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Was passiert denn da im Zauberformel-Land? Wer erklärt es mir?

JoBar, Donnerstag, 13.12.2007, 04:06 (vor 6611 Tagen)

Ich wohne zwar nahe der Schweizer Grenze, allerings sind mir die Feinheiten der Schweizer Politik nicht so geläufig.

Usus war doch bisher daß alle Parteien die jeweils partei-intern ausgeguckten Kandidaten wechselseitig einfach abnickten, oder?

Ist es denn schon einmal vorgekommen, daß die anderen Parteien den vorgeschlagenen Kandidaten einer Partei ignorierten und einfach einen ganz anderen Kandidaten dieser Partei in die Regierung wählten?
Was da passiert ist, ist das ähnlich als ob bei der Wahl des Kanzlers der großen Koalition in Deutschland nicht das CDU-Merkel sondern die CSU-Ländrätin Pauli gewählt worden wäre?

Ist das ein derartiger Affront, daß jetzt vermutlich Schluß mit der Konkordanz ist?

Bitte um Erleuchtung [[smile]]

J

antworten
 

Und es ward geboren ein Märtyrer

kosh, Donnerstag, 13.12.2007, 05:26 (vor 6611 Tagen) @ JoBar

Hallo JoBar

Was wirklich passiert, kann Dir niemand sagen, aber spekulieren lässt sich sehr wohl.

Zunächst zu dem, was in der Schweiz seit Jahren passiert ist. Überspitzt formuliert, sämtliche Parteien ausser der SVP, ist seit geraumer Zeit sowohl das Wahl- wie das Abstimmprogramm abhanden gekommen. In diesem Defizit ihrer Gegner hat sich die SVP etabliert, wiewohl nicht sonderlich intelligent, also v.a. durch die Schwäche ihrer Gegner. Erst durch diese Schwäche der Anti-SVP-Koalition sind wir zu einem 2-Parteien-System gelangt, auch wenn die betroffenen Parteien das auch weiterhin nicht wahrhaben wollen. Auf der einen Seite die SVP, auf der anderen die Anti-SVP, plusminus alle andere Parteien.

Nachdem Blocher die SVP durch Unfähigkeit seiner Gegner zu dem gemacht hat, was sie vor ein paar Jahren war, glaubte man, ihn im Bundesrat bezwingen zu können. Weil man aber auch dort versagte hat man ihn, unfähig wie man nunmal ist, heute wieder aus dem Bundesrat gekippt. Damit stehen Blocher nun sämtliche Türen offen, als "Alleinvertreter" des Volks seinen weiteren Weg zu machen. Seine Gegner begreifen je länger desto mehr die Politik als Selbstzweck, was sie aber nicht sein sollte und dummerweise stehen anders als in anderen Staaten, mehr Instrumente zur Verfügung als ihnen lieb sein kann. Von heute an kann die SVP zwanglos Politik betreiben, ohne auf ihre Bundesräte Rücksicht nehmen zu müssen und erst noch alles in die Schuhe ihrer Gegner schieben. Da sag ich doch schon mal Bravo, weil ich das schon in den 90-ern in Umrissen so gesehen habe.

Um weiter zu machen, greife ich zum Tages-Anzeiger, der diverse Köpfe sprechen lässt, z.B.:

Roger Köppel, Verleger und Chefredaktor der Weltwoche
> Die Abwahl bestätigt ... dass der zum Hirngespinst erklärte Geheimplan zur Absetzung Blochers funktionierte.

Voilà, Blocher, der Märtyrer. Der Worst Case in politischen Szenarien. War wohl nix mit Paranoia bei der SVP, Blochers Abwahl ist für die SVP der ultimative Beweis für den Geheimplan.

> Jetzt hat ihn ein Kartell von Wahlverlierern in die Opposition zurückgedrängt. Mal sehen, ob sie mit den Kräften fertig werden, die sie entfesselt haben.

Richtig, weil die SVP ist nicht trotz sondern gerade wegen der Unfähigkeit der Wahlverlierer gewachsen. Vor seinem Bundesratsdasein hat man ihm vorgeworfen, er müsse mehr politische Verantwortung übernehmen. Das hat er gemacht, als Bundesrat, aber er durfte nicht. Diese Abwahl ist ein Aufgelegter, eine Win-Win-Situation, ab jetzt kann er aus dem Vollen schöpfen und wie der Zufall will, hat der Parteipräsident schon vor der Wahl seinen Posten zur Verfügung gestellt. Die Nachfolge kann treffsicherer überhaupt nicht geregelt werden. Es ist, als hätte die SVP den Blattschuss selbst vorbereitet, und alle Gegner sind blindlings in die Grube getappt. Und wie die sich gefreut haben in der Grube, es war eine Augenweide. Notabene studierte Menschen, eigentlich kaum zu fassen, aber Pisa ist kein rein deutsches Phänomen.

Heinrich Rohrer, Physik-Nobelpreisträger:
> Man muss aber auch akzeptieren, dass die SVP eine grossen Teil der Bevölkerung widerspiegelt. ... . Insofern haben die Parlamentarier mit der Nichtwahl von Blocher ein parteipolitisches Ei gelegt.

Und, um meine Einführungskurzanalyse von anderer Seite bestätigt zu bekommen:

> ... man kann nicht mangelndes Demokratieverständnis bei andern ins Spiel bringen und dann als Parlamentarier die Volkssorgen übergehen.

Im Elfenbeinturm names "Ochseschüür" (Volksmund: Ochsenscheune für Bundenhaus) hat sich ein Eigenleben durchgesetzt, wo das Volk nurmehr eine marginale Rolle spielt. Diese Karte spielt die SVP, gegen das Establishment, und sie spielt als hielte sie alle Trümpfe in der Hand. Das parteipolitische Ei wird dann ausgebrütet werden müssen, wenn 30% des Volks in der Regierung nicht mehr vertreten sind, aber SP, CVP, Grüne und FDP um ihr politisches Profil ringen, das sie nicht mehr haben, während sie gezwungen sind, sich gegen die SVP aufzustellen. Die werden sich per Selbstverschuldung gegenseitig aufreiben müssen. Ich vermute, dass sich SP, CVP und Grüne annähern müssen, um dem Gegenwind zu trotzen, während die FDP wie bisher ihrem Aderlass an die SVP zusehen muss, wenn sie sich dem Trio anschliesst. Oder die FDP beginnt selbst, SVP-Ziele in den Bundesrat einzubringen, gezwungen durch ihren selbstmörderischen Wählerschwund.

