Tja, Frau Schavan, die Strategie "der anonyme Internetheini möge es mir persönlich ins Gesicht sagen" hat nicht gefunzt...
Z.B.: aus Tagesschau.de:
Daraus: "Der Rat habe es als erwiesen angesehen, dass Schavan "systematisch und vorsätzlich über ihre Dissertation verteilt" gedankliche Leistungen vorgegeben habe, die sie nicht selbst erbracht habe."
Gruß, Knight
Politiker lügen und betrügen, wen wundert das noch?
stocksorcerer
, Mittwoch, 06.02.2013, 08:05 (vor 4894 Tagen) @ Knight
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 06.02.2013, 08:19
Ich persönlich glaube, dass das bei denen "da oben" eher der Normalzustand ist. Weiß der Henker, wie viele Fälle es geben würde, wenn man richtig systematisch danach suchen würde.
Und dieses freche Phrasieren, dass diese Leute drauf haben (wie auch Schavan in Sachen Guttenberg), wenn es jemand anderen erwischt, sollte man IMMER hinterfragen.
Ich schäme mich Frau Schavan
Michael Krause
, Mittwoch, 06.02.2013, 08:51 (vor 4894 Tagen) @ Knight
Zitat aus der Süddeutschen Zeitung. Dort äußert sich Frau Schavan zum Fall Guttenberg:
„Als jemand, der selbst vor 31 Jahren promoviert hat und in seinem Berufsleben viele Doktoranden begleiten durfte, schäme ich mich nicht nur heimlich. Wissenschaft hat auch mit Vertrauen zu tun. Auf die Erklärung, eine Arbeit sei nach bestem Wissen und Gewissen verfasst worden, muss ein Doktorvater vertrauen können.“ Niemand solle auf die Idee kommen, „dass ich den Vorgang für eine Lappalie halte“.
Für Schavans Person und Gewissen gilt nun: "Denn wer sich Arroganz versichert,..
Zarathustra, Mittwoch, 06.02.2013, 09:20 (vor 4894 Tagen) @ Michael Krause
... der hat völlig ausgekichert." (Zitat Waalkes)
Heuchelei
Anno2013, Mittwoch, 06.02.2013, 09:48 (vor 4894 Tagen) @ Knight
Daraus: "Der Rat habe es als erwiesen angesehen, dass Schavan "systematisch und vorsätzlich über ihre Dissertation verteilt" gedankliche Leistungen vorgegeben habe, die sie nicht selbst erbracht habe."
Nicht bei Ihnen, lieber @Knight, aber bei den Medienvertretern.
Welcher von den Doktorvätern der damaligen Generation hat denn "gedankliche Leistungen erbracht", geschweige denn akademischen Regeln Genüge getan ?
Gerade in den Geisteswissenschaften sind doch Lehrstühle ohne Habil. und mit einer Promotion "auf Butterbrotpapier" vergeben worden. Selbstverständlich haben die (notgedrungen) bei ihren ehem. Kommilitonen und Assistenten beide Äuglein zugedrückt. Ich habe die eine oder andere Doktorarbeit von Anfang der 80iger gelesen, die heute nicht einmal für eine bätscheler-Arbeit ausreichte.
... oder man denke an die vielen (Schein-)Hausarbeiten der Juristen, die nur zum Schein selbständig, sondern vielmehr in Gruppenarbeit erstellt wurden, immer hoffend, daß dies dem zugeteilten Korrekturassi nicht auffällt.
In Deutschland gab es in den 60er-Jahren eine Unmenge Doktoren
Apostroph
, Down Town (Switzerland), Mittwoch, 06.02.2013, 10:15 (vor 4894 Tagen) @ Anno2013
welche dem heutigen TüV nie und nimmer mehr standhalten würden.
Es gehörte damals zum guten Ton und zur Schickeria einen Doktor-Titel zu führen.
Wenn's gar nicht reichte, war ein solcher auch käuflich zu erwerben: Gegen
Aufgeld auch mit heraldischem Wappen und Prägung....
Alles wird transparenter:
wenn auch nicht eloquenter!
--
"Wir können nicht alle Helden sein, weil ja irgendeiner am Bordstein stehen und klatschen muss, wenn sie vorüber schreiten."
W. Adair
Es trifft immer nur Politiker der CDU oder der FDP
Fritz
, Rheinistan, Mittwoch, 06.02.2013, 10:39 (vor 4894 Tagen) @ Knight
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 06.02.2013, 10:51
Außerdem ist deren Promotion schon fast 30 Jahre her. Jede Straftat außer Mord wäre schon verjährt.
Mein Stammradiosender WDR 5 ("Radio Moskau") hyperventiliert seit gestern abend. Es wird ununterbrochen und mit großer Ausdauer berichtet. Das Thema ist fast so schön wie ein Skandal in der kath. Kirche.
Das Leben eines deutschen Journalisten hat eben auch großartige Momente...
Interessanter Artikel hierzu bei "Zettels Raum"
http://zettelsraum.blogspot.de/2013/02/annette-schavan-wurde-der-doktorgrad.html
Unvergleichbares vergleichen?
Wayne Schlegel
, Mittwoch, 06.02.2013, 11:02 (vor 4894 Tagen) @ Fritz
Außerdem ist deren Promotion schon fast 30 Jahre her. Jede Straftat außer
Mord wäre schon verjährt.
Servus,
warum wird mit obigem wieder Unvergleichbares verglichen? Weil das so "Politikergewohnheitssprech" ist und derartige Charaktere nicht gewohnt sind, dass die dünnen Bretter ganz leicht brechen?
Es geht vorliegend nicht um eine Bestrafung, sondern um die Aberkennung eines durch eine (Unrechts-)Tat erlangten, ungerechtfertigten Vorteiles für die Zukunft. Und wer ein Minimum an Achtung vor dem Recht hat, der sollte dem zustimmen.
Mein Stammradiosender WDR 5 ("Radio Moskau") hyperventiliert seit gestern
abend. Es wird ununterbrochen und mit großer Ausdauer berichtet. Das Thema
ist fast so schön wie ein Skandal in der kath. Kirche.
Das Leben eines deutschen Journalisten hat eben auch großartige
Momente...
Dem ist zuzustimmen.
Ja, lieber Wayne Schlegel, der Vergleich hinkt natürlich,
Fritz
, Rheinistan, Mittwoch, 06.02.2013, 11:19 (vor 4894 Tagen) @ Wayne Schlegel
warum wird mit obigem wieder Unvergleichbares verglichen? Weil das so
"Politikergewohnheitssprech" ist und derartige Charaktere nicht gewohnt
sind, dass die dünnen Bretter ganz leicht brechen?
mir ging es um die Wertigkeit.
Wenn man die Vorwürfe an Schavan mal auf das Strafrecht "umbricht", wäre es ja eine Art Betrug.
Wann verjährt der?
Ist es wirklich sinnvoll, die Anfechtung akademischer Würden unbegrenzt zu erlauben?
Stellen Sie sich vor, sie machen das erste jur. Staatsexamen, dann das 2., arbeiten erfolgreich 25 Jahre als Richter und dann kommt Einer an und behauptet, Sie hätten in einer der Examensklausuren fürs 1. Examen gepfuscht.
Und jetzt? Vom Richterdienst suspendieren und das 1. Examen nochmals ablegen?
Soll ein Dieb Diebesgut nach Straftatverjährung behalten dürfen?
Wayne Schlegel
, Mittwoch, 06.02.2013, 11:59 (vor 4894 Tagen) @ Fritz
warum wird mit obigem wieder Unvergleichbares verglichen? Weil das so
"Politikergewohnheitssprech" ist und derartige Charaktere nicht gewohnt
sind, dass die dünnen Bretter ganz leicht brechen?
mir ging es um die Wertigkeit.
Wenn man die Vorwürfe an Schavan mal auf das Strafrecht "umbricht", wäre
es ja eine Art Betrug.
Wann verjährt der?
Servus,
nochmal: es geht nicht um (verjährbare) Bestrafung (oder ist Schavan etwa vor einem Strafgericht des Betruges angeklagt worden?), sondern um die Wiederherstellung des Rechtes dergestalt, dass die nach derzeitiger Erkenntnislage zu unrecht von Würdelosen geführten Würden für die Zukunft aberkannt werden. Was hat das mit Strafe zu tun? Eben - überhaupt nichts. Wer diesen Unterschied nicht einzusehen im Stande ist, mit dem lohnt sich keine Diskussion.
Wenn aber schon das Strafrecht herhalten soll, dann folgendes: Du hast ein kostbares Gemälde oder wertvolle Münzen, die Dir gestohlen werden. Nach 40 Jahren wird Dieb und Diebesgut gefasst. Soll der Dieb das Gemälde/Münzen behalten dürfen, weil die zugrunde liegende Straftat verjährt ist? Nach Deinen bisherigen Einlassungen müßtest Du konsequenterweise hier "ja" sagen.
Ist es wirklich sinnvoll, die Anfechtung akademischer Würden unbegrenzt
zu erlauben?
Selbstverständlich ja, solange die akademischen Würden von den Würdelosen genutzt werden. Oder hat Schavan ihren Hut zurückgegeben?
Stellen Sie sich vor, sie machen das erste jur. Staatsexamen, dann das 2.,
arbeiten erfolgreich 25 Jahre als Richter und dann kommt Einer an und
behauptet, Sie hätten in einer der Examensklausuren fürs 1. Examen
gepfuscht.
Und jetzt? Vom Richterdienst suspendieren und das 1. Examen nochmals
ablegen?
Wie würdest Du diesen Fall gelöst wissen wollen?
"Wie würdest Du diesen Fall gelöst wissen wollen?"
Fritz
, Rheinistan, Mittwoch, 06.02.2013, 12:11 (vor 4894 Tagen) @ Wayne Schlegel
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 06.02.2013, 12:17
Ein Ei drauf pellen und es als Anekdote a la "Feuerzangenbowle" betrachten.
Wer hat denn im Examen nicht gepfuscht oder es wenigstens versucht?
Und alle Fälle der letzten 25 Jahre nochmals aufrollen... (oT)
Chrysostomos, Mittwoch, 06.02.2013, 12:01 (vor 4894 Tagen) @ Fritz
- kein Text -
Vor allem, wenn man bedenkt, daß ...
neptun
, Donnerstag, 07.02.2013, 03:54 (vor 4893 Tagen) @ Chrysostomos
Hi Chrysostomos,
... in diesem hypothetischen Fall Schuldige nicht verurteilt wurden und, noch schlimmer, unschuldig Verurteilte immer noch "sitzen".
LG neptun
--
Weil es permanent besonders aktuell ist:
"Es zeugt nicht von geistiger Gesundheit, an eine von Grund auf
kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein." (Jiddu Krishnamurti)
Über mehrere Bande spielen
Chrysostomos, Sonntag, 10.02.2013, 08:14 (vor 4890 Tagen) @ neptun
bearbeitet von Chrysostomos, Sonntag, 10.02.2013, 08:19
... in diesem hypothetischen Fall Schuldige nicht verurteilt wurden und,
noch schlimmer, unschuldig Verurteilte immer noch "sitzen".
Tue ich hiermit.
Alldieweil, die Gegenseite macht es, gelinde gesagt, noch viel unverfrorener.
Zitat: "Der Amoklauf Adam Lanza`s ist schon der zweite Zwischenfall dieser
Art innerhalb kurzer Zeit in der US-amerikanischen Finanz- und Atomszene.
Bezüglich Drohnenpläne in D. kann kann sich Jeder selbst im Netz schlau machen.
Bei ein oder zwei Fällen im Jahr kann man ja noch an Zufall glauben.
Aber bei der Anzahl an Widerstand, der sich regt?
Da ist sogar der Mossad überfordert.
http://www.dasgelbeforum.de.org/board_entry.php?id=266416
Was ist übrigens daraus geworden:
http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Israel/mossad7.html
Werden die jetzt in D. eingesetzt, um unliebsame Zeitgenossen zu liquidieren?
Wobei, das mit den Pässen ist bestimmt ein Fake.
Alldieweil, Jerusalem hat ja die Hoheit über alle Daten, Gelder usw. der Bundesbürger gehabt. Und wer glaubt, die lassen etwas los, was sie einmal hatten, und es wäre heute ganz anders, kommt auch in den Himmel…
http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2012/01/11/%E2%80%9Eprivatisiert-ausgesaugt-und-w...
Irgendwie kommt mir das systematisch vor.
Und jetzt geht es um den Euro.
Wer da wohl was zu sagen hat?
Pelzig kann es erklären:
http://www.youtube.com/watch?v=Yt78kXEJNrs
Um noch Mal auf den Mossad zurückzukommen:
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/tod-eines-hackers-abstruse-verschwoerungstheorien-a-...
Dummerweise sind es jetzt schon 2 Fälle.
„Und beim CCC sind schon zwei Hacker unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen…“
http://blog.fefe.de/?q=Nachrichtenmagazin
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/verbindungsstelle-61-staatsanwaelte-ermitteln...
Danke, fefe.
LG
Chrysostomos
P.S.
@Albert „Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd…“
http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=272583
Hab mal Raketentechnik studiert.
