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TV-Tipp - heute in NDR 22.00 Uhr "Wahnsinn Wärmedämmung" (beim Hausbau) - 22.45 Uhr (oT)

OOO, Montag, 28.11.2011, 20:12 (vor 5337 Tagen)

- kein Text -

antworten
 

Danke

Fobi @, Oberbayern, Montag, 28.11.2011, 22:26 (vor 5337 Tagen) @ OOO

Die Sendung hätte ich sonst nicht gesehen!

Ich bin auch kein Fan von Wärmedämmverbundsystemen. Noch dazu, da sie nach ca 20 Jahren erneuert werden sollen. Aber der dumme Deutsche kauft den Müll fleißig ein[[zwinker]]

antworten
 

Mist, verpasst, und dass als angehender Architekt...

Alwinnier @, Dienstag, 29.11.2011, 01:16 (vor 5337 Tagen) @ OOO

und dabei war ich da eh schon immer so skeptisch, was uns die Klimatechniker an der Fakultät da von der Industrie vorgekautes wiederkäuen...

Die Mediathek vom NDR gibt leider nix her - wer 'n Tipp hat wo man es nachsehen kann, bekommt von mir 1 qm gratis Dämmung

Besten Dank
Alwin

antworten
 

1 qm Wärmedämmung brauch ich zwar nicht... ;-)

HW71 @, Dienstag, 29.11.2011, 07:19 (vor 5336 Tagen) @ Alwinnier

Hi Alwinnier,

... aber wenn Du die Sendung als Video-Datei im AVI-Container haben möchtest und sie nicht jemand schon vorher auf YT hochlädt, dann schreib mir kurz eine PN. Vorausgesetzt, die Aufnahme hat geklappt, kann ich Dir heute Abend einen Link schicken, mit dem Du das File dann runterladen kannst...

Gruß, H.W.

antworten
 

Vielleicht kannst Du den Link auch hier einstellen

007 @, Zentral im Weltwohlfahrtsstaat, Dienstag, 29.11.2011, 08:36 (vor 5336 Tagen) @ HW71

Vermutlich bin nicht nur ich interessiert an einer Wiederholung der Sendung.

--
Thanksgiving Menu 2014:

Mélange Of Frozen Markets
Seared Investors In Bottomless Pit With Caramelized Investments
Sorbet Trio Of Shock, Disbelief And Insolvency

Great Depression Grand Siècle 1933 méthode creditoise

antworten
 

Wärmedämmungs-Sendung & Link direkt einstellen...

HW71 @, Dienstag, 29.11.2011, 10:13 (vor 5336 Tagen) @ 007

Hi 007,

nein - geht (leider) nicht und ist so auch mit dem Chef abgesprochen...

Das bedeutet für mich natürlich erheblichen Mehraufwand, denn wie Du schon richtig feststellst: trotz YT, Mediathek und VideoDownloadHelper-Plugins für Browser etc. hat die Erfahrung meiner vergangenen Mitschnitte gezeigt, dass Interesse an einem Direktdownload besteht und ich somit einige Mails bekomme, die ich natürlich auch entsprechend beantworte => ein einzelnes Post mit einem Link wäre da sicherlich der einfachere Weg. :-)

Aber neben den Gründen vom Chef habe ich irgendwo auch ein Interesse daran, dass von meinem Webspace nicht "unbegrenzt" geladen wird - und last but not least: ich als "Wirtschafts-Dummy" sehe das (neben finanziellen Zuwendungen) als eine der wenigen Möglichkeiten, dem "DGF" etwas zurückzugeben. Also von daher passt das schon...

Gruß, H.W.

antworten
 

Danke, der Link von Zip war die Lösung zu der richtig guten NDR-Dokumentationä (oT)

007 @, Zentral im Weltwohlfahrtsstaat, Dienstag, 29.11.2011, 10:21 (vor 5336 Tagen) @ HW71

- kein Text -

--
Thanksgiving Menu 2014:

Mélange Of Frozen Markets
Seared Investors In Bottomless Pit With Caramelized Investments
Sorbet Trio Of Shock, Disbelief And Insolvency

Great Depression Grand Siècle 1933 méthode creditoise

antworten
 

Die Sendung ist jetzt bei Youtube eingestellt, Links anbei

Palstek @, Dienstag, 29.11.2011, 22:10 (vor 5336 Tagen) @ HW71

Hallo,

gerade gesehen, die Sendung ist jetzt bei Youtube eingestellt:

Für Teil 1 von 3
http://www.youtube.com/watch?v=uTmnswCcrK4

Für Teil 2 von 3
http://www.youtube.com/watch?v=zukN7-F67Is

Für Teil 3 von 3
http://www.youtube.com/watch?v=tNLCGIcljOA


Trotzdem würde mich interessieren, wie man sich die Sendung selber auf die Festplatte speichern kann. Bei Youtube benutze ich das Programm StreamTransport, was auch zuverlässig klappt. Bei dem NDR-Video funktioniert das aber nicht (Link: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/videos/minuten385.html). Welche Möglichkeit gibt es, das Video selber von der "Originalquelle" zu speichern? Googeln hat mich diesmal nicht weitergebracht.

Gruß
Palstek

antworten
 

Speichern von Originalquelle...

HW71 @, Mittwoch, 30.11.2011, 09:25 (vor 5335 Tagen) @ Palstek

Hi Palstek,

ich selbst nutze eigentlich nur drei Varianten, um Videos zu speichern:

* das Video DownloadHelper Plugin für Firefox

* für Chrome gibt es unzählige ähnliche Erweiterungen - ich habe Youtube Downloader und bin damit auch ganz zufrieden

* Fernseh-Mitschnitte mache ich allerdings direkt mit dem OnlineTvRecorder - ohne mich mit der zeitlichen Beschränkung der OnlineMediatheken oder der Frage, wie ich die Streams nun lokal gespeichert bekomme, rumärgern zu müssen

Zu OTR hatte ich vor einiger Zeit hier im DGF schon mal was geschrieben - aber auch in dieser Sparte gibt es verschiedene Anbieter. Einige sind kostenlos (wie z.B. OTR, wenn man fleissig Werbebanner klickt) - andere kosten etwas. Diese Variante hat aber zumindest den Vorteil, dass man nicht auf die Mediatheken der ÖR Fernsehsender angewiesen ist, bei denen ja gelegentlich auch mal Teile fehlen. Mir fällt da gerade die Sache mit Peter Scholl-Latour bei Beckmann ein: bei dem zugehörigen Mediathek-Mitschnitt fehlten ja dann aufgrund technischer Probleme später einige brisante Aussagen, die wir seinerzeit im DGF diskutiert hatten:

http://www.dasgelbeforum.de.org/board_entry.php?id=205803#p205914

Sorry wenn ich Dir bzgl. Abspeichern von Streams nicht weiterhelfen kann, aber ich bin sicher, dass da noch ein paar interessante Tips kommen ... :-)

Gruß, H.W.

antworten
 

Vielen Dank für Deine Antwort

Palstek @, Mittwoch, 30.11.2011, 22:45 (vor 5335 Tagen) @ HW71

Hallo HW71,

danke für Deine Tipps! Onlinetvrecorder.com sieht vielversprechend aus, damit werde ich mich am Wochenende Mal näher beschäftigen ....

Gruß
Palstek

antworten
 

Wärmedämmung / Frage zur Thermoshield-Farbe

Leserzuschrift @, Freitag, 02.12.2011, 20:34 (vor 5333 Tagen) @ Palstek

Hallo zusammen,

in einem Kommentar zur Sendung auf der NDR-Seite ist folgendes zu lesen:

"Äußerst interessanter Beitrag, nur viel zu später Sendetermin! Kenne aus der breuflichen Tätigkeit dieses Problem. Im privaten Wohnen haben wir am und im Eigenheim unser diffusionsoffenes Mauerwerk den Putz mit Thermoshield-Farbe gestrichen und -im Gegensatz zu anderen der Siedlung keinerlei Probleme mit Veralgung, Schimmel o.ä. Der Bau kann atmen...und trockenes Mauerwerk ist eine "Wärmedämmung" an sich. Das Dachgeschoss haben wir mit Mineralwolle gedämmt.
Die Energieeinsparung durch die innovative Thermoshield-Farbe glaubt einem zwar keiner- ist aber so. Dementsprechend wird diese Farbe bekämpft...weil nicht sein darf, was anderen den Profit nimmt- meine private Vermutung."

Lt. diversen Youtube-Videos soll dieser Anstrich auch umweltfreundlich(er) sein.
Mich würde sehr interessieren, ob hier jemand hier schon damit Erfahrungen gemacht hat. Besten Dank!

Grüße von Andy

antworten
 

Wer unbedingt die Wände dämmen will...

Fobi @, Oberbayern, Dienstag, 29.11.2011, 18:51 (vor 5336 Tagen) @ Alwinnier

Wiederholungstermin 09.12.2011 um 06:00 Uhr NDR
oder hier im Internet
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/videos/minuten385.html

Aber es gibt auch noch bessere Systeme zum Dämmen der Wände.
Von Schlagmann gibts ein gemauertes System. Dann gäbe es noch Pavatex-Holzfaserplatten (man meint, Holz..., das brennt doch! Aber es verkohlt bei den Platten nur die Oberfläche und das wars. Zuvor muss aber erst mal der Putz runter!).
Dann gäb es auch noch Steinwolle von Rockwoll. Diese Systeme lassen auch die Feuchtigkeit nach aussen durch. Nicht so wie bei dem Müll in dem es im Video geht. Nur das Problem ist eben der Preis!
Aber wenn man nachdenkt, wo geht dir Wärme hin? Sie steigt nach oben. Die Wände werden großteils mit 18 cm, zum Teil schon mit 24 cm gedämmt! Wieviel ist auf dem Dach oder der obersten Geschoßdecke an Isolierung?
Meist nicht mal die Hälfte. Das Dach oder die Decke Isolieren wäre wahrscheinlich wirklich rentabel unf wäre auch nicht teurer. Aber auch hier am besten Holzfaserplatten verwenden!

antworten
 

Hier der Wiederholungstermin und der Link zum Video

zip @, Dienstag, 29.11.2011, 09:08 (vor 5336 Tagen) @ OOO

NDR, 2.12.2011, 06:00 Uhr: 45 Min

Hier der Link zur Mediathek: Link

--
.zip

antworten
 

Was zieht man daraus für einen Schluss?

stocksorcerer @, Dienstag, 29.11.2011, 13:11 (vor 5336 Tagen) @ zip

gar nicht mehr Wärmedämmen an den Fassaden?

Denn wenn das - wie beim Polystyrol am Ende eine Energieersparnis von nur rund zehn bis 15 Prozent ausmacht, davon abgerechnet die Installations- und Materialkosten, ggf. Wartungskosten, und die akut erhöhte Gefahr durch Brandausbreitung?

Abgesehen davon dass durch die durch Regen ausgewaschenen Gifte, die die Umwelt beeinträchtigen, nach fünf Jahren dann doch keinen Pilzbefall mehr verhindern.

Angesichts des desmonstrierten Brandes mit dieser heftigen Rauchentwicklung und dem abtropfenden Feuer nach wenigen Minuten scheint es mir, dass man da vor allem in Zentren mit dichter Bebauung da wirklich verheerende Dinge getan werden.

In diesen Zeiten, wo auf Nachhaltigkeit immer weniger Wert gelegt wird, sofern Nachhaltighkeit zu teuer wird, bauen wir uns doch scheinbar eine mögliche Flammenhölle zusammen. Gut, dass ich nicht das geworden bin, was ich als Kind - wie viele andere Kinder - mal werden wollte: Feuerwehrmann!

Gruß
stocksorcerer

P.S.: Vom Schwarzschimmelbefall gar nicht zu reden. Da haut einem am Ende die Wärmedaämmung ja das ganze Haus zu Klump!

antworten
 

Bauphysik, Gesetz des fallenden Grenzertrags und Waermedaemmung ...

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 29.11.2011, 13:55 (vor 5336 Tagen) @ stocksorcerer
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 01.12.2011, 00:41

Bauphysik ist ein Nebenfach bei Architekten und auch bei Bauingenieuren ein ungeliebtes Fach.

Waere es anders, ja, wuerden diese Leute ueberhaupt auch nur das beruecksichtigen, was sie vorgeblich bis zum Abitur gelernt haben, gaebe es die ganzen Bauschaeden und die unseligen Daemm-Diskussionen gar nicht.

Unten einer meiner diesbez. Texte im Auszug.

Das Grundgesetz des Daemmens ist dies:

Wenn fuenf cm Daemmung eine Reduzierung des Waermedurchgangs um 50% bewirken wuerden, wieviel bewirken dann 10 cm? Nur noch ein Viertel! Und 20 cm - nur noch ein Achtel zusaetzlich.

Da weitere Durchtrittsquellen wie z.B. Dach, Keller, Fenster, Kaeltebruecken an Wasserleitungen, Blitzableitern usw. hinzukommen sind diese 50% aber noch gar keine 50%, sondern vielleicht 25%, dann heisst also die Verdoppelung und Vervierfachung der Wand-Daemmung eine Verbesserung um 12,5% bzw. im heute ueblichen Neubau-Modus 6,75%!!! (Auf insgesamt gestuft kumuliert 25%, 37,5% und 44,25% - und das bei Kunststoff-Systemen mit einer angeblichen Halbwertzeit von 10 bis 20 Jahren!)

Wenn man wirklich Energie und CO2 einsparen wollte, waere da schon laengst der thermische Sonnenkollektor wesentlich wirtschaftlicher (zumal er das Haus autarker machen wuerde, was in den kommenden Zeiten ein ganz wesentlicher Vorteil sein wird).

Siehe auch unlaengst erschienene Artikel:

http://www.handelsblatt.com/finanzen/wenn-die-waermedaemmung-zum-albtraum-wird/4607846....
"Mit einem Wärmedurchgangskoeffizienten von 1,3 sind die Wände jetzt schlechter gedämmt als die Fenster mit einem Wärmedurchgangskoeffizienten von 1,0. Statt an den Scheiben schlägt sich die feuchte Luft im Winter also an den Wänden nieder. Die Folge: Schimmel. Da hilft nur eine Lüftungsanlage. Für den Eigentümer heißt das: nachbessern."
http://www.konrad-fischer-info.de/
http://www.welt.de/gesundheit/article13728275/Was-gegen-Schimmel-hilft-und-worueber-er-...
http://www.focus.de/immobilien/bauen/tid-8849/schimmelpilze-feuchtgebiete-in-der-wohnun...

Aber auch in den Medien lauern Denkfallen zum Thema:

http://www.focus.de/immobilien/energiesparen/tid-20805/schimmel-in-der-wohnung-die-schw...
(Das Bild zeigt mit ziemlicher Sicherheit keinen Schimmel, sondern Feuchteausbluehungen aufgrund aufsteigender Feuchtigkeit oder aufgrund Wasserdampfes, der von innen gegen die, hier sichtbare, aussen, wohl im Treppenhaus, aufgebrachte, wasserdampfundurchlaessige Farbschicht drueckt! Im Klartext heißt das: Tueren zu.)


-------------------------------------------------------------

1 Vorwort – Bauphysik und Bauchemie, die ungeliebten Faecher

Hausbesitzer oder Mieter, die meisten Bauunternehmer und leider die allermeisten Architekten verstehen wenig bis gar nichts von Bauphysik oder Bauchemie.

Schlimmer noch, wenn sie meinen, sie wuessten etwas, dann ist es oft noch falsch.

Das verursacht jedes Jahr Schaeden in Milliardenhoehe, von der Gesundheitsgefaehrdung und -schaedigung der Bewohner(innen) ganz zu schweigen .

Glimpflich geht es noch ab, wenn nur Schaeden, die gar nicht vorhanden sind, saniert werden (vgl. unten im Abschnitt Das „undichte“ Flachdach) oder wenn durch unsinnige „Verbesserungsmassnahmen“ unnoetig hohe Heizkosten verursacht werden.

Schlimmer wird es, wenn vermeidbare Laermbelaestigungen zu erhoehtem Herzinfarktrisiko und verminderter Lebensfreude fuehren oder gar lebensbedrohlich wird es, wenn falsch gewaehlte Baumaterialien durch Ausduenstungen zu Vergiftungserscheinungen fuehren, seien es Holzschutzmittel, Formaldehyd-Ausduenstungen aus Spanplatten, Schwefelsaeure aus Gipskarton oder, trotz harmloser Baumaterialien, Schimmelbefall, der zu Allergien und womoeglich gar zu Krebs fuehrt aufgrund falscher physikalischer Auslegung von Bauteilen oder durch unueberlegte nachtraegliche „Verbesserungen“ oder „Sanierungen“, etwa unzureichenden oder falsch berechneten Daemmassnahmen.

Im Folgenden sollen einige dieser Problembereiche, deren Ursachen und moegliche Abhilfemassnahmen naeher beleuchtet werden.

Bei der Vielfalt der Fallgestaltungen koennen nur typisierende Verallgemeinerungen gemacht werden, die eine genau Analyse vor Ort nicht ersetzen koennen. Auch koennen bestimmte hier beschriebene Phaenomene, trotz Uebereinstimmung bis ins Detail, ganz andere Ursachen haben, als hier angegeben, weil eine verhaengnisvolle Verkettung von Ursachen, ausgehend von ganz anderen Anfangsparametern, zufaellig zu taeuschend aehnlichen Symptombildern fuehren.

