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Guter und lesenswerter Beitrag in der SZ: Die Unverfrorenen

harryinfo @, Samstag, 05.04.2008, 05:46 (vor 6518 Tagen)

Unsere Medienlandschaft ist nicht in der allerbesten Verfassung und die Qualität lässt immer mehr nach. Es gibt aber auch noch guten Journalismus. Dieser Artikel zum Thema Ökonomen ist wirklich lesenswert (süddeutsche).

Gruß Harryinfo

antworten
 

Da ist ein Druckfehler: es muss heissen "Piraten", nicht "Ökonomen" (oT)

Jermak @, Samstag, 05.04.2008, 06:09 (vor 6517 Tagen) @ harryinfo

- kein Text -

antworten
 

Guter Journalismus? Na ich weiß nicht. Eine getarnte Beißverweigerung ist das. Der ist gebrieft.

prinz_eisenherz, Samstag, 05.04.2008, 07:50 (vor 6517 Tagen) @ harryinfo

Die Ökonomen aus den Chefetagen

Hallo,
mit diesem Unsinn fängt dieser Artikel schon einmal an. Konzernführer sind keineswegs Ökonomen. Der Schreiber des Artikels weiß es entweder nicht besser, dann wäre er bei der Sportredaktion passender aufgehoben oder er weiß es, hat folglich die Absicht den Leser in die Irre zu führen, seinem Text eine Richtung zu geben die generell falsch ist, er versucht zu täuschen, dann jedoch sollte er versuchen sich bei Blackwater oder dem BND zu bewerben.

Ein Ökonom ist der folgende und so wird der Begriff auch von jedem interpretiert: Als Wirtschaftswissenschaftler (auch Ökonom) bezeichnet man in der Regel eine Person, die das Studium der Wirtschaftswissenschaften abgeschlossen hat und einer wirtschaftswissenschaftlichen Tätigkeit nachgeht.

Und das die im Artikel ausschließlich nur deutschen Konzernführer Wirtschaftswissenschaftler wären, also ausgewiesene Experten in der Theorie der Ökonomie, das ist falsch und wäre auch noch schlimmer als die Fähigkeiten diese Herren und Damen dort, die sie aktuell vorzuweisen haben oder hatten, haben müssen. Für die ökonomischen Fragen habe sie ihre Angestellten im Konzern.

An diesen Positionen sind Ökonomen immer fehl am Platze. Die Ökonomen im Sinne von oben, die schaffen es auch nicht an die Spitze der Konzerne, denn dort werden Strategen gebraucht, die mit allen Attributen des Militärs, mit Umkreisen, mit Einkesseln, mit Vernichten, mit Bündnissuche, mit wirksamen Verteidigungsstrategien umgehen können, mit und gegen die anderen aus ihrer Klasse auf dem Globus mithalten können, die in vergleichbaren Machtpositionen sich befinden.

Und schon sind wir an dem Punkt angelangt, wo durch einfaches Weglassen seine Zensur im Kopf eingegriffen hat, er sich nur auf die Personen aus dem deutschen Firmendunstkreis konzentriert, die zwar keine reinen Jungfrauen sind, sich aber so verhalten müssen wie es die beißfreudigste Bestie in diesem Ensemble vorgibt.

Man stelle sich mal deutsche globale Spieler beim Monopoly vor, die würden sich noch nach dem Verhaltenscodex in Deutschland von gestern oder vorgestern beim Lenken ihrer Konzerne orientieren, also genau das uns vorzeigen, was aus der Sicht des Schreibers verloren gegangen ist. Heilige Sche...ße!

Und nun, ich bin nicht darauf aus den USA den gesamten Schmutz der Erde unter den Hüftgürtel zu schieben, aber was die Regeln im Wirtschafts- Finanz- und Militärgetriebe betrifft, sind sie es, die die Richtung bestimmen, bestimmen wollen und die unglaubliche Eskalation auf diesen drei Feldern, dabei den Zug anführen, wie in einem permanenten Krieg, mal ein Stellungskrieg und dann wieder einen Blitzkrieg führen, gegen die von ihnen selbst bestimmten Feinde, aber auch gegen ihre unerzogenen Verbündeten.