Was soll’s, die stillen Mitleser von der verschwiegenen Fakultät wissen eh, wer ich bin
Zu hohe Ambitionen - zu hoch gepokert - alles verloren
Zarathustra, Mittwoch, 06.02.2013, 12:07 (vor 4894 Tagen) @ Fritz
Hallo Fritz
Doping lohnt sich nur, wenn man nicht erwischt wird.
Lance Armstrong, Guttenzwerg, Schavan und Konsorten hat man jetzt halt erwischt, und nun stehen sie noch dümmer da als wenn sie nie gedopt und sich mit einem bescheideneren Leben ohne unlauteren Doktortitel oder TdF-Sieg begnügt hätten.
So, wie Schavan sich beim Googelzwerg nicht nur heimlich geschämt hat, freuen sich viele jetzt genauso wenig heimlich.
Wie 'das Leben' halt so spielt...
Beste Grüsse
Zara
"Doping lohnt sich nur, wenn man nicht erwischt wird."
Fritz
, Rheinistan, Mittwoch, 06.02.2013, 12:22 (vor 4894 Tagen) @ Zarathustra
Lieber Zara,
man kann es auch anders machen: Man wird links, kämpft für die Armen und Entrechteten und ist vor den Plagiatsjägern sicher.
Oder man studiert erst gar nicht zu Ende, wie bei den Grünen üblich.
Gruß
Fritz
Aus einem Artikel der "Welt" über Gysis "Promotion":
Ein in die Länge gezogener und in die Breite gewalzter Leitartikel über die "sozialistische Gesellschaftsentwicklung" in der DDR unter besonderer Berücksichtigung der "sozialistischen Produktion", des "sozialistischen Rechts" und der "sozialistischen Demokratie", die, so Gysi, mit der "Bedeutungszunahme des Staates" auf das Innigste zusammenhängt, "da die aktive Mitwirkung der Werktätigen gerade bei der Leitung des Staates gewährleistet ist und immer mehr gewährleistet wird, so dass die Entfaltung der sozialistischen Demokratie eine Bedingung, aber auch eine Folge der Erhöhung der Bedeutung des Staates ist".
http://www.welt.de/kultur/article12656728/Als-Gysi-das-sozialistische-Recht-vervollkomm...
Gysi hat offenbar nicht plagiiert
Zarathustra, Mittwoch, 06.02.2013, 12:43 (vor 4894 Tagen) @ Fritz
Gysi hat nicht plagiiert. Es geht nicht darum, ob linke oder rechte Dissertationen moralischer sind, sondern ob regelwidrig plagiiert wird.
Bei Schavan, Guttenberg und bei den FDP'lern (Falsche Doktoren Partei) war dies erwiesenermassen der Fall, bei Gysi nicht. Manchmal ist es wirklich einfach, lieber Fritz.
Beste Grüsse,
Zara
Genau, lieber Zara,
Fritz
, Rheinistan, Mittwoch, 06.02.2013, 12:55 (vor 4894 Tagen) @ Zarathustra
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 06.02.2013, 13:11
Gysi konnte nicht plagiieren, weil dazu erforderlich wäre, daß es eine geistige Leistung gibt, die man sich als eigene aneignet.
Sein Dissertation enthält aber vermutlich keinerlei geistige Leistung, nur dämliches sozialistisches Geblubbere und Geschwätz. Wo sollte der schon abschreiben bei seinem Loblied auf die Partei und den Soziaismus?
D.h. solche Promotionen wurden unter Mißachtung aller Regeln des Wissenschaftsbetriebes gemacht.
Waren denn die Promotionsordnungen der Ostzone auch so ausgelegt, daß man nur den sozialistischen Geist in die Arbeit hauchen muß?
Und das ist dann in Ordnung?
Und im übrigen mal ganz grundsätzlich:
Erst hatten wir in Deutschland eine Diskussion, über eine Vergewaltigte, der angeblich durch ein katholisches Krankenhaus nicht geholfen wurde, obwohl die ganze Geschichte erstunken und erlogen war.
Dann eine Diskussion über eine angebliche sexuelle Belästigung, die selbst nach Aussage von Frau Himmelreich keine war.
Heute Abend können wir wahrscheinlich "Dr." Gysi in der Tagesschau bewundern, der den Rücktritt von Schavan fordert.
In Köln sind nach den Schneefällen der letzten Tage die Strassen an zahllosen Stellen aufgebrochen, nichts passiert.
Die Stadt will aber für Millionen ein "jüdisches Museum" bauen, dafür ist Geld da.
Deutschland hatte im letzten Jahr 960.000 Einwanderer, von denen immerhin 6.500 Akademiker waren.
usw. usw.
Treibt Eure Sau alleine durch Dorf...
Sozialistisches, kapitalistisches, theologisches Geschwätz
Zarathustra, Mittwoch, 06.02.2013, 13:19 (vor 4894 Tagen) @ Fritz
Gysi konnte nicht plagiieren, weil dazu erforderlich wäre, daß es eine
geistige Leistung gibt, die man sich als eigene aneignet.Sein Dissertation enthält aber vermutlich keinerlei geistige Leistung,
nur dämliches sozialistisches Geschwätz. Wo sollte der schon
abschreiben?D.h. solche Promotionen wurde unter Mißachtung aller Regeln des
Wissenschaftsbetriebes gemacht. Waren denn die Promotionsordnungen der
Ostzone auch so ausgelegt, daß man nur den sozialistischen Geist in die
Arbeit hauchen muß? Und das ist dann in Ordnung?
Mensch Fritz. Es kann - wie gesagt - nicht darum gehen, ob diese oder jene Kritiker eine Dissertation als substanzloses, linkssozialistisches, rechtskapitalistisches, ökonomisches oder theologisches Aberglaubens-Geschwätz einstufen (was sie in den meisten Fällen ja durchaus sein mögen), sondern darum, ob bei diesen Arbeiten regelwidrig plagiiert wird oder nicht.
Dass es der 'Welt' sauer aufstösst, dass bisher lauter unlautere Vertreter der 'rechten' Staats-Parteien überführt wurden, kann ich verschmerzen.
Grüsse, Zara
Vorschlag
YooBee
, Mittwoch, 06.02.2013, 13:36 (vor 4893 Tagen) @ Zarathustra
Es kann - wie gesagt - nicht darum gehen, ob diese oder jene
Kritiker eine Dissertation als substanzloses, linkssozialistisches,
rechtskapitalistisches, ökonomisches oder theologisches
Aberglaubens-Geschwätz einstufen (was sie in den meisten Fällen ja
durchaus sein mögen)
Deshalb hätte ich eine konsequentere Anregung:
Ich bin dafür, bei Folgendem "wissenschaft" durch "lehre" zu ersetzen:
Sprachwissenschaft
Geisteswissenschaft
Sozialwissenschaft
Wirtschaftswissenschaft
Politikwissenschaft
Rechtswissenschaften
Staatswissenschaften
Medienwissenschaften
Theaterwissenschaften
Kunstwissenschaften
So viele Dummschwätzer und Phrasendrescher, eine Beleidigung für wahre Wissenschaft.
Und kosten die Gesellschaft sinnlos ein Vermögen.
Dann lieber "Dr. h.c." für Menschen, die wirklich etwas geleistet haben.
Gruß UB.
--
"Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher, und die Gescheiten so voller Zweifel“ (Bertrand Russell).
Sehr gute Anregung!
dottore
, Mittwoch, 06.02.2013, 13:59 (vor 4893 Tagen) @ YooBee
Hi YooBee,
Ich bin dafür, bei Folgendem "wissenschaft" durch "lehre" zu ersetzen:
Sprachwissenschaft
Geisteswissenschaft
Sozialwissenschaft
Wirtschaftswissenschaft
Politikwissenschaft
Rechtswissenschaften
Staatswissenschaften
Medienwissenschaften
Theaterwissenschaften
Kunstwissenschaften
Das sind alles Soft-Wissenschaften und ich bin dafür, nur das, wofür es den ursprünglichen Nobel-Preis gegeben hat, für akademische Ehrungen bleiben zu lassen.
Plus den "honoris causa" natürlich und die Preise für Literatur und Frieden nur bei wirklicher und nachvollziehbarer Leistung. Also nix für solche Affen-Gebilde wie die EU neulich! Das hat den ganzen Stockholmer Preis herunter gezogen. Gruß - d.
Ich würde noch weiter gehen, Dottore
Zarathustra, Mittwoch, 06.02.2013, 14:17 (vor 4893 Tagen) @ dottore
... nämlich soweit wie Du in Deiner echten 'Dissertation' im alten Forum, und demzufolge nicht nur staatliche Titel ablehnen, sondern den Staat, und damit alles, was auf diesem 'Affengebilde' beruht. Wobei das wiederum eine ungebührliche Beleidigung der Affen ist. Mit Affen ist bekanntlich kein Staat zu machen.
Fröhliche Grüsse
Zara
Aber bitte - Gibt es denn irgend etwas, das nicht wissenschaftlich untersucht werden kann?
azur
, Mittwoch, 06.02.2013, 14:44 (vor 4893 Tagen) @ dottore
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 06.02.2013, 15:39
Wissenschaft ist was Wissen schafft.
Und das leisten nicht nur Physiker und Chemie.
Ihr tut ja so, als ob z. B. Literaturwissenschaftler kein Wissen sammeln, bewahren und verbreiten?
Das alte Studium bestand ja aus den Studium Generalis: "Das mittelalterliche studium generale umfasste die artes liberales, also die sieben freien Künste, die als eine Art verpflichtendes Grundstudium". Dann ging es zu den 3 Klassikern, ohne die sich keine Uni Uni nennen darf: Medizin, Theologie, Rechtswissenschaft. Alles andere entwickelte sich später daraus.
Das Studium Generalis sollte ja ermöglichen, alles wissenschaftlich zu durchdringen.
Gibt es denn irgend etwas, das nicht wissenschaftlich untersucht werden kann?
Ob Naturwissenschaft oder Geisteswissenschaften.
Warum das Kinde mit den Bade ausschütten.
Z. B. die Theologie. Man kann ja sagen, dass es abwegig sei, sich mit solchen metaphysischen Dingen zu beschäftigen. Aber ein Glück lernen welche diese Texte zu verstehen (braucht man ja Hebraikum, Latein, Altgriechisch) und zu bewahren.
Kein kluger Mensch kann es sich eigentlich wünschen, dass Wissen nicht aufbereitet wird, von Fachleuten. Leuten, deren Arbeitsmittelpunkt es ist, sich darum zu kümmern.
Wir wollen Maschinen von Ingenieur, Arzenei von welchen, die das gründlich lernten, Hochleistungscomputer, von Experten usw.
Experten wollen aber überall Experten. Leute, die sich gründlich auskennen.
Es ist aus meiner Sicht viel zu einfach, aus vielleicht Aufregung, Resentiments und Vorurteilen, die wir alle auch brauchen, zu urteilen.
Mit diesem "Da ist der Feind", "Rübe ab" usw. sind wir alle mal schnell. Gut ist das aber nicht.
Dann verprollen wir.
Es gibt soviel Kluge und Talentierte, die nie studierten und oder Grade erlangten. Der Umkehrschluss wäre aber leider falsch.
Nein, ich freue mich, wenn jeder soviel lernen kann, dass das Beste aus ihm wird. Und das leisten auch Fach- und Hochschulen und Universitäten.
Da ist, wie überall auch eine Menge Schein. Aber die Meisten, die ich kenne, die in den akademischen Einrichtungen arbeiten, sind welche, die man dort haben will.
Nichts für ungut Fritz (herzlichen Dank) und hoch geschätzter Dottore, aber nicht zu fix bitte.
http://de.wikipedia.org/wiki/Hjalmar_Schacht#Ausbildung
Das dem die wissenschaftliche Ausbildung nicht schadete, die auf Forschung und Lehre basiert, kann man annehmen. Seinen Titel Dr. Phil hat er sicher verdiente (spengler hat man erst mal Nachsitzen geschickt, weil es sich an wissenschaftliche Gepflogenheiten hielt - was wahrlich auch nicht alles sagt).
Es gab richtig viele gute Promotionen auf allen Gebieten in jenen Jahren. Orignielle Entwürfe von Format.
Die Gründe für die vielen guten Diss aus den 20ern, als Deutsch gerade seines Ranges als internationale Wissenschaftssprache verlustigt gegangen war, wären mal zu erforschen. Und nicht nur zu lehren.
Wie soll das auch gehen: Lehre ohne Forschung.
Methodik kann es überall geben. Auch in den geschähmten Sozialwissenschaften.
Ist Heinson eine Ausnahme in der Wüste? Der hat in Soziologie promoviert - und in Wirtschaft:
Wiki: "Heinsohn ist der Sohn des deutschen U-Boot-Kommandanten Heinrich Heinsohn.
Er studierte an der Freien Universität Berlin Soziologie, Psychologie, Geschichte, Publizistik, Wirtschaftslehre und Theologie. 1974 wurde er in Soziologie promoviert und 1982 in Wirtschaftswissenschaften. Dazwischen lebte er von 1976 bis 1978 in Israel."
