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Kleiner Reisebericht aus Pennsylvania (Amish Country) mkT

DT @, Mittwoch, 29.08.2012, 12:38 (vor 4960 Tagen)
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 29.08.2012, 13:06

Hallo Freude,

eine Woche lang habe ich in Pennsylvania verbracht und mir das Leben bei den Amish intensiv angeschaut. Vor allem das Leben ohne Elektrizität hat es mir angetan.

In diesem Zusammenhang: heute abend kommt um 20.15h bei 3-Sat ein Bericht über die Amish in USA, und es gibt das Buch: Living without electricity, das das Leben bei den Amish beschreibt.

http://www.3sat.de/mediathek/?display=1&mode=play&obj=32196

http://www.amazon.de/Living-Without-Electricity-Peoples-Place/dp/093467261X

Um es gleich vorweg zu sagen: seit dieser Erfahrung sieht meine Einstellung zu den Auswirkungen eines möglichen GO viel gelassener aus. Vor allem meine Sorge, was bei Ausfall des Kühlschranks passieren würde, ist relativiert worden.

Man muß sich vergegenwärtigen, daß die Menschheit erst seit 100 Jahren Kühlung hat, die Jahrtausende davor ging es mit verschiedenen Tricks. Tönerne Gefäße, ein Keller, der ganzjährig 8-11 Grad hat, und entsprechende Regeln für verderbliche Güter (kein Schweinefleisch usw) lösen die größten Probleme.

Ansonsten war es wirklich hoch interessant, auf einer Farm mit dabei zu sein und hautnah zu erleben, wie das Leben vor etwa 100 Jahren abgelaufen ist. Ganz wichtig: die Amischen leben nicht wirklich wie vor 300 Jahren, sondern nutzen durchaus moderne Technologie. Es geht nur darum, daß gemeinsame Arbeit dem Zusammenhalt der Community dient und daß individualistische Bestrebungen als negativ erkannt wurden. So sind zB Fahrräder und Autos verboten, ebenfalls Gummireifen auf Traktoren, weil man damit auf Reisen gehen konnte. Die Gruppe, bei denen ich war in Lancaster County, PA, hat zB nur Tretroller erlaubt bzw. zu Fuß gehen oder die Benutzung von Bussen.

Die Kinder laufen auf dem Bauernhof tatsächlich noch barfuß herum, und die Hauptarbeitskraft ist neben den zwei eigenen Händen der Stall mit den Kaltblütern bzw. den Mauleseln.

Hoch interessant und für mich bisher nicht bekannt: auf den Feldern fahren zT 6- und 12-Spänner mit richtig großen Maschinen hintendran. Traktoren sind erlaubt, sofern sie stationär mit einer Zapfwelle oder einem Riemenantrieb benutzt werden, zB um Gülle zu pumpen oder Mais zu hächseln.

Es ist ebenfalls erstaunlich, zu beobachten, was für ein Gewusel auf den Strassen herrscht zu Fuß, mit dem Tretroller, oder mit Gespannen oder Kutschen. So konnte ich mir gut vorstellen, wie es bei uns zu Zeiten der Römer oder auch vor 500 Jahren ausgesehen haben muß.

Die Amischen in Lancaster County erlauben eine ganze Reihe kerosinbetriebener Hilfsmittel, so zB Petroleumlampen, gasbetriebene Kühlschränke für die Milch der Milchkühe, an den Anhängern wird zB der Mist mithilfe eines Hilfsmotors verteilt bzw. die Gülle auf den Feldern gestreut.

Das belegt für mich, daß wir bei einem GO nicht in die Bronzezeit zurückfallen werden, sondern eher in eine Situation des Improvisierens der Nachkriegszeit. Es fahren auf den Dörfern noch genug alte Traktoren umher, die mit wenigen Litern Diesel glücklich sind, und die helfen dann, sich einigermaßen über Wasser zu halten.

Erstaunlich zu sehen, daß mitten in Amerika, im Zentrum der weltweiten Verschwendung, eine Oase der Effektivität bei der Ressorcennutzung besteht. Natürlich sind das alles Deutsche, und die Unterhaltung auf Deutsch ging ganz gut, die Amische sprechen eine Art Mannheimer Dialekt (hallo Euklid...)

Wenn man dann nach einer Woche wieder ins Hotel zurückkommt und morgens sieht, daß die Ami-Verschwender-Familie im Nachbarzimmer das Frühstück ins Zimmer geordert hat und die Reste vor der Tür stehen, mit mehreren Tellern voll mit halb angebissenen Bagels etc etc., und man davor erlebt hat, wie hart es ist, ohne die großtechnischen Hilfsmittel der Natur das Korn und den Mais und die Milch (die mit Vakuum, das mit Kerosinmotoren erzeugt wurde, gemolken wird, anderswo aber auch noch mit der Hand), dann steigt der Hass und die Verachtung auf dieses dekadente und die Welt ausbeutende und unterdrückende Volk noch mehr.

Der eklatante Unterschied auf den Märkten, wo die Amish hinterm Tresen stehen, schlank, bescheiden, und die verfetteten und verfaulten Amis, laut, proletenhaft, verkommen, auf der anderen Seite, spricht Bände.

[image]

Gruß DT

antworten
 

Wie steht es mit Kommunikation? Wer legt deren Regeln fest? Hutterer leben auch so (edit-edit)

azur @, Mittwoch, 29.08.2012, 13:47 (vor 4960 Tagen) @ DT
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 29.08.2012, 14:44

Hallo DT,

danke sehr - ganz wunderbar.

Bin da auch mal staunend durch, aber viel zu kurz gewesen (mit einem unerfreulichen 'deutschen' Essen mit US-Amis, die meinten das sei mit Fremden an einem Tisch sitzen - in USA ja im Grunde tatsächlich völlig unüblich - und sich Schüsseln reichen - Charme: Oktoberfestzelt, Massenabfertigung, Speisen lala - schnell geflohen), um soviel Einblick zu erhalten. Danke sehr - ganz klasse (bis auf den Hass, der immer dem Hassenden schadet). Kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr mich Dein Besuch und Dein Bericht freut! Ganz großartige Idee und Ausführung.

Wir hatten das Thema ja mal wieder unlängst ( http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=260084 und Antworten) und da wurde auch etwas zum Strom gesagt.

Bitte, bitte - schildere uns viel Näheres:

Wie verhält es sich mit deren Kommunikation? Wie verständigen sie sich? Ohne Telefon? Ohne Internet? Per Boten, Aushang, Versammlungen? Zeitung wohl eher nicht?

Wer legt eigentlich die Regel und deren Auslegungen fest? Wie sind deren Entscheidungs- und Verwaltungsstrukturen? Haben sie Recht und Richter?

Was ist mit Ersatzteilen von Maschinen (oder Büromaterial, Kleidung, Geräten). Sie werden ja bestimmte Sachen kaufen (und nicht), die ja nicht mit ihrer Lebensweise herstellbar wären (das bezüglich GO usw.).

Es würde mich sehr freuen, wenn Du uns noch mehr erzählen würdest.

Auch, wie Du dazu gekommen bist und wo Du diesen Lebenseinblick organisieren konntest (Knann man das buche? Ku warst eine Woche auf einem solchen Hof - allein oder mit anderen?). Wo hast Du gewohnt? Wie waren die näheren Umstände? Hast Du mit an deren Tischen sitzen können?

Vielen Dank vorab!

