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Viel Dummheit und die Deutschland AG war einfach zu träge

Morpheus @, Samstag, 26.01.2013, 14:56 (vor 4906 Tagen) @ DT

hallo DT,

deine Beiträge schätze ich auch immer sehr und sie sind für mich stets ein „must read“.
Bzgl. der Besatzung sehe ich zwar auch, dass Frau Merkel und Herr Schäuble beim Euro, ESM etc. und auch in Rüstungsfragen sicher keine freie Wahl haben werden, aber in vielen von dir beschriebenen Bereichen sehe ich da nur Dummheit bzw. Unfähigkeit der Beteiligten auf deutscher Seite.
Das ist/war bei den Landesbanken und den Kommunen so. Die hat niemand gezwungen. Die waren einfach so blöd und sind auf die Tricks der in diesem Bereich wirklich „clever“ agierenden US-amerikanischen „Betrüger“ reingefallen. Die sind professionell im legalen Betrug. Dinge/Sachverhalte/Verhaltensweisen schön zu reden saugt man in Amerika seit Jahrzehnten bereits mit der Muttermilch auf. Das hilft enorm bei Verkauf von Schrott als Gold.

Noch mal auf meine These zurück:
Die Lohnsteigerungen sind ein Teil. Aber es sind auch der Verbrauch dieser Leistungen ohne für einen Ersatz vorzusorgen. Denn die kontinuierliche Abschreibung und die geplante Erneuerung der Investitionen kennt die staatliche Seite nicht. Auch die privaten Immo-Eigner haben die die Erträge aus den Immos schön verkonsumiert und jetzt kommen eben überall massive Verschleiß-Effekte auf den Tisch. Nur ist das Kapital eben weg. Zu heutigen Konditionen, kann man das gleiche nicht mehr bauen. Heute sind Häuser und Infrastruktur dank der Regelungswut der öffentlichen Hand (die aber notwendig ist um Wachstum zu erreichen und Deflation zu vermeiden) nicht mehr so günstig zu bauen, wie das in den 60igern noch ging. Heute wird alles immer gleich sehr viel teurer. Deshalb bekommen wir mit der Erneuerung so große Probleme. Wir können überhaupt nur kleine Teile erneuern. Daraus resultieren die Probleme. Die anderen (außer JP/GB/VSA und zum Teil FR, Schweiz) sind genau noch nicht in der Verschleiß-Phase.

vielen Dank für Deinen hervorragenden und strukturellen
Diskussionsbeitrag. Ich habe mir diese Frage schon öfters gestellt, in der
Tat waren die Gehalts- und Freizeitzuwächse im Zeitalter eines Kluncker
(zweistellig) massiv. Schon damals hieß es von Seiten der CDU:
Maßhalten.

Aber es ist einfach ein Fakt, daß via EU im Jahr über 200 Mrd EUR
Transfer in den Süden geht. Ein Teil kommt zurück, und ein kleiner Teil
dessen sorgt dann bei uns dafür, daß die Porsche/Bosch/Daimlerarbeiter
einen kleinen Wohlstandsschub haben und auch viele vorher Arbeitslose jetzt
als Zeitarbeitssklaven wieder ins Hamsterrad dürfen. Der größte Teil
bleibt aber als massive Umverteilung „oben“ hängen, und ich bekomme das
auch bei meiner Verwandschaft mit, wo einige von dieser massiven
Ungleichheit profitieren, als Chefs das 50 oder 100-fache der Arbeiter
einzuheimsen oder sogar direkt an einigen Schaltstellen die Hand in den
großen Geldstrom zu halten.

Entwicklungshilfe ist immer so gelaufen. Das ist seit Jahren das staatliche Prinzip. Allerdings holen wir viel mehr aus den Exporten raus.

In der Tat sind die von mir vorgenannten Länder Südkorea, aber auch
Singapore und die größeren Städte in China gerade dabei, massiv
aufzuschulden, und das führt zu diesem Wohlstandsschub den ich sehe.

Australien und Canada haben einen Wachstumsboom durch die Commodities, so
wie Californien oder der Yukon mit den Goldrushs in 1849 oder den 1890er
Jahren, oder Goslar mit dem Silber, Arizona (Tombstone, Bisbee) mit dem
Kupfer usw., Ähnlich jetzt Norwegen mit dem Öl.