Hier bedarf es stets der Mitwirkung eines erfahrenen Gutachters. Wichtiger als dessen Kosten und raeumliche Naehe sind dessen Erfahrung, Sachkunde und „Forschungsmittel“. In der Rechtsprechung ist anerkannt, dass ein Gutachter auch von weit entfernt beigezogen werden kann, wenn dies deutlich bessere Aufklaerungschancen verspricht.

Empfehlungen zur Gutachterauswahl koennen im Rahmen dieser Ausarbeitung weiters leider nicht gemacht werden.

2 Feuchtigkeit: Eis, Wasser, Dampf und Hygroskopie

2.1 Unsichtbare Gefahrenquellen

Der Mensch ist dauerhaft zwei Gefahrenquellen in seiner Umwelt ausgesetzt, die er nicht sehen kann:

· Radioaktivitaet und

· Wasserdampf.

Jeder Mensch atmet ca. zwei bis drei Liter Wasserdampf pro Tag aus. Hinzu kommt Wasserdampf durch’s Baden und Duschen sowie Feuchtigkeitseintrag durch nasse Kleidung und Schuhwerk oder in der Wohnung getrocknete Waesche.

All dieser Wasserdampf muss aus einer Wohnung hinaus – nach draussen.

Das ist nur der normale und unvermeidliche Wasserdampfanfall. Hinzu kommt u.U. noch Wasser, das von aussen in ein Wohngebaeude eindringt, sei es durch Kellerfeuchtigkeit (Sicker-, Stau- und Druckwasser, aufsteigende Feuchtigkeit in Waenden), undichte Daecher und naessende Waende nach Regen oder Tau (und oft uebersehen, wenn zutreffend: Loeschwasser nach Braenden).

2.2 Das „undichte“ Flachdach

Jedes Fruehjahr sehen wir wieder schwarzverschmierte Maenner auf Flachdaechern Dichtfolien oder Schweissbahnen ausrollen und angeblich undichte Daecher dichten. Nach strengen Wintern mehr als sonst. Seltsam nur, manche dieser Daecher wurden schon letztes Fruehjahr und das Jahr davor geflickt oder erneuert.

Viele, vielleicht die meisten dieser Daecher sind tatsaechlich dicht, sie sind nur falsch gedaemmt bzw. Dampfsperren sind falsch angebracht oder fehlen.

Was war passiert? Im Winter hat Feuchtigkeit an der Decke, unter dem Flachdach, kondensiert und ist dort gefroren. Was dort kondensiert stammt meist nicht nur aus dem Stockwerk direkt darunter, sondern u.U. von jedem Geschoss bis hin zum Keller. Als es frueher noch Waschkessel in Waschkuechen gab, konnte man manchmal eine Dampfblase direkt senkrecht ueber dem Kessel sehen – viele Stockwerke oberhalb, an der sich woelbenden Folie des Flachdaches!

Mit den ersten Strahlen der Fruehlingssonne taut dieses Wasser an der Unterseite des Daches auf und tropft herab. Fuer Laien und Bauherren, ja, selbst fuer viele Architekten sieht es aus wie eindringendes Schmelzwasser – also her mit dem Dachdecker.

Die Dachhaut eines Flachdaches ist, anders als ein Ziegeldach, nicht dampfdurchlaessig (siehe die goldene Regel fuer den Wandaufbau weiter unten). Daher darf von unten kein Wasser(dampf) in die Dachkonstruktion eindringen. Solange der Taupunkt nicht unterschritten wird, das Wasser dort also nicht kondensiert, passiert nicht viel (es schimmelt bloss). Da aber Wasserdampf nach oben steigt, ist der feuchteste Ort im Haus unter’m Dach.

2.3 Das Architekten-Quiz

Bauphysik und Bauchemie sind fuer Architekten leider Nebenfaecher, die oft unwillig belegt und wenig verstanden werden. Wenn die Klausur halbwegs bestanden ist, wird das alles wieder getrost dem Vergessen anheim gegeben.

„Was steigt nach oben: feuchte oder trockene Luft gleicher Temperatur?“ – Die meisten Laien, aber auch Architekten antworten spontan „die trockene“. Diese Einschaetzung ruehrt wohl daher, dass Wasser mit „Schwere“ assoziiert wird. Natuerlich ist fluessiges oder gefrorenes Wasser schwerer als Luft. Aber gasfoermiges Wasser, Wasserdampf genannt, ist leichter als Luft .

Jede Mischung von Wasserdampf und Luft, also feuchte Luft, ist daher auch leichter als trockenere Luft und steigt daher auf.

Da zudem Feuchtluft bei Entstehung in Wohnungen meist auch noch waermer ist als trockene, weil sie z.B. aus Atemluft (37oC) oder vom Waschen der Duschen stammt, draengt sie doppelt nach oben.

2.4 Die Folgen

Weil der unsichtbare Wasserdampf also immer nach oben steigt, sind Flachdaecher gefaehrdet, da sie wasserdicht und damit notgedrungen wasserdampfundurchlaessig sein muessen.

3 Die feuchten Stellen einer Wohnung

Wenn es in einer Wohnung feucht ist, dann ist der Schimmel, abgesehen von Flachdachkonstruktionen, bei Geschossbauten meist unter der Decke, meist in Zimmerecken der Aussenwand, denn dort gibt es oft Kaeltebruecken.

Hinter Schraenken ist dagegen der Schimmel oft irgendwo ueber dem Boden, … weil dort der „umgekehrte Kamineffekt“ eintritt: die feuchte Luft steigt ueber dem Schrank auf, ein Teil davon kuehlt dann aber hinter dem Schrank an der Wand ab und faellt nach unten, bis dort der Taupunkt unterschritten ist, denn insbesondere an Aussenwaenden ist es hinter dem Schrank am kaeltesten, und wieder umso kaelter, je weiter unten man misst.

Finden sich anderswo in Zimmern feuchte Stellen bzw. Schimmel, etwa in der Naehe von Fenstersimsen usw., dann kann das zwei Ursachen haben: dort ist entweder eine besonders starke Kaeltebruecke, d.h. dort kondensiert das Wasser bereits „mitten auf dem Wege“ zur Decke, oder es dringt tatsaechlich Wasser von aussen ein. Beides kommt vor, manchmal ist auch beides gleichzeitig der Fall.

3.1 Ausnahme: Klimaanlage

Einen Sonderfall muessen wir noch erwaehnen:

Kondensation und in der Folge Durchfeuchtung und evtl. Schimmel bilden sich ueberall da, wo Wasserdampf kondensiert, weil der Taupunkt unterschritten wird.

Das ist in der Regel an der Aussenwand, weil diese kaelter ist und die Innenluft feuchter als die Aussenluft. Wer dann kraeftig (stoss-) lueftet, entlaesst die feuchte Luft nach draussen und holt trockenere Luft von draussen herein, die dann aufgeheizt und dadurch noch trockener wird. So wirkt Lueften.

Das Prinzip gilt aber immer, d.h. auch dann, wenn stattdessen mal der Innenraum trockener und kuehler und die Aussenluft waermer und feuchter sein sollte. So kann es dann in feuchten heissen Sommern vorkommen, dass Bewohner sich wundern, wenn sie lueften (hatten wir nicht gelernt, „Lueften hilft gegen Feuchtigkeit“?) und … die Wohnung wird (noch) feuchter. Das ist kein Wunder: wer warme, feuchte Luft von draussen hereinholt und sie dann in seiner kuehlen, womoeglich gar kuenstlich klimatisierten Wohnung abkuehlt, der holt sich Wasserdampf in’s Haus.

3.2 Der feuchte, gut gelueftete Keller

Dasselbe geschieht, wenn im Sommer tagsueber der Keller in bester Absicht gelueftet wird.

Das Erdreich hat ganzjaehrig eine Temperatur um die 10oC, eine Kellerwand ist also ganzjaehrig auch etwa 10-12oC „kalt“. Wer 40oC heisse Luft mit vielleicht 80% Luftfeuchte in den Keller laesst, erlebt sein feuchtes Wunder: der Keller wird umso feuchter, je ausfuehrlicher gelueftet wird.

1981 war ein solche besonderer Sommer mit z.T. an die 100% Luftfeuchtigkeit, aber die Regel gilt in den meisten Sommern: viele Menschen lueften, weil der Keller sonst „muffig“ riecht, bedenken aber nicht, dass die Feuchtigkeit, die diesen Moderprozess am Leben erhaelt, womoeglich erst durch’s Lueften hereingebeten wurde.

3.3 Abhilfe gegen wasserdampfbedingte Feuchtigkeit

Betrachten wir erst einmal die Baugeschichte. Warum gab es frueher kaum Schimmel an den Waenden der Altbauten?

3.3.1 Das Maerchen von der trockenen Zentralheizungsluft

Frueher stand in fast jedem Zimmer ein Einzelofen. Dieser war an einen Kamin angeschlossen und hat dort Luft hinausgepustet, wenn in der kaelteren Jahreszeit geheizt wurde. Wo kam diese Luft her? Vom undichten Fenster und von den Tueren. Draussen war die Luft im Winter kalt und trocken. Wurde sie durch den Luftbedarf des Verbrennungsprozesses in’s Zimmer hineingezogen, wurde sie aufgeheizt. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Folglich wurde das Zimmer permanent gelueftet und entfeuchtet.

Aber selbst, wenn nachts der Ofen erlosch und die Menschen am Morgen im ausgekuehlten Zimmer aufwachten (die aeltere Generation wird sich daran noch erinnern – die Zentralheizungen traten erst in den sechziger und vor allem siebziger Jahren ihren Siegeszug an, Thermostatventile und Nachtabsenkung wurden ueberwiegend erst mit der Waermeschutzverordnung nach der sog. Oelkrise eingefuehrt), selbst dann gab es im kalten Zimmer an der Decke oder in den Ecken keinen Schimmel. Warum? Abgesehen davon, dass die wesentlich undichteren Fenster und Tueren auch ohne Ofen fuer eine kontinuierliche Dauerlueftung sorgten, war das vor allem den „Eisblumen“ am Fenster zu verdanken. Das Fenster war eine „Feuchtesenke“, d.h. die einglasige Scheibe war die kaelteste Flaeche in jedem Raum und an dieser schlug sich das Wasser nieder bzw. gefror sogar. Am naechsten Morgen hat man es dann z.T. weggewischt, z.T. verdunstete es von alleine, wenn der Ofen wieder angeheizt wurde und die trockene Aussenluft hereinzog. Die Wand blieb also weitgehend trocken.

Trockene Luft war also damals im Winter normal, denn der Luftstrom ging von der Aussenwand weg in den Kamin hinein.

Heutzutage dagegen ist die Innenraumluft im Sommer wie vor allem im Winter bei zentralgeheizten Wohnungen mit Waermeschutzfenstern wesentlich feuchter als frueher und zwar aus drei Gruenden:

1. Anders als bei Einzelofenheizung gibt es keine Zwangslueftung mehr durch den Austausch der Verbrennungsluft ueber den Kamin im Zimmer.

2. Die Waermeschutzfenster sind hoechst praezise gearbeitet und enthalten Dichtungen – sie sind fast luftdicht; ohne bewusstes Lueften findet fast kein Luftaustausch mehr statt.

3. An den doppelglasigen „Thermopane“-Waermedaemmscheiben kondensiert auch keine Raumluftfeuchte mehr, denn sie sind im Winter wesentlich waermer als die frueheren Einglasscheiben. Zudem ist der Heizkoerper („Radiator“ – siehe dazu unten) unter dem Fenster angebracht, d.h. es entsteht ein warmer Luftzug an der Fensterscheibe entlang .

Die Feuchtigkeit, der Wasserdampf, bleibt daher in der Raumluft und diese wird nicht mehr ausgetauscht. Daher betraegt die relative Luftfeuchte heute in zentralgeheizten Raeumen mit Waermeschutzfenstern meist zwischen 60 und 80%, kann daher unter der Decke schnell auch 100% erreichen und damit kondensieren. Im Winter lag sie frueher bei Einzelofenheizung u.a. nur bei 30% bis 40%!

Nebenbei bemerkt ist durch moderne Teppiche in Zusammenwirken mit geringerem Luftaustausch auch die Staubbelastung in Innenraeumen gestiegen. Innenraumluft enthaelt oft zwanzig mal soviel Staub wie Aussenluft.

Der Eindruck der „trockenen“ Zentralheizungsluft entsteht daher oft nur durch den Geruch von Schmorprodukten, wenn der Heizkoerper den auf ihm liegenden Staub erhitzt. Da heute bei den Niedertemperaturheizungen die Vorlauftemperaturen wesentlich geringer sind als noch vor Jahrzehnten, geht dieser Eindruck aber stetig zurueck. Wer nun wegen der vermeintlichen Trockenheit am Heizkoerper auch noch Befeuchter aufhaengt, obwohl die Luft ohnehin schon feuchter ist als frueher, der muss sich ueber den Schimmel an der Aussenwand nicht wundern.

3.4 Was ist zu tun?

Es wird gebetsmuehlenartig gepredigt, Lueften sei des Raetsels Loesung. Abgesehen vom obigen Beispiel mit der Klimaanlage, bei dem im Sommer Lueften sogar zu weiterer Durchfeuchtung fuehren kann, ist Lueften zwar prinzipiell richtig, aber wie immer in einer wissenschaftlichen Analyse muss man nicht die Laborbedingungen, sondern die gesamten „problemrelevanten Parameter“ der tatsaechlichen Situation betrachten. Und dann seht man, dass Lueften u.U. die feuchte Luft gar nicht (vollstaendig) beseitigt.

In einem Zimmer einer Wohnung reicht das Fenster, das zum Lueften geoeffnet werden kann, i.d.R. nicht bis zur Decke. Wo aber, haben wir gelernt, staut sich die feuchte Luft? Oben! Und wo wird die kalte Luft, die durch’s Lueften hereinkommt, sich ablagern? Unten! Denn kalte Luft ist schwerer als warme, vgl. den Heissluftballon.

In einem hohen Raum also wird das Lueften allein die feuchte Luft unter der Decke noch nicht beseitigen. Die Luft muss zudem auch noch umgewaelzt werden. Zwar sollte das durch die Konvektion seitens des Heizkoerpers geschehen, aber wenn der an der falschen Stelle sitzt, zu schwach ausgelegt ist, oder nicht warm genug oder der Raum zu hoch oder die Luft zu feucht ist bzw. der Feuchtigkeitsnachschub zu hoch ist (z.B. Waesche zum Trocknen, viele Menschen oder Menschen, die Sport treiben, etwa Aerobic vor dem heimischen Fernseher, oder wenn geduscht oder gekocht wird usw.), dann kann auch viel Lueften .U. nicht ausreichend sein, insbesondere, wenn es draussen kalt und die Wand nicht ueberall optimal gedaemmt ist.

3.5 Kaeltebruecken

Sie muessten eigentlich „Waermebruecken“ heissen. Jedes zum Wohnen oder Arbeiten fuer Menschen errichtete Bauwerk unterliegt einem mehrfachen Zielkonflikt:

· es soll dauerhaft und standsicher sein,

· es soll moeglichst viel Laerm „schlucken“ und

· es soll moeglichst wenig Waerme nach aussen abgeben (im Winter) bzw. von draussen hereinlassen (in der warmen Jahreszeit).

Nun aber erfordert Schalldaemmung schwere Bauteile (damit sie nicht so leicht ins Schwingen geraten) und Waermedaemmung leichte, porige Bauteile. Waermedaemmung kann in der Regel keine Lasten tragen, Decken und Verstrebungen muessen jedoch mehr oder weniger massiv und stabil sein.

Eine Geschossdecke muss notgedrungen, soll sie nicht herunterfallen und ihre Lasten tragen, auf der Aussenmauer aufliegen. Damit zieht sie sich bis nach aussen durch und leitet notgedrungen Waerme nach aussen. Umgekehrt erklaert heisst das, sie neigt dazu, auszukuehlen. Wo liegt nun die Zimmerdecke? Oben! und wo ist es am feuchtesten? Ebenfalls oben. Wo stossen gleich zwei massive tragende Elemente im Raum zusammen? In der Zimmerecke – Wand und Decke, beide fuehren nach aussen und bilden Waermebruecken.

Der kaelteste Punkt ist daher bei herkoemmlicher Bauweise immer in den Ecken der Zimmer an den Aussenwaenden.

Und dort kondensiert daher am ehesten die Feuchtigkeit der Zimmerluft und daher bildet sich dort Schimmel zuerst. Und zudem werden gerade diese Ecken beim Lueften am wenigsten erreicht!

3.6 Abhilfemassnahmen – richtig heizen und lueften, Feuchtigkeit vermeiden

Wer also lueftet, sollte die von aussen hereingelassene Luft nicht als Kaltluftsee am Boden „liegen“ lassen, sondern sie umwaelzen. Das ist umso wichtiger, je hoeher und groesser der Raum ist und je geringer die Konvektion durch Heizkoerper ist. Sind letztere z.B. nicht unter einem Fenster angebracht, sondern sonstwo im Raum, weil die Heizungsfirma das Verlegen der Leitung „scheute“, dann ist der Aerger ohnehin schon vorprogrammiert.

Da die kalte Luft am Boden von alleine nicht aufsteigt, ja, noch nicht mal vom Radiator/Konvektor erfasst und damit erwaermt wird, kann sie auch nur wenig zur Entfeuchtung beitragen.

Vielmehr muss die feuchte Luft von oben herab und die trockene Luft nach oben gebracht werden.

Wer nicht gerade einen Deckenventilator betreiben moechte, der behilft sich am einfachsten mit heftigem „Wedeln“: man nimmt einen geeigneten Gegenstand, etwa ein normales Handtuch, und wirbelt damit die Luft im Zimmer waehrend des Lueftens oder kurz danach kraeftig umeinander, etwa so, wie eine Windmuehle ihre Fluegel bewegt.