Und an dem stärksten in dieser Kette, zumindest der, der diesen Anspruch hat und diesen jeden Tag durchzusetzen gewillt ist, zu dessen Einfluss hätte ich in diesem Artikel gerne etwas gelesen, als eigentliche Grundursache. Nicht polemisch sondern sachlich, mit Fakten, als Triebfeder mit seine Wirkungen, in alle westlichen Ökonomien hinein.

Aber nun ja, das hat ja bekanntermaßen unverfroren der ehemalige Kriegsminister der USA, Rumsfeld, gleich zu Beginn des „ 2. Vaterländisch Feldzuges“ gegen den Irak auch so verkündet und eingefordert: Kritik an den USA, dort wo sie sich im Kampf für die Interessen der freien Welt, für Demokratie, Freiheit und Selbstbestimmung befindet, der Krieg gegen die außerirdischen Feinde der USA, auf allen Feldern, solange hat eine tiefgreifende Kritik zu diesen drei Stützpfeilern der Macht zu unterbleiben.

Eine Zeitung, ein Journalist kann das ablehnen, als unvereinbar mit seiner Ehre, mit ihrem Berufsstand. Er kann versuchen es in seine Betrachtungen mit einzubeziehen oder er kann es wie ein winselnder Köter, einer der weiß was sein Herr von ihm erwartet, er kann diese Anweisung befolgen. Der Journalist von der SZ hat den Einsatzbefehl der Verantwortliche aus den USA befolgt und ist somit ein guter Soldat, einer der funktioniert, er führt den Befehl einfach aus.

So betrachtet ist es aus meiner Sicht sogar ein sehr guter Artikel, der zwar rein sachlich ein Gebräu aus halbrichtigen Behauptungen an die falsche Adresse darstellt, dazu dem Weglassen von dem eigentlichen Zentrum, von dem die Schwerkraft ausgeht, aber auch das kann sehr lehrreich sein.

Spock:
"Die Kunst beim Schachspiel ist, sehen zu können, wenn man verloren hat."

Kirk:
"Nicht Schach, Spock. Poker! Kennen Sie dieses Spiel?"
[[lach]]

bis demnächst
eisemherz

antworten
 

Stimmt. Im ganzen Artikel kein einziges Mal erwähnt: Die machen es nur den Beamten nach - mkT

Mephistopheles, Samstag, 05.04.2008, 08:20 (vor 6517 Tagen) @ prinz_eisenherz

...den Schaden hat gefälligst die Allgemeinheit zu tragen.

Stimmt. Der wurde gebrieft. Kann man daran erkennen:
Das ist keine Erfindung der Manager, sondern die machen es nur den Beamten nach.

So ist das beim Staat doch seit jeher oder hat man schon mal davon gehört, das ein Beamter für die Verschwendung von Steuergeldern privatim zur Rechenschaft gezogen wurde?

Gruß Mephistopheles

antworten
 

Die Beamten als Vorbild der Kolchosenführer? Ach na ja, wenn es nun mal so ist, Klasse setzt sich durch. (oT)

prinz_eisenherz, Samstag, 05.04.2008, 08:29 (vor 6517 Tagen) @ Mephistopheles

- kein Text -

antworten
 

Ja natürlich. Genau so. Maqnager sind nichts anderes und agieren so wie - Beamte - mkT

Mephistopheles, Samstag, 05.04.2008, 08:39 (vor 6517 Tagen) @ prinz_eisenherz

entdsprechend erwarten sie auch eine Alimentation, eine Absicherung bis ans Lebensende ohne dafür eigene Beiträge zu bezahlen.

Gruß Mephistopheles

antworten
 

Bleiben nur noch die Künstler, die Mietnomaden und die Freiberufler, als letzte freie Menschen druchs wilde Kurdistan (oT)

prinz_eisenherz, Samstag, 05.04.2008, 08:57 (vor 6517 Tagen) @ Mephistopheles

- kein Text -

antworten
 

Was ist an diesem Artikel denn nun "GUT"??? (oT)

Artois, Samstag, 05.04.2008, 09:43 (vor 6517 Tagen) @ prinz_eisenherz

antworten
 

Bin ich gemeint oder harryinfo? Bei mir war er ungenügend bis sehr gut...

prinz_eisenherz, Samstag, 05.04.2008, 10:13 (vor 6517 Tagen) @ Artois

...sehr gut war er aber ungewollt, aus meinem Text:

So betrachtet ist es aus meiner Sicht sogar ein sehr guter Artikel, der zwar rein sachlich ein Gebräu aus halbrichtigen Behauptungen an die falsche Adresse darstellt, dazu dem Weglassen von dem eigentlichen Zentrum, von dem die Schwerkraft ausgeht, aber auch das kann sehr lehrreich sein.

