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Wer waren die Unterzeichner des gefälschten Weltklimaberichtes?

goldolymp, Mittwoch, 03.08.2011, 18:09 (vor 5327 Tagen)

Während hier darüber nachgedacht wird, wo man billig Silber kaufen kann - also hypothetische Geldanlage - sind die in Brüssel schon viel weiter. Dort wurde von Connie Hedegard kürzlich beschlossen, Euch den Silbereinkauf zu vermiesen und statt dessen pro Kopf der Bevölkerung € 1.000 p.a. für 40 Jahre - zur Verbesserung des Welt-Klimas - von Euch und Euren Lieben zur Aufbesserung der Bilanzen von Rockefeller & Co. per Dauerauftrag einzuziehen.
Ja, die sind fürsorglich für ihre große Familie:
[link=http://]http://www.klima-ueberraschung.de/show.php?id=34[/link]

antworten
 

Korrigierter Link zum Artikel "Wer waren die Unterzeichner des gefälschten Weltklimaberichtes?"...

HW71 @, Mittwoch, 03.08.2011, 18:58 (vor 5327 Tagen) @ goldolymp

Hi,

leider führt der Link in's Leere => nur "http://" ist halt doch zu wenig... <img src=" />

Hier eine klickbare Version zum Artikel von Hartmut Bachmann:
Wer waren die Unterzeichner des gefälschten Weltklimaberichtes?

Gruß, H.W.

antworten
 

Hier noch ein weiterer Link zu diesem Komiker

Zarathustra, Mittwoch, 03.08.2011, 20:27 (vor 5327 Tagen) @ goldolymp

http://www.klima-ueberraschung.de/show.php?id=19

antworten
 

Definition eines Komikers

Elli ⌂ @, Mittwoch, 03.08.2011, 21:27 (vor 5327 Tagen) @ Zarathustra

"Zarathustra, definieren Sie Komiker!"
"Jemand, der nicht meiner Meinung ist!"

[[euklid]]

antworten
 

Einen Atomterroristen

Zarathustra, Mittwoch, 03.08.2011, 21:30 (vor 5326 Tagen) @ Elli

... einen Komiker zu nennen, war in der Tat grob verharmlosend.
Aber vielleicht hast Du den Link zu diesem Atomterroristen gar nicht angeklickt. Wer weiss, wer weiss....

antworten
 

Atomterrorist

Elli ⌂ @, Donnerstag, 04.08.2011, 12:57 (vor 5326 Tagen) @ Zarathustra

... einen Komiker zu nennen, war in der Tat grob verharmlosend.
Aber vielleicht hast Du den Link zu diesem Atomterroristen gar nicht
angeklickt. Wer weiss, wer weiss....

Ja, die Welt ist kompliziert...
Da hat jemand eine vernünftige Meinung zum Klima-Hype, aber leider eine bescheuerte Meinung zum Atomkraft.

Sorry, Du hast recht: "ein Komiker" wäre grob verharmlosend.

antworten
 

Witz ;-)

moneymind @, Mittwoch, 03.08.2011, 22:53 (vor 5326 Tagen) @ Elli

"Zarathustra, definieren Sie Komiker!"
"Jemand, der nicht meiner Meinung ist!"

[[euklid]]

Ich hab das Gefühl, daß Dich gleich jemand "Witzbold" nennt ... [[zwinker]]

--
BLOGGING: Never before have so many people with so little to say said so much to so few.

antworten
 

Ich weiß nicht, ich weiß nicht… von Nullmark

Leserzuschrift @, Freitag, 05.08.2011, 11:42 (vor 5325 Tagen) @ goldolymp
bearbeitet von unbekannt, Samstag, 06.08.2011, 20:29

… Man kann es drehen und wenden, wie man will.

Orwells 1984 ist nur ein Buch mit einer fiktiven Geschichte – Ähnlichkeiten aus dem realen Leben
sind rein zufällig.
Ich kann mich aber gut an ein anderes kleines Buch erinnern: Report from Iron Mountain on the
Possibility and Desirability of Peace, 1967, The Dial Sress. Inc. New York

Seinerzeit war es vielleicht wirklich Satire oder ein Witz. Das jedenfalls behauptet der Autor - 1972
und somit fünf Jahre nach Erscheinen des Buches (1).

1968 bekam man es auf Deutsch beim List Verlag. Da war es schon in über 12 Sprachen übersetzt.
Auf Deutsch trug es den bezeichnenden Titel "Der verdammte Friede". Es stammte von einem
Leonhard Lewin, der nur schwierig einem Genre zuzuordnen war.

Ich mag ja Satire in jeder Form und habe inzwischen eine ansehnliche Sammlung. Aber ich habe
später nie wieder etwas Ähnliches von Lewin in die Finger bekommen. Das Buch selbst wurde nicht
wieder verlegt und meines Wissens ist nicht mal antiquarisch ein Exemplar zu bekommen. Ob das
Buch identisch ist mit dem derzeit erhältlichen „ Bericht aus Iron Montain“ (Kopp-Verlag) ist mir
nicht bekannt.

Nur komisch: „… Bei seinem Erscheinen wurde der Bericht von vielen Menschen für echt
gehalten; dies wurde dadurch verstärkt dass der US-amerikanische Regierung generell Misstrauen
entgegengebracht wurde und diese ihre Dienststellen extra anwies den Bericht als Scherz
darzustellen…“ (2)

Man sagte, dass der damalige US-Präsident Lyndon Johnson förmlich durch die Decke gegangen sein
soll wegen des Erscheinens dieses Büchleins. Jedenfalls löste die Veröffentlichung in Washington
einen Skandal aus. Der Bericht wurde dementiert und ist seitdem heftig umstritten.
Eine rechtsgerichtete Gruppierung ( Liberty Lobby ) ging so weit den Bericht nachzudrucken, da ein
Regierungsbericht keinem Urheberrecht unterliege. (3)

Klar, Werbung muss sein und es gibt nichts Besseres als Publicity mit Regierungshilfe. Am besten
macht sich „geheim“ und „streng vertraulich“ und dass die berichtende Quelle dabei gewesen sein will
…

Wie gesagt, fünf Jahre später sah sich der Autor genötigt, sein Werk als Scherz abzutun.