Ähnlich leben übrigens die http://de.wikipedia.org/wiki/Hutterer

Habe mal das hier in der GEO studiert - sehr interessant:

William Albert Allert: Die Hutterer – Teile alles, vertraue auf Gott. Die Gemeinde von Surprise Creek lebt noch streng nach den Regeln ihrer Vorväter. In: National Geographic Deutschland. Hamburg September 2006, S. 64-91

Viele freundliche Grüße

azur


Edit: Weiteres über die den Amish verglichbar lebenden 45k Hutterer (in D sind das die Bruderhöfer)

Über deren Leben: http://www.humboldtgesellschaft.de/inhalt.php?name=hutterer
(Vor allem unten, nach der Geschichte - sehr interesante Philosphie)

Hier die o. g. Reportage aus der GEO auf Englisch (Deutsch ist sie nicht omline zu finden): http://ngm.nationalgeographic.com/2006/06/hutterite-sojourn/allard-text

Bilder: http://ngm.nationalgeographic.com/2006/06/hutterite-sojourn/allard-photography (toller Fotograf - Freund des einen Huttereroberen: http://www.williamalbertallard.com/index.php )

Edit-edit: Hier als animierte Fototour mit Landkarten, mehr Bildern usw.: http://ngm.nationalgeographic.com/ngm/0606/sights_n_sounds/index.html

Mehr: http://www.nationalgeographic.com/search/?proxyreload=1&search=allard++Hutterites

Buch: Das vergessene Volk. Ein Jahr bei den deutschen Hutterern in Kanada.
Michael Holzach
www.amazon.de/vergessene-Volk-deutschen-Hutterern-Kanada/dp/3423361085

Website der Hutterer: http://www.hutterites.org/

--
ENJOY WEALTH
(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)

Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.

antworten
 

Kommunikation etc. (mkT)

DT @, Mittwoch, 29.08.2012, 14:57 (vor 4959 Tagen) @ azur

Hallo azur,

die Kommunikation ist sehr einfach. Da es sich um kleine Gemeinden handelt, wobei Gemeinde eher im Sinne von vielen Aussiedlerhöfen zu verstehen ist, die im Abstand von ca 500 m rechts und links der Strasse angesiedelt sind, geht alles von Mund zu Mund. Weiterhin ist die "Kirche" nicht in einem Raum, sondern jeden Sonntag in einem anderen Haus.

Das Haus und speziell die Küche ist der Mittelpunkt des Lebens. Das war in meiner Jugend auch nicht anders.

Das ist ja gerade Sinn der Sache, daß man alles verbietet, was die direkte Kommunikation und das direkte Zusammentreffen erschwert. Niemand sitzt abends vor dem Fernseher (verboten), niemand hört Radio (verboten), sondern man besucht sich und sitzt zusammen.

Die Kinder gehen bis zum 14. Lebensjahr in eine Schule. Die ersten 4 Jahre sind eine Einraumschule, dh. ein Lehrer und ein Klassensaal, typische Größe ca 25 Kinder pro Raum (also ca 6 pro Klasse). Nach den 14 Jahren haben sie MINDESTENS das Niveau wie die Amis bei der Highschool erreicht, können Deutsch und Englisch (alle dort, schon die kleinen, sind zweisprachig).

Die Familie wo ich war hatte 4 Kinder (4 Jungs, 7,6,5, 7 Monate), die ersten 3 sind zuhause geboren, das Baby im Krankenhaus wegen ein paar Komplikationen.

Das ist auch was ganz wichtiges: die Kinder helfen praktisch von klein an mit bei ALLEM. Wenn man den 7-jährigen sieht, wie er bereits mit den Mauleseln umgeht und Nachbarskinder sieht, wie diese bereits als 10-jährige mit einem Zweispänner fahren und den Mist auf den abgeernteten Feldern verteilen.

Interessant: wieviel Fläche braucht es, um eine Familie zu ernähren. Die Betriebe in Lancaster County sind ca 100 acres (also ca 50 ha) groß. Das entsprach früher in D einem ganz ordentlichen Betrieb und hat eine Familie gut über die Runden gebracht, und genauso ist es bei den Amish. Reichtümer kann keiner ansammeln, aber es reicht, um in Frieden zu leben.

Dazu gab es ja auch hier kürzliche eine Diskussion. Wenn man in Dörfern schaut, wie es sie zB in Polen oder auch in den östlichen Bundesländern noch gibt oder auch in der Eifel oder im Westerwald, dann sieht man, daß außerhalb der großen Höfe, die von größeren Bauern bewirtschaftet wurden, stets ein Garten von ca 1000-2000 m² zur Verfügung stand, dazu ein Pflanzstück mit einer Streuobstwiese. Zusätzlich noch ein Stall für 1-2 Ziegen, 1-2 Schweinen und ein paar Hühnern, dazu noch ein Hasenstall. Das hat früher schon ausgereicht, um eine Familie durchzubringen.

Bei den Amish habe ich auf den Höfen ähnliches gesehen, stets ist hinter dem Haus ein sehr gepflegter Garten mit Tomaten die für den Winter in Gläsern eingekocht werden, dazu sweet corn, Salat, Karotten, Kartoffeln, etc. Oft auch sehr gepflege Blumen und ein picobello geschnittener Rasen (mit Handmäher!). Die Amische in Lancaster County erlauben auch Stihl Kantenschneider und für die Feldarbeit diese Stihl Motorsensen mit Nylonfaden und mit Drehschwert.

Zum Kontakt: das ist gar kein Problem, die Gemeinden sind extrem offen und kommunikativ, und wenn man zum Beispiel alternativ auch zu den Mennonite Community Centers geht, findet man Dutzende Leute, die schon in verschiedenen Dörfern in Deutschland 1-2 Jahre verbracht haben, einwandfreies Deutsch sprechen und zT sogar Leute aus der Nachbarschaft kennen.

Die Regeln sind übrigens in der "Ordnung" festgelegt. Darüber gibt es immer wieder Diskussionen, und dann spalten sich strengere Gemeinden (zB die Swartzentruber Amish) ab, die etwas "fundamentalistischer" sind.

Gruß DT

antworten
 

Die Städte sind das Grundproblem

Morpheus @, Mittwoch, 29.08.2012, 15:46 (vor 4959 Tagen) @ azur

hallo azur,

die Zentralisierung der Menschheit in den Städten und die damit verbundenen (Fehl-)Investitionen erzeugen das G.O.

Bei uns leben viel zu viele Menschen in den Städten. Dort wurde Infrastruktur aufgebaut, die ohne Strom und die gesamte hochgezüchtete Ordnung (Zu- und Abfuhr) völlig wertlos ist. Abgebaut wurde im Gegenzug eine funktionierende Infrastruktur (und das Wissen) auf dem Land (was die Amish noch haben). In China ist diese katastrophale Entwicklung gerade besonders deutlich. Das Wachstum der Städte erzeugt einen gesellschaftlichen Wachstumsschub, der aber (wie bei uns im Westen sichtbar) nicht dauerhaft ist. Nach dem großen Strohfeuer kann man sich eine Zeit lang auf dem Niveau halten, dann wird es (irgendwann in naher Zukunft) rasant abwärts gehen.

Wenn die Amish heute aus der Stadt flüchten müssten, könnten Sie auch nicht den nächsten Winter auf dem Land überstehen. Hier liegt das große Problem, das so schwer zu erkennen ist. Es fehlte mir auch lange schlicht an der notwendigen Vorstellungskraft.

Die Städte sind die größte aller Blasen. Wenn diese Blase platzt, ist das Spiel vorbei. Ich hoffe es reicht für mich noch, um auf's Land zu kommen und ein paar Erfahrungen zu sammeln.

Vielleicht sollte man die Amish wirklich mal besuchen, nur scheue ich einen Aufenthalt in den VSA. Vielleicht sollte ich Kanada ansteuern.

Beste Grüße Morpheus

--
Es läuft der größte Verhaltensversuch der Menschheit und Du bist dabei!
--------------------------------------
warum unser System nicht funktionieren kann

antworten
 

Wer kühlt die Atomkraftwerke, DT?

Zarathustra, Mittwoch, 29.08.2012, 14:01 (vor 4959 Tagen) @ DT


Um es gleich vorweg zu sagen: seit dieser Erfahrung sieht meine
Einstellung zu den Auswirkungen eines möglichen GO viel gelassener aus.
Vor allem meine Sorge, was bei Ausfall des Kühlschranks passieren würde,
ist relativiert worden.

Und bei Ausfall der Kühlbecken in den AKWs, samt Ausfall der AKWs selber?
G.O. heisst nicht nur G.O. für den Kühlschrank, sondern eben G.O., und solange die AKWs nicht hochgehen, sind auch die Kühlschränke in Betrieb.

Ansonsten danke für die stets interessanten Berichte.