Spock:
"Die Kunst beim Schachspiel ist, sehen zu können, wenn man verloren hat."
Kirk:
"Nicht Schach, Spock. Poker! Kennen Sie dieses Spiel?"

******************************************************************

Was an dem Artikel gut ist möchtest du erfahren? Dazu würde ich dich in aller Bescheidenheit bitten wollen, dich an den werten Schreiber harryinfo zu wenden. Für mich ist er ein hohler Platzfüller in der SZ, der einen Personenkult mit negativen Vorzeichen betreibt, aber sich nicht an die eigentlichen Ursachen herantraut,

Je öfter ich diese Schmonzette in der SZ lese, der einem blumigen Bericht in einer Frauenzeitung aus der Welt der vergammelten Reichen und Schönen die Hand reichen kann, um so mulmiger wird mir in der Magengegend. Scheußlich, einer Wochenzeitung wie der SZ unwürdig. Zum Einwickeln von Heringe auf den Wochenmarkt oder zum Ausstopfen von Paketen mit zerbrechlichen Inhalt nütze, mehr nicht.

eisenherz

antworten
 

Was möchte der Autor mit diesem Artikel bewirken? (mT)

DT @, Samstag, 05.04.2008, 23:42 (vor 6517 Tagen) @ harryinfo

Zum einen greift er ja das Thema auf, das wir hier schon länger bearbeiten. Aber irgendwie ist der Artikel doch bemerkenswert spät.

Nein, ich glaube, der Schlüssel liegt in dem Satz, daß das Volk in Ost und West eigentlich lieber gerne Sozialismus hätte.

Das ist eine unverschämte Unterstellung, wie ich sie so direkt noch nicht gesehen habe.

Ich kenne keinen, der sich Sozialismus wünscht.

Das Volk wünscht sich, die Früchte seiner Arbeit auch zu ernten. Marktwirtschaft, aber keine Oligarchie der Konzerne, kein EU Dirigismus, keine EU Diktatur, kein EON, das 11 Mrd EUR Gewinn macht im letzten Jahr und somit jedem Kunden 1000 EUR mehr aus der Tasche zieht, keine Finanzierung von Ubooten anderer Länder, keine Subventionierung der rumänischen Autobahnen, wäre unsere eigenen Autobahnen, Schulen und Unis zerfallen.


Mir gibt der Artikel einen Hinweis, daß tatsächlich unterschwellig von der Systempresse und den Meinungsmachern der Boden zu einem dirigistischen Staatssozialismus geschaffen werden soll.

Dann können wir uns warm anziehen, dann ist nämlich das Privateigentum in Gefahr. Nicht nur durch die massiven Abgaben und kalte Enteignung, sondern ganz direkt. Die Lumpen brauchen das, um es in die Hände der Wallstreetmafia zu überführen.

Aber 1789 wartet. Ihr werdet Eures Lebens nicht mehr froh werden, Ihr Nomenklatura-Fritzen.

antworten
 

Hier der entscheidende Satz (fett) mT

DT @, Samstag, 05.04.2008, 23:48 (vor 6517 Tagen) @ DT

Ressort: Wirtschaft
URL: /wirtschaft/artikel/740/167260/
Datum und Zeit: 06.04.2008 - 08:46

04.04.2008 17:20 Uhr Drucken | Versenden | Kontakt
Trennlinie
Ex-Daimler-Chef Jürgen Schrempp
Ex-Daimler-Chef Jürgen Schrempp: Konnexitätsprinzip verletzt.
Foto: ddp
Mangelhafte Haftung der Manager
Die Unverfrorenen

