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UGU anstatt Super-GAU, oder die Wahrheit über falsche Vokabeln ...

neptun @, Montag, 11.04.2011, 09:15 (vor 5509 Tagen)

... wie z. B. "Restrisiko".

GAU (Größter Anzunehmender Unfall) ist schon der richtige Begriff:

Das Wort "anzunehmender" bedeutet hier nämlich, daß ein noch größerer Unfall nicht anzunehmen ist, im Sinne von nicht annehmbar.

Das heißt, daß ein größerer Unfall als ein GAU, also ein Super-GAU, nicht angenommen werden darf, weil ein AKW spätestens dann nicht finanzierbar wäre, bzw. wenn es dennoch finanziert würde, die ganze Verantwortungslosigkeit noch offensichtlicher wäre.

Weil also dieser Begriff korrekt das wiedergibt, was er wiedergeben soll, gehört er entlarvt und verboten in der Diskussion um das "Restrisiko" (diese perverse Vokabel), weil eben dieses Restrisiko jenseits eines GAUs anzusiedeln ist.

Das Wahnsinnige an diesen ganzen Begriffsbildungen (GAU, Restrisiko, Super-GAU) besteht darin, daß man ja eben doch ein Gefühl dafür hat, daß es jenseits eines GAUs noch etwas geben kann, und das nennt man eben Super-GAU. Mit dem Trick der eigens zu diesem Zweck erfundenen Vokabel "Restrisiko" wird dann das, von dem man fühlt, daß es möglich ist, von dem man aber weiß, daß man es leugnen will, jedem Menschen auf dieser Welt aufgezwungen als ein Risiko (nur diese Vokabel ist m. E. zulässig, die andere müßte per Gesetz wieder aus dem Sprachgebrauch entfernt werden), das er eben tragen muß. Womit eben nicht nur die 7 Milliarden heute lebenden Menschen vergewaltigt werden, sondern (neben der gesamten restlichen Tier- und Pflanzenwelt) auch die vielen Milliarden oder Billionen, die nach uns folgen.

Gegen ein solch ungeheuerliches Verbrechen ist der Tatbestand einer Kinderschändung, welcher völlig zu recht strafrechtlich verfolgt wird (wenn auch mit immer noch zu geringen Strafen und Opfer-Entschädigungen), ein extrem geringfügiges Vergehen. Die Strafe dafür könnte gar nicht hoch genug angesetzt werden (Todesstrafe selbstverständlich ausgeschlossen). @alle Juristen: Wann bringt Ihr endlich genug Mut auf, Euch dafür einzusetzen, dieses Verbrechen ahndungsfähig zu machen?

Da der Begriff Super-GAU außerdem etwas verharmlosendes in sich trägt durch das Positive, was im sonstigen Sprachgebrauch bei der Verwendung von "Super" mitschwingt, schlage ich hier einen neuen Begriff vor, kürzer, schlagkräftiger, treffender und mit der "richtigen" Schwingung, weil gleich zwei "U" darin vorkommen ("Uuh, uuh"):

UGU (Unvorstellbar Großer Unfall) wäre vielleicht der passendere Begriff in der folgenden Argumentation, welche geeignet sein könnte, die wesentlichen Dinge immer auf einfachste Weise parat zu haben, wenn es darum geht zu verdeutlichen, warum niemand guten Gewissens die (angeblich) friedliche Nutzung der Kernenergie verantworten kann.

So einfach ist das:

EIN UGU in mehreren Milliarden Jahren sind genau 100% Unfälle zuviel, wenn es möglich ist, daß dieser eine Unfall JETZT geschieht. Und da sich NICHT BEWEISEN läßt, DAß es NICHT JETZT geschehen kann, WISSEN WIR, daß es nur eine Lösung gibt: Aufhören so schnell es geht.

Jeder Atomkraftbefürworter hat a priori eine Bringschuld für einen solchen (nicht durchführbaren) Beweis.

@CrisisMaven:

Deinen Beitrag (http://dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=209999) habe ich gelesen und verstanden als Mittel, um eine überzeugende Diskussion gegen den Betrieb von AKWs einfacher führen zu können. Für einfach und für den Normalgebrauch scheint mir das, was Du dort unter a) und b) aufgelistet hast, noch zu umfangreich und zu kompliziert.

Es wird wohl so sein, daß man in so einem öffentlichen Erörterungstermin, von dem Du sprichst (1977), mindestens so viel sagen muß. Mir geht es hier aber wesentlich darum, im Gespräch von (Normal-)Mensch zu (Normal-)Mensch das Bewußtsein für das Gefahrenpotential und für die Verantwortung, welche damit verbunden ist, drastisch zu erweitern.