Zara

antworten
 

Hallo Zara (mT)

DT @, Mittwoch, 29.08.2012, 19:34 (vor 4959 Tagen) @ Zarathustra

die Amish erlauben Dieselpower und Batterien. Genau das ist auch bei den Atomkraftwerken vorgesehen (ich betone VORGESEHEN).

Solange also ordentliche Batterien und ordentliche Deutz oder Perkins Diesel dort stehen (am besten 4 fach) passiert nix.

Mir geht es um das Überleben in der Woche nach einem Zusammenbruch des Stromnetzes. 1 Woche ist immer mal drin, siehe Italien oder auch das Emsland vor ein paar Jahren, nach 2 Tagen ist der Kühlschrank verrottet und bei den meisten Städtern auch der Kühlschrank leer und mangels Keller und Vorratshaltung Schicht im Schacht. Dann werden die Kulturbereicherer bandenmäßig mit dem Marodieren anfangen.

Dann überlebt man das ganze auf dem Dorf wesentlich besser. Das laufende Atomkraftwerk und die Stabilität des Netzes sind zwei paar Schuhe. Siehe oben. Da ist kein Atomkraftwerk weggewesen. Über- oder Unterfrequenz reichen schon.

DT

PS:
http://www.germangenerator.com/stromerzeuger_deutz/deutz_d_150_m.html
http://www.germangenerator.com/stromerzeuger_perkins/perkins_p_1500_s.html

antworten
 

Der moderne Mensch hält das schon im Kopf nicht aus

Ankawor @, Pirmasens, Mittwoch, 29.08.2012, 21:08 (vor 4959 Tagen) @ DT

Ganz ohne Ironie


Mir geht es um das Überleben in der Woche nach einem Zusammenbruch des
Stromnetzes. 1 Woche ist immer mal drin, siehe Italien oder auch das
Emsland vor ein paar Jahren, nach 2 Tagen ist der Kühlschrank verrottet
und bei den meisten Städtern auch der Kühlschrank leer und mangels Keller
und Vorratshaltung Schicht im Schacht.

Wir hatten das in einer Großstadt. 4 Tage ohne Strom, ohne Heizung, ohne Kochen, ohne Warmwasser, ohne Licht.

Der Unterschied zum gewohnten Leben mit Unterhaltung/Ablenkung durch Musik, TV, Rückzug in eigenes beleuchtetes Zimmer, im Haus sitzen ohne Frieren, ohne entspannendes warmes Bad, ohne gemeinsames Kochen usw. ist gewaltig. Viel größer als ich jemals gedacht hätte.

Zwei Tage ohne Strom weckt vielleicht Pfadfindergefühle. An jedem weiteren Tag wächst die Verzweiflung überproportional.

Ich sehe die Abhängigkeit vom Strom, auch meine, durchaus selbstkritisch. Aber das Leben ist ja so angenehm mit Strom.

antworten
 

Stromlos, kopflos und massenhaft nix wie los

Wayne Schlegel @, Mittwoch, 29.08.2012, 21:51 (vor 4959 Tagen) @ DT
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 29.08.2012, 22:27

Mir geht es um das Überleben in der Woche nach einem Zusammenbruch des
Stromnetzes. 1 Woche ist immer mal drin, siehe Italien oder auch das
Emsland vor ein paar Jahren, nach 2 Tagen ist der Kühlschrank verrottet

Von der Ernährung her ist 1 Woche ohne bzw. mit Minimalrationen für einen gesunden Erwachsenen kein Problem (anders natürlich bei Babys, Kleinkinder und Kranke). Ohne Wasser geht es nur 2-3 Tage - also Behältnisse auffüllen, solange noch Druck auf der Trinkwasserleitung ist. Und natürlich davon abgeben an die aus der Umgebung, die nicht so auf Zack waren. Denn es bringt nichts (Gutes), wenn Du gut gewässert bist, Deine Nachbarn (= Schicksals- und Leidensgenossen in Ermangelung von Stammesgenossen) aber nicht. Das Problem ist also nicht das eigene Durchstehen von 1 Woche ohne Strom und allem, was daran hängt (also allem), sondern das Problem ist, was machen die anderen in ihrer stromlosen Angst und Panik, wenn ein rasches Ende der Situation nicht (mehr) geglaubt wird:

und bei den meisten Städtern auch der Kühlschrank leer und mangels Keller
und Vorratshaltung Schicht im Schacht. Dann werden die Kulturbereicherer
bandenmäßig mit dem Marodieren anfangen.

Nicht nur Achmed, Oleg, Ben und Youssuf müssen für Ihre Familien und darbenden Kinder früher oder später auf Nahrungs(energie)suche, sondern genauso Willi, Oskar und DT. Denn alle Kulturen lieben ihre Kinder und werden diese nicht ohne weiteres verdursten, verhungern, im Seuchenfieber winseln lassen, oder gibt es jemand, der erwartet, dass die sog. Kulturbereicherer dies im Unterschied zu anderen (z.B. den gleichgeschalteten religions- und traditionslosen Konsumkulturlern?) gefälligst zu tun hätten?

Dann überlebt man das ganze auf dem Dorf wesentlich besser. Das laufende
Atomkraftwerk und die Stabilität des Netzes sind zwei paar Schuhe. Siehe
oben. Da ist kein Atomkraftwerk weggewesen. Über- oder Unterfrequenz
reichen schon.

Auf dem Dorf wäre es theoretisch besser, aber es gibt dank der Bevölkerungsdichte von 230 pro Quadratkilomter überhaupt kein Dorf, das nicht auf vier oder zwei Rädern oder in wenigen Tagesmärschen auch von Hungernden und Angeseuchten massenhaft erreichbar wäre. "Dorf" im Sinne einer Flucht- und Trutzburg mit einer Potenzierung der Überlebenswahrscheinlichkeit streicht der nicht naive, faktenbezogene GO-Planspieler aus seinem Vokabular, so er nicht auf dem Luft- oder Wasserweg (andere werden nicht mehr ohne abermalige Erhöhung der Lebensgefahr passierbar sein) weit abgelegene Regionen mit einer Bevölkerungsdichte von unter 2-5 erreichen zu können glaubt. Fakt ist, es gibt zuviele Menschen bzw. zuwenig Land, als dass ein GO auch mit gewissen Vorbereitungen in unseren Breiten hinreichend wahrscheinlich überstanden werden könnte.

antworten
 

Was heißt hier Dorf +@Zaunreiter

Mephistopheles @, Datschiburg, Donnerstag, 30.08.2012, 09:10 (vor 4959 Tagen) @ Wayne Schlegel

Von der Ernährung her ist 1 Woche ohne bzw. mit Minimalrationen für
einen gesunden Erwachsenen kein Problem (anders natürlich bei Babys,
Kleinkinder und Kranke). Ohne Wasser geht es nur 2-3 Tage - also
Behältnisse auffüllen, solange noch Druck auf der Trinkwasserleitung ist.

Hm, hmm. Nichts ist unmöööglich.
Vielleicht ist es sogar möööglich, dass ab einem bestimmten Nahrungs- und Wassermangel doch noch der Verstand anspringt und manche auf die Idee kommen, dass es jede Menge Quellen im Fußmarscheinzugsbereich gibt hierzulande, deren Wasser man ohne weiteres trinken kann. Und vielleicht finden einige sogar solche Quellen.

Fakt ist, es
gibt zuviele Menschen bzw. zuwenig Land, als dass ein GO auch mit gewissen
Vorbereitungen in unseren Breiten hinreichend wahrscheinlich überstanden
werden könnte.

Fakt ist, es gibt kein Dorf hierzulande, in der nicht die Menge an Lebensmittelherstellern, gemeinhin Bauern genannt, und Selbstversorgungsfähigen, sich in absoluter Minderheit befinden gegenüber denjenigen, die einer Versorgung bedürfen.
Und lange, lange bevor die Städter sich massenhaft auf den Weg aufs Land machen, haben bereits die lieben Dorfnachbarn und die gesamt bucklichte Verwandtschaft bei den wenigen Bauern angeklopft.