Nichtsdesto trotz sehe ich jedoch, wie Länder wie Schweden, die Schweiz,
auch NL oder DK ganz gut fahren. Fleißig, gute Qualität, nicht alles
exzessiv, eben „schwäbische Hausfrau“. Ich weiß ja, daß im Debitismus
für jeden Sparer ein Schuldner da sein muß, aber verdammt nochmal, unsere
Nachschuldner sitzen in China und Ostasien und zu Beginn der 1990er Jahre
im Ostblock.

Ja, kleine Länder haben es sicher etwas leichter. Die haben nicht unsere Ansprüche an Infrastruktur (z.B. im Verkehrsbereich)

Die Transfers aus Deutschland heraus durch die aggressive
Plünderungspolitik ist massiv. Du hast keine Beweise dafür? Schau Dir die
Städte an, die in den 2000er Jahren mittels Cross Border Leasing den
Besitz ihrer Infrastruktur für einen Appel und ein Ei an die Besatzer aus
dem Amiland verhökert haben. Bodenseewasserversorgung an die Amis,
Neckarwerke (unter Claassen, einer der gekauften Vasallen) an die
Franzmänner. Und jetzt alles teuer wieder zurück kaufen. 2x melken. Dazu
die Preiserhöhungen.

Dummheit, pure Dummheit. Das sah nach einem lohnenden Geschäft aus nur hat man das Kleingedruckte eben nicht verstanden.

Ca 100 Mrd meiner Schätzung nach der IKB, LB Hamburg, LBBW, Bayern LB,
Sachsen LB via ABS und CDS reindrücken. Wallstreet und City of London. Blödheit, vielleicht in Einzelfällen gepaart mit Korruption.
Das hört sich alles wenig an, aber es sind genau die Summen, die wir hier
seit 2006/07 diskutieren. Gemessen am BSP Dtlds sind das ca 5% p.a., und
ein Einbruch von 5% p.a. über 20 Jahre ist massiv. Ja, wer blöd ist leidet drunter.
Der ESFS und der ESM sind noch nicht mal richtig zum Einsatz gekommen.
Wieso wurde die Schuldenbremse eingeführt? Klar, weil man vermeiden
wollte, daß sich Deutschland wie 1923 aus Versailles II rauszieht.

Die Schuldenbremse ist innenpolitisch motiviert und man wird sie bei Bedarf einfach aufheben. Der ESM und die ganze EU-Fiskal-Union sind einfach nötig um den debitistischen Zwängen zu begegnen. Die Alternative wäre Kollaps. Zieh die raus aus dem System solange es noch geht. Ich habe damit 2008 angefangen und bin jetzt endlich wirklich raus aus dem System. Als Unternehmer hast du es selbst in der Hand. Mach es, bevor die debitistischen Zwänge dein Unternehmen erreichen. Dann ist deine Freiheit dahin.

Weitere Besatzerpolitik: wieso gibt man die ganzen Raffinerien in Dtld aus
der Hand? Leuna an die ELF (Franzmänner), die Raffinerie in Wesseling bei
Köln (früher ein Teil BASF, weg isser ans Ausland), Aral weg an BP, usw
usw.

Wieso wurde via Trojaner Asmussen die „Deutschland AG“ geknackt, dh die
Beteiligungen der dt. Firmen aus den Versicherungen und Banken durch das
Lockmittel „steuerfreie Hebung der stillen Reserven“ rausgelöst? Wer hat
das jetzt, wer profitiert von UNSEREN Hamstern? Klar, die, die damals den
Asmussen als noch halbkleines Licht aus dem Bett geklingelt haben, City of
London und Wallstreet.

Ja, der Asmussen ist sicher so ein spezielles Thema. Aber die Deutschland AG war einfach kritisch. Die Konzerne haben ihr Geld zunehmend leistungslos mit Staatsanleihen verdient. Das hatte dottore schön dargestellt. So konnte es nicht weitergehen. Die Vorstände wieder zur Arbeit im produktiven Bereich zu zwingen war zur Erzielung von Wachstum (und darauf kommt es im Kapitalismus zwingend an) war aus staatlicher Sicht sinnvoll wenn nicht notwendig.