Dabei kommt es weniger auf die Dauer der Lueftung an, als vielmehr die Qualitaet.

Faustregel: Lieber eine Minute mehrmals in der Stunde, als einmal fuenf Minuten lueften, lieber mehrmals fuenf Minuten am Tag als einmal eine halbe Stunde.

Am besten lueftet man nur kurz, etwa ein, zwei Minuten, und „ruehrt“ dabei gleichzeitig mit einem Tuch kreisfoermig wedelnd die Luft gut durch, so dass die frische Luft nach oben geblasen wird. Das ist zehnmal effektiver, als sich bloss auf die Konvektion zu verlassen.

Zudem achtet man auf den Feuchtigkeitseintrag, den man selbst vermeidbar verursacht. Duschen wir erst heiss und lassen dann die wabernde Feuchtluft in den Innenraum der Wohnung, indem wir erst aus dem Bad ins Schlafzimmer laufen, die Tuer offen lassen und dann spaeter mal „bei Gelegenheit“ lueften? Oder halten wir alle Feuchtraeume sorgsam geschlossen, bis wir durch Lueften deren Feuchtegehalt wieder auf das Niveau der restlichen Wohnung heruntergetrocknet haben? Beim Kochen die Kueche schliessen und ab und zu lueften bringt mehr, als den Kochdunst erst in die Wohnung zu entlassen, zu warten, bis er sch schoen an der Decke des Wohn- und Schlafzimmers verteilt hat und dann dort erst Stunden spaeter zu lueften.

3.6.1 Kapillaren und feuchte Geheimgaenge

Fluessigkeiten haben eine verblueffende Eigenschaft: sie koennen „klettern“. Je duenner ein Roehrchen oder eine Pore, desto hoeher steigen darin Fluessigkeiten gegen die Schwerkraft nach oben bzw. werden dort auch waagerecht „nach vorn“ gezogen.

Jeder normale Baustoff, ob Beton oder Ziegelstein, ist poroes. Zwar kann man Beton porenfrei herstellen, aber dazu bedarf es sehr sorgfaeltiger Betonrezeptur (WZ = Wasserzementwert unter 0,4 usw.), und alle andere tragenden mineralischen Baustoffe sollen ohnehin poroes sein, damit sie Wasserdampf durchlassen.

Normalerweise sollte die sog. „Ausgleichsfeuchte“ einer (Aussen-) Wand ca. 2% betragen, d.h. 98% der Wand sollten aus Stein oder Poren („Luft“) bestehen.

Sind es nur das Doppelte, also ca. 4% so ergeben Berechnungen, dass dann allein bei einem groesseren Einfamilienhaus eine herkoemmliche Backsteinwand nur noch halb so gut daemmt, was z.B. bis zu 2.000 Liter mehr Heizoelverbrauch bedeuten kann.

Wie trocken eine Wand im Jahresmittel ist, haengt davon ab, ob und wieviel Feuchtigkeit sie abbekommt (z.B. Schlagregen) und wie gut diese Feuchtigkeit wieder abdunstet waehrend der Trockenperioden.

Leider ergibt sich hier u.U. ein verhaengnisvoller Teufelskreis: solange die Wand trocken ist, daemmt sie besser und ist sie daher auch „waermer“. Folglich kondensiert an ihr weniger oder keine Feuchtigkeit, die von innen in sie eindringen koennte. Und folglich wird sie auch leichter mit der von aussen auf sie eindringenden Feuchtigkeit (Schlagregen, Tau) fertig.

Viele Poren sind „geschlossen“, d.h. sie stehen nicht mit anderen Poren oder der Aussen- oder Innenluft in Verbindung. Andere Poren sind z.T. mit engen Roehrchen untereinander verbunden – den „Kapillaren“. Wasser kann nun auf zwei Wegen in diese Poren eindringen: durch direkte Einleitung, also Schlagregen, Tau oder Kondensation von der Innenseite (vom seltenen Fall des Loeschwassers oder einer „Ueberschwemmung“ im Bad oder aufgrund geplatzter Haushaltsgeraete-Schlaeuche etc. mal abgesehen ) und andererseit direkt durch Kondensation in den Poren.

Wenn also der „Taupunkt“ bei bestimmten Wetterlagen nicht an, sondern in der Wand unterschritten wird, dann wird sich die Luftfeuchte, von aussen zuerst unsichtbar, in der Wand aufbauen.

Das hat zwei dramatische Folgen:

1. einerseits wird dadurch die Waermedaemmung verringert, die Wand wird also noch „kaelter“ und anfaelliger fuer Feuchteeinlagerung und

2. die Wand wird immer weniger durchlaessig fuer Wasserdampf, d.h. sie kommt ihrer natuerlichen Ausgleichsfunktion nicht mehr nach.

Beides verstaerkt tendenziell die Durchfeuchtung und je laenger der Prozess andauert, desto schlimmer wird die Situation . Die Wand wird immer dampfdichter, staut immer mehr Dampf und gleichzeitig wird sie immer kaelter und foerdert dadurch die weitere Kondensation. Ein Teufelskreis.

Hat nun einmal eine Kapillare Wasser gezogen, transportiert sie es weiter bis zum naechsten Hohlraum, und fuellt der sich schliesslich und der Wasserspiegel erreicht die naechste Kapillare, so setzt sich der Prozess fort, bis er entweder in einer Sackgasse (Pore mit zu grosser Oeffnung, so dass keine Kapillarwirkung mehr entsteht) oder an der Wadflaeche (innen oder aussen) endet.

Ist Wasser erst einmal kondensiert, so ist es wesentlich schwerer zu entfernen – fluessiges Wasser muss ja erst verdunsten, damit es auf normalem Wege wieder aus der Wand austritt. Die Verdunstungspfade, die Poren und Kapillaren, sind ja aber nunmehr verstopft … Ein weiterer Teufelskreis.

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Bestätigung.

Zaunreiter @, Dienstag, 29.11.2011, 15:03 (vor 5336 Tagen) @ CrisisMaven

Frueher stand in fast jedem Zimmer ein Einzelofen. Dieser war an einen
Kamin angeschlossen und hat dort Luft hinausgepustet, wenn in der kaelteren
Jahreszeit geheizt wurde. Wo kam diese Luft her? Vom undichten Fenster und
von den Tueren. Draussen war die Luft im Winter kalt und trocken. Wurde sie
durch den Luftbedarf des Verbrennungsprozesses in’s Zimmer hineingezogen,
wurde sie aufgeheizt. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als
kalte. Folglich wurde das Zimmer permanent gelueftet und entfeuchtet.

Trockene Luft war also damals im Winter normal, denn der Luftstrom ging
von der Aussenwand weg in den Kamin hinein.


Das kann ich nur bestätigen. Ich kernsaniere einen Altbau (100 Jahre alt) und habe dabei alle Verschlimmbesserungen der vergangenen Sanierungsmaßnahmen in den letzten Jahrzehnten rausgerissen. Vorher hatte das Haus überall Schimmelprobleme. Jetzt sind sie Schnee von gestern.

Ich habe die Dämmung - die hauptsächlich aus Styropor bestand - komplett entfernt, sowie die innere Putzschicht aus Zementputz. Der Zementputz wirkte wie eine Dampfsperre, zumal es sich um eine ostfriesische Doppelmauerung handelte. Die Mauersteine sind alte Feldbrandsteine, die bei niedrigen Temperaturen gebrannt wurden und immer feucht sind. Durch den Zementputz und die Dämmung wurde die Feuchtigkeit eingeschlossen.

Nach Entfernen des Zementputzes und der Dämmung habe ich das Haus durchtrocknen lassen, was nach der Entfernung auch sehr schnell ohne Heizen geschah. Einfach nur, weil mal Luft an die Wand heran kam.

Dann habe ich einen Kalkputz aufgetragen - aus sogenanntem Sumpfkalk ohne (!) Zementzuschlägen.

Des Weiteren habe ich zwei Holzöfen installiert. (Grundöfen.) Warum zwei? => Holzöfen können schlecht reguliert werden, das heißt, sie fahren immer die volle Hitze. Ein einzelner Holzofen mit den in unserem Haus benötigten vollen Leistung von über 20 kW würde sehr viel Holz verbrauchen. Die volle Leistung wird aber nur bei sehr niedrigen Temperaturen weit unter 0°C benötigt. Das ist bei uns nur wenige Wochen der Fall! Während der Übergangszeit wird nur ein Bruchteil der Heizleistung benötigt. Die Übergangszeit beträgt hingegen mehrere Monate.

Was lag also näher, als die Heizleistung aufzusplitten. So habe ich einen 10 kW und einen 14 kW Holzofen installiert. (An zwei Schornsteinen.) Während der Übergangszeit fahre ich einen einzelnen Ofen und zu den sehr kalten Tagen schalte ich den zweiten dazu. Das funktioniert hervorragend und der Mehraufwand liegt beim Anzünden - wenige Minuten pro Tag. Ab und zu ein Holzstück nachwerfen - jede volle Stunde.

Der Holzverbrauch ist im Vergleich zu Öfen, die mit voller Heizleistung über 20 kW das gesamte kalte Halbjahr betrieben werden, sehr viel geringer.

Des Weiteren sind diese Öfen angeschlossen an einem gedämmten Luftführungssystem. Bedeutet: Die von den Öfen erhitzte Luft wird über gedämmte Rohre in die einzelnen Räume geleitet, wo sie durch nachträglich gemauerte Murokausten geleitet werden. Über zwei Klappen unten und oben besteht die Möglichkeit, die heiße Luft entweder in den Raum hinein- und herausströmen zu lassen, oder aber bei geschlosssenen Klappen den Massekörper der Murokausten aufzuwärmen. Die Murokausten speichern die Wärme und geben sie langsam in den Raum ab.

Dieses wasserlose System funktioniert vollständig ohne Strom. Bei einem habe ich eine elektronische automatische Luftzuführung installiert, der den Abbrand ideal regelt. Das ist eher eine Komfortfunktion. (Piepst auch kurz, wenn nachgelegt werden muß.) Diese Automatik läßt sich bei Stromausfall abstellen und mittels eines Hebels von Hand regulieren.

Jedenfalls ist der beschriebene Trocknungseffekt eindeutig zu beobachten, ebenso wie der permanente Luftstrom "durch die Wand" von außen nach innen. Die Luft ist frisch und klar - sehr angenehm.

Wäsche, die im gleichen Raum wie der Ofen aufgehangen wird, ist innerhalb einer Stunde trocken.

Ich kenne den vergleich zu einer modernen Wohnung, da ich zwei Jahre in einem Neubau nach neuesten Dämmstandards gelebt habe. Die reinste Isolierkanne! Und so fühlt es sich auch an.

Das ist einer der Grundöfen, die ich gemauert habe:
[image]

(Die Bank habe ich aus selbst geschnittenen Brettern aus einem Kirschbaum aus unserem Garten eingepasst. Im Bild noch alles Rohbau.)

Gruß
Bernhard

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Super Ideen und Loesungen! Insbesondere ...

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 29.11.2011, 15:46 (vor 5336 Tagen) @ Zaunreiter

... heizen viele mit Holz oder Kohle mit zu heissem Rauchgas-Austritt am Schornstein.

Man kann, was ich an der verbleibenden Aschemenge verifizieren konnte, oft mit nur einem Drittel Holz genausoviel verwend-/spuerbare Raumwaerme erzeugen wie andere, die mit der dreifachen Menge riesig heiss aufheizen und das meiste durch den Kamin jagen.

Oft liegt es an der zu grossen Zuluft, aber natuerlich auch an vielen anderen Parametern (Groesse der Scheite usw.). Diese Murokausten (wieder was gelernt ...) sind eine zusaetzliche tolle Idee.

Wer sich ein Bild machen will, kann verschiedene Abbrandparameter veraendern und das jeweilige Ergebnis (natuerlich nur bei auch untereinander vergleichbaren Aussen- und Innenraum-Vortemperaturen) dadurch langsam optimieren, dass er jedesmal den Ofen und Aschekasten komplett leer fegt (nur ruetteln ist zu ungenau), und dann jedesmal nach voelligem Abbrand die verbleibende Asche wiegt.

So, wie die meisten Autofahrer bis zu 20% Sprit durch Aenderung ihrer Fahrweise sparen koennen, so manche Holzheizer gar 50% Holz. Und: je groesser die verfeuerten Scheite (wenn der Ofen mal richtig zieht, also schon heiss ist und Glut hat), desto langsamer der Abbrand - da Oberflaeche mit der zweiten, Volumen mit der dritten Potenz waechst).

--
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Nochmal: Bestätigung. + Impressionen vom Bau.

Zaunreiter @, Dienstag, 29.11.2011, 16:40 (vor 5336 Tagen) @ CrisisMaven

Man kann, was ich an der verbleibenden Aschemenge verifizieren konnte, oft
mit nur einem Drittel Holz genausoviel verwend-/spuerbare Raumwaerme
erzeugen wie andere, die mit der dreifachen Menge riesig heiss aufheizen
und das meiste durch den Kamin jagen.

Auch das kann ich bestätigen. Ich leere die Asche nur einmal in der Woche! Obwohl ich täglich heize. Das sieht bei anderen Öfen ganz anders aus, die ich zum Beispiel bei unserer Familie kenne.

Ich favorisiere aus diesem Grund die sogenannten Grundöfen.

Die automatische Steuerung ergibt nochmal eine Verlängerung des Abbrandes.

Hier noch ein paar Impressionen vom Bau.

---

Im Flur habe ich einen Kaminofen (10 kW) installiert, der den Kern des Hauses bei sehr kalten Tagen mit Warmluft versorgt. Ein wenig strahlt er auch in den Raum.

Als ich den Putz von der Wand geschlagen habe, kam aus der Wand ein alter offener Kamin hervor. In diesen Kamin hinein wurde dann ein kleinerer offener Kamin gemauert. Der ganz alte Kamin ist außen zu sehen, siehe Säulen außen. Der jüngere innen ist eher unschön reingeklatscht worden. Zum Schluß wurde der Kamin zugemauert und zugeputzt. Es waren zu Anfang nur blanke Wände zu sehen.

Ich habe dann die Elemente wieder rausgeschlagen und will sie in das Haus wieder integrieren. Ich habe dann zwei Stürze eingemauert und dann einen Durchbruch zum Wohnzimmer gemacht.

So sah es vorher aus:
[image]


Das ist der Status Quo zu Anfang. Außen die Säulen des alten Kamins, innen der eingelassene kleine Kamin:
[image]


Die Fliesen habe ich streifenweise ausgestemmt und die ersten Steine gelegt. Links und rechts habe ich zwei Luftöffnungen in Form von großen Klappen eingebaut. Die Klappen dienen gleichzeitig der Zufuhr von Frischluft. Es ist wichtig, dass die Zufuhröffnungen groß genug sind, weil ansonsten ein starker Zug entstehen würde:
[image]


Die nach vorne zeigenden Strahlen dienen später als Ständer für eine Holzbank, die kreisförmig um den Kaminofen herumgeht, und auf der wir uns hinsetzen können. Der Weinkeller ist direkt gegenüber.
Hoch geht es:
[image]


Nach vorne sorgt eine Röhrtür dafür, dass die Wärme in die Mitte des Flures geleitet wird. Die Luft steigt dann nach oben in den Flur.
[image]

Ich mauere den inneren Kamin nach oben nach vorne rund-bauchig aus - so entsteht eine Flaschenform. Und ich habe die beiden alten Überbleibsel der beiden Kamine als geschichtliche Elemente bewahrt.

[image]

[image]

Hier sieht man, wie ich die Deckelplatte aufgelegt habe. Ich habe sie auf Latten gestellt, Mörtel untergelegt und dann die Latten entfernt.
Die Deckelplatte habe ich gegossen. Ich habe ein Stück Pappe genommen, um Maß zu nehmen. Das habe ich dann auf den Boden übertragen und mit einer kleinen Schaufel ausgehoben. Mit Sand ausgelegt, Beton rein, Eisenstäbe rein. Einen Tag trocknen lassen und dann rauf.

[image]


Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich der Kaminofen. So können wir im Wohnzimmer sitzen und den Flammen zuschauen. Auch hier eine Röhrtür, welche bei Bedarf die warme Luft in das Wohnzimmer leitet.
[image]


Ich habe dann den Abschluß über der Deckelplatte bis zur Decke des Raumes gemauert - so entsteht die bauchige Flaschenform.
[image]

Jetzt muss das Ding nur noch verputzt werden und eine Holzbank drauf:
[image]

---

Murokausten

Auf diesem Bild ist der Grundaufbau der Heizwand zu erkennen, wobei hier die beheizte Sitzbank mit abgebildet wird. Grundsätzlich geht es aber hin und her:
[image]

Die Formen kann man variieren. Hier habe ich eine abgeschrägte Ecke gemauert. Das kann aber auch zum Beispiel rund oder sonstwie gemauert werden. Anstatt einer Sitzbank geht auch eine beheizte Liege. (Habe ich auch. [[zwinker]] )
[image]


[image]

[image]

So sieht die Heizsitzecke dann verputzt aus. Ein dickes Eichenbrett als Sitzbrett drauf. Die davor geschaltete Theke befindet sich in der Küche und bildet dann eine gemütliche Ecke zum Sitzen.
[image]

[image]


Im Badezimmer habe ich diese Wand freistehend ausgeführt. Dahinter befindet sich dann eine ebenerdige begehbare Dusche.
[image]


So sieht das dann mit Fliesen drauf aus. Beim Duschen steht man mit dem Rücken zur warmen Wand.
[image]

Die Wärmeleitung führt dann durch den Boden, so daß dieser sich dann in der Mitte des Raumes auch aufwärmt.

