@dottore: Re: Realität und Mathematik
Nochmal zu den Derivaten: @dottore weiß natürlich genau, dass Derivate
aller Art keine Netto-Vermögenswerte sind.
Klar.
Vielmehr gewinnt hier der eine,
was der andere verliert.
Ist nicht das Ding. Sondern: Was passiert, wenn der Verlierer nicht
erfüllen kann? Die BIZ nennt zwischen 8 und 12 % aller Positionen "nicht
gehedgt" - also nur mit Vertrauen der BIG PLAYER untereinander unterlegt.
Hi dottore,
wenn der Verlierer nicht erfüllen kann, ist für den Gegenüber immer Pumpe! Logo. Ich wollte dazu erst noch was schreiben, dachte jedoch, dass es ohnehin klar ist. Anyway: Gehedgt bedeutet Primärrisiko=0 --- verbleibt eine Wette auf die Basis (Dez S&P vs Spot S&P) o.ä. (Minn. vs Chicago Weizen). Unter Garantie, haben aber gerade die Privaten (= polypolistisch, d.h. ohne Konsequenzen, weil keinen einzelnen Gläubiger, den es aus den Socken haut, wenn bei einem einzelnen Pumpe ist) die Outright-Positionen, während die großen eben i.d.R. gehedgt sind.
Ansonsten bitte eine Erklärung dafür nachreichen, warum denn gerade die entscheidende große Banken-Bude die absoluten Dödel-Händler in ihren Reihen hat, dass sie und nicht Ernie- & Bert-Privat über die Wupper geht.
Netto-Effekt damit Zero --- und ob wir das jetzt
*10 oder *10,000 oder gar *10Bio haben, interessiert nicht die Bohne.
Doch. Entsprechend steigt das Verlustrisiko. Nur ohne Derivate wäre es
Null, weil dann kein "Gegenüber" ausfallen könnte, weil es den dann gar
nicht gäbe.
Mhhh..., isch raff ett nett. ![[[zwinker]]](images/smilies/zwinker.gif)
Dazu
noch schnell: Jeder Futures-Händler weiß ja nur zu gut, welche Summen er
in
einer solchen Derivate-Zählung mit einer Kontrakt-Eröffnung binnen
Sekunden
schaffen kann und wie schnell diese aus der tollen Zählung auch wieder
raus
kommt, wenn das OI abnimmt. Also: Hierbei alles halb so wild bzw. den
einen
freut, was den ander'n wurmt.
Ja, wenn er genug assets hat, um das Wurmen zu verkraften. Und wenn die
assets, z.B. CP oder Bills verdampfen?
Das spielt ja hier gerade keine Rolle, sofern der Gegenüber ihn aus der Position herauslässt bzw. diese ein anderer nimmt. D.h.: Ob S&P bei 800, 0 oder 8,000 steht spielt erstmal keine Rolle, da ja nur die Differenzen ausgeglichen werden --- und dieses Ausgleichen ist in Summe auf alle Wirtschafter-Bilanzen Null.
Anders sieht es natürlich bei Netto-Vermögenswerten (Aktien, Immos
etc.)
aus: Wenn es hier steil geht, freut es alle --- von ein paar
Short-Sellern
abgesehen ---, während auch jeder Eigentümer bedröppelt drein-schaut,
wenn
es mal abwärts geht.
Nicht wenn gehebelt, also mit Krediten gearbeitet wurde. Sonst wären
jeglicher Aktien-Crash bzw. Immo-Blasen-Platzung witzlos. Was wenn Du 100
Mio zu 80 beliehen hast und der Wert auf 60 fällt? Dann bist Du pleite
(oder hast nachschießen können) und Dein Finanzier schaut bedröppelt drein
und strebt ebenfalls der Pleite zu (daher ja der sog. "Domino-Effekt").
Meine Rede: Die Musike spielt in den Netto-Vermögenswerten! Wenn die Krachen gibt es landauf-landab knautschige Gesichter, weil es alle trifft, während es bei den Derivaten auch immer einen gibt, der lacht während ich weine.
Netto-Effekt auf die persönlichen Eigentümerbilanzen
--- einzeln und in toto --- damit genau das Salz in der Suppe.
Nur, wenn alles ungehebelt rumstand.Das Leveragen ist das Salz in der Suppe. Zuviel davon = Suppe versalzen.
Das versteh' ich nun wirklich nicht. Wir könnten doch eine Wette über "Morgen Sonne: Ja / Nein" abschließen, mit Gewinn-Summe X, 10*X oder 10Mrd.*X. Der Verlierer hat's am Weihnahctsabend nicht so schön, der andere geht übermorgen 'ne feine Sause machen. Ich suche den Netto-Effekt!? Abgesehen davon, dass wenn wir das ein paar mal machen, wohl nicht immer der eine der Hans-im-Glück wäre und immer der andere die Zeche zahlt.
Bon Apetit zurück + Gruß!
Danke, d. und besten Gruß!
DS
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DS
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"Things usually work --- until they dont."
