Mugabe Waffe, außer dem MG
Aus einem Interview:
Mugabe hat überhaupt kein Interesse daran, die wirtschaftliche Krise zu beheben, da sein Klientel, die simbabwische Elite, paradoxerweise von der wirtschaftlichen Lage profitiert: Durch die hohe Inflation von fast 8.000 Prozent und dem jenseits der finanzwirtschaftlichen Realität fixierten Wechselkurs zum US-Dollar hat sich ein Schwarzmarkt entwickelt. Auf diesem verkaufen Regierungs- und Parteimitglieder mit Zugang zu Auslandsdevisen die knappen Ressourcen, wie beispielsweise Benzin, Zucker und Speiseöl und erzielen dabei hohe Gewinne.
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Wer jeden Tag stundenlang anstehen muss, um einen Laib Brot zu kaufen, hat keine Zeit und keine Kraft, sich im politischen Kampf zu engagieren. Die Regierung entzieht der Bevölkerung absichtlich ihre Lebensgrundlagen, wie Nahrung, Wasser und Strom, um sie handlungsunfähig zu machen.
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Der Flucht aus Simbabwe wird von Seiten der Regierung kaum entgegengewirkt. Die Regierung betrachtet es eher als Vorteil, da potentielle Oppositionswähler das Land verlassen. Abgeschobene Flüchtlinge, die sich vor ihrer Flucht kritisch gegenüber dem Regime geäußert haben, drohen in Simbabwe inhaftiert und Repressalien ausgesetzt zu werden. Mittlerweile verweilt ein Drittel der simbabwischen Bevölkerung im Ausland.
http://derstandard.at/?url=/?id=3297945
Mugabe ist offensichtlich der Meinung, daß etliche der acht Mio der Simbawe-„Bürger“ einfach überflüssig sind (siehe auch seine „Aufräum“-Aktionen der letzten Jahre in den Slums) – jetzt, nach der Wahl, folgt die nächste Umdrehung der Schraube: die ersten Orte, die mehrheitlich für die Opposition gestimmt haben (für die Milizen leicht erkennbar, da die Wahlergebnisse eines jeden Wahlbezirks umgehend, schön demokratisch-transparent, öffentlich ausgehängt wurden) und obendrein dürregeschädigt sind, werden nicht mehr mit Nahrungsmitteln beliefert (es sein denn, vielleicht, sie würden ihre Meinung über den „großen Freiheitskämpfer“ noch ändern).
Er hat noch nicht ganz fertig, vielmehr die Transformation (s)eines Landes zu einem Gebilde mit „niedrigerer“ Wirtschaft und Kultur, welches gleichwohl noch irgendwie beherrschbar sein mag, begonnen – und seine afrikanischen, letztendlich ebenso unfähigen Kollegen ringsum werden dieses „finale“ Experiment bestimmt mit Interesse verfolgen.
Gruß
gesamter Thread:
- Zimbabwe: Kein Aufstand, weil Leute zu erschöpft sind... -
sensortimecom,
10.04.2008, 10:05
- Aber hier (Haiti): - Kaltmeister, 10.04.2008, 10:29
- Mugabe Waffe, außer dem MG - bernor, 10.04.2008, 14:08