Die Ökonomen aus den Chefetagen der deutschen Industrie finden es offenbar in Ordnung, wenn einer der ihren die Früchte seiner Arbeit erntet, aber nie selbst haftet, wenn er Fehler begeht. Dieses Verhalten weicht die politische Ordnung auf.
Ein Kommentar von Hendrik Munsberg

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Woran erkennt man Ökonomen? Sie heißen Josef Ackermann oder Dieter Zetsche und steuern große Konzerne. Sie heißen Dieter Hundt oder Jürgen Thumann, sind Chefs mächtiger Wirtschaftsverbände und raten der Politik ständig zu Reformen. Sie heißen Hans-Werner Sinn oder Klaus Zimmermann, leiten wichtige Forschungsinstitute - und wenn sie via Medien Ratschläge erteilen, dann lassen sie sich gern als "Deutschlands klügste Ökonomen" titulieren.

Ökonomen sind Wirtschaftsexperten. Sie eint die Überzeugung, dass der Wohlstand einer Nation an drei Grundvoraussetzungen gebunden ist: Privateigentum, Vertragsfreiheit und ungehinderten Gütertausch.

Menschen sollen sich mehr bescheiden

Ökonomen trauen Unternehmern mehr zu als Beamten. Und weil in der Politik notorisch gegen ihre Normen verstoßen wird, predigen Ökonomen unablässig, dass unser Land endlich fit gemacht werden müsse für die Zukunft - was oft bedeutet, dass Millionen von Menschen sich mehr bescheiden sollen.

Und es gibt noch eine Gemeinsamkeit, an der man Ökonomen erkennt: Sie finden es offenbar in Ordnung, wenn einer der Ihren die Früchte seiner Arbeit erntet, aber nie selbst haftet, wenn er Fehler begeht, und seien diese noch so krass.

Sogar wenn, wie jetzt, dem Weltfinanzsystem der Kollaps droht oder wenn Firmen an die Wand gefahren werden - nie gibt es in den Führungsetagen der Wirtschaft einen Verantwortlichen, der für sein Versagen zahlen müsste, der in Haftung zu nehmen wäre. Plötzlich wurzelt die Misere dann in lückenhafter staatlicher Aufsicht, den Schaden hat gefälligst die Allgemeinheit zu tragen.

Soziale Marktwirtschaft verliert Strahlkraft

Durch solche Unverfrorenheit hat die ökonomische Elite dafür gesorgt, dass die hiesige Wirtschaftsordnung, die als "soziale Marktwirtschaft" einst höchst populär war, für viele Bürger jede Strahlkraft verloren hat.

Vor allem in Ostdeutschland, aber auch im Westen sympathisieren immer mehr Menschen mit dem Ideal einer sozialistischen Planwirtschaft, obgleich deren Konkursanfälligkeit erwiesen ist. Doch die größten Widersacher des Kapitalismus sind nicht mehr Sozialisten und Kommunisten - es sind die Wirtschaftsvertreter selber. Ungeniert missachten sie eherne ökonomische Gebote, wenn es dem eigenen Vorteil dient.

Seherisch hat Walter Eucken, der geistige Vater der sozialen Marktwirtschaft, gemahnt: "Wer den Nutzen hat, muss auch den Schaden tragen." "Haftung", so schrieb der Freiburger Ordoliberale, sei Voraussetzung für eine "Gesellschaftsordnung, in der Freiheit und Selbstverantwortung herrschen."

Gröblich verletztes Konnexitätsprinzip

Doch dieses Gebot, das in der Wirtschaftswissenschaft auch "Konnexitätsprinzip" heißt, wird gerade von Ökonomen gröblich verletzt. Ausdrücklich fordert dieses Prinzip: Jeder muss die Folgen seines Tuns im Guten, aber auch im Schlechten tragen. Wer nur Erfolge verbucht, für Fehler aber nie finanziell aufkommen muss, der neigt dazu, zu hohe Risiken einzugehen. Und Ressourcen zu vergeuden.

Der Fall des Jürgen Schrempp, des ehemaligen Chefs von Daimler-Chrysler, war ein Musterbeispiel für die Missachtung des Konnexitätsprinzips und die Fehlanreize, die daraus erwachsen.