Viele Grüße

Bernhard

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Toll, vielen Dank fuer diese Dokumentation ... und Nachlese ...

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 29.11.2011, 17:00 (vor 5336 Tagen) @ Zaunreiter
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 29.11.2011, 17:34

Das Gelbe Forum ist schon eine immer wieder ueberraschende Ansammlung von Spezialisten und Generalisten in einem, siehe z.B. hier:

Zu (thermischen) Sonnenkollektoren

Dyesol-Technik

Onkel Otto: "... energetische Rückzahldauer für thermische Sonnenkollektoren liegt unter einem Jahr, meine Holzrahmenkonstruktion(Dachintegration) sogar unter einem halben Jahr ..."

Wolkenmacher, Fernwärme, Abluftwärmerückführung (Herbi der Bremser)

Das alles an Sachverstand zusammengenommen wuerde bei einem Zehntel der Kosten das Zehnfache an Energieeinsparung (nicht thermisch, sondern auf den ersparten Ressourcenverbrauch bezogen - die Solarthermik kostet ja nix im Vergleich zum oel-basierenden Styropor usw.) bewirken - und das dauerhaft (und ja, zehn mal zehn = 100!!!).

Dazu noch Konstantin mit seinen Beitraegen zum naturverbundenen Leben, z.B. Plants for a future / Pflanzen für eine Zukunft (Datenbank mL)

Und bestimmt habe ich Dutzende uebersehen, nicht uebelnehmen.

Und ueber allem thront die Ermahnung von offthspc ...

--
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Und was ich vergessen, vielleicht verdraengt hatte ...

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 29.11.2011, 17:05 (vor 5336 Tagen) @ CrisisMaven

... unsere oberste Energiesparerin TINA und ehemalige Umweltministerin ist promovierte Physikerin ... Tja, nur fuer die falsche Anwendung physikalischer Gesetze kriegt man den Doktorhut nicht abgenommen, nur eine fette Pension dazu.

--
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Traumhaft. Feierabendbeschäftigung, oder hast Du nen Schock Nachschuldner bei der Hand?

Kurt, Dienstag, 29.11.2011, 17:03 (vor 5336 Tagen) @ Zaunreiter

Also für mich wär das mehr als ein Vollzeitjob, schon alleine die ganze Recherche bevor man sich überhaupt für die jeweils optimale Bauausführung entscheiden kann ;)

Nur wer hält dann das Hamsterrad am Laufen -- auch noch mit mehrfacher Geschwindigkeit, denn neben der laufenden Ur-, Zins- und Bespaßungsschuld wollen ja auch die ganzen Baustoffe erstmal beschafft sein.

Grüße Kurt

antworten
 

Vollzeit neben Vollzeit.

Zaunreiter @, Mittwoch, 30.11.2011, 11:19 (vor 5335 Tagen) @ Kurt

Ist seit dreieinhalb Jahren mein Vollzeitjob neben dem Vollzeitjob. [[zwinker]] Feierabend und Freizeit sind also ausgebucht.

Ist zwar anstrengend und auch sehr langsam, nervenaufreibend und...und...

Aber dafür habe ich neben der Urschuld keine weiteren Schulden. Das habe ich zwar noch in Unkenntnis der kommenden Ereignisse im Sinne des Debitismus damals so entschieden - ganz intuitiv lag ich damit aber richtig. Die Urschuld halte ich so gering wie möglich, das läßt mir Spielräume in alle Richtungen.

Ich habe sehr viel dabei über das Handwerk und Architektur gelernt.

Getreu dem Motto: "Das erste Haus baust Du für deine Feinde. Das zweite Haus baust Du für deine Freunde und das dritte Haus baust Du für dich."

Gruß
Bernhard

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Glückwunsch zur Selbstdisziplin

Kurt, Mittwoch, 30.11.2011, 12:02 (vor 5335 Tagen) @ Zaunreiter

sowie Erkenntnis, und Umsetzung.

Aber dafür habe ich neben der Urschuld keine weiteren Schulden.
[...]
Getreu dem Motto: "Das erste Haus baust Du für deine Feinde. Das zweite
Haus baust Du für deine Freunde und das dritte Haus baust Du für dich."

Respekt, keine Schulden, und schon das "dritte" Haus bauen. Von so viel "Lebenseffektivität" kann ich leider nur träumen...

Grüße Kurt

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Vom Feinsten

stocksorcerer @, Dienstag, 29.11.2011, 17:41 (vor 5336 Tagen) @ Zaunreiter

Da sieht man die geniale Umsetzung von technischem Know-how gepaart mit einem akribischen Blick für Ästhetik. Einfach toll!

Lieben Gruß und danke
stocksorcerer

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Sensationelles Engagement! Kann mir jemand sagen, was es mit diesen Ausblühungen auf sich hat (mit Bildern)?

zip @, Dienstag, 29.11.2011, 20:36 (vor 5336 Tagen) @ Zaunreiter

Ist eine feuchte Kellerwand, mich irritieren die seltsamen „weissen Haare“, die bis zu 2 cm lang werden. Was ist das, weiss das jemand? Raumfeuchtigkeit im Keller: 65% im Sommer, aktuell 50%. Durchschnittstemperatur: Im Sommer 19°, im Winter 18°.

[image]

[image]

[image]

Danke für Hinweise.

--
.zip

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Weisse Haare an feuchter Kellerwand

Herbi_der Bremser @, SH, Dienstag, 29.11.2011, 20:49 (vor 5336 Tagen) @ zip

die seltsamen „weissen Haare“, die bis zu 2 cm lang werden. Was ist das, weiss das jemand?

Kalkhydrat!

scroogle mit Keller Ausblühungen, und du wirst fündig.

Einzige Abhilfe:

Alle 30 Jahre den "Schwarzen Blocker" an den Aussen-Kellerwänden ums Haus sanieren [[top]] - Nee, im Ernst [[freude]] .

Nachbar hat's Blocken mal wieder innen probiert - gegen meinen Rat - und ein Jahre Ruhe gehabt.

Ansonsten (be-)schreibt Konrad Fischer allns zum Thema Pfusch am Bau.

--
panic et circenses

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Vielen Dank, Herbi! (oT)

zip @, Dienstag, 29.11.2011, 21:01 (vor 5336 Tagen) @ Herbi_der Bremser

- kein Text -

--
.zip

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Alle dreissig Jahre ... Einspruch ...

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 29.11.2011, 21:17 (vor 5336 Tagen) @ Herbi_der Bremser

Alle 30 Jahre den "Schwarzen Blocker" an den Aussen-Kellerwänden ums Haus sanieren [[top]] - Nee, im Ernst [[freude]].

Also, da wo ich abgedichtet habe, haelt das (mindestens) solange, wie das Haus obendrueber (und es war zudem druckwasserdicht) - aber das will kaum einer zahlen.

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Das ist mit ziemlicher Sicherheit Kalk ...

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 29.11.2011, 21:01 (vor 5336 Tagen) @ zip
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 29.11.2011, 21:39

Ist eine feuchte Kellerwand, mich irritieren die seltsamen „weissen Haare“, die bis zu 2 cm lang werden. Was ist das, weiss das jemand?
Raumfeuchtigkeit im Keller: 65% im Sommer, aktuell 50%. Durchschnittstemperatur: Im Sommer 19°, im Winter 18°.

Das sind vermutlich Ausbluehungen von Calciumcarbonat (Herbi_der_Bremser sagt Kalkhydrat - das heisst vermutlich auch hydratisiertes CaCO2 ...)). (Viele behaupten, es sei "Salpeter" und sagen das, als sei der Weltuntergang nah ... aber Salpeter [Kalium- bzw. Natrium- oder Calcium-Nitrat-Ausbluehungen] kommen fast nur dort vor, wo vorher ein Schweine- oder Kuhstall stand und sich der Stickstoff, das Nitrat aus Harnstoff und Ammoniak ansammelte.)

An sich ist das harmlos; haette man Trasszement (Vulkanerde) zum mauern und verputzen genommen oder =2324]Sperrputz (abdichtender Zusatz) mit normalem (z.B. Portland-) Zement, waere das nicht passiert.

Kommt daher, dass 99% der deutschen Keller nicht stauwasserdicht sind, obwohl wir zu bestimmten Regenzeiten meist Stauwasser haben und dass auch die Feuchtigkeits"abdichtung" (Mindestanforderung: zweifacher Bitumenanstrich auf zweischaligem Kalkzementputz) nie fachgerecht ausgefuehrt wird (stattdessen ein Anstrich auf einschaligem Putz - erhoehte Rissneigung).

Dieser bituminoese Anstrich ist aber viskos - drueckt ein Stein von aussen dagegen, "fliesst" er weg.

Rutscht die Erde nach und ist keine Gleitschicht zum Erdreich hin angebracht (sollte ja mit Sand verfuellt werden, aber ich finde da immer Bauschutt, wo der wohl herkommt ...), reibt es ihn ab.

Dann kommt die aufsteigende Feuchtigkeit hinzu - zwar sollten DIN-gerecht in der ersten und zweiten Mauerfuge von unten Bitumenbahnen liegen, diese sind aber normalerweise Dachpappe und da (s.o.) das Bitumen mit der Zeit loechrig wird bzw. "fliesst", wird die Pappe feucht und von Schimmelpilz-Myzelen und/oder Algen durchzogen (als Kapillaren usw.). Beginn i.d.R. ca. zwanzig Jahre nach Bezugsfertigkeit, Gewaehrleistungsfrist VOB zwei, BGB fuenf Jahre ...

Fast jeder Keller ist grds. innen von aussen feucht, aber man merkt es nicht, weil im Innenraum mehr Feuchtigkeit abtrocknet, als von aussen nachdringt. Daher wird sich der hausbesitzende "Laie" dessen kaum je bewusst.

Beweis: eine 1 x 1m grosse (wasserdampf- und luftdichte) Folie innen auf die Aussenwand unter Erdgleiche kleben (mit Klebeband ringsrum). Warten. Nach ein bis drei Tagen schon ist es dahinter "klatschnass". Dann weiss man um die Qualitaet der "Abdichtung".

Da Wasser verdunsten kann, die Salzfacht aber nicht, reichert sie sich in der Wand an bzw. blueht aus.

Sind es hygroskopische Salze (z.B. Calciumchlorid), so bleibt eine solche Wand auch dann noch (beruehrungs-) feucht, wenn man die Aussenwand (Aufgraben etc.) tatsaechlich abdichtet (ich meine echt abdichtet).

Diese Salze kriegt man nur auf zweierlei Art los bzw. gebaendigt:

a) Dadurch, dass man die Wand zuerst von innen wasser- und wasserdampfdicht mit Zementschlaemme versiegelt. Dann wird die Wand dahinter "klatschnass". Durch den osmotischen Effekt diffundieren mit der Zeit die Salze zurueck ins aeussere Erdreich (ein Jahr warten midestens, dann aufgraben und aussen endgueltig abdichten).

b) Mit speziellen Bleiverbindungen in unloesliche ueberfuehren.

Bei a) besteht die Gefahr, dass dann im Erdgeschoss die Feuchtigkeit weiter hochsteigt als zuvor (jedenfalls solange, bis man nach einem Jahr aussen vertikal die Kellerwand abdichtet), als sie nach innen in den Keller abtrocknete - dann muss dort zusaetzlich

c) eine waagerechte Feuchtesperre (z.B. Verkieselungsverfahren) eingebaut werden.

Alles teuer und alles nur fuer Spezialisten mit langjaehriger Erfahrung.

Im sog. "Holz- und Bautenschutz" (meisterfrei nach Anlage B der Handwerksordnung) tummeln sich sehr viele Scharlatane (nicht dass es mit Meisterbrief besser waere - was hab' ich da nicht schon alles begutachten oder sanieren muessen - und die Bauingenieure haben von Chemie halt auch keine Ahnung).

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Vielen Dank für den kompetenten Rat, kurze Details im Text, ansonsten sorry für off-topic, Chef

zip @, Dienstag, 29.11.2011, 21:26 (vor 5336 Tagen) @ CrisisMaven

An sich ist das harmlos; haette man Trasszement (Vulkanerde) zum mauern und verputzen genommen oder Sperrputz (abdichtender Zusatz) mit normalem (z.B. Portland-) Zement, waere das nicht passiert.

Das Haus ist Baujahr 1932 - als der Dow-Jones sein historisches Tief verzeichnete. Mir liegen die Architektenpläne und Baugenehmigung „aus der Zeit“ vor. Ich weiss nicht, ob man seinerzeit - speziell in dieser Zeit - diese Auswahl an Baumaterialien hatte.

Vor einem Jahr ist aber an dieser Aussenwand ein Bautrupp der Telekom durchgezogen und hat Glasfaser gelegt. Seitdem wachsen im Keller die „Weissen Haare“. Ich sehe einen Zusammenhang und deine Beschreibung ist so plastisch, dass mir jetzt wie Schuppen von den Augen fällt, wass die Truppe dort verbrochen haben könnte. Beweislage ist natürlich mau.

Eventuell kann dieser kleine Beitrag die Hauseigentümer sensibilisieren, wenn mal wieder der Bürgersteig aufgerissen wird und fremde Finger sich dicht am Fundament zu schaffen machen. Ich werde die Sache weiter beobachten.

Ganz, ganz großes Dankeschön an dich!

--
.zip

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Also 1932 nahm man statt Bitumen meist Teer, aber ansonsten ...

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 29.11.2011, 21:55 (vor 5336 Tagen) @ zip

Vor einem Jahr ist aber an dieser Aussenwand ein Bautrupp der Telekom durchgezogen ...

... war auch 1932 bereits ein solcher Anstrich Usus, soweit mir bekannt.

(Steinkohlen-) Teer enthaelt krebserregende Substanzen (daher auch der fuer viele "angenehme" Geruch der aromatischen Verbindungen), wird deshalb nicht mehr eingesetzt, aber war wesentlich mikrobizider und daher dauerhafter (aber nicht gegen mechanische Beschaedigung).

Bitumen muss dagegen extra wurzelfest ausgeruestet werden, wenn es im Erdreich ueberdauern soll.

Normalerweise machen diese Fernmelde-, Wasser- oder Gaswerker bei einem Leitungsdurchbruch eine Bitumenspachtelmasse auf die Umrandung ihres Durchlasses und dann ist ausgerechnet diese Stelle "dichter" als der Rest - aber man weiss nie, was die genau getrieben haben.

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Spitzenklasse, danke für die Illustration (oT)

satsangi @, Freitag, 02.12.2011, 14:23 (vor 5333 Tagen) @ Zaunreiter

- kein Text -

antworten
 

Schlußfolgerung: Architektur neu durchdenken.

Zaunreiter @, Dienstag, 29.11.2011, 14:13 (vor 5336 Tagen) @ stocksorcerer

Um es auf den Punkt zu bringen: Die Dämmungsnotwendigkeit ist doch ein reiner Ausgleich von Fehlern, die bei der Planung - sprich der Architektur - gemacht wurden. Das geht bei der Auswahl von Baustoffen los, geht über die Anordnung und Ausformung derselben.

Bisher wird so gebaut, weil immer so gebaut wurde...na herrlich.

Die Grundform der Außenhülle ist wärmetechnisch in Kugelform am besten, da großes Innenvolumen bei kleinster Außenfläche. Das ist allerdings für das Innenleben nicht so günstig. Daher gibt es eine äußere Hülle, am besten wie ein Gewächshaus aus Glas. Hat auch den Effekt, die Sonnenstrahlung gut zu nutzen. Im Innern dann eine quadratische Hülle, sozusagen ein Haus im Gewächshaus.

Das Innenhaus kann dann konventionell mit Holz beheizt werden. Alternative Heizungen sind denkbar, wie die sogenannten Biomeiler im kleinen Stil. Kann ja auch mit Kleinwindanlagen und Wärme aus Strom verbunden werden.

Zum Ausgleich des Innenklimas ein kleiner Innenteich im Vorgarten der Glassphäre.

Und so weiter und so fort.

Bei Neubauten wäre das angebracht.

Alleine die Faustregel, die Fenster im Norden auf 0 % und im Süden auf 80 % der Wandfläche zu gestalten, ist schon eine einfache und durchführbare Planungsmaßnahme bereits bei konventionellen Häusern.

Selbst mit regionalen Baustoffen lassen sich ganz hübsche Bauten schaffen:

http://www.simondale.net/house/index.htm

Bei Altbauten ist Dämmung mit Vorsicht zu genießen, vor allem weil die Bausubstanz unter der Dämmung und des damit verbundenen Feuchtigkeitseinschlusses erheblichen Schaden nehmen kann. Mit Sinn und Verstand kann sie aber an bestimmten Stellen gut eingesetzt werden.

Gruß
Bernhard

PS: Lesestoff

http://www.exxpose.de/hausbau/hightechhaus-und-designhaus/artikel/fried-gmbh-br-konzept...

http://www.lima-bau.de/

http://www.dreamgreenhomes.com/plans/esactivehome.htm

http://coloradoartstudio.com/wp-content/uploads/2008/11/earth-home.jpg

http://www.hausderzukunft.at/

http://www.cjfearnley.com/fuller-faq-4.html

http://www.bfi.org/about-bucky/buckys-big-ideas/geodesic-domes

http://inhabitat.com/architecture/

http://en.wikipedia.org/wiki/Geodesic_dome

http://calearth.org/building-designs/eco-dome.html

http://www.domehome.com/

http://www.google.com/search?q=dome+home&hl=en&prmd=imvnsfd&tbm=isch&tb...