So, ich denke, anhand dieser Punkte lassen sich Deine Fragen besser erörtern, Du fragst:

> Usus war doch bisher daß alle Parteien die jeweils partei-intern ausgeguckten Kandidaten wechselseitig einfach abnickten, oder?

Mehr oder weniger ja, wobei ein funktionierendes Konkordanzsystem voraussetzt, dass alle Parteien ihren Wähleranteil nach aussen "würdig" vertreten und sich somit ihrer Wählerstimmen sicher sein können. Unter diesen Umständen schicken die Parteien die gemässigsten ihrer mittelmässigen Kandidaten ins Rennen, und niemand braucht sich vor ihnen zu fürchten. Unser Bundesrat, das gemässigte Mittelmass aller helvetischen Dinge.

> Ist es denn schon einmal vorgekommen, daß die anderen Parteien den vorgeschlagenen Kandidaten einer Partei ignorierten und einfach einen ganz anderen Kandidaten dieser Partei in die Regierung wählten?

Ja! Z.B. als der andere SVP-Vertreter, Samuel Schmid gewählt wurde. Weil die SVP diesen (eigenen) Mann aber nicht wollte, weil er die Parteisicht nicht vertrat, nannte sie ihn fortan den halben Bundesrat und wurde dadurch noch populärer. Schon damals wusste man nichts gescheiteres, als der SVP vor den Bug zu knallen. Diese Recht haben die anderen Parteien zwar, aber mit absehbaren Folgen.
Solche Spielchen kamen immer wieder vor, wie gesagt, dazu braucht es starke Parteien mit einem Wahlprogramm und zuverlässigen Wählern.

> Was da passiert ist, ist das ähnlich als ob bei der Wahl des Kanzlers der großen Koalition in Deutschland nicht das CDU-Merkel sondern die CSU-Ländrätin Pauli gewählt worden wäre?

Die Bundesratswahl ist eine Personenwahl per indirekter Demokratie (National- und Ständerat wählen 7 Personen). Inwiefern das mit Deutschland vergleichbar ist, sollte Dir geläufiger sein als mir.

> Ist das ein derartiger Affront, daß jetzt vermutlich Schluß mit der Konkordanz ist?

Ich finde es schade, weil ich die Konkordanz gegenüber dem Oppositionssystem bevorzuge. Aber was soll man machen, wenn man nurmehr Parteien hat, welche Politik als Selbstzweck zelebrieren und dabei das Volk vergessen.

Da werden Sie geholfen
Grüsse
kosh

antworten
 

Passend: die SpOnnerten Flagellanten greifen erneut tief ins Knobloch ...

kosh, Donnerstag, 13.12.2007, 06:52 (vor 6611 Tagen) @ kosh

.. während eine Rubrik höher ...

... mit http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,523086,00.html
- BÖRSEN IN ALARMSTIMMUNG
Erste Bank warnt offen vor Rezession in USA

... um Akademiker geworben wird. Der Jubel in der GlobalSozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (GSdAP) ist grenzenlos, ein Propagandaknüller jagt den anderen, auch die Aufschwung-Jagd auf deutsche Flüchtlinge hat sich heute wie gewohnt einen prominenten Platz erobert:

aus http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,523110,00.html
- In Bern liegen sich jubelnde Menschen in den Armen, sie feiern das politische K.o. des Rechtspopulisten Blocher.

Und wieder, hautnah daneben, so offensichtlich, dass man froh sei muss, wenn in der Schweiz die angebliche Arroganz des Deutschen nicht noch mehr Nahrung erhält. Zwei Weltkriege hat die Schweiz schon überstanden, ohne heim ins Reich zu kehren, warum sollte die Schweiz dieses mal dümmer sein als sie schon ist? Die Brainverluste sollen gefälligst heim und Steuern blechen.

Warum sollte Blocher gegen eine Herde sich selbst verstümmelnde Schattenboxer umkippen? Vielleicht alters- oder gesundheitshalber, aber politisch k.o. ist der noch lange nicht, im Gegenteil, jetzt geht die Show erst richtig los, er und die SVP brauchen nur noch zugreifen. Und was tun die SpOnner, die MeinungsBILDner für den deutschen Akademiker, der in die Schweiz flieht?:

aus http://de.wikipedia.org/wiki/Flagellanten
- Man nannte die Selbstgeißelung disciplina = Erziehung. Es ging um eine Transformation des Selbst, um eine Pädagogik der Existenz. Während das Ideal der Stoa die Leidenschaftslosigkeit war, verwandelte sich die Disziplin bei den frühen Mönchen in ein agonales Konzept zur Bekämpfung böser Leidenschaften. Der Mensch wollte sich durch seine asketischen Übungen über seine Grenzen hinausheben. Es sollte eine Vergegenwärtigung werden, die symbolische Ähnlichkeit und geschichtliche Bezüge durchbrechen und eine reale Unmittelbarkeit zum leidenden Gott herstellen. Die Flagellation war damit nicht mehr nur Bußritual, sondern wurde Teil eines eschatologischen Schauspiels, das auf die körperliche Vergegenwärtigung des Leidens ...

... Nazi ...

- ... abzielte. Auf der anderen Seite wurde der sich geißelnde Eremit zum geistigen Athleten, der sich langsam steigernd zu Höchstleitungen anspornte. [5] Es kam zu einer leistungsorientierten Quantifizierung der Geißelungen, die die Bußübungen zu dominieren begann und den Körper mit Blick auf das Heil instrumentalisierte.

Ja aber Hallo, Heil geht nicht! Mir gefällt mit Blick auf die SpOnner besonders der Passus "es kam zu einer leistungsorientierten Quantifizierung der Geißelungen, die die Bußübungen zu dominieren begann und den Körper mit Blick auf das Heil instrumentalisierte."

Die Amis auf Kurs
kosh

PS: Jeder Tag ein frisch' Brikett, macht die Arroganz perfekt.

antworten
 

Ein einmaliger Affront in der Schweiz

Andree @, Donnerstag, 13.12.2007, 05:29 (vor 6611 Tagen) @ JoBar

die statt Blocher gewählte Dame http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/die_neue_bundesraetin_eveline_widmer-schlumpf_bet...

hat die Wahl angenommen und ist aus der Fraktion SVP ausgeschieden worden.

Das ist das Opfer, bzw. ein weiterer Schritt, um die Schweiz doch in die EU einzubinden.