In dem Bericht geht es um ein Treffen von 15 Spitzenvertretern der US-Elite im US-Atombunker Iron
Mountain bei New York im Jahre 1963.
Die Experten sollten sich überlegen, was zu tun sei, wenn im damals noch wütenden kalten Krieg
plötzlich "der Friede" ausbrechen würde und wie sich die Gesellschaft unter Kontrolle halten
ließe, wenn tatsächlich der kalte Krieg zu Ende ginge. Schließlich hatte das "Kriegsystem" eine
wichtige "stabilisierende Funktion" für die Gesellschaft, weil das Kriegssystem ermöglichte, stabile
Regierungen zu bilden Dieses System ließ sich jedoch wegen der inzwischen in Masse der auf dem
Globus vorhandenen Atomwaffen bei Strafe des eigenen Unterganges nicht mehr in der hergebrachten
Form anwenden. Es gab eine ganze Reihe von Vorschlägen, aber keiner konnte überzeugen, bis auf
einen:

UMWELTSCHUTZ.

Wie wollte man die Menschen von der Notwendigkeit überzeugen?
Es fehlten damals einfach die Ereignisse deswegen freiwillig Entbehrungen und unerfreuliche

Maßnahmen auf sich zu nehmen. Es gab niemand, der all die bösen Dinge von heute von SO2 über
FCKW, Ozonloch bis CO2 in Frage stellte.

Das sollte sich jedoch ändern.
Umweltorganisationen gab es damals noch nicht. Jedoch wurde Greenpeace zufällig im gleichen Jahr
von Irving Stone mit Geld des Cadbury Trusts und der Buxtons (Barclay Bank) gegründet und 1971
unter diesem Namen als Stiftung eingetragen.

Als 1968 Richard Nixon zum US-Präsident gewählt wurde, machte er am 20.1.1969 bei seiner
Amtseinführungsrede den Umweltschutz „zur wichtigsten Aufgabe seiner Regierung und vielleicht
dieses Jahrhunderts.“
Bei seinem Europabesuch im Frühjahr gleichen Jahres drängte Nixon die dortigen Regierungen,
es ihm gleich zu tun. Bei der Gelegenheit weihte er auch feierlich die neu geplante NATO
Führungsorganisation ,,Herausforderungen der modernen Gesellschaft” (CCMS) ein.
Die Vorbereitungen dafür gingen auf Aurelio Peccei von Olivetti und Fiat zurück. Der Name Aurelio
Peccei dürfte auch den Foristen hier bekannt sein. Er war der Herausgeber der Studie „Grenzen des
Wachstums“ von Donella und Dennis L. Meadows, die der 1968 gegründete Club of Rome in Auftrag
gegeben hatte.
Aurelio Peccei, der im Jahr des – oh, welch Zufall - Iron Mountain Reports, den Vorsitz im
Wirtschaftsausschusses des Internationalen Atlantik-Instituts angetragen bekam und in dieser Funktion
die politische Führungsspitze der NATO (noch so ein Zufall) über „die Neuordnung der Welt und die
Notwendigkeit globaler Planung“ zu unterrichten hatte. (4)

Für den amerikanischen Filmproduzenten und Bestsellerautor G. Edward Griffin sind die Dementis
letzten Endes alle unerheblich.
Zitat: »Von Bedeutung ist nur, dass der Bericht aus Iron Mountain die uns umgebende
Realität erläutert. Die darin enthaltenen Konzepte werden heute fast bis ins Detail umgesetzt.
Man braucht nur den Bericht in einer Hand und die Tageszeitung in der anderen zu halten,
um zu erkennen, dass jeder große Trend im heutigen Leben dieser Blaupause entspricht. Viele
ansonsten unverständliche Dinge werden plötzlich deutlich: Entwicklungshilfe, Verschwendung
von Steuergeldern, die Zerstörung der Industrie, überwachungs- und polizeistaatliche
Entwicklungen, die angebliche Abdankung der Sowjetmacht, eine UN-Armee, die Weltbank,
eine Weltwährung, die Aufgabe der Nationalstaaten und die Hysterie der Ökologie. Der Bericht
aus Iron Mountain ist eine präzise Zusammenfassung des Planes, der bereits unsere Gegenwart
gestaltet. Er formt jetzt unsere Zukunft…“
(5)

Ähnlichkeiten im wahren Leben sind wie bei „1984“ also rein zufällig – was sonst.

Hartmut Bachmann protokolliert, beschreibt und verlinkt eigentlich nur die Teile dieses Mosaiks,
welches sich nach und nach zu einem Gesamtbild verdichtet.
Nicht mehr und nicht weniger.

Man sollte da schon mal genauer hinsehen und hinhören…

Jetzt!

– bevor einem das Sehen und Hören vergeht!

0,-

(1)(2)(3) http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Leonard_C._Lewin.html

(4) : http://www.spatzseite.com/2010/04/ddt-fckws-rohstoffknappheit-ubervolkerung-waldsterben-
was-denn-noch/

(5) http://www.amazon.de/Bericht-aus-Iron-Mountain-erstrebenswert/dp/3942016788/ref=sr_1_1?...

antworten
 

Wurde das Buch überhaupt zum angegebenen Zeitpunkt geschrieben?

Lex Mercatoria @, Freitag, 05.08.2011, 23:47 (vor 5324 Tagen) @ Leserzuschrift

Hi Nullmark!

