SCHNEE SCHNEE
Entgegen dem Langzeittrend der Klimaveränderung erwarten Meteorologen, dass es 2008 global leicht kühler wird als in den Vorjahren. Grund ist das natürliche Klimaphänomen "La Nina".
Gegenüber der BBC erklärte der Generalsekretär der UNO-Weltorganisation für Meteorologie (WMO) Michel Jarraud, dass sich "La Niña" wahrscheinlich bis in den Sommer fortsetzten werde. Dennoch blieben die globalen Durchschnittstemperaturen auch in diesem Jahr aufgrund der allgemeinen klimatischen Erwärmung weit über dem Durchschnitt. Die Forscher erwarten sogar schon in naher Zukunft noch höhere Temperaturen, als im bisherigen Rekordjahr 1998. Mit 0,74 Grad über den Durchschnitt waren laut WMO die vergangenen zehn Jahre (1998 bis 2007) die wärmste Dekade seit Beginn des 20. Jahrhunderts.
Neben dem weitaus bekannteren Klimaphänomen "El Nino", das für steigenden Temperaturen sorgt, ist "La Niña" das zweite der großen pazifischen Strömungsphänomene natürlichen Ursprungs und ebenso wie "El Nino" hat auch "das Mädchen" Auswirkungen auch auf das globale Klima.
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Schon jetzt machen die Meteorologen "La Niña" für Regenfluten in australischen Dürrengebieten und verheerende Kälterekorde im vergangenen chinesischen Januar verantwortlich. Dieser Effekt, so Jarraud, werde sich wohl auch noch bis in den Sommer hinein auswirken und die globalen Temperaturen leicht um Grad-Bruchteile abkühlen.
Kritiker der Theorien des vom Menschen verursachten Klimawandels, sehen in dieser Entwicklung achon jetzt den Höhepunkt der globalen Erwärmung und sprechen von einem Indiz dafür, dass unser Planet sehr viel belastbarer sei, als es Klima-Warner verkünden.
Derartigen Interpretation der Kritiker des anthropogenen Klimawandels widerspricht Jarraud jedoch deutlich: Auch 2008 würden die Durchschnittstemperaturen mit 0,4 Grad deutlich über dem Langzeitmittel liegen. "Wer den Klimawandel bewerten will, darf nicht nur ein bestimmtes einzelnes Jahr, sondern muss die Langzeittrends betrachten. Anhand dieser Langzeitbeobachtungen zeichnet sich auch weiterhin eine deutlich zunehmende Erwärmung des Weltklimas ab." "La Niña" sei dabei lediglich eine Schwankung. Es habe immer und werde auch immer wärmere und kühlere Jahre geben.
Hintergrund: La Niña
Als Gegenstück zum pazifischen Strömungsphänomen "El Niño" (span. = „Christkind“ oder auch „das Kind“), mit dem das Auftreten ungewöhnlicher, nicht zyklischer, veränderter Strömungen im ozeanographisch-meteorologischen System des äquatorialen Pazifiks und damit einhergehende lokale wie globale Erwärmung bezeichnet wird, sorgt "La Niña" (das Mädchen) global betrachtet für leicht sinkende Temperaturen.
"La Niña" tritt meist in Anschluss an ein El-Niño-Ereignis auf und wird durch überdurchschnittlich hohe Luftdruckunterschiede zwischen Südamerika und Indonesien (Southern Oscillation) ausgelöst. Dies führt zu stärkeren Passatwinden, die wiederum im Pazifischen Ozean das warme Wasser an der Oberfläche nach Südostasien treiben. Vor der Küste Perus strömt darum kaltes Wasser aus der Tiefe nach, dessen Temperatur dann bis zu 3 °C unter der Durchschnittstemperatur liegen kann.
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Obwohl die Auswirkungen von "La Niña" nicht so stark wie die von "El Niño" sind, hat sie aber dennoch einen erheblichen Einfluss auf die Oberflächentemperatur des Wassers im Westpazifik, führt damit in Südostasien zu Abkühlung, hingegen zu Dürreperioden in Südamerika und u. a. einem Anstieg der Hurrikan-Aktivität in Nordamerika.
Quellen: bbc.co.uk / grenzwissenschaft-aktuell.de / wikipedia.de
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