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Zum Selbermachen. Dome Calculator.

Zaunreiter @, Dienstag, 29.11.2011, 15:58 (vor 5336 Tagen) @ Zaunreiter

Wer sich ein paar Modelle von Geodätischen Kuppeln bauen will:

http://www.desertdomes.com/domecalc.html

Gruß
Bernhard

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Zwei Seiten einer Muenze: Hyperbeltragik und Hyperbeltragfaehigkeit ...

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 29.11.2011, 16:36 (vor 5336 Tagen) @ Zaunreiter
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 29.11.2011, 17:15

Wer sich ein paar Modelle von Geodätischen Kuppeln bauen will:
http://www.desertdomes.com/domecalc.html

Gernot Minke hat in den siebziger/achtziger Jahren an der GfH Kassel bahnbrechende Forschungen zu alternativen Bauweisen und -stoffen unternommen, u.a. mit Schwefelbeton kuppelfoermige Bauten (vgl. auch seine Lehmkuppelbauten) konzipiert (Bauen mit Schwefelbeton ... Entwurf und Herstellung statisch optimierter Kuppelgewölbe, vgl. [Anm.1] unten)

Dabei kann man eine Hyperbel-Form ganz einfach konstruieren, indem man eine (genuegend lange) Kette "verkehrt herum" aufhaengt (also die beiden Enden jeweils "oben", die Kuppelspitze "unten" ... dann faellt durch den Zug der Schwerkraft diese genauso wie es der -der anvisierten Breite entsprechenden- Kuppelform entspricht - auf Holz abzeichnen, dann Schalung nach diesem lichten Mass bauen).

Anm.1: Der Schwefelbeton hat es mittlerweile zumindest erwaehnungsweise in die Normenkataloge geschafft: vgl. Handbuch Betontechnologie der Oesterr. Zementindustrie, p. 2. [siehe auch frueheres zur Betontechnologie]

Wie der Zufall so will, heisst dagegen das, was ich Gesetz des abnehmenden Grenzertrags beim Daemmen genannt habe, auch "Hyperbel-Tragik", vgl. Claus Meier: "Das malträtierte Haus - Kontra falsche Wärmedämmung und Energiespar-Betrug"

Was nuetzt es jemandem, dem Hausbesitzer, dem Bewohner/Mieter und der Umwelt, wenn man fuer's Daemmen eines KiloWatts am Haus das Zehn- bis Hundertfache dessen ausgibt, was man mit demselben Geld woanders haette erreichen koennen ... und dann noch die Wohnqualitaet und damit die Leistungsfaehigkeit seiner Bewohner und den Immobilienwert des Besitzers ruiniert???

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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Hyperbeln kontra Seilkurven

Herbi_der Bremser @, SH, Dienstag, 29.11.2011, 19:15 (vor 5336 Tagen) @ CrisisMaven

Dabei kann man eine Hyperbel-Form ganz einfach konstruieren, indem man
eine (genuegend lange) Kette "verkehrt herum" aufhaengt

Moin CM,

als gelernter Elektriker durfte ich den Durchhang von Hochspannungsseilen rechnen.
Sie werden mit der Seilkurve, auch Kettenlinie, Kettenkurve, Katenoide genannt, berechnet.

Die Katenoide ist eine mathematische Kurve, die den Durchhang einer an ihren Enden aufgehängten Kette
- und hier liegt der kleine Unterschied zur Parabel und Hyperbel, also Kegelschnitten im Allgemeinen -
unter Einfluss der Schwerkraft beschreibt.

Die mathematisch nicht zu Entgeisternden vgl. hierzu Eine Seilkurve

... erst Gottfried Leibniz etal wiesen 1691 nach, dass sich die Kettenkurve von einer Parabel unterscheidet.

--
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Schade, das mit der doppelten Hyperbel ...

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 29.11.2011, 20:01 (vor 5336 Tagen) @ Herbi_der Bremser

... erst Gottfried Leibniz etal wiesen 1691 nach, dass sich die Kettenkurve von einer Parabel unterscheidet.

... waere eine so schoene Parabel gewesen. [[freude]]

Hoffentlich ist die Kuppel ueber Cattenom eine Katenoide. [[freude]] [[freude]]

Vielen Dank fuer die Aufklaerung, man soll nicht so schnell aus der Huefte schiessen, nur um des Effekts willen, aber so habe ich noch mehr gelernt.

Si vis patzen parabel lum.

--
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danke Euch beiden für den Lesestoff. :-) (oT)

stocksorcerer @, Dienstag, 29.11.2011, 14:32 (vor 5336 Tagen) @ stocksorcerer

- kein Text -

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9.12.2011 NDR 06:00 Uhr

Fobi @, Oberbayern, Dienstag, 29.11.2011, 18:42 (vor 5336 Tagen) @ zip

NDR, 2.12.2011, 06:00 Uhr: 45 Min

Hier der Link zur Mediathek:
Link


ist der richtige Termin!

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Noch mehr Lesestoff

StillerLeser @, Dienstag, 29.11.2011, 15:10 (vor 5336 Tagen) @ OOO
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 29.11.2011, 15:16

vom unermüdlichen Kämpfer gegen den Dämmungswahn und anderen teuren Unsinn und für Heizung mit Wärmestrahlung, Alfred Eisenschink.
Sein Buch "Falsch geheizt ist halb gestorben" kenne ich seit 30 Jahren

http://www.club-of-home.de/ und dort die Rubrik Aktuelles / Archiv

http://www.sancal.de/ und dort die Rubriken 100 Fragen und Aktuelles

Wir haben seine Heizleisten, restaurierte, "undichte" Kastenfenster und keine Aussendämmung, unsere aktuellen Brennstoffkosten von 3/2010 bis 2/2011 waren unter 800 Euro (die Heizsaison 10/11 war lang!) (freistehendes 1F-Haus 60qm Grundfl. E+1)

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Hüllflächentemperierung funktioniert !

offthspc @, Dienstag, 29.11.2011, 19:39 (vor 5336 Tagen) @ StillerLeser

Hallo

Wir haben seine Heizleisten, restaurierte, "undichte" Kastenfenster und
keine Aussendämmung, unsere aktuellen Brennstoffkosten von 3/2010 bis
2/2011 waren unter 800 Euro (die Heizsaison 10/11 war lang!) (freistehendes
1F-Haus 60qm Grundfl. E+1)

Altbau, stellenweise bis ins 12 Jahrhundert, keine Fundamente, Feldsteine auf Lehmboden, darüber getrocknete Lehmziegel, Dübelbaumdecken, im EG feuchte Wände: es dampft der Steinbohrer.

Renovierungsmaßnahmen:

Drainagen ums Haus entfernt, mit Stampflehm aufgefüllt, Gelände fällt zusätzlich nun in allen Richtungen vom Haus weg.

5cm Pseudo-Wärmeschutz entfernt und Putzfassade mit Kalk, hält sich prima, kein Veralgen, kein Vergrünen, an waagrechten Putzfaschen welche Schlagregen ausgesetzt sind könnte mal ein wenig nachgepinselt werden, sieht man aber von vorne nicht da im OG.

Da kam so manches zum Vorschein zwischen Ziegelmauerwerk und aufgeklebtem Styropor (Ekel)

Hüllflächentemperierung mit freiliegenden CU-Rohren, großen Heizkörpern, definierte Absaugpunkte anstatt der früheren Einzelöfen, Dichtungen der Fenster nachträglich perforiert.


Heizkosten: 2000 - 2500 Euro / anno

Inkludiert dabei aber Warmwasser für 3 Personen durch das ganze Jahr und im Winter eine fast tägliche Autowäsche mit heißem Wasser, ca. 500qm Wohnfläche sowie 250qm beheizte Werkstätte und Garage.


Oberste Geschoßdecke und Dachboden (Warmdach) sind noch Schwachpunkte.

mfG
offthspc

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Nicht so laut ...

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 29.11.2011, 19:58 (vor 5336 Tagen) @ offthspc

... ca. 500qm Wohnfläche sowie 250qm beheizte Werkstätte und Garage.

... oder bei Dir werden die ersten der kommenden Einquartierungen stattfinden ... [[zwinker]]

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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Tja ...

offthspc @, Dienstag, 29.11.2011, 20:38 (vor 5336 Tagen) @ CrisisMaven

... ca. 500qm Wohnfläche sowie 250qm beheizte Werkstätte und Garage.


... oder bei Dir werden die ersten der kommenden Einquartierungen
stattfinden ... [[zwinker]]

Genau DAS habe ich mal vor etlichen Jahren geträumt.

Die Flüchtlinge werden aber nach etwas Hickhack mit den lokalen (Rest)Autoritäten in meiner Gewerbeimmo verstaut und dort vom öst. Bundesheer versorgt.

Für meine Kooperation handle ich für "meine Leute" doppelte "Rationen" aus und da die Gewerbeimmo ein Aggregat benötigt um die Fäkalienhebeanlage zu betreiben wird auch ein solches angeliefert.

Wir klauen den meisten Sprit für "unseren" Stromerzeuger.

Mit "meinen Leuten" ist die Bude im Traum aber bereits ganz gut belegt.

mfG
offthspc

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Wärmedämmung - zurück zum Thema

Leserzuschrift @, Mittwoch, 30.11.2011, 12:55 (vor 5335 Tagen) @ OOO

Nach Kugelbauten, Haus im Glashaus, Hyperbeltragik und Hyperbeltragfaehigkeit, oder "Die Dämmungsnotwendigkeit ist doch ein reiner Ausgleich von Fehlern, die bei der Planung gemacht wurden"- Sagern, würde ich mir gern erlauben, wieder zum eigentlichen Thema zurückzukommen.

Mit einem Architekten von Rissen übersäte Bauruinen abgehen, und immer wieder erstaunt die Durchfeuchtung zu begutachten hinter dem EPS, ist wohl nicht sehr objektiv.

Des Weisheits Schluss ist, Taupunkt muss in der Dämmung liegen, und nicht in der Mauer. Dann kann es zwischen Mauer und Dämmung auch nicht zu Kondensatbildung kommen. Dass dieser Taupunkt wandert je nach Temperaturgradient, vom Material in der Mauer abhängt (Hygroskopie) ist bekannt.
Welche und wie schwere Baufehler begangen werden, ändert doch am Prinzip nichts.

mfg
Flo

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Einerseits richtig, aber ...

CrisisMaven ⌂ @, Mittwoch, 30.11.2011, 13:11 (vor 5335 Tagen) @ Leserzuschrift

Die Baufehler zeigen, dass die Anwender (Bauherren, Bauigenieure, Handwerker etc.) mit selbst den einfachsten Prinzipien nicht klar kommen, siehe

Des Weisheits Schluss ist, Taupunkt muss in der Dämmung liegen, und nicht in der Mauer.

Ja, aber so kann man das nur fuer geschlossenzellige Daemmungen sagen, deren geschlossene Luftblasen-Waende selbst wasserdampfundurchlaessig sind. Sonst

- reichert sich Tauwasser in der Daemm-Fassade an (auch und gerade, wenn sie physikalisch "richtig"" ausgelegt wurde!),

- macht sie einerseits so schwer, dass sie abstuerzt,

- macht andererseits durch Verstopfen der Luftblasen oder -zwischenraeume die Isolierung zum Waermeleiter (auch wenn fluessiges Wasser zum Glueck selbst nicht der beste Waermeleiter ist - aber immer noch viel besser als konvektionslose Luft oder Vakuum - vgl. Thermoskanne oder Wintermantel)

- macht sie daduch wasserdampfdicht

und macht sie so in einem sich selbstverstaerkenden Rueckkoppelungskreis funktionsunfaehig.

Wenn aber bei einer bestimmten Waermedaemm-Dicke diese Folgen, neben u.U. je nach Baustoff der Brandgefahr, fast zwangslaeufig sind, dann rechnet sich das eben nicht, sowenig wie Photovoltaik. Haette die Politik die Haende davon gelassen, waere bereits mehr Energie auf anderem Wege gespart ...

Dann kann es zwischen Mauer und Dämmung auch nicht zu Kondensatbildung kommen. Dass dieser Taupunkt wandert je nach Temperaturgradient, vom Material in der Mauer abhängt (Hygroskopie) ist bekannt.

Ja, so, wie bekannt ist, dass Alkoholiker schlechter Auto fahren als Nuechterne. Aber wenn man das Problem erkennt, verbietet man es wenigstens. Hier wird es ja vorgeschrieben und gefoerdert. So, wie wenn man durch Alkoholismus die Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Autobahn senken wollte.

--
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Dämmung: Welche Alternativen gibt es?

Leserzuschrift @, Donnerstag, 01.12.2011, 12:28 (vor 5334 Tagen) @ CrisisMaven

Geschlossenzellige Dämmung ist das Stichwort!
Ab welcher Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl sprechen wir von "geschlossenzellig" und damit wasserdampfdicht?

Normales Styropor (EPS) mit einem Wert von 50 wird dies natürlich nicht erreichen, Styrodur (XPS) hätte da schon 150 bis 200. Reicht diese Widerstandszahl um Kondensat und beginnenden Teufelskreis in der Dämmung zu verhindern?
Welche Alternativen habe ich? Welche Materialen im Handel erfüllen diese Eigenschaft besser bzw. überhaupt?

Anders gefragt: Wenn eine Dämmung wasserdampfdurchlässig ist, so müsste sie doch nach anfänglicher Kondensatbildung auch wieder ausheizbar sein, wenn nicht die fehlende Kapillarwirkung in Schaumstoffprodukten dem entgegenwirken würde. Sehe ich das richtig?

"Die Baufehler zeigen, dass die Anwender (Bauherren, Bauigenieure, Handwerker etc.) mit selbst den einfachsten Prinzipien nicht klar kommen"

Wie wahr...

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Alternativen zur Daemmung ...

CrisisMaven ⌂ @, Donnerstag, 01.12.2011, 13:21 (vor 5334 Tagen) @ Leserzuschrift
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 01.12.2011, 13:47

Geschlossenzellige Dämmung ist das Stichwort!
Ab welcher Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl sprechen wir von "geschlossenzellig" und damit wasserdampfdicht?
... Styrodur (XPS) hätte da schon 150 bis 200. Reicht diese Widerstandszahl um Kondensat und beginnenden Teufelskreis in der Dämmung zu verhindern?

Vermutlich kann man das kaum berechnen, dazu muesste man umfangreiche Versuchsreihen fahren und ich bezweifle, dass das schon geschehen ist. Leider verlaesst man sich in der Bauphysik sehr haeufig auf Berechnungen denn auf praxisgerechte Tests (auch der neue Energiepass fusst doch auf blossen Berechnungen!). Denn solche Tests erfordern ja einen baulichen Aufwand, und wenn es schief geht ... kann man ein ganzes Gebaeude wegschmeissen wie den Schuermann-Bau (das war zwar ein unfreiwilliger Test und noch dazu einer, den man nicht gebraucht haette, da man das Phaenomen schon kannte, aber er zeigt die Dimension praxisgerechter bauphysikalischer Testreihen).

Welche Alternativen habe ich? Welche Materialen im Handel erfüllen diese Eigenschaft besser bzw. überhaupt?

Ich hege den Verdacht, dass man nicht darum herum kommt, eine gewisse Aussentemperatur zuzulassen, m.a.W.: ein bewohntes/genutztes Gebaeude muss einen bestimmten Waermeverlust zulassen, um dauerhaft funktionsfaehig zu bleiben. Die einzige Alternativkonstruktion waere, die Innenwand bereits wasserdampfdicht auszufuehren und dann fuer Zwangslueftung zu sorgen inkl. Waermerueckgewinnung (wenn man auf den Energieeinspareffekt weiter Wert legt) - und die richtige Kuenzelzahl fuer den Aussenputz nicht vergessen. Nur dann kommt keine kondensatfaehige Feuchtigkeit in Aussenwandbereiche, wo eine Unterschreitung des Taupunktes droht.

Anders gefragt: Wenn eine Dämmung wasserdampfdurchlässig ist, so müsste sie doch nach anfänglicher Kondensatbildung auch wieder ausheizbar sein,

Theoretisch ja. Aber, da diese Schicht im Aussenbereich liegt, und der davor nach innen liegende Teil der noch "trockenen" Waermedaemmung jeden Aufheizversuch von innen konterkariert, bliebe nur die Aufheizung im Sommer von aussen. Diese Sonnenwaerme von aussen treibt aber diese Kondensat-Feuchte wieder tiefer nach innen in die Wand. Ich halte das ganze daher fuer aussichtslos.

wenn nicht die fehlende Kapillarwirkung in Schaumstoffprodukten dem entgegenwirken würde. Sehe ich das richtig?

Das kommt auch noch dazu.

Hinzu kommt, dass der Wasserdampf ja nach Kondensation erhebliche Verdunstungsenthalpie erfordert. Im Winter war das Kondensieren "kostenlos". Wenn aber, nehmen wir an, es waere zur Kondensation gekommen, ich nun im Sommer mehr Heizenergie zum Trocknen der Fassade aufwenden muesste, als ich im Winter hoechstens einsparen konnte - ist das dann die Energiebilanz, die Physikerin Merkel zur Energiewende anstrebt?

Ich befasse mich seit Jahrzehnten mit solchen Fragen und kann nur eines sagen: frueher hat man ueber Jahrhunderte neue Bauverfahren schonend eingefuehrt. Der Baumeister stammte aus demselben Ort. Wenn das neue Verfahren nicht funktionierte, so hat noch der Urenkel, der den Maurer- oder Zimmerer-Betrieb ueber viele Generationen ererbt hatte, den Spott der Hausherren ertragen muessen. Die meisten neuen Daemmverfahren werden nicht mal eine Generation lang angewandt, schon kommt das naechste auf den Markt bzw. es wird wegen neuer Vorschriften in einer urspruenglich nicht vor(her)gesehenen Dicke angewendet.