Kühn entwarf Schrempp seine WeltAG, die bald im Fiasko endete. Doch wie hat Schrempp für sein Versagen bezahlt? Gewiss, er musste seinen Posten räumen und gilt als gescheitert. Finanziell aber steht er heute als Multimillionär glänzend da, während nicht wenige Mitarbeiter Job und Einkommensquelle verloren.

Regelfall Schrempp

Die Chancen- und Risikoverteilung à la Schrempp ist auf den Chefetagen deutscher Konzerne zum Regelfall geworden. Zuletzt wurde sie vorgeführt von Ulrich Hartmann, dem scheidenden Aufsichtsratsvorsitzenden der IKB-Bank, deren Manager sich auf den Weltfinanzmärkten grandios verspekulierten. "Wir hatten keine Chance, das Risiko zu erkennen", befand Hartmann. Fall erledigt.

Für sich selbst haben die Top-Manager das Konnexitätsprinzip gründlich ausgehebelt: In kürzester Zeit verdienen sie derart astronomische Summen, dass sie ausgesorgt haben, sobald sie ihren ersten Vierjahresvertrag als Vorstand ergattern.

Wer vorzeitig scheitert, wird üppig ausbezahlt oder abgefunden. Damit nicht genug: Gegen Schadensersatzforderungen, die sie als Folge eigenen Missmanagements zu fürchten hätten, sind Vorstände abgesichert - durch sogenannte Directors&Officers-Policen, eine Art Vollkaskoschutz gegen Managementversagen. Selbst für die Prämien kommt in der Regel das Unternehmen auf.

Hochbezahlte Bankmanager seelenruhig

Wen wundert es da, dass Menschen unter solchen Bedingungen kein gesundes Risikobewusstsein mehr entwickeln? Und sofort versteht man auch besser, warum hochbezahlte Bankmanager seelenruhig bleiben, während ihre Mitarbeiter rund um den Globus undurchsichtige Milliarden-Risiken handeln.

Jetzt glaubt sogar Josef Ackermann nicht mehr an die Selbstheilungskräfte des Marktes, weil nun die Notenbanken mit Milliarden-Liquiditätsspritzen helfen müssen.

Was die Menschen hierzulande besonders erzürnt: Während sich Topmanager immer ungenierter über die Regeln fairen Wirtschaftens hinwegsetzen, werden die Arbeitslosen strengen ökonomischen Regeln unterworfen. Als Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder seine Agenda-Politik erfand, spielte das Konnexitätsprinzip eine Schlüsselrolle: Die Sozialsysteme sollten vor Ausbeutung geschützt werden, also wurden die Zumutbarkeitsregeln für Arbeitslose verschärft und die Bezugszeiten des ArbeitslosengeldesI eingeschränkt.

Dieselben Maßstäbe einfach ignorieren

Die staatliche Hilfe bekam ein Gegengewicht - die Pflicht des Empfängers, im Zweifel auch schlechter bezahlte Arbeit zu verrichten. Die Idee ist keineswegs abwegig, wenn man die scheinbar unerschöpflichen Mittel der Sozialkassen davor schützen möchte, leichtfertig in Anspruch genommen zu werden. Sie gebiert aber soziale Ungerechtigkeit, wenn Besserverdiener dieselben Maßstäbe einfach ignorieren dürfen.

Vor allem Ökonomen loben Schröder bis heute für seine mutige Reformpolitik, nur habe er versäumt, dem Volk seine Politik verständlich zu machen. Die Wahrheit ist, dass das Volk sehr gut verstand, was geschah: Die Politik knöpfte sich die Schwachen der Gesellschaft vor, um die ausufernde Staatsverschuldung einzudämmen. Aber warum wurden die Starken dabei zuverlässig verschont? Und weshalb dürfen sie in eigener Sache die ökonomische Vernunft mit Füßen treten?

Politische Ordnung aufgeweicht

Hat man von Deutschlands klügsten Ökonomen je gehört, dass sie solche Fehlentwicklungen geißeln? Die asymmetrische Risiko- und Chancenverteilung in dieser Gesellschaft ist nicht nur Quelle sozialen Unrechtsempfindens, das längst die politische Ordnung aufweicht.