Welche der Lebensmittelbevorrater natürlich gerne aufnimmt, alleine deswegen, weil er klaren Blickes sieht, dass jedes Maul, welches gestopft wird, gleichzeitig 2 Hände mitbringt, um die noch voirhandenen Restbestände an Lebensmitteln zu verteidigen.

Es ist also dafür gesorgt, dass jede Menge Sprengstoff vorhanden ist. Der Zünder wird nichtr fehlen.

Gruß Mephistopheles

--
„Wenn sich die Welt selbst zerstört, dann fängt es so an: Die Menschen werden zuerst treulos gegen die Heimat, treulos gegen die Vorfahren, treulos gegen das Vaterland. Sie werden dann treulos gegen die guten Sitten, gegen den Nächsten, gegen Frauen

antworten
 

Wasser und Dörfer, Prepper und Liquidatoren

Wayne Schlegel @, Donnerstag, 30.08.2012, 10:33 (vor 4959 Tagen) @ Mephistopheles
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 30.08.2012, 10:57

Servus,

Vielleicht ist es sogar möööglich, dass ab einem bestimmten Nahrungs-
und Wassermangel doch noch der Verstand anspringt und manche auf die Idee
kommen, dass es jede Menge Quellen im Fußmarscheinzugsbereich gibt
hierzulande, deren Wasser man ohne weiteres trinken kann. Und vielleicht
finden einige sogar solche Quellen.

Schon, schon. Wasser als solches ist in diesem niederschlagsreichen Land erst dann ein umfassenderes Problem, wenn die einwandfreien Chargen und Pumpspeicherwerksinhalte verbraucht bzw. in dem Stromlos-Szenario nicht erreichbar sind/nicht nachgeliefert werden können und auffangbares (unbelastetes) Regenwasser ausbleiben sollte. Wie lange dann Oberflächenwasser und Brunnen(Quell)wasser als unverseucht trinkbar bleiben, wenn die Fäkalienentsorgung (wir befinden uns ja gedanklich im Stromlos-GO) nicht mehr diskret über Toilettenspülung und Klärwerk geht, ist die Frage. Und wenn es erst in unserem Planspiel im fortgeschrittenen GO-Stadium an gewalt-, hunger-, seuchengetriggertes massenhaftes Sterben und u.U. bestattungsloses Verwesen geht, dann wird auch das Grundwasser betroffen sein.

Die Prepper-, Bevorrater- und Survivalszene scheint mir auf einem Auge blind zu sein. Die Bedrohung für diese kommt mit geringerer Wahrscheinlichkeit als GO-Primärereignis, aber genauso sicher als Sekundäreffekt via Seuchen.

Ausgeklammert sei hier bei obiger Stromlos-GO-Planspiel-Betrachtungen das AKW-Kühlungs-und Sicherungs-Thema wie auch, dass im Falle des sicheren Falles keine Liquidatoren, Betonsarkophage und Notfall-/Schmerzmedizin zur Verfügung stehen dürften bzw. eine organisiert vorgehende Macht im GO vorhanden sein müßte, die mittels Androhung und musterhaftem Vollzug per Standgericht zum Liquidatoreneinsatz zur allgemeinen Schadensbegrenzung zwingt. Im GO-Anarchie-Planspiel kann ich mir eine solche Macht nicht vorstellen.

Fakt ist, es gibt kein Dorf hierzulande, in der nicht die Menge an
Lebensmittelherstellern, gemeinhin Bauern genannt, und
Selbstversorgungsfähigen, sich in absoluter Minderheit befinden gegenüber
denjenigen, die einer Versorgung bedürfen.
Und lange, lange bevor die Städter sich massenhaft auf den Weg aufs Land
machen, haben bereits die lieben Dorfnachbarn und die gesamt bucklichte
Verwandtschaft bei den wenigen Bauern angeklopft.

Genau so.

Welche der Lebensmittelbevorrater natürlich gerne aufnimmt, alleine
deswegen, weil er klaren Blickes sieht, dass jedes Maul, welches gestopft
wird, gleichzeitig 2 Hände mitbringt, um die noch voirhandenen
Restbestände an Lebensmitteln zu verteidigen.

Ja.

Es ist also dafür gesorgt, dass jede Menge Sprengstoff vorhanden ist. Der
Zünder wird nichtr fehlen.

So schaut es aus.

antworten
 

Im Falle eines GO...

Zaunreiter @, Freitag, 31.08.2012, 14:55 (vor 4957 Tagen) @ Mephistopheles

Lebensmittelherstellern > Selbstversorgungsfähigen> Lebensmittelbevorrater

Im Falle eines Game Over und/oder einer Hungersnot, bei dem die Menschen sich womöglich zu Schlägertrupps gruppieren und über das Land ziehen, werde ich bestimmt nicht in einem festen Haus wohnen. Noch werde ich Lebensmittel im Garten erzeugen, noch werde ich uns von gehorteten Lebensmitteln ernähren.

Das ist eher was für die Zeit danach, wenn es wieder sehr still geworden ist.

Viele Grüße
Bernhard

antworten
 

Hierzu eine Buchempfehlung

zip @, Mittwoch, 29.08.2012, 20:20 (vor 4959 Tagen) @ Zarathustra
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 29.08.2012, 20:32

G.O. heisst nicht nur G.O. für den Kühlschrank, sondern eben G.O., und solange die AKWs nicht hochgehen, sind auch die Kühlschränke in Betrieb.

Hallo Zara,
wahrscheinlich dir schon bekannt – seit dem Lesen dieses Buches erscheinen mir deine mehrfach genannten „Leichenberge“ realistischer – um nicht zu sagen eine zwingende Folge.

http://www.amazon.de/BLACKOUT-Morgen-ist-spät-Roman/dp/3764504455

Ich möchte das Nachwort einmal (teilweise) für das Forum abtippen:

Blackout ist Fiktion. Doch während meiner Arbeit an dem Manuskript wurde meine Fantasie mehrmals von der Realität eingeholt. So sah mein erster Entwurf 2009 eine Manipulation der SCADA-Systeme von Kraftwerken vor. Zu diesem Zeitpunkt hielten selbst Fachkreise diese Möglichkeit für kaum umsetzbar oder gänzlich abwegig – bis 2010 Stuxnet entdeckt wurde. Ähnlich war es mit der Gefahr, die von den Notkühlsystemen der Kernkraftwerke ausgeht – bis zur Katastrophe in Fukushima.

Ich hoffe, dass sich die Realität beim Einholen meiner Fiktion mit diesen zwei Ereignissen zufriedengibt.

Bei den Recherchen für dieses Buch bediente ich mich vielerlei Quellen. Ich sprach mit Experten, etwa aus der Energie- und der IT-Branche sowie aus dem Katastrophenschutz. Im Allgemeinen lassen sich solche Fachleute gern erwähnen. Nicht so in diesem Fall. Sie gaben zwar alle bereitwillig Auskunft, namentlich genannt werden will aber niemand. Kein Wunder, bei den Informationen, die sie mir teils anvertrauten.
.....

Bestätigt wurden meine Recherchen kurz vor Fertigstellung des Manuskripts im Mai 2010 durch den Bericht des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung (18. Ausschuss) gemäß Â§ 56a der Geschäftsordnung zum Technikfolgenabschätzungs-Projekt: "Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften – am Beispiel eines großräumigen und lang andauernden Ausfalls der Stromversorgung". Ergebnisse dieser Studie habe ich in das Buch aufgenommen. Der Bericht ist auf der Homepage des Bundesministeriums des Inneren der Bundesrepublik Deutschland abrufbar. Die Autoren des Berichts haben die Ergebnisse auch unter dem Titel "Was bei einem Blackout geschieht: Folgen eines lang andauernden und großflächigen Stromausfalls" bei Edition Sigma veröffentlicht.

Anregungen für die Krankenhausszenen gab der pulitzerpreisgekrönte Artikel Sheri Finks vom 25. August 2009 in der New York Times über die dramatischen Tage im Memorial Medical Center von New Orleans nach dem Wirbelsturm Kathrina 2005.