Adé direkte Demokratie.

antworten
 

nicht so dramatisch

chiron, Donnerstag, 13.12.2007, 07:00 (vor 6611 Tagen) @ Andree

Hallo André

Du unterliegst einem Irrtum. Die direkte Demokratie ist in der Schweiz so stark wie immer. Entschieden wird mehrmals jährlich vom Volk und dieses wird durch diese Entscheidung auch nicht zum EU-Anhänger.

Die Abwahl von Blocher ist für die Schweiz ein historisch gesehen absolut logischer Entscheid, denn jeder der sich anschickt zum König zu werden wird abrasiert. Ob dieser König von links oder rechts kommt ist völlig belanglos. Abgesehen davon kann Blocher seinen Einfluss im Gegensatz zu anderen Ländern in der Schweiz genauso geltend machen wie vorher, wenn nicht sogar noch stärker.

Gewinnen tut immer noch nur die Partei, welche die Bürger überzeugen kann und das ist gut so.

Gruss chiron

antworten
 

Raclette-, Marroni- und Pizokelgraben

kosh, Donnerstag, 13.12.2007, 07:59 (vor 6611 Tagen) @ chiron

Hallo Chiron

> Die Abwahl von Blocher ist für die Schweiz ein historisch gesehen absolut logischer Entscheid, denn jeder der sich anschickt zum König zu werden wird abrasiert. Ob dieser König von links oder rechts kommt ist völlig belanglos.

Das wird hoffentlich auch immer so bleiben! Dumm nur, dass Blocher in vielen Stuben als der einzige angesehen wird, der das Zeug zum Bundesrat hat. Die Bewunderung für seine Leistung ist nicht bloss theoretischer Natur, sowenig wie seine Leistungen rein theoretisch sind. Er wird es nicht tun, aus unternehmerischen Gründen, aber die Vorstellung, die Bündner Ems nach China auszulagern wäre ein gesalzene Ohrfeige für die neue Bündner Bundesrätin. Die Macht dazu hätte er und es würde mich nicht überraschen, wenn er mit seinem politischen Talent damit noch Wähler hinzugewinnt :-)

> Abgesehen davon kann Blocher seinen Einfluss im Gegensatz zu anderen Ländern in der Schweiz genauso geltend machen wie vorher, wenn nicht sogar noch stärker.

Vor allem ohne Rücksicht auf Establishment und Bundesrat. Sobald er Bartli den Most holen schickt, können wir uns auf eine spannende politische Phase gefasst machen.

> Gewinnen tut immer noch nur die Partei, welche die Bürger überzeugen kann und das ist gut so.

Das ist ja das eigentliche Problem der Bundesratswahl-"Sieger", sie überzeugen nicht. Wären sie ehrlich, könnten sie für die Abwahl nur Deinen Königsmördergrund anführen und ansonsten ein peinliches "eifach so" hinzufügen. Dabei bin z.B. ich v.a. aus einem einzigen Grund SVP-Wähler, der sich subsummieren lässt unter dem Schweizer Sonderfall mit Blick auf Leopold Kohr. Ich will weder den EU-Beitritt noch das Neutralitätsziel aufgeben. Ich wollte auch nie in die UNO, gerade um solche Knallfrösche wie die Carla Nationale möglichst zu verhindern. Für meine im Grunde simplen und durch die Geschichte nachvollziehbaren Minimalforderungen kriege ich nur von der SVP eine Garantie, die anderen Parteien haben mich sträflich im Stich gelassen, wenn man mal von ein paar rechtsnationalen Randnotizen absieht, die für mich nicht wählbar waren.

Das Schlimmste, was den Antiblocher-Parteien und ihrer nur mehr vorgeblichen Konkordanz (ich erinnere an König Couchepins Ausflüge oder an die kontraproduktive Arena-Propaganda aller beteiligten Bundesräte) jetzt passieren kann, ist eine Volkswahl der Bundesräte, weil die 7-köpfige Bundeshydra nur unter allergrössten Mühen unter 4 (evt. bald 5) Parteien und 4 Sprachregionen zu stopfen ist, ohne dass man den Röschtigraben alsbald in seine Untersektionen Raclette-, Marroni- und Pizokelgraben unterteilen müsste. Wobei die SpOnner wieder mal hart am Spätzlegraben arbeiten.

Grüsse
kosh

antworten
 

Raclette-, Marroni- und Pizokelgraben

chiron, Donnerstag, 13.12.2007, 08:52 (vor 6611 Tagen) @ kosh

Hallo kosh

Wenn es um die EU- und Neutralitätspolitik geht, gehöre ich auch zu den SVP-Sympathisanten, ansonsten wähle ich von links bis rechts, einmal so und einmal so.

Was mir bei der SVP nicht gefällt, sind ihre neoliberalen Züge. Für Steuererleichterungen bei den Reichsten macht sie sich stark, für Steuererleichterungen die dem Mittelstand zugute kommen würden wie Mehrwertssteuer usw. hat auch die SVP kein Musikgehör.

Eine für mich wählbare Partei habe ich bis jetzt nicht gefunden und als Schweizer braucht man das ja auch nicht. Es gibt genug Möglichkeiten bei Sachfragen seinen Senf dazu zu geben, deshalb ist es auch nicht wichtig, wer im Bärengraben politisiert.

Gruss chiron

antworten
 

Abwanderung der EMS-Chemie wäre konsequent

Baldur der Ketzer @, Ketzerland, Donnerstag, 13.12.2007, 09:00 (vor 6611 Tagen) @ kosh

Hallo, kosh,

aber die Vorstellung, die
Bündner Ems nach China auszulagern wäre ein gesalzene Ohrfeige für die
neue Bündner Bundesrätin. Die Macht dazu hätte er

es würde doch reichen, die paar Kilometer nach Norden zu verlagern, nach Balzers (FL).

Man kann nicht immer nur den Kopf und Schwanz einziehen, und sich ducken, irgendwann muß man auch Konsequenzen ziehen. Weshalb sonst gehen wohl so viele Deutsche in Ausland, wenn der seidene Faden gerissen ist ?

Ähnliches sieht man ja auch in der Schweiz, interkantonal.

Wenn der Bogen überspannt wird, muß man handeln, oder man wird selber zum Gespött.

Falls Blocher einen vor Ort im FL ansässigen Geschäftsführer suchen würde, ich wüßte schon einen......daran würde es sicher nicht scheitern....