Wenn die einen nur verdienen und die anderen im Zweifel bezahlen, dann verweist das auch auf den schweren Defekt einer Marktwirtschaft, welcher der Ressourcenvergeudung Vorschub leistet. Es wäre verdienstvoll, wenn auch Ökonomen darauf aufmerksam machten, dass hier akuter Reformbedarf besteht. Und dass sich einmal diejenigen bescheiden sollten, die sich das wirklich leisten könnten.

(SZ vom 05.04.2008/pak/jkr)

antworten
 

@DT

harryinfo @, Sonntag, 06.04.2008, 03:56 (vor 6517 Tagen) @ DT

Hallo DT,

ich halte den Artikel nach wie vor für gut, und zwar aus folgenden Gründen.

Der Artikel beschreibt die Stimmung und Entwicklung in unserer Gesellschaft im Kern richtig. Dass er sehr spät kommt und auch nicht das ganze Ausmaß dieser Wirtschaftkrise zeigt, ist richtig. Es ist auch kein Geheimnis, dass die SZ einen deutlichen Linkstouch hat. Nur muss man einfach bedenken, dass es ein großer Unterschied ist, ob ich in einem Forum oder Blog für ein paar hundert Leser mit vertieftem Spezialwissen schreibe oder für ein Blatt mit einer Auflage von ca. 700000 und einer Leserschaft, die über sehr unterschiedliches Wissen verfügt. Der Informationsstand hier im Forum ist ein anderer als der des durchschnittlichen Zeitungslesers – und das muss man einfach berücksichtigen. Außerdem darf man nicht vergessen, dass es bei einer Zeitung ganz klar auch wirtschaftliche Zwänge gibt, die dort zu berücksichtigen sind. Zeitungen brauchen Werbeeinnahmen und das schränkt auch die Handlungsmöglichkeiten ein (Rücksichtnahme auf Anzeigenkunden) – wird zwar immer bestritten, ist aber so.

Vor allem in Ostdeutschland, aber auch im Westen sympathisieren immer mehr Menschen mit dem Ideal einer sozialistischen Planwirtschaft, obgleich deren Konkursanfälligkeit erwiesen ist. Doch die größten Widersacher des Kapitalismus sind nicht mehr Sozialisten und Kommunisten - es sind die Wirtschaftsvertreter selber. Ungeniert missachten sie eherne ökonomische Gebote, wenn es dem eigenen Vorteil dient.

Ich glaube, der Satz war so gemeint, wie er geschrieben wurde. Man sollte da nicht zuviel hineininterpretieren.

Natürlich habe ich großes Verständnis dafür, dass viele hier im Forum angesichts der wirtschaftlichen Entwicklungen der Meinung sind, es würde ein ganz großes Rad gedreht, mit dem wir alle zusammen über den Tisch gezogen werden sollen. Daher ist es nur zu verständlich, dass hier im Forum immer weiter verbal aufgerüstet wird. Allerdings sehe ich die Gesamtentwicklung etwas anders. Ich wage an dieser Stelle einmal eine Prognose und behaupte, dass am Ende des Tages, wenn sich der Pulverdampf verzogen hat, wir alle feststellen werden, dass tatsächlich nur ganz kleine Lichter am Werk waren, denen die Dinge schlicht aus dem Ruder gelaufen sind. Das Ganze natürlich garniert mit den üblichen Gaunereien. Hier im Forum sollten wir daher auf der Hut sein, Dinge zu sehen oder irgendwo hinein zu interpretieren, die wir sehen wollen! Die Gefahr, dass das in turbulenten Zeiten passiert, ist groß â€“ und ist mir selber in letzte Zeit schon einige Male passiert. Ich habe festgestellt, dass mehr Gelassenheit in der Betrachtung der Dinge sehr hilfreich ist. Außerdem habe ich keine Lust, meine Zeit und Energie auf Kleingeister zu verschwenden, die sich zwar auf Kosten der Gesellschaft die Taschen vollgeschoben haben, aber deren Zeit schon längst abgelaufen ist. Dottores Spruch „Game over“ sollte man wörtlich nehmen. Das Spiel ist bereits zu Ende und die Karten werden demnächst neu gemischt. Und in diesem neuen Spiel brauchen wir weder Kommunisten noch das braune Gesocks - und darauf sollten wir achten.


In diesem Sinn noch einen schönen Sonntag.

Gruß Harryinfo

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