Gibt es irgendeinen hieb- und stichfesten Nachweis dafür, dass dieses Buch tatsächlich zum angebenen Zeitraum geschrieben, gedruckt und verlegt wurde?

Habe nirgends etwas konkretes gefunden.
www.pfui.ch/downloads/lewinverdammterfriede.pdf

Dort steht einleitend (fett von mir):
Der nachfolgende Text ist eine Abschrift einer Kopie des genann-
ten Buches ohne den Abschnitt «Interview mit John Doe» (ab Seite
37).

Soll das ein Scherz sein? Wenn ich sowas schon lese, dann rollt's mir die Fußnägel auf...

Und weiter:
Dieses Buch ist nicht mehr verfügbar, selbst in Antiquariaten ist
es unauffindbar und im Internet findet man unter diesem Titel ledig-
lich weniger als eine Hand voll Einträge.

Na so ein blöder Zufall aber auch! Es soll ja sogar Bücher zu "Prophezeiungen" geben, die erstaunlich treffsichere Vorhersagen machen, aber dummerweise nicht eindeutig nachweisbar zum propagierten Zeitpunkt gedruckt wurden - Stichwort Rückdatierung! Der Trick mit dem Buch, welches nur in bescheidener Auflage gedruckt wurde (idealerweise vom Verfasser selbst verlegt) und auch in Antiquariaten nur schwer aufzutreiben sein soll, ist uralt.


Viele Grüße
Lex

--
Disclaimer:
Article might contain explicit depictions of real things.
These real things are commonly known as life.
If it sounds sarcastic, don't take it seriously.
If it sounds dangerous, don't try it at home.
If it offends you, don't read it.

antworten
 

Das Buch - @Lex

Leserzuschrift @, Samstag, 06.08.2011, 20:50 (vor 5324 Tagen) @ Lex Mercatoria

Guten Tag Lex,

ja man kann heute nicht kritisch genug sein bei der Auswahl der Quellen und der Zitate und Schlussfolgeru
Zu schnell wird ein gezielter Schuss zum Querschläger oder geht nach hinten los. Und natürlich wird heute
gefälscht und gelogen, dass sich die Balken biegen. Deine Zweifel sind also durchaus berechtigt. Ich erlaub
deshalb noch ein paar weitergehende Ausführungen – auch dazu, warum ich den Bericht zumindest in seine
Aussagen für echt halte.

Was nun das konkrete Buch angeht ist es nicht ungewöhnlich, dass Taschenbücher eher keinen oder nur
vorübergehend Eingang in Bibliotheken finden. Dass diese dann und später eher selten auf Flohmärkten zu
finden sind, ist Normalität – insbesondere dann, wenn sie zum Zeitpunkt des Erscheinens Inhalte beschreib
die kaum jemand interessieren oder nur bestimmte Interessentengruppen ansprechen. Irgendwann sind sie
einfach nicht mehr verfügbar. Vergleichbar mit dem riesigen Berg von DDR-Literatur oder Büchern aus de
Reich, die z. T. indexiert wurden und/oder einfach aus den Bibliotheken verschwanden.

Ich befürchte auch, dass Dir nachstehender Link zu eben diesem Buch nicht genügen wird. Da ich als Mitle
keine private Bild des Buches einstellen kann (darf), habe ich wegen Deiner Zweifel, beim Fischerverlag
(Rechtsnachfolger vom Scherz-Verlag) nachgefragt, warum das Buch zwar eine ASIN ( B0000BT7QY ) ab
keine ISBN hat. Die Antwort werde ich hier einstellen (bzw. über den Chef) an Dich weiterleiten.
Hier zunächst mal der Link: http://www.buchflohmarkt.com/autor/Leonard_C._Lewin.html
***

Erinnerst Du Dich an die Zeiten, so um 1967 bis etwa 1970?
(Ich weiß nicht, wie alt/jung Du da warst <img src=" /> ),
Da tobte der Vietnamkrieg. Und da war auch schon Klimawandel mit „Prager Frühling“ und Tauwetter dur
die Ostverträgen mit Polen und zur Oder-Neiße-Grenze und auch SALT 1 und andere Ereignisse, aber da g
auch die Ankündigung der nächsten, unmittelbar bevorstehenden Eiszeit.

Der Club of Rome und die Grenzen des Wachstums waren damals untergeordnetes Thema. Die Medien
beschränkten sich in dieser Zeit eher auf eine Auswahl aus dieser Problematik. Es gab andere, ergiebigere
Themen. An Internet für alle war nicht zu denken. Immerhin war Bill Gates noch 1981 der Ansicht, dass 64
kBit für jeden genügen. Die Recherchemöglichkeiten und auch die Fälschungsmöglichkeiten eher begrenzt

Ich kann mir gut vorstellen, dass in dieser Zeit die Frage: „Was kommt nach einem 3. Weltkrieg“ entsprech
dem Analogon der Brechtschen Definition der punischen Kriege keiner Antwort bedurfte und jedermann kl
war. Es bestand allgegenwärtige Angst…
Alternative Fragen, wie denn eine Welt ohne Krieg funktionieren solle, konnten nicht mal pauschal beantw
werden. Es fehlten schlicht die Überlegungen zu einer solchen Situation.
Insoweit halte ich den Zeitpunkt der Entstehung, die Lokalität (na, nicht den Bunker J ) und das Thema de
Mountain-Reports durchaus für real.