Eine Szene zum Netzwiederaufbau beruht auf einem Artikel von Fred Prillwitz und Manfred Krüger vom Institut für Elektrische Energietechnik der Universität Rostock.

Aber auch Erinnerungen meiner Großeltern und Eltern – damals noch Kinder – aus der Hungerzeit nach dem Zweiten Weltkrieg flossen in die Geschichte ein.

Das beschriebene Szenario ist eines von vielen möglichen. Tatsächlich kann niemand voraussagen, was in so einem Fall genau passieren würde. Da ich keine Anleitung zu einem Terroranschlag geben möchte, habe ich heikle technische Details weggelassen oder geändert. Manche Gegebenheiten habe ich zugunsten der Dramaturgie und Lesbarkeit vereinfacht dargestellt, zum Beispiel Leitstellen von Netzen in die Unternehmenszentralen verlegt, Telefon- und Internetverbindungen länger aufrechterhalten, als es wahrscheinlich ist, oder diverse technische Details. Mögliche Unstimmigkeiten oder Ungenauigkeiten gehen entweder darauf zurück – oder darauf, dass mir doch Fehler unterlaufen sind, für die ich um Verzeihung bitte.

Die Hervorhebungen erfolgten durch mich.

Edit: die hier zitierten Passagen sind öffentlich einsehbar, wenn man bei Amazon die Vorschau des Buches anklickt. Sollte dies dennoch bedenklich sein, bitte löschen, Chef. [[zwinker]]

Ein in jeder Hinsicht lesenswertes Buch, das die Augen öffnet und den Sinn schärft, meint der

--
.zip

antworten
 

"Blackout" – Kommentar dazu

Elli ⌂ @, Mittwoch, 29.08.2012, 20:38 (vor 4959 Tagen) @ zip

Meine Tochter hat das Buch kürzlich auch gelesen und hat mir danach folgendes geschrieben:

"…… und es echt gut ist im Ansatz.... Von 800 Seiten sind die ersten 700 super, aber dann ist es nicht konsequent und der Strom kommt zurück. Klar, Lebensmittelketten abgebrochen, Ökonomie, etc., aber back to normal. Da wäre der Ansatz zur Veränderung gewesen. Es sind nicht genug gestorben, wenn man das so sagen darf, und die Menschen haben nichts verstanden und wollen ihr altes, beklopptes, sinnentfremdetes Leben zurück. Da hat mir das Ende von 'dark net' besser gefallen, da es da um nachhaltige Lebensmittel-Landwirtschaft und Energieerzeugung geht und Gemeinschaft, etc.

Aber sonst ein echt super Buch!"

antworten
 

Klar - ohne Happy End wäre das Buch unverkäuflich (oT)

zip @, Mittwoch, 29.08.2012, 20:42 (vor 4959 Tagen) @ Elli

- kein Text -

--
.zip

antworten
 

Wer die Atomkraftwerke kühlt? - guckst du:

Mephistopheles @, Datschiburg, Mittwoch, 29.08.2012, 20:48 (vor 4959 Tagen) @ Zarathustra
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 29.08.2012, 20:53

Und bei Ausfall der Kühlbecken in den AKWs, samt Ausfall der AKWs
selber?
G.O. heisst nicht nur G.O. für den Kühlschrank, sondern eben G.O., und
solange die AKWs nicht hochgehen, sind auch die Kühlschränke in Betrieb.

schätzt die Gesamtzahl der bisher gestorbenen Liquidatoren auf 50.000
Nur werden es diesesmal keine jungen Liquidatoren sein, die die Atomkraftwerke kühlen, sondern die westlichen Gesellschaften werden ihr demographisches Rentnerproblem damit lösen.

Aber beim echten G.O. wird die keiner zählen, ja, nicht einmal mehr schätzen.

Ansonsten danke für die stets interessanten Berichte.

Ich danke auch für die interessanten Berichte.
Die Chancen - der Amish - stehen wohl relativ gut.


Zara

Gruß Mephistopheles

--
„Wenn sich die Welt selbst zerstört, dann fängt es so an: Die Menschen werden zuerst treulos gegen die Heimat, treulos gegen die Vorfahren, treulos gegen das Vaterland. Sie werden dann treulos gegen die guten Sitten, gegen den Nächsten, gegen Frauen

antworten
 

Harrisburg ist von Lancaster, PA, genau 40 Meilen weit entfernt. (mT)

DT @, Mittwoch, 29.08.2012, 22:38 (vor 4959 Tagen) @ Mephistopheles

Die junge Dame in dem Film eben ist ja an Leukämie erkrankt - meiner Vermutung nach könnte es drei Gründe geben: Fallout durch Harrisburg, der immer noch in der Umgebung liegt, schließlich hat sich das Mädchen hauptsächlich durch die Produkte ihrer Umgebung ernährt, oder schwermetallhaltige Farbe, oder durch die generationenlange Inzucht (es sind nur 130 Familien, auf die die ca 50000 Amishe in Lancaster County zurück gehen, aber Heiraten von Cousins der 2. Generation ist verboten) ist das Immunsystem angeschlagen.

Viele heißen Stolzfuß, ein weiterer Aspekt, praktisch jeder ist mit jedem verwandt, und es wird innerhalb der County geheiratet. In letzter Zeit sind Busreisen zwecks "crossbreading" populär, damit auch die Amishen in Ontario, Canada und Ohio etwas mit denen in Pennsylvania vermischt werden und der Genpool aufgefrischt wird.

Noch zur Frage der Technik: durchaus werden moderne Hilfsmittel benutzt, auch können sich die Bauern nicht unbedingt das Label "organic" anheften. "Mein" Betrieb zum Beispiel - dort sagte mir der Chef, daß er eben 2x mehr Erträge bekommen würde, weil er Kunstdünger einsetzt, aber dafür auch den halben Preis. Für seine Milch der 30 Milchkühe bekommt er 16 USD für 100 lbs, das ist etwa 30c der Liter (die Gallone Vollmilch kostet im Amisupermarkt ca 2-2.5 USD). Für seinen Mais ca 10 USD pro Bushel (ca 25 kg). Außerdem baut er noch Alfalfa=Luzerne an.

DT

antworten
 

Bronzezeit

Yellowman, Mittwoch, 29.08.2012, 15:15 (vor 4959 Tagen) @ DT

Hallo DT!

Es tut gut, daß sich jemand mit dem Thema befasst, angesichts Tatsachen wie:
Wer auf steigende Agrarpreise wettet, profitiert mit barer Münze vom wachsenden Hunger in der Welt. (Passt zu Deinem Foto ganz gut)

Man muß sich vergegenwärtigen, daß die Menschheit erst seit 100 Jahren
Kühlung hat, die Jahrtausende davor ging es mit verschiedenen Tricks.
Tönerne Gefäße, ein Keller, der ganzjährig 8-11 Grad hat, und
entsprechende Regeln für verderbliche Güter (kein Schweinefleisch usw)
lösen die größten Probleme.

Stimmt, ich habe die Memoiren meiner Grossmutter "privat" verfilmt (Sie 1898 geboren, wurde 103,5 Jahre alt und war bis zuletzt geistig voll da)
Das heisst nicht nur kein Strom in ihrer Jugend, sondern auch 2 Weltkriege und alles an Crasherfahrung durchgemacht, was es so gab.
Ich wurde bei Erzählungen wie: Wäsche waschen ohne Waschmaschine und Lauge aus Holzkohlenasche machen immer sehr nachdenklich. Mittlerweile lebe ich in Shanghai und wasche meine Wäsche mit der Hand, obwohl auch eine Maschine da steht.

Ansonsten war es wirklich hoch interessant, auf einer Farm mit dabei zu
sein und hautnah zu erleben, wie das Leben vor etwa 100 Jahren abgelaufen
ist. Ganz wichtig: die Amischen leben nicht wirklich wie vor 300 Jahren,
sondern nutzen durchaus moderne Technologie. Es geht nur darum, daß
gemeinsame Arbeit dem Zusammenhalt der Community dient und daß
individualistische Bestrebungen als negativ erkannt wurden. So sind zB
Fahrräder und Autos verboten, ebenfalls Gummireifen auf Traktoren, weil
man damit auf Reisen gehen konnte. Die Gruppe, bei denen ich war in
Lancaster County, PA, hat zB nur Tretroller erlaubt bzw. zu Fuß gehen oder
die Benutzung von Bussen.