Es gibt bekanntlich schon immer einen Minderwertigkeitskoplex bei Journalisten, die "nur" Journalistenschulen besucht haben (es gibt in den Redaktionen viele dumme Witze dazu: Wahre Geschichte - oft passiert: Redakteurin mit Wirtschaftsstudium in Redaktionssitzung: "Das ist eine Fachfrage, die nur ein ausgebildeter Journalist beantworten kann". Journalist darauf: "Keine Beleidigungen bitte!" - natürlich alles im Scherz).
Das musst Du Dir doch nicht umhängen, das Mäntelchen, mit Deinem Dr. phil, der zu recht nicht nur ehrenhalber erworben wurde
.
Wie immer viele FREUNDLICHE Grüße
azur
PS: Wenn das Nichtakademiker gern sagen... Oder welche auf Hartgeld, die zwar alle gern die Errungenschaften der Wissenschaften nutzen, aber meinen so gern darauf verzichten zu können.
--
ENJOY WEALTH
(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)
Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.
Dein Goldenes Herz zum Beispiel
neptun
, Donnerstag, 07.02.2013, 03:32 (vor 4893 Tagen) @ azur
Lieber azur,
Deine Einwände finde ich durchaus großenteils berechtigt, aber einiges ist mir dabei doch aufgestoßen:
Wenn man sich ernsthaft mit Theologie oder vergleichbaren metaphysischen Dingen beschäftigt, dann beschäftigt man sich eher mit Nichtwissen als mit Wissen. Der Hauptgrund dafür, daß ich niemals Philosophie studieren wollte, liegt darin, daß weit über 99% dieses Studiums darin besteht zu lernen, wann wer was wozu gesagt hat. Das ist dann zwar Sammeln von Wissen und insofern auch wissenschaftlich, aber an der Realität der Metaphysik führt es meiner Meinung nach in der Regel meilenweit vorbei.
Wir wollen Maschinen von Ingenieur, Arzenei von welchen, die das gründlich lernten, Hochleistungscomputer, von Experten usw.
Arzneien bekommen wir hauptsächlich von Leuten, die sich auf's Geschäft verstehen, und die eben genau "das gründlich lernten".
Insbesondere will/muß ich Dir aber bei folgendem recht geben:
Mit diesem "Da ist der Feind", "Rübe ab" usw. sind wir alle mal schnell. Gut ist das aber nicht.
Dann verprollen wir.
Danke. Ich fühle mich angesprochen, weil ich in dieser Richtung viel öfter gefährdet bin als mir lieb ist. Vielleicht hilft Dein Hinweis ein wenig. 
LG neptun
--
Weil es permanent besonders aktuell ist:
"Es zeugt nicht von geistiger Gesundheit, an eine von Grund auf
kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein." (Jiddu Krishnamurti)
Wenn etwas nur formal den Gesetzen genügt,
Fritz
, Rheinistan, Mittwoch, 06.02.2013, 13:55 (vor 4893 Tagen) @ Zarathustra
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 06.02.2013, 14:03
dann ist es in Ordnung?
Mensch Fritz. Es kann - wie gesagt - nicht darum gehen, ob diese oder jene
Kritiker eine Dissertation als substanzloses, linkssozialistisches,
rechtskapitalistisches, ökonomisches oder theologisches
Aberglaubens-Geschwätz einstufen (was sie in den meisten Fällen ja
durchaus sein mögen), sondern darum, ob bei diesen Arbeiten regelwidrig
plagiiert wird oder nicht.
Hätte ich nicht erwartet.
Der Erkenntniswert einer Dissertation bemißt sich doch zuletzt daran, ob plagiiert wird oder nicht. Plagiieren ist natürlich zurecht verboten, aber eine Dissertation, die echte geistige Arbeit enthält und plagiiert ist doch immer noch interessanter, als eine Arbeit, die korrekt zitiert, aber im übrigen ausschließlich den Stand der Dinge rekapituliert.
Die ganze Plagiatdiskussion ist doch vermutlich auch deshalb entstanden, weil der Computer zwar Plagiate gut, Gesabbele aber überhaupt nicht erkennen kann.
Deshalb ist mir dieser Rückzug aufs Formale zu kurz gesprungen.
Gruß an den trotzdem geschätzten Zara
Fritz
PS: Muß jetzt zu Spiegel-Online wechseln um zu sehen, worüber ich mich als Nächstes aufzuregen habe
"Dämliches sozialistisches Geblubbere" und deshalb hatte ich
dottore
, Mittwoch, 06.02.2013, 13:47 (vor 4893 Tagen) @ Fritz
Hi Fritz,
nach der Wende ist Ost-Berlin gleich mal Gysis Kanzlei-Schild abgeschraubt und eingesteckt. Der Links-Mufti di Lorenzo hat ihm in einer Talkshow (Gysi, PCM und andere) ein neues Kanzlei-Schild geschenkt, das er extra hatte anfertigen lassen.
Der Gysi-Text ist wirklich bodenloser Schwachfug und es ist zu fragen, warum solche "DDR"-Titel hier nicht sofort aberkannt wurden. Damit wäre wenigstens der akademischen Sauberkeit Genüge geleistet worden.
Die Merkel-Diss hat ohnehin nur Bestand, da sie ihr Gatte Sauer auf wissenschaftliches Gleis gesetzt hatte. Merkels Eigenleistung dürfte eh nur aus Marxismus-Leninismus-Zitaten bestehen. Oberfaul die ganze Titel-Praxis. Gruß - d.
Ja klar, die Ossis haben eben nichts anderes drauf
azur
, Mittwoch, 06.02.2013, 14:11 (vor 4893 Tagen) @ dottore
Hallo dottore,
da kommt ja wieder mal der Bild-Chef durch?
Die Merkel-Diss hat ohnehin nur Bestand, da sie ihr Gatte Sauer auf
wissenschaftliches Gleis gesetzt hatte. Merkels Eigenleistung dürfte eh
nur aus Marxismus-Leninismus-Zitaten bestehen. Oberfaul die ganze
Titel-Praxis. Gruß - d.
Siehe meine Antwort an Fritz. Man kann es sich so leicht machen, wie Du, und Gysi und Merkel als dumm hinstellen, die eine "richtige" Diss nicht drauf gehabt hätten.
Schon mal von den berühmten "Evaluation Kommissionen" gehört, die nach er Wende gründlich an allen ehemaligen DDR-Unis 'umgruben'?
Da blieb kaum ein Auge trocken.
Das Rotsülz hättest auch Du Dir nicht sparen können, wenn Du in der DDR Promovieren wolltest.
Nun erzähl mir doch bitte auch noch, dass es nicht richtig war, dass die Osssis ihre Führscheine behalten dürfen (das war ja auch überlegt worden).
Die Facharbeiter und Diplomierten aus der DDR: Alles Schwachmaten, mit richtigem Mann und roter Akte.
Richtig Kluge gab es nur im Westen!
Nee, auch im Osten: Die waren dort alle im Knast oder in Hilfsarbeiterjobs.
Die Professores, die Lehre, die Forschung, die Industrie, die Landwirtschaft in der DDR: Da ware nirgends Begabte. Und Hochbegabte erst recht nicht!
Man kann es sich aber auch leicht machen, wenn man es braucht, nicht?
Allerdings: Ein Schild klauen - Respekt!
Das hat sicher gesessen!
Viele freundliche Grüße
azur
--
ENJOY WEALTH
(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)
Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.
Ach, azur ...
dottore
, Mittwoch, 06.02.2013, 14:24 (vor 4893 Tagen) @ azur
... es geht doch nicht darum, ob die Ossis weniger intelligent gewesen waren. Was natürlich Quatsch ist. Sondern darum, ob sie promovieren MUSSTEN, wo ihnen doch klar gewesen sein musste, wie die Chose in der "DDR" gelaufen ist.
Es MUSS niemand promovieren, nirgendwo. Das ist genauso wie bei militärischen Karrieren, die muss auch niemand einschlagen. Womit sich so Sachen wie Sieger-Justiz von selbst ergeben.
Vermutlich bist Du auch ein Ex-Ossi (promovierter?) und deshalb kann ich Deine Position so gut verstehen. Gruß - d.
Nein - es gibt immer welche, die müssen promovieren - Nur weil DDR, auf Dr. verzichten?
azur
, Mittwoch, 06.02.2013, 15:10 (vor 4893 Tagen) @ dottore
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 06.02.2013, 15:19
Danke sehr, dottore, nein ganz so ist es nicht - und ich möchte gern zu bedenken geben:
... es geht doch nicht darum, ob die Ossis weniger intelligent gewesen
waren. Was natürlich Quatsch ist. Sondern darum, ob sie promovieren
MUSSTEN, wo ihnen doch klar gewesen sein musste, wie die Chose in der "DDR"
gelaufen ist.
Ja, auch heute muss das keiner. Aber es ist doch so, dass es Kluge gibt, die können nirgendswo anders. Die müssen und wollen wissen.
Die studieren sehr gut und fallen den Profs auf. Dozenten und Profs sagen, den schlagen wir eine Promotion vor. Und dann machen sie es zu guten Teilen auch.
Hätten die das ausschlagen sollen.
All diejenigen, die ihre Lehrfach-, Seminar- usw. Arbeiten mit Rotsülz versehn mussten... Das hätte keiner machen müssen?
Und was dann? Man konnte ja nicht einmal so leicht woanders hin.
Also haben alle würdevoll die Quatsch erledigt und gut war.
Wie wohl in jenen Zeiten, wo sich immer ein Bibelvers gut machte.
Es MUSS niemand promovieren, nirgendwo. Das ist genauso wie bei
militärischen Karrieren, die muss auch niemand einschlagen. Womit sich so
Sachen wie Sieger-Justiz von selbst ergeben.
Sage mal, hast Du das Zitat, wonach Kohl gesagt hat, was er in der DDR gewesen wäre?
Der hätte sich auch dort engagiert mit dem was er kann.
Natürlich muss keiner promovieren. Aber wenn er kann, darf er schon überlegen, oder?
Der Dr. schadete natürlich auch in der DDR keineswegs, und wer verzichtet schon gern auf Verlockungen mit Nimbus, Gehaltsgruppen, interessanten Arbeitsgebieten.
Vermutlich bist Du auch ein Ex-Ossi (promovierter?) und deshalb kann ich
Deine Position so gut verstehen. Gruß - d.
Ja, ich bin Ossi. Nein, meine Promotion liegt unfertig in Schrank und ist in Scheidungswirren und anderem (Ex-Frau nach deren Promotion mit promovierten Freund mitten in meinen Staatsexamen weg - arbeitete davor schon auswärts - ich war die halbe Woche mit den 2 kleinen Jungs allein) untergegangen. Mein Mentor* an der Begabtenförerung, schlug mir eh vor, mich besser so verdient zu machen, dass es einen h. c. gibt.
Der wurde übrigens im Forschungsstudium von der Humboldtuni geworfen, weil er mit Wolfgang Templin, Wolle usw. einem geheimen Studienkreis angehörte. Damals hatte man, wie vielfach bei Kaiser oder in der Weimaer, die Möglichkeit, entweder mit Diplom oder Promotion abzuschließen.
Er flog also raus und hatte nichts.
War dann bei Reclam. Eines seiner wissenschaftlichen Vorworte hat der mutige Doktorvater meiner Ehemaligen dann als Promotion angenommen. Nur recht so.
Dafür, ass es bei nicht klappte, gibt es einige Gründe. Und die liegen natürlich auch bei mir.
Einer war aber auch der, dass es dann bei der FU nicht mehr ging und mich mein Westprof an eine Ostprofessorin verwies. Die schrieb das Gutachten so, dass der Westassistent später zornesrot rumzeterte: "Das muss ein Westassistent machen, sonst wird das nichts", weil eine Formulierung darin unglücklich war. Aufwendige Archivarbeit ohne das nun nicht genehmigte Stipendium nicht möglich - es blieb ein fast fertiger Torso: "Geschichter der Verwaltungsgerichtsbarkeit in den Besatzungszonen und der DDR". Heißes und schönes Thema.
Kenne viele Dr. aus der DDR, die den Dr. redlich erschwitzten (auch mein Vater) und denen zu gönnen ist, dass sie diesen Weg gingen, der ja nicht gleichbedautendt mit den totalen Verat von Verstand, Redlichtkeit und Integrität ist.
Die ganz überwiegende Menge in der DDR Promovierte, waren keineswegs Rote. Und nicht mal alle Roten waren dumm und gemein.
Die Allermeisten wollten so normal leben, wie sie konnten, mit dem was sie konnten.
Hätten alle sich verweigernd nur Straßenfeger und Schlosser sein sollen, die am besten auch noch sabotieren?
Nichts gegen Schlosser* und Straßenfeger!
Viele freundliche Grüße
azur
* Beraufsausbildung mit Abitur: Schlosser mit Abi. Jurastudium einmal angefangen im Osten, wo man mich in der Wende noch von der Uni werfen wollte - dann mit "Begabten"-Stipendium vollständig im Westen mit Staatsexamen. Ausbildung Filmproduktion, aber keine Seterfahrung. Produktionsleitung in einer sehr heiklen Sache, die ich gut rettete. Dozenten- und Trainertätigkeit. Und heute kleiner Kaufmann ohne viel Beziehungen.