Es gibt vom Club of Rome eine Reihe von Berichten aus dieser Zeit u. a. 1971 über die Grenzen des
Wachstums. Zwanzig Jahre später war es der Bericht zur Lage der Welt (deutsche Ausgabe: Die erste glob
Revolution, ISBN 3-442-12450-4).
Der Bericht des CoR zur Lage der Welt wurde also etwa 25 Jahre nach dem Mountain-Report veröffentlich
Er ist heute ebenfalls fast 20 Jahre alt, ist aber von den dort dargelegten Zielen nicht weniger aktuell, wie d
Mountain-Report von 1967.
Der Unterschied: Der Report gibt die einzige tragfähige Alternative vor, während der (die) Berichte(e) auf
Basis die Wege und Ziele, Konsequenzen und Probleme, beschreiben - für eine Zeit des Überganges zu ein
dauerhaften Friedens und dem Ersatz des Kriegssystems.
Ob dies tatsächlich „ALTERNATIVLOS“ ist, möchte ich nicht kommentieren.

Ein paar Anmerkungen zu dem CoR-Bericht:

Kapitel: Das Vakuum,
S.127 (Hervorhebungen von mir) …

Zitat: „... Können wir ohne Feinde Leben? Alle Staaten waren bisher so daran gewöhnt, ihre Nachbarn in F

ersonnen, neue Waffen entwickelt werden. [/b]Die neuen Feinde sind sicher von anderer Art, und man find
sie anderswo, doch sie sind deshalb nicht weniger real. Sie bedrohen die ganze Menschheit, und sie heißen,
Verschmutzung, Wasserknappheit, Hunger, Unterernährung, Analphabetismus, Arbeitslosigkeit…“
Nun das ist keine Neuigkeit aus dem Jahre 1991 und bedarf selbstredend einer Lösung – notfalls auch
pragmatischer Art.
Nur leider gibt es da nicht wegzudiskutierende Probleme:
ebenda S.129

Zitat: „… In ihrer heute praktizierten Form ist die Demokratie für die vor uns liegenden Aufgaben nicht me
besonders gut geeignet. … Nur wenige amtierende Politiker sind sich der globalen Natur der anstehenden
Probleme ausreichend bewusst, und sie haben nur eine schwache oder gar keine Ahnung von der Verflechtu
der Probleme… Aber die *Krise des gegenwärtigen demokratischen Systems *darf nicht als Entschuldi
herhalten, dass die Demokratie als solche abzulehnen ist. …
Sachkundige Diskussionen … finden in der Regel im Radio oder im Fernsehen statt, nicht im Parlament…
öffentliche Meinung steht immer weniger hinter den gewählten Volksvertretern.“

Bestätigte damit der CoR schon vor zwanzig Jahren, dass in den Parlamenten nur noch großes Kino abläuft
Scheint so, denn er Club of Rome gab dazu im o. a. Bericht die Handlungsempfehlung

ebenda S.176
Zitat: „… Noch dringender ist das Erfordernis, ein hochrangiges, kompetentes Gremium einzurichten, wel
eingehend und über einen langen Zeitraum hinweg die Auswirkungen der globalen Verschmutzungseffekte
die Wirtschaft, die Gesellschaft und den einzelnen untersucht … Wir machen deshalb den Vorschlag, *di
Gelegenheit zum Bruch mit einer institutionellen Tradition zu nutzen und eine Gruppe hervorragender Poli
verstärkt durch Persönlichkeiten aus Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft zusammenzuführen. …“ *

Schließlich reiche es nicht aus, (ebenda S.175)
Zitat: „… diese Aufgabe, die so entscheidend wichtig für die Zukunft der Menschheit ist, einer rein aus
Politikern zusammengesetzten Gruppe zu übertragen, …“
Das heißt nichts anderes, dass jede gewählte Demokratieart für die Bewältigung der Probleme ungeeignet i
weil … siehe oben.

Zitat: „… Darüber hinaus schlagen wir regelmäßige Zusammenkünfte von Industrieführern, Bankiers und
Regierungsvertretern aller fünf Kontinente vor …“

Diese Aufzählung ist vollständig und die strategische Interessenlage damit eindeutig. Nationale Interessen
Befindlichkeiten werden somit nachrangig.
Die bereits von Adam Smith beschrieben Voraussetzungen werden auf diese Weise geschaffen: Die
Konzentration von wirtschaftlichen Vermögen in möglichst wenigen Händen und großen transnationalen
Unternehmen wird ermöglicht, wie schon in der so genannten "Triple Revolution" (Lyndon B. Johnson)
beispielhaft ankündigt.
Interessant ist dabei, dass mit dem faktischen Abschluss der Verteilung allen Vermögens der Boden für die
Machtergreifung einer neuen Art von Aristokratie bereitet ist. Diese steht nicht an für Vermögen, sondern
für „an ursprünglicher Kraft reichen Menschen“ (vergl. Charles Baudelaire).Dort stört die Demokratie in je
Form und verkommt zur leeren Hülle. Ob dies nun wirklich schlecht und erstrebenswert ist, vermag ich nic
übersehen. Andererseits müssen auch in einer friedlichen Welt Massen unter zu Kontrolle gehalten werden
im extrem wiederum auf eine universelle Kontrolle der Gesellschaft hinausläuft.

Auf den Mountain-Report könnte auch ein Artikel der Professoren Capra und Hayes im GP-Magazin
anlässlich des 15jährigen Bestehens von Greenpeace hinweisen. In dem Artikel steht u. a., dass das (wörtlic
„Kriegsystem“, dass dem alten Wertesystem zugrunde liege, durch ein neues, ökologisches ersetzt werden
Zitat: „ … Wir sehen den Aufstieg des ökologischen Bewusstseins als Teil des grundlegenden Wandels der
Weltsicht, die unsere Gesellschaft gegenwärtig umformt“.
Dies ist jedoch begrifflich als auch inhaltlich der Tenor der einzig als tragfähig befundenen Alternative des
Reports. Er kann durchaus auch aus dieser Zeit stammen und wäre dann trotzdem über 25 Jahre alt.