Ich möchte hier sehr bewusst diesen bestmöglichen Kompromiss hinterfragen:

Würden Amisch HEUTZUTAGE ohne Busse, Kerosin, Diesel, Maschinen aus Stahl, also ohne all die vielen Dinge die sie ja nicht selbst produzieren können verhungern oder würde es trotzdem funktionieren. Denn die alten Traktore und die paar Liter Diesel will im Extremfall ja jeder haben.

Das ist nicht zynisch sondern nur praktisch gefragt.


Yellowman

antworten
 

Hier noch Infos zu den Maschinen und Reparaturen usw. (mT)

DT @, Mittwoch, 29.08.2012, 19:43 (vor 4959 Tagen) @ Yellowman

Die Amische sind extrem tüchig wenn es darum geht, Maschinen zu reparieren und zu recyceln. Zum Beispiel werden bestimmte Kohleherde nicht mehr gebaut, aber einige Familien machen genau das. Dann gibt es die ganzen Handwerksbetriebe, die sich auf Amisch-spezifische Produkte eingestellt haben wie zum Beispiel Ballenpressen für Heu so zu modifizieren, daß sie den Regeln gehorchen. Die Ballenpressen dürfen ja nicht mit dem Traktor gezogen werden, sondern von Pferden, brauchen aber einen Antrieb, der normalerweise von der Zapfwelle erledigt wird.

Das ganze soll verhindern, daß die Amish-Bauern zu "normalen" durchautomatisierten Bauern werden, bei denen auch 1000 ha heute trotz Mechanisierung nicht ausreichen, um eine Familie gut zu ernähren. Die Effekte sieht man zB in Iowa oder Wisconsin. Der ist dann total von Krediten, den Bankstern und Monsanto etc. abhängig, was die Amish als Teufelszeug ablehnen. Zurecht meiner Meinung nach.

Man muß sich bewußt sein, daß es stets 4-6 Kinder pro Familie gibt, und nur der Älteste kann den Hof übernehmen, sonst würden die Betriebe unter die kritische 100 acres Schwelle fallen. Die restlichen werden Handwerker, Schreiner, Schlosser, etc.

DT

antworten
 

Wow! Wie geht das? Bitte um Hinweise! (ernst gemeint)

Kirov @, Donnerstag, 30.08.2012, 01:44 (vor 4959 Tagen) @ Yellowman

Mittlerweile lebe ich in Shanghai und wasche meine Wäsche mit der Hand,
obwohl auch eine Maschine da steht.

Bitte flehentlichst um ein paar Zeilen zum LowTech Wäschewaschen. Meine bisherigen Versuche, Ergoogeltes in die Praxis umzusetzen, endeten allesamt im Desaster.

Was verwendest Du, und wieviel wovon? Wie schafft man es, den Zeitaufwand halbwegs erträglich zu gestalten?

Hoffend & Neugierig
Kirov

antworten
 

Waschmaschine mit Handbetrieb: Wonderwash, Videolink

Ankawor @, Pirmasens, Donnerstag, 30.08.2012, 10:05 (vor 4959 Tagen) @ Kirov

Bitte flehentlichst um ein paar Zeilen zum LowTech Wäschewaschen. Meine
bisherigen Versuche, Ergoogeltes in die Praxis umzusetzen, endeten allesamt
im Desaster.

Was verwendest Du, und wieviel wovon? Wie schafft man es, den Zeitaufwand
halbwegs erträglich zu gestalten?

Gibts zu kaufen: Wonderwash-Test im TV

antworten
 

Wonderwash

Yellowman, Freitag, 31.08.2012, 10:16 (vor 4958 Tagen) @ Kirov

Sorry wegen später Antwort.
Wonderwash habe ich immer im Urlaub im Wohnmobil verwendet und es funktioniert.
Arbeit ist es trotzdem und ich bin mit der Hand genau so schnell wie das Teil.
Das Kurbeln ist recht anstrengend, hatte mir einen Solarantrieb überlegt aber dann wasche ich doch wieder lieber mit der Hand. Mittlerweile brauch ich weder Wohnmobil noch Wonderwash :)

Grundsätzlich kann es keine zeitsparende Methode geben um Wäsche mit der Hand genau so sauber zu bekommen wie in ein oder 2 Stunden Waschmaschine mit xxx Kw. Irgendwie ja logisch, oder?

Socken, Shirts, Hosen oder Unterwäsche kann man doch einfach mit der Hand in ein paar Minuten sauber bekommen. Mit Waschmittel in warmen Wasser 1/2 Stunde ziehen lassen und dann zwei mal mit frischem Wasser ordentlich durchdrücken, bis das Wasser sauber bleibt, fertig. Wer höhere Ansprüche wegen Armani Anzug hat, der leiste sich halt dann auch eine Haushaltshilfe, die den Anzug in die Putzerei bringt. Alles eine Frage des Anspruches, nicht des Aufwands.

Ich hab mal eine Dame (von Beruf Richterin) jammern gehört, daß das Schneeräumen vor ihrer Doppelgarage im Winter so mühsam ist und sie hat deswegen eine Gehsteigheizung einbauen lassen ... das etwa meine ich damit.

antworten
 

Waschnuss

Yellowman, Freitag, 31.08.2012, 11:47 (vor 4958 Tagen) @ Kirov

Das hatte ich noch vergessen:

Waschnuss, hab ich auch probiert. Funktioniert bis zu einem bestimmten Verschmutzungsgrad. Ausprobieren und selbst entdecken ...

http://de.wikipedia.org/wiki/Waschnussbaum

antworten
 

Danke! Sehr schöner Bericht! (OWT)

octavian @, Mittwoch, 29.08.2012, 17:33 (vor 4959 Tagen) @ DT

[[top]]

antworten
 

Frage: Was ist an "moderner Medizin" erlaubt?

Gaby @, Mittwoch, 29.08.2012, 20:38 (vor 4959 Tagen) @ DT

Hi DT,

vielen Dank, sehr interessant. Hast Du Informationen darüber, welche medizinische Versorgung die Amischen zulassen/wählen? Operationen? Medikamente?

Danke Dir!

Viele Grüße

Gaby

--
"Das Dumme an Internetzitaten ist, dass man nie weiß, ob sie auch stimmen." Leonardo da Vinci

antworten
 

Medizin und Sprache (mT)

DT @, Mittwoch, 29.08.2012, 23:32 (vor 4959 Tagen) @ Gaby

Bzgl. Medizin: von den 4 Kindern "meiner" Familie sind 3 zuhause auf die Welt gekommen. Beim vierten gab es "einische Trouble" (Originalzitat), daher im Krankenhaus. Ansonsten sind sie der modernen Medizin nicht abgeneigt, denn das ist nicht unbedingt etwas, was die Gemeinschaft zerstört. Es gibt allerdings keine Versicherungen (keine offiziellen, nur etwas unter den Pennsylvania Deitschen selber).

Ich bin die ganze Zeit über sehr sehr zurückhaltend und vorsichtig gewesen, habe zB die Familie niemals fotografiert, nur den Stall und die Feldarbeit von weitem, das ist ganz wichtig.

Hier noch zwei Beispiele vom Pennsylvania Deitsch:

Das erste ist komplett auf Deutsch erhalten, das zweite ist schon assimiliert:
(aus Wikipedia, meine eigenen Hör-Beispiele würden sich hauptsächlich auf Stallarbeit, Maishächsler, Ballenpressen und die verschiedenen Pflanzen beziehen).

Unsah Faddah im Himmel,
dei Nohma loss heilich sei,
Dei Reich loss kumma.
Dei Villa loss gedu sei,
uf di Eaht vi im Himmel.
Unsah tayklich Broht gebb uns heit,
Un fagebb unsah Shulda,
vi miah dee fagevva vo uns shuldich sinn.
Un fiah uns naett in di Fasuchung,
avvah hald uns fu'm Eevila.
Fa dei is es Reich, di Graft
un di Hallichkeit in Ayvichkeit.
Amen.