Beste Grüße vom Baldur

--
Der Hörer an der Wand hört seine eigne Schand

antworten
 

Abwanderung der EMS-Chemie wäre konsequent

chiron, Donnerstag, 13.12.2007, 10:14 (vor 6610 Tagen) @ Baldur der Ketzer

aber die Vorstellung, die
Bündner Ems nach China auszulagern wäre ein gesalzene Ohrfeige für die
neue Bündner Bundesrätin.

Hallo Baldur

Ich hoffe doch sehr, dass Blocher etwas mehr Format hat, um sich nicht auf solche Sandkastenspiele einzulassen. Sein Credo war doch immer, dass ihm die Schweiz am Herzen liegt (...in guten wie in schlechten Zeiten).

Jetzt möchte ich schon mal sehen, ob er über der Sache steht oder sich von verletzten Eitelkeiten leiten lässt.

Gruss chiron

antworten
 

Abwanderung : Eitelkeit oder Vernunft ?

Baldur der Ketzer @, Ketzerland, Donnerstag, 13.12.2007, 11:42 (vor 6610 Tagen) @ chiron

Hallo, Chiron,

Ich hoffe doch sehr, dass Blocher etwas mehr Format hat, um sich nicht auf
solche Sandkastenspiele einzulassen. Sein Credo war doch immer, dass ihm
die Schweiz am Herzen liegt (...in guten wie in schlechten Zeiten).

hm, Format ist ein heftiges Wort in diesem Zusammenhang, denn ein politisches System, dem es offensichtlich und offenkundig an Format fehlt, sollte doch nicht auch noch von den verarschten Systemopfern ausgehalten werden....

Bitte nicht mit dem Hinweis auf Vorgängerin Ruth Metzler kontern, der zieht nicht, Blocher hat unstreitig Erfolge erzielt, Metzler schaffte es lediglich, landesweit fast alle Messer zu verbieten, um die von ihr als Taucherin selber benötigten Ausführungen hinterher wieder freistellen zu lassen - was für ein Treppenwitz, auch an anderen Gesetzen sichtbarer Wider- und Stumpfsinn.

Insofern hilete ich es für ein Zeichen von Format, wenn Blocher die Konsequenzen zöge, und die (Steuer)Kasse/Geldbörse für Bern und seine Judas-Kollegin zumachte....

Im Übrigen stellt sich mir die Frage, ob es eine Schweiz, wie von Blocher angesprochen, überhaupt noch gibt, oder ob das Land nicht vielmehr ebenso zur Kolonie von USRael und der EU verkommen ist. Eine solche Kolonie mit dem aufgepappten Aufkleber *Schweiz* hätte Blocher sicher nicht gemeint, denn das wären ja keine schlechten Zeiten mehr, sondern schlicht der Exitus.

Vor einigen Jahren führte ich ein interessantes Gespräch mit einem Taxifahrer in Basel, der meine Pro-Schweiz-Haltung gar nicht verstehen konnte, und der mich aufklärte, daß man doch keine Schweiz mehr sei, sondern das gleiche Naren- und Affenhaus wie in Deutschland oder sonstwo. Seine Beispiele der Bürgergängelung und Volksverarsche waren treffend und überzeugend.

Und heute wurden sie für alle Welt auch noch sichtbar.

[[sauer]]


Beste Grüße vom Baldur

--
Der Hörer an der Wand hört seine eigne Schand

antworten
 

CVP und Frauen verheizen

kosh, Donnerstag, 13.12.2007, 12:46 (vor 6610 Tagen) @ Baldur der Ketzer

Guten Abend Baldur

Alles ist in Bewegung, auch die Schweiz, wenn auch etwas langsamer. Darum keine Trauer, denn was die Schweiz heute verliert, scheinen andere Staaten doppelt wett zu machen. Am Ende zählt nur, wer relativ den klügsten Weg eingeschlagen hat. Darum mache ich mir eher wenig Sorgen. Trotzdem noch ein paar Kommentare, kommt ja nicht alle Jahre vor, dass nicht einfach abgenickt wird.

> hm, Format ist ein heftiges Wort in diesem Zusammenhang, denn ein politisches System, dem es offensichtlich und offenkundig an Format fehlt, sollte doch nicht auch noch von den verarschten Systemopfern ausgehalten werden....

Insbesondere wenn ich daran denke, wie viele von diesen Antiblocher-Freudentänzern, auch unter dem Volk, sich zu Aussagen wie Sauschwaben oder arrogante Deutsche hinreissen lassen. Das geht hinten und vorne nicht zusammen mit dem EU-Beitrittswunsch solcher Halungge(n). Ja genau, so werden jene genannt, welche das Herz nicht am rechten Fleck haben (explizit nicht gemeint ist: am Rechten Fleck, obwohl es auch unter diesen Leuten welche gibt, die was verwechseln).

@Chiron hat schon recht, wenn er der SVP eklatante Versäumnisse vorwirft. Dem kann ich lediglich entgegen halten, dass wir keine andere Partei mehr haben, die sich verlässlich von der EU distanziert. Deshalb wähle ich SVP, nicht weil sie meine Partei wäre, in vieler Hinsicht kann ich auch nur den Kopf schütteln, nur dass ich von den anderen Parteien noch mehr Kopfweh kriege. Ich kann mir mittlerweile sogar halbwegs vorstellen, warum in den 30ern die NSdAP gewählt wurde. Eine wirklich merkwürdige Erfahrung, nachdem ich wie viele meiner Generation jahrelang diesen Knorpel unhinterfragt ertragen habe. Und schon wieder abgeschweift.

Die CVP/SP hat mit dieser Wahl erneut eine Frau geschleift. Was hatte sie denn für eine Wahl? Eine richtige SVP-Frau war sie nie, sie kam aus einer anderen Ecke. Sie exponierte sich gegen die Parteiströmung, also war sie ein willkommenes Opfer. Falls @JoBar noch mitliest, so geht das in der Schweiz, man hat diese Frau gezwungen, entweder diese Wahl anzunehmen oder fortan im parteipolitischen Hinterland zu darben. Da hätte sie gleich ihre Karriere gegen eine hauptamtliche Mitgliedschaft im örtlichen Frauenverein tauschen können. Nicht dass ich Mitleid hätte, aber so ist das bei uns. Ihre einzige Chance war, entweder Bundesrätin ohne Partei zu werden, oder als Verräterin am Antiblocherkomplott geschnitten zu werdeen und damit ihre politische Karriere zu besiegeln. Niemand ausser der SVP hätte dann noch etwas mit ihr zu tun haben wollen. Sie hat ihr Sprungbrett bei der SVP als Karrierechance wahrgenommen, keine besonders gute Tat für die Gleichberechtigung und sie hat nicht gemusst, aber sie hat es getan, die Flucht nach Vorne angetreten. Verheizt von unserer lieben CVP, der Christlichen Volkspartei, die auch Ruth Metzler verheizte, man mag von ihr halten was man will, aber auch Metzler hat nicht weniger geleistet als ihre mittelmässig-männlichen Kollegen. So das wollte ich noch anfügen, um @JoBar die Schweiz ein wenig verständlicher zu machen, und natürlich jeden anderen, den unsere Lokalscharmützel interessieren.