--
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(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)
Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.
Ihr solltet Euch wieder nahen, schwankende...
Chrysostomos, Freitag, 08.02.2013, 19:47 (vor 4891 Tagen) @ azur
bearbeitet von Chrysostomos, Freitag, 08.02.2013, 19:53
… hättest auch Du Dir nicht sparen können, wenn Du in der DDR
Promovieren wolltest.
Ich selbst wäre eximmatrikuliert worden, hätte ich mich nicht „bekehren“ lassen.
(War schlimmster Systemkritiker)
Die Facharbeiter und Diplomierten aus der DDR: Alles Schwachmaten, mit
richtigem Mann und roter Akte.Richtig Kluge gab es nur im Westen!
Nicht klug im Sinne von Intelligenz.
Auf Grund völlig anderer Bedingungen.
Aber Schmalspur.
Hab mich mal mit einem „Typischen“ unterhalten.
Résumé meiner Fragen (Antwort von ihm):
Wenn mein Auto kaputt ist, gehe ich zu meinem Autoschlosser.
Wenn mein Fernseher nicht mehr funktioniert, gehe ich zum Fernsehfritzen.
Und wenn ich krank bin, gehe ich zum Arzt.
Meine Antwort:
„Und wo lässt Du denken?“
Wie sieht die Realität denn heute aus?
Im Osten wurde clever verschwiegen, man kam an keine Infos.
Im Westen wurde Gehirnwäsche betrieben, wahre Infos hat der „mündige Bundesbürger“ als Verschwörungstheorie abgetan.
Muss wohl nicht betonen, dass es da um den Durchschnitt geht, nicht um die Leser im Gelben.
Was kommt raus bei Kreuzung Ossi-Wessi?
Arroganter Arbeitsloser.
Bitte an Euch beide
@Azur
@dottore
Für mich ist „Das Gelbe“ inzwischen ein Leben geworden.
Weil es höchste Ansprüche erfüllt, aber auch für lernwillige unakademische Bürger Antworten gibt, wenn man bereit ist, alles bisher Gelernte zu vergessen und neu anzufangen.
Siehe Lehre vom Debitismus, dottore.
Und wenn man schon lange braucht, um beim Debitismus durchzusehen, was hat erst Derjenige drauf, der ihn entdeckt/entwickelt/zur Lehre gemacht hat?
Von daher Dank an Euch beide.
Nicht Jeder, der in Luckenwalde geboren ist, konnte den Staat ab Geburt frei wählen, wer 1939 auf die Welt kam, konnte später in der „freien Welt“ studieren und hatte alle Möglichkeiten, sich frei zu informieren.
Wenn man Menschen wie in einer Tierzucht aufwachsen lässt (DDR) und anschließend mit der freien Welt konfrontiert (nach 89), prallen Welten aufeinander.
Und ich sehe ein, dass da 20 Jahre nicht reichen, um gemeinsame Nenner zu finden.
Ökonomisches Beispiel: Saarland.
Würde heute noch das ärmste Bundesland sein, wenn nicht die „Wiedervereinigung“ gewesen wäre.
(Und wenn Polen nicht bald der Eurozone beitritt, bleibt vielleicht Mecklenburg-Vorpommern das ärmste Bundesland…o.k., war Spaß.)
Was Gysi betrifft, er ist kaum ein Strippenzieher.
Die Strippenzieher treten nie selbst auf.
(Außer vielleicht Sir Alfred Joseph Hitchcock, der in fast jedem seiner Filme kurz persönlich in einer Nebenrolle auftrat.)
Mag sein, dass Gysi für die bundesdeutsche Weide auserwählt wurde, weil er mit seinen Erfahrungen aus seiner Lehre als „Facharbeiter für Rinderzucht“
Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gregor_Gysi
super geeignet war.
(Prost, gleich ab 20:15 Uhr Prunksitzung zu Mainz wie es singt und lacht bei ARD.)
Nur meine bescheidene Meinung.
LG
Chrysostomos
Ein sich daran anschließendes Forschungsstudium wird den Hochbegabten vorbehalten - FDJ-Sekretärin für Agitation
azur
, Mittwoch, 06.02.2013, 14:01 (vor 4893 Tagen) @ Fritz
Hallo Fritz,
nur weil die Debatte nicht so verläuft, wie Du es wünscht, folgt:
Treibt Eure Sau alleine durch Dorf...
Zum einen: Gefördert vom System werden immer Hochbegabte und/oder die mit Beziehungen. In Ost, in West, in Nord und Süd.
Dass bestimmte Kreise via ihrer Möglichkeiten abkürzungen anstreben, ist bekannt.
Und es soll zu glauben sein, dass sich niemand fände, der die Dissertationen von anderen, als aus der FDP oder CDU auseinandernehmen und Verfehlungen anprangern könnte?
Mit den Dissertationen von Gysi ist man hart ins Gericht geggangen - u. a. Broder. Es ist doch nicht von der Hand zu weisen, dass man sich Gysis in den vergangenen 22 Jahren mehrfach intensiv bemühte zu entledigen.
Bevor die Quellen zu Gysis Diss folgen, meine Versicherung, dass die Auswahl der Promoventen in der DDR wesentlich gründlicher war. Da dort schon die Studienplätze limitiert waren, aus einer hohen Bewerberzahl gründlich ausgesucht wurde - von den zum Studium "delegierenden" Anwaltskammern, Gerichten oder Staatsanwaltschaften und von den Unis gesiebt, kam man da schon schwerer hin, als heute. In Jena studierten zu DDR-Zeiten pro Studienjahr maximal 100 Jurastudenten. Schnitt lag bei 60. Heute sind in einem Studienjahr an der FU mehr, als die Friedrisch-Schiller-Uni Jena in Jahren ausbildeten. Auf einen Studienplatz kamen ca. 50 Bewerber. Sicher halfen da Beziehungen. Und Gysis berühmter Vater.
Aus einem Studienjahr kamen etwa 2-4 Studenten in ein an das Studium anschließendes Forschungsstudium. Dort wurde Lehrarbeit geleistet (Seminare, wie heute t. w. Assistenzen aka WiMis) und die Promotion erledigt.
Kannte sehr viele Forschungsstudeten aus den Protesten zum Ende der DDR. Das war die Elite, weil es merklich Hochbegabte waren. Die bekamen auch oft dann westdeutsche Hochbegabtenstipendien und etliche sind heute Professoren usw.
http://www.zeit.de/1968/37/wie-man-in-der-ddr-studiert/seite-3
Noch kurz zu den leidigem Thema dieser nervig rotsülzigen Einleitungen und Quellen bei DDR-Arbeiten. Du kannst suchen, aber Du wirst wohl keine DDR-Facharbeiterarbeit, keinen Diplom- oder Promotionsarbeit finden, welche nicht, vor allem zu Beginn in der Einleitung, den Gepflogenheiten folgt, und die, im DDR-volksmund so genannte "Rolle der Bedeutung" betont. 3-4 Quellen aus Leitplenen usw. Ekelhaft, aber alle haben sich durchekeln müssen und das getan, weil es so üblich war, um an den Scharfmachern vorbei zu kommen, mit denen man umgehen musste.
Wer auch immer aus dem Westen im Osten promoviert hätte, hätte dies ebenso gemacht, machen müssen.
Diese Sätze bei Merkel oder Gysi sage schlicht nichts. Sie sind zumeist leeres Stroh, Litanei nach Partei-Kanon.
Habe noch keinen gehört, das Gysi nicht ein hohes Talent zur analytischen Arbeit, eine sehr hohe Intelligenz bescheinigte... Der kann promovieren.
Und wie all die fleißigen Promoventen, die ihre Arbeiten nicht neben ihrer Politik- oder sonstigen Kariere zusammenzimmern (was für die Arbeiten oft schlecht ist), hat er sich auch die Zeit dafür nehmen können.
Übrigens war Gysi keineswegs nur linientreu. U. a. die berühmte und geschaßte DDR-Band Renft lobte ihn nach der Vereinigung für dessen Hilfe.
Nun zu den "vorurteilsfreien Annäherungen" der "Freude Gysis":
Broder: http://www.welt.de/kultur/article12656728/Als-Gysi-das-sozialistische-Recht-vervollkomm...
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/forschung-und-lehre/gysis-doktorarbeit-nicht-fuer...
Ja was haben die denn erwartet? Oposition?
Gleiches hier: http://www.focus.de/politik/deutschland/doktorarbeit-gysi-und-die-maer-vom-westdeutsche...
Ja sicher - man kann auch über heute stellenweise absurd erscheinende Themenstellungen von Dissertationen aus dem 18. und 19. Jahrhundert herziehen. Das ist ja ein beliebtes Spiel in erzakademischen Kreisen, alte Doktorarbeiten zu belästern. "Dämologie" in der Psychologie usw.
Fakt ist: Gysi hatte Zeit und Verstand. Und genug Feide, die seine Arbeit in der Luft zerrissen hätten, wenn sie nur könnten.
Noch eine, die den Fakt nicht aushalten kann Fritz: http://www.else-ackermann.de/resources/Gregor+Gysi+Doktorarbeit$2C+Hymne+auf+die+Partei...
Aber es ist ja wie die Vermengung von IM-Vorlauf und IM und dieser ewige Schwachsinn von der angebliche herausragenden FDJ-Sekretärin für Agitation und Prpaganda. Die gab es in jeder Ebene. In jeder Schulklasse (ab Klasse 8!) und in jeder Lehrklasse, in jedem Arbeitskollektiv und in jedem Zug. Die Wahl der Leitung mit Sekretär, Stellvertreter, Agi, Kassiere und Kulturverantwortlichen, war obligat. 98 % aller Jugendlichen waren in der FDJ, um ihre Ruhe zu haben. Man ging zur obligaten Wahlveranstaltung, ließ sich nicht wählen, wenn es ging, sorgte aber dafür, dass jemand mit Klassensprecherqualität (gab es ja so nicht) Sekrtär wurde. Die Schlauen wurden, wenn sich die Wahl nicht verhindern ließ, Agitleute. Da war man halbwegs aus der Schusslinie und musst weniger machen, als Kassierer oder Kulturverantwortliche.
Die übergeordneten Leitungen, hatten die gleiche Struktur.
Es gab als huntertausende, beileibe nicht ansatzweise "rote" Agit-Leute in Schul- und Lehrklassen, in Seminargruppen (DDR-Studium war stark verschult: Seminargruppe war wie eine Schulklasse) und Arbeitskollektiven (heute Team).
Hundertausende... Max Goldt hat schon 1994 (!) in der Titanic beschrieben, warum die Merkel, trotz ihres damals nocht so unchicen Auftretens, das Zeug hätte. Sie wirkt wie "Nee, doch nicht so eine". Und dann denkt man "Warum nicht so eine wie wir, die Normalen, nicht Prominenten, Reichen und Schönen" (die vielfach viel zu klug sind, als sich durch öde Parteistrukturen und -veranstaltungen auf unbequeme Jobs hochzuarbeiten, mit all dem Stumpfsinn und all der Lügerei).
Merkel und Gysi sind, an den richtigen Stellen, schlaue Anpasser, mit den richtigen Förderern. Dass Merkel es trotz ihrer Familienherkunft, die bei DDR-Studienauswahlen eine Rolle spielten (Akademikerkinder wurden zurückgestellt - denn die Arbeiterkinder wurden bevorzugt; Pfarreskinder mussten dort viel mehr Leistung zeigen: kenne sehr viele "Theos"), dieses Gebiet so bearbeitete, zeigt, dass sie es drauf hat. Die Qualität ihrer Arbeits als Physikerin wurd nie ansatzweise kritisiert.
Ebenso wenig, wie die von Gysi (auch wenn auch von Ost-Kollegen so mancher integere Mann über Gysis Aktionen die Augen hob: Zu schnell, zu laut usw.).
Heute wird ja so getan, als sei man als Ossi mit FDJ-Vergangenheit quasi bevorzugt.
Und Leute wie die Schavan und Guttenberg im Nachteil.
Na, wer das glauben will...
Schavan gilt als übrigens in Kreisen der Wissenschaft als sehr tüchtige Förderin. Und wer sagt, dass sie dies nur als Hintergrund zu der Afäre tat.
Guttenberg war ein Luftnummer. Blendend, aber zu wenig dahinter.
Das scheint bei Anette ganz anders zu sein, auch wenn ich deren Positionen stellenweise für falsch halte und sie selbst für durchtrieben.
Fakt ist, dass die Wissenschaftseinrichtungen von ihr schwärmen sollen, was sie in den letzten Jahren gestemmt hat.
Bei einer Kanzlerin, die aus der Wissenschaft stammt und einen Ehemann Lehre- und Forschugn hat, hatte sie es sicher leichter. Aber auch daran muss die Ministerin gemessen werden.
Allerdings ist nach Guttenberg klar: Glaubwürdigkeit ist mit Täuschung nicht vereinbaren.
Die hat doch alle Hebel in Bewegung gesetzt, um ihren Ruf zu verteidigen. Wenn ihr das nicht gelungen ist, dann sicher nicht nur wegen ost-links-böse-böse Verschwörungen.