Der Pennsylvania Dutchman is net yusht intend
for laecherlich un popular lehsa shtuff for olly
de unser Pennsylvanish Deitsh - de mixture fun
Deitsh un Aenglish - fershtehn, awer aw for usefully
un profitlichy instruction for olly de druf ous sin
bekannt tsu waerra mit der shproch, un aw mit em
geisht, character un hondlunga fun unserm fleisicha,
ehrlicha und taahlreicha folk in all de Middle un Westlicha Shtaata.
(schon von 1873)

antworten
 

Mitreissender Bericht, werter DT – recht herzlichen Dank dafür!

zip @, Mittwoch, 29.08.2012, 20:43 (vor 4959 Tagen) @ DT

Nur eine kleine Frage: Kann man da einfach so hin oder sollte man besser vorher Kontakt aufnehmen – und wenn ja, mit wem?

Der Schilderung nach ist das Betrachten deren Leben und der Umstände gesichert nicht das Fundamentalprogramm der Amish. Ich stelle mir deshalb vor, dass man vor der Anreise bestimmte dem Anstand geschuldete Verhaltensweisen an den Tag legt – dazu gehört wohl die Ankündigung des Besuchs und das Warten auf eine entsprechende Einladung.

Per Brief, per Bote?

Danke für Hinweise und mehr Details, DT.

--
.zip

antworten
 

Amish "satt" gerade auf 3sat bis 22.00 Uhr

Hasso, Mittwoch, 29.08.2012, 20:52 (vor 4959 Tagen) @ DT
bearbeitet von Hasso, Mittwoch, 29.08.2012, 20:55

Klar, die Amish sind bestens aufgestellt nach dem G.O.

Aber den Heiden-Spaß vor dem G.O. kriegen die nicht mit...
Amen
Hasso

antworten
 

Amish: 300 Jahre*) Entbehrung zelebrieren?

Apostroph @, Down Town (Switzerland), Mittwoch, 29.08.2012, 22:24 (vor 4959 Tagen) @ Hasso

Der Rest der Welt will konsumieren.

Die Sache mit dem Diktat des 'Diakon' würde mir allerdings gewaltig auf den Wecker gehen. Ich denke für den Besucher aus der 'andern Welt' mag vieles
romantisch daherkommen. Wenn man das Amish Life nicht in den Genen*) mitbekommen hat, müsste jede Annäherung eines Aussenstehenden kläglich scheitern.


Mal abwarten was die Mormonen uns ab November Gutes vermitteln werden?


Gute Nacht! [[freude]]

--
"Wir können nicht alle Helden sein, weil ja irgendeiner am Bordstein stehen und klatschen muss, wenn sie vorüber schreiten."

W. Adair

antworten
 

Apropos romantisch. (mkT)

DT @, Mittwoch, 29.08.2012, 23:20 (vor 4959 Tagen) @ Apostroph

Von "romantisch" habe ich nichts erwähnt.

Das ganze war extrem harte Arbeit, die mir jedoch seit Kindheitstagen nicht fremd ist, da ich selber eine Kindheit verbracht habe, die nicht viel anders als die der gezeigten Kinder war.

DT

PS: die Amischen in Pennsylvania haben die niedrigste Allergierate der Welt. Etwa halb so hoch wie die ihrer Glaubensbrüder in der Schweiz, die wiederum weitaus niedriger als die Rate der Schweiz ist, die ansonsten die niedrigste in der Welt ist. Man glaubt, daß es mit dem frühen Kontakt der Kinder mit den Tieren auf dem Bauernhof, dem Stall etc. kommt. Die Kinder laufen wie gesagt großteils barfuß umher, selbst wenn sie mit dem Roller fahren, laufen sie barfuß. Ein Nachbarmädchen im Alter 20, das Quilts hergestellt hat, ist ebenfalls barfuß gelaufen und war noch nie in Philadelphia, obwohl das nur ca 1h mit dem Auto entfernt ist. Die Quilts sind wunderschön, sehr begehrt und von sehr hoher Qualität und kosten für ein Doppelbett in der Gegend von 300-600 USD. Allerdings brauchen Oma und Enkelin auch ca 3 Wochen für einen Quilt auf der fußbetriebenen Singer-Nähmaschine.

PPS: Der Ort New Holland liegt mittendrin, dort wurden von einem A. Zimmermann 1893 gegründet seitdem sehr hochwertige Landmaschinen hergestellt. Auch jetzt konnte man beim Vorbeifahren Hunderte von Großballenpressen sehen, die natürlich nicht für die Amischen bestimmt sind. Viele der tüchtigen Handwerker arbeiten jedoch dort. Besonders auch die Jungs, die von Kleinauf harte Arbeit gewohnt sind, dürfen während der Zeit des "Rumspringa" zwischen 14 und 19 dort arbeiten und auch Geld verdienen und ein Auto besitzen und fahren.

antworten
 

Was ich nacholen muss: Vielen Dank @DT für diesen persönlichen Bericht

Apostroph @, Down Town (Switzerland), Donnerstag, 30.08.2012, 09:28 (vor 4959 Tagen) @ DT

vom Besuch bei den Amish Poeple in Pennsylvania!

Und freundlichen Grüsse.

Apostroph

--
"Wir können nicht alle Helden sein, weil ja irgendeiner am Bordstein stehen und klatschen muss, wenn sie vorüber schreiten."

W. Adair

antworten
 

Der Strom ist doch nicht das Problem sondern der Strom

Silke, Donnerstag, 30.08.2012, 00:25 (vor 4959 Tagen) @ DT

Hallo DT,
danke für die umfänglichen Infos -interessant allemal aber etwas fehlt...
Wie zum Geier schaffen die das, die Mafia draussen zu lassen wenn sie es schaffen? Oder schaffen sie es auch nicht?
Wer muß welche Grundsteuern an wen abtreten.
Welcher Tribut wird von wem abgefordert.
Wer finanziert womit vor. Auch Huftiere wollen erst fressen bevor sie arbeiten.
Wer ist Eigentümer, wer Besitzer?
Wer wehrt ab wenn die Banditos kommen um beim ernten mitzuhelfen?
Wer versorgt die heiligen und führenden Männchen womit?
außerdem klingt:

das Baby im Krankenhaus wegen ein paar Komplikationen.
erlauben auch Stihl Kantenschneider und für die Feldarbeit diese Stihl Motorsensen mit Nylonfaden und mit Drehschwert.
Die Regeln sind übrigens in der "Ordnung" festgelegt. Darüber gibt es immer wieder Diskussionen, und dann spalten sich strengere Gemeinden (zB die Swartzentruber Amish) ab, die etwas "fundamentalistischer" sind.

ziemlich unscharf.
Womit wird da entschuldet? mit Kartoffeln, Eiern,Rinderhälften?
-Viele der amischen Neusiedlungen sind nicht unbedingt erfolgreich. In dem Buch „Amish Settlement that Failed“ sind an die hundert Siedlungen aufgelistet und beschrieben, die in den letzten Dekaden nicht erfolgreich waren. Dabei gibt es sogar amische Siedler, die mehrfach in neue Siedlungen zogen.-Wikidingsda
cave! 250 Tsd. Amish lösen auch nicht gerade das Problem der anderen 7 Mrd. Zivilisten.

Das Menschen sich in normalen Zeiten vom ihrer Arbeit Ertrag selbst ernähren können ist nichts besonders Neues. Das hat Millionen Jahre gut funktioniert.
Ich dachte, dass das sich stets dazwischenschiebende kälteste alle kalten Ungeheuer das Problem ist und nicht die Fähigkeit von Menschen, sich im Einklang mit der Natur in der Sippe soviel Nahrung zu beschaffen wie sie brauchen.
Also wie siehts aus bei ihnen mit der Verwalterung?
LG
Silke

PS.
"Die Regeln sind übrigens in der "Ordnung" (aha)festgelegt. Darüber gibt es immer wieder Diskussionen, und dann spalten sich strengere Gemeinden (zB die Swartzentruber Amish) ab, die etwas "fundamentalistischer" sind."

