Droht ein Da Capo am commercial real estate-Markt?
Hi,
die Thesen, dass 1. die subprime-Krise und damit die allgemeine US-Hypothekenkrise noch nicht vom Tisch ist, 2. dass sich der Crunch auch in anderen Sektoren bemerkbar machen könnte und 3. zur Abrundung diverse Gerichtsverfahren anhängig würden, sollten nicht von der Hand gewiesen werden.
Ad 1. haben wir die von @DT immer wieder dankenswerterweise reingestellten Markit-Kurven und den Hinweis von @LOMITAS, dass sich für die ersten 08er Tranchen derzeit kein Markt feststellen lässt (5 deals sind da zu wenig) und entsprechende Daten für 3 Monate vertagt werden, sowie die neuen Rating-Abstufungen, welche die Refinanzierung hemmen (auf ein ähnliches Problem bei diversen Munis wurde auch schon hingewiesen).
Ad 2. haben wir einen Beitrag von Jesse Eisinger, der sich mit dem in der Pipeline steckenden Downturn bei commercial real estates beschäftigt (was nicht verwundert, da es im Finanzdisktrikt NY Entlassungen von > 50.000 ergeben, was den Büromarkt nicht beflügeln dürfte; Leerstandsrate in NY derzeit noch ca. 7 %).
Der Markt für commercial real estate kennt eigene Gesetze und Zyklen und er ist gepflastert von diversen Großpleiten (man lese dazu die Zeckendorf-Memoiren, bei amazon zu hohen Preisen gebraucht erhältlich, die Tishman-Story und anderes mehr, von der jüngsten Entwicklung von Zell/Blackstone und dem auf Kante nähenden Harry Macklowe war schon vor einiger Zeit ausführlich die Rede hier).
Nun also das:
http://www.portfolio.com/views/columns/wall-street/2007/12/17/Commercial-Real-Estate-Cr...
Eisinger ist ein Top-Mann, ex WSJ, 2003 Wirtschaftsjournlist des Jahres, hat diverse Chemie-Skandale aufgedeckt und die subprime-Chose gut vorausgesagt.
Die Summen (knapp 800 Mrd USD) sind nicht nichts, außerdem wurden sie nicht via SIVs in die weite Welt geschoben, sondern lauern zum Großteil in den Nostros der WS-Granden, die also ein commercial-real-estate-Follow-up icht begeistern dürfte - zumal nicht bei 120-%-Finanzierungen.
Es gehen auch Gerüchte, dass der M-LEC, der sich verabschiedet hat (Dank auch dafür an @DT) nicht so sehr auf die Subprimerei zielen sollte, sondern darauf, diesen commercial-Klumpen aus den WS-Bilanzen "auszulagern". Aber das kann sein oder auch nicht. Vielleicht gehen auch die ganzen commercial real estates an die neuen starken Adressen aus dem Nahen Osten, nach Singapur oder China.
Ad 3. Barclays (UK) bereitet jetzt diverse Klagen gegen u.a. Bear Stearns vor, weil man sich durch die Schließung der bekannten Fonds gefoppt fühlrt und die Sache ähnlich korrigieren möchte, wie es seinerzeit bei den Enron-Schadensersatz-Geschichten funktioniert hat.
Na,aj, trübe Gedanken passen zwar zum Wetter, doch nicht zur Jahreszeit, für deren besinnlichen Genuss ich an dieser Stelle allen das Beste wünschen darf. Dazu natürlich ein gutes Börsenjahr - egal, wer nun wo und mit was investiert ist.
Frohe Tage + Gruß!
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