Warum wohl mir gerade jetzt die F.D. Roosevelt zugeschriebene Äußerung einfällt…
„In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, dann kann man sicher sein, dass es auf

*****

Soweit ein paar Schlaglichter, die mehr oder weniger direkt auf die Authentizität des Reports hinweisen. A
die Erscheinungsform als handliches Taschenbuch ist für schnelle Verbreitung an Interessierte für durchaus
plausibel, wenn man dabei die üblichen schriftstellerischen Freiheiten akzeptieren kann. Das ist bei den
Veröffentlichungen des Club of Rome durch Alexander King und Bertrand Schneider nicht anders. Sacharo
Havel, Whei u. a. wähl(t)en vergleichbare Wege für ihre Botschaften.

Gruß
Nullmark

antworten
 

Victor Navasky stellt klar:

Leserzuschrift @, Samstag, 06.08.2011, 20:52 (vor 5324 Tagen) @ Leserzuschrift

Die vermuteten Zusammenhänge klären sich nach und nach auf.
Inzwischen habe ich auch das Buch „Bericht aus Iron Mountain“ vom Kopp-Verlag vorliegen.

Aufschlussreich und klarstellend ist das mehrseitige Vorwort von Victor Navasky über die Umstände der
Entstehung und der Geschichte des Mountain-Reports.
Navasky war Anfang der 60er des vergangenen Jh. Redakteur und Herausgeber eines politischen Satiremagazins
mit dem Namen Monocle, das an der juristischen Fakultät der Universtät Yale entstanden war.

Die Idee wurde geboren, als im Jahre 1966 in den Kurznachrichten der New York Times berichtet wurde, das die
Aktienmärkte wegen „Friedensangst“ auf Talfahrt waren.
Problematisch, aber letztendlich entscheidend war für die Macher, dass der Chefradakteur vom Dial Press Verlag
auch bei seinen Büchern davon ausging, dass Fiktion ein Weg zu tieferer Wahrheit sein kann als Sachliteratur.
Das Leonard C. Lewin Experte auf dem Gebiet der politischen Satire war, der sich leidenschaftlich für Fragen
von Krieg und Frieden engagierte und als ein erfahrener Beobachter galt, war schließlich für seine Wahl als
Autor ausschlaggebend.
Verlag, Chefredaktion und Monocle schlossen schließlich einen Vertrag, in dem vorgesehen war, niemanden
weiter einzuweihen, auch ihre Vertreter nicht. So ließ sich der Schwindel relativ lange Zeit unter der Decke
halten. Vielleicht wäre es auch noch über 1972 hinaus geglückt.

Notwendig war wohl, dass diese Geschichte nur dann plausibel werden konnte, wenn die Legende den Tatsachen
entsprach – also der Bericht tatsächlich nichtöffentlich war, oder zumindest so aussah.
Arthur Waskow (Institut for Policy Studies Washington), W.H. Ferry (Zentrum für die Erforschung
demokratischer Instutionen Santa Barbara) John Kenneth Galbraith (Botschafter unter J.F.Kennedy in Indien,
Universität Harvard) und eine Gruppe von Monocle-Praktikanten hatte zu dem auch den Sprachstil der
Denkfabriken nachgeahmt und auch das Wirrwarr in einer Unmenge von Fußnoten in ihren Stil übernommen.
Dabei waren fast alle Fußnoten (bis auf zwei) real. Diese dienten schließlich der Absicherung für den Fall, dass
wirklich jemand auf die Idee käme, den Schwindel aufdecken zu wollen. Interessanter Weise hielten zahlreiche
Personen, vor allem aus Regierungskreisen und solche die mit Stil und Ausdrucksweise der Bürokratie vertraut
waren, den Bericht für authentisch. Damit sollte zunächst mal feststehen, dass der Report echt ist.
Fiktiv ist jedoch Ablauf und Inhalt. Ich merke hier an, Satire und Witz sind unterschiedliche Genres.
1972 enttarnte sich Lewin als der tatsächliche Verfasser des Berichtes. Im New York Times Book Review
räumte er ein, den Schwindel der fingierten Urheberschaft als die beste Möglichkeit Aufmerksamkeit für das
Buch und die ihm zugrunde liegende Botschaft zu gewinnen.

Navaski kommt zu dem Schluss:
„ Lewins gelungene Parodie der Sprach – und Denkweise der Denkfabriken mit ihrer schwerfälligen Objektivität
und ihrer scheinbar wertfreien Herangehensweise an Probleme mit hoher moralischer Tragweite unterstreicht
den Aberwitz, eine gemäßigte Rede mit Glaubwürdigkeit zu verwechseln und so genannter Wertneutralität einen
unantastbaren Stellenwert in der öffentlichen Diskussion zuzuweisen. …
Der Bericht stellt zu dem die ewige Frage, wann Satire die Wirklichkeit übertrifft. …
Letztlich stellt die Tatsache, dass die ultrarechten Verschwörungstheoretiker, die sich in ihre Paranoia
hinsichtlich des Machtmissbrauchs und der Geheimniskrämerei der Regierung bestärkt sehen, Lewins
Gedankenspiele ebenso ernst nehmen, wie die Denkfabriken selbst, die besorgniserregendste Konsequenz dar…

Victor Navaski warnt jedoch:
„ Aber es könnte sich als traurige Wahrheit erweisen, dass die jargonhafte Prosa, das Denken in „Worst-Case“-
Szenarien und die militärisch überfrachteten Grundannahmen, die Lewin so kunstvoll beherrschte, auch heute
noch ihre Gültigkeit haben. Sollte das wahr sein, dann sind es nicht die Michigan Milizen oder andere Milizen,
über die man lachen sollte, es sind wir anderen und dann ist es nicht mehr so lustig.“

Ich gehe an dieser Stelle mit Prof. John Kenneth Galbraith auf dem Rücktitel des Buches völlig konform:
„Genauso wie ich mit meiner persönlichen Reputation für die Echtheit dieses Dokuments einstehe, genauso
bekräftige ich die Gültigkeit der Schlussfolgerungen. Meine Vorbehalte beziehen sich lediglich auf die Weisheit
der Entscheidung, dieses Dokument einer offensichtlich unvorbereiteten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“

0,-

antworten
 

Super - herzlichen Dank für Deine Mühen!