> Vor einigen Jahren führte ich ein interessantes Gespräch mit einem Taxifahrer in Basel, der meine Pro-Schweiz-Haltung gar nicht verstehen konnte, und der mich aufklärte, daß man doch keine Schweiz mehr sei, sondern das gleiche Naren- und Affenhaus wie in Deutschland oder sonstwo. Seine Beispiele der Bürgergängelung und Volksverarsche waren treffend und überzeugend.
Und heute wurden sie für alle Welt auch noch sichtbar.

Und für ein paar Schweizer (ok, alle Welt ist ja inklusive) auch, da bin ich mir sicher.

Grüsse
kosh

antworten
 

Abwanderung : Eitelkeit oder Vernunft ?

chiron, Donnerstag, 13.12.2007, 13:58 (vor 6610 Tagen) @ Baldur der Ketzer

Hallo Baldur


hm, Format ist ein heftiges Wort in diesem Zusammenhang, denn ein
politisches System, dem es offensichtlich und offenkundig an Format fehlt,
sollte doch nicht auch noch von den verarschten Systemopfern ausgehalten
werden....

Format ist kein heftiges Wort, denn Blocher kreidet fehlendes Format bei den Politikern doch ständig an, dann muss er sich schon stellen. Ich glaube auch, er würde mir in dieser Frage sogar heftig zustimmen.

Im übrigen ist er nicht am System gescheitert. Die Politiker wurden gerade erst gewählt und Auswahl hatte es genug. Wenn du dich in den Schweizer Blogs umschaust, dann wirst du sehen, dass sehr, sehr viele den Rausschmiss von Blocher begrüssen. Die Abwahl war knapp und sie dürfte auch den Verhältnissen in der Schweizer Bevölkerung entsprechen.


Bitte nicht mit dem Hinweis auf Vorgängerin Ruth Metzler kontern, der
zieht nicht, Blocher hat unstreitig Erfolge erzielt, Metzler schaffte es
lediglich, landesweit fast alle Messer zu verbieten, um die von ihr als
Taucherin selber benötigten Ausführungen hinterher wieder freistellen zu
lassen - was für ein Treppenwitz, auch an anderen Gesetzen sichtbarer
Wider- und Stumpfsinn.


Metzler war jung, unerfahren und karrierehungrig. Heute arbeitet sie bei Novartis - passt doch.


Insofern hilete ich es für ein Zeichen von Format, wenn Blocher die
Konsequenzen zöge, und die (Steuer)Kasse/Geldbörse für Bern und seine
Judas-Kollegin zumachte....

Warum, seine Wähler haben ihn nicht enttäuscht und genau für diese Wähler ist er in der Politik und zwar auch weiterhin.


Im Übrigen stellt sich mir die Frage, ob es eine Schweiz, wie von Blocher
angesprochen, überhaupt noch gibt, oder ob das Land nicht vielmehr ebenso
zur Kolonie von USRael und der EU verkommen ist. Eine solche Kolonie mit
dem aufgepappten Aufkleber *Schweiz* hätte Blocher sicher nicht gemeint,
denn das wären ja keine schlechten Zeiten mehr, sondern schlicht der
Exitus.

Blocher hat für USrael mehr Sympathien als du glaubst. So eindeutig ist er in dieser Frage nicht, wie ich es mir wünschen würde. Das der SVP nahestehende Blatt Weltwoche hat einen extremen Pro-USrael-Kurs gefahren, mehr als jede andere Schweizer Zeitung oder Zeitschrift.


Vor einigen Jahren führte ich ein interessantes Gespräch mit einem
Taxifahrer in Basel, der meine Pro-Schweiz-Haltung gar nicht verstehen
konnte, und der mich aufklärte, daß man doch keine Schweiz mehr sei,
sondern das gleiche Naren- und Affenhaus wie in Deutschland oder sonstwo.
Seine Beispiele der Bürgergängelung und Volksverarsche waren treffend und
überzeugend.

Affenhaus vielleicht, aber selbst verschuldet. Die Schweiz hat die Regierung, die sie verdient. Frag mal die Leute auf der Strasse und nicht nur im Schiessverein, was sie von Blocher halten, die Meinungen gehen so weit auseinander wie in den USA zum Thema Bush.

Ausgesprochen relaxed

chiron

http://blog.zeitenwende.ch/politik/sturm-im-wasserglas/

antworten
 

Sein und Schein

Baldur der Ketzer @, Ketzerland, Donnerstag, 13.12.2007, 15:07 (vor 6610 Tagen) @ chiron

Hallo, Chiron und Kosh,


Wenn du dich in den Schweizer
Blogs umschaust, dann wirst du sehen, dass sehr, sehr viele den
Rausschmiss von Blocher begrüssen.

aus mir unerfindlichen Gründen scheint das tatsächlich so zu sein. Emerald scheint ja auch kein B.-Fan zu sein.


Warum, seine Wähler haben ihn nicht enttäuscht und genau für diese Wähler
ist er in der Politik und zwar auch weiterhin.

stimmt, da ist was dran.

Blocher hat für USrael mehr Sympathien als du glaubst.
Weltwoche hat einen extremen Pro-USrael-Kurs gefahren,

das ist mir ebenfalls schmerzlich bewußt.


Affenhaus vielleicht, aber selbst verschuldet. Die Schweiz hat die
Regierung, die sie verdient.

Auch da kann ich nicht widersprechen....

Frag mal die Leute auf der Strasse und nicht
nur im Schiessverein, was sie von Blocher halten, die Meinungen gehen so
weit auseinander wie in den USA zum Thema Bush.

Richtig.

Ich kann mir sogar eines vorstellen : obwohl bei Referenden das Stimmvolk von den Regierenden in Bern oft genug und dreist belogen wurde, scheint es das nicht groß in Erinnerung zu behalten, wie wohl jedes Stimmfolg der Welt.