Viele freundliche Grüße
azur
--
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Lieber Azur, Danke für Deine Hinweise
Fritz
, Rheinistan, Mittwoch, 06.02.2013, 14:17 (vor 4893 Tagen) @ azur
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 06.02.2013, 14:21
Ich bin kein Experte für Wissenschaft, nach meinem Kenntnisstand war die DDR in Naturwissenschaft und Technik akademisch auf hohem Niveau.
Die Juristerei ist überall natürlich eher die Hure der Mächtigen und ich vermute, in der DDR besonders...
Daher kann ich mich Dottores Vorschlag von oben im Prinzip anschließen: Warum hat man seinerzeit kein Anerkennungsverfahren für DDR-Abschlüsse eingeführt und die, deren Promotion nur aus sozialistischer Scheiße bestanden hat, die hätten halt Pech gehabt.
Ich habe die Zeitungsartikel über Gysis Promotion jedenfalls so verstanden, daß er die ganze Zeit das Loblied auf die Partei gesungen hat - vielleicht habe ich es falsch verstanden und es wurde verfälscht.
Daß Merkel es in der DDR so schwer hatte, mag sein oder auch nicht. Aber wer hat schon einen Vater, der freiwillig ins Paradies der Werktätigen gezogen ist. Der rote Kasner war für die ostzonalen Bonzen sicher das ideale Aushängeschild.
Familie Gysi hat dort aber sicher zu den Top Ten gehört. Wenn der liebe Gregor nur linientreu auf den Spuren seines Vaters gewandelt ist, was hätte ihn davon abhalten sollen, in den sozialistischen Adelsstand erhoben zu werden? Mangelndes Talent hätte bestimmt nicht gestört.
Gruß
Fritz
Kein Interesse
Anno2013, Mittwoch, 06.02.2013, 19:14 (vor 4893 Tagen) @ Fritz
Warum hat man seinerzeit kein Anerkennungsverfahren für DDR-Abschlüsse eingeführt und die, deren Promotion nur aus sozialistischer Scheiße bestanden hat, die hätten halt Pech gehabt.
Weil keiner ein Interesse daran hatte.
So wie die Aufgabe eines Gregor Gysi auch nicht die eines "normalen Politikers" ist, sondern die DDR und ihre Intelligenz geräuscharm in ein Gesamtdeutschland zu überführen ... daß da auch andere als deutsche Interessen (von der heutigen Linkspartei) bedient werden, sollte erkannt worden sein.
Die DDR-Wissenschaftler werden pi*Daumen nicht schlechter gewesen sein als ihre Kollegen, zumal man sich der "Bildungsexpansion" des Westens verweigert hatte. Ab 1990 gab es kein Bedürfnis, der technisch-naturwissenschaftlichen Intelligenz an die Karre zu fahren und den "regimenahen Künsten und Wissenschaften" wollte man nicht an das Leder (s.o.) und deshalb blieb es beim Absägen "belasteter" Professoren und dem Zuteilen von Lehrstühlen an westdt. Karrieristen.
Ein bißchen Salz muß ich schon in die ostdeutsche Wunde streuen: Daß die westdt. Akademiker oberflächlich und die ostdeutschen Intelligenzler in irgendeiner Form "tiefgründig" oder "überlegen" gewesen sein sollen, kann ich nicht bestätigen.
Ich muß leider auch sagen, daß mir (vorzugsweise als Ing.) mehrere Ostdeutsche mit anerkanntem DDR-Bildungsabschluß und mehrere "aus den sozialistischen Bruderländern" über den Weg gelaufen sind, bei denen ich mich gefragt habe, ob die wirklich jemals auch nur in die Nähe einer Hochschule gekommen sind.
Dazu gibt es noch ein paar "Kleinigkeiten":
Die Anerkennung der Bildungsabschlüsse der SED-Parteihochschule(n), die Gefälligkeitsabschlüsse in der Wendezeit, das Fehlen einer "ehrlichen" Diskussion über die eigene (akademische !) Rolle in der DDR und heute, das Versagen in der Debatte über das Bildungssystem, das offenbar nur als Versorgungsposten betrachtet wird.
Danke für den Link
MI
, Mittwoch, 06.02.2013, 15:59 (vor 4893 Tagen) @ Fritz
Wir Deutschen sind schon ein wirklich sehr bescheuertes Völkchen.
Sicherlich zurecht wird viel über korrupte/unfähige/wirklichkeitsferne Politiker geschimpft und gemeckert, was das Zeug hält. Gerne auch hier im Gelben.
Und jetzt kommt da eine Politikerin, der wie ich finde man nicht allzuviele Vorwürfe machen kann dahingehend, dass sie ihre Ministerarbeit nicht ordentlich machen würde. Und wir haben nichts besseres zu tun, als ihr
nach 33(!!!) Jahren
den sicherlich nicht mit überragenden gedanklichen Leistungen, dafür aber mit viel Fleiß und Akribie - und sicher weit mehr davon im Vergleich zu vielen anderen Arbeiten, für die so manche/r einen Dr.-Titel bekommt (man denke an die Mediziner) - erstellt wurde, zu entziehen, und sie damit ihrer Existenz zu berauben. Zum Dank für ihre Arbeit darf die Ministerin nun einer unehrenhaften Entlassung (Abgang, um "das Amt nicht zu beschädigen") entgegen sehen. Dazu all die Leute, die auch noch gerne einen Stein drauf werfen.
Ich sage Bravo. Schämen dürfen sich alle, die unter Verkennung jeden Maßes eine der wenigen vertrauensvollen Gestalten der deutschen Politik zu Fall gebracht haben.
Wir schüttelten gerne den Kopf über die Amis und der Lewinski, jetzt hat die Welt allen Grund, ihn über uns zu schütteln, endgültig.
Grüße,
MI
Überzeugung contra Fachwissen
Chrysostomos, Montag, 11.02.2013, 09:07 (vor 4889 Tagen) @ MI
Wir Deutschen sind schon ein wirklich sehr bescheuertes Völkchen.
Sicherlich zu Recht wird viel über korrupte/unfähige/wirklichkeitsferne
Politiker geschimpft und gemeckert, was das Zeug hält. Gerne auch hier im
Gelben.
So weit, so gut.
„Es gibt kein gutgläubigeres Volk als das Deutsche. Zwiespalt brauchte ich unter ihnen nicht zu säen.
Ich brauchte nur meine Netze auszuspannen, dann liefen sie wie scheues Wild hinein.
Untereinander haben sie sich gewürgt, und sie meinten damit ihre Pflicht zu tun.
Törichter ist kein anderes Volk auf der Erde. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie.
Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgten sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.“
Napoleon Bonaparte: Polit. Testament 1818
1769 bis 1821 Leipzig 1822
Und jetzt kommt da eine Politikerin, der wie ich finde man nicht
allzu viele Vorwürfe machen kann dahingehend, dass sie ihre Ministerarbeit
nicht ordentlich machen würde. Und wir haben nichts Besseres zu tun, als
ihrnach 33(!!!) Jahren
Jepp, 33 Jahre das Volk verschaukelt, Beweis für „sich hinter die Fichte führen lassen“ des deutschen Volkes.
den sicherlich nicht mit überragenden gedanklichen Leistungen, dafür
aber mit viel Fleiß und Akribie - und sicher weit mehr davon im Vergleich
zu vielen anderen Arbeiten, für die so manche/r einen Dr.-Titel bekommt
(man denke an die Mediziner) - erstellt wurde, zu entziehen, und sie damit
ihrer Existenz zu berauben.
Ach, wenn man 33 Jahre das eigene Volk veraxxxxt, ist das Beweis?
Wofür?
Ich kann in Deinem Beitrag weder fachliche noch sachliche Hinweise, desto mehr Meinung und Überzeugung erkennen.
Zum Dank für ihre Arbeit darf die Ministerin
nun einer unehrenhaften Entlassung (Abgang, um "das Amt nicht zu
beschädigen") entgegen sehen. Dazu all die Leute, die auch noch gerne
einen Stein drauf werfen.
Unehrenhafte Entlassung?
Hat sie sich ihre Einstellung ehrenhaft erkämpft?
Nun ja, Beziehungen wurden in Sozialismus peinlich gepflegt.
Rein zufällig kennen sich Merkel und Schavan ja aus früheren Zeiten.
„Merkel und Schavan sind mindestens seit 1998 ein vertrautes Duo. Merkel wurde damals Generalsekretärin, Schavan Partei-Vize. Abgesehen von Wolfgang Schäuble ist niemand länger in der CDU-Spitze als die beiden. In all den Jahren hat Schavan Merkel bei deren Aufstieg zur unangefochtenen Parteichefin geholfen.
Dabei war Schavan in vielerlei Hinsicht wichtig. Zum einen deckte sie für Merkel die katholische Flanke der CDU ab. Schavan sitzt im Zentralkomitee der deutschen Katholiken, bis zu ihrer Wahl in den Bundestag war sie dessen Vizepräsidentin. Merkel und ihr Generalsekretär Hermann Gröhe sind Protestanten. Außerdem hatte Schavan viele Jahre lang im Landesverband Baden-Württemberg etwas zu sagen. Zusammen mit Nordrhein-Westfalen stellt der Südwesten die Hälfte aller Parteitagsdelegierten. Merkel braucht deren Unterstützung.“
Quelle:
http://www.sueddeutsche.de/politik/kanzlerin-und-ihre-bildungsministerin-warum-schavan-...
Ich sage Bravo. Schämen dürfen sich alle, die unter Verkennung jeden
Maßes eine der wenigen vertrauensvollen Gestalten der deutschen Politik zu
Fall gebracht haben.
Und wieder psychologische Argumente, untermauert nur durch Dein Vertrauen in sie.
Wir schüttelten gerne den Kopf über die Amis und der Lewinski, jetzt hat
die Welt allen Grund, ihn über uns zu schütteln, endgültig.
So. Jetzt keine Meinungen und Überzeugungen, sondern Wissen und Können.
Schavan ist nur Eine von Vielen, sie hat einen Vorgänger abgelöst, der D. ins Grab bringen wollte, und ihr Nachfolger wird mit der gleichen Intension daran arbeiten.
Kommen wir zum Ergebnis ihrer „Arbeit“:
Der deutsche Michel wurde weiter verblödet.
Die junge Generation wurde durch entsprechende schulbildungshafte „Aufklärungsarbeit“ dazu gebracht, im Auftrag von „Führer, Volk und Vaterland“ sein Leben in Afghanistan und anderen Ländern zu opfern.
Voraussetzung war, dem Bildungssystem kolumbianisches Niveau zu bringen.
Was ich als Richter Schavan zugestehen könnte, wäre, dass sie selbst von Nichts wusste.
Grüße,
MI
Oder vielleicht IM?
Na gut, wer Zeit hat, dem möchte ich zu mindest mal einen Tipp geben für Anfangsrecherchen.
Etwas mehr, als die „Süddeutsche“ liefert.
http://de.wikipedia.org/wiki/Cusanuswerk
Interessante Namen, wie man sieht, im katholischen Hilfswerk.
• Oskar Lafontaine
• Norbert Lammert
• Heinz Riesenhuber
Ohne Groll
Chrysostomos
Okay, du hast recht...
MI
, Dienstag, 12.02.2013, 18:52 (vor 4887 Tagen) @ Chrysostomos
Hi Chrysostomos,
Ich kann in Deinem Beitrag weder fachliche noch sachliche Hinweise, desto
mehr Meinung und Überzeugung erkennen.
Das stimmt, ich habe meine Meinung kundgetan. Ich hab Frau Schavan als Politikerin gemocht und finde es schade, dass sie nun geht oder gehen muss.
Unehrenhafte Entlassung?
Hat sie sich ihre Einstellung ehrenhaft erkämpft?
Äh, ja? Finde schon. Geschenkt bekommen hat sie es nicht.
Aber zu den Fakten: Die sprechen möglicherweise nicht so sehr für sie. Die Uni-Reform hätte vielleicht diplomatischer ausfallen können und nicht so kompromisslos auf Kosten des Aparats und der Studenten. Sicher bin ich mir da nicht.
Sicher bin ich mir bezüglich einiger Erfahrungsberichte meines Umfeldes. Ich bin in einem Forschungszentrum tätig und habe stets nur Gutes gehört, wenn es um Frau Schavan ging. Konstruktiv, vernünftig, uneitel eben, gute Rede (frei, ohne Manuskript). Das sind Dinge, die für mich für sie sprechen.
Ansonsten hat der Spiegel ja am Ende die Wahrheit damit ausgedrückt, dass man das Bildungsministerium auch zumachen könnte, da die Kompetenzen systematisch an die Länder abgegeben wurden bzw. dort sind.
Grüße,
MI
(nein, nicht IM
" /> )
und mit dem Zitierten hab ich echt kein Problem
„Merkel und Schavan sind mindestens seit 1998 ein vertrautes Duo. Merkel
wurde damals Generalsekretärin, Schavan Partei-Vize. Abgesehen von
Wolfgang Schäuble ist niemand länger in der CDU-Spitze als die beiden. In
all den Jahren hat Schavan Merkel bei deren Aufstieg zur unangefochtenen
Parteichefin geholfen.