Lex Mercatoria @, Sonntag, 07.08.2011, 00:15 (vor 5323 Tagen) @ Leserzuschrift

Hi Nullmark!

Du hast in Deiner ersten Antwort geschrieben:
Was nun das konkrete Buch angeht ist es nicht ungewöhnlich, dass Taschenbücher eher keinen oder nur
vorübergehend Eingang in Bibliotheken finden. Dass diese dann und später eher selten auf Flohmärkten zu
finden sind, ist Normalität – insbesondere dann, wenn sie zum Zeitpunkt des Erscheinens Inhalte beschreib
die kaum jemand interessieren oder nur bestimmte Interessentengruppen ansprechen. Irgendwann sind sie
einfach nicht mehr verfügbar.

Ja, das ist mir durchaus bewusst. Leider lässt sich eben genau dieser Umstand sehr gut dazu missbrauchen, Literatur "unauffällig zu platzieren", um danach wie zufällig so ein Buch auszugraben und zu sagen: Ja da schau her, was für ein interessantes Buch!

Ansonsten vielen lieben Dank für Deine Erläuterungen in der ersten Antwort, um die Frage zu vertiefen, ob der Buchinhalt (entsprechend dem damaligen Zeitgeist) als grundsätzlich plausibel erachtet werden kann. Ich kann Deine Argumentation nachvollziehen und da auch mitgehen.

(...) hatte zu
dem auch den Sprachstil der
Denkfabriken nachgeahmt und auch das Wirrwarr in einer Unmenge von
Fußnoten in ihren Stil übernommen.
Dabei waren fast alle Fußnoten (bis auf zwei) real. Diese dienten
schließlich der Absicherung für den Fall, dass
wirklich jemand auf die Idee käme, den Schwindel aufdecken zu wollen.
Interessanter Weise hielten zahlreiche
Personen, vor allem aus Regierungskreisen und solche die mit Stil und
Ausdrucksweise der Bürokratie vertraut
waren, den Bericht für authentisch. Damit sollte zunächst mal
feststehen, dass der Report echt ist.

Die große Frage ist, ob die Personen aus den Regierungskreisen, die den Bericht als echt erachteten, überhaupt einen zu dem Buchinhalt korrespondierenden realen Inhalt kannten (Stichwort Halbwissen), oder aber nur auf Grund des authentischen Buchstils bereits in den Empörungsmodus übergingen. Aus der damaligen Empörung der Regierungspersonen lässt sich deshalb aus meiner Sicht nicht sicher auf eine gute Trefferquote des Buches im Hinblick auf reale Gegebenheiten schliessen.
Ich würde mir in meinem beruflichen Umfeld (sehr komplex, weil sehr viele Menschen) durchaus zutrauen einen Text zu verfassen, der gezielt mit den üblichen internen Gepflogenheiten und Stilmitteln spielt, und damit viel Authentizität erzeugt. Und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gäbe es auch - bei entsprechend konstruierter Brisanz des Inhaltes - ein großes Gezeter...und zwar ausgehend von Menschen, denen der bloße Anschein der Echtheit bereits völlig genügen würde, um laut "So ein Skandal!" zu schreien. Überkomplexe Menschennetzwerke machen so etwas eben jederzeit möglich, weil dort gefährliches Halbwissen und geflissentliches Nachplappern weit verbreitet sind!

Navaski kommt zu dem Schluss:
„ Lewins gelungene Parodie der Sprach – und Denkweise der Denkfabriken
mit ihrer schwerfälligen Objektivität
und ihrer scheinbar wertfreien Herangehensweise an Probleme mit hoher
moralischer Tragweite unterstreicht
den Aberwitz, eine gemäßigte Rede mit Glaubwürdigkeit zu verwechseln
und so genannter Wertneutralität einen
unantastbaren Stellenwert in der öffentlichen Diskussion zuzuweisen. …
Der Bericht stellt zu dem die ewige Frage, wann Satire die Wirklichkeit
übertrifft. …

Ja, absolut! Allerdings sollte man nicht den Fehler machen, und dem Output der Denkfabriken eine größere Bedeutung beimessen, als dieser tatsächlich hat. Denn sowohl in der Wissenschaft, als auch in Politik, sind Thinktank-Ergebnisse allenfalls Beimengungen für die Entscheider, aber niemals zentrale und alleinige Handlung- und Entscheidungsgrundlage.

Letztlich stellt die Tatsache, dass die ultrarechten
Verschwörungstheoretiker, die sich in ihre Paranoia
hinsichtlich des Machtmissbrauchs und der Geheimniskrämerei der Regierung
bestärkt sehen, Lewins
Gedankenspiele ebenso ernst nehmen, wie die Denkfabriken selbst, die
besorgniserregendste Konsequenz dar…

Ich lasse ja in diesem Zusammenhang immer wieder meine These anklingen, dass sich die um Aufklärung und Wahrheit bemühten "Investigatoren" erstaunlicherweise nicht allzu sehr von den Geheimniskrämern unterscheiden, die sie auf's Korn nehmen[[zwinker]] ...beide Seiten scheinen die fatale Neigung zu haben, zu viel Wichtigkeit und Bedeutsamkeit in bestimmte Sachverhalte legen zu wollen (gelegentlich auch in ihr eigenes Tun).