Zudem kennen sich die Politiker *hinten rum* meist besser und näher, als es nach außen hin den Anschein haben darf.
Mir ist mal bei einem Aufenthalt in Bern aufgefallen, daß es zwischen Schweizer Behördenvertretern und Insassen von Fahrzeugen mit deutschen Kennzeichen eine auffällige Nähe und Vertrautheit gab, der kleine Amtsweg scheint auch da bestens zu funktionieren.

Im kommenden Jahr steht die Umsetzung des Schengen-Beitritts an, und das wird für die Schweiz wiederum einige bittere Pillen zu schlucken geben, von denen das Folg noch keine Ahnung hat. Blocher im Justizdepartement hätte das durchziehen müssen - wollte er das denn ? Durch den Bockmist vorher ist die Schweiz dazu ja gezwungen, das Referendum ging ja schief.

Immerhin ist die SVP jetzt in der glücklichen Lage, die Schuld für den kommenden Gesetzeswust und die EU-Angleichung auf das Politikerpack in Bern zu schieben.
Es könnte immerin also auch ein Notausstieg sein, ein Spiel über mehrere Banden, ein geschickter Schachzug, der ein paar Monate bzw. Züge vorausdenkt....

Schade, daß es keine erklärte Anti-EU-Partei gibt. Die würde aber erstens wie die FPÖ demontiert, und außerdem mit dem Makel des Populismus behaftet, und abgewertet. Leider glauben fast alle, der Begriff Populismus sei etwas schlechtes, das Gegenteil ist der Fall. Aber auch da kann man in einer Analogie zur Religion und dem Buch *Denn sie wissen nicht, was sie glauben* festhalten, *denn sie wissen nicht, was sie wählen*.

Ich habe mal mit einem Hellseher gesprochen. Nachdem er mich durch eine Vielzahl von Treffern verblüfft hatte, fragte ich ihn, ob eher die Schweiz oder eher Österreich ein empfehlenswerter Standort für die Zukunft wäre - er meinte, eher Österreich.

Nach den Ereignissen der letzten Tage glaube ich das auch so langsam....

Die Schweiz hat doch nur deswegen so einen Bonus, weil sie anders ist, eigenständig, starrköpfig, selbstbewußt. Ansonsten kann die Wirtschaft am Standort nichts besser, als die Konkurrenz in den unmittelbar umliegenden Gefilden. Wenn nun auch noch dieser Tellsche Geist verloren ginge, was würde die Schweiz als Faktor noch ausmachen ? Aus der AUNS wurde ja auch nicht gerade viel....

Beste Grüße vom Baldur

--
Der Hörer an der Wand hört seine eigne Schand

antworten
 

Schein oder nicht Schein

kosh, Freitag, 14.12.2007, 09:27 (vor 6610 Tagen) @ Baldur der Ketzer

Hallo Baldur

- Ich kann mir sogar eines vorstellen : obwohl bei Referenden das Stimmvolk von den Regierenden in Bern oft genug und dreist belogen wurde, scheint es das nicht groß in Erinnerung zu behalten, wie wohl jedes Stimmfolg der Welt.

Das Folg :-) ist bei uns auch nicht anders als anderswo.

- Immerhin ist die SVP jetzt in der glücklichen Lage, die Schuld für den kommenden Gesetzeswust und die EU-Angleichung auf das Politikerpack in Bern zu schieben.

Und weil das Folg nicht anders als anderswo ist, ist es auch empfänglich für einfache Erklärungsansätze. Diese Schiene beherrscht die SVP wie keine andere Partei.

- Es könnte immerin also auch ein Notausstieg sein, ein Spiel über mehrere Banden, ein geschickter Schachzug, der ein paar Monate bzw. Züge vorausdenkt....

Mit diesem Gedanken habe ich gespielt, als ich @JoBar schrieb: "Es ist, als hätte die SVP den Blattschuss selbst vorbereitet, und alle Gegner sind blindlings in die Grube getappt. Und wie die sich gefreut haben in der Grube, es war eine Augenweide."
Ganz soviel Geschickt würde ich der SVP jetzt nicht zutrauen, aber ich kann mir vorstellen, dass sie sich als geschickter Ränkespieler am Parteiparkett auf alle Optionen blenden vorbereitet haben. Die werden auch genau auf die Reaktionen geachtet haben, ich meine, ein guter Spieler behält sein Pokerface, aber an den Freudenausbrüchen lässt sich sogar von aussen erkennen, wer wo steht.

- Es könnte immerin also auch ein Notausstieg sein, ein Spiel über mehrere Banden, ein geschickter Schachzug, der ein paar Monate bzw. Züge vorausdenkt....

Im Sinne der erwähnten Optionen wurde dieser Notausstieg wieder mal vorbereitet, ja von wem (?), den SVP-Gegnern höchstselbst indem sie ihre Unfähigkeit auf die Spitze trieben und glaubten, via Geschäftsprüfungskommission in der Affäre Roschacher zu punkten und Blocher zu diskreditieren. Hätte ein anderer als Blocher am Pranger gestanden, wäre die GPK wesentlich schärfer für ihre Verfehlungen angegriffen worden, doch hier liess man die Versager weitgehend gewähren. Der Geheimplan Roschacher aus dem Hause Blocher hat sich in einen Geheimplan zur Absetzung Blochers gewandelt und der dient ab jetzt bestens, um Plan B auf die Matte zu schieben.

aus http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,523330,00.html
- Blocher droht mit seinen Milliarden
Christoph Blocher ist nicht mehr in der Regierung - aber für die Schweiz ist der gedemütigte Politiker umso gefährlicher.

Gestern noch war seine politische Karriere in der SpOnner-Abteilung besiegelt, natürlich gedacht als Weiterbildungskurs für den gebildeten Pisademiker von nebenan, nur einen Tag später drehen die SpOnnerten ihren Alarmismus auf Sturm. Herrlich, dass man von dieser Gehirnkrankheit leben kann. Die Ausreden der kadavertreuen Kundschaft würde ich gerne mal hören, die wären ein Kabarett an und für sich.

- Blocher profitiert schon jetzt von seinem Märtyrerstatus, ...

Tja, mit dieser Feststellung waren andere schneller :-)

- ... die SVP verzeichnet einen Mitgliederrun.
... Mittlerweile wird die SVP mit Neueintritten überschwemmt. Umfragen bei den Kantonalparteien hätten ergeben, dass die SVP in nur 24 Stunden in der ganzen Schweiz über 2.500 Neumitglieder erhalten habe. "Diese Zahl entspricht dem Neumitglieder-Zuwachs eines normalen Jahres", meldete heute morgen der Pressedienst der Partei.

