Mit dem Wissen von heute hätten wir die Rettungsaktion nicht gemacht
komisch dort haben sie nix gewusst, hier aber alle
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Absturz der Mittelstandsbank IKB wird zu
einem immer größeren Risiko für die staatliche KfW-Gruppe und die deutsche
Kreditwirtschaft. "Mit dem Wissen von heute über die eingetretenen
Marktverwerfungen hätten wir die Rettungsaktion nicht gemacht", sagte KfW-Chefin
Ingrid Matthäus-Maier in der "Süddeutschen Zeitung" (Montag). Noch sei nicht
klar, ob noch weitere Risiken bei der IKB auftreten würden. Die KfW habe ihre
Beteiligung inzwischen um 400 Millionen Euro abschreiben müssen. Die IKB-Aktie
rutschte am Montag nochmals kräftig ab. Der Kurs fiel um mehr als zehn Prozent
auf 7,12 Euro in einem insgesamt schwachen Marktumfeld.
Die IKB war durch die Krise um faule US-Immobilienkredite in eine
existenzbedrohende Lage geraten. Um das Institut zu retten, sprang die KfW Ende
Juli ein. Daneben beteiligte sich fast die gesamte deutsche Kreditwirtschaft an
einem milliardenschweren Rettungspaket.
"Wir haben unsere 38-prozentige Beteiligung an der IKB um 400 Millionen Euro
abgeschrieben", sagte die KfW-Chefin der "SZ". Die Förderbank musste zur
Risikovorsorge einen Betrag von inzwischen 4,95 Milliarden Euro zurücklegen.
Eine Prognose, ob noch weitere Risiken hinzukämen, sei für alle Banken schwer.
"Es kann sein, dass es weniger wird als fünf Milliarden Euro, aber auch mehr,
falls sich das Marktumfeld weiter verschlechtert", sagte Matthäus-Maier der
Zeitung.
Die US-amerikanische IKB-Zweckgesellschaft Rhineland Funding hatte sich mit
schlecht abgesicherten Zinspapieren auf dem US- Hypothekenmarkt verspekuliert
und die IKB in die Krise gestürzt. Die bisherigen Belastungen stemmte die KfW
nach Angaben ihrer Chefin aus dem Fonds für allgemeine Bankenrisiken.
Sollten weitere Risiken bei der IKB auftreten, will Matthäus-Maier auch
andere Anteilseigner in die Pflicht nehmen, die bislang geschont wurden. Mehr
Geld werde die KfW nicht zur Verfügung stellen. Die KfW- Chefin wies eine
Mitschuld an der IKB-Krise zurück. "Nicht die KfW hat gezockt, sondern die IKB",
sagte sie der "SZ". Weder die Rating- Agenturen, die die Bonität der Bank
bewerteten, noch die Wirtschaftsprüfer hätten trotz mehrerer Sonderprüfungen
etwas gemerkt.
Als Lehre aus der Finanzkrise empfiehlt Matthäus-Maier bei der
Rechnungslegung von Banken und Unternehmen mehr Transparenz zu gewährleisten.
Zudem sollten sich die Ratingagenturen eine Selbstregulierung auferlegen. "Es
kann nicht sein, dass sie auf der einen Seite Finanzprodukte mitstrukturieren
und sie auf der anderen Seite bewerten." Auch die Wirtschaftsprüfer müssten
darüber nachdenken, wie sie bessere Ergebnisse erreichen könnten.
SPD-Chef Kurt Beck forderte wegen der Bankenkrise schärfere
Kontrollmechanismen auf den Finanzmärkten. Man dürfe sich nicht einfach damit
abfinden, was jetzt im Bankensystem und bei den Landesbanken zu beobachten sei,
sagte Beck am Montag in Berlin. Offensichtlich seien "an den bisherigen
Kontrollmechanismen vorbei Risiken angehäuft worden, die jetzt zu erheblichsten
Problemen bei einer Reihe von Landesbanken, aber auch bei anderen Banken,
führen". Nach Ansicht von Beck muss das Risikobegrenzungsgesetz zügig
verabschiedet werden. Darin sollten unter anderem die Rechte von
Darlehensnehmern gestärkt werden. /bb/DP/sb
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[IKB DEUTSCHE INDUSTR,IKB,,806330,DE0008063306]
2007-12-17 18:20:06
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Schon etwas ältere Meldung - zu dpaAFX
Hi uluwatu,
die KfW-Story mit I M-M-Zitat ex SZ war hier schon diskutiert worden. Macht natürlich nichts, da man nichts lieber liest als das, was man schon mal gelesen hat.
Was mich nur wundert, ist die Quelle. Eigentlich gilt dpaAFX als ziemlich schnell, siehe
http://www.dpa-afx.de/profil.html
Ist das erst heute über den Ticker gekommen?
Nichts für ungut und beste Grüße!
PS I: Ja, im DGF hier ist eine Menge an Wissen und auch "Vor-Wissen" versammelt, was das Forum so interessant macht.
PS II: Könnten Sie Ihre Abo-Forums-Beiträge, die ich stets voller Bewunderung gelesen habe, auch ab und zu hier reinstellen? Das wäre super, Danke!
Schon etwas ältere Meldung - zu dpaAFX
Hi dottore,
meinen Lebensunterhalt bestreite ich durch das Aufsammeln von Kruemmeln, die der Meute der Profi Boersianer vom Teller faellt. Um der Uebermacht nicht hoffnunglos unterlegen zu sein verwende ich drei Nachrichten – Systeme .
Reuters ist am besten, schnellsten und teuersten, dann folgen ex equo die DPA und DJ Newswire.
Hier eine kleine Auflistung der Ueberschriften zum Thema IKB.
Schon etwas ältere Meldung - zu dpaAFX
Hi uluwatu,
die Montags-SZ (wo das Zitat erschien) gab's schon So Abend und wurde von RTRS auch entsprechend professionell schnell ausgewertet und über wire geschickt.
Wenn dann AFX einen Tag später um 18:20 Uhr damit kommt, sehe ich da grundsätzlich Einsparmöglichkeiten bei den "Krümel-Kosten".
Also bitte nichts für ungut - es war auch keineswegs als Kritik gemeint. Ich wollte nur mal sehen (habe den kompletten Newsdienst der Agenturen zur Verfügung), wie verkommen inzwischen auch das deutsche Agentur-Gewerbe ist.
Nochmals Dank, Anerkennung und Gruß!
" ... wie verkommen inzwischen auch das deutsche Agentur-Gewerbe ist .." --- und das von dottore! *staun*
Geht das was die .. ääh .. hmmm .. Systemmedien-Mitarbeiter so alles zu ihrem Broterwerb treiben, Ihnen inzwischen schon selbst auf den Keks? [[smile]]
Grüße
J
Passender Sinnspruch dafür (sollte man sich aufheben)
Hallo,
habe im Zukunftsforum in einem Beitrag in völlig anderem Zusammenhang etwas wirklich philosophisches gelesen :
Wenn Jahrzehntelang die Fäkalien unter den Teppich
gekehrt wurden, ist die Ankunft an der Zimmerdecke
ein wirklich herausragendes Ereignis.
Besser kann man es nicht sagen.
Beste Grüße vom Baldur
--
Der Hörer an der Wand hört seine eigne Schand
Mit dem Wissen von heute hätten wir die I M M nicht zum Chef gemacht ...
- kein Text -
![[image]](http://img62.imageshack.us/img62/6743/dpaudjyz5.gif)
![[image]](http://img69.imageshack.us/img69/7465/reutersxs4.gif)