Dabei war Schavan in vielerlei Hinsicht wichtig. Zum einen deckte sie für
Merkel die katholische Flanke der CDU ab. Schavan sitzt im Zentralkomitee
der deutschen Katholiken, bis zu ihrer Wahl in den Bundestag war sie dessen
Vizepräsidentin. Merkel und ihr Generalsekretär Hermann Gröhe sind
Protestanten. Außerdem hatte Schavan viele Jahre lang im Landesverband
Baden-Württemberg etwas zu sagen. Zusammen mit Nordrhein-Westfalen stellt
der Südwesten die Hälfte aller Parteitagsdelegierten. Merkel braucht
deren Unterstützung.“
Und Merkel?
Bankster
, Mittwoch, 06.02.2013, 11:37 (vor 4894 Tagen) @ Knight
Doktorarbeit sowohl in der Uni als auch bei ihr "verschollen".![[[freude]]](images/smilies/freude.gif)
http://goldblogger.de/deutschland/doktorarbeit-von-merkel-verschwunden.html
--
Manchmal verliert man, manchmal gewinnen die Anderen.(Otto Rehagel)
"Doktorarbeit sowohl in der Uni als auch bei ihr "verschollen""
Fritz
, Rheinistan, Mittwoch, 06.02.2013, 11:42 (vor 4894 Tagen) @ Bankster
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 06.02.2013, 12:35
Dem Manne kann geholfen werden, bitte hier nachschauen:
http://de.plagipedi.wikia.com/wiki/Merkel,_Angela:_Untersuchung_des_Mechanismus_von_Zer...
Solange Leute wie Gysi sich ganz legal "Doktor" nennen können, ist die ganze Diskussion eh ein Witz.
Was soll der Quatsch, die Doktorarbeit von Merkel ist nicht verschollen. (mL)
DT
, Mittwoch, 06.02.2013, 12:22 (vor 4894 Tagen) @ Fritz
Hier ist sie doch:
http://www.4shared.com/document/dTHTXgKK/AM_Disspdf.html
Doktorarbeiten sind publiziert, daher können sie nicht verschollen sein. In ein paar Bibliotheken findet sich immer ein Exemplar. Was verschollen ist, ist der marxistisch-leninistische Teil, siehe hier:
http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Forum:Vergleich_der_Diplomarbeit_mit_der_Doktorarbe...
Jegliche Versuche, der IM Erika bzgl. Plagiieren etc. ans Bein zu pinkeln, laufen ins Leere. Ich hab mir die Arbeit schon vor Jahren angesehen, und Merkel hat wirklich penibelst zitiert. Auch der Ansatz, die Doktorarbeit sei zu ähnlich der Diplomarbeit ist quatsch. So kriegt man sie nicht dran. Eher mit der ganz offensichtlichen Tatsache, daß sie unser Volk für Hunderte von Milliarden EUR auf Jahrzehnte hinaus an die Amis, die Engländer und an die EU Diktatur verraten hat und unser ganzes demokratisches System aus "Alternativlosigkeit" auf dem Altar ihrer Einflüsterer geopfert hat.
Leider "kriegst" Du sie auch damit nicht "dran".
neptun
, Donnerstag, 07.02.2013, 02:08 (vor 4893 Tagen) @ DT
Lieber DT,
danke für diesen Deinen Beitrag (so wie für viele andere auch).
[ ... ] So kriegt man sie nicht dran. Eher mit der ganz offensichtlichen Tatsache, daß sie unser Volk für Hunderte von Milliarden EUR auf Jahrzehnte hinaus an die Amis, die Engländer und an die EU Diktatur verraten hat und unser ganzes demokratisches System aus "Alternativlosigkeit" auf dem Altar ihrer Einflüsterer geopfert hat.
Das läuft doch jetzt schon einige Jahre so, daß mehr oder weniger systematisch getestet wird, "was alles geht", und siehe: Es geht fast alles! Leider. Das war nicht nur vor 70-80 Jahren so. Die sog. Demokratie scheint sogar tatsächlich die bisher beste Plattform für solche Experimente zu sein. Das deckt sich meiner Meinung nach mit vielem, was Du an anderen Stellen auch schon erwähnt hast.
Mein einziger Trost besteht darin, daß es in unserer bexxxenen dualen Welt nicht nur kein Glück ohne Leid zu geben scheint, sondern auch kein Leid ohne Glück, was heißt, daß auch diese "finsteren Mächte", für welche Ihre Merkelwürden zur Zeit arbeitet, auch niemals dauerhaften Erfolg werden haben können.
LG neptun
--
Weil es permanent besonders aktuell ist:
"Es zeugt nicht von geistiger Gesundheit, an eine von Grund auf
kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein." (Jiddu Krishnamurti)
Doktorarbeit zugleich Hochschulabschluss
Michael Krause
, Mittwoch, 06.02.2013, 12:20 (vor 4894 Tagen) @ Knight
wusste gar nicht dass es so etwas überhaupt gibt. Scheint es aber in katholischer Theologie einmal gegeben zu haben: Bei Frau Schavan ist die Promotion zugleich ihr Hochschulabschluss. Also nicht nur keine Doktorspielchen mehr wie der geniale Fussballer Hans Sarpei anmerkte sondern überhaupt kein akademischer Titel mehr.
War mal sehr üblich - daher rührt eigentlich das Rigorosum
azur
, Mittwoch, 06.02.2013, 15:57 (vor 4893 Tagen) @ Michael Krause
wusste gar nicht dass es so etwas überhaupt gibt.
Hall Michael,
doch, der Hochschulabschluss mit Promotion, war mal Standart in vielen Wissenschaften. Hintergrund war der recht einfache Gedanke, dass eine Promotion ja ein besserer Uni-Abschluss ist, als ein Diplom. Wer die Promotion schafft, wozu vorher noch ein Diplom usw. (Ausnahme waren wohl die Fächer, für die Preußen aus Gründen der staatlichen Kontrolle Staats-Examen wollte: Jura, Medizin, Lehrer, Theologen - die ehemaligen Honorationen auf dem Lande).
Das http://de.wikipedia.org/wiki/Rigorosum sollte gewährleisten, dass das Fach-Wissen des Absolventen, auch über das Gebiet seiner Promotion hinaus, vorhanden und geprüft ist.
Das Verfahren des Rigorsum ist heute sehr unterschiedlich ausgestaltet, sollte aber immer über eine bloße Disputation der Arbeit hinaus gehen.
Wer wie wir staatlich examiniert ist, hat dazu aber wenig Bezug.
Abschluss mit Promotion - also eigentlich uraltes Verfahren. Schon beim Kaiser, und auch lange dannach in vielen Fächern. Heute nicht mehr so üblich.
Viele freundliche Grüße
azur
--
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Das Standart-Rätsel
Leserzuschrift
, Mittwoch, 06.02.2013, 17:50 (vor 4893 Tagen) @ azur
In der kürzlich geführten Diskussion über Frau Schavans Entzug des Doktorgrades, die dann unversehens in eine Ost-West Konfrontation abzugleiten drohte, fiel mir wieder auf, dass Ostdeutsche das Wort Standard sehr häufig mit „t“ statt mit „d“ schreiben. In meinen drei Jahren in direkter Nachwendezeit in Leipzig fiel mir das als Wessi auch schon auf. Der Ost-Duden schrieb Standard korrekt mit „d“.
Vielleicht kann mir einer der verehrten Ost-Foristen dieses Phänomen erklären. Seitdem die Suchfunktion so effizient arbeitet, kann das jeder gerne überprüfen.
Mit herzlichen Grüßen ans gesamtdeutsche Forum und einem Augenzwinkern,
Volker.
Ost-Welten
nemo, Mittwoch, 06.02.2013, 19:51 (vor 4893 Tagen) @ Leserzuschrift
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 06.02.2013, 20:00
Das Wort Standard war so fremd in seiner Bedeutung, dass niemand je auf die Idee
gekommen wäre, nachzuschlagen, wie man es richtig schreibt. Dazu war es nicht
wichtig genug und es fehlte einfach jede praktische Anwendbarkeit.
Aber dafür konnte jeder in der 5. Klasse Wladimir Iljitsch Lenin richtig schreiben.
Sogar auf Russisch.
Gruß
nemo
--
„Alles, was wir hören, ist eine Meinung, keine Tatsache. Alles, was wir sehen, ist eine Perspektive, nicht die Wahrheit.“
Marcus Aurelius
Ostwelten - Was die Archive so hergeben
Sligo
, Mittwoch, 06.02.2013, 20:20 (vor 4893 Tagen) @ nemo
Da wird ja gerade in der 5. Jahreszeit sind, eine Anregung....Doktorgrade als Politiker-(Protz)Package (Dr. pseud.) für alle Abgeordneten einführen?!
Nicht so in der SED...hier galt die Abschaffung des Bildungsprivilegs.
Eine nette Drucksache der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, Kreisverband Sonneberg.
....“Verstaatlichung der Banken, Brechung der Zinsknechtschaft, Zertrümmerung der Konzerne und Truste, Abschaffung des Bildungsprivilegs, Gleichberechtigung aller Schaffenden, Bodenreform, Schutz der friedlichen Entwicklung und des Friedens überhaupt, die SED hat es verwirklicht.
Wenn Du Hitler gefolgt bist, um Deutschland zu dienen, so bist Du unser Mann.â€
http://s14.directupload.net/images/130204/r54a5pth.jpg
Also 'rechts' war offensichtlich schon immer 'links'!
Gruss!
Bildungsprivileg
Anno2013, Mittwoch, 06.02.2013, 21:42 (vor 4893 Tagen) @ Sligo
Nicht so in der SED...hier galt die Abschaffung des Bildungsprivilegs.
Wenn ich die Zahlen richtig im Kopf habe, stammten bereits Anfang der 80iger rd. 70% der Studentschaft der DDR-Universitäten aus einem Haushalt mit mind. einem Hochschulabsolventen.
1988 lag der Anteil von Arbeiterkindern bei 10% der Universitätsstudenten, in der BRD bei 15%.
In der "DDR" habe ich ...
dottore
, Donnerstag, 07.02.2013, 13:06 (vor 4893 Tagen) @ Anno2013
Hi Anno2013,
... bei einem Archiv- und Forschungsbesuch in Merseburg, Dresden und Potsdam 1966 an Baustellen Schilder gesehen mit dem Text "Bauarbeiter gesucht! Mit und ohne Abitur". Holla! Bauarbeiter MIT Abitur (und das nicht als Studenten-Job, sondern als fertige Ausbildung). Gruß - d.
Es gab Lehrberufe mit Abitur
M. S.
, Schwabenland, Donnerstag, 07.02.2013, 14:03 (vor 4892 Tagen) @ dottore
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 07.02.2013, 14:10
Servus dottore,
es gab damals die Berufsausbildung mit Abitur, das heisst, man konnte innerhalb der Berufsausbildung auch das Abitur erwerben. Also Abschluss der Realschule (hieß damals Polytechnische Oberschule) ohne Abitur, und dann das Abi innerhalb der Lehre nachholen. Das ermöglichte Jugendlichen einen zusätzlichen Weg zu späterem Studium, die vorher das Gymnasium (EOS) zum Abitur nicht machen konnten.
"Berufsausbildung mit Abitur: Ausbildung im Grundberuf oder in sonstigen zum Abitur zugelassenen Ausbildungsberufen sowie in eigenen Abiturklassen der Betriebsberufsschulen. Eingangsvoraussetzungen: Abschluß der 10. Klasse der Allgemeinbildenden Polytechnischen Oberschule; sehr gute schulische Gesamtleistung. Dauer: 3 Jahre. Zahl der Ausbildungsberufe: 28 Grundberufe sowie sonstige zum Abitur zugelassene Ausbildungsberufe. Abschluß: Facharbeiterbrief und Abiturzeugnis."
(Quelle: Berufsausbildung in der DDR)
Beste Grüße
Matthias
Das waren ganz klar Ausbildungsstellen (ed)
azur
, Donnerstag, 07.02.2013, 14:46 (vor 4892 Tagen) @ dottore
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 07.02.2013, 15:04
Hallo dottore,
ergänzend zu Matthias:
Hoschulberechtigung war in der Regel das Abitur.
Das wurde entweder an den DDR-Gymnasien - genannte Erweitere Oberschule - EOS abgelegt. Oder konnte später auch parallel zur Berufsausbildung abgeelgt werden (sowei an der Abendschule, für Berufstätige).
Bis 1980 gingen die, die eine der heiß begehrte "Abikarten", d. h. Zulassungen zum Abi, ab der 8. Klasse auf die EOS, bis einschließlich des 12 Schuljahres. Dannach ging man ab der 11. Klasse für zwei Jahre dorthin. Alle waren also bis zu 10. Klasse in einer Schule, dann ging die Masse in die Lehrausbildung und ein paar Auserwählte zur EOS oder zur BmA - Berufsausbildung mit Abitur.
(Ausnahmen waren immer 1-2 von einer durchschnittleich Klassengröße von 28 - 32 Kindern oder Jugendlichen an den POS - den normalen Schulen, die nach der 8. abgingen, weil deren Motivation und Leitungen nicht stimmten. Die machten dann Hilfsarbeiter- Ausbildungen. Ja, Ausbildung hierzu).