Kommen dann Probleme, gestaltet sich bereits die Ursachenanalyse schwierig, denn jedes Gebaeude ist anders und Verarbeitungsfehler erschweren zusaetzlich, daraus allgemeingueltige Lehren zu ziehen. Ich war frueher, obwohl offiziell kein Gutachter, oft die letzte Geheimwaffe von Sanierungsbueros, wenn sich schon alle offiziellen Gutachter die Zaehne ausgebissen hatten. Das kommt vom kybernetischen Denken. Leider waren dann oft noch weitere Gelder in bereits misslungene Sanierungen geflossen, was die Ursachensuche weiter erschwerte und auch nicht nur die Sanierung erneut verteuerte, sondern diese erneuten Geld-Anforderungen stiessen dann auf ein bereits ausgeblutetes Budget. Mit Bauschaeden anrichten sind viele reich geworden - Sanieren ist dagegen ein eher undankbares Geschaeft.

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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Was wären denn konkrete Handlungsempfehlungen

Morpheus @, Donnerstag, 01.12.2011, 23:01 (vor 5334 Tagen) @ CrisisMaven

hallo ChrisisMaven,

danke für Deine Ausführungen hier, auch @Zaunreiter.

Was sind denn jetzt aber konkrete Empfehlungen. Wenn man sich die Seiten hier durchliest und auch die verlinkten Seiten studiert, scheint mir jegliche Dämmung eher unsinnig zu sein.

Konkret geht es mir gerade nicht Deutschland sondern um ein der Toscana vergleichbare Klima-Zone, bei der die Kälte- und die Wärmedämmung etwa gleichwertig sind und Frost nur in Ausnahmefällen vorkommt.
Der lokale Architekt empfiehlt eine Ziegelwand mit Isolierung, konkret:
~ 12cm Ziegel, Folie + 5cm Luftraum (mit oder ohne Isolierungsmaterial) + 12cm Ziegel.
Das ist hier jetzt die moderne und "hochwertige" Bauweise.

Nach Studium der (auch verlinkten) Beiträge hier würde ich eher auf eine reine Wand aus Vollziegeln setzen, knapp 40cm dick mit einem Kalkputz auf der Innenseite. Reicht diese Dicke aus oder sollte man bzw. muss man noch "dicker rangehen"? Je massiver, desto besser, desto höher aber auch die Kosten. Wichtiger ist Masse und eine Trägheit bei der Temperaturveränderung herzustellen.
Die Heizung erfolgt über Holz beheizte, geschlossene Kamine, von denen ausgehend warme Luft auch in entferntere Zimmer geblasen wird. Zur Südseite große Fenster, die im Sommer verschattet sind, auf der Nordseite nur kleine und wenige Fenster.

Beim Dach bin ich noch unsicher. Ziegel scheinen mir wegen der Trägheit auch hier am besten. Nur die Unterkonstruktion stellt sich schwierig dar. Bei den historischen Häusern hat man hier nur sehr dicke Ziegel auf einen massiven Holzrahmen gelegt. Natürlich ohne jegliche Folie und ohne Isolierungsmaterialien. Ob das allerdings wirklich immer wasserdicht war, bezweifele ich ein wenig. Die Leidensfähigkeit bzgl. eindringenden Wassers war nur niedriger als heute.
Eine andere Variante sind aus Ziegelsteinen gemauerte Kuppeln/Schrägdächer, die mit Putz bzw. Beton in die richtige, wasserabweisende Schräge gebracht werden.

Der Architekt empfiehlt hochwertige Metall-Bleche mit Holzrahmen-Unterbau und Steinwolle-Dämmung, die sowohl Schall- als auch Wärme-Isolierung wirkt. Mir scheint das eher nicht so toll.

Deinen Rat und den von anderen Experten würde ich gerne berücksichtigen.

Besten Dank

Morpheus

--
Es läuft der größte Verhaltensversuch der Menschheit und Du bist dabei!
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warum unser System nicht funktionieren kann

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Bauweisen ...

CrisisMaven ⌂ @, Mittwoch, 07.12.2011, 18:28 (vor 5328 Tagen) @ Morpheus
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 07.12.2011, 18:39

Der lokale Architekt empfiehlt eine Ziegelwand mit Isolierung, konkret: ~ 12cm Ziegel, Folie + 5cm Luftraum (mit oder ohne Isolierungsmaterial) + 12cm Ziegel.
Das ist hier jetzt die moderne und "hochwertige" Bauweise.

Tja, das erlaubt geringere Wandstaerken bei gleichzeitig scheinbar hoeherer Daemmung. Aber ...

Nach Studium der (auch verlinkten) Beiträge hier würde ich eher auf eine reine Wand aus Vollziegeln setzen, knapp 40cm dick mit einem Kalkputz auf der Innenseite.

... ich selbst wuerde nie auf Wandkonstruktionen setzen, die eine diskontinuierliche Waermedurchgangsfunktion ("Knick") haben. Also eher zu den Vollziegeln neigen.

Reicht diese Dicke aus oder sollte man bzw. muss man noch "dicker rangehen"?

Also Ferndiagnosen sind so eine Sache, das mache ich lieber nicht, auch bin ich kein guter Bauplaner, d.h. da muesste ich erst Buecher waelzen, ich habe vor allem Fehler analysiert und "umrisshafte" Korrekturvorschlaege gemacht - die Detailplanung muss aber m.E. immer der Bauherr und Bauingenieur vor Ort verantworten.

Je massiver, desto besser, desto höher aber auch die Kosten. Wichtiger ist Masse, um eine Trägheit bei der Temperaturveränderung herzustellen.

Genau, ansonsten Barackenklima. Die Innentemperatur der Wand ist fuer ca. 70% des physiologischen Waermeindrucks zustaendig, die Luft nur zu ca. 30%. D.h. die Innenwandtemperatur muss aufrechterhalten werden. Je kaelter die Aussentemperatur und je groesser der Waermedurchgang, desto mehr "froestelt" man.

Wichtig ist auch das Porenvolumen und dass es trocken bleibt (Kuenzelzahl des Aussenputzes). Ein fachgerechter Zementputz wird uebrigens nie direkt auf eine Aussenwand aufgebracht, sondern es wird Zement-Vorspritz (scharfer Sand mit Zement) draufge"sprenkelt", dann acht Wochen gewartet zum Spannungsabbau und dann erst weiter endverputzt. Macht aber kein Schwein so.

Die Heizung erfolgt über Holz beheizte, geschlossene Kamine, von denen ausgehend warme Luft auch in entferntere Zimmer geblasen wird. Zur Südseite große Fenster, die im Sommer verschattet sind, auf der Nordseite nur kleine und wenige Fenster.

Hoert sich nicht schlecht an, aber das ist im Rahmen der Gesamtplanung vor Ort zu entscheiden.

Beim Dach bin ich noch unsicher. Ziegel scheinen mir wegen der Trägheit auch hier am besten. Nur die Unterkonstruktion stellt sich schwierig dar.
Bei den historischen Häusern hat man hier nur sehr dicke Ziegel auf einen massiven Holzrahmen gelegt. Natürlich ohne jegliche Folie und ohne Isolierungsmaterialien. Ob das allerdings wirklich immer wasserdicht war, bezweifele ich ein wenig.

Die Unterspannbahnen heute sind vor allem gegen Flugschnee gedacht. Nach den Grund- und Fachregeln des Dachdeckerhandwerks betraegt die Mindestneigung eines Ziegeldaches 22,5 Grad, ich empfehle generell, nicht unter 30 Grad, aber moeglichst auch nicht drueber, das ist servicefreundlicher als steile Daecher. Die Frage ist, wie schon im DGF angeklungen, warum eigentlich eine Dachhaut heute nicht komplett aus wasserfuehrenden Thermokollektoren besteht. Mit genuegend gross bemessenen Speichern (und Waermetauscher) reicht dies theoretisch, fuer den gesamten Warmwasser- und Heizbedarf, je nach Wohnflaeche darunter (auch im Winter kann ein solcher Kollektor noch 60 Grad C erreichen).

Die Leidensfähigkeit bzgl. eindringenden Wassers war nur niedriger als heute.

Da es sich i.d.R. um leere Dachgeschosse handelt mit Holzdielen, auf die der (seltene) Flugschnee tropfte, war das durchaus oekonomisch.

Eine andere Variante sind aus Ziegelsteinen gemauerte Kuppeln/Schrägdächer, die mit Putz bzw. Beton in die richtige, wasserabweisende Schräge gebracht werden.

Auch eine statische Frage (das Holzbalkengestell ist leichter), allerdings bei 40 cm Aussenwandstaerke vermutlich kein Problem.

Der Architekt empfiehlt hochwertige Metall-Bleche mit Holzrahmen-Unterbau und Steinwolle-Dämmung, die sowohl Schall- als auch Wärme-Isolierung wirkt.

Ist denn das am Flughafen oder warum Schallschutz?

Mir scheint das eher nicht so toll.

Metall: auf elektrochemische Unvertraeglichkeiten achten. Kann "ewig" halten, kann auch nach wenigen Monaten Stoss- und Lochkorrosion aufweisen.

Wichtig ist erfahrungsgemaess immer, dass die Leute, die das ausfuehren, es bereits kennen. Bei jedem Architekten-"Furz", der dann an eine Firma vergeben wurde, die es noch nie gemacht hatte, habe ich Bauschaeden erlebt.

Wichtig bei herkoemmlichem Dachstuhl ist m.E. die Impraegnierung gegen Hausbock u.a. Schaedlinge, die gruenlichen Balken sind wasserunloesliche Kupfersalze - meist am dauerhaftesten, das roetliche Zeug ist u.a Chrom, ggf. wasserloeslich, kann also u.U. ausgewaschen werden, wenn der Naesseschutz undicht wird. Borsalze (http://www.remmers.de/Systemdatenblatt.655.0.html?&tx_remsystemcatalogue_pi2[back_id]=522&tx_remsystemcatalogue_pi2[folder_id]=3185&tx_remsystemcatalogue_pi2[id]=51#bot) sind ungiftig, kann auch bei Bienenstoecken verwendet werden, muss man aber selbst machen, ist wasserloeslich, borimpraegniertes Holz gibt es m.E. nicht zu kaufen.

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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100% Solardeckung, auch @meph

Onkel Otto, Mittwoch, 07.12.2011, 19:11 (vor 5328 Tagen) @ CrisisMaven

Die Frage ist, wie schon im DGF angeklungen, warum eigentlich eine
Dachhaut heute nicht komplett aus wasserfuehrenden Thermokollektoren
besteht. Mit genuegend gross bemessenen Speichern (und Waermetauscher)
reicht dies theoretisch, fuer den gesamten Warmwasser- und
Heizbedarf, je nach Wohnflaeche darunter (auch im Winter kann ein solcher
Kollektor noch 60 Grad C erreichen).

Meine Süd-Dachfläche sind natürlich komplett Solardach und die schaffen auch so 70-80% des Energiebedarfs für Heizung und Warmwasser. Nur 100% Solardeckung ist eben ein irrer Aufwand. Dies weil November, Dezember und Januar, also um die Wintersonnenwende herum, nun mal wirklich wenig Solarertrag kommt. Und in dieser Zeit fällt aber nun mal 50% der Jahresheizlast an.

Und eine Energiespeicherung, welche die wenigen 100% Sonnenhäuser haben, ist echt ein extremer Aufwand. Dazu muss man wissen, dass mein 7.000l Wasserspeicher gerade mal den Energiegehalt von ca. 50Liter Heizöl speichern kann. Für 100% Solardeckung bräuchte ich für mein Wohn und Geschäftshaus mit 300qm in etwa einen hochgedämmten 100.000 Liter Wasserspeicher. Dies spare ich mir zugunsten einer Wärmepumpe mit dank Solarentlastung nur 70qm Entzugsfläche im Garten.

Aber auch dieses Beispiel zeigt wieder, wie kostbar und leistungsfähig Öl als Energiespeicher ist. Wir sollten es besser für unsere Mobilität reservieren und nicht verheizen.

lG, Jörg

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Sonnenenergienutzung ... Danke fuer die Berechnung ... und was man daraus lernen koennte ...

CrisisMaven ⌂ @, Mittwoch, 07.12.2011, 21:12 (vor 5328 Tagen) @ Onkel Otto

Meine Süd-Dachfläche sind natürlich komplett Solardach und die schaffen auch so 70-80% des Energiebedarfs für Heizung und Warmwasser.

Schon allein die Suedflaeche ... Wenn man vergleicht, dass der Heiz- und Waermeenergiebedarf das Fuenf-, Zehn-, Fuenfzehnfache des elektrischen Energiebedarfes in einem Einfamilienhaus ausmachen duerfte, dass aber die thermische Effizienz der Kollektoren drei- bis fuenfmal hoeher ist als der der Photovoltaik-Anlagen (hoechstens 20% und das auch nur bei direktem Sonnenschein - thermische Kollektoren funktionieren auch bei Bewoelkung, sogar im Dunkeln ... wenn noch genuegend Waermestrahlung unterwegs ist), wer das also bedenkt, stellt fest, dass die thermische Energienutzung (5 x 3) 15mal bis (5 x 15) 75 mal effizienter sein kann als die Photovoltaik!

Nur 100% Solardeckung ist eben ein irrer Aufwand.

Waere es aber auch auf der Nordseite nicht, wenn man statt Ziegeln und Unterkonstruktion gleich die Dachhaut eben aus diesen Dingern machen wuerde. Dadurch aber, dass die Sonnenkollektoren erst aufgestaendert werden auf ein vorhandenes Dach, zahlt man doppelt. So, wie wenn Frau Merkel sich einen Chauffeur und einen Mercedes naehme (wegen der guten Sitzqualitaet), diesen aber nicht den Mercedes fahren laesst, sondern den Mercedes auf einen Abschleppwagen luede und damit herumreiste ...

Dies weil November, Dezember und Januar, also um die Wintersonnenwende herum, nun mal wirklich wenig Solarertrag kommt.

Reicht aber an hellen Tagen immer noch zum Duschen oder Baden ...

Und in dieser Zeit fällt aber nun mal 50% der Jahresheizlast an.

Daher muessen Speicher her.

Und eine Energiespeicherung, welche die wenigen 100% Sonnenhäuser haben, ist echt ein extremer Aufwand.

Alles ist relativ, s.u.

Dazu muss man wissen, dass mein 7.000l Wasserspeicher gerade mal den Energiegehalt von ca. 50Liter Heizöl speichern kann. Für 100% Solardeckung bräuchte ich für mein Wohn und Geschäftshaus mit 300qm in etwa einen hochgedämmten 100.000 Liter Wasserspeicher.

Das sind 100 Kubikmeter oder ein Becken von z.B. (Kellerhoehe) 2,5m hoch und 5 mal 8 m lang und breit ... oder soviel, wie eine zusaetzlich unterkellerte grosszuegige Terasse. Gehen taete es schon, und billiger als die kuemmerliche Photovoltaik-Anlage waere es immer noch.

Dies spare ich mir zugunsten einer Wärmepumpe mit dank Solarentlastung nur 70qm Entzugsfläche im Garten.

Solange kein G.O. und Strom vorhanden ...

Aber auch dieses Beispiel zeigt wieder, wie kostbar und leistungsfähig Öl als Energiespeicher ist. Wir sollten es besser für unsere Mobilität reservieren und nicht verheizen.

Man waere auf einen Schlag oelunabhaengig. Stattdessen foerdern wir uns mit unbrauchbaren Solar- und Windstromanlagen zu Tode.

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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in so großen Speichern steckt auch eine Menge "graue Energie"

Onkel Otto, Mittwoch, 07.12.2011, 21:28 (vor 5328 Tagen) @ CrisisMaven

Das sind 100 Kubikmeter oder ein Becken von z.B. (Kellerhoehe) 2,5m hoch
und 5 mal 8 m lang und breit ... oder soviel, wie eine zusaetzlich
unterkellerte grosszuegige Terasse.

Aber diesen Speicher solltest Du auch wieder 0,5m dick DÄMMEN[[zwinker]]
und Du brauchst generell ein größeres Haus mit größerer Oberfläche und deutlich höherem Energiebedarf für Erstellung von Haus und Speicher.

Da wird wohl auch hier "Maß halten" ökonomisch und ökologisch sinnvoller sein. Beispielsweise 70% Sonne und 30% Biomasse wenn es stromunabhängig und GO-sicher sein soll. Sehr wenige Festmeter Holz sollten den Mega-Puffer oft wirtschaftlicher ersetzen.

lG, Jörg

antworten
 

Isch gaeb Dir ueberall rescht, aber ich loecke gerne gegen den Stachel ...

CrisisMaven ⌂ @, Mittwoch, 07.12.2011, 22:03 (vor 5328 Tagen) @ Onkel Otto

Das sind 100 Kubikmeter oder ein Becken von z.B. (Kellerhoehe) 2,5m hoch und 5 mal 8 m lang und breit ... oder soviel, wie eine zusaetzlich unterkellerte grosszuegige Terasse.

Aber diesen Speicher solltest Du auch wieder 0,5m dick DÄMMEN[[zwinker]] und Du brauchst generell ein größeres Haus mit größerer Oberfläche und deutlich höherem Energiebedarf für Erstellung von Haus und Speicher.

... des heutigen Daemm-, Wind- und Photovoltaik-Wahns.