Wir haben damals geschuftet, und DAS GELD IST IM LAND geblieben. Jetzt
wird es abgesaugt.

Die Bürger durften es bei Reisen im Ausland ausgeben. Aber wir waren eben zeitweise genauso wenig konkurrenzfähig mit unseren Löhnen wie es heute GR und SP sind. Da müssen wir uns doch nicht in die Tasche lügen. Wir haben nur ohne groß zu murren gemeinsam (rechtzeitig) die richtigen Schritte eingeleitet.

Das ist der Unterschied bei China, Südkorea, usw usw. Dort bleibt das
Geld im Land, und bei Projekten wie Busan in SK kann man sehen, wie das
ist.

Dasselbe hätte man bei uns in den 70igern sicher auch gedacht. Die erwischt es auch nur eben mit zeitlichem Versatz, wenn die ganzen schönen Investitionen in die Verschleiß-Phase kommen.

Ich vergleiche das immer mit den freien Reichsstädten im Mittelalter,
v.a. im 12. Jh. Dort kann man heute noch sehen, wie vorteilhaft das war,
wenn das erwirtschaftete Vermögen IN DER STADT geblieben ist. Im Vergleich
zu Städten, die einen schmarotzenden Oligarchen, einen Feudalherren, und
seine ganze Mischpoke mitfüttern mußten. Diese ehemals freien
Reichs-Städte sind meist heute noch groß und stolz, während die feudalen
meist ein großes Schloß haben, aber sonst runtergekommen sind.

Ja, da sprichst du es an. Der Konsum ist das Problem. Und den gibt es bei den Amis und bei uns eben auch schon viel zu lange. Das Übel ist Konsum statt Investitionen. Aber es gibt eben zu wenig sinnvolle Investitionsmöglichkeiten wenn die Städte mit ihrer Infrastruktur einmal erstellt sind und so kann man weiteres Wachstum oder das Halten des durch den Städtebau geschaffenen „status quo“ nur durch ständig steigenden Konsum erreichen. Der zehrt aus.

Es gibt aber eben auch noch die Besatzer im eigenen Land, die vorgenannten
Oligarchen, die neuen Prenzlberg Bewohner, die aus Hamburg Eppendorf und
Eimsbüttel und Umgebung. Diese horrenden gezahlten Summen sind auch
erklecklich und fehlen bei der breiten Bevölkerung.

Verstehe ich nicht.

Meine These weiterhin: würden wir nicht die ganze Welt finanzieren (Japan
dito), hätte unsere Industrie zwar nicht ganz so viel zu verkaufen, aber
ein großer Teil würde im Land bleiben.

Ich habe mich in den 80er Jahren gewundert, wieso die DDR trotz Leuna
(alte IG Farben) nicht in der Lage war, genug Farbe zu produzieren, um die
Häuser in ihren verfallenden Städten mal anzustreichen. Oder Gips und
Beton um zu verputzen. Man muß nur heute in eine Stadt wie Duisburg gehen
und dann sieht man genau dasselbe wie 1984 in Eisenach. Obwohl es bei uns
genug Zement, Gips und Farbe beim Praktiker Baumarkt gibt.

Nein, der Staat hat dafür kein Geld, weil er es für Sozialleistungen raus hauen muss um die Leute ruhig zu halten/stellen und bei uns im Kapitalismus, um den Konsum nicht einbrechen zu lassen.

Mir ist zB nach etlichen Besuchen in England klar, daß ein dermaßen
de-industrialisiertes Land nur noch durch die Geld-Abgreifmaschine City of
London am Laufen gehalten werden kann. Bei dem Amis wird ja noch Software
und Militärgut produziert und so ca 20 Mio Industriearbeiter gibts auch
noch und daneben noch die neue Rohstoffindustrie. Aber „Mehrwert“ wird dort
kaum noch produziert, in England ausser bei Rolls Royce (Triebwerke) und in
der Pharmaindustrie nicht mehr.

Ja, jeder (Staat) hat so seine Nische gefunden und wir stehen gar nicht so schlecht da, aber die Zeit der großen sinnvollen Investitionen ist vorbei und die damaligen Investitionen sind heute ein Klotz am Hals.

In Ländern wie England und auch Australien spielt interessanterweise die
„Bildungsindustrie“ eine Riesenrolle, die Zigtausende an Studentengebühren
sind zB in Australien nach Commodities und Tourismus die drittwichtigste
Branche.