Wichtiger Nachtrag für Diskussionen und
Appell an alle Politiker:

Halbherzigkeiten haben hier keinen Platz: Wenn wir uns VOR der Entscheidung für die o. e. Lösung über das "Wie" streiten, haben wir keine Einsicht und werden sie auch nicht bekommen.

Erst NACH der Entscheidung für diese Lösung dürfen wir (und dann können wir auch!) all unsere Energien und unsere Kreativität auf das "Wie" konzentrieren.


Da es sich bei der Atomkraft im wahrsten Sinne des Wortes um ein "Höllenfeuer" handelt (Warum heißt Plutonium wohl so?), kann man die beiden letzten Absätze bildhaft auch folgendermaßen darstellen:

Wenn wir aus der Hölle heraus wollen, dann fragen wir auch nicht erst, ob und wie das geht, um davon abhängig zu machen, ob wir überhaupt heraus wollen, sondern wir wollen heraus und suchen deshalb nach Mitteln und Wegen, um das zu bewerkstelligen, wobei wir all unsere enorme Kreativität einsetzen, mit welcher uns das dann letztendlich auch gelingen wird.


neptun

--
Weil es permanent besonders aktuell ist:
"Es zeugt nicht von geistiger Gesundheit, an eine von Grund auf
kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein." (Jiddu Krishnamurti)

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Kleiner Tipp

NaturalBornKieler ⌂ @, Nördliches Norddeutschland, Montag, 11.04.2011, 10:36 (vor 5509 Tagen) @ neptun

Dein Beitrag ist aufgrund der zahlreichen Hervorhebungen fast unlesbar. Wenn ich dir einen Rat geben darf, verwende Fettschrift und/oder Sonderfarben sehr, sehr sparsam. Eine Hervorhebung pro Beitrag reicht völlig.

Gerade wenn du dich über die falsche Verwendung von Begriffen aufregst, solltest du sprachlich selber besser sein.

Schöne Grüße
NBK

--
Dieses Posting wurde ohne Verwendung von Beleidigungen oder persönlichen Angriffen erstellt. Falls diese gewünscht sind, damit das Posting besser in den derzeitigen Grundton des Forums passt, werden sie gern nachgereicht.

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Verwendet wurde sie ja richtig, leider, mit verheerenden Folgen!

neptun @, Dienstag, 12.04.2011, 00:43 (vor 5509 Tagen) @ NaturalBornKieler
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 12.04.2011, 00:56

Hallo NaturalBornKieler,

danke für den Tip, ich werde mich bemühen. Jedenfalls die Form betreffend, was zumindest teilweise auch Geschmackssache ist.

Nachdem ich gesehen hatte, wie es aussieht, bekam ich selbst Bedenken, aber nur was die vielen Fettschriften anbelangt, besonders im ersten Drittel. Ich wollte aber den Beitrag endlich draußen haben. In Zukunft werde ich mich mehr beherrschen. <img src=" />

"fast unlesbar" trifft definitiv nicht auf die letzten zwei Drittel des Beitrages zu, das habe ich mir selbst eben noch einmal angesehen.

Das liegt im wesentlichen daran, daß ich die Farben nur blockweise eingesetzt habe, grün für Teile, die ich lieber in Fußnoten gesetzt hätte, wenn das ginge, und rot für die Teile, die mir am wichtigsten erschienen.

Es handelt sich also dabei "nur" um die Geschmacksfrage, und ich werde mich auch hier in Zukunft mehr zurückhalten, da ich generell auch kein Freund so vieler Formatierungsunterschiede bin.

Ganz sicher aber würde ich im Wiederholungsfall den kleinen Absatz über die Unbeweisbarkeit des Nichteintretenkönnens eines UGU wieder genau so formatieren, wie ich es getan habe.

Gerade wenn du dich über die falsche Verwendung von Begriffen aufregst, solltest du sprachlich selber besser sein.

Hier hast Du mich doppelt falsch verstanden:

1. Ich rege mich nicht auf.

2. Es geht nicht um falsche Verwendung, sondern um falsche Vokabeln. Es gibt kein "Restrisiko". Das ist eine Vokabel, die nur für die Durchführung der von mir angesprochenen Vergewaltigung erfunden wurde, deshalb nenne ich sie falsch. Verwendet wurde sie ja richtig, leider, mit verheerenden Folgen!

Des weiteren verstehe ich nicht, weshalb Du hier Sprachliches mit Formalem vermischst: Was hast Du an dem Beitrag sprachlich zu bemängeln?

Gruß neptun

--
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Ja, erstaunlich, dass die Restrisiko-Philosophen es sogar geschafft haben, das Bundesverfassungsgericht damit zu betaeuben (oT)

CrisisMaven ⌂ @, Montag, 11.04.2011, 10:42 (vor 5509 Tagen) @ neptun

- kein Text -

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