Ich behaupte mal salopp:

Statt der Riesendaemmung des gesamten Hauses

a) eine vernueftige Aussenwand-Konstruktion (ohne Riesendaemmung),

b) thermische Sonnenkollektoren in Modulbauweise, verwindungssteif, direkt als Dachhaut verwendbar, selbsttragend und unterseitig gedaemmt (es entfallen bis auf eine Staenderkonstruktion und den Ortgang etc. der Dachstuhl, die Lattung, die Ziegel, die Sparrendaemmung usw.)

c) einen grossen Speicher, diesen gedaemmt, aber dessen (Perimeter-) Daemmung (im Erdreich) billiger als die verputzte Aussenwanddaemmung der Fassade

... dass dies zusammen genommen soviel Energie (und CO2) sparen, dass man weniger Kosten als fuer die Photovoltaik, die Windanlagen und die zu bauenden Netze aufwenden muesste und fuenfmal mehr Energie dabei einsparte, das ganze technisch viel weniger anspruchsvoll und weniger reparaturanfaellig und dauerhafter und weniger vernetzt, daher auch systemisch ausfallsicherer!!!

Solche Gedankenspiele, auch wenn nicht auf Heller und Pfennig ausgerechnet, zeigen, wie absolut hirnrissig die spaetestens in zehn bis zwanzig Jahren kaputten Wind- und Solaranlagen sind.

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wir sind uns auch weitgehend einig, nur vergleichst Du mit Murx und ich referiere zu einem vermuteten Optimum :-) (oT)

Onkel Otto, Mittwoch, 07.12.2011, 22:13 (vor 5328 Tagen) @ CrisisMaven
bearbeitet von Onkel Otto, Mittwoch, 07.12.2011, 22:16

- kein Text -

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Ein anderer Ansatz zum Langzeitspeicher

StillerLeser @, Donnerstag, 08.12.2011, 12:36 (vor 5327 Tagen) @ CrisisMaven

findet sich hier: http://heizen-mit-der-sonne.de/

Die verheizen den Sommerüberschuss im Boden, über eine ungedämmte Zisterne.
Die ist günstig, eine 10.000 l Monolithzisterne kostet unter 2.000,- und das Loch dafür vielleicht nochmal 1.000,-. Man muss auch nicht den ganzen Garten aufgraben.

Sie sagen, daß der Wärmeübergang Zisterne/Erdreich bis zu 30 Watt pro qm Zisternenwand beträgt, hin und zurück.
Diese Wärme wird im Winter zurückgeholt und mit Wärmepumpe auf das gewünschte Niveau gebracht. Dabei entziehen sie dem Wasser die Wärme notfalls bis über den Gefrierpunkt hinaus.

Letzteres macht die WP teuer (und versaut die Primärenergiebilanz), die alleine kostet so 15.000,-. Aber wenn man das weglässt, eine einfache WP nimmt (Wasser-Wasser, Splitklima-Umbau) und wenn es nicht mehr geht, halt zuheizt, könnte das ein sinnvoller Baustein sein.
Zusatzvorteil: die Kollektoren müssen nie einen Heiss-Stillstand aushalten, was ihrer Lebensdauer guttut.

Interessant ist auch deren Schichtleittrichter im Speicher, aber der wird nicht einzeln geliefert, ich habe zwei ernsthafte Bestellversuche gemacht. Den baue ich jetzt selbst, aus zwei Riesentrichtern aus HD-PE (bis 130°).

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Ein paar Dinge noch...

Fobi @, Oberbayern, Mittwoch, 07.12.2011, 22:12 (vor 5328 Tagen) @ CrisisMaven

Ein fachgerechter Zementputz wird uebrigens nie direkt auf eine Aussenwand
aufgebracht, sondern es wird Zement-Vorspritz (scharfer Sand mit Zement)
draufge"sprenkelt", dann acht Wochen gewartet zum Spannungsabbau und dann
erst weiter endverputzt. Macht aber kein Schwein so.

Bei modernen Ziegeln porosierten Ziegeln wie diesem hier http://www.leipfinger-bader.de/produkte/coriso.html
ist ein Zementputz das aller schlechteste was man machen kann, da der Putz zu hart ist! Am besten wäre ein reiner Kalkputz!

Beim Dach bin ich noch unsicher. Ziegel scheinen mir wegen der Trägheit

auch hier am besten. Nur die Unterkonstruktion stellt sich schwierig dar.

Bei den historischen Häusern hat man hier nur sehr dicke Ziegel auf

einen massiven Holzrahmen gelegt. Natürlich ohne jegliche Folie und ohne
Isolierungsmaterialien. Ob das allerdings wirklich immer wasserdicht war,
bezweifele ich ein wenig.

Die Unterspannbahnen heute sind vor allem gegen Flugschnee gedacht. Nach
den und Fachregeln des Dachdeckerhandwerks[/link] betraegt die Mindestneigung
eines Ziegeldaches 22,5 Grad, ich empfehle generell, nicht unter 30 Grad,

Hier in Bayern werden die meisten Dächer mit 20-30 Grad Neigung gebaut. Ich selbst habe 26 Grad. Bei richtiger Ausführung, mit Dachschalung und Dachpappe kann man auch Problemlos auf 18 Grad gehen. Die Dächer sind genau so dicht und es ist bei fast allen Dachziegeln zulässig! Unterspannbahnen sind meiner Meinung nach der größte Schrott den es hier gibt!

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Jau, Dachschalung und Pappe sind natuerlich so dicht ...

CrisisMaven ⌂ @, Mittwoch, 07.12.2011, 22:19 (vor 5328 Tagen) @ Fobi

... dass man die 22,5 Grad unterschreiten kann - die Dachpappe ist ja allein schon fast wie ein Dach. Alles eine Kostenfrage - Schalung versus Lattung.

Aber leider schreiben die Bebauungsplaene oft ohnehin eine bestimmte Dachneigung vor, egal, ob man Gruende hat, es anders (und: besser) zu machen.

--
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Feuchteschäden zumeist verursacht durch Sprachfehlgebrauch

Kurt, Donnerstag, 01.12.2011, 15:31 (vor 5334 Tagen) @ Leserzuschrift

Das Problem mit der nassen Dämmung entsteht leider hauptsächlich durch einen Fehlgebrauch der Sprache. Tja.

Grund ist, dass alle Welt fast immer von der "Dampfbremse" redet, wo eigentlich von der "Luftdichtigkeitschicht" gesprochen werden sollte. Denn die Wände eines Gebäudes müssen zur Vermeidung von Nässeschäden keineswegs viel oder wenig oder überhaupt "Dampf" durchlassen oder abhalten, sondern schlicht und einfach luftdicht sein, egal ob 1000 Jahre altes Steinhaus oder nagelneue Styroporbox.

Dann, und nur dann gibt es keine Kondensation von Feuchtigkeit in der Wand oder in der Isolierschicht. Die Dampfdichtigkeit oder Diffusionsfähigkeit von Baustoffen ebenso wie von sogenannten "Dampfbremsen" hingegen ist für das Problem der durchfeuchteten Dämmung (nicht völlig, jedoch so gut wie) Banane.

Da aber alle immer von der "Dampfbremse" und von der "Dampf(un)durchlässigkeit" faseln, wo es zu 99,9 % darum geht, Luftdichtigkeit herzustellen, wird dann dementsprechend auch fehlerhaft gebaut: Fast immer werden zwar sog. "Dampfbremsen" vor der Isolierung eingebaut, jedoch wird (schon wegen der falschen Bezeichnung) nicht auf die hundertprozentige Luftdichtigkeit derselben geachtet, insbesondere nicht an den Anschlüssen, Bauteildurchführungen und Nähten.

Dann kann man es aber auch gleich ganz bleiben lassen, da man sich mit einer nicht luftdichten "Dampfbremse" [[wut]] früher oder später mit Sicherheit ein Nässeproblem in der Wand oder im Dach einhandelt.

Das Ganze ist ähnlich idiotisch wie die Bezeichnung "Stoßdämpfer" für dasjenige Bauteil an der Autoachse, welches tatsächlich keineswegs die Stöße dämpft (ja es verstärkt sie sogar!), sondern die Schwingungen -- wohingegen man das eigentlich stoßdämpfende Bauteil wiederum als "Feder" bezeichnet. Das kapiert auch kein Mensch -- ist aber in den Auswirkungen immerhin nicht so katastrophal wie der schwachsinnige Begriff "Dampfbremse" am Bau, da die meisten der paar Ingenieure, die die Autoachsen schlussendlich konstruieren, diesen Sachverhalt kennen [[zwinker]]

Meine 2 ct. zum Thema,

LG Kurt

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Der Begriff Dampfbremse ...

CrisisMaven ⌂ @, Donnerstag, 01.12.2011, 15:44 (vor 5334 Tagen) @ Kurt

(Hitler hatte ja eine Rotzbremse[[freude]])

... hat aber m.E. schon seine Berechtigung. Da das H2O-Molekuel (Wasser) etwas kleiner ist als das Sauerstoff-Molekuel O2 hat eine Dampfsperre oder -bremse automatisch den Effekt, dass, wenn sie schon das kleinere Wassermolekuel nicht mehr durchlaesst, dann das Sauerstoff- oder Stickstoffmolekuel erst recht nicht.

Und da auch die Fenster dicht sind, "erstickt" man in solchen Gebaeuden sozusagen.

Natuerlich sind die Ausfuehrungen ansonsten richtig, aber welcher oekologisch angehauchte Architekt wuerde eine "Luftbremse" einbauen wollen?

--
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Diffusion

Kurt, Donnerstag, 01.12.2011, 15:51 (vor 5334 Tagen) @ CrisisMaven

Da das
H2O-Molekuel
(Wasser) etwas kleiner ist als das Sauerstoff-Molekuel O2
hat eine
Dampfsperre oder -bremse automatisch den Effekt, dass, wenn sie schon das
kleinere
Wassermolekuel nicht
mehr durchlaesst, dann das Sauerstoff- oder Stickstoffmolekuel erst recht
nicht.

Nein, das ist das Thema Diffusion, und das spielt im Vergleich zu Luftdichtigkeit und Kondensation praktisch keinerlei Rolle für die Nässeproblematik am Bau.

Und da auch die Fenster dicht sind, "erstickt" man in solchen Gebaeuden
sozusagen.

Ist auch ein anderer Bahnhof, nämlich das Thema Lüftung & Schimmel.

Natuerlich sind die Ausfuehrungen ansonsten richtig, aber welcher
oekologisch angehauchte Architekt wuerde eine "Luftbremse" einbauen wollen?

Stimmt, bis auf "ansonsten" ;)

Grüße Kurt

antworten
 

ist es nicht doch beides Kurt?

Onkel Otto, Donnerstag, 01.12.2011, 16:37 (vor 5334 Tagen) @ Kurt

die meisten diesbezüglichen Bauschäden kommen sicherlich aus der fehlenden Luftdichtigkeit sog. Dampfbremsen, so wie von Dir richtig beschrieben. Aber dies schließt doch nicht die Diffusionsschäden bei fehlender Dampfbremse aus?

lG, Jörg

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Diffusionsschäden Jörg

Kurt, Donnerstag, 01.12.2011, 17:00 (vor 5334 Tagen) @ Onkel Otto

...gibt es eigentlich so nicht

bei fehlender Dampfbremse

Vielmehr gibt es stets dann die typischen Nässeschäden bei fehlender oder undichter Luftdichtigkeitsschicht (vulgo "Dampfbremse"), da dann einfach warme feuchte Luft durch die Wand und/oder Isolierung strömt, auf dem Weg nach draußen abkühlt und dabei kondensiert. Und da ist schnell mal die Größenordnung von "Liter pro Woche und Quadratmeter" erreicht.

"Diffusionsschäden", also Nässeschaden durch Feuchtigkeitseintrag mittels Diffusion treten hingegen vergleichsweise selten auf.

Ein Diffusionsschaden kann auch nur dann auftreten, wenn auf der Raumseite der Isolierung eine funktionierende Luftdichtigkeitsschicht (vulgo "Dampfbremse") eingebaut ist, und auf der Außenseite der Wand bzw. Isolierung eine zweite Folie o.ä. Nur in diesem Fall spielt der Diffusionswiderstand der Baustoffe bzw. Folien überhaupt eine Rolle: und zwar muss richtigerweise die äußere Folie diffusionsoffener sein (oder schlicht ein bisschen perforiert) im Vergleich zur inneren Folie. Dann kann das (winzige bisschen) Wasser, was durch die innere, luftdichte Folie immer noch hindurchdiffundiert, durch die äußere Folie leicht abdiffundieren, so dass sich auch auf Dauer keine Feuchtigkeit in der Dämmung anreichert. Hier sprechen wir aber eher von der Größenordnung "Gramm pro Woche und Quadratmeter".

Dieser Diffusionskram ist somit a) um Größenordnungen unbedeutender als die (weithin unverstandene) Problematik des Feuchteeintrags durch schlichte Luftströmung und Kondensation, und tritt b) auch erst dann in Betracht, wenn die Luftdichtigkeitschicht (vulgo "Dampfbremse") auf der Raumseite tatsächlich luftdicht verlegt wurde (was am Bau tatsächlich nur selten einer hinkriegt).

LG Kurt

antworten
 

Gute Erfahrungen habe ich mit... (edit)

Positiv @, Donnerstag, 01.12.2011, 16:22 (vor 5334 Tagen) @ Leserzuschrift
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 01.12.2011, 16:42

Schilfrohrdämmung, Hanf und Flachs gesammelt.

Wenn Putz gewünscht, dann grober Kalk Sand Putz oder noch besser Lehm.

Im Falle einer holzverkeideten Wand mit Dampfbremse (Papier, sorgfältig verklebt und abgedichtet) zwischen Holz und Dämmung.

Allein das sich einstellende Raumklima rechtfertigt die Mehrkosten.

Anders gefragt: Wenn eine Dämmung wasserdampfdurchlässig ist, so müsste
sie doch nach anfänglicher Kondensatbildung auch wieder ausheizbar sein,
wenn nicht die fehlende Kapillarwirkung in Schaumstoffprodukten dem
entgegenwirken würde. Sehe ich das richtig?

Ja.

Grüsse

Positiv.

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gute Erfahrungen mit beputzter Holz-Weichfaserplatte, allerdings bleibt das Algenproblem mit "Giftanstrich" zu lösen

Onkel Otto, Donnerstag, 01.12.2011, 16:46 (vor 5334 Tagen) @ Leserzuschrift

ich habe diese Dämmung nur im massiven Keller, oben drauf steht ein Holzrahmenbau mit Zelluloseflocken und hinterlüfteter naturbelassener Decker/Kriecher Fassade und völlig diffusionsoffener Bauweise.

Da haben alle die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, wegen dem unbehandelten Holz, der Nachbar hat sein WDVS aber schon sanieren lassen müssen, meine Natur-Bretter sind auch nach 14 Jahren noch kein Humus und kaum anders als nach 14 Monaten.

lG, Jörg

antworten
 

Gar keine Dämmung!

StillerLeser @, Donnerstag, 01.12.2011, 22:10 (vor 5334 Tagen) @ Leserzuschrift
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 01.12.2011, 22:24

Hallo Leser, daß jemand auf die Frage: "Welche Alternativen zu Dämmung gibt es?" mit "Geschlossenzellige Dämmung ist das Stichwort!" antwortet, beleuchtet den Dämmwahn sehr deutlich. Ist nicht persönlich gemeint!
Die meisten Leute können sich ein Haus ohne Dämmung gar nicht mehr vorstellen!
Und genehmigt bekommt man es normalerweise auch nicht, EnEV sei "Dank".

Wer mit Strahlung heizt, braucht aber die Dämmung nicht, die normale Mauer reicht völlig. Der hat also schon mal einen dicken finanziellen Vorsprung.
dazu fängt er sich keine Bauschäden ein, solche Häuser können steinalt werden. Vorsprung zwei, die Dämmschafe dürfen nach 10 bis 15 Jahren mit dem Sanieren anfangen.
Der Oberhammer aber ist, daß Strahlungsheizung im ungedämmten Haus weniger Energiekosten verursacht, als Luftpustheizung im gedämmten.
Als Geschenk obendrauf gibt´s frische und saubere Luft (keine permanente Feinstaubaufwirbelung, Fenster dürfen/sollen! undicht sein) und das legendäre Kachelofen-Wohlfühl-Klima.

Wie gesagt, so was bekommt man nicht mehr genehmigt, "dank" EnEv und zum Wohle der Dämmstoff- und Finanzindustrie (der Hausbesitzer wurde als Nachschuldner gebührend ausgeweidet), 20 cm an der Fassade und 28 cm im Dach (das heisst Sparren aufdoppeln, bizarr!) sind wohl der Stand.

AAABER!
in der EnEV steht, daß man davon nichts machen muss, wenn es sich nicht in höchstens 10 Jahren amortisiert.
Ein dorniger Weg, man muss es ihnen erst beweisen, aber dann müssen sie auch genehmigen.
Beim oben erwähnten "Club of Home" bekommt man dazu Unterstützung von spezialisierten Sachverständigen.

Edit: von zwei Massnahmen profitiert auch der Strahlungsheizer:
1. Oben dämmen, falls das DG bewohnt ist, das Dach, falls nicht, die oberste Geschossdecke. Beide werden innen luftdicht und außen diffusionsoffen durchgeführt, Bauschäden ausgeschlossen. Ach ja, bitte glaubt es mir, 8cm reichen DICKE!
2. der Nordwand (und ggf weiteren Wänden, die nie Sonne bekommen) eine hinterlüftete!! Fassadenverkeidung spendieren. Das ist wie der Pappkarton auf der Windschutzscheibe, wenn die Wand das Weltall nicht mehr "sieht", kühlt sie weniger aus. Immergrün beklettern lassen macht das Gleiche, dauert aber ein paar Jahre.
Aber Finger weg von allen Wänden, die Sonne bekommen, das sind Energiebringer!