Ein ganz wichtiger Aspekt bei der Zufriedenheit: es gibt eigentlich keinen
absoluten Maßstab, es muß einem eigentlich immer nur besser gehen als dem
Nachbarn, dem Kollegen. Daher wäre es so wichtig, daß man bei diesem
ganzen Debitismus/Umverteil/Reparationsspiel peinlich darauf achtet, daß
in Baden-Württemberg die SBahn billiger und die Kita günstiger ist als in
Berlin, denn sorry, wer Party macht und wo morgens um 9 und mittags um 4
Rushhour ist, der hat das nicht verdient, im Vergleich zum Daimler, wo
morgens um 7 und abends um 6 die Strassen verstopft sind.

Ja, man sollte es versuchen, aber es wird nicht immer funktionieren. Die Umverteilung ist ohne Alternative um das gesamte Spiel am Laufen zu halten. Sonst kommt die selbst verstärkende Abwärtsspirale eine deflationären Depression mit anschließendem G.O.. Das ist so sicher und alternativlos wie das Amen in der Kirche.

Der Klotz, der den Sonderleistern um den Hals gehängt wird, darf nicht
dazu führen, daß die Lahmen und Schwachen dreckig lachen und
vorbeiziehen. Wenn die Spanier nun mal 2h Mittag machen und die Griechen
ihren Uozo saufen, dann sollen sie halt eben nur 1000 EUR im Monat
verdienen. Wer sich dem Hamsterrad und der Plackerei nicht aussetzt, soll
dann aber eben auch keinen Kuchen kriegen.

Nein lieber DT, nicht auf die anderen zeigen sondern selbst Verantwortung (für dich) übernehmen und aussteigen aus dem System. Es ist die einzig sinnvolle Reaktion auf deine Erkenntnisse. Ich hatte mich dagegen auch einige Zeit gesträubt, aber auf andere (hier die Politik) zeigen hilft nicht. Die müssen ihre Agenda durchziehen und du musst dir deine eigene Strategie überlegen. Du wirst deine Leute in absehbarer Zeit noch viel mehr auspressen müssen. Die werden noch deutlich mehr Leistung für noch weniger netto erbringen müssen. Überleg dir genau, wie du dich dabei fühlen wirst. Ich wollte das nicht mehr und „habe die Kurve gekratzt“.

Dasselbe gilt bei den Ländern: es kann nicht sein, daß die verfaulten
Engländer überall in Frankreich und an der Adria und in Spanien die
Ferienhäuser aufkaufen, während der deutsche Malocher, dem die ganzen
Häuser in Spanien ja eigentlich via Banken gehören, nix davon sieht.

Vielleicht sind die Deutschen nur nicht so dumm da zu kaufen.

Ganz schlimm die Amis, die auf deutsche Kosten die ganze Zeit ein
mindestens 2x so fettes Leben vom Standard her führen und in der Karibik
auf Kreuzfahrt gehen.

Ja, das verstehe ich gut und da bin ich auch sauer. Weg mit der Dollar-Bevorzugung und ich boykottiere die wo immer es geht.

Ich kann mich noch gut erinnern, in den 80er Jahren
war selbstverständlich das deutsche BSP unter den höchsten in der Welt.
Und jetzt? Arbeiten wir weniger, sind wir weniger produktiv, weniger
technikorientiert usw usw? Jetzt hängen wir selbst in der EU im Mittelfeld
rum. Das geht einfach nicht. Das kann man auf Dauer mit der Bevölkerung
nicht machen.

Doch man kann, du wirst es sehen. Es wird nicht nur in GR sondern auch bei uns noch viel viel schlimmer werden. Überleg dir deshalb gut, ob du wirklich weiter mitspielen willst. Such die einen Nachschuldner und mach dann klein und fein in Subsistenz weiter. Du musst dich viel viel weniger ärgern. Gerne mehr Details via PN.

traurige Grüße
Morpheus

PS: Die Session war mal wieder abgelaufen und ich hoffe mir ist beim Neuformatieren kein Fehler unterlaufen. Hab keine Zeit mehr für ein gründliches Durchgucken

--
Es läuft der größte Verhaltensversuch der Menschheit und Du bist dabei!
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