Aus den 28-32 Kindern wurden in der Regel 2 Kinder zum Abi ausgewählt. In Berlin heiße Schlacht, in einigen Teilen des Lnades, erfuhr ich dann im Wehrdienst mit Leuten aus der gesamten Republik, war das nicht überall so begeht. In den Großstädten schon.
Die Abiturzulassung, die Abikarte, erhielten nicht nur Linientreue, sondern auch andere. Kirchliche waren auf oft auf die n wenigen, fast unbekannten, z. B. Katholischen Schulen (Berlin Mitte, Berlin Weißensee usw.) angewiesen.
Mir wollte man die Karte nicht geben, weil zu renitent (auch die Eltern) und ich mich nicht zum 25jährigen Wehrdienst pressen lassen wollte. Wer das machte, also sich zur 25 Jahre Armee verpflichtete, der hatte Vorteile. War 2bester der Klasse.
Meine Ex hat in Sachsenanhalt als absolut Schulbeste Schwierigkeiten bekommen, weil deren Mutter Schuldirektorin und der Vater Jugendherbergsleiter (historische, ewige Baustelle - keine gewöhnliche JH) war. Damit galt sie nicht als Arbeiterkind, sondern Kind von Angehörigen der "Intelligenz". Da wurden allen ernstes die Eltern eingeladen und sie sollten ihr Verständnis für die Nichtauswahl schriftlich erkklären. Hat sich aber alles nicht durchhalten lassen und sie und ihr Bruder waren dann auf einem uraltehrwürdigen Internat. Harte Schule, beide heute promoviert.
Auch meine Eltern haben einen Aufstand veranstaltet und ich bekam dann die eine "Sonderkarte" des Bildungsstadtrates. Die hatte er zu verteilen.
Zum Eigentlichen: der Berufsausbildung mit Abitur. Das hat noch zwei Besonderheiten.
Zum einen: EOS und normale Berufsausbildungen (Lehre) waren in aller Regel 2 Jahre. Die Berufsausbildung mit Abi 3 Jahre.
Und: in den BmA fehlte immer ein übliches Hauptfach: Entweder Chemie oder Biologie. Der Grund war, dass die BmA-ler in aller Regel in der Wirtschaft arbeiten sollten, als Ingeniere. Die Tierpfleger mit Abi, wie Gysi und andere, hatten Bio, aber keine Chemie. Wir kein Chemie, also kein vollwertiges Abi.
Ausnahmen waren angehende Berufslehrer oder Armee bzw. welche, die von Staatsanwaltschaften, Polizei, Rechtsanwaltskammern zum Studium delegiert wurden.
Das fehlende Fach konnte man auch in der Abendschule separat ablegen und so doch z. B. Medizin machen. Aber der Druck auf die Jungendlichen war abstrus groß, entwder Offizier oder Ingenieur zu werden.
Die Baufacharbeiterstellen mit Abi waren definitiv Ausbildungsstellen.
Bauarbeiter hatten kein Abi.
Es gab nur wenige mit Abi. Und von denen konnten zwar alle studieren, aber wiederum nur wenige promovieren.
Dazu muss man noch sagen, dass alle Westler vom Himmel fielen, wie das Verhältnis Lehrende und Studenten war. Das ist fast Oxfordqualität gewesen, wo jeder einen Mentor hat. Das war im Osten nicht so, aber jeder Prof kannte seine Studenten recht gut. Auch die Profs. und Dozenten betreuten die Seminargruppen und Studienjahre intensiv.
Kann man heute auch haben, aber man muss sich schon sehr um Kontakt bemühen. Also so ein Verhätnis zu einem Prof zu bekommen.
Noch was zu @Anno. Völlig zu Recht weist er darauf hin, dass die Ost-Wissenschaftler nicht per se besser gewesen wären. Nein, kann keiner behaupten. Aber gewiss auch nicht schlechter.
Es wurde überall viel härter gesiebt. Die Masse wurde in den Betrieben als Facharbeiter gebraucht (man sagt, die DDR hatte viel zu hohe Lohnkosten, weil fast alle als Facharbeiter entllohnt wurden).
Aber es kamen natürlich auch schlimme Kriterien zu Anwendung. Nicht so Linientreuen hat man die Weg nach oben verpserrt, wo man konnte. Ein lieber Freund von mir, ist sogar von nachweisbar intensiv von der Stasi behindert worden, obgleich er 2.Bester des Studienjahres war. Die haben ihn rausekeln lassen (1984) und dann seine Aufnahme an einer theologischen Fakultät (im Osten hießen diese Sektionen) zu verhindern gesucht, bis sich in Jena ein Mutige fand, der ihn aufnahm.
Und bei Jura? Na da waren auch eine Menge Dummer dabei. Aber das ist auch heute nicht viel anders.
Damals vorwiegend, weil sie gut anpasst waren. Aber das ist nicht generell so - es gab Ausnahmen.
Übrigens waren die Juristen in Jena, die von den Staatsanwaltschaften delegiert worden waren, fast alle in der Partei*, aber hernach keiner mehr, bis auf Prof. Riege (MdB).
Parteizugehörigkeit ist ein anderes Thema, aber es muss gesagt werden, dass das nicht viel sagt. Viele aus reiner Berechnung. 2,3 Mio, die im Grunde sofort weg waren, als es ging, und dann sofort von ganz rechts bis ganz links aufgestellt waren. März 90 - und die angeblich Roten mussten sich nicht mehr covern. 99 % weg und völlig anderer Meinung.
Naja, in Polen waren die "Kommunisten" fast alle katholisch und ging auch zur Hälfte in die Gemeinde.
In BRD-Ministerien müssen ja bei bestimmten Laufbahnen zu Beginn Laufbahngespräche geführt werden: Wer kann wie was werden. Da sagt man ganz klar: Ab Ebene xy nur mit Parteibuch CDU, FDP, SPD und nun auch Grün.
Was nichts verharmlosen soll von dem Stumpfsinn und der Grausamkeit des Ostens, wo man abgeholt und eingeknastet werden konnte, wenn man das falsche gesagt hatte.
Wo an den Unis Literatur gesperrt wurden (hatte aber einen Dozenten, der mir alle Freigaben erteilte, die ich wollte. Die 99 anderen interessierte das gar nicht).
Spannend ist, das in der DDR wohl nur ausgebildete Bauarbeiter waren. Heute sind die Meisten Ungelernte.
Viele freundliche Grüße, allen Genannten,
azur
PS: Peter Michael Diestel, hat auch BmA. Den wie Gysi.
PPS: Alter Gänsefuss-Mann? Das bekommt man nicht weg, oder? ![[[freude]]](images/smilies/freude.gif)
* weil die Rechtstudenten ja besonders "Bewusste" waren, hatten sie in Jena das mit weitem Abstand schlechteste Studentenheim. 3 Leute in 9 qm-Buden, Baracke, nicht unterkellert, auf 64 Mann 3 Herde, eine Dusche und 9 Waschbecken (und in jedem Zimmer ein IM - nur die spannenden Bereiche hatten eine hohe Durchsetzung von 1/3tel. Die Masse so nicht überwacht worden und hat ja auch keine Akte. Post und Telefon wurden alle überwacht - aber das war und ist in der "BRD" ja nicht anders, wie man nun genau weiß).
Es ist nicht so, dass die Vorteile der z. B. Parteizugehörigen durchweg da waren. In aller Regel sind Parteizugehörikeiten auch mit lästigen Pflichten verbunden. Härter Arbeiten, mehr Kontrolle.
Meine Mutter durfte aber nur Abteilungsleiterin ohne Leute werden, weil sie nicht in der SED war.
Keineswegs will ich irgend was verniedlichen. Den Scheixladen will keiner zurück.
Es ist aber übel, wenn ich meiner West-Schwiegermutter sagen muss, dass zwar alle meckern, aber durchweg gern die geschaffene Kindergartenstruktur hin im ehemaligen Osten nutzen. Und was kam? Der Kalssiker: 'Autobahn'.
Na so kann man dann eben keine Fakten sprechen lassen, wo alle Urteile schon klar sind, klar sein müssen.
In Westseminaren, haben wir ausgiebig Rechtsgeschichte in Ost und West verglichen. War das ein Erstaunen, was es alles auch gab. Am Ende wurde dann in der Wertung von den Studenten sinnlose Gemeinschaftskundesätze rangepappt, um ja "richtig" dazustehen. Ganz wie in der üblen, konformistischen Kleingeistdiktatur DDR. Die Lehrkörper verzweifelten.
Aber was will man machen: Anpassen ist eben leider fast überall eine der erolgversprechenden Methoden.
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Kleine Ergänzung
Anno2013, Donnerstag, 07.02.2013, 20:28 (vor 4892 Tagen) @ azur
Es wurde überall viel härter gesiebt. Die Masse wurde in den Betrieben als Facharbeiter gebraucht (man sagt, die DDR hatte viel zu hohe Lohnkosten, weil fast alle als Facharbeiter entllohnt wurden).
Wolfgang Fratzscher hat einen Ost-West-Vergleich bei der Transformation der TH Merseburg und der "Verfahrenstechnik" veröffentlicht.
Da kann man lesen, daß in Westdeutschland die Zahl der studierenden Chemiker 1989 etwa 15-mal höher war als in der DDR. Unterstellt man, daß die BRD eine fast viermal so große Bevölkerung hatte, erhält man: Faktor 4.
... mich würde es nicht überraschen, wenn dies auch für die Studenten(schaften) in Jura, Wirtschaftswissenschaft, etc. galt, womit man dann einige Unterschiede des durchschnittlichen Leistungsniveaus und auch der "garantierten Karrieren nach dem Studium" erklären kann.
In BRD-Ministerien müssen ja bei bestimmten Laufbahnen zu Beginn Laufbahngespräche geführt werden: Wer kann wie was werden. Da sagt man ganz klar: Ab Ebene xy nur mit Parteibuch CDU, FDP, SPD und nun auch Grün.
Das ist ein bißchen naiv. SPD&Co. sind keine Kader-, sondern Massenparteien.
Ab "Ebene xy" war/ist in Westdeutschland "Bürobote" und "Müllwerker". Altes bonmot, daß ich als Schüler bereits in den 80igern hörte: "Auf jeweils 100 Mitarbeiter einer Stadtverwaltung kommen 120 Parteibücher."
Oder noch vor kurzem: "Um bei der (kommunalen) Müllabfuhr(in NRW) unterzukommen, wäre es gut, wenn bereits der Großvater in der SPD gewesen ist." ... das mag ein wenig übertrieben klingen, erklärt aber, daß "Ali, der als ´Müllmann´ uns den Dreck ´wegmacht´ " noch vor wenigen Jahren reine Phantasie war.
Das könnte heute sogar etwas nachgelassen haben. In den 80igern setzten poplige Versetzungswünsche bereits "informelle Gespräche" mit der ÖTV (heute: verdi) voraus.
Spannend ist, das in der DDR wohl nur ausgebildete Bauarbeiter waren.
Heute sind die Meisten Ungelernte.
Das ist nicht ganz richtig. Da muß man ganz genau hinschauen, welche Firma und welche Regierung welche Personal- oder Einwanderungspolitk betreibt.
"Das ist ein bißchen naiv. SPD&Co. sind keine Kader-, sondern Massenparteien..." Soso: 2,3 Mio SEDler auf 17 Mio Einwohner (e
azur
, Sonntag, 10.02.2013, 00:25 (vor 4890 Tagen) @ Anno2013
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 10.02.2013, 00:31
Hallo Anno,
dann schau Dir mal die Mitgliedszahlen an:
http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Parteien
Du kannst Dir gern die Quote der SED-Mitgliedschaft ausrechnen:
Einwohnzahl DDR: Am Ende 16,8 Mio.
Davon waren 2,3 Mio in der SED (die anderen Parteien in der o. g. Quelle).
Wie ist die Quote bitte?
Weitere Quelle: http://www.bpb.de/wissen/63EM1E
Alles Kader?
Kader, vorgesehen für die höhere Weihen, waren nach gesicherte Erkenntnissen nur einige Ausgewählte - keinesweges diese Massen.
Man kann da aber auch Einiges durcheinander bringen: Vergiss nicht - die Akte jedes Arbeiters und Angestellten hieß Kaderakte (Selbstständige und Freie gab es kaum). Bekam jeder bei Beginn seines Arbeitslebens angelegt. Quasi ein staatliches Dienstbuch.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kaderakte
Die Personalabteilungen hießen überall - ganz gleich wo - nur Kaderabteilung. In Betrieben, "Behörden" - was auch immer: Nur Kaderabteilungen.
Viele freundliche Grüße
azur
http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Kaderabteilung
http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Kader
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Überrascht dankend
Chrysostomos, Samstag, 09.02.2013, 16:34 (vor 4890 Tagen) @ azur
Bis 1980 gingen die, die eine der heiß begehrte "Abikarten", d. h.
Zulassungen zum Abi, ab der 8. Klasse auf die EOS, bis einschließlich des
12 Schuljahres.
Bis hier gehe ich mit.
