'there remains a risk that credit creation - the lubricant that the financial system provides to the real economy - will be further impaired'."

Lubricant (Schmiermittel), so, so. Erinnert an A.C. Pigou der schon mal von "Geld" als "Schmiermittel" der Wirtschaft (barter, exchange) gesprochen hatte ("The Veil of Money", 1949).

Die oben angesprochene "credit creation" ("new credits") ist die Essenz des ganzen Debitismus: Fällt sie flach, wird's duster.

Und woher sollen wohl die Gewinne (earnings) der Banken kommen, die er auch anspricht, wenn nicht durch zusätzliche Verschuldung? Die "Nachschuldner"-Findung - darum geht's im Kettenbrief, alias Kapitalismus. Darauf sind die Österreicher meines Wissens nirgends explizit eingegangen.

Hier der DT-Artikel:

http://www.telegraph.co.uk/money/main.jhtml?xml=/money/2008/04/03/cnbank103.xml&DCM...

Leute kauft den ABSchrott, kauft!

Und Gruß!

antworten
 

Womit dann der Beweis erbracht wäre

Mephistopheles, Donnerstag, 03.04.2008, 06:45 (vor 6519 Tagen) @ dottore

Hi Dottore

Leute kauft den ABSchrott, kauft!

machen wir doch gerne, werden sich die Sharholder denken, es fehlt nur noch die Staatsgarantie.

Womit der Beweis erbracht wäre, dass sich der Debitismus - bei Strafe des anderweitigen Untergangs aller Player, s. Spieltheorie -
dass sich der Debitismus notwendigerweise zum Sozialismus evolutionieren muß


Und Gruß!

Gruß Mephistopheles

antworten
 

Game Over Reloaded

MariaBitterlich @, Donnerstag, 03.04.2008, 06:56 (vor 6519 Tagen) @ dottore

Hi Maria,

die BoE hat die Banken aufgefordert, die "frozen papers" endlich wieder zu
kaufen.

Dazu ein Satz des in der BoE zuständigen Mr. Tucker:

"He (Tucker) added that if they (die eingefrorenen Märkte) remain closed
for much longer, 'there remains a risk that credit creation - the
lubricant that the financial system provides to the real economy - will be
further impaired'
."

Lubricant (Schmiermittel), so, so. Erinnert an A.C. Pigou der schon mal
von "Geld" als "Schmiermittel" der Wirtschaft (barter, exchange)
gesprochen hatte ("The Veil of Money", 1949).

Die oben angesprochene "credit creation" ("new credits") ist die Essenz
des ganzen Debitismus: Fällt sie flach, wird's duster.

Und woher sollen wohl die Gewinne (earnings) der Banken kommen, die er
auch anspricht, wenn nicht durch zusätzliche Verschuldung? Die
"Nachschuldner"-Findung - darum geht's im Kettenbrief, alias Kapitalismus.
Darauf sind die Österreicher meines Wissens nirgends explizit eingegangen.


Hier der DT-Artikel:

http://www.telegraph.co.uk/money/main.jhtml?xml=/money/2008/04/03/cnbank103.xml&DCM...

Leute kauft den ABSchrott, kauft!

Und Gruß!

Hi dottore,

vielen Dank für den doch etwas beunruhigenden Artikel. Sollten sich Tuckers Befürchtungen materialisieren, diskutieren wie hier bald wieder das Game Over.

By the way, sein Stiff-Upper-Lip-Stil gefällt mir.

He said: "Given the feedback from credit conditions to asset prices and the real economy and so potentially to banks' future earnings, it might seem slightly odd for banks internationally to be maintaining distributions to shareholders but tightening credit availability in order to preserve resources."

MariaBitterlich

antworten
 

Bitterlich sind die Verhältnisse!

Georges, Donnerstag, 03.04.2008, 09:01 (vor 6519 Tagen) @ MariaBitterlich

Meine Meinung:

In dem dottore die Tauschequation Ware/Geld um die Gleichung Macht+Ware/Geld+Kredit ersetzt hat, hat er alle misischen liberalen Träume einer perfekten „ausgleichenden“ Oekonomie zunichte gemacht.
Da der Machtfaktor jetzt unverzichtbarer Teil des Spiels ist; nicht etwa nur am Anfang, sondern auch im Laufe der gesamten Wirtschaftsentwicklung, wird diese Macht jederzeit eine im liberalen Sinne perfekte Gesellschaftsordnung verhindern.

Darum erklären ja alle liberalen Wirtschaftsprofessoren wie schön die Welt doch sein könnte, wenn nur die böse Wirklichkeit, sprich die von der Macht errichteten Barrieren, der perfekten liberalen Weltordnung nicht immerzu im Wege stünden.

Natürlich wäre es lehrbuchmässig besser gewesen, wenn die Fed mit ihren geringen Zinssätzen die Immoblase nicht geschaffen hätte. Es hätte vielleicht keine Derivate gegeben, die 25 bis 30 jährigen HedgeFonds-Jünger hätten sich keine Porsches und Maserati leisten können usw. usw.

Aber die Verhältnisse, die Verhältnisse, die sind nicht so, singts von den Bühnen. Die Verhältnisse sind so, dass es im Interesse der Macht war, die Zinsen zu senken und jedem US-amerikanischem Hartz4ler einige Jahre in einem schönen Vorstadt-Bungalow zu schenken. Die Welt hats bezahlt, der US-Wirtschaft hats geholfen (der deutschen übrigens auch) und ich vergönne es der guten Familie.

Und wenn das Schneeballsystem ans Wackeln kommen wird, wird die Macht mit allen Mitteln versuchen, weiterhin an der Macht zu bleiben. Die Weichen werden ja allerorts gestellt: Allgemeine General-Ueberwachung, Geldkontrolle, Bewegungsmelder, Taser, usw.

Zeichen der Zeit ist doch, dass die Grünen unter die klerikalen Soutanen der christlichen Partei flüchten. Die Grünen! Die Partei, die einstmals, sehr zu ihrem Vorteil, eine Volksbefragung verhindert hat. Schäkert jetzt mit dem Herrn Schäuble rum, bevors zum Petting und zu der Hochzeitsnacht mit den Schwarzen kommt. So ändern halt die Zeiten..... und die Machtverhältnisse.

Georges

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