Erst spalten sie ab...dann spalten sie Köpfe ...oder?

antworten
 

Ich wollte einfach nur von Erfahrungen berichten. (mkT)

DT @, Donnerstag, 30.08.2012, 01:00 (vor 4959 Tagen) @ Silke

Bin nicht amisch oder mennonitisch oder fundamental christlich, bin kein Beantworter oder Verteidiger. Habe einfach nur ein paar persönliche Erfahrungen eingestellt und die Relevanz zu unserer GO Diskussion aufgezeigt.

Sicherlich gibt es eine sehr strenge Regel, aber nach dem Rumspringa zwischen 16 und 19 kann sich jeder frei entscheiden, ober er zurück kehrt und sich freiwillig den Regeln der Alten und des Gemeindevorstandes unterwerfen.

Hier ein mehr allgemeinerer Bericht:

http://www.youtube.com/watch?v=1dwGfEMnEMM&feature=related

DT

antworten
 

Ich bin dankbar für jede Erfahrung, die berichtet wird

Silke, Donnerstag, 30.08.2012, 01:38 (vor 4959 Tagen) @ DT

Lieber DT und wollte Dir überhaupt nichts unterstellen.

Bin nicht amisch oder mennonitisch oder fundamental christlich, bin kein
Beantworter oder Verteidiger. Habe einfach nur ein paar persönliche
Erfahrungen eingestellt und die Relevanz zu unserer GO Diskussion
aufgezeigt.

Sicherlich gibt es eine sehr strenge Regel, aber nach dem Rumspringa
zwischen 16 und 19 kann sich jeder frei entscheiden, ober er zurück kehrt
und sich freiwillig den Regeln der Alten und des Gemeindevorstandes
unterwerfen.

Hier ein mehr allgemeinerer Bericht:

http://www.youtube.com/watch?v=1dwGfEMnEMM&feature=related

DT

Entschuldige falls meine hochnotpeinliche Befragung mißverstanden wurde.
LG
Silke

antworten
 

Das absolut kurioseste was ich in dieser Woche gesehen habe: (mT)

DT @, Donnerstag, 30.08.2012, 01:23 (vor 4959 Tagen) @ DT

beim Supermarkt-Parkplatz in New Holland gab es eine eigene Überdachung für die Pferde. So etwas hatte ich zuletzt in Assuan oder Karnak in Ägypten gesehen. Dort war vorne eine Stange, wo die Pferdezügel angebunden werden konnten. Die Pferde standen trocken und im Schattten, die Buggys hinten standen im Freien, und hinter den Pferden war ein Spaltenboden, damit die Pferdeäpfel rein fielen. Platz war für ca 5 Gespanne nebeneinander. Das ganze etwas abseits seitlich vom Autoparkplatz, damit niemand anstieß und damit auch der damit verbundene Geruch (die ganze Landschaft riecht frisch nach Vieh!) nicht allzustark für die empfindlichen Aminasen war.

Leider war mein Kameraakku nach einer Woche alle, und kein Strom zum Aufladen, deswegen konnte ich das nicht dokumentieren.

Ich versuche das Teil noch raus auf google maps zu finden, vielleicht kann man diesen Pferde-Gespann-Parkplatz von oben sehen.

Was für mich überraschend war, daß einige Amishcouples dort einkaufen gehen. Ebenso sah ich eine junge Dame in einem Buggy, die in Gap ihr Pferd an der vor einem Subway Sandwich Geschäft installierten Stange anband und sich drinnen ein Sandwich geholt hat.

antworten
 

Walmart for Amish

stokk, Donnerstag, 30.08.2012, 08:59 (vor 4959 Tagen) @ DT

http://www.youtube.com/watch?v=yKYHjUvzWkc

Danke, dass Du uns die Welt zeigst!

Gruß,
stokk

antworten
 

So positiv sehe ich das Amish-Leben nicht: Inzucht, Isolation, Rückständigkeit

Prosciutto @, Schweiz, Donnerstag, 30.08.2012, 07:01 (vor 4959 Tagen) @ DT

Hallo DT

Du scheinst einen sehr positiven Eindruck zu haben von den Amishen. Klar klingt es schön und gut, in einer richtigen Dorfgemeinschaft zu leben. Jeder hilft jedem und alle sind füreinander da. So ein starker Zusammenhalt bedeutet sicher Geborgenheit und Rückhalt. Einsamkeit gibt es eher nicht. Der soziale Faktor gefällt mir ja schon, die Urvölker und Indianerstämme haben sicher auch so gelebt.

Aber den Amishen beitreten kann man ja nicht, oder? Wie gross sind solche Gemeinschaften? Kaum mehr als 100 Leute, oder? Und Fortpflanzung gibt es wohl nur untereinander, d.h. mal mit der Cousine oder so. So gesund kann das ja nicht sein, der Gen-Mix fehlt doch. Du schreibst zwar, dass die Allergierate zu den tiefsten auf der Welt gehört, aber so gesund find ich Inzest nicht. Ah ja, sehen die Amishen nicht irendwie alle gleich und für uns etwas "komisch" aus?

Das Leben im Einklang mit der Natur find ich ja schön. Bei den Amishen gibt es kaum einen Energieverbrauch, Abgase und Abfälle. Ich stehe der ganzen Industrialisierung und dem technischen Fortschritt, den wir (Menschheit) in den letzten 150 Jahren erlebt haben, sehr skeptisch gegenüber. Die Zeit ist bei den Amishen stehen geblieben. Find ich faszinierend. Sie haben sicher viele Eigenschaften und Fähigkeiten, die die meisten von uns verlernt haben. Bei denen kommt das Fleisch noch vom Tier und nicht aus dem Kühlschrank - denk ich mal. Das sind noch Jäger & Sammler. Auch in jeden von uns steckt noch ein Jäger, aber wir können das nicht mehr ausleben. Aber trotzdem: Keine oder wenige Kontakte zur Aussenwelt, nicht über das Weltgeschehen, Wirtschaft und Politik informiert zu sein - na ja! Ja gut, was bringt es denn, informiert zu sein... Ich wäre gerne manchmal etwas weniger informiert, d.h. könnte dann sorgloser leben...

Führt denn das autarke Leben nicht zu einer Isolation? Mal über den Tellerrand blicken? Wäre es für die Amishen nicht gut zu wissen, wie andere Leute ihr Leben leben? Mein ganzes Leben lang immer nur die gleichen 30, 50, 100 Leute um mich herum zu haben, die alle mehr oder weniger gleich sind (Aussehen, Denkweise, etc) fänd ich schrecklich langweilig.

Auf jeden Fall: Sehr interessanter Bericht, besten Dank DT!

Gruss
Prosciutto

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Reisetipp: Philadelphia - Reading Terminal Market

Leserzuschrift @, Donnerstag, 30.08.2012, 12:45 (vor 4959 Tagen) @ DT

Ich habe drei Jahre in Philadelphia gelebt und gearbeitet.
Während dieser Zeit war das Brot, das ich an den Ständen der Amish im Reading Terminal Market kaufte, essentiell für mich. Was für ein Gegensatz zu Toastbrot und Bagel etc.!

Der Reading Terminal Market befindet sich im Untergeschoss eines sillgelegten Kopfbahnhofs in der Innenstadt von Philadelphia östlich der City Hall (Rathaus).

Die deutsche Wikipedia hat einen Eintrag dazu:

http://de.wikipedia.org/wiki/Reading_Terminal

In dieser geschlossenen Markthalle befinden sich etliche Stände der Amish People:

Hier ein Link zur website des Markts mit einer Aufzählung der Stände der "Pennsylvania Dutch"

http://www.readingterminalmarket.org/merchants/category/pennsylvaniadutch

Kleine Randbemerkung: Vor ca. zwanzig Jahren (so lange ist mein Aufenthalt her) gab es in der lokalen Tageszeitung "Philadelphia Inquirer" in vierzehntäglichen Abständen am Wochenende jeweils eine Seite, die in "Pennsylvania Dutch" verfasst wurde. Ob diese Seite heute noch erscheint, weiß ich nicht.

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