Danach ging man ab der 11. Klasse für zwei Jahre dorthin.
Alle waren also bis zu 10. Klasse in einer Schule, dann ging die Masse in
die Lehrausbildung und ein paar Auserwählte zur EOS oder zur BmA -
Berufsausbildung mit Abitur.
Kann ich leider aus meiner Praxis nicht bestätigen.
Bin nach der 8. Klasse auf die EOS gegangen, aber in der 11. Klasse keiner dazu gekommen, auch nicht in den Parallelklassen.
(Ausnahmen waren immer 1-2 von einer durchschnittlich Klassengröße von
28 - 32 Kindern oder Jugendlichen an den POS - den normalen Schulen, die
nach der 8. abgingen, weil deren Motivation und Leitungen nicht stimmten.
Die machten dann Hilfsarbeiter- Ausbildungen. Ja, Ausbildung hierzu).Aus den 28-32 Kindern wurden in der Regel 2 Kinder zum Abi ausgewählt. In
Berlin heiße Schlacht, in einigen Teilen des Landes, erfuhr ich dann im
Wehrdienst mit Leuten aus der gesamten Republik, war das nicht überall so
begeht. In den Großstädten schon.
Stimmt wieder alles
Die Abiturzulassung, die Abikarte, erhielten nicht nur Linientreue,
sondern auch andere. Kirchliche waren auf oft auf die n wenigen, fast
unbekannten, z. B. Katholischen Schulen (Berlin Mitte, Berlin Weißensee
usw.) angewiesen.
Von Abikarte habe ich nie was gehört.
Mag daran liegen, dass ich so was nicht brauchte.
(Vielleicht, weil ich im OBK war.)
Mir wollte man die Karte nicht geben, weil zu renitent (auch die Eltern)
und ich mich nicht zum 25jährigen Wehrdienst pressen lassen wollte. Wer
das machte, also sich zur 25 Jahre Armee verpflichtete, der hatte Vorteile.
Kann ich unterschreiben
LG
Chrysostomos
War wohl nach Deiner Zeit - ab Jg. 66 @dottore (Edit)
azur
, Samstag, 09.02.2013, 20:55 (vor 4890 Tagen) @ Chrysostomos
bearbeitet von unbekannt, Samstag, 09.02.2013, 21:03
Hallo Chrysostomos,
das war ab Jahrgang 66 so. In diesem Jahrgang wurde sowohl einmal in der 8. sowie zu Beginn mit der 9. Klasse EOS delegiert. Und dann noch einmal in der 10. (kann sein, dass der Übergang noch andere Klassenstufen erfasste - denke aber meine Auskunft ist richtig):
Ab 1982 ging man nur noch 2 Jahre zur EOS (11. und 12. Klasse) - zuvor waren es ja 4 Jahre (9.-12.).
"1981 kam der letzte Jahrgang von Schülern nach Absolvierung der 8. Klasse an die EOS. Ab 1984 wechselten die künftigen Abiturienten dann erst nach dem Abschluss der 10. Klasse der POS auf die EOS und besuchten sie nur noch zwei Jahre, Ausnahmen bildeten Spezialschulen und -klassen[2]."
http://de.wikipedia.org/wiki/Erweiterte_Oberschule#Aufbau_und_.C3.9Cberg.C3.A4nge
Dort dann auch: "Schüler der 11. und 12. Klassen der EOS erhielten seit 1981 eine monatliche Ausbildungsbeihilfe von 100 Mark in der 11. und 150 Mark in der 12. Klasse, um ihre finanzielle Situation der der Lehrlinge anzugleichen."
Übrigens elternunabhängig, wie die Stipendien für jeden DDR-Studenten.
War übrigens erst sehr traurig, dass ich nicht an die EOS kam, wie meine Freunde (ging nach der Kämpferei um die Zulassung nicht mehr). Hätte sicher einiges für sich gehabt. Allein das eine Jahr weniger...
Die Schüler dort hatten auch Ferien, und wir nur 24 Tage Urlaub.
Aber schon bald wurde mir klar, dass es wirklich auch was für sich hat. Arbeit, Produktionsvorgänge und Maschinen, fand ich immer spannend. Eine Berufsausbildung war nicht zu verachten. Und es war alles sehr, sehr irdisch.
Dreck und Lohn. Die Erfahrung, kann keinem geschadet haben.
Also machte ich bald meinen Frieden damit, auch wenn das Doppel-Pensum von Berufsausbildung und Paukerei für das Abi enorm waren. Und zurück ins Werk wollte ich auch umsonst nicht mehr
.
Danke noch einmal für Deinen Kommentar. Und @dottore - für Dein Interesse.
Viele freundliche Grüße
azur
http://de.wikipedia.org/wiki/Erweiterte_Oberschule#Abitur_mit_Berufsausbildung
http://de.wikipedia.org/wiki/Berufsausbildung_mit_Abitur
http://de.wikipedia.org/wiki/Erweiterte_Oberschule#Sonderformen
--
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Minister gesucht, auch Küchenmädchen werden genommen ...
Puschkin, Sonntag, 10.02.2013, 11:15 (vor 4890 Tagen) @ dottore
Hier ist Frankreich die Avantgarde ...
http://www.youtube.com/watch?v=7mIA1v7p8MY&feature=player_embedded
Gruß
Verhärtung
tar
, Gehinnom, Mittwoch, 06.02.2013, 21:05 (vor 4893 Tagen) @ Leserzuschrift
Hallo,
das dürfte nicht ohne Grund ein gesamtdeutsches Phänomen sein: Auslautverhärtung
Gruß!
--
Gruß!™
Time is the school in which we learn,
Time is the fire in which we burn.
BTC: 12aiXGLhHJVETnmGTLbKtAzJNwqh6h6HN4
Mein Doktor-Titel kann niemals aberkannt werden - ist welteinmalig!
dottore
, Mittwoch, 06.02.2013, 13:21 (vor 4893 Tagen) @ Knight
Hi Knight,
nicht aberkennbar aus einfachem Grund: Mein Titel ist WELTEINMALIG! Kam so: Ich bin 1963 mit der Urkunde zum Landratsamt Esslingen gegangen, um den Titel (Namensbestandteil!) in den Pass eintragen zu lassen. Die Hilfskraft: "Der Assessor ist nicht da, und ich kann kein Latein."
Dann habe ich ihr die Urkunde übersetzt ("Doctor Philosophiae"), woraufhin sie über amtlichen Stempel eingetragen hat: "Doktor der Philsosphi" (sic, ohne "e"!!). Meines Wissens führt niemand sonst auf der Welt diesen Titel.
Dass ich eine Handvoll Doktorarbeiten für andere geschrieben und dafür bis 10 Mille kassiert habe, durfte ich schon mitteilen (darunter eine für den nahen Verwandten eines ehemligen Bundeskanzlers!).
Alles nichts als Hokuspokus! Gruß - d.
Skandal: Also bist Du nicht dottor-e :) !!!! - Wie waren die verortet, für die Du Dr. Ghost-Writer warst?
azur
, Mittwoch, 06.02.2013, 16:07 (vor 4893 Tagen) @ dottore
Noch eine kleine Frage, lieber dottori- ohne e:
Dann habe ich ihr die Urkunde übersetzt ("Doctor Philosophiae"),
woraufhin sie über amtlichen Stempel eingetragen hat: "Doktor der
Philsosphi" (sic, ohne "e"!!). Meines Wissens führt niemand sonst auf der
Welt diesen Titel.
Wie waren die Folgenden poltisch oder gesellschaftlich verortet?
Dass ich eine Handvoll Doktorarbeiten für andere geschrieben und dafür
bis 10 Mille kassiert habe, durfte ich schon mitteilen (darunter eine für
den nahen Verwandten eines ehemligen Bundeskanzlers!).
Woher hatten die "Begünstigten" denn das Geld und den Draht zu Dir?
Waren das nur schlaffe Sozis und Grüne? Kann ich gar nicht annehmen.
Sicher wackere Konservative, die viel Wert auf Moral und Anstand legen.
Alles nichts als Hokuspokus! Gruß - d.
Wie bitte?
Das ist ja wohl bzw. kann ich nur scherzhaft (zu) verstehen
!
Du hast Doktorarbeiten herbeigezaubert - für Cash.
Was war da kein Hokuspokus? Deine oder deren Leistung?
Vielen Dank für Deine Aufklärung!
Viele freundliche Grüße!!!
azur
PS: kannte mal einen Sozialwissenschaftler, der dick im Geschäft bei einem sehr renomierten Meinungsforschungsinstitut war. Der hatte keine Zeit für die rechtswissenschaftlichen Arbeiten, die er absolvieren musste. Da habe ich mal so was mitbekommen... und verstanden.
Mir fehlte die Zeit, weil ich hatte zwei kleine Kinder - und ein Stipendium.
--
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Vom "Doktor der Philosophi":
dottore
, Mittwoch, 06.02.2013, 16:44 (vor 4893 Tagen) @ azur
Noch eine kleine Frage, lieber dottori- ohne e:
Hi azur,
alle Fragen immer gern.
(...)
Wie waren die Folgenden poltisch oder gesellschaftlich verortet?
Politisch weiß ich nur von einem: CDU (der Neffe eines CDU-Kanzlers). Gesellschaftlich gut drauf, eine Dame war Erbin eines Düsseldorfer Architekten (viele Wohnungen), eine andere hatte in den Henkel-Clan eingeheiratet, ein Herr Studiosus war Sohn eines Bonner Nachtklub-Besitzers mit ungarischer Musik.
(...)
Woher hatten die "Begünstigten" denn das Geld und den Draht zu Dir?
Geld ex Familie (keine Honnefer-Modell-Bezieher). Draht zu mir, weil ich stadtbekannter Repititor für VWL/BWL war (als Dipl.Volkswirt).
Waren das nur schlaffe Sozis und Grüne? Kann ich gar nicht annehmen.
Keine Sozen, keine Grüne (gab's damals noch nicht).
Sicher wackere Konservative, die viel Wert auf Moral und Anstand legen. Moral war denen wurscht, Anstanbd hatten sie (jeder hat bezahlt).
Alles nichts als Hokuspokus! Gruß - d.
Wie bitte?Das ist ja wohl bzw. kann ich nur scherzhaft (zu) verstehen
!
Kein Scherz.
Du hast Doktorarbeiten herbeigezaubert - für Cash.
Genau das. Fiel mir als Assi (Proff. Krelle und Zorn) nicht so schwer
Was war da kein Hokuspokus? Deine oder deren Leistung?
Hokuspokus ist/war der Uni-Betrieb ("universitas literarum")..
Gruß zurück - d.
1963 ? mTmL
day-trader
, Mittwoch, 06.02.2013, 22:50 (vor 4893 Tagen) @ dottore
http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_C._Martin
1966 wurde er auf Grundlage der an der Universität Bonn eingereichten Dissertation Die deutsche Wirtschaftsentwicklung vor der Weltwirtschaftskrise unter dem Einfluß der Monopolisierung und der amerikanischen Wirtschaftspolitik zum Dr. phil. promoviert.
1963 mit 24 Jahren promoviert fände ich beachtlich, 1963 ein Schreibfehler?
Gruß!
--
Best Trade!!!
Alles korrekt und ...
dottore
, Donnerstag, 07.02.2013, 12:52 (vor 4893 Tagen) @ day-trader
Hi day-trader,
... sogar aufgrund wohlwollender Beurteilungen des Bonner Doktorvaters (Prof. Zorn) und der Co-Referenten, der Proff. F.W. Meyer (Wirtschaftspolitik, Mitbegründer des Sachverständigenrates) und K.D. Bracher (Politologe) mit "summa cum laude" bewertet.
Doctor egregia war eine Dame, die über Diane von Poitiers promoviert worden war. Gruß - d.
Next shot: Rösler
dottore
, Freitag, 08.02.2013, 15:46 (vor 4891 Tagen) @ Knight
Hi,
das scheint zum Flächenbrand zu werden (vorhin erst entdeckt). Gruß - d.
http://www.mmnews.de/index.php/politik/11989-roesler-dr-auch-erschwindelt
Qualitätssicherung bei Promotionen
Sligo
, Freitag, 08.02.2013, 19:22 (vor 4891 Tagen) @ Knight
Daraus: "Der Rat habe es als erwiesen angesehen, dass Schavan
"systematisch und vorsätzlich über ihre Dissertation verteilt"
gedankliche Leistungen vorgegeben habe, die sie nicht selbst erbracht
habe."Gruß, Knight
oder wie man eine Dissertation korrekt schreibt. Aussagefähiger Artikel im NZZ Feuilleton.
'Die Affäre um die Dissertation der deutschen Bildungsministerin Annette Schavan hat eine Grundsatzdiskussion um die Standards von Doktorarbeiten ausgelöst. Die Promotion ist in den vergangenen zwanzig Jahren viel anspruchsvoller geworden – auch die Überprüfung auf mögliche Plagiate erfolgt dank Computertechnik heute viel gründlicher...'
Weiterlesen..
http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/uebersicht/heisse-magister-heisse-doktor-gar-1.179...
Gruss,
Sligo
