Zeit zurueck gedreht: 2002 Du bist IKB Chef, was haettest Du anders gemacht
Wir beschaeftigen uns ja mehr oder minder mit der Voraussicht kuenftig eintretender Situationen.
Das ist eigentlich alles was wir hier machen, mit einem Grad an Wahrscheinlichkeit kuenfitge Entwicklungen und Prozesse vorherzusehen, und heutige Aktionen danach auszulegen, dem Konkurrenten schlicht einen Schritt voraus zu sein.
Jetzt versetzte Dich in die Lage der IKB und der scih schon 2002 andeutenden Immoblasenentwicklung in USA, nicht fern von jener Spaniens 2006, wo es bis heute aber erstaunlich ruhig geblieben ist (nebenbei: wieso eigentlich?)
Als IKB Chef bist Du in der Lage 1 und 1 zusammenzaehlen zu koennen.
Du kennst Verbindungen innerhalb der Finanzbranche, kennst Folgen einer im Zweifel eigenen desastroesen Entwicklung.
Mit dem 100%ig sicheren Wissen darum, dass
-GEWINNE privatisiert und
-VERLUSTE "sozialisiert"
werden, haettest Du Dich bei Hochrisikoinvestitionen nicht nur genauso verhalten, nein, dieses Verhalten wird vom "System" regelrecht heraufbeschworen.
Welches Risiko ist denn bei der mit hohen Risiko behafteten Investition wirklich gegeben? - und welche Chance auf Gewinnen steht dem Gegenueber?
Haetten sich die US- Immos nur eine ueberschaubar kurze Zeit laenger gehalten, waere der IKB Chef zum Manager des Jahres gekuert worden, weil er mit dem minimalsten Einsatz die maximale Rendite eingefahren haette, schlicht allein dafuer, das hoechste Risiko eingegangen zu sein.
Warum sollte er also den Schritt nicht tun, mit dem Wissen, bei Verlust seine Verluste auf die Gemeinschaft abwaelzen zu koennen?
Er befand sich m.E. in einer WIN/WIN Situation.
Das Geld kommt entweder vom Markt, oder, wie Geschehen, vom einflusslosen Steuerzahler.
Du, als intelligenter IKB Chef an seiner Stelle, haettest es auf den Punkt also nucht nur genauso gemacht, nein, auch als Bankenchef einer nach moeglichen Verlusten betrachtet aehnlichen Bank (Landesbank) waerest Du die gleiche Politik gefahren.
Die Katastrophe ist also bei Lichte gesehen, nicht die Investition in den absehbaren Immochrash, sondern die Entmuendigung des Steuerzahlers beim bezahlen der Spielschulden.
Den dieser Immo-chrash-abgelenkt Ruhiggestellte scheint mir die dickste Kuh mit den prallsten Aeutern zu sein, der sich hier bereitwillig ausgemolken zu werden breitbeinig an die Melkmaschine stellt.
Das vorhersehbar demuetige Verhalten fuer den Zechenzahler, war also fuer die IKB wichtiger, als das Vorhersehen der Immobilienwertentwicklung.
Die klammheiliche Freude ueber das Zusammenbrechen des Systems ist also mehr als unangebracht, da zu allererst Du als entmuendigter MACHTLOSER Steuerzahler die Veranstalung bezahlst!
(vgl. die gestern beschlossene Co2 Neuwagensteuer ueber 1000 Euro pro Auto, die Du als Kaeufer zahlst - die Meisten haben das bis jetzt noch nicht mal begriffen).
Zeit zurueck gedreht: 2002 Du bist Steuerzahler, was haettest Du anders gemacht
Hi Imperator,
unter den Bedingungen des Spiels mit der politischen Klasse und den Bankmanagern als der einen Seite und dem machtlosen Steuerzahler als Contrapart haben die Bankmangaer nichts falschgmacht.
Aber ich schlage vor, das Gefangenendilemma mal aus der Perspektive des Stuerzahles zu betrachten.
Was hat der Stuerzahler falsch gemacht?
Könntest du oder anere Spieltheoretiker (Weißgarnix?) vielleicht helfen, eine optmale Strategie für den Stuerzahler zu entwickeln?
Dabei halte ich Verlassen des Spiels (Auswanderung) nicht für eine optimale Strategie, genau so wenig wie Flucht in die Illegalität, sondern für Kapitulation.
Welche optimalen Spielzüge könnte man dem Steuerzahler empfehlen?
In diesem Sinne halte ich die Tipps von Dottore: zu Anschlussfrage für sehr bedenkenswert, ausbaufähig, und möchte mich mal ausdrücklich bedanken!
Gruß
Mephistopheles