Interessanter für mich wäre zu erfahren, von wo die kommen. Aus dem Stand dürften nicht unbeträchtlich der CVP und FDP verlustig gegangen sein.

- Zwar erlaubten es die Eigenheiten der Schweizer Politik schon bisher, dass eine Partei in der Regierung sitzen und gleichzeitig Oppositionspolitik betreiben konnte. Deshalb beruhigen denn auch Politikwissenschaftler wie Journalisten auf allen Kanälen, dass der Gang der SVP in die Opposition keine großen Auswirkungen haben werde.
... Die gleichen Beobachter sehen die Nationalkonservativen seit Jahren ihren Zenit überschreiten. Seit 1999 hat die SVP jedoch bei allen nationalen Parlamentswahlen ihren Stimmanteil deutlich ausbauen können. Da schwant es auch langsam dem Kommentator der "NZZ", dass die Sieger vom Mittwoch die künftigen Verlierer sein könnten.

Lest lest, einer der die NZZ liest und trotzdem für die SpOnner arbeitet.
Sogar Politikwissenschaften kann man studieren, wenn man zu blöd ist. Kein Wunder schlägt Pisa in den fortschrittlichsten Ländern zu. Es ist dummerweise so, dass Regierungs-Parteien im Konkordanzsystem einer freiwilligen Selbstbeschränkung unterliegen, die ihnen auch gerne unter die Nase gerieben wird um sie daran zu erinnern. Sogar Blocher musste sich zügeln, ganz besonders im Bundesrat, nur hat das den anderen nicht gereicht, die glaubten tatsächlich, dass Blocher als Vertreter der Regierung handzahm würde. Nun da die SVP keine Bundesräte mehr hat, aber so stark ist wie die FDP in ihren besten Zeiten, ...

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/82/W%C3%A4hleranteil_NR_1919-2007.gif

... kann sie nach Belieben werkeln, z.B. so:

aus http://de.wikipedia.org/wiki/Referendum#Referendum_in_der_Schweiz
- Änderungen der Schweizer Bundesverfassung (BV) unterliegen dem obligatorischen Referendum (Verfassungsreferendum): über eine vom Parlament beschlossene Änderung in der Verfassung muss es auf jeden Fall eine Volksabstimmung geben, die sowohl von der Mehrzahl der Stimmbürger (Volksmehr) als auch von der Mehrzahl der Kantone (Ständemehr) angenommen werden muss.
Gesetzesänderungen unterliegen dem fakultativen Referendum (Gesetzesreferendum). Referenden werden üblicherweise von Interessengruppen ergriffen. Davon unabhängig gibt es auch die Möglichkeit eines Kantonsreferendums, die bisher jedoch nur ein einziges Mal (2003) benutzt wurde. Zu einer Volksabstimmung über die Gesetzesänderung kommt es, wenn dies mindestens 50'000 Stimmbürger oder 8 Kantone innerhalb von 100 Tagen verlangt haben. Zur Annahme einer derartigen Vorlage genügt das Volksmehr (Art. 141 BV).

Man sollte nicht wie unsere Pisademiker den Fehler begehen und dieses Instrument unterschätzen. Bei fast 30% Wähleranteil können die beinahe jedes Referendum aufstellen, die 50'000 Unterschriften sind ein Klacks. Wenn die Unterschriften nicht aus Überzeugung kommen, dann aus Trotz gegenüber den Vögten in Bern. Mit einer Unterschrift ist auch noch nichts entschieden, man kann später das Referendum immer noch ablehnen. Übrigens, ich unterschreibe normalerweise nichts, aber wenn sie anfangen, mich zu ärgern, dann ärgere ich eben zurück und sei es nur um zu sagen, hallo, ich bin immer noch da. Natürlich wird sich auch Brüssel ärgern, aber das ist die echteste Demokratie die es gibt auf dem Planeten Erde, nicht das was die EU im Irak und gegen den Iran unterstützt.
Die SpOnner:

- Die SVP ist eine unheimlich unschweizerische Partei: Sie verfügt über eine professionelle Wahlmaschinerie, über große finanzielle Mittel, strategische Denker sowie mit Blocher über einen unvergleichlich starken Parteilenker. Tief gekränkt wird sie womöglich blind um sich schlagen. Auch zum Schaden des Landes.

So sind sie halt, gewisse Schweizer, das nennt man "nicht erpressbar", wobei sie es die meiste Zeit doch sind, aber irgendwann "isch gnue Heu dune" (= ist genug Heu unten) und dann sind sie sauer. Und aha, strategische Denker sind unschweizerisch. Das muss dem Schreiber ungewollt rausgerutscht sein, weil die Anti-SVP-Fraktion wäre folglich typisch schweizerisch naiv, was sie tatsächlich ist.

- Die Schweizer Wirtschaft konnte bisher elegant im Fahrwasser der neoliberalen SVP Steuersenkungen und Staatsabbau vorantreiben. Im politischen Lager der Gegner munkelt man, dass die Wirtschaftsverbände als Dank dafür maßgeblich den Wahlkampf der SVP sponsorten - beweisen konnte dies jedoch niemand.

Hätte man das beweisen können, stünde die FDP als traditionelle Wirtschaftspartei noch jämmerlicher da. Immerhin konnte der SpOn mit dieser Bemerkung einmal mehr die Lunte für die Verstrickung der Wirtschaft mit den helvetischen Nazis legen. Blöd nur, dass die Parteifarbe der SVP eine andere Sprache spricht.

- Allerdings droht diese Allianz nun auseinanderzubrechen. Um ihr politisches Profil zu schärfen, wird die SVP wieder verstärkt die Interessen des "kleinen Mannes" vertreten wollen. Kein Wunder, zeigte sich der einflussreiche Schweizer Dachverband der Wirtschaft, Economiesuisse, heute morgen sehr besorgt. Die SVP wurde ausdrücklich aufgefordert, im nächsten Jahr kein Referendum gegen die Personenfreizügigkeit mit der Europäischen Union zu ergreifen.

Das hat die FDP nun davon, dass sie den EU-Beitritt nicht offen ablehnt. Jetzt muss sie bei den Gegnern betteln gehen. Es gibt nichts umsonst, weder ausser- noch innerhalb der Politik.