Vielen Dank + viele Grüße
Lex

--
Disclaimer:
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ISBN

Romeo @, Somalia 2.0, Samstag, 06.08.2011, 21:12 (vor 5324 Tagen) @ Leserzuschrift

Da ich als Mitle
keine private Bild des Buches einstellen kann (darf), habe ich wegen
Deiner Zweifel, beim Fischerverlag
(Rechtsnachfolger vom Scherz-Verlag) nachgefragt, warum das Buch zwar eine
ASIN ( B0000BT7QY ) ab
keine ISBN hat. Die Antwort werde ich hier einstellen (bzw. über den
Chef) an Dich weiterleiten.

Hi Nullmark,

danke für Deine Hinweise zum Buch.

Da die ISBN meines Wissens erst in den 70er Jahren eingeführt worden ist (Definition als ISO-Standard 1970 (ISO-2108)), ist es wenig überraschend, wenn ältere Bücher keine solche haben.

Beste Grüße,
R.

--
Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

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Deutsche Nationalbibliothek

Orlando ⌂ @, Sonntag, 07.08.2011, 05:53 (vor 5323 Tagen) @ Lex Mercatoria

Ob ein Buch in DE erschienen ist, lässt sich hier

http://www.d-nb.de/wir/ueber_dnb/dnb_im_ueberblick.htm

überprüfen. Die haben auch je ein Ex. im Bestand.

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Die Pflichtablieferungsverordnung der Deutschen Nationalbibliothek

Lex Mercatoria @, Sonntag, 07.08.2011, 12:26 (vor 5323 Tagen) @ Orlando

Hi Orlando,

Zitat von hier (fett von mir):
http://www.d-nb.de/wir/ueber_dnb/sammelauftr.htm

SAMMELAUFTRAG DER DEUTSCHEN NATIONALBIBLIOTHEK
Die Grundlage der Sammlung ist das Gesetz über die Deutsche Nationalbibliothek (DNBG) vom 22. Juni 2006 (BGBl. I S. 1338). In Ergänzung des Gesetzes präzisiert die am 23. Oktober 2008 in Kraft getretene Pflichtablieferungsverordnung (PflAV) den Sammelauftrag (BGBl. I S. 2013). Gesetz und Verordnung legen grundsätzlich fest, was Sammlungsgegenstand der Deutschen Nationalbibliothek ist.

[...]
Die Pflichtablieferungsverordnung konkretisiert das Recht der Deutschen Nationalbibliothek auf unaufgeforderte und kostenlose Belieferung mit den Medienwerken aus Deutschland und schließt diejenigen von der Ablieferungspflicht aus, für deren Sammlung kein öffentliches Interesse besteht. Jeder gewerbliche oder nicht gewerbliche Verleger in der Bundesrepublik Deutschland ist verpflichtet, von seinen Medienwerken zwei Pflichtexemplare kostenlos an die Deutsche Nationalbibliothek abzuliefern.

Zum Zeitpunkt der Erscheinung des Buches von Victor Navasky gab es keine Pflichtablieferungsverordnung. Somit war der Vorläufer der Deutschen Nationalbibliothek (die Archivbibliothek „Deutsche Bücherei“ ) gezwungen, alle relevanten Werke selbst zu sammeln. Ob das flächendeckende Einsammeln aller Buchveröffentlichungen zeitsynchron zu deren tatsächlichen Erscheinungsterminen erfolgen konnte, ist dann die Frage. Ursprünglich war es ja der Börsenverein der Deutschen Buchhändler, später dann eben die Deutsche Bücherei selbst. Ein tägliches Verzeichnis der Neuerscheinungen gab es durchaus (über den Handel) - aber was hat das schon zu bedeuten, wenn eine Sammlung in Eigenleistung der Bibliothek erfolgen muss, ohne Unterstützung durch eine Pflichtablieferung? Wie gewissenhaft wurden "Nachmeldungen" von Büchern bearbeitet, die zum Erscheinungstermin nicht im Verzeichnis der Neuerscheinungen aufgetaucht sind?

Viele Grüße
Lex

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Nur zur Ergänzung

Orlando ⌂ @, Sonntag, 07.08.2011, 14:48 (vor 5323 Tagen) @ Lex Mercatoria

Auf der Seite über die Geschichte des Hauses

http://www.d-nb.de/wir/ueber_dnb/geschichte.htm

erfährt man:

1912

Die Stadt Leipzig, Mittelpunkt des Buch- und Verlagswesens im Deutschen Reich, das Königreich Sachsen und der Börsenverein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig schließen einen Vertrag über die Gründung der Deutschen Bücherei mit Sitz in Leipzig. Aufgabe der Deutschen Bücherei ist, die gesamte vom 1. Januar 1913 an erscheinende deutsche und fremdsprachige Literatur des Inlandes und deutschsprachige Literatur des Auslandes zu sammeln, bibliografisch zu verzeichnen und unentgeltlich für die Benutzung zur Verfügung zu stellen.

1963 Frankfurt am Main

Der Börsenverein bestimmt, dass Mitglieder, die entgegen der satzungsmäßigen Verpflichtung keine Exemplare an die Deutsche Bibliothek abliefern, aus dem Börsenverein auszuschließen sind.

1969 Frankfurt am Main

Der Bundestag beschließt das "Gesetz über die Deutsche Bibliothek" und damit die Errichtung als rechtsfähige bundesunmittelbare Anstalt des öffentlichen Rechts. Die Bundesrepublik Deutschland wird alleiniger Unterhaltsträger. Die Deutsche Bibliothek wird zur zentralen Archivbibliothek der Bundesrepublik Deutschland bestimmt. Die Ablieferung von Pflichtexemplaren erhält erstmals eine bundesgesetzliche Rechtsgrundlage.