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Warum Strahlungsheizung der Daemmung ueberlegen sein kann ...

CrisisMaven ⌂ @, Donnerstag, 01.12.2011, 22:25 (vor 5334 Tagen) @ StillerLeser

... weil ca. 70% der physiologischen Waerme-Wahrnehmung von der Koerperein- und ausstrahlung und nur ca. 30% von der Lufttemperatur abhaengen.

Wenn auch kein wissenschaftlicher Beweis - aber man kann auch bei minus 20 Grad am Lagerfeuer sitzen. Aber ohne Feuer bei plus zehn frieren ...

--
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Alternative? Warmluft-Wandheizung - und wegduck ;-)

Günter @, Freitag, 02.12.2011, 22:32 (vor 5333 Tagen) @ CrisisMaven

... weil ich von "Fachleuten" immer kräftig auf die Mütze kriege, wenn ich das
erwähne.

Trotzdem empfehle ich unbedingt mal einen Blick in seine Ausarbeitung

http://www.termosfassade.info/Dokumente/Temperierung.pdf

Er leitet Warmluft durch die Außenwände, was ein sehr angenehmes Raumklima schafft, etwa wie an einem Sommerabend im Freien vor einer warmen Backsteinwand.

Weiterhin schreibt Schwan, dass dadurch die Wand trocken ist und daher gut dämmt.

Es gibt zahlreiche und hitzige Diskussionen im Internet dazu. Alles sehr interessant. Wenn in ein paar Jahren die Schaumstoffdämmungen von vielen Häusern runterfallen, wird man sich vielleicht mit seinen Thesen befassen.

--
Klug und fleißig: Generalstab. Dumm und faul (90 % aller): Routineaufgaben. Klug und faul: höchste Führungsaufgaben, geistig klar, nervenstark. Dumm und fleißig: Richtet nur Unheil an. Kurt von Hammerstein-Equord

antworten
 

Vielen Dank für den Link!

StillerLeser @, Samstag, 03.12.2011, 10:25 (vor 5332 Tagen) @ Günter

welcher ein klein wenig beschädigt ist,
http://www.termosfassade.info/Dokumente/Temperierung.pdf

das Dokument kommt bei mir in die Sammlung!
Auf Seite 21 behandelt er unser Thema, gedämmt gegen ungedämmt.

Die Fassadenverkleidung mit einer zur Hauswand reflektierenden Schicht auszustatten, ist wohl (ich muss es erst ganz lesen) eine mächtige Verbesserung, welche nicht viel kostet (starke Alufolie und Aluklebeband, vielleicht 1,- pro qm)

antworten
 

Ideologie

Orlando ⌂ @, Freitag, 02.12.2011, 11:24 (vor 5333 Tagen) @ OOO

Nach Studium des Threads ist man nicht unbedingt schlauer, wie so oft bei ideologischen Fragen <img src=" />

Ein paar Anmerkungen:

- Dämmen macht schon wärmer, siehe Fell oder Federn. Allerdings gibt es keine Viecher mit 28 cm dickem Fell ... Die Dosis ist, wie ebenfalls oft, ein Thema. Eine Wasserleitung mit 100 cm Dämmung friert bei Dauerfrost trotzdem ein, denn Dämmung heizt nicht.

- Was eine DampfBREMSE nun soll, erschließt sich garnicht (Langsamer Dampf ist unschädlich?). Allenfalls wirksam wäre eine DampfSPERRE, aber wer will schon in einer Plastiktüte wohnen. Im Innenraum wird reichlich feuchte, warme Luft erzeugt, draußen ist es kalt, also gibt es irgendwo in der Wand den Taupunkt, wo der Dampf kondensiert und Wasser entsteht. Gegen Schäden schützt am besten, wenn die Wand eben nicht luftdicht ist, sondern der Dampf mit der Luft nach außen entweichen kann. Das passiert am besten, wenn nach außen hin immer weniger dichte Materialien verbaut werden. ZB von innen nach außen Gipskarton, Luft, OSB, Dämmung, Weichfaserplatte, Luft, Bretterfassade. Ein Haus ohne Fenster wäre zwar einfacher zu heizen und billiger zu bauen, trotzdem macht man welche rein. Wie das Leben besteht ein Haus aus Kompromissen.

- Dämmen alleine bringt auch Verdruß, vielleicht kennt Ihr den Effekt im glaswollegedämmten Dachgeschoß, wo es am Sommernachmittag brütend heiß geworden ist? Glaswolle speichert nämlich kaum Wärme (Glas & Stein sind gute Wärmeleiter) und ist nach wenigen Stunden durchdrungen davon und gibt sie dann weiter. Genauso geht es im Winter nach draußen. Welcher Dämmstoff speichert auch? Weichfaserplatten, aus reinem Holz hergestellt, ohne Zusätze. Sind etwas teurer, da nicht subventioniert, siehe unten, dafür verrotten sie und lassen sich problemlos verbrennen.

- Immer auch mal einen Blick auf die Umweltbilanz über den Existenzzyklus werfen, was Ideologen nicht tun. Wie und wo wird der Dämmstoff hergestellt, Stein- und Glaswolle zB mit sehr hohem Energieaufwand in Frankreich (warum wohl dort -> Rätsel, Lösung fängt mit A an und hört mit Fukushima vorläufig auf), verrottet ganz schlecht. Styropor aus Öl mit Energie, verrottet auch schlecht, brennt dafür toll zu tollen Gasen, kann mit weiterem Gift am Entflammen (nicht am Brennen) gehindert werden.

- Sehr gut ist zum Beispiel eine 30 cm dicke massive Holzwand, da sie nicht nur dämmt, sondern auch Wärme speichert und, Tusch, Feuchtigkeit aufnimmt und wieder abgibt ohne darunter zu leiden.

Aber wie gesagt, Kampf der Ideologietitanen.

antworten
 

Exakt: Kampf der Ideologietitanen

cassi @, Mitten in der EUdSSR, Freitag, 02.12.2011, 12:23 (vor 5333 Tagen) @ Orlando

Nach Studium des Threads ist man nicht unbedingt schlauer, wie so oft bei
ideologischen Fragen <img src=" />

Danke für die "Zusammenfassung". Ich stehe mittlerweile auch auf dem Standpunkt, je mehr Hi-Tec in der Dämmung steckt, desto schlechter für den Geldbeutel. Denn, Hi-Tec ist teuer, teuer bedeutet Geldfluß und bei größeren Geldadern möchten auch Industrie und Politik ihren Teil vom Kuchen abgreifen.

Luftdicht mag zwar technisch "ideal" sein, wohnklimatisch jedoch kaum.
Welcher Organismus ist schon luftdicht!?

Meine Favoriten wären demnach Lo-Tec.
Holz, Stroh, Lehm. Billig und natürlich. Diese Materialien nehmen im Bedarfsfall große Mengen Feuchtigkeit auf und geben diese im umgekehrten Falle wieder ab = Wohlfühlklima.
Leider bisher ohne pers. praktische Umsetzung, aber gedanklich in Arbeit.

Argumente für Stroh als Baustoff z.B. hier:
Strohballenhäuser - Zukunftsvision aus längst vergangenen Tagen
sowie eine kl. Einführung in die Thematik hier:
Strohballenhaus

--
Gruß Â©
"Dummheit ist ein menschliches Privileg" (Sigismund von Radecki)

"Reicher Mann und armer Mann standen da und sah´n sich an.
Und der Arme sagte bleich: Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich"

antworten
 

zum Thema "luftdicht"

StillerLeser @, Freitag, 02.12.2011, 16:15 (vor 5333 Tagen) @ cassi

Luftdicht mag zwar technisch "ideal" sein, wohnklimatisch jedoch kaum.
Welcher Organismus ist schon luftdicht!?

Natürlich!! Nicht die Wohnung soll luftdicht sein, nur der Wandaufbau, und nur von innen gesehen! Dann kann die warme Raumluft nicht in die Wand hinein, und demnach auch nicht in der Wand auskondensieren.
Die Wohnung als Ganzes erhält ihre notwendige und erwünschte Undichtigkeit durch die Ritzen in Fenstern und Türen.
Luftheizer verlieren aber durch diese Ritzen richtig Geld, also wird da auch abgedichtet, und dann wird es problematisch.
Heutige Häuser sind so dicht, daß man erst ein Fenster kippen muss, bevor man einen Ofen überhaupt anzünden kann. Na toll, das nenne ich Hausen in einer Plastiktüte! Mit Wohn- und Lebensqualität hat das nichts mehr zu tun.
Und das ganze Schlamassel man auch noch selbst teuer bezahlt!

antworten
 

Auch Gipskarton ist selbstverständlich luftdicht (oT)

Kurt, Freitag, 02.12.2011, 16:35 (vor 5333 Tagen) @ Orlando

- kein Text -

antworten
 

Shell-Studie zur Immobiliensanierung: Wärmedämmung kostet bis zu 750 Mrd. ...

CrisisMaven ⌂ @, Freitag, 02.12.2011, 13:55 (vor 5333 Tagen) @ OOO

"In den kommenden zwei Jahrzehnten müssen bis zu 750 Milliarden Euro für die Sanierung von Gebäuden aufgebracht werden,
...
"
http://www.focus.de/immobilien/energiesparen/shell-studie-zur-immobiliensanierung-waerm...

"für die Erreichung dieser Ziele blieben die bekannten Instrumente des Verordnungsrechts für den Neubau von Gebäuden sowie die finanzielle Förderung von ambitionierten Sanierungsmaßnahmen im Gebäudebestand. Die privaten Verbraucher sind demnach gefragt, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten, ..."
http://www.co2online.de/fileadmin/CO2online/PDF_misc/PDF_Statistik_und_Research/Teil1_H...
Heizenergieverbrauch in Deutschland: Stand und Entwicklung
http://www.co2online.de/statistik-und-research/trendreport-energie/1-heizenergieverbrau...

Das ist natuerlich kein sozialistischer Zwang!

Zitat Milchmaedchenrechnung:
"Es ist deutlich zu erkennen, dass der spezifische Heizenergieverbrauch von Wohngebäuden in Deutschland seit dem Jahr 2002 stetig gesunken ist. Insgesamt wurde eine Verbrauchsminderung von 22 Prozent erreicht.
Bei der Interpretation der Ergebnisse ist zu beachten, dass z.B. die in den letzten Jahren beobachtete Zunahme der durchschnittlichen Wohnflächenanteile pro Person in Deutschland in hier nicht berücksichtigt wurde.
" (Hervorhebung CM)

Nach Jevons Gesetz wird das ziemlich kompensiert.

Weiterhin interessiert der Oelverbrauch zur Herstellung der Daemmung (Putz, Daemmung, Kleber, Handwerker-Tourismus etc.) und die Sanierungskosten alle zehn bis zwanzig Jahre.

Nur mal so:

Wie hoch sind die Heizenergie-Ausgaben dagegengestellt und wieviel wird dadurch eingespart ("Hyperbel-Tragik")? Wo waere das Geld nicht vielleicht besser angelegt? Welche Bauschaeden, welche gestiegenen Gesundheitskosten (Schimmelpilz-Allergie und -Krebs etc.) verursacht dies?

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Gegendarstellung :-)

Onkel Otto, Mittwoch, 07.12.2011, 19:53 (vor 5328 Tagen) @ OOO

http://www.haustechnikdialog.de/News/13040/Kritik-an-Waermedaemmung

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Energetischer und finanzieller Aufwand für Wärmedämmung?

Ankawor @, Pirmasens, Montag, 23.01.2012, 12:46 (vor 5281 Tagen) @ OOO

Wobei das finanzielle nicht so richtig wichtig ist, das kann sich jeder selbst ausrechnen.

Die Herstellung der Styroporplatten, die außen an die Häuser geklebt werden - wieviel Energie ist dafür eigentlich erforderlich. Hat jemand dazu eine Übersicht?

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Auf die Schnelle

cassi @, Mitten in der EUdSSR, Montag, 23.01.2012, 13:02 (vor 5281 Tagen) @ Ankawor

also nur die Herstellung der Platten

Herstellung
Energieverbrauch (Graue Energie)
Polystyrol EPS
105 MJ/kg
Polystyrol XPS
109 MJ/kg
Polyurethan
102 MJ/kg

Quelle:
http://www.nachhaltiges-bauen.de/baustoffe/Polystyrol%20EPS

--
Gruß Â©
"Dummheit ist ein menschliches Privileg" (Sigismund von Radecki)

"Reicher Mann und armer Mann standen da und sah´n sich an.
Und der Arme sagte bleich: Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich"

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Danke, nicht so schlimm

Ankawor @, Pirmasens, Dienstag, 24.01.2012, 11:48 (vor 5280 Tagen) @ cassi

Der Energieaufwand ist nicht so hoch, wie ich befürchtet hatte. Was sie aber über das giftige Brandschutzmittel schreiben, ist natürlich auch nicht ohne.

also nur die Herstellung der Platten

Herstellung
Energieverbrauch (Graue Energie)
Polystyrol EPS
105 MJ/kg
Polystyrol XPS
109 MJ/kg
Polyurethan
102 MJ/kg

Quelle:
http://www.nachhaltiges-bauen.de/baustoffe/Polystyrol%20EPS

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Alles relativ

cassi @, Mitten in der EUdSSR, Dienstag, 24.01.2012, 13:27 (vor 5280 Tagen) @ Ankawor

Der Energieaufwand ist nicht so hoch, wie ich befürchtet hatte.

Naja, ist nat. individ. von Haus zu Haus verschieden, was dann in der Summe an "grauer Energie" aufgewendet werden muss.
Ein durchnittlicher Wert als Anhaltspunkt sind 3000-5000 l Öl. Die müssen dann erstmal eingespart werden.
Wenn ich die weiteren Negativ-Aspekte bewerte komme ich zu der Antwort: Abzocke und und kriminelle Verarxxxung.

Vergleich:
Material Graue Energie
Polystyrol expandiert (EPS) 105 MJ/kg
Schaumglas 59 MJ/kg
Glaswolle 41 MJ/kg
Steinwolle 15.7 MJ/kg
Holzfasern 20 MJ/kg
Schafschurwolle 16.5 MJ/kg
Korkplatten 12.7 MJ/kg
Dämmstoffe
Zellulosefasern 3.6 MJ/kg
http://www.cipra.org/de/climalp/energieeffizientes-bauen/aktiver-klimaschutz/graue-ener...

zum Vergleich: Heizwert Heizöl schwer: 39,5 MJ/kg

Summe Primärenergieaufwand nicht regenerierbar(berechnet aus: 81,587 MJ/kg) 1.224 bis 2.448[MJ/m³]
http://www.wecobis.de/jahia/Jahia/Home/Bauproduktgruppen/Daemmstoffe/aus_synthetischen_...

1J=1Ws
1MJ=1Mws
100MJ=100MwS=27,78kWh

Was sie aber über das giftige Brandschutzmittel schreiben, ist natürlich auch
nicht ohne.

Hinzu kommt evtl. noch eine kostenaufwendige Entsorgung ala Asbest! :-(

Fazit: Immer wieder erstaunlich, wie bescheuert sich Menschen verhalten!
http://thewatchers.adorraeli.com/2012/01/19/study-proves-95-of-people-really-are-sheeple/

Interessante Referenten zu diesem Thema:
Konrad Fischer
Paul Bossert
Claus Meier

--
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Der Daemmwahn zerstoert gleich noch das oekologisch-politisch-korrekte Erbe ...

CrisisMaven ⌂ @, Samstag, 04.02.2012, 17:58 (vor 5269 Tagen) @ OOO

WELT: Dämmung ist das Todesurteil für Fachwerkhäuser

Und Physikerin Merkel mal wieder vorneweg:

"Mein altes Haus passt nicht ins neue Deutschland, wie es einst Angela Merkel sah, die auf die Frage der Bildzeitung, was sie an Deutschland schätze, antwortete: "Ich denke an dichte Fenster! Kein Land kann so dichte und so schöne Fenster bauen." (29.11.2004). Mag sein. Es ist noch niemand erstunken, aber schon viele sind erfroren. Und vielleicht hocken Politiker ja gern in der heißen Luft, die sie produzieren. Doch für ein Fachwerkhaus sind allzu dichte Fenster der Anfang vom Ende. Und was seinen sicheren Tod bedeutet: Luftdichter Verschluss außen und innen plus Silikon für die letzten widerstrebenden Ritzen."

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English

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Und die FAZ mal wieder zum Daemmwahn ... (auch Redakteure moechten werterhaltene Haeuser)

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 13.05.2014, 13:57 (vor 4440 Tagen) @ CrisisMaven

FAZ: Stoppt den Dämmwahn!

Siehe schon frueher im DGF:

Daemmwahn und Vertreibung ... - CrisisMaven, 28.04.2012, 13:02

Das auch schon in diesem Faden zum Daemmwahn ... - CrisisMaven, 23.03.2012, 14:03

Nachschuldner finden - Debitismus fuer Anfaenger! - der_Chris, 09.02.2012, 12:04

Der Daemmwahn zerstoert gleich noch das oekologisch-politisch-korrekte Erbe ... - CrisisMaven, 04.02.2012, 17:58

Das Wichtigste hatte ich noch vergessen: Grundwasserverseuchung! - imperator, 08.03.2009, 10:43

Beispiele vom Passivhausterroristen <img src=" /> - smiths74, 08.03.2009, 11:20

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