- Weil die Schweiz nicht Mitglied der EU ist, mussten alle Aspekte der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mühsam in den so genannten Bilateralen Verträgen geregelt werden.

In der BRDDR 3.0, wurde in diesem Form letzthin festgestellt, brauchen Parlamentarier nur die Knoblaucherin abnicken, Aspekte irgendwelcher Art interessieren nicht. Wäre das vielleicht ein System für die Schweiz?

- Dass die Schweizer Wirtschaft seit ein paar Jahren auf Hochtouren läuft, verdankt sie maßgeblich dem offenen Arbeitsmarkt. Eine Tatsache, die die SVP gerne verschweigt.

So wie die SpOnner verschweigen, dass es bei den schwarzen Schafen weder ausdrücklich um "Nigger" noch ausdrücklich um jeden einzelnen Ausländer ging, aber gelle, auf Kommando den Finger aus dem eigenen Arschloch ziehen und auf andere zeigen gehört zum redaktionellen Alltag ebenso wie die Verwunderung, warum das Braun unter den Nägeln trotz beflissener Maniküre nicht verschwinden will.

- Stattdessen warnt sie unentwegt vor einer Einwanderungswelle und billigen Arbeitskräften.

Ach so ist das, und meint natürlich ganz sicher nicht jene billigen Arbeitskräfte, welche an sich schon ziemlich billig sind, weil sie Tätigkeiten mit einem niedrigen Anforderungsprofil ausüben. Dass sie damit eher Menschen aus ihrer Meinung nach inkompatiblen Kulturkreisen meint, darf sie im Lichte des Antirassismusparagraphen nicht mehr sagen, weil ihr dann eine Rassismusklage droht. Also wird sie per Gesetz gezwungen, andere Möglichkeiten der Ausdrucksweise auszuschöpfen. Die Interpretation ist dann für jedermann frei und nicht beweisbar. Ausser für Hofberichterstatter.

- Die Alpenrepublik ist inzwischen für Deutsche das Auswandererziel Nummer 1, noch vor den USA. Dieser Wirtschaftsboom droht nun abgewürgt zu werden, wenn das Schweizer Volk "Nein" sagt zur Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Bulgarien und Rumänien. Damit wäre auch die Verlängerung der Personenfreizügigkeit mit der EU arg gefährdet.

Nun ja, man kann nicht alles haben, z.B. den Blocher nicht haben, dann doch haben, darauf nicht mehr haben und schliesslich wieder haben wollen. Irgendwie müsste selbst dem unstrategischsten Parteistrategen der Schweiz ein Lichtlein aufgehen, dass ein 2,5 Milliarden-Kaliber sein Vermögen nicht dadurch gemacht hat, indem er sich nach Belieben rum schubsen liess.

Grüsse
kosh

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Affront ? Meine Einschätzung :

Emerald, Donnerstag, 13.12.2007, 08:43 (vor 6611 Tagen) @ Andree

Eigentlich ist es eine Wiederholung der Bundesrats-Wahl 2003, nur mit
umgekehrten Folgen für den damaligen Sieger.

Damals wurde die Bundesrätin Metzler, dank fiesen Spielchen von Teilen der
CVP ausgehebelt und in die Wüste geschickt. Dank diesen polit. Mätzchen
wurde Christoph Blocher als neuer Bundesrat vereidigt.


Gestern ist ihm genau gleich geschehen, was mich ehrlich gesagt ebenfalls
blass erstaunte. Wiederum haben Mitte Links und Grüne zusammen mit der CVP
eine SVP-Vertreterin auf den Thron gehoben, welche diesen Kreisen
genehmer ist. Die Classe Politique - ein blocherscher Ausdruck - hat
gesiegt. Er wurde von seiner persönlichen Vergangenheit eingeholt.

Ich denke es wird für die Rest-SVP, eine Partei-Aufsplittung ist bereits
definitiv, in der Opposition interessant werden.

Frau Eveline Widmer-Schlumpf hat allerdings einen sehr guten _Ausweis,
und als dritte Frau, wird sie mit aller Bestimmtheit helfen die Schweiz
etwas aufzumischen.

Es geht auch bei uns nichts über Veränderung. C'est la vie!

Emerald.

antworten
 

Was passiert denn da im Zauberformel-Land? Wer erklärt es mir?

apoll, Donnerstag, 13.12.2007, 06:55 (vor 6611 Tagen) @ JoBar

Hi, ich schreibe seit Jahren, das die Schweiz ebenfalls von den Dunkelmännern beherrscht wird- Alpina-Loge. Apoll

antworten
 

Alpina - hast wohl recht. owT

BillyGoatGruff @, Schweiz, Donnerstag, 13.12.2007, 09:28 (vor 6611 Tagen) @ apoll

- kein Text -

--
"Politiker und Windeln müssen häufig gewechselt werden, aus dem selben Grund, und das ist nicht der Geruch' (Mark Twain)

antworten
 

Danke für die Erläuterungen

JoBar, Donnerstag, 13.12.2007, 11:51 (vor 6610 Tagen) @ JoBar

War viel Neues dabei!

Tztz, und ich dachte doch glatt der SVP-Mann Samuel Schmid sei von der SVP gewählt worden.

Der NZZ-Link von kosh führt auch zu einem NZZ-Artikel in dem die Schlumpfine berichtet, daß sie am Abend vor der Wahl per SMS über "ihr Glück" informiert wurde.
Interessant wie in Bananavetia die Regierung gebildet wird [[euklid]]

Und dann wieder der apoll! Glaubst Du etwa nicht, daß urplötzlich und synchron in den Führern der drei, vier Nicht-SVP-Parteien der Wunsch nach einer Anti-Blocher-Aktion erwuchs? *scheinheiligguck*

Ja, ja, Europa ist wirklich sehr vielfältig: Der §130 in Absurdistan, das Verbotsgesetz bei den Ösis, das Anti-Rassimus-Gesetz in der Schweiz, ...

Alles Zufall? Oder was? [[smile]]

Grüße

J

antworten
 

Wie wär's mit Confoederatio Bananica?

kosh, Donnerstag, 13.12.2007, 12:55 (vor 6610 Tagen) @ JoBar

"Bananavetia" ist mal was anderes, gell. Nur ganz kurz, der André war's, der mit dem NZZ-Link.

Guets Nächtle
kosh

antworten
 

"Confoederatio Bananica" paßt viel besser - Tja, die Einheimischen ;) owT

JoBar, Donnerstag, 13.12.2007, 13:42 (vor 6610 Tagen) @ kosh

- kein Text -

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