Demnach kann man davon ausgehen, daß Publikationen des List Verlages vor 1969, eines seinerzeit Größeren, bei der Deutschen Bibliothek abgeliefert wurden. Für nach 1969 erschienene Werke gab es bereits eine gesetzliche Ablieferungspflicht.

Leider ist die Datenbank zZt offline, wen es brennend interessiert, der könnte am Montag per Telefon Erkundigungen einziehen.

Ich habe selbst in den Siebzigern schon in Frankfurt gesessen und aus vergriffenen Büchern abgeschrieben.

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Danke - und noch eine Frage zur "grauen Literatur"

Lex Mercatoria @, Sonntag, 07.08.2011, 17:31 (vor 5323 Tagen) @ Orlando

Hi Orlando,

vielen Dank für Deinen Hinweis. Somit sollte also bereits ab 1969 nichts "großes" mehr durch die Lappen gegangen sein.
Weißt Du zufällig auch, wie vor 2006 (Neufassung anlässlich Gesetz über die Deutsche Nationalbibliothek) die nicht kommerziellen Veröffentlichungen (sog. graue Literatur) in den Sammelauftrag von 1969 miteinbezogen waren?


Viele Grüße
Lex

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Sorry, da muß ich passen. (oT)

Orlando ⌂ @, Sonntag, 07.08.2011, 19:58 (vor 5323 Tagen) @ Lex Mercatoria

- kein Text -

antworten
 

Nach nochmaliger Recherche - bisherige Aussagen müssen leider relativiert werden!

Lex Mercatoria @, Montag, 08.08.2011, 20:16 (vor 5322 Tagen) @ Orlando

Hi Orlando!

Habe noch mal ein wenig recherchiert, um meine vordringlichsten Fragen zu klären:
1. Wie kann die Deutsche Nationalbibliothek vollständig die Ablieferungspflichtigen und ihre Publikationen ermitteln?
2. Wie wird im Falle von Nichtlieferung juristisch verfahren?
3. Wie wurde vor 2006 in der Praxis mit "grauer Literatur" verfahren?

Noch mal kurzer geschichtlicher Rückblick:
Nach dem 2. Weltkrieg scheiterten die Bemühungen um Pflichtexemplare bereits an der Grundsatzfrage zur Rechtmäßigkeit der Pflichtablieferung, da es verfassungsrechtlichen Bedenken gab (von einigen Juristen wurden die unentgeltliche Ablieferung von Pflichtexemplaren als unvereinbar mit dem Art. 14, Abs. 3 GG erachtet => Thema Enteignung).
Dies mündete in eine langjährige Debatte, mit der Folge, dass die ungeklärte Rechtslage der Deutschen Bibliothek den Vollzug der Gesetze erschwerte. Zwar gab es wohl eine Empfehlung von Seiten des Verlegerverbandes und die meisten Verleger lieferten auch brav ab - aber von vollständiger Ablieferung konnte keine Rede sein. Und schon gar nicht davon, dass zeitgerecht (synchron zum Erscheinungstermin) abgeliefert wurde.
Letztlich dauerte es zur endgültigen Klärung der Rechtsunsicherheit bis 1981, als dann nämlich das Bundesverfassungsgericht die Ablieferungspflicht zu Gunsten der öffentlichen Bibliotheken anerkannte (Ursache für die langjährige Rechtsunsicherheit war die Klage eines hessischen Verlegers durch alle Instanzen).

Jetzt zu den Antworten meiner eingangs gestellten Fragen:
1. Sie kann es nicht! Trotz Ablieferungspflicht durchforsten die Bibliotheksmitarbeiter auch heute noch diverse Quellen, um wenigstens halbwegs vollständig zu sein.
2. Ist nicht einheitlich geregelt, da Ländersache. Durchsetzung der Ablieferungspflicht auf Grundlage Verwaltungsvollstreckungsgesetzes - in den meisten Ländern wird der Verstoß gegen die Ablieferungspflicht als Ordungswidrigkeit betrachtet. Diese Ordnungswidrigkeiten verjähren nach drei Monaten (in einigen Bundesländern nach 6 Monaten) => die Verfolgung und Ahndung als Ordnungswidrigkeit wird de facto nicht praktiziert, das Gesetz hat überwiegend psychologische Wirkung.
3. Frage hat sich angesichts der gängigen Praxis bei "offizieller" Literatur erübrigt

Zusammenfassung:
Wer seiner Ablieferungsverpflichtung nicht nachkommt, hat nichts zu befürchten (viele Selbstverleger kennen ihre Pflichten gar nicht!)
Die Pflichtablieferung ist kein Nachweis für die Echtheit des Erscheinungsdatums eines Buches.

Beispiel dazu:
Der Kollege Friedrich Doepner aka Bernhard Bouvier (@BBouvier) hat sein Buch "Die letzten Siegel" anscheindend nur in der 2. Auflage bei der Nationalbibliothek abgeliefert. Die 1. Auflage hat er nach eigenem Bekunden selbst verlegt und in den Handel gebracht. Auch so ein typischer Fall von: "Leider nur noch im Antiquariat erhältlich bla bla...". Den Nachweis darüber, dass die erste Auflage tatsächlich zu dem im Buch gedruckten Datum erschienen ist, kann nur der Autor selbst erbringen. Eine unabhängige Prüfung ist kaum möglich.

Und jetzt noch zum eigentlichen Auslöser dieser Thematik:
"Der verdammte Friede" von Leonard C. Lewin: Das Erscheinungsjahr 1968 und generell sein Erscheinen in der Datenbank der Nationalbibliothek bürgen leider nicht für eine einwandfreie Authentizität. Dazu braucht es schon eine Einschätzung auf Basis eigener Erfahrungen und Wissens, wie z.B. die Erläuterungen von Nullmark.


Soviel